Beiträge von BuyMyselfFlowers

    Liebe Honighummel,

    erstmal möchte ich dich bestärken, dass deine Wahrnehmung stimmt! Ich kenne die Zweifel. Sonst hätte ich ja selbst nicht kontrolliert und nach Beweisen gesucht.🫣 Dein Gefühl und dein Verstand kämpfen, wenn ich dich richtig verstehe. Aber das ist normal. Du würdest nicht hier sein, wenn alles ok ist!

    Das und der Zweifel. Wie ein Ping Pong Spiel. Ich wünschte, mein Mann wäre einfach nur durchgehend mies. Dann wäre das alles so viel leichter...

    Zu diesem Punkt noch ein Gedanke, verbunden mit einer Frage: Es gibt zwischen "wirklich mies" und "zugewandt und liebevoll" ja noch ganz viel. Wie sind denn die guten Momente aus deiner Sicht aktuell? Wirklich wie in einer gesunden und schönen Partnerschaft? Oder läuft es halt nicht schlecht und ist damit für dich gefühlt schon gut? Aus meiner Erfahrung ist man leider irgendwann so ausgehungert und daher mit wenig Zuwendung zufrieden. Oder man interpretiert kleine Gesten sozusagen schon als Liebesbeweis.

    Ich liebe ihn von ganzem Herzen und wünsche mir nichts mehr, als mit ihm gemeinsam alt zu werden. Gleichzeitig merke ich, wie sehr mich die Sucht und seine psychische Erkrankung belasten und wie ich mich selbst dabei immer mehr verliere.

    Liebe Kati, dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Ich hatte auch diesen Wunsch und hoffte, das doch alles gut wird. Ich bin sicher, dass es noch ganz viele hier im Forum gibt, denen es ebenso geht bzw. ging.

    Das ist das große Problem an der Situation. Man hält aus Verbundenheit, Liebe, dem Glauben an die gemeinsame Zukunft an etwas fest. Leider mit ganz wenig Aussicht auf Erfolg.

    Ich finde daher deinen zweiten Satz ganz besonders wichtig. Schau auf dich und was es mit dir macht! Du kannst die Situation nicht ändern. Aber du kannst dich für dich und deine Zukunft entscheiden. DU hast ein Recht auf ein glückliches und erfülltes Leben. Es ist super, dass du hier bist und dir Unterstützung holst. Viel Erfolg auf deinem Weg!

    Liebe Honighummel,

    gern erzähle ich vom (etwas längeren) Weg der Entscheidung. Ich hole mal etwas aus. Schau, was für dich interessant ist.

    Wie du habe ich lange Zeit nicht wirklich realisiert, dass mein Partner ein massives Alkoholproblem hat, obwohl ich schon 2016 regelmäßig über Situationen im Zusammenhang mit seinem Konsum sehr irritiert war. Wir waren gerade von der Wohnung ins Eigenheim umgezogen, als er immer häufiger abends betrunken war und auf dem Sofa einschlief. Später schlief er auch schon mal nachmittags am Schreibtisch (im Homeoffice) ein. Ich sprach ihn auch immer wieder darauf an und habe gesagt, wie viel Angst mir der Alkohol macht und dass sich das ändern muss. Wirklich konsequent war ich aber nicht.

    Wie du habe ich so viel Gutes in meinem Partner gesehen, wenn er nüchtern war. Da war der Mann, den ich so liebte (und den ich an sich auch immer noch sehr vermisse). Ein liebevoller Partner, sensibel, zugewandt und ein fröhlicher Familienmensch.

    In den letzten Jahre spitze der Konsum sich zu, nachdem ihm (wieder mal) von seinem Arbeitgeber gekündigt wurde. Ich entdeckte durch Zufall, dass er bereits tagsüber trank. Dann abends beim Kochen, was er immer gern übernommen hat. Da konnte man ja so wunderbar einen "Kochwein" zu trinken. Er war beim Abendessen manchmal schon so betrunken, dass er am Tisch vor seinem leeren Teller einschlief. Meine Tochter (damals 12 Jahre) und ich saßen dabei. Einmal sogar eine Freundin meiner Tochter. Es war so furchtbar peinlich.

    Ich fing dann an zu kontrollieren. Scannte sein Verhalten, wenn er dich die Tür kam; ich zählte Weinflaschen und markierte sie; ich suchte in seinen Verstecken nach neuen Vorräten.

    Zudem blieb immer mehr Arbeit im Haushalt und für die Sorge um unsere Tochter an mir hängen. Er zog sich immer mehr in sein Büro zurück und damit auch zurück aus unserem Familienleben. Meine Tochter vermißte ihn manchmal so sehr, dass sie anfing zu weinen, wenn er sich mal Zeit für sie nahm, um etwas zu unternehmen.

    Meine Tochter sprach nach der Trennung mal von der "komischen Kopie von Papa". Und besser kann man es einfach nicht beschreiben. Wie ein anderer Mensch in der Hülle meines damaligen Partners.

    Ich war total überfordert und hatte nach vielen Jahren (2016) wieder mit Anzeichen von Panikattacke zu kämpfen, was ich bis dahin überwunden hatte. Da konnte ich es nicht mehr ignorieren und wurde aktiv. Ich habe ihn überredet sich Hilfe zu holen. Er war auch ein paar mal bei der Suchtberatung. Parallel sind wir (auf meinen Wunsch hin) zur Paartherapie gegangen. Dort gab es in einem Einzelgespräch einen Schlüsselmoment. Der Therapeut sprach allgemein über das "Geben und Nehmen" in Beziehungen und fragte mich, wie denn der Anteil da so bei uns wäre. Da war ich sprachlos.

    Ich bin dann als Angehörige selbst zur Suchtberatung gegangen und dort wurde mir empfohlen, das Alkoholproblem des Papas altersgerecht mit meiner Tochter zu sprechen, da sie ja mitbekommt, dass etwas nicht stimmt. Die Realitäten abzugleichen ist so wichtig und das zu benennen, was ist. Wenn die Eltern nur Schweigen, obwohl der Elefant im Raum steht, das muss fürchterlich für Kinder sein.

    Ich hatte meinem Partner angeboten, mit ihr selbst zu sprechen. Er wollte es aber nicht übernehmen. Also habe ich es gemacht. Das führte dann zum Eklat zwischen ihm und mir. Obwohl ich das Wording mit ihm abgestimmt hatte, warf er mir vor, dass das ja alles nicht stimmen würde. Er hätte kein Alkoholproblem, sondern ich hätte bzw. wäre das Problem.

    Ich blieb dann dran und wurde immer klarer in meiner Forderung, dass sich etwas ändern muss und ich es nicht mehr aushalte. Es gab da auch noch kurze schöne Momente, wo er mir Besserung versprach und ich wirklich Hoffnung hatte, dass wir als Paar die Kurve kriegen. Da hatte ich die Sucht unterschätzt. Irgendwann stritt er sein Problem immer massiver ab. Als ich ihn vor die Wahl stellte, Alkohol oder ich, hat erst sich für den Alkohol entschieden. Wenn ich so über ihn denken würde, dann würde es keinen Sinn mehr machten, sagte er.

    Mein fester Wille etwas zu verändern führte also zur Trennung. Ich bin sicher, sonst würde er heute noch betrunken im Wohnzimmer sitzen. Ich glaube, er war nur zu feige oder zu bequem etwas zu verändern.

    Wichtig für mich war, dass ich mir in der letzten Phase sehr viel Unterstützung gesucht habe. Und ich habe viel über Sucht und die Mechanismen gelesen. Zu verstehen, dass Sucht eine Krankheit ist, die der Betroffenen nur überwinden kann, wenn er es selbst will. Und das er meine Tochter und mich mit runterzieht, wenn ich es weiter zulasse.

    Und bei allem ist es mir so schwer gefallen, diesen geliebten Menschen loszulassen. Und doch war es wichtig und richtig. Er hat sich von allem gelöst, kümmert sich nicht mehr um unseren gemeinsamen Hund und nur selten um unsere Tochter. Er hat sogar eine Frau gefunden, die sein Trinkverhalten wohl nicht stört. Sie haben gerade geheiratet.

    Den Kontakt habe ich weitestgehend eingestellt. Da brauche ich für meine Stabilität. Ich nehme einfach vieles. was aufgrund der Sucht passiert ist, immer noch sehr persönlich. Ich weiß es zwar besser aber es ist einfach bei mir heftig gewesen, was nach der Trennung alles hochgekommen ist. Da haben mir die Geschichten hier im Forum sehr geholfen.

    Am meisten ärgere ich mich über mich selber, was ich alles mitgemacht habe. Meine Erkenntnis daher: Je schneller man eine Entscheidung für sich trifft, um so besser.

    Dir alles Gute auf deinem Weg!

    Hallo Honighummel, ich war in einer ähnlichen Situation und habe mich insbesondere zum Schutz meiner Tochter für die Trennung entschieden. Ich hatte so viel versucht unsere Beziehung zu retten und bin (wie so viele) gescheitert.

    Man sollte gut abwägen, in was man seine Energie steckt. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass du dir Zeit lässt und hier unterstützt suchst. Herzlich willkommen!

    Das mit dem unregelmäßigen Umgang ist schlimm. Ich kenne das. Seit 1 Jahr versuche ich eine Regelung zu vereinbaren. Ich habe mir Rat von der Jugendhilfe geholt und die haben mir wenig Hoffnung gemacht. Ich schwanke immer mal wieder, ob ich das so "auf Zuruf" hinnehme oder weiter auf eine Regelung poche.

    Ich würde es nicht übers Herz bringen, meiner Tochter die wenige Zeit mit ihrem Vater zu nehmen, nur weil der nicht in der Lage (oder bei uns wohl vielmehr nicht Willens) ist, Verantwortung zu übernehmen.

    Aber es gibt da sicher nicht richtig oder falsch. Im Vordergrund steht sicher, was für die Kinder in der Situation (und das kann sich mit der Zeit ändern) das Beste ist.

    Ich finde pauschale Beurteilungen immer schwierig und bilde mir gern selbst ein Urteil. Ich hatte diese Bedenken auch und habe dennoch bei der Jugendhilfe Rat gesucht. Meine Erfahrung war positiv. Meine Beraterin hatte viel Verständnis und hat deutlich gemacht, dass sie viele solcher Fälle kennt.

    Ich gebe ungern Ratschläge, würde aber folgendes aus eigener Erfahrung empfehlen: Hörer in die Hand nehmen und unverbindlich anfragen, wie das Vorgehen wäre. Am besten mit der für dich und deine Kinder zuständigen Person sprechen. So bekommst du einen Eindruck, wie die Person tickt und ob du dich öffnen kannst.

    Du bist so verantwortungsbewußt und stehst für deine Kinder ein. Nur du kannst deine Kinder schützen und gut für sie sorgen. Du hast außerdem die Fakten auf deiner Seite. Sei mutig und geh denn Schritt.

    Liebe Valerie, du bist sehr klar, dass es nicht in deiner Verantwortung liegt. Beschützen kannst du ihn nicht. AnderePersonen aus seinem Umfeld ebenfalls nicht. Wenn ich dich richtig verstehen, dann geht es auch eher darum, wie du mit deinen Gefühlen umgehst. Richtig?

    Bei mir brauchte es eine ganze Weile, die gefühlte Verantwortung und auch Sorge abzulegen. Der wichtigste Schritt war dabei die Trennung. Raus aus dem Hamsterrad. Diesen bist du schon gegangen. Jetzt braucht es vielleicht einfach Zeit, gute Gespräche, zu sich selbst finden oder was auch immer dir gut tut.

    Meine Trennung ist nun 1 Jahr her. Natürlich bin ich noch manchmal traurig, um den Verlust des Partners, den es so nicht mehr gibt. Aber ich fühle keine Verantwortung mehr dafür, was er sich antut.

    Übrigens hatte ich damals auch versucht, enge Freunde einzubeziehen. Hat aber eigentlich nichts gebracht. Die meisten wollen dann mit dem Thema doch nichts zu tun haben oder verdrängen es.

    Ich finde es toll, dass du so klar bist und dich befreit hast! Ich wünsche dir auf dem Weg alles Gute.

    Da gebe ich Rennschnecke recht. Wenn ich mit dem Wissen von heute zurückblicke, dann muss ich ehrlich sagen, dass das Drama schon früh seinen Lauf genommen hat und ich viele Jahre mir der Hoffnung gelebt habe, dass es "nur eine Phase" ist. Der Alkohol ist irgendwann vom gelegentlichen Gast zum Mitbewohner geworden. Aber er war immer da.

    Und damit stellt sich die Frage, was an meinem Traummann echt war und wo ich beim zurückblicken die rosarote Brille aufhabe, wenn ich mal wieder mit dem Verlust dieses besonderen Menschen hadere.

    Ich finde daher die Aussage richtig, dass man die Chance erst später bewerten kann, wenn beide Partner zu sich selbst gefunden haben. Und vielleicht will man dann gar nicht mehr.

    Liebe 05062015,

    es berührt mich sehr, dass du erkannt hast, was du deinem Mann und den Kinder antust. Das ist eine wichtige Erkenntnis und Ich denke, du bist auf dem richtigen Weg. Dir ist bewußt, dass der Alkohol zwischen euch steht und die Familie zerstört. Du kannst es ändern.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du den Schritt wagst und dir Unterstützung holst, die du brauchst!

    Ich konnte mir viele Jahre kein Leben ohne ihn vorstellen und auch jetzt fällt es mir so schwer mir einzugestehen, dass unsere Ehe den Kampf gegen den Alkohol verloren hat.

    Tiger, ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen und Mut machen. Ich kann, wie so viele hier in diesem Forum, sehr gut nachvollziehen, was du durchmachst! Auch ich habe meinen Partner an den Alkohol verloren. Er war ein wunderbarer Mann und ich war sicher, dass wir gemeinsam alt werden. Den Traum zu begraben, dass tat sehr weh, hat lange gedauert und ist manchmal immer noch unfassbar. Aber eine Entscheidung zu treffen, die Sucht nicht zu unterstützen und einen eigenen Weg zu gehen, lohnt sich. Gerade dann, wenn Kinder im Spiel sind. Aber auch für sich selbst sollte man das tun.

    Ich habe aus seinem Arbeitszimmer (dem "Sauf-Zimmer") nun einen wunderbaren Ort für mich gestaltet. Auch das Wohnzimmer haben meine Tochter und ich neu eingerichtet. Nun ist es wieder ein Raum, in dem wir uns gerne aufhalten und gemeinsam viel Zeit verbringen. Kein Besoffener, der auf dem Sessel schläft und schnarcht. Ich habe wieder Zeit für Freunde und Hobbys. Meine Tochter ist unbeschwerter und selbstbewußter.

    Ich habe wie du Beweise gesucht und gefunden. Immer wieder. Es wurde fast zu einer Sucht. Gebracht hat es natürlich nichts. Nach dem Auszug meines Ex-Partners habe ich lange gebraucht, diesen Drang der Kontrolle nicht mehr zu verspüren. Je eher du davon Abstand nimmst, desto besser. Aber nimm es dir selbst nicht krumm, wenn es nicht auf anhieb klappt. Mach vielleicht beim nächsten Mal, wenn du es nicht lassen kannst, ein Foto. Das kannst du dir dann immer wieder ansehen. Mir hat´s geholfen.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!

    So ist es leider und es (er) wird sich nicht ändern. Ich wünsche dir ganz viel Kraft, den Schritt zu gehen und damit für dich zu sorgen!


    Ich kann verstanden, wie sich das anfühlt. Mein Vater starb 2023 und ich fühlte mich in dieser Zeit sehr allein gelassen von meinem Partner.
    Ich hatte das Gefühl, dass mein Ex diese Emotionen nicht zulassen konnte und einfach noch mehr trank. Doppelte Last für die CoA.

    Ich wünsche dir trotz aller Sorgen einen schönen Sonntag! Vielleicht kannst du dir eine kleine Auszeit gönnen.

    übertreibe ich? soll ich ihn in ruhe damit lassen?

    oder ist das irgendwie alles nicht mehr normal?

    Hallo Knubbelinchen, mit deiner Wahrnehmung ist alles okay. Du übertreibst überhaupt nicht.
    Wenn schon die Familie sich wünscht, dem Alkohol weniger Raum zu geben und man dem nicht nachkommen kann, dann hat man ein Problem!

    Herzlich willkommen hier in der Runde. Gut, dass du da bist!

    Liebe Laura, ich kann nur bestätigen, was Aurora schreibt.

    Ich selbst habe viel zu lange zugesehen, wie mein Ex-Partner sich in die Suchtspirale gedreht hat. Es ging nur noch um ihn. Die Bedürfnisse meiner Tochter und mir spielten keine Rolle mehr. Ich habe gar nicht gemerkt, wie ich mich selbst nach und nach verloren habe. Ich war für alles allein verantwortlich und überfordert mit der Last. Erst als nach vielen Jahren wieder eine Panikattacke im Anmarsch war, wurde mir bewusst, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt und ich handeln muss. So ein fremdbestimmtes Leben wollte ich nicht weiter führen!

    Erst nach der Trennung fand ich wieder richtig zu mir. Meine Tochter und ich führen ein schönes Leben. Ganz oft denke ich nun: „Ich mag mein Leben!“
    Auch meine Tochter ist freier, unbeschwerter und selbstbewusster. Das macht mich sehr glücklich!

    Natürlich bin ich auch manchmal noch sehr traurig und denke an viele schöne gemeinsame Momente. Ich hadere ab und zu noch damit, dass ich meinem Partner nicht helfen könnte. Meistens steht aber der Gedanke im Vordergrund, dass wir ihm nicht wichtig genug waren. Aber das wird weniger und tut nicht mehr so weh.

    Es ist ein steiniger Weg, sich selbst wieder Raum zu geben. Nicht immer leicht, aber es lohnt sich! Ich habe wieder viel mehr Zeit für Freunde, gehe meine Interessen nach und gestalte mein Leben so, wie ich es für richtig halte.

    Ich hoffe, du entscheidest dich für DICH!

    Für den die Familie immer das Wichtigste war...so wichtig, dass er seine Probleme im Job mit sich selbst ausgemacht hat und zur Beruhigung angefangen hat zu trinken.

    Liebe Bergdohle, ich kenne die Situation auch. Ich denke, dass mein alkoholkranker Ex-Partner seinen Konsum im Zusammenhang mit Problemen im Job zum damaligen Zeitpunkt gesteigert hat. Manchmal nehme ich es ihm richtig übel, dass er seinen Kumpel Alkohol gewählt hat, anstatt mit mir über seine Sorgen zu sprechen bzw. sich professionelle Hilfe zu suchen. Er war für mich immer ein so guter Zuhörer und Ratgeber. Mir hat er diese Chance nicht gegeben und damit am Ende die Familie zerstört. So wichtig war die Familie ihm anscheinend nicht. Der Alkohol war wichtiger.

    Ich muss gerade daran denken, dass die Söhne meines Ex-Partners damals, als sie noch klein waren, sehr genau wahrgenommen haben, dass der Papa zu viel trinkt. Sie haben sich z.B. amüsiert, wenn er mal wieder auf dem Klo eingeschlafen ist. Natürlich konnten sie mit dem Begriff Sucht noch nichts anfangen und es damit so nicht benennen. Heute sind beide Mitte 20. Sie sprechen darüber, dass sie das alles nicht so lustig fanden. Insbesondere die Erinnerung daran, dass sie sich auf ihren Vater einfach nicht verlassen konnten. Das begleitet die beiden jungen Männer bis heute. Es ist ja auch noch schlimmer geworden. Einer von den beiden Söhnen hat auch eine Suchterkrankung. Ich bin so stolz auf ihn, dass er erfolgreich eine Therapie gemacht hat und nun sehr konsequent abstinent ist. Er spricht aktuell nicht mal mit seinem Vater. Er hadert so sehr damit, dass sein er die Sucht so beharrlich leugnet.

    Beide machen sich solche Gedanken, dass auch meine Tochter das mitmachen mußte.

    Was will ich damit sagen: Kinder kriegen sehr viel mit! Wir können sie schützen, dass sie dem Alkohol und seinen Folgen für die Familie nicht dauerhaft ausgesetzt sind.

    Es gehört Mut dazu, den Schritt zu gehen. Oft ist die Entscheidung mit großen (Zukunfts-)Ängsten und Sorgen verbunden. Aber es lohnt sich. Ich sehe es an meiner Tochter. Wir sind jetzt über 1/2 Jahr alleine und ich nehme wahr, dass sie viel entspannter ist und sogar etwas selbstbewußter. Das macht mich sehr stolz und bestätigt mich, dass die Entscheidung zur Trennung richtig war.

    Es ist sooo traurig sich zu Hause nicht mehr zu Hause zu fühlen wenn der Partner da ist

    Mir ging es ähnlich. Als ich mich an den Tagen, an denen mein damaliger Partner auf Dienstreise war, plötzlich so befreit fühlte. Und noch viel mehr das Gefühl, dass ich mich auf seine Rückkehr nicht mehr gefreut habe. Da wußte ich, dass irgendwas nicht stimmt. Seine Dienstreisen waren die Tage, wo einfach mal kein Alkohol getrunken wurde und kein betrunkener Mann auf dem Sofa eingeschlafen ist.

    Liebe Pingu, ich finde dich sehr reflektiert. Das ist doch eine gute Basis für deinen Weg, den du sicher früher oder später gehen wirst. Nur du weißt, wann für dich der Zeitpunkt da ist.

    Und mit deiner reflektierten Sicht auf die Dinge kannst du sicher anderen hier im Forum gute Hinweise geben. Da mußt du deine Aktivitäten, wenn du das möchtest, nicht auf "Reaktionen" reduzieren. ;)

    Liebe Grüße und dir morgen einen schönen Tag mit deinen Freunden und dem Hobby!