abcdefg - Umgang mit Enkelkindern

  • Hallo zusammen, ich bin die Schwiegertochter eines seit vielen Jahren starken Alkoholikers. Ich habe mich hier angemeldet, weil ich neue Ansätze im Umgang mit ihm brauche, vor allem in Bezug auf meine beiden Kleinkinder. Der alkoholkranke Opa lebt mit seiner Frau in unmittelbarer Nachbarschaft zu uns. Bisher gab es einen festgelegten Tag pro Woche, an dem die Kinder die Großeltern zu Hause besuchen durften. Seit wir vor rund einem Jahr einen Alkoholentzug von ihm gefordert haben, um weiterhin seine Enkel bei sich haben zu dürfen, bestimmen Klinikaufenthalte, Rückfälle, noch exzessiveres Trinkverhalten, Beleidigungen und Provokationen den Alltag der Schwiegereltern. Die Oma kann sich trotz großer Unterstützung und Zuspruch aus allen Teilen der Familie, nicht von ihrem Mann lösen und erträgt ihr Leid oft still, um "niemanden zu belasten". Ich kann und will ihr ihre Enkelkinder nicht nehmen, fühle mich aber nicht mehr wohl dabei, wenn meine Kinder in Opas Nähe sind. Oft trägt er sie und stolpert dabei, wenn er stark getrunken hat, wird er in meinen Augen z.T. auch übergriffig und fordert sie z.B. auf seine Finger oder Zehen abzulecken. Der Kleine hat zum Teil Angst vor ihm und versteckt sich, die große merkt, dass mit Opa etwas nicht stimmt. Ausgesprochene Kontaktverbote hebe ich meist nach kleiner Besserung und wenigen Wochen wieder auf, weil die Kinder ihren Opa sehr vermissen und ihn besuchen wollen. Dann kommt der nächste Rückfall.

    Ich wäre sehr dankbar für ähnliche Erfahrungsberichte und Tipps im Umgang mit der Situation. Vielen Dank

  • Oh je, das klingt sehr nervenaufreibend und anstrengend.

    Du bist für deine Kinder verantwortlich, Oma und Opa sind für ihr Leben verantwortlich.

    Du musst deine Kinder schützen und dafür sorgen, dass sie gut behandelt werden. Sehr verständlich, dass sie den Opa auch gern haben, aber sie müssen natürlich trotzdem vor schädlichem Verhalten geschützt werden.

    Ich würde an deiner Stelle die Kinder nicht mehr alleine bei den Schwiegereltern lassen, wenn der Opa sich so dermaßen übergriffig und verantwortungslos verhält und die Oma das auch nicht eindämmen und die Enkel davor schützen kann.

    Falls es Zeiten gibt, wie vielleicht morgens bis mittags, wo er noch nicht stark betrunken ist, würde ich dann deiner Stelle mitgehen und die Schwiegereltern besuchen. Oder dein Mann geht mit den Kindern mit.

    Die Oma kann ja allein zu euch kommen und bei euch auf die Enkel aufpassen oder alleine mit ihnen was unternehmen, Spaziergänge etc. je nach dem, wie fit sie so ist. Oder sie nimmt nur ein Enkelkind alleine mit, falls ihr zwei zeitgleich zu viel sind. Tut ihr bestimmt auch gut, wenn sie mal von zuhause rauskommt und was ohne den Opa macht.

  • Hallo abcdefg!

    Herzlich willkommem in unserem Forum! Da besteht wirklich Handlungsbedarf! Es ist schlimm für die Enkel daß dein Schwiegervater ständig betrunken ist und sich dann so komisch verhält. Ich würde meine Kinder nicht zum Opa lassen.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke den folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben.

    Wir werden Dich dann freischalten und Dein Thema in "Erste Schritte für Angehörige" verschieben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo ABC,

    mich gruselt es beim Lesen deiner Geschichte. Sowas ist abartig, ablecken von Fingern oder Zehen. Das erinnert mich so stark daran, wie ich als Kind immer gezwungen wurde meinen Onkeln Küsschen auf den Mund geben zu müssen. Das begleitet mich bis heute!

    Bitte lass nicht zu, dass deine Kinder weiterhin solche Erfahrungen machen müssen. Ich finde Panama hat einen sehr guten Lösungsansatz beschrieben.

    Liebe Grüße

  • Ich kann dem nur zustimmen! Ich bin mit alkoholkranken Eltern aufgewachsen und kann mich an so viele Situationen erinnern, die mich auch triggern. Kinder merken so viel!

    Bitte lasse sie nicht mehr dort und halte Abstand. Bitte beschütze sie! Du bist für sie verantwortlich, deine Schwiegereltern sind für sich verantwortlich.

  • Hallo abc,

    damit wir dich fürs Forum freischalten können, klicke bitte auf den Link, den du weiter oben bekommen hast.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, abcdefg.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo abc,

    Ich bin Oma ,arbeite selbst an meiner CO- Abhängikeit seit ca. 10 Jahren, lebe mit meinem Mann zusammen . Wir haben mehr oder weniger eine Wohngemeinschaft. Die ältesten Enkel sind 15 und die jüngste wurde jetzt 6. Habe 8 Enkel, einer Wohnt mit seinem Vater bei uns seit ca. 3 Jahren. Dieser Enkel ist es gewohnt viel selbstständig zu sein und wohnt oft bei seinen frühren und noch jetztigen Freunden allerdings bekommt er immer wieder nachts bestimmt was mit wenn mein Mann betrunken ist. Als er noch klein war habe ich ihn bei mir Zuhause betreut mein Mann war meißtens nie Zuhause und spätnachmittags wurde er wider abgeholt. Drei Enkel habe ich die sehen wir meißtens nur wenn sie geburtstag haben oder wir eine Feier haben , sie lieben ihren Opa aber ich passe alleine auf sie auf wenn zum beispiel Elternabend oder so ist. In letzter zeit blieb es aber nicht aus dass mein Mann einen davon so ca. zweimal von der Schule abholen musste weil der Krank war. Das habe ich mit schlechtem Gewissen gedultet . Die drei Enkel meiner Tochter betreue ich bei ihr Zuhause. Meine Tochter ist ein Papakind und hängt an ihrem Vater, er wurde ja erst zum Alkoholiker als sie schon ausgezogen war. Sie wohnt mit ihrer Familie in der Nähe. Ich könnte verstehen wenn meine Kinder sagen würden ich könnte meine Enkel nur bei ihnen betreuen wäre ihnen auch nicht böse da ich ja selbst schon a

    n mir arbeite und ich glaube wenn meine Kinder mir sagen würden dass ich mich doch entgültig trennen sollte wäre das mir eine Hilfe bei meinen Entscheidungen. Mein Mann ist tagsüber der liebe Opa und spielt mit ihnen, einer der Enkel hat ein Kartenspiel neu gelernt und da bin ich froh dass ich das an meinen Mann abgeben kann. Sie verstehen aber nicht dass Übernachtungen bei uns nicht so oft oder spontan mal möglich sind.

    Ich möchte Dir Mut machen dass du deiner Schwiegermutter sagst dass sie die Kinder gerne bei dir besuchen darf oder alleine mit ihnen was unternehmen kann. Vielleicht kannst du ihr auch eine Selbsthilfegruppe vor Ort aufzeigen. In unserer Gruppe sind auch schon Frauen gewesen die von ihren Töchtern gefahren wurden oder wir haben dann auch Fahrgemeinschaften gemacht.

    Mariexy

  • hallo abc,

    meine Tochter hat es durchgezogen. So lange mein xy trank, hatten meine Enkel keinen Kontakt zu ihm. Er wurde nicht zur Einschulung meiner Enkelin eingeladen. Wenn die Kinder betreut werden mußten, bin ich hingefahren.

    Als mein Enkel dann eingeschult wurde, war er dabei, da fiel ihm dann auf, dass er nicht bei der Einschulung der Enkelin gewesen sei. Da wurde ihm sehr deutlich gesagt, weshalb dies so war.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • …bei meinem Mann hiesse dass dann, so lange ER sich zu seinem Alkproblem ausschweigt und dbzgl nix konkretes im Sinne von Regeln wie hier im Forum präferiert, kein Kontakt… wow, klasse, dass deine Tochter u DU das so durchgezogen haben…👏👍🙏🙏🙏

  • Hallo, mein Schwiegervater ist starker Alkoholiker und besitzt einen Waffenschein sowie einen gut bestückten Waffenschrank. Er ist laut Arztbericht als depressiv und suizidgefährdet eingestuf. Seit sich vor ca 3 Monaten ein Nachbar (ebenfalls Jäger und Alkoholiker) das Leben genommen hat, spricht er regelmäßig davon, sich und seine Frau zu erschießen. Für sie sind das leere Worte, ich traue ihm inzwischen alles zu. Seinen Alkoholismus sieht er nicht als problematisch an.

    Ich habe mich bei der Waffenbehörde gemeldet und den Fall geschildert. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Waffenschlüssel im Besitz der Ehefrau. Der Beamte ist nicht auf meine Bedenken eingegangen und hat mich lediglich darauf hingewiesen, dass der Schlüssel umgehend dem Waffenhalter zurückgegeben werden muss. Ich nehme an, dass er auch den Schwiegervater darüber informiert hat, denn am Folgetag schrie er aus heiterem Himmel seine Frau an, sie mache sich strafbar und solle ihm sofort den Waffenschlüssel geben.

    Auch bei der Polizei kam ich nicht weiter. Eine Möglichkeit wäre, so der Polizist, ihn alkoholisiert am Steuer aufzugreifen und ihm dann Führer- und Waffenschein zu entziehen. Sein Auto hat er vor 2 Wochen mal wieder gegen die Wand gefahren und ist aktuell zu Fuß unterwegs.

    Den Waffenschlüssel habe ich inzwischen an mich genommen und weggeschlossen.

    Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und hat noch eine Idee, was wir tun können?

    Vielen Dank

  • Hallo abcdefg,

    ich hab deinen Beitrag in dein bestehendes Thema verschoben. Mehrere Themen sind schnell zu unübersichtlich, deshalb wird das hier so gehandhabt.

    Ich hab mit deinem Problem keine Erfahrung. Dass die zuständigen Stellen da nicht reagiert haben bzw das abgetan haben, finde ich echt schlimm. Mir fällt bloß der Sozialpsychiatrische Dienst ein, ob die sich mit sowas auskennen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Du hast getan, was Du konntest. Wichtig ist, dass er nicht an die Waffen herankommt, evtl. auch den Autoschlüssel verstecken? Das Vorhandensein der Scheine dürfte ihm ziemlich egal sein ...

    Zurück zu Dir und Deinen Kindern: lässt du sie noch dorthin?

    Und macht sich der Kindesvater, der Sohn des Alkoholikers, auch so viele Gedanken wie Du?

  • Hallo Rennschnecke,

    nein, es besteht aktuell kein Kontakt zum Opa. Mein Mann unterstützt mich sehr. Tatsächlich bin ich es, die hofft, dass die Familie irgendwann wieder zusammenwachsen kann. Mein Mann hat für sich eher damit abgeschlossen und auch nur noch wenig Kontakt zu seiner Mutter.

  • Den Waffenschlüssel habe ich inzwischen an mich genommen und weggeschlossen.

    ich schätze, damit machst Du Dich genauso strafbar wie seine Ehefrau.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Wenn das für seine Frau nur leere Worte sind, und er vielleicht nur sich irgendwann erschiesst, bist Du ja nicht bedroht.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Lebenskuenstler,

    es ist schön, dass du so optimistisch bist. Ich möchte da kein Risiko eingehen. Wir wohnen 50m Luftlinie auseinander, der Mann fährt nach einem Streit zT mit 70km/h über einen Radweg. Da fehlt inzwischen jegliches Verständnis für Gefahr. Er sieht in uns, seiner Familie, die Ursache für all sein Leid. Gerade jetzt, da ich ihm seine Enkel genommen habe. Die Angst besteht ja nicht allein für mich selbst. Meine Schwiegermutter wird explizit bedroht.

    Ich würde mir sehr wünschen, dass alles nur leeres Gerede ist, aber ich würde mir nie verzeihen, wenn ich tatenlos darauf warte, ob es sich bewahrheitet.

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