Naira - ich stelle mich vor

  • Ich hoffe es geht Dir wieder besser, wenn du diese Zeilen liest.

    Da ich in meinem Umfeld nicht so gut mit jemandem sprechen kann, habe ich mich hier angemeldet. Ich wäre froh um Unterstützung. Von Personen, die das Ganze nicht runterspielen, sondern verstehen.

    Genau das war auch meiner Hoffnung und deswegen hab ich mich hier angemeldet. Ich habe hier viel Verständnis, aber auch kritische Betrachtung erfahren. Dinge, die ich nicht hören wollte, die nicht in mein Denkwelt passten.
    Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mich darauf einlassen konnte und sortieren konnte, was nehme ich für mich mit und was lege ich beiseite.

    Du bist seit drei Monaten nüchtern und das ist ganz viel wert.

    Bei dir lese ich aber raus, dass es für dich keinen Wert darstellt, weil was sind schon drei Monate gegen lebenslange Nüchternheit.
    Du harderst mit deinem Schicksal, nie wieder Alkohol trinken zu können.
    Der Gedanke hat mich am Anfang auch beschäftigt und auch frustriert.
    Ich tat mir selbst leid mit dem, wie es ist. Mein Therapeut hat mir dann behutsam, aber bestimmt den Kopf gewaschen. Ich habe eine unheilbare Krankheit, aber ich kann sie stoppen. Viele andere unheilbar Kranke können das für sich nicht in Anspruch nehmen.

    Dass ich aus der Suchtspirale ohne nennenswerte gesundheitliche Schäden aussteigen konnte, empfinde ich als großes Glück mit Dankbarkeit.
    Es gibt wahrlich Schlimmeres, als unheilbar alkoholkrank zu sein und die Krankheit gestoppt zu haben. Mir fallen da sofort ganz viele Beispiele ein.


    Der Kampf jeden Tag nüchtern zu bleiben hat erst aufgehört, als ich meine Alkoholkrankheit akzeptierteren konnte und akzeptiert habe, dass ich nie wieder Alkohol trinken kann.
    Hier in diesem Forum, in Büchern und im Internet habe ich viel über die Krankheit gelernt. Dabei habe ich mir nicht 24/7 vorgesagt, dass ich Alkoholiker bin, aber ich habe mich mit meiner Krankheit auseinandergesetzt.
    Je mehr wissen ich über sie hatte, desto besser konnte ich akzeptieren. Die Zeit, die ich dafür benötigt habe, hat alleine schon dafür gesorgt, dass meine Abstinenz nicht in den Hintergrund gerät. Der Prozess braucht Zeit und für mich dauert er heute noch an, aber es ist viel leichter geworden, weil ich nicht mehr kämpfen muss um abstinent zu bleiben. Trotzdem gibt es Momente und Situationen, in denen sich mein Suchthirn meldet.
    Ich erkenne sie und weiß, wie ich damit umgehen muss. Jedes Mal wird mein Erfahrungsschatz ein Stückchen größer.

    Ich wünsche Dir, dass Du für Dich Deinen Weg finden kannst, wenn Du willst und es zulässt, auch mit diesem Forum.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Weil ich lebenslang Alkoholikerin sein werde und daran 3 Monate Nüchternheit nichts ändern.

    Da liegt für mich der Unterschied zwischen trocken, oder nass.

    Bald bin ich drei Jahre trocken. Alkoholiker bleibe ich.

    Ich darf ne (schädliche) Flüssigkeit nicht mehr trinken. So what? ^^ Tatsächlich hast Du recht. Es gibt unglaublich viel mehr.

    Ich würde Alkohol nicht mal mehr trinken, wenn ich kein Alkoholiker wäre. Würde die Krise kriegen, wenn ich die Wirkung in meinem Hirn spüren müsste.

    Für mich ist Vorsicht angesagt, klar. Und die Grundbausteine im Blick haben. Aber ansonsten, kann ich das Leben in allen Farben genießen. Oder mich auch über alles Mögliche aufregen. (Macht aber weniger Spaß).

    Jetzt kommen die dritten nüchternen Weihnachten auf mich zu. Da kommen keine Gedanken an Alkohol mehr auf. Na ja. In den Läden wird jetzt mal so richtig Alkohol angeboten. Auch in der Schokolade und mit Weihnachtsmann darauf. Das war im ersten Jahr schon stressiger.

    Jetzt ist es halt so und es interessiert einfach immer weniger. Darum bin ich hier, um nicht zu vergessen, vorsichtig zu bleiben.

    So, und zum Schluss noch. Ich finde, Du verhältst Dich ganz normal. Am Anfang war das bei mir so ziemlich genauso. Und genauso habe ich es auch von allen Seiten hier zu lesen bekommen. ^^

    Wenn ich Dir etwas rate, liegt es nicht daran, dass ich irgendetwas über Dich denke. Sondern ich versuche Dir zu helfen, damit Du schneller und gut den Weg aus diesem anfänglichen Struggle findest. So wie ich ihn gefunden habe.

    Ich reagiere nicht auf Dich, sondern auf das, was Du schreibst. Also tu Dir selbst einen Gefallen und nimm es nicht persönlich gegen Dich. Das zieht Dich nur runter und bringt Dich nicht weiter.

    So. Jetzt aber ins Bett.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Guten Morgen Forum

    Entschuldigt bitte meine Emotionalität gestern. Ich hätte eigentlich so gar nicht hier schreiben sollen.

    Zur Erklärung: ich wurde gestern für den geschützten Bereich abgelehnt. Mit der Begründung, dass ich mich nicht genug mit dem Thema Alkohol befassen würde und dies aber notwendig sei, damit ich nüchtern bleiben könne.

    Dies hat mich aus mehreren Gründen erschüttert: ich befasse mich sehr viel mit dem Thema, schaue sehr viele Filme, höre Podcasts, verschlinge Bücher, mache mir Notizen, thematisiere es bei mehreren Leuten und ändere mein ganzes Leben. Wenn das aber trotzdem zu wenig ist und nur 24/7 helfen wird- weiss ich nicht, wie ich das neben Job etc. noch hinbekommen soll.

    Gerade die nächsten Wochen steht so viel bei mir an, dass ich froh gewesen wäre, wenn ich ein wenig mehr über mich erzählen könnte. Im offenen Forum geht das aber nicht, da werde ich ja dann sofort erkannt. Dies würde mir die Chancen auf gewisse Veränderungen nehmen. Deswegen war ich etwas verzweifelt, weil das nun nicht geht.

    Und zum dritten wurde ich abgelehnt. Das alleine schmerzt mich schon sehr. Ich habe im Leben viele Ablehnungen erlebt. Und das immer, weil ich für irgendjemanden ein Problem war. Weil ich nicht so war, wie andere mich haben wollten. Okay, das mag wieder wie Opferhaltung für euch aussehen. Kann auch sein. Trotzdem kann ich das Gefühl, dass diese Ablehnung hinterlässt, nicht einfach abschalten. Die einzige Option wäre, mich zu beschimpfen, dass ich halt wieder alles falsch gemacht habe und es nicht wert bin. Und das zieht mich aber sehr hinunter und ich kann das gerade nicht gebrauchen und bin eigentlich therapeutisch genau daran, dieses Denken abzustellen. Weil es mich krank macht. Und darum stelle ich mir eben die Frage, ob mir das Forum so hilft, wenn ich das Gefühl hier habe, dass ich nicht okay bin. Wenn hier vor allem meine Angst geschürt wird, es ohnehin nicht zu schaffen. Oder jetzt habe ich auch Angst, dass ich jetzt ganz hinausgeworfen werde, weil ich darüber geschrieben habe, was mein Problem mit der gestrigen Ablehnung war. Und wohin soll ich dann mit diesem Thema gehen?

    Und da kamen dann die Kommentare noch drauf. Dies hat meine Verzweiflung und Angst nur noch verstärkt. So sehr, dass mich sogar mein Mann fragte, was mein Problem sei. Aber ich kann ja nicht über das Forum mit ihm reden. Das steht irgendwo in den Regeln.

    Fakt ist, dass ich gerade an einem Lebenspunkt stehe mit ganz vielen Chancen und Veränderungen für ein besseres und gesünderes Leben. Und ich habe grosse Angst, das alles zu vermasseln. Und das nicht zuerst wegen dem Alkohol, sondern weil ich als Person versagen könnte. Es wird aber wahrscheinlicher, dass ich versagen werde, wenn ich mich wieder jeden Tag dafür hasse, zu viel Alkohol konsumiert zu haben. Ich stehe unter riesigem Druck. Und genau dabei bräuchte ich momentan Hilfe, dass dieser nicht nach hinten los geht irgendwann. Und irgendwie eben auch positive Motivation und Mut... Dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass ich es schaffen werde, mein Leben zu ändern. Und zumindest im äusseren Leben gesund zu sein.

    Ich hoffe, dass ich nach dieser Ehrlichkeit trotzdem bleiben darf. Warum? Weil ich einen Anker für dieses Thema brauche. Einen Ort, wo das Thema Alkoholsucht sein darf. Auch wenn es eben jetzt weiterhin nur um dieses Thema gehen und ich alle anderen Themen hier ausblenden muss. Ich muss eben mehrgleisig fahren. Alkohol hier. Andere Themen woanders.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Huhu, du kannst natürlich auch über andere Dinge schreiben, nur den Alkohol nicht aus dem Fokus verlieren, denn deshalb bist du hier gelandet. Wir alle sind deswegen hier. Du darfst dich auch angegriffen fühlen, da wo's weh tut, musst du nämlich ansetzen. Das hier ist kein Larifari-Forum, von denen gibt es genug. Hier bekommst du gescheite Ansätze und die Regeln sind einfach sinnvoll. Irgendwann wirst du das auch so sehen können. Bleib dabei.

    Hab einen schönen Tag!

  • Guten Morgen, Naira,

    du bist vollkommen in Ordnung …genau so, wie du bist.
    Dazu gehören auch mal Zweifel und dazu gehören auch mal Enttäuschung und sogar Wut.

    Heute ist ein neuer Tag. Begrüße ihn mit einem Lächeln. Er wird zurück lächeln.

    Dass dir vorläufig der Zugang zum geschützten Bereich noch nicht gewährt werden konnte, liegt auch überhaupt nicht in deiner Person.
    Wir kennen einander doch gar nicht und wir haben hier nun mal immer nur das geschriebene Wort. Und wenn es kaum geschriebene Worte gibt, zeigt das nicht, dass du dich nicht mit deiner Sucht und deinem Nüchternwerden beschäftigst, sondern lediglich, dass du genau das nicht hier tust.

    Niemand wird hier ausgeschlossen, solange er sich an die Regeln hält. Ehrlich seine Gedanken und Gefühle zum Alltag hier lassen, gehört genauso zur Selbstfürsorge wie die Gedanken und Gefühle zum Thema Sucht.
    Dass das für Einige im offenen Bereich schwieriger ist als im geschützten, ist wohl so, aber vieles kann für den Moment auch sehr anonymisiert formuliert werden.
    Statt dich abgelehnt zu fühlen könntest du das doch auch als Gewissheit sehen, dass hier wirklich sehr viel Wert darauf gelegt wird, dass der geschützte Bereich auch seinen Namen verdient.
    Wir haben hier zwar diesen von der Außenwelt geschützten Bereich, aber auch da könntest du nicht sicher sein, dass ich nicht dein Nachbar bin oder dein Arbeitskollege…..


    Weil ich einen Anker für dieses Thema brauche. Einen Ort, wo das Thema Alkoholsucht sein darf. Auch wenn es eben jetzt weiterhin nur um dieses Thema gehen und ich alle anderen Themen hier ausblenden muss. Ich muss eben mehrgleisig fahren. Alkohol hier. Andere Themen woanders.

    Diesen Anker kannst du hier finden.
    Alle anderen Themen außerhalb der Sucht bestimmst du selbst. Was davon du hier im offenen Bereich schreiben möchtest oder umschreiben möchtest oder erstmal weglassen willst, ist deine Entscheidung.
    In einem Alkoholikerforum geht es ja primär um die Alkoholsucht und alles, was damit zusammenhängt.

    Ich wünsche dir einen ganz schönen Tag und ich wünsche dir, dass du hier Geschriebenes nicht als persönlichen Angriff sehen musst, sondern als das Weitergeben der eigenen Erfahrungen.

    So jedenfalls verstehe ich unsere Selbsthilfegruppe: Hilf dir selbst.
    Ich nehme mit, was ich gebrauchen kann und lass liegen, was gerade nicht so gut passt. Morgen passt das vielleicht. Wer weiß das denn heute schon.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo Naira,

    du hast dich vom 25.9. bis 17.10. nicht hier ausgetauscht. Laut Kalender sind vier Wochen um. Aber bei einer so langen Abwesenheit kommt man eben nicht einfach so in den geschützten Bereich, nur weil man das will.

    Der offene Bereich ist genauso unsere Selbsthilfegruppe. Hier kann man als Neuzugang erst mal in aller Ruhe ankommen. Der Austausch, gerade auch mit den erfahrenen Usern, ist sehr intensiv.

    Ich bitte unsere Entscheidung zu diesem Zeitpunkt zu akzeptieren und nicht weiter zu diskutieren.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Zur Erklärung: ich wurde gestern für den geschützten Bereich abgelehnt. Mit der Begründung, dass ich mich nicht genug mit dem Thema Alkohol befassen würde und dies aber notwendig sei, damit ich nüchtern bleiben könne.

    Jetzt verstehe ich, was du mit den Erwartungen meintest. Du hättest es ja gleich schreiben können. Wenn jemand im öffentlichen Bereich etwas schreibt, wird es auf die Sucht bezogen.

    Wenn die notwendigen Voraussetzungen für den geschützten Bereich nicht erfüllt werden, ist der Zugang vorerst nicht möglich. Zu den vielen Anforderungen gehört auch ein vierwöchiger, regelmäßiger und sichtbarer Austausch, der hier im Forum bei dir nicht stattgefunden hat. Es gab eben mehrere Tage dazwischen , an denen nichts zu lesen war.

    . Der geschützte Bereich ist sehr sensibel, und wir achten darauf besonders. Das aus guten Gründen.

    Aber vielmehr macht es mich nachdenklich, wenn du eine gefühlte Ablehnung sofort mit einem eventuellen Rückfall in Verbindung bringst. Das zu viel Beschäftigen mit der Sucht dich gefährdet . Oder das Erwähnen von Rückfall du als Drohung aufnimmst.

    Als ich drei Monate nüchtern war, war das keine ausreichende Zeit, um beurteilen zu können, was für mich gut oder schlecht ist. Und mal deutlich . Es ist uns gleichgültig, ob du wieder säufst oder nicht, denn du bist nur für dich da.

    Tausche dich aus, wie du möchtest, aber wir passen uns nicht an den User an.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Die einzige Option wäre, mich zu beschimpfen, dass ich halt wieder alles falsch gemacht habe und es nicht wert bin. Und

    Ich bin wirklich sehr froh, dass du hier schreibst. In dieser Aussage kann ich mich so unglaublich gut wieder finden.
    Tatsächlich war das genauso bei mir. Und genau hier lohnt es, sich nüchtern zu bleiben. Denn ich konnte das mit der Nüchternheit ablegen.
    Ich weiß jetzt, dass ich wertvoll bin.

    Du bist es auch, das wirst du auch bald erkennen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo Naira

    Im offenen Bereich lese ich oft,daß Synonyme verwendet werden. X,Y M oder so.

    Man kann alles anonym umschreiben. Vorerst. Auch im geschützten, schreibe ich nicht meine Adresse oder Familiennamen hin.oder den Wohnort. Region langt ja.

    Wichtig ist das du schreibst. Wie dein Tag war, wo der Schuh drückt.

    Dann wartest du eben noch einige Wochen. Macht doch nix.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Hallo Naira.

    Und zum dritten wurde ich abgelehnt. Das alleine schmerzt mich schon sehr. Ich habe im Leben viele Ablehnungen erlebt. Und das immer, weil ich für irgendjemanden ein Problem war. Weil ich nicht so war, wie andere mich haben wollten. Okay, das mag wieder wie Opferhaltung für euch aussehen

    Nein, das sieht nicht nach Opferhaltung aus. Wenn Du es so erklärst, kann ich das sogar sehr gut nachvollziehen.

    Weißt Du… letztendlich hat dieses Emotionale von gestern doch auch etwas Positives! Es findet Austausch statt. „Man“ lernt sich besser kennen :)

    LG Cadda

  • Es ist natürlich möglich, dass du dich bereits gedanklich mit einem Rückfall auseinandersetzt und dich mitten d

    Du schreibst, dass ICH gedanklich die Ablehnung mit einem Rückfall in Verbindung bringe. DU hast jedoch dieses gleich in den Raum gestellt. Nicht ich…

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Naira, lies doch bitte was die User schreiben:

    Da steht: "Es ist möglich, daß.."

    Da steht nicht: "Du bringst die Ablehnung gedanklich mit einem Rückfall in Verbindung."

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Aber vielmehr macht es mich nachdenklich, wenn du eine gefühlte Ablehnung sofort mit einem eventuellen Rückfall in Verbindung bringst.

    Das steht hier…

    Und dazu wollte ich noch äussern. War das falsch?

    Vermutlich. Ich bin gerade verunsichert, stelle mich komplett in Frage und mache innerhalb von einem Tag drei Monate Rückschritt… Ich mag mich nicht mehr für jeden Satz rechtfertigen und mich danach noch schlechter fühlen… Ich akzeptiere die Ablehnung. Und ich werde es auch in ein paar Wochen nicht schaffen, denn ich habe hier viele verärgert.

    Ich brauche eine Pause.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Ich weiß jetzt nicht, was diese Rechtsschreiberei hier nun soll. Du schreibst im Austausch fortführend

    Die einzigen, die mir ständig mit der Drohung von Rückfällen Angst machen, sind doch die Leute hier im Forum.

    Wäre es unmöglich?

    Ich bin schon seit Jahren trocken und frage mich aufgrund meiner Erfahrungen, ob es möglich wäre. Wo liegt nun das Problem?

    Vielleicht solltest du dich bemühen, Posts nicht als Angriff auf dich zu sehen, sondern dich dem Inhaltlichen zu widmen, was sie eigentlich aussagen. Deshalb bist du doch hier, um Hilfe zu bekommen, oder nicht?

    Es gibt kein Richtig oder Falsch, in der Sucht gibt es nur nass oder trocken.

    Und zur Klarstellung dieses Forums: Es ist nicht als "Käseglocke" für psychisch kranke Menschen gedacht, auch wenn es damit einhergeht. Vielmehr ist es wie im echten Leben, wo die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen und der Fokus auf der Sucht liegt.

    Jeder in seiner Art. Da kann es auch schon mal etwas direkter werden.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich bin gerade verunsichert, stelle mich komplett in Frage und mache innerhalb von einem Tag drei Monate Rückschritt…

    Immer wenn es besonders weh tut bewegt sich was. Ich finde total mutig, dass Du auch diese Gefühle teilst. Ich kam mir wie gesagt auch schon oft vor den Kopf gestoßen vor und hab mich aber nicht getraut dass so ungefiltert raus zu lassen wie Du! Stark!

    Das sehe ich so gar nicht als Rückschritt, sondern das ist gut und Du wirst im Nachhinein vielleicht sehen dass es dich weiter gebracht hat. Bleib dran liebe Naira und fühl Dich mal gedrückt!

  • Immer wenn es besonders weh tut bewegt sich was. Ich finde total mutig, dass Du auch diese Gefühle teilst. Ich kam mir wie gesagt auch schon oft vor den Kopf gestoßen vor und hab mich aber nicht getraut dass so ungefiltert raus zu lassen wie Du! Stark!

    Danke Anna! Das erstaunt mich nämlich sehr, denn normalerweise lasse ich Gefühle lieber überhaupt nicht raus.

    Ich hatte seit gestern einen sehr grossen Impuls, das Forum zu verlassen. Ich fühlte mich unerwünscht, schlecht, unverstanden, falsch... Es fühlte sich so an, als wenn alle positiven Denkmuster über mich, die ich in den letzten Monaten mühsam aufgebaut hatte, zusammenbrachen. Und alles umsonst war.

    Warum bin ich geblieben? Eben aus dem Grund, dass dies hier kein "Larifari"-Forum ist. Ich habe in Büchern öfter gelesen, dass man auch mit positiven Denkansätzen "trocken" werden kann. Und ich habe mich gefragt, ob das nicht eher ein Weg für mich ist als dieses Forum hier, wo ich mich eben die ganze Zeit angegriffen und schlecht fühle (auch wenn das von euch nicht so beabsichtigt ist). Es gibt auch viele Foren, die positiver unterstützen. Und ich habe auch bei vergangenen Versuchen dort geschrieben- bis ich eben nicht mehr schrieb und lieber wieder trank.

    Aber ich bin geblieben. Und zwar wegen dem, was Hera geschrieben hat:

    Du darfst dich auch angegriffen fühlen, da wo's weh tut, musst du nämlich ansetzen

    Und das habe ich gestern und heute gemerkt. Dass ich hier auch herum wüten darf und mich trotzdem niemand rauswirft. Dass es Leute gibt, die trotzdem gewillt sind, mir immer noch zu antworten. Die mir immer noch helfen wollen. Und die trotzdem nicht darauf verzichten, mir ihre Meinung zu sagen. Hier kann ich wachsen. Nicht nur, was Alkohol angeht. Sondern auch darin, meine Gefühle und Bedürfnisse zu äussern.

    Denn einen Punkt habe ich heute auch bemerkt: ich äussere meine Bedürfnisse v.a. auch zuhause immer noch nicht. Wenn jemand etwas möchte, stehe ich sofort parat- auch wenn ich gerade erst völlig erschöpft von der Arbeit komme. Ich lebe meine Gefühle nicht aus- denn eigentlich wäre mir nach Weinen gewesen nach dem heutigen Tag. Und ich äussere mich auch zu wenig bezüglich Alkohol, weil ich niemanden einschränken möchte. Aber ich muss da mehr Unterstützung einfordern. Ich habe zum Glück meinen eigenen Raum, in den ich mich zurückziehe, wenn es mir nicht gut geht. Aber ich möchte nicht den Rest meines Lebens nur in diesem Raum verbringen.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Es gibt auch viele Foren, die positiver unterstützen

    Wir sind kein Unterstützungsforum, sondern ein Selbsthilfeforum. Vielleicht liegt da der Unterschied. Du bist alleinig für dich selbst verantwortlich. Hier wird auch keiner trocken gestreichelt oder an die Hand genommen, damit er trocken bleibt. Da es sich um ein gemischtes Forum handelt, in dem auch CO-Abhängige immer wieder versuchen, eventuell zu helfen, schauen wir genauer hin.

    Und ich habe auch bei vergangenen Versuchen dort geschrieben- bis ich eben nicht mehr schrieb und lieber wieder trank.

    Lieber wieder trinken, weil dir etwas nicht passt, war das immer dein Weg?

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Lieber wieder trinken, weil dir etwas nicht passt, war das immer dein Weg?

    Nein, so war das eigentlich nicht gemeint. Die anderen Foren passten mir ja durchaus. Es war eher selbstabfällig gemeint... so ganz genau weiss ich auch nicht mehr, was zuerst war: Das aufhören im Forum und danach irgendwann wieder angefangen zu trinken- oder rückfällig geworden und deswegen nicht mehr geschrieben. Ich habe aber nicht aufgehört zu schreiben, weil mir etwas nicht passte.

    "Wenn du in völliger Akzeptanz lebst mit allem was ist, dann ist das das Ende aller Dramen in deinem Leben. (Eckhardt Tolle)"

  • Denn einen Punkt habe ich heute auch bemerkt: ich äussere meine Bedürfnisse v.a. auch zuhause immer noch nicht. Wenn jemand etwas möchte, stehe ich sofort parat- auch wenn ich gerade erst völlig erschöpft von der Arbeit komme. Ich lebe meine Gefühle nicht aus- denn eigentlich wäre mir nach Weinen gewesen nach dem heutigen Tag. Und ich äussere mich auch zu wenig bezüglich Alkohol, weil ich niemanden einschränken möchte.

    Das könnte echt 1:1 von mir stammen!!!
    Ich weiß sogar welche anderen Ansätze Du meinst- die ohne den Begriff Alkoholiker auskommen und alles nur positiv sehen. Ich hab mich da zunächst auch mehr drin gesehen, ABER wir wollen uns ja verändern und unser Leben so gestalten, dass wir nicht mehr trinken müssen. Das geht nicht ohne Widerstände und auch mal richtig blöde Gefühle.

    Klar schaut man sich gerne Videos von Menschen an, die scheinbar vom ersten nüchternen Tag an super drauf waren. Denen seither immer alles gelingt- vom Marathon bis zur super-Mutti. Und dann sehen sie auch noch blendend dabei aus!
    Und dann hockt man da mit seiner schlechten Laune, dem immer noch erstaunlich dicken Hintern und alles ganz ohne Glow und Marathon und fragt sich ob man jetzt auch noch das nicht-trinken falsch macht.

    Aber nach und nach erwischt man sich dann doch bei kleinen Gesten der selbstfürsorge. Sagt mal einen Termin ab auf den man keine Lust hat- ganz ohne Ausrede, verkürzt ein Telefonat, das nervt. Gönnt sich mal eine kleine Pause- gerne mit einem leckeren Snack, sagt auch echt mal Ja wenn jemand Hilfe anbietet… alles kleine Mini Schritte zu einem bewussteren Umgang mit eigenen Bedürfnissen- die ja weitgehend durch Alkohol überdeckt wurden.

    Ich freue mich sehr für Dich dass es Dir heute wieder etwas besser geht und bin gespannt wie Deine Reise so weiter geht!

  • Hallo Naira,

    du musst dich überhaupt nicht rechtfertigen. Generell nicht und auch hier im Forum nicht. Hier geht es doch darum, den nüchternen Weg zu unterstützen.

    Deine Posts werden gelesen und wenn dort etwas auffällt, schreibt jemand etwas dazu. Um auf Gefahren hinzuweisen oder einfach zum Nachdenken anzuregen. Vielleicht kannst du das Geschriebene erstmal neutral annehmen und darüber nachdenken, ob dort jemand etwas Wahres geschrieben hat oder eben nicht zutrifft. Du kannst die Aussagen doch für dich bewerten und wenn etwas nicht passt, dann kannst du es ignorieren. Wenn es wehtut, ist dort ein Punkt, an dem du ansetzen solltest.

    Viele Grüße

    Seeblick

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