Beiträge von Sonnenschein CoA

    Genau deswegen brauche ich eine Kopfwäsche. Ich weiß, dass es richtig war und das der einzige Weg ist. Deshalb sollte ich stolz und dankbar sein. Meine Kinder haben mir gerade gedankt und mir ihren Respekt ausgesprochen. Und trotzdem lieg ich hier und weine heimlich in mein Kissen.

    Es wird etwas mit ihm machen. Er spürt die Konsequenzen seiner Sucht.
    Ich wusste genau, wie die kausalen Zusammenhänge sind und ich wäre nie auf die Idee gekommen,
    von meiner Familie Verständnis zu verlangen.

    Das ich leugnete, ignorierte, mich verstellte, war vermeindlicher Selbstschutz, sonst hätte ich ja aufhören müssen zu trinken,
    obwohl ich musste. Wie es gehen kann wusste ich, aber es war lange kein Weg, den ich für mich zugelassen habe,
    aus Scham, aus Angst.....

    Danke für den Einblick in den Kopf der anderen Seite. Was du schreibst verstehe ich und erscheint mir gleichzeitig so unlogisch.

    Ja, das ist auch sehr traurig. Dieses Gefühl darf auch seine Berechtigung haben. Aber jetzt ist für euch erst mal Ruhe eingekehrt. Was wäre dir denn lieber? Abgesehen von dem Wunsch, das alles Heile ist, er nicht mehr trinkt und er wieder der ist der er mal war?

    Er ist deiner Bitte nachgekommen, vielleicht ist das seine Chance das Problem anzugehen

    Danke, du hast Recht. Ich verharre in meiner Trauer um das, was sein könnte. Die Umsetzung liegt aber nicht in meiner Macht.

    Wenn ich das ausblende, dann ist das jetzt für alle der richtige Weg. Ob mich das jetzt besser schlafen lässt, bezweifle ich, aber es ist eine Veränderung in die richtige Richtung. Und er ist meiner Bitte nachgekommen, ohne Drama. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Ich hab ihm gestern in der Früh gesagt, dass ich möchte, dass er sich eine Tasche packt und nicht nach Hause kommt wenn er getrunken hat. Das es für mich und die Kinder nicht länger auszuhalten ist und uns belastet. Und das ich aufgebe und verstanden habe, dass er trinken möchte. Er hat keine Taschen gepackt, trotzdem getrunken, so getan als wenn es das Gespräch nie gegeben hätte und ist in der Nacht nach Hause gekommen, als alle geschlafen haben. Heute hat er wieder getrunken und kam dann entsprechend nach Hause. Ich gab ihn an meine Bitte von gestern erinnert. Dann hat er etwas zusammen gepackt und ist gegangen.

    Hallo Esther,

    willkommen. Ich habe selbst seit ca. zwei Wochen nicht mehr hier geschrieben, aber weiter mitgelesen. Ich verstehe dich sooooo gut. Vor noch wenigen Wochen stand ich da wo du jetzt bist. Und ich war sehr wütend. Auf ihn, auf mich und die Situation. Als Scheidungskind wurde ich von meiner Mutter sehr früh geprägt, mich nicht abhängig zu machen. Das ist, wenn die Kinder klein sind, leider nicht vermeidbar. Inzwischen lebe ich mit zwei Teenagern und arbeite wieder Vollzeit. Ich weiß, dass ich Einschnitte machen muss, aber ich bin unabhängig. Das verleiht mir Kraft und Sicherheit. Ich glaube du solltest an dieser Stelle starten. Sichere dich und deinen Sohn ab. Lass dich beraten. Inzwischen bietet der Sozialstaat viel mehr Unterstützung für Frauen in deiner Situation. Du wirst irgendwann zu dem Punkt kommen, wo dir alle Zweifel winzig erscheinen und dann bist du vorbereitet. Es spielt keine Rolle wie groß die Schritte sind, nur das du sie machst. Ich bereite mich unbewusst bereits seit Jahren auf eine Trennung vor und jetzt wo ich kurz davor stehe, ist der Krater der hinterlassen wird gar nicht mehr so groß. Ich wünsch dir viel Kraft. Du wirst das richtige tun.

    LG

    Sorry Stern, ja ich bin gereizt. Aber deine Ratschläge bringen mich nicht weiter. Und schon gar nicht, Glitzer drauf streuen.

    Das ist mein reales Leben, meine Wirklichkeit und mein persönlicher Alptraum. Ich habe mich innerhalb einer Woche daraus aufgebäumt, den Arbeitgeber, Kollegen, Freunde und Familie informiert und mein Leben damit klarer aber kein bisschen leichter gemacht. Da hilft auch kein Blumenstrauß oder ein Schaumbad.

    Ja, mir geht es schlecht, sehr schlecht, aber ich kann jetzt daran arbeiten und hänge nicht mehr in einer Blase fest. Meinen Kindern geht es natürlich nicht gut mit der Situation, aber meiner jüngere Tochter war das alles bisher nicht so bewusst. Für sie ist das Problem erst jetzt zu etwas Bewussten geworden, durch mein Handeln.

    Und ja, er setzt sich mit seiner Sucht auseinander und er nennt es beim Namen und er weiß, dass er etwas unternehmen muss, weil er sonst alles verliert. Was er letztendlich tut oder ob das alles nur Lippenbekenntnis sind, wird sich zeigen.

    Ich lese immer nur: schau das es dir gut geht und den Kindern. Was soll das sein, damit ich und die Kinder am Ende des Tages lächeln können. Wir leben in einem Albtraum aus dem wir gerade versuchen uns zu befreien, ohne unterzugehen. Und da hilft kein Schaumbad und kein Blumenstrauß. Das kann ich dir als Co mit auf den Weg geben.

    Er weiß, dass er zum Arzt muss. Und ich weiß, dass es ohne Arztbesuch nicht geht.

    Er weiß, dass es ein langer Weg ist und nur damit nicht getan ist und ich auch.

    Was soll ich deiner Meinung nach tun?

    Ich lese hier immer davon, dass die Partner schon X Entzüge hinter sich haben und trotzdem nicht aufhören. DA SIND WIR NOCH LANGE NICHT. Für mich und ihn ist das alles neu. Vor kurzem war ich mir nicht einmal sicher, ob er Alkoholiker ist. Ich habe in dieser Woche mehr über die Krankheit, die Co-Abhängigkeit und den Entzug gelernt, als in all meinen Lebensjahren davor. Sollte ich mich nicht erst damit auseinandersetzen und auch ihm die Möglichkeit dazu geben? Ihm meine Sicht darauf und meine Regeln dazu mitteilen?

    Oder soll ich mein Leben und das meiner Kinder einreißen und mich aus dem Staub machen?

    Dann brauche ich keine Selbsthilfegruppe. Diese Konsequenz ist mir klar. Aber das funktioniert nicht von heute auf morgen. Und was soll mir bitte schön heute Abend ein Lächeln in mein Gesicht zaubern? Ich bin kein Zauberer.

    Was genau entsetzt dich da jetzt?

    Ja, er ist jetzt krank. Und er ist es in 2,5 Monaten noch immer, selbst, wenn er jetzt nüchtern wird. Ein Alkoholiker bleibt immer ein Alkoholiker.

    Das ist mir durchaus bewusst. Nur jemanden zu sagen er soll sich zusammenreißen, wenn er es doch gar nicht kann, erscheint mir irrsinnig. Vielleicht habe ich es nicht genug betont oder selbst falsch gedeutet, aber er trinkt nur werktags. Er flüchtet vor seiner Arbeit. Damit verursacht er Probleme, vor denen er weiter flüchtet. Ich glaube nicht, dass er das ohne weiteren Schaden zu verursachen noch 2,5 Monate durchhalten kann. Zumal nun einige Angestellten schon sagen, dass sie das nicht mehr ertragen und für sich sonst etwas anderes suchen müssen.

    ER weiß, dass es mit einem Arztbesuch nicht getan ist und er sich in eine Therapie begeben muss, ob nun ambulant oder stationär.

    Nein, er weiß nicht, dass ich hier schreibe. Ich habe die Artikel rauskopiert, sodass er sie nicht rückverfolgen kann. Er weiß nicht, dass ich eine Selbsthilfegruppe nutze.

    Ich glaube, dass die Einsicht da ist, aber er den Weg daraus nicht kennt. Für ihn ist der nur über eine Einweisung in eine Entzugsklinik und verbunden mit vielen Hürden und Wartezeiten. Ich wollte ihm über den Besuch zum Hausarzt einen anderen schnelleren Weg aufzeigen.

    Liebe Momo,

    das klingt fast so. Aber ich führe keine Gespräche mit ihm, wenn er betrunken ist. Ich warte, bis er nüchtern ist oder zumindest für mich nur angetrunken wirkt.
    Was tue ich für mich? Also gestern war ich seit langem wieder zur Massage. Ich musste meinen Körper wieder spüren und mir seelische Streicheleinheiten abholen. Zudem habe ich viele Gespräche über das Thema geführt und Klarheit für mich gewonnen. Ich habe endlich einen Weg vor Augen, den ich durchziehen möchte. Ich werde z.B. nicht mehr arbeiten gehen, wenn er da ist, bevor er sich nicht Hilfe geholt hat. Das habe ich dort und auch ihm gegenüber klar kommuniziert. Somit habe ich mir dort wieder einen emotional sicheren Raum geschaffen und andere müssen für ihn mitarbeiten. Es bleibt nicht alles an mir hängen.

    Das klingt für einen Außenstehenden vielleicht nach nicht viel, aber für eine Woche fühlt es sich für mich wie ein Marathon an. Ich fühle mich müde und erschöpft. Dieser Kampf und die ganzen Emotionen haben mir viel Kraft abverlangt.

    Er bleibt heute zu Hause, also in seiner sicheren Umgebung und tankt Kraft. Und ich kann auch runterkommen.

    LG

    Hallo zusammen,

    er wurde nicht entlassen, sonder er hat die Möglichkeit bekommen bis Ende des Jahres sich „zusammen zu reißen „ , um dann ab Januar seine Sucht zu behandeln. Alternativen: er bekommt zum Jahresende die Kündigung. Das sind für mich beides keine Wege. Ich war entsetzt. Er ist JETZT krank und nicht erst in 2,5 Monaten. Ich habe ihm die beiden Artikel zum kalten Entzug und die Grundbausteine für ein nüchternes Leben mitgegeben. Zu Hause war er dann erst 5 Stunden später und total betrunken. Mir hat er dann erzählt, dass er für Freitag einen Arzttermin vereinbart hat und außerdem mit jemanden, der ihm schon einmal einen Job angeboten hatte. Danach haben wir viel geredet und ich war schon fast überzeugt, dass er es ernst meint. Heute Morgen wach ich dann auf und mir fällt ein, dass gestern Nachmittag der Arzt geschlossen hatte und er gar keinen Termin gemacht haben kann. Panikattacke und das Lügengerüst wird weiter gebaut.


    Wie habt ihr Angehörigen es geschafft, euer Gedankenkarussel in den Griff zu bekommen? Was hat euch gut getan?

    Hier schreiben. Immer und immer wieder. Ich hatte hier nie das Gefühl jemanden mit meinen Problemen und Gedanken zu belasten, wie z.B Freunde und Familie. Einfach zu jeder Zeit ungefiltert alles los zu werden. Und wirklich ungefiltert ist es ja nicht. Man muss seine Gedanken und Gefühle formulieren. Und die Antwort kann man immer und immer wieder lesen und auf sich wirken lassen. Parallel habe ich mir hier alle Artikel zu den Themen durchgelesen, mich einfach damit beschäftigt, und ein entsprechendes Buch aus der Büchervorschlagliste rausgesucht und bestellt.

    Guten Morgen,

    gestern ist SEINE Welt zusammengebrochen. Er hat einen Anruf bekommen, dass er wohl gekündigt ist und heute zum Gespräch kommen soll. Er was super betrunken, als er Heim kam. Das haben natürlich auch die Kinder mitbekommen. Ich hab dann die Situation genutzt und mit der Großen Tochter gesprochen. Die war sehr gefasst und einfach sehr vernünftig. Sie konnte klar formulieren was sie stört und was sie will.

    Dann hat ER das Gespräch mit mir gesucht, leider anfangs sehr taktlos. Meine jüngere Tochter hat nur mitbekommen: Papa ist Alkoholiker, Papa hat seine Arbeit verloren und meine Eltern trennen sich. Ich habe sie dann weinend unter der Dusche gefunden und dann lange mit ihr darüber gesprochen. Ich hab IHM dann einfach schonungslos meine Sicht der Dinge präsentiert. Er war einsichtig und wusste, dass irgendwann all das passieren würde. Ich hab ihn dann mit dem konfrontiert, was ich und vor allem die Kinder fühlen. Und bei ihm liefen die Tränen. Er ist hat aufgeschlagen. Dann schauen wir mal, was der Tag heute bringt und wie heute seine Sicht auf die Dinge ist.

    Was meint ihr? Soll ich das Gespräch mit meinen Kindern suchen. Schließlich sind sie schon 17 und 14. Oder soll ich das Thema lieber nicht präsenter machen?

    Kurzes Update:

    Ich habe heute den Tag im Büro durchgehalten, bis er wieder total voll aufgetaucht ist. Dann konnte ich es nicht mehr ertragen. Mein Gespräch gestern mit meinem Kollegen hat sich gelohnt. Er hat sich Gedanken gemacht und heute in der Früh gleich den 2. Vorgesetzten informiert. Damit hat er mir ein Problem abgenommen und jemand anderes kümmert sich jetzt. Zusätzlich habe ich mich heute meinen engsten Freundinnen anvertraut. Somit bin ich nicht alleine und jeder weiß Bescheid, wenn ich Hilfe brauchen sollte. Nun heißt es abwarten was in ihm passiert. Er wirkte heute sehr traurig.

    Sein Verhalten begründet er einem Freund gegenüber damit, dass ich seit fast einem Jahr eine Affäre hätte. Darüber können alle nur lachen, die mein Leben kennen. Aber in seiner Welt ist es real.