Beiträge von Sonnenschein CoA

    Guten Morgen Ino,

    diesen Prozess haben viele von uns durchlebt.

    Jedoch die Erkenntnisse, welche ich jetzt gewinne, sind erschreckend für mich.

    Die letzten Tagen passieren Sachen mit einem Tempo, welches zu Schwindel führt.

    und jetzt steigt er aus, als Opfer.

    Ich habe mir auch viele Gedanken dazu gemacht. Ich glaube, dass wir Co‘s an einem bestimmten Punkt erst die unverschönte Wahrheit sehen können. Ohne Verständnis und ohne Mitgefühl. Wenn der nasse Alkoholiker das dann merkt, dann flüchtet er in die Opferrolle. Und ich glaube sogar aus voller Überzeugung. Im nasse denken tust du ihm wahrscheinlich gerade unrecht.

    Ich hoffe, dass er fern geblieben ist oder dich heute Nacht nicht weiter belästigt hat. Vielleicht kannst du die Zeit ohne ihn irgendwann sinnvoll nutzen.
    Ich habe mir die ersten einsamen Nächte um die Ohren geschlagen. Hab mir Sorgen gemacht, war wütend und traurig. Irgendwann war ich dankbar und konnte die freien Nächte gut schlafen. Alles ein Prozess.

    Bleib konsequent. Du schaffst das.
    Mein Mann ist seit Montag im Hotel. Er war gestern da, damit wir besprechen können, wie es weitergeht. Er hat sich zusätzlich ganz selbstverständlich den Fragen seiner jüngsten Tochter gestellt und sich bei ihr entschuldigt. Das war für beide ein großer und wichtiger Schritt.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.

    Hallo Ino,

    gute Entscheidung. Ich verbringe den Tag alleine mit meiner Jüngsten. Wir versuchen seit Wochen ihr Kinderzimmer in ein Jugendzimmer zu verwandeln. Sie verliert immer wieder die Lust. Dieser Weg ist gut und wichtig für uns beide. Ich kann nun Möbel ab- und aufbauen, Löcher in den Wänden beseitigen, streichen, bohren und Schrauben. Wir machen uns unser zuhause schön. So wie wir das wollen und in unserem Tempo. Vielleicht bekomm ich sie heute motiviert ihren Kleiderschrank auszumisten….. 🤗🙏

    Guten Morgen Schmidtty,

    ich bin Co-Mama von 2 Teenagern. Ich möchte dir an dieser Stelle einmal meine Gedanken zu deiner Situation von der anderen Seite übermitteln.

    Ich bin seit der stationären Reha im Sommer 2023 trocken und mein Sohn ist volljährig, ja. Er macht mich allerdings immer noch für alles verantwortlich, was irgendwie schiefgegangen ist.

    Ich glaube, dass da bei deinem Sohn noch ganz viele offene Wunden sind aus deiner nassen Zeit. Habt ihr hierüber wirklich irgendwann einmal ernsthaft, ehrlich und offen konstruktiv gesprochen? Das klingt für mich nach ganz viel Wut und Trauer bei deinem Sohn.

    Die Zeit ist dein Verbündeter.Dein Sohn gewöhnt sich langsam an die "neue Mama "

    Das glaube ich auch. Trotzdem kann und darf es so nicht weitergehen. Keinen Tag länger. Das ist genauso toxisch für dich, wie für ihn.

    Jetzt schmeißt mich mein Sohn hochkant aus der Wohnung raus. Meine Anwesenheit sei toxisch, da könne er nicht für sein Abi lernen und ich sei schuld, wenn er durchfällt. Mit übelsten Beschimpfungen werde ich tituliert. Verschwinden muss ich.

    Das ist respektlos. Da musst du eine klare Grenze setzen. Meine Große ist 17 und oft sehr wütend auf ihren trinkenden Vater. Trotzdem sage ich ihr immer wieder(und das gilt auch für andere Menschen im Leben, mit denen man ein Problem hat) man darf nicht respektlos sein. Man darf wütend sein und traurig, aber niemals respektlos. Wenn man selbst mit Respekt behandelt werden möchte, dann nur so. Das solltest du vorleben und vorgeben.

    Natürlich habe ich auch immer ein schlechtes Gewissen wegen meiner Sucht

    Das ist nachvollziehbar und das spürt er. An der Stelle bist du verwundbar und das nutzt er aus um seinen Schmerz zurück zu geben. Wenn du da nicht eine klare Ansage machst, dann wird sich das nie ändern und du hast deinen Sohn verloren.

    Vielleicht braucht dein Sohn gerade jetzt eine starke Mutter, die nüchtern ist und sagt was Sache ist und wo es lang geht.

    Das braucht er. Er muss wieder darauf vertrauen können, dass da jemand ist, der sagt wo es langgeht.

    Nun beschuldigt er mich, ihn verhungern zu lassen….Die Wäsche wasche ich auch seit Kurzem nicht mehr….Jetzt werde ich angepflaumt, was ich denn überhaupt noch machen würde…

    Das ist der Trotz eines kleinen verletzten Kindes, was da vor dir steht.

    Meine Abschlussgedanke dazu: Ich vermisse hier an erster Stelle die Liebe. Kinder brauchen das Gefühl einer stabilen und bedingungslosen Liebe. Damit würde ich jeden Satz anfangen.
    Mein lieber Sohn, ich liebe dich über alles, auch wenn ich es dir nicht immer gezeigt habe oder wegen meine Krankheit nicht in der Lage war dich wahrzunehmen. Nun bin ich schon lange trocken und habe genug für meine Fehler gebüßt. Wenn du dazu noch redebedarf hat, dass setzen wir uns hin und tun das. Ansonsten ist das Thema für mich abgeschlossen. Aus meiner Sicht stressen dich deine Abiprüfungen. Das kann Ich nachvollziehen, aber das ist dein Problem , auch wenn du durchfällst. Da bin weder ich schuld dran, noch irgendwelche Störgeräusche. Ab sofort weht hier ein anderer Wind. Du bist volljährig, also benimm dich auch so. Das ist hier kein Hotel und du begegnest mir gefälligst mit Respekt. Wir geben dir die Möglichkeit, dein Abi zu machen. Du darfst auch gerne arbeiten gehen und ausziehen. Also entweder legst du dein unverschämtes Verhalten ab, oder du gehst deinen Weg eines Erwachsenen. Du suchst dir einen Job, eine eigene Wohnung und versorgst dich selber. Bis dahin bist du hier Gast und zwar nicht in einem Hotel, denn du leistest nichts dafür. Entweder wir arrangieren uns und klären die Differenzen oder wir gehen getrennte Wege. Egal wie du dich entscheidest, ich werde immer ein offenes Ohr für dich haben und dich immer lieben. Aber du hast kein Recht so mit Mitmenschen umzugehen.

    Alles Gute Schmidtty

    Wenn etwas mit mir passiert, ich ins Krankenhaus muss z.b. weiß ich nicht als alleinerziehende wohin dann mit meiner Tochter. Ich habe solche Träume und wache in Panik auf 🙈 Es ist vielleicht irrational, jedoch komme ich auf keine gute Idee, wie ein Norfallplan aussehen könnte.

    Das verstehe ich total.

    habe ein gutes Netzwerk von Müttern und Vätern und das erleichtert extrem die Tage. Wenn

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man im Krankheitsfall immer darauf zählen kann. Freunde und dann auch noch Mütter sind Gold wert. Denk mal drüber nach, ob da nicht eine Freundin dabei ist, die man einweihen kann.

    Hallo Ino,

    das machst du genau richtig. Du hast dich vorbereitet. Hab keine Angst. Du wirst es schaffen. Keiner sagt, dass es leicht wird, aber du wirst wieder Kraft tanken können. Wie sieht es mit der Wohnsituation bei dir aus? Hast du einen Plan?

    Wegen deinem Kind mach dir nicht so viele Sorgen. Du machst das richtige. Auch wenn sie es gerade nicht verstehen kann. Ich stehe an der gleichen Stelle wie du. Meine Kinder sind jedoch 14 und 17. Die bekommen fast alles mit und sind sehr sauer und enttäuscht von ihrem Vater. Und das letzte Jahr hat merklich Spuren in ihren jungen Seelen hinterlassen.

    Hier kannst du dich jederzeit austauschen. Und das hilft ungemein. Du bist nicht allein.

    Ist zwar für meinen Kopf nicht leicht... ich wollte mein Leben mit ihm verbringen... Aber was soll ich nur tun? Ausser die Mauer, die ich inzwischen zwischen uns erbaut habe noch zu erweitern? Ich hab ja eh keine Chance. Warten bis zum Entzug ( davon bekommt mich keiner ab) und danach weiter schauen. Hab mir inzwischen sogar nen Anwaltstermin geholt damit ich weiß was auf mich zukommen sollte.

    Hey Luffi, das könnte ich geschrieben haben.

    Ich hangel mich auch langsam vor. Mann ist seit Montag im Hotel, angeblich mit Einsicht. Da bin ich mir noch sehr unsicher. Angeblich gibt es einen Termin für die Suchtberatungsstelle und ein Klinikaufenthalt ist geplant. Bin ich noch sehr skeptisch. Ich habe nächste Woche den Anwaltstermin. Bis dahin sortiere ich die Papiere, damit ich vorbereitet bin. Was soll man sonst auch tun? Und aufpassen, dass man sich die Sinne nicht trüben lässt und die Mauer ins wanken gerät. Das ist furchtbar anstrengend, traurig und teilweise einsam.

    Danke Aurora,

    das tut gut. Da muss ich glatt ein Tränchen verdrücken.
    Ich wabbel so durch meine Welt wie ein großer grüner Haufen Götterspeise. Immer auf der Hut vor Lügen und Manipulation und gleichzeitig mit zwei Antennen bei meinen Kindern. Ich bin weich und biegsam und du Aurora gibst mir grade das Gefühl ein Stein zu sein. Stark, beständig und unkaputtbar.
    Heute bin ich gerne ein Stein.😊

    Der Herr dort war irgendwie überfordert mit mir und den beiden Teenies, obwohl er der Leiter der Beratungsstelle ist. Ich glaube er hat einfach sonst nur mit den Suchtkranken zutun.

    Er hat gleich klar gemacht, dass er nur eine halbe Stunde eingeplant hat und er nicht weiß was sein Auftrag sein soll, obwohl ich das bei der Terminvereinbarung ganz klar kommuniziert habe. Mit den Kindern hat er grad mal 3 Sätze gewechselt und ihnen dann ein Filmchen zur Erklärung der Sucht empfohlen. Es war, als hätte er ein bestimmtes Programm abgespult mit den Standartfragen. Auf unser Gesagtes ist er gar nicht eingegangen. Nachdem er verstanden hat, dass ich eigentlich durch bin mit dem Thema kamen so Fragen wie:

    „Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie das mit dem Umgangsrecht regeln wollen?“ Eh nein, ich bin noch nicht mal getrennt und die Kinder dürfen da auch noch mitreden.

    „Hat er irgend jemanden wo er jetzt hin kann, weil die Alkoholiker haben sonst niemanden. Die sind dann ganz glücklich wenn sie von mir eine Weihnachtskarte bekommen.“ Das kann doch jetzt nicht ernsthaft meine Aufgabe sein, oder?!

    „Geht die Beziehung kaputt wegen dem Trinken oder trinkt er weil die Beziehung kaputt ist?“ Was spielt das für eine Rolle?

    „Haben Sie ihm schon mal das Messer auf die Brust gesetzt? Vielleicht hilft das zur Einsicht.“Ja klar, nicht nur einmal.

    „Warum rufen Sie nicht die Polizei wenn Sie glauben, dass er unter Alkoholeinfluss Auto fährt? Der Führerscheinverlusst würde ihn vielleicht zur Vernunft bringen.“ Was soll ich denn der Polizei sagen? Ich habe gerade mit meinem Mann telefoniert. Ich glaube er ist betrunken und fährt mit dem Auto. Vielleicht steht er aber auch nur irgendwo rum und eigentlich weiß ich gar nicht wo er ist. Bitte nehmen Sie ihm den Führerschein ab, damit ich daheim noch mehr Stress habe und ihn durch die Gegend fahren darf. Soll das mein Problem sein?!

    „Warum rufen Sie keinen Krankenwagen, wenn er betrunken hinfällt? Das würden Sie doch bei einem Fremden auf der Straße auch machen, wenn sie nicht wüssten was ihm fehlt. Und er könnte sich ja das Genick brechen.“ Bei einem Fremden auf der Straße weiß ich auch nicht was ihm fehlt. Bei meinem XY weiß ich das er nur betrunken ist. Was wird der Notarzt dann machen? Ah, er hat eine Schürfwunde ist jetzt aber daheim in seinem Bett und kann seinen Rausch ausschlafen.

    „Ich lege jetzt mal keine Akte für Sie an oder glauben Sie das Sie noch einmal wiederkommen. Ich würde Ihnen eine Erziehungsberatung empfehlen und eine Beratungsstelle für Scheidung/Trennung.“ Vielen Dank für nichts.

    So war es und so hatte ich es mir definitiv nicht vorgestellt.

    Danke euch allen für die aufbauenden Worte.

    Wie lange hast du dazu gebraucht den Absprung zu schaffen?

    Kaettl, das kann ich so gar nicht beantworten. So richtig aktiv seit ich hier im Forum bin (10/2024). Und so richtig schlimm ist es seit ca. 3 Jahren.

    Und ich würde sagen, den Absprung habe ich noch nicht geschafft…… Ich springe noch.

    Es gibt immer wieder Aufs und Abs. Der Termin gestern bei der Suchtberatungsstelle war total daneben und hat mich wieder ins Straucheln gebracht. Aber da war ich dann wohl nur falsch. Die Erfahrungen hier zu lesen, hilft mir klarer zu denken und immer wieder zu prüfen und in mich zu hören.

    Hallo Rennschnecke,

    danke der Nachfrage. Es geht mit heute besser. Mein XY war gestern Abend noch da, scheinbar nüchtern. Hat ein paar Kleidungsstücke mitgenommen und wollte wieder „reden“. Ich hab das kurz gehalten und mich nicht einlullen lassen. Er sieht ein, dass er Schuld an der Situation ist, versteht aber nicht mein Desinteresse seit Monaten. Ich hab nur gesagt, dass ich alles zu dem Thema gesagt habe, seit Monaten/Jahren immer und immer wieder. Das er weiß, was ich will und was nicht und das ich keine Geschichten mehr hören, sondern nur noch Taten sehen will. Er ist der Meinung, dass das auch nichts bringt, weil ich mein Verhalten ihm gegenüber in den beiden Trinkpausen auch nicht geändert habe. Ich bin klar geblieben und konnte dann tatsächlich gut schlafen.

    Und wie willst Du heute weiter vorgehen?

    Er wird doch sicher ganz selbstverständlich wieder in der Nacht auftauchen. Und dann?

    Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wird es eine schlaflose Nacht. Ich mach mir erst mal einen Tee.

    Vielleicht schämt er sich und denkt drüber nach und morgen kommt dann eine Nachricht voller Vorwürfe. Davon geh ich jetzt erstmal aus. Ich glaube nicht, dass er gewalttätig wird. Das gibt sein Zustand gar nicht her. Aber er kann mit Worten verletzen. Wenn ich gut drauf bin, kann ich das abprallen lassen. Anderenfalls bin ich im freien Fall.

    Was soll ich tun?

    Hat er wirklich den Schlüssel da gelassen und ist ab- bzw. ausgezogen?

    Nein, eben nicht. Er hat keine Sachen gepackt und auch keinen Schlüssel da gelassen. Ich habe gehofft, dass jetzt etwas Ruhe einkehrt.

    Die Kinder sind nunmal so groß (14 und 17), dass es das Verbergen vor ihnen nicht mehr wirklich gibt. Sie sind nur irritiert, weil für sie der Streit aus dem Nichts kam, schließlich hat er ja gestern nicht getrunken.

    Hallo zusammen,

    ich fühle mich gerade total erschöpft. Mein ganzer Elan ist weg und ich bin wieder einige Etagen tiefer. Mein Tag hat bescheiden angefangen und genau so aufgehört.

    Heute Morgen hab ich den Beweis dafür gefunden, dass mein XY nun nicht nur trinkt, sondern zusätzlich oder statt dessen seit mindestens einer Woche eine andere illegale Droge konsumiert.

    Ich hab ihn direkt meine Erkenntnis mitgeteilt und ihn aufgefordert Seine Sachen zu packen und den Schlüssel dazulassen. Das ich so die Schnauze voll hab von ihm und wir alles weitere über die Anwälte regeln können.

    Er hat das Haus verlassen, als wäre nichts gewesen.

    Dann heute Abend der Termin mit den Kindern bei der Suchtberatungsstelle. War leider für den A……. Hätte ich mir sparen können. Ärgert mich und hat mich runtergezogen.

    Und dann zwischendurch Diskussion mit den Kindern, weil ich nicht sagen will, weshalb es in der Früh Streit gab.

    Und ich häng noch immer oder wieder in der Schwebe. Alles kacke heute.

    Kaettl, das bringt doch nichts. Du kontrollierst und fühlst dich schlecht. Er trinkt trotzdem und lügt dich an und du fühlst dich noch schlechter.

    Wie wäre es verlaufen, wenn du nicht in die Kneipe gegangen wärst, wenn du nicht mit ihm diskutiert hättest und wenn du nicht im Keller nachgeschaut hättest?

    Ich hoffe so sehr, dass er irgendwann nüchtern wird und mir vergibt.
    Mir vergibt, dass ich ihm sein Zuhause, seine Kinder und seine Ehe genommen habe.

    Die beiden Sätze kommen mir total verdreht vor. Wie auf den Kopf gestellt.

    Warum glaubst du, dass du Schuld an irgendetwas hast?

    Er war es doch, der dich in diese Situation gebracht hat. Und du bist von euch beiden die noch einzig vernünftig denkende Erwachsene, die sich und ihre Kinder in Sicherheit bringt.

    Du hast doch auch viel verloren, wegen seiner Sauferei und er macht es sich einfach und betäubt sich weiter. Du musst Entscheidungen treffen und dich den Reaktionen anderer und deinen Gefühlen stellen.

    Mach dich nicht so klein.