Beiträge von Naira

    Ich meinte das gar nicht so mit "nach unten". Sondern, dass sich gewisse Lebensumstände trotzdem geändert hätten, weil die Änderung schon angestossen war, bevor ich beschloss, mit Trinken aufzuhören. Der Alkohol ist auch nicht der einzige Grund dafür.

    Heute finde ich es mal wieder schade, dass ich nur im offenen Bereich schreiben kann. Es hängt eben so viel mehr zusammen... Aber ist halt so.

    Also mein Leben hätte sich auch verändert, selbst wenn ich weiter getrunken hätte. Aber diese Veränderungen in meinem Leben machen es mir leichter, das "neue Leben" auch grad ohne Alkohol zu beginnen.

    Der Alkoholverzicht macht mir die Umstellung leichter- und die Umstellung den Alkoholverzicht. Genauer ins Detail gehen möchte ich gerade nicht.

    Wollte mich nur kurz zurückmelden. Es läuft immer noch gut. Aber gerade hab ich auch sehr viel anderes um die Ohren worüber ich auch viel nachdenke. Ich habe das Gefühl, dass ic so viel im Leben ändern muss, dass es mich gerade echt überfordert…. Aber das gehört wohl zum Veränderungsprozess dazu. Bin mal gespannt, wer ich bin, wenn ich anders bin und lebe.

    Herzlichen Glückwunsch zu 150 Tagen :) Dann wirst du mir immer 50 Tage voraus sein :)

    Das mit der Feministin könnte auch bisschen von mir sein. Ich wollte auch immer dazu gehören und empfand die Empfehlung, dass Frauen nur die Hälfte von Männern trinken sollten, immer als ungerecht. Habe dann geschaut, dass ich eher mehr als der Mann trinke... Aus heutiger Sicht total schräg. Hab ich wirklich mal sowas Blödes gedacht und gemacht? :/ Leider ja. :oops:

    Es ging eigentlich ganz gut.
    Gestern bin ich an einem Markt vorbeigelaufen. Dort gibt es ganz gutes Essen. Aber es waren viele Leute dort, die mittags mit einem Glas Alkohol an den Tischen standen. Ich hab schon bevor ich mit dem Trinken aufhörte, nie verstanden wie man mittags schon Alkohol trinken kann…

    Und bei den angebotenen Speisen waren Gerichte mit und ohne Alkohol durcheinander- und dies ohne Kennzeichnungen. Ich bin dann woanders etwas essen gegangen, wo ich mir sicher war, dass nichts drin ist.

    weil es Deine Familie ist und und man Dinge spürt, die vielleicht nicht ausgesprochen werden. Und wenn man nicht weiß, was los ist, kann man ja nachfragen.

    Ja, aber wenn meine Antwort dann meistens "nichts, alles gut" lautet und ich das Thema auf ihre Probleme wechsele? Übrigens etwas, das ich sehr oft mache: auf die Frage, wie es mir geht, "gut" antworten und dann gleich mit der Gegenfrage komme "und wie geht es dir?". Meistens noch mit einer genauen Nachfrage zu einem Problem, von dem ich weiss. Nur ja nicht von mir reden... Die meisten Menschen sind ja dankbar, wenn sie nicht zuhören müssen sondern stattdessen ihr Herz ausschütten können. Oder nicht?

    Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich habe viel darüber nachgedacht.

    Ich war diese Woche emotional echt durcheinander. Nicht nur wegen dem Alkohol. Auch nicht nur wegen dem Forum. Es gab auch noch andere Erlebnisse, die mich sehr gestresst haben, aber über die ich hier nicht gut schreiben kann. Und so war ich dann auch wirklich wütend und verzweifelt. Auch mein Ausbruch zuhause und wegen zuhause war heftiger als es eigentlich angemessen gewesen wäre. Ich bereue ihn trotzdem nicht. Es war gut, auch mal Wut zu spüren und zuzulassen und auch zuhause mal rauszulassen, als sie wie üblich runterzuschlucken.

    Aber ich muss das Bild meiner Familie etwas gerade rücken. Es ist nicht so, dass sie rücksichtslos und egoistisch ist. Es ist auch nicht so, dass nur ich arbeite und den Haushalt mache. Es kommt mir einfach so vor, wenn ich selbst total erschöpft bin und mich dann trotzdem zwinge, etwas zu tun. Weil ich denke, dass es so erwartet wird. Das Problem ist eigentlich gar nicht so sehr die Familie an sich. Sondern eigentlich bin ich das Problem. Ich denke immer, ich darf mich nicht zumuten. Ich muss Rücksicht nehmen. Ich muss die perfekte Mutter und Ehefrau sein. Ich muss für alle da sein. Alle anderen sind wichtiger als ich. Ich rede fast nie von meinen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich ziehe mich zurück, wenn mich etwas verletzt oder ärgert.

    Ich ärgere mich darüber, dass ich gefühlt zuhause zu kurz komme. Aber ich tue nichts dagegen. Wie sollen sie verstehen, dass mich etwas stresst, wenn ich es nicht äussere. Wie sollen sie wissen, dass es mir schlecht geht, wenn ich so tue, als ob alles gut wäre. Wie sollen sie wissen, dass ich traurig bin, wenn ich lächle. Woher sollen sie verstehen, dass mich manche alkoholische Getränke sehr stressen, und dass mir der Verzicht nicht so leicht fällt- wenn ich es nicht äussere? Ich kann nicht erwarten, dass alle in mich hineinsehen können, wenn ich nach aussen etwas Gegenteiliges vermittele.

    Nach meinem Wutausbruch konnte ich mit beiden, die mit mir hier wohnen, sprechen und ihnen erklären, dass mir der Verzicht eben schwer fällt und warum es mir wichtig ist, es diesmal dauerhaft zu schaffen. Und beide reagierten verständnisvoll. Und gleichzeitig- habe ich mit den offenen Gesprächen die Türe zum Alkohol noch mehr verschlossen. Denn ich könnte mir so nie verzeihen, rückfällig zu werden. Jetzt wissen sie ja, dass ich unbedingt alkoholfrei leben möchte. Das wussten sie bei den letzten Versuchen nicht...

    Das war, weil Du darauf vorbereitet warst.

    Danke für den Satz, auch wenn er nicht für mich bestimmt war :) Aber das erklärt mir auch, warum mich manche Situationen stressen und viele andere eben nicht. Vieles liegt an der Vorbereitung.

    Was ich- und vielleicht hilft dir AnnaBlume das auch- immer mache, wenn ich weiss, dass getrunken wird: Ich überlege mir vorher, was ich stattdessen trinke. Beispielsweise würde MIR Wasser nicht reichen, wenn andere Sekt trinken (was glücklicherweise niemand in meinem Umfeld macht). Zuhause hole ich mir dann Saft oder Limonade. Woanders gibt es dann vielleicht Mineralwasser mit Sprudel (das ist für mich auch was anderes, weil ich das zuhause nicht trinke), oder ähnliches.

    Gut finde ich aber, dass deine Familie das irgendwie akzeptiert und dir nichts angeboten hat. Und stark von dir, dass du früh gegangen bist! Super.

    Aber wenn sich nichts ändert, was macht dich dann so sicher, nicht rückfällig zu werden? Frühere Versuche waren ja auch nicht erfolgreich?

    Davor habe ich ja momentan eben Angst.

    Wenn du immer wieder mit dem Trinken begonnen hast, wie kannst du dann sicher sein dass es dir nichts ausmacht, wenn um dich herum getrunken wird?

    Ich merke das momentan sehr gut, ob das Getränk des anderen in mir ein Verlangen auslösen könnte oder nicht.

    Solange du deine Trockenheit unter den Scheffel deiner Familie stellst, sehe ich wenig Chancen. Sei es dir wert , etwas für dich einzufordern.

    Einfordern möchte ich es schon. Das tue ich ja auch. Es ist auch der erste Versuch, bei dem ich mit Partner darüber rede. Heute habe ich mit beiden zuhause gesprochen. Trotzdem darf ich meine Entscheidung nicht von anderen abhängig machen. Ich muss/ will auch trocken bleiben auch wenn sie sich dauerhaft weigern würden. Noch besteht aber Hoffnung. Zumindest habe ich vorher offensichtlich einen erschreckenden Eindruck mit meiner Forderung gemacht :D

    Ich befürchte andererseits, dass mein schlechtes Gewissen irgendwann zu gross werden könnte. Wenn sie dauerhaft wegen mir eingeschränkt wären und mich das fühlen lassen würden. Ich habe Angst davor, dann irgendwann erst recht einzuknicken. Und dafür brauche ich langfristig auch Strategien, damit das nicht passiert. Aber das muss ich nicht heute schon überlegen. Momentan sollte ich mich um JETZT kümmern. Sonst überfordere ich mich...

    Was denkst Du was passiert wenn Du heute zur Tür rausgehst und erst in 4 Wochen wiederkommst? Rein hypothetisch.

    Zuhause würde nichts passieren. Es wäre ordentlicher (vielleicht). Sie könnten trinken, was sie sollten. Kind könnte jeden Abend Party machen bis mitten in der Nacht. Sie müssten halt alles selbst machen. Das würde auch gehen. Sie würden sich dann halt nicht ärgern, dass ich zu wenig mache, weil ich ja dann nicht da wäre. Mein Partner und ich würden uns vermissen. Wenn ich dann wiederkomme, wäre alles wie jetzt.

    Los geht’s, freundlich aber bestimmt Ansagen machen!

    Habe ich gemacht. Aber es hatte nicht ganz den erwünschten Effekt. Ich wurde ziemlich entsetzt gefragt, was eigentlich mit mir nicht stimme heute. Immerhin werden sie sich bemühen, das Zeug in nächster Zeit rauszuschaffen. Und bis dahin steht es an einem sicheren Ort. Trotzdem ein Mini Fortschritt. Mir ist aber dadurch noch mehr bewusst geworden, dass ich für mich meiner Entscheidung sicher sein muss und dass ich für mich sorgen muss. Es wird niemand anderes für mich übernehmen. Ich kann nur erfolgreich sein, wenn ich ganz bei mir bleibe. Meine Bedürfnisse immer mehr wahrnehmen, meine Grenzen achte und mich rausziehe, wenn ich merke, dass es mich stresst. Und Gläser spüle ich auch nicht mehr. Egal, ob sich dann jemand über das Glas oder meine Faulheit ärgert. Überhaupt sollte es mir sowieso mehr egal sein, was jemand über mich denkt.

    Ich habe irgendwo gelesen, dass jeder Mensch zwei Grenzen hat. Die eine ist die zur Komfortzone. Da ist es zwar nicht angenehm, wenn man sie verlässt, aber es ist okay. Und es gibt eine rote Linie. Diese darf niemand übertreten und ich auch nicht. Das mit dem Wein gestern war über der roten Linie.

    Ich muss mir nur echt überlegen, was ich mache, wenn das mit dem weinfreien Zuhause gar nicht akzeptiert wird. Dann muss ich eine andere Strategie finden, mich innerlich weit davon zu entfernen.

    Danke, AnnaBlume!

    Die Fragen sind nicht so ganz einfach zu beantworten. Weil ich auch nicht so viel über andere im offenen Bereich schreiben möchte. Es ist einfach so, dass die Probleme der anderen Familienmitglieder so viel Platz einnehmen, dass für meine gerade kein Platz übrig ist. Und dass sie eine Diagnose haben und ich nicht (bzw. nur ADHS, was aber auch nur ein Syndrom ist und deswegen keine Krankheit, sondern nur eine faule Ausrede).

    Warum es niemand bemerkt hat, möchte ich gar nicht gross schreiben. Mein Umfeld hatte eben kein Problem durch mein Trinkverhalten. Ich habe immer voll funktioniert, war nie richtig betrunken. Ich war jeden Tag arbeiten, habe viel geschuftet, alle Aufgaben erledigt. Und nur abends getrunken. Es blieb aber nie bei einem Glas und wurde stetig mehr. Und am Ende habe ich heimlich nachgetrunken. Ein Suchtberater meinte kürzlich, ich sei noch gar nicht so tief in der Sucht gewesen wie andere und könne womöglich irgendwann kontrolliert trinken. Ich habe ihm gesagt, dass ich davon überhaupt nichts halte und den Kommentar daneben fand. Vergleiche sind falsch. Mag sein, dass ich mit manchem nicht so grosse Mühe habe wie andere Süchtige (z.B. macht es mir normal nichts aus, wenn in Filmen Alkohol getrunken wird oder wenn sonst jemand etwas Alkoholisches trinkt, das ich noch nie mochte)- aber ICH nehme meine Sucht trotzdem sehr ernst. ICH weiss, dass ich vier Jahre lang versucht habe, keinen Alkohol mehr zu trinken und immer wieder doch wieder mit trinken begonnen habe. ICH weiss, dass ich manchmal grosse Mühe habe, wenn andere Alkohol trinken, v.a. wenn es etwas ist, was ich auch mochte- und das hätte ich nicht, wenn ich nicht süchtig wäre. ICH weiss, dass es für mich zu viel war. ICH weiss, dass es nie bei einem Glas bleiben wird und dass ich immer wieder in der Spirale landen werde. Und dass ich deswegen nie mehr Alkohol trinken möchte. Und ich bin froh, dass ich damit hier im Forum wenigstens ernst genommen werde.

    Eigentlich sind wir eine Familie, die sehr viel kommuniziert und gut zusammenhält. Nur durch die Krankheiten der anderen dreht sich halt verständlicherweise sehr viel darum. Und ich bin jemand, der ohnehin Mühe hat, seine Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen. Sie dann noch zu äussern, fällt mir sehr schwer. Ich denke oft, dass ich es auch nicht wert bin oder egoistisch bin, wenn ich es trotzdem mache. Vor allem, wenn die anderen wie jetzt krank sind. Dann sollte ich Rücksicht auf sie nehmen und nicht umgekehrt.

    Ich wünschte mir einfach, dass wenigstens alle Getränke, die ich mal mochte und konsumiert habe, aus dem Haushalt verschwinden. Oder dass ich auswärts zumindest vorher gefragt werde, ob es mir etwas ausmachen würde, wenn der Partner sich etwas Alkoholisches bestellt, auch wenn es etwas, das ich eh nicht mag (das ist nicht jeden Tag gleich- manchmal ist es mir total egal und habe ich null Verlangen nach etwas, manchmal stresst es mich aber). Selbst wenn ich natürlich jedesmal nichts trinke, würde es mir das Leben einfach leichter machen. Ist das wirklich zu viel verlangt? Die anderen Familienmitglieder wohnen ja auch hier. Darf ich ihnen Konsum und Kauf von gewissen Sachen verbieten? Eigentlich ja nicht. Und dann bleibt nur der Rückzug in meinen sicheren Raum...

    Irgendwie stehe ich total zwischen dem, was hier im Forum alles geraten wird, und dem, was in meinem Umfeld machbar ist. Und das zeigt mir ganz deutlich, dass ICH es sehr ernst nehmen muss mit dem nüchtern bleiben. Wäre ich tiefer in der Sucht gesteckt als eh schon, käme ich zuhause nicht mehr zurecht. Ich habe viel in meinem Leben geändert- eigentlich alles, was in meiner Macht steht. Damit habe ich jetzt eine echte Chance, auf mehreren Ebenen alkoholfrei neu zu starten. Solche Chancen hat man nicht oft im Leben. Nur zuhause ist es schwierig etwas zu ändern.

    :!:Und die Glaubenssätze etc. in mir drin. Weil ich endlich lernen muss, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und meine Grenzen zu respektieren und einzufordern. Nur so kann ich dauerhaft gesund und nüchtern bleiben. Das würde ich am liebsten dick und fett unterstreichen... :!:

    Ich glaube, ich versuche mir hier gerade Mut zu holen, mir mehr Unterstützung zuhause einzufordern. Für andere Leute mag es so aussehen, als wenn die ersten drei Monate ja recht einfach waren und ich nun über das Schlimmste hinweg bin. Aber ich kann immer gut eine gewisse Zeit für etwas kämpfen. Auch unter widrigsten Bedingungen- gerade dann mobilisiere ich unheimlich viele zusätzliche Kräfte. Aber wenn es wie jetzt beim Alkohol allmählich "normal" wird, und die "Challenge" weniger schwieriger wird, kommt das grosse Risiko für mich. Dann wird es langweilig, ich nehme es nicht mehr so ernst, denke nicht mehr so viel darüber nach... und schwupps sind alle Vorsätze vergessen. Und das will ich diesmal unter allen Umständen für immer vermeiden :!::!:

    Ich wohne mit meiner Familie in einem Haus. Und trotzdem fühle ich mich oft einsam.

    Mein Partner ist krank und es dreht sich vieles nur um ihn. Und um mein Kind, das die gleiche Krankheit hat. Zudem sind beide sehr intelligent im Gegensatz zu mir. Ich bin chaotisch, und sie sehr strukturiert und ordentlich. Mich plagt mein ADHS. Natürlich mache ich alles so wie es erwartet wird. Aber es gibt einfach Sachen, bei denen ich extrem Mühe habe. Papierkram sortieren und aufräumen zum Beispiel. Aber natürlich bin ich nur "faul" und zudem "ist ADHS keine Entschuldigung". Kann ich ja verstehen. Aber wehe wenn ich dann völlig überfordert oder erschöpft bin, dann wird sich wieder über meine schlechte Laune beschwert. Und unterstützt werde ich auch nicht. Es werden immer wieder irgendwelche Papiersachen auf einem Stapel oder sonstige Sachen in einem Haufen in mein Zimmer geworfen, wenn es sie stört. Und wenn so viel aufeinander liegt, wild durcheinander- dann überfordert mich das halt nun einmal.

    Das Gleiche mit Alkohol. Meiner Bitte, gewisse Getränke zu entsorgen, kommt niemand nach. Im Gegenteil, haben ja Geld gekostet und zudem ist es ja mein Problem, nicht ihres. Ich muss dazu sagen, dass tatsächlich nie jemand ein Problem mit meinem Alkoholkonsum hatte und es deswegen auch vom Umfeld überhaupt nicht ernst genommen wird. Es ist okay, wenn ich nichts mehr trinke. Aber ich soll die anderen nicht mit dem Thema belästigen. Ich dramatisiere ja nur.

    Und wenn es grad mal schwer ist, ist das auch mein Problem. Und meine Gefühle sind sowieso völlig egal... Oder halt übertrieben. Es ist ja echt kein Thema, kurz mal abends ein gebrauchtes Weinglas abzuspülen- also in ihren Augen. Sie verstehen es halt nicht. Mich hat es aber sehr gestresst ehrlich gesagt. Versteht das jemand hier?

    Und dadurch ziehe ich mich natürlich mehr zurück. In mein Zimmer, das eben mein sicherer Ort ist. Wo ich auch mal meinen Gefühlen (jetzt gerade sind es Tränen) freien Lauf lassen kann. Was auch wieder falsch ist, denn es gäbe noch so viel zu tun zuhause. Dabei hatte ich erst neulich einen Burnout und sollte auf mich aufpassen...

    Ich will aber unbedingt trocken bleiben. Auch wenn es nur für mich ist. (was nicht ganz stimmt, denn ich bin die einzige, die momentan arbeitet- und wenn ich wieder trinken würde, würde ich das und meine Gesundheit riskieren- aber das wird halt nicht so gesehen). Mir ist aber meine Familie auch extrem wichtig. Was kann ich tun, um mir Unterstützung einzufordern? Sie müssen ja nicht permanent irgendwas für mich tun oder für mich da sein. Aber was kann ich tun, damit sie es mir halt nicht immer noch schwerer machen?

    Und bitte- BITTE!- kein Spruch von wegen ich bereite nur irgendwas vor oder nehme es nicht ernst oder dass es so nicht klappen kann. Es MUSS klappen! Mir ist es verdammt wichtig, dass ich trocken bleibe. Sonst würde ich hier nicht gerade schreiben und in meinem Zimmer weinen, wenn es mir nicht wichtig wäre. Ich werde mich auch von niemandem davon abhalten lassen.

    So, ich muss kochen... weil kann ja nicht sein, dass ich am Laptop hänge, wenn es etwas zu tun gäbe, auch wenn der Rest der Familie gerade an den Tablets hängt und spielt oder etwas anguckt... Sorry, meine Gefühle mussten gerade einfach irgendwo raus, damit ich nicht durchdrehe. Wahrscheinlich ist es nur Selbstmitleid. Aber ich leide nun mal grad wirklich.

    Gute Besserung!

    Ich hab mal gelesen, dass jedes Ja nach aussen, obwohl man innerlich eigentlich nein sagen möchte , ein nein zu sich selbst ist. Also bezogen auf die Schwierigkeit, auf eine Bitte von aussen nein zu sagen. Ich kann auch schlecht nein sagen.

    Lieber wieder trinken, weil dir etwas nicht passt, war das immer dein Weg?

    Nein, so war das eigentlich nicht gemeint. Die anderen Foren passten mir ja durchaus. Es war eher selbstabfällig gemeint... so ganz genau weiss ich auch nicht mehr, was zuerst war: Das aufhören im Forum und danach irgendwann wieder angefangen zu trinken- oder rückfällig geworden und deswegen nicht mehr geschrieben. Ich habe aber nicht aufgehört zu schreiben, weil mir etwas nicht passte.

    Immer wenn es besonders weh tut bewegt sich was. Ich finde total mutig, dass Du auch diese Gefühle teilst. Ich kam mir wie gesagt auch schon oft vor den Kopf gestoßen vor und hab mich aber nicht getraut dass so ungefiltert raus zu lassen wie Du! Stark!

    Danke Anna! Das erstaunt mich nämlich sehr, denn normalerweise lasse ich Gefühle lieber überhaupt nicht raus.

    Ich hatte seit gestern einen sehr grossen Impuls, das Forum zu verlassen. Ich fühlte mich unerwünscht, schlecht, unverstanden, falsch... Es fühlte sich so an, als wenn alle positiven Denkmuster über mich, die ich in den letzten Monaten mühsam aufgebaut hatte, zusammenbrachen. Und alles umsonst war.

    Warum bin ich geblieben? Eben aus dem Grund, dass dies hier kein "Larifari"-Forum ist. Ich habe in Büchern öfter gelesen, dass man auch mit positiven Denkansätzen "trocken" werden kann. Und ich habe mich gefragt, ob das nicht eher ein Weg für mich ist als dieses Forum hier, wo ich mich eben die ganze Zeit angegriffen und schlecht fühle (auch wenn das von euch nicht so beabsichtigt ist). Es gibt auch viele Foren, die positiver unterstützen. Und ich habe auch bei vergangenen Versuchen dort geschrieben- bis ich eben nicht mehr schrieb und lieber wieder trank.

    Aber ich bin geblieben. Und zwar wegen dem, was Hera geschrieben hat:

    Du darfst dich auch angegriffen fühlen, da wo's weh tut, musst du nämlich ansetzen

    Und das habe ich gestern und heute gemerkt. Dass ich hier auch herum wüten darf und mich trotzdem niemand rauswirft. Dass es Leute gibt, die trotzdem gewillt sind, mir immer noch zu antworten. Die mir immer noch helfen wollen. Und die trotzdem nicht darauf verzichten, mir ihre Meinung zu sagen. Hier kann ich wachsen. Nicht nur, was Alkohol angeht. Sondern auch darin, meine Gefühle und Bedürfnisse zu äussern.

    Denn einen Punkt habe ich heute auch bemerkt: ich äussere meine Bedürfnisse v.a. auch zuhause immer noch nicht. Wenn jemand etwas möchte, stehe ich sofort parat- auch wenn ich gerade erst völlig erschöpft von der Arbeit komme. Ich lebe meine Gefühle nicht aus- denn eigentlich wäre mir nach Weinen gewesen nach dem heutigen Tag. Und ich äussere mich auch zu wenig bezüglich Alkohol, weil ich niemanden einschränken möchte. Aber ich muss da mehr Unterstützung einfordern. Ich habe zum Glück meinen eigenen Raum, in den ich mich zurückziehe, wenn es mir nicht gut geht. Aber ich möchte nicht den Rest meines Lebens nur in diesem Raum verbringen.