Beiträge von NovaSol

    Herzlichen Dank Stromer. Ja ich habe den Rat auf mich achtzugeben, um mich nicht selbst zu überholen schon bekommen und versuche ihn so gut es geht umzusetzen. Heute hatte ich „schlüppertag“ den ganzen Tag im Schlafanzug, außer kurz, um meine Einkäufe beim Supermarkt abzuholen. Als ich zuhause war ging’s zurück ins Nachtgewand 😅. Meinen Kuchen hab ich gebacken aber so viel Teig genascht, dass ich, als er fertig war gar keinen Appetit mehr darauf hatte. Naja, morgen ist auch noch ein Tag. Meinen 13. nüchternen Tag habe ich also sehr genossen und war nicht so getrieben. Morgen trinke ich seit 2 Wochen nicht mehr. Meine Ringe sind mir alle zu groß. Ich schlafe viel besser und fühle mich einfach -meistens- wohl. Meine Hausärztin meinte am Freitag „das war die Pflicht, jetzt kommt die Kür“ ich will sie unbedingt mit Bravour meistern. Meinem Partner scheint auch eine Veränderung an meinem Verhalten aufgefallen zu sein. Er sagte ich sei so nahbar wie lange nicht mehr und das er sich wünscht, dass es so bleibt. Ich möchte ihm morgen, wenn er vom Kinderwochenende heim kommt, sagen was mit mir los ist. Mal sehen, ob ich das morgen auch noch für einen guten Plan halte. Wir werden sehen.

    Habt alle einen schönen Abend 🌆

    Guten morgen,

    Heute starte ich in Tag 12 und das nächste nüchterne Wochenende steht vor der Tür. Ich habe beschlossen, den Fuß vom Gas zu nehmen und am Wochenenden einfach ohne konkrete Pläne zu schauen, wonach mir ist. Heute findet der abschließende Termin bei meiner Hausärztin statt. Die Entgiftung ist damit abgeschlossen.
    Es waren irgendwie wilde 12 Tage. Körperlich geht es mir gut, seelisch ist es durchwachsen. Von himmelhoch jauchzend zu Mhmmm, zu Tode betrübt wäre überzeichnet…Ich denke am besten lässt es sich mit „unverbunden“ beschreiben. Alkohol war für mich Verstärker und Dämpfer. Gute Gefühle fühlten sich -in der Situation des Trinkens- noch besser an, negative Gefühle ließen sich besser handlen. Da ich selten mit meinem nüchternen Ich konfrontiert wurde, fällt es mir grade manchmal schwer einzuordnen, wie ich denn nun eigentlich bin. Welcher Teil meiner Persönlichkeit gehört denn nun wirklich zu mir? Was davon wurde durch den Alkohol weggedrückt und was überzogen dargestellt? Ich denke es wird Zeit brauchen, um das herauszufinden. Das Wichtigste ist aber erstmal, dass ich weiter nüchtern bin und langsam lerne auf die Zeichen zu achten. Ich achte auf mich und nehme mir Tipps von euch zu Herzen.
    Habt einen tollen Tag.

    Hallo zusammen,

    Heute ist Tag 11. Ich fühle mich heute sehr erschöpft, weil die vergangene Nacht nicht so erholsam war. Ich hatte Albträume (z.b das ich getrunken habe). Habe dann heut nur die wichtigsten Termine wahrgenommen und alles, was ging delegiert. Nach einem Mittagsschlaf ging es etwas besser aber nun bin ich schon wieder bleiernd müde. Ich hoffe morgen wird ein besserer Tag. Ich fühle mich nicht krank aber nachdem ich die letzten Tage energetisch echt gut aufgestellt war, überrascht mich die schlaffe Puffer Attitüde heute. Naja, ich nehme das an und gebe meinem Körper Ruhe.
    Habe einen tollen Tag

    Ich bin gut wieder zuhause angekommen. Meine (nun) ehemalige Kollegin hat sich sehr über meinen Besuch gefreut. Auf dem Heimweg fuhr ich an vielen Supermärkten vorbei und ganz kurz hat sich die Stimme aus dem Schatten gemeldet „Du hast es jetzt im Griff, komm schon ein Glas, fast alle trinken was und wenn du zuhause bist ist es doch schon 17 Uhr“ Heute hab ich lediglich „Halt die Klappe und verzieh dich“ erwidert. Das hat sie jetzt nicht so sehr beeindruckt, aber wir hatten das Thema und ich will es nicht nochmal ausdiskutieren.

    Seltsam war, dass ich zuhause erstmal gegessen habe. Ich bin heute Morgen nur mit einem Kaffee in der Hand um 6 aus dem Haus und habe es dann über Tags nicht geschafft, mich mal 10 Minuten in Ruhe zum Essen hinzusetzen. Also hab ich nur auf dem Weg von einem zum nächsten Büro ein trockenes Brötchen runtergeschlungen. Also zu Hause habe ich mir dann ganz in Ruhe eine richtige Mahlzeit schmecken lassen und plötzlich war Ruhe im Kopf. Ich muss das also besser managen. Offenbar, ist es bei mir möglich, dass ich Hunger mit „Durst“ verwechsle.

    Guten morgen ☀️,

    Danke für die Glückwünsche. Heute früh erstmal nur ganz kurz: mir geht’s prima. Bin heute wieder im Büro und heute Nachmittag fahre ich noch bei meiner Kollegin vorbei, um sie in den Ruhestand zu verabschieden. Nach meinem Abgang gestern liegt hier noch ein kleines Geschenk für sie 😅.
    10 Tage…und es kommt mir viel länger vor. Die Tage sind irgendwie ausgedehnter und schärfer abgegrenzt. Sie laufen nicht mehr ineinander. Schönes Gefühl.

    Habt alle einen tollen Tag

    Das sie selbst etwas getrunken haben war für mich wenig problematisch. Die Welt dreht sich ja nicht nur um mich. Ich war aber vom Überredungsversuch und der -sicherlich nur übermütig gemeinten- körperlichen Unterstreichen ihres Wunsches etwas überrumpelt. Da ist aber nun für mich auch ein Haken dran. Ich kann mein Umfeld nicht bis in den letzten Winkel kontrollieren, ich kann nur alles dafür tun, um richtig zu reagieren, wenn das Leben mit harten Bandagen kämpft. Ich bin jetzt weder sauer auf die beiden Damen noch ängstlich. Das wird nicht das letzte Mal sein, dass ich die richtige Entscheidung treffen muss. Ich werde aber weiterhin situativen die Bühne verlassen, wenn ich auch nur den leisesten Verdacht habe, dass mir eine Situation zu entgleiten droht. Also kurz: Schreckmoment veratmet, zufrieden mit dem Ausgang und Hausaufgaben habe ich mir auch aufgegeben.

    Danke für eure Gedanken und Blickwinkel. Im Augenblick fühle ich mich gut aufgestellt. Sollte ich feststellen, dass die Hilfe, die ich schon habe, nicht ausreichen sollte, nehme hole ich das Thema Therapie aber sofort wieder auf den Plan. Nächste Woche bin ich das erste mal in einer Selbsthilfegruppe vor Ort. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Hatte zuerst etwas Angst, dass ich vielleicht jemanden treffen könnte, den ich kenne. Aber wenn dem so wäre…wir hätten wohl dann beide das gleiche Problem und es gäbe nichts zu schämen. Heute im Büro gab es eine -für mich- kritische Situation. Eine Kollegin wurde in den Ruhestand verabschiedet. Ich wurde zu den Feierlichkeiten eingeladen, habe sie aber bereits gestern darüber informiert, dass ich zu der Feier nicht komme, aber sie später nochmal allein aufsuche, um sie nochmal zu drücken und eine Kleinigkeit zu überreichen. Ich habe mich aus der Feierstunde absichtlich abgemeldet, da zu solchen Anlässen auch Sekt angeboten wird. Nun so weit so gut.
    Ich saß also an meinem Schreibtisch und plötzlich klopfte es. Zwei Kolleginnen kamen schon sichtlich angeschossen rein, beide ein Glas Sekt in der Hand, ein leeres hatten sie auch dabei und eine geöffnete Flasche. „Du trinkst jetzt mit, keine Widerrede!“ Ich sagte, nein und das ich nicht möchte. Eine der beiden kam zu mir, griff mich am Arm und wollte mich von meinem Stuhl hochziehen und da wurde ich dann sehr deutlich. Deutlicher, als ich es beabsichtigt habe. Ich glaube ich habe sogar die Stimme erhoben, als ich sagte, dass in meiner Welt „Nein!“ ein vollständiger Satz ist.
    Sie schauten jedenfalls beide sehr erschrocken und trollten sich dann aber. Die Flasche und das Glas ließen sie allerdings stehen. Habe den Hörer abgehoben, meinen Chef angerufen und ihm gesagt, dass ich den Rest des Tages von zu Hause arbeite. Schnell den Mantel und die Tasche genommen und bin gegangen. Ich habe nicht mal meinen PC ausgemacht und erst als ich mich zuhause aus dem Homeoffice zurückmelden wollte bemerkt, dass ich losgerannt bin wie ein Friseur. Mannomann das war wirklich keine schöne Situation. Ich hoffe ich kann beim nächsten mal, wenn ich in eine solche Situation gerate, etwas besonnener reagieren und freundlich bleiben.

    Ich habe jetzt Mittagspause und nutze mal die Zeit, um meine Gedanken etwas zu ordnen. Gestern bei meinem Arztbesuch kam nochmal das Thema Therapie auf den Tisch.
    Letzte Woche Montag hätte ich sofort zugestimmt, heute bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob ich das will (wäre nachrangig) und brauche.
    Alles was ich jetzt schreibe ist NUR meine Sicht der Dinge und mir ist klar, dass jeder andere Bewältigungsstrategien für sich verfolgt.
    Ich bin eine Frau, die wenig damit anfangen kann, wenn aktuelle Umstände versucht werden mit einem Herumkramen in der Vergangenheit aufzulösen. Platt gesagt, es ist mir egal, warum jetzt ein Loch im Reifen ist. Ob’s nun eine Scherbe, eine Schraube oder materialermüdung war ist egal. Im Ergebnis ist der Reifen nun platt. Würde aber eine Therapie nicht genau diesen Ansatz verfolgen? Schauen, warum ich jetzt „einen platten“ habe? Das Lesen in dieser Gruppe hilft mir unheimlich, weil ich hier eher den Rat rausziehen kann, zukünftig lieber diese und nicht jene Strecke zu fahren, da bekanntermaßen viele Nägel auf der Strecke liegen, die ich eigentlich genommen hätte. Und es wird mir geraten Flickzeug bei der Hand zu haben oder mal ein Stückchen zu schieben, wenn die Kräfte schwinden. Nun traue ich mir aber nicht über den Weg…ist das meine suchtstimme, die mich von einer Aufarbeitung distanzieren will, um mich dann wieder anzuspringen? Ich bin mit einem schwerst alkoholabhängigen Vater aufgewachsen, der starb, als ich 14 war. Er hatte diverse Entgiftungen, Rehamaßnahmen, lang- und kurzzeittherapien. Am Ende hat es ihn keinen Schritt weitergebracht zu wissen, woher seine Alkoholabhängigkeit kommt. Ich habe nun einfach Sorge, dass da in meinem Unterbewusstsein eine Schlammlawine losgetreten wird. Irgendetwas, was mir den Eindruck vermittelt, dass es ja klar ist, dass ich so geworden bin und es vollkommen gerechtfertigt ist, dass ich gesoffen habe. 9 Tage sind ein Anfang und ich will und werde auch alles tun, was nötig ist, um weiter meinen abstinenten Weg zu gehen. Ich kann mir nur grad nicht vorstellen, dass es mir hilft, wenn ein Therapeut mein ganzes Leben vor sich ausgebreitet sehen will.

    Guten Morgen,

    Heute starte ich in Tag 9 ☀️. Ich hatte gestern einen ganz tollen Abend mit meinem liebsten. Wir haben vor einigen Wochen ein Gartenhaus aufbauen lassen und es fertig eingerichtet (ist ist echt schön geworden) da saßen wir dann bis kurz vor Mitternacht, haben Schach gespielt und rumgeblödelt. Er mit Cola ich mit tee und ein Glas Wein hätte dieses Erlebnis nicht einen deut schöner machen können. Langsam lichtet sich dieses wattegefühl in meinem Kopf, das habe ich schon daran gemerkt, dass ich eine Partie Schach für mich entscheiden konnte 🤗. Bei meiner Ärztin gestern wurde ich nochmal gründlich untersucht. Mein Blutdruck war normal und sie sagte am kommenden Freitag sei die Entgiftung abgeschlossen. Morgen telefonieren wir nochmal und am Freitag gehe ich nochmal in die Sprechstunde.
    Mir geht seit heute Morgen ein Gedanke durch den Kopf, den ich später noch mit euch teilen möchte. Jetzt muss ich erstmal los und etwas tun für mein Geld. Habt alle einen tollen Tag

    Oh Gott ja…der Walk of Shame zum glascontainer. Das immerwieder nachkaufen der exakt gleichen Weine, damit das verschwinden aus dem weinregal nicht auffällt. Mein Partner trinkt ja keinen Alkohol, trotzdem hatte ich Angst, dass er feststellt, wie schnell sich das Regal leert. Ihm wäre es vermutlich gar nicht aufgefallen, welche Sorte da jetzt genau lag aber in meinem Kopf herrschte blanke Panik, wenn ich an einem Wochenende zwischen Freitag und Sonntag (wenn er nicht da war) 5 Flaschen getrunken hatte und nun natürlich eine Lücke klaffte. Ich bin durch etliche Supermärkte gezogen, um genau diesen Wein wieder nachzulegen. Absurd. Einfach nur absurd.

    Diese Bedenken kann ich absolut nachvollziehen. Ich frage mich auch inzwischen oft, warum es auf einmal „geht“ warum jetzt? Was ist jetzt anders, als die anderen Male, als ich mir morgens versprochen habe Abends nicht zu trinken? Ich wünschte, ich könnte diesen Grund greifen, um ihn festzuhalten. Ich werde mir das Privileg auch im geschlossenen Bereich schreiben zu dürfen noch verdienen 💪🏻

    Mein Termin lief hervorragend und ich bin so zufrieden mit mir. Ich war konzentriert, 100% präsent und hab das Ding eingetütet 💪🏻. Während des Termins habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, dass der Kunde sich beeilen soll, damit ich endlich gehen und was trinken kann. Es war wirklich befreiend, sich nur mit dem zu befassen, was jetzt grade passiert und nicht schon gedanklich auf dem Heimweg zu sein, zu überlegen, zu welchem Supermarkt ich fahre, um mir meinen Suff zu besorgen, dabei natürlich nochmal gedanklich durchgehen, bei welchem Supermarkt ich die letzten Male war, damit niemand etwas falsches (ja, es ist genau das, wonach es aussieht) denkt. Jetzt geht es auf direktem Weg nach Hause. Es besteht keine Gefahr, ich habe Geld und ec Karte heute morgen aus meinem Portemonnaie genommen und zuhause gelassen. Im Homeoffice wird noch ein bisschen nachgearbeitet und dann habe ich heute wieder einen Termin mit meiner Hausärztin.