Becca - Ich weiß nicht weiter

  • Guten Morgen Cadda,

    du hast mit deinen Zeilen Recht. Ich werde das mal auf mich wirken lassen.

    Habt alle einen schönen Sonntag 😊

  • Hallo Becca,

    anderen Schuld zu geben ist Teil dieser Krankheit und hält das Erklärungssystem aufrecht.

    Der Alkoholiker braucht Rechtfertigung für das Fehlverhalten. Wenn man anderen die Schuld gibt braucht man selber nichts zu ändern.

    Ich bin an alldem fast zerbrochen.

    Ich muss akzeptieren dass nur konsequente Schritte mich vor Schaden bewahren können.

  • Es ist nicht einfach oder leicht. Aber das wäre es auch nicht, wenn ich bleiben würde. Und die Vorstellung, dass mein Sohn nun sieht, Mama ändert etwas an einer Situation, die sie als schlecht erlebt...diese Vorstellung und die Tatsache dass ich ein Vorbild für ihn bin, treibt mich in Momenten an, in denen ich zweifle oder die "Lebens-Bequemlichkeit" mich überkommt.

    Ich stecke leider auch gerade in einer sehr ähnlichen Situation und finde leider keinen Weg raus, obwohl ich einen "Plan" habe. Ich finde aber diese Sicht sehr gut und interessant. Es könnte ein Ansporn sein, an das positive zu denken, also nur als Beispiel, wenn man es denn schafft den Absprung zu finden und auch dabei zu bleiben, kann man abgeshen von dem gazen Gefühlschaos sehr stolz auf sich sein und diese Kraft am besten zu nutzen dabei zu bleiben..


    Obwohl ich auch endlich handeln müsste und mir auch Unterstützung von verschiedenen Seiten hole, fühle ich mich neuester Weise wie gelähmt, total angespannt und voller Angst, wenn ich zum Beispiel bei meinem nächsten Termin bei der Eltern und Familienberatung erzähle, dass ich es noch nicht geschafft habe ihn irgendwie vor die Tür zu setzen.. ;( ich weiß nicht, wo dieses Gefühl der Lähmung her kommt, die anderen sind mir leider zu sehr bekannt :(

    Übrigens habe ich dir, liebe Becca, eine PN geschickt.

    Ich wünsche euch allen einen hoffentlich schönen Abend

  • Bitte achtet auf eure Anonymität. Gerade wenn ihr euch ganz frisch hier im Forum angemeldet habt, dann könnt ihr die anderen User noch gar nicht richtig kennen.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Becca, ich habe schon einige Erfahrungen mit Männern gemacht die mir nicht gut taten. Ich kann mich trennen, das ist nicht der Knackpunkt. Das erste was ich dachte nachdem ich Deinen Eingangpost gelesen habe, Dein Leidensdruck ist noch nicht groß genug, naja und die Kinder sind natürlich nicht zu unterschätzen.

    Für mich war es ein langer Weg, mir selbst was wert zu sein. Ich bin hier, weil mein Partner am Anfang weniger getrunken hat als jetzt und vieles sicher verheimlicht hat. Wir leben auch nicht zusammen. Ich weiß, es ist ihm unglaublich peinlich. Er schämt sich. Aber er ist (noch) nicht bereit etwas zu ändern. Vielleicht sind seine Probleme auch zu groß. Er ist noch nicht mal abgeneigt, Therapie zu machen (nicht explizit Entzug, eher eine Psychotherapie) , wäre auch nicht das erste Mal. Das ist irgendwie der Punkt wo ich noch Hoffnung habe. Aber ich bin auch schon am überlegen, wie weit ich gehen kann.

  • Hallo wieweitsollmangehen,

    ich war die letzten Wochen hier nur stille Mit Leserin, da es mir nicht so gut geht/ging. Kann sein, dass mein Leidensdruck noch nicht groß genug ist aber im November bin ich mit den Kindern für drei Tage zu meiner Familie gegangen weil es ausgeartet ist.

    Natürlich habe ich mich wieder bequatschen lassen und bin zurück gegangen, da versprochen wurde sich Hilfe zu holen (war ein Termin um mich wieder in die Spur zu bekommen).

    Naja Stand jetzt ist, dass ich mich Anfang der Woche meinem Arzt anvertraut habe und er mir auch sehr deutlich klar gemacht hat, dass es nur zwei Optionen gibt:

    Trennung oder Entzug mit Langzeittherapie meines Partners (was er nicht machen wird, da ja kein Problem da ist)

    Ich bin zur Zeit krank geschrieben und plane meinen Auszug, da ich psychisch nicht mehr kann.

    Wie sich hier einfach viele Geschichten ähneln....das viele Lesen hat mich bestärkt nicht mehr weiter zu machen, denn ich und meine Kinder haben ein glückliches Leben verdient.

    Ich hoffe du findest auch bald heraus wie weit du noch gehen magst.

    Liebe Grüße

  • Guten Abend Zusammen,

    ich habe hier schon ewig nicht mehr selbst geschrieben sondern sehr viel gelesen.

    Wie ich geschrieben habe, plane ich meinen Auszug. Leider hat es mit einer Wohnung nicht geklappt, so dass ich hier weiter "ausharre". Die Trennung habe ich bisher noch nicht ausgesprochen, damit es hier nicht eskaliert.

    Ich war bisher zweimal bei einer Suchtberatung und Mitte März habe ich einen Termin bei einer Familienberatung.

    Die Suchtberatung hat mir geraten auf Abstand zu gehen und mich abzugrenzen, was ich eh die letzten Monate getan habe und auch ihm gegenüber kundgetan.

    Leider ist es wohl das Gegenteil was er möchte was er auch kommuniziert und mich in letzter Zeit spüren lässt mit Worten.

    In den letzten zwei Wochen trinkt er sogar schon morgens wenn er frei hat und sieht überhaupt nicht warum ich sauer bin. Ich unterstütze ihn nicht, denn dann müsste er nicht trinken. Was er eigentlich damit meint ist körperliche Nähe (was ich nicht kann und will).

    Ich möchte es nicht weil dieser Mann nur noch abstoßend für mich ist und ich seine Ausdünstungen nicht ertragen kann.

    Er interpretiert daraus das ich eine Affäre habe und eh nur lüge, betrüge und ein böser Mensch bin.

    Entschuldigt den langen Text, ich musste mir gerade einfach alles von der Seele schreiben. Denn ich möchte nicht explodieren sondern ruhig bleiben.

  • Ich möchte hier nur kurz mal anmerken wie entspannt und sorgenfrei ich heute Abend TV schauen kann ohne Angst zu haben, dass es wieder eskaliert. Mein Partner ist heute Abend nicht zu Hause und ich brauche keine Angst zu haben, dass es wieder zu Streit und Beschimpfungen kommt. Das bestärkt mich wieder die Trennung durch zu ziehen. Es ist sooo traurig sich zu Hause nicht mehr zu Hause zu fühlen wenn der Partner da ist

  • Es ist sooo traurig sich zu Hause nicht mehr zu Hause zu fühlen wenn der Partner da ist

    Mir ging es ähnlich. Als ich mich an den Tagen, an denen mein damaliger Partner auf Dienstreise war, plötzlich so befreit fühlte. Und noch viel mehr das Gefühl, dass ich mich auf seine Rückkehr nicht mehr gefreut habe. Da wußte ich, dass irgendwas nicht stimmt. Seine Dienstreisen waren die Tage, wo einfach mal kein Alkohol getrunken wurde und kein betrunkener Mann auf dem Sofa eingeschlafen ist.

  • Guten Abend Zusammen,

    ich habe hier schon lange nichts mehr geschrieben weil ich dachte, ich sei auf einem guten Weg, habe aber noch fast täglich im Forum gelesen. Wohnungssuche läuft überhaupt nicht gut und das Zusammenleben wird wieder schlimmer. Ich bin weiterhin auf Abstand und habe ihm zwischendurch immer wieder daran erinnert,dass ich auf Abstand bin wegen dem vielen Alkohol.....und ich nicht weiß ob es eine Zukunft für uns gibt ( eine Trennung habe ich noch nicht ausgesprochen um es eskalieren zu lassen).

    Bisher war das Zusammenleben auch soweit OK nur heute ist es wieder eskaliert. Schon morgens wurde angefangen zu trinken und die Beschimpfungen und Beleidigungen waren den ganzen Tag am sprühen. An allem war natürlich ich schuld und er müsse ja trinken bei so einer Frau.....

    Natürlich hat er bisher täglich abends weiter getrunken, war aber eher ruhig.

    Ich merke nur gerade, dass es heute wieder viel mit mir gemacht hat. Ich bin noch in der Sucht - und Familienberatung aber irgendwie merke ich das ich nicht weiter komme und ich einfach nicht mehr weiter weiß.

    Liebe Grüße Becca

  • Guten Morgen Sonnenschein,

    weil ich auf Abstand gehe und keine Nähe zulasse. Wäre ich nicht so ein Eisklotz müsse er nicht trinken (alles schon vor Monaten ausgetestet, er trinkt trotzdem). In der Suchtberatung wurde mir auch geraten auf Abstand zu gehen, dies gestaltet sich echt schwierig wenn ich sage er soll aufhören und er noch weiter macht. Heute sieht es besser bei mir aus, gestern ging es mir echt nicht gut.

  • Nein, das weiß er nicht, denn dann wäre hier richtig Terror. Ich soll gar nichts nach außen tragen. Weder Familie noch meinen Freunden etwas erzählen, das würde niemanden etwas angehen....hab ich auch lange so gemacht, jedoch konnte ich irgendwann nicht mehr

  • Ja sie haben mir auch gesagt, dass ich es ihm sagen kann aber sie kennen ja die andere Seite nicht und wie reagiert wird. Das würde hier nicht funktionieren. Vor ein paar Wochen hatten wir ein Gespräch in dem ich ihm gesagt habe, dass ich nicht weiß ob eine Beziehung weiterhin Sinn macht und das ich mich hab beraten lassen (aber er weiß nicht wo und nähere Details).

    Die Trennung kann ich erst aussprechen wenn final alles geklärt ist damit es zu keiner extremen Eskalation kommt. Ich habe aber momentan das Gefühl, dass ich nicht weiter komme und ich wieder am Anfang stehe. Meine Wahrnehmung wird wieder abgetan (ich kontrolliere nicht mehr was und wie viel er trinkt) und auch Situationen und Worte werden verdreht.

    Zur Zeit geht es mir psychisch wieder nicht so gut und somit bin ich auch anfälliger leider für die Manipulationen und Beschimpfungen etc.

  • Die Schuld bei der ‚lieblosen‘ Ehefrau suchen ist ja leider ein alter Hut. Lass das nicht an dich ran (macht man doch - weiß ich, aber lass dir da mal von uns deine Wahrnehmung stärken!).
    Du hast also einen konkreten Plan zu gehen und es hängt nur an der Wohnungssuche?

    Warum dann noch mit ihm diskutieren? Trinken tut er eh und das kann er dann bald alleine tun. Hast du schon mal über sowas wie eine Übergangslösung gedacht? Bei Freunden oder Familie unter kommen oder vorübergehend in eine günstige Ferienwohnung ziehen? Was du beschreibst klingt wirklich unerträglich. Rette dich!

  • Zur Zeit geht es mir psychisch wieder nicht so gut und somit bin ich auch anfälliger leider für die Manipulationen und Beschimpfungen etc

    Das werden leider auch eure Kinder so miterleben.

    Wenn der Alkohol nicht mehr die Stimmungslage des ZUHAUSES bestimmt, wird es euch allen besser gehen.

    Hier wird allen Alkoholikern geraten, für ein alkoholfreies Zuhause zu sorgen.

    Das Gleiche gilt auch für die Angehörigen.

    Als ich mich endlich dazu entschlossen habe, ging es aufwärts .

    Meine Gedanken drehten sich nicht mehr pausenlos darum, ob und wieviel mein Mann getrunken hat.

    Das tat mir gut. Und allein dass es mir gut tat, tat den Kindern gut.

    Für meinen Mann war die Trennung übrigens kein Grund, ernsthaft abstinent leben zu wollen.

    Er hat sich in der Zeit ausgiebiger dem Trinken hingegeben, ....

    Und irgendwann seinen Tiefpunkt erreicht. Ohne mich, hat er sich dann um seinen Weg zur Abstinenz gekümmert.

    Zwischenzeitlich leben wir wieder zusammen. Ohne Alkohol.

    Ich bedauere, dass ich den ersten Schritt, für ein alkoholfreies Zuhause zu sorgen, nicht früher gegangen bin.

    Vielleicht hätte er seinen Tiefpunkt dann eher erreicht, um den Ausstieg zu beginnen.

    Wenn nicht, hätten meine Kinder jedoch ohne Coabhängige Mutter aufwachsen können.


    Ich wünsche dir und anderen in ähnlicher Situation, die Entscheidungskraft , für ein ALKOHOLFREIES Zuhause zu sorgen.

    Das muss dann nicht immer auch die Trennung vom Partner sein. Der Ball liegt dann wieder beim alkoholkranken Partner. (Vielleicht fällt eine Entscheidung mit dieser Sichtweise leichter.)

    Einmal editiert, zuletzt von maibisjuni (20. April 2025 um 09:50)

  • Hallo Becca,


    ich bin hierüber gestolpert:

    weil ich auf Abstand gehe und keine Nähe zulasse. Wäre ich nicht so ein Eisklotz müsse er nicht trinken (alles schon vor Monaten ausgetestet, er trinkt trotzdem). In der Suchtberatung wurde mir auch geraten auf Abstand zu gehen, dies gestaltet sich echt schwierig wenn ich sage er soll aufhören und er noch weiter macht.

    Was bedeutet der letzte Satz? Dass er dein Nein nicht akzeptiert? Das wäre sexuelle Gewalt! Bitte hol dir in dem Fall ganz dringend Hilfe!

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