Hallo, ich bin verzweifelte Tochter.

  • …liebe verzweifelte Tochter…

    Ich wünsche Dir alle Kraft der Welt, gemeinsam mit deinem Bruder, dass ihr ein gutes Gespräch, für Euch, mit eurer Mutter u eurem Vater führen könnt…

    Ich bin eine alte CoEhefrau, manches aus deinem Bericht kommt mir bekannt vor…

    Die Sucht frisst beide auf, so ist zumindest mein Eindruck aus meinem persönlichen Erleben… und auch bei mir als alte CoEhefrau treten immer mehr Beschwerden auf… der Schritt raus aus dem Karussell 🎠… ich habe ihn NOCH nicht zu meiner Zufriedenheit geschafft… fällt mir mit letzter Konsequenz unsagbar schwer…


    Ich möchte dich SEHR ermutigen, das Problem bei deinen Eltern zu lassen…🙏

    Weiß nicht welche Konsequenzen wegen Aufenthalt des Enkels bei deinen Eltern du in Erwägung ziehst… kann dich nur ermuntern… Trau dich… und setz es um…

    LG, Simsalabim… hex hex… 🤦‍♀️wenn es so einfach wäre… alles alles Gute für dich und Deinen Bruder…💪👍🙏

  • Was genau meinst du damit das ich das Problem bei meinen Eltern lassen soll

  • …so wie es von vielen Co‘s beschrieben wird, man/ich/du/wir, können nur einen Input unserem süchtigen Gegenüber geben und uns entsprechend konsequent verhalten, MEHR können wir/ich/du nicht tun…

    Du kannst „nur“ das entstehende Problem deiner Kindernetreuung für dich und dein Kind gut lösen, nicht aber ob deine Mutter einsieht, dass sie ein massives Alkproblem hat… und dass dein Vater sich so verhält, wie er sich verhält, kannst du auch nicht beeinflussen…

    Besser verständlich…?!?

  • …so wie es von vielen Co‘s beschrieben wird, man/ich/du/wir, können nur einen Input unserem süchtigen Gegenüber geben und uns entsprechend konsequent verhalten, MEHR können wir/ich/du nicht tun…

    Du kannst „nur“ das entstehende Problem deiner Kindernetreuung für dich und dein Kind gut lösen, nicht aber ob deine Mutter einsieht, dass sie ein massives Alkproblem hat… und dass dein Vater sich so verhält, wie er sich verhält, kannst du auch nicht beeinflussen…

    Besser verständlich…?!?

    Ja vielen dank so traurig es auch klingt ich habe noch die Hoffnung das ihr enkel etwas bewirken kann bzw ihr er ihr wichtig ist

  • Ohje ohje meine mutter hat vor kurzem erst gekündigt was wir alle nicht verstehen konnten da sie schon 63 ist sie hat es zwar immer wieder gesagt das es ihr kein Spaß mehr macht und sie mehr zeit mit meinem sohn verbringen will aber das mit dem Kündigung kam dann von heut auf morgen wo ich mich jetzt hat aich frage hat sie wirklich selber gekündigt oder wurde sie gekündigt weil das trinken schon aufgefallen ist

    Auch meine Mutter hat immer gearbeitet in einer Kantine, dann nach den Sommerferien 2024 krank (Magendarm laut AU). Mich hat sie angelogen, mit Lüge wie „sie müsste heute nicht arbeiten, wäre nicht viel los“ oder „eine Kollegin hat ihre Schicht übernommen“. Am Ende stellt sich raus, das meine Mutter sich 6 Wochen krankschreiben ließ und dann selbst gekündigt hat (auch 60+ aber noch kein Rentenalter). Ab dem Moment saß sie auch nur noch zuhause, jegliche Routine ging ihr verloren, bis mittags im Bett liegen, ab 15 Uhr Nachschub holen, bis 24/1/2 Uhr wach sein, Schlafstörungen, keinen Appetit (Kalorien wurden ja genügend zusich genommen, nur halt keine Mahlzeiten), keine Körperhygiene, keine Freunde, Hobbies, Soziale Kontakte … die Abwärtsspirale drehte sich nur so nach unten … am Ende. Korsakow Demenz.

    Du musst dir sicher sein, ob du Kraft hast für ein Gespräch. Für die Antworten, für die ggf. Lügen, Abstreitungen, Runterspielungen und und und. Sei dir bitte bewusst, dass dieses Gespräch nicht ohne ist. Denn am wichtigsten ist, dass es DIR gut geht und deinem Kind.

  • Seid der Entdeckung von den vielen Flaschen meiner Mama dreht sich durchgehen mein kopf er gibt wirklich nur kurz still wenn ich mich intensiv mit meinem sohn beschäftigt aktuell sind wir im Urlaub und eigentlich sollte das motto sein sonne stand Erholung aber das will irgendwie nicht ich hab es einfach noch nicht begriffen halte alles noch für einen Traum der bald verschwindet genauso so schnell wie er aufgetaucht ist im kopf gehe ich immer und immer wieder Gespräche durch wie ich es vorhabe zu führen aber es bleibt irgendwie nicht real und dann lieg ich im.bett und schließe die augen sofort sind die bilder vom Fund zurück und ich frag mich Herrgott wieso so viele hätte nicht nur eine oder zwei sein können?

    Hätte das alles besser gemacht ach keine Ahnung wäre es dann nicht ganz so schlimm?

    Zusätzlich bin ich vergangene Gespräche durch gegangen im kopf und immer wieder waren auch momentane wo ich z.b für die nächste mit ihr etwas ausgemacht habe und sie hat mindestens 2 mal nachgefragt wie war das nochmal hatten wir schon eine Uhrzeit ausgemacht?? Was mir such tierisch Angst einjagt ist das eventuell schon das Korsakow Demenz???

  • Liebe verzweifelte Tochter,

    ich kann deinen Schock nachvollziehen…

    Man will es immer wieder nicht wahrhaben und fällt jedesmal in ein Loch…

    Ich wünsche dir, dass es dir gelingt in deinem Urlaub anzukommen , das Thema in eine Schublade zu packen… und dir erstmal den Urlaub zur Erholung gönnen…👍👍👍

    mir helfen dann immer wieder geführte Meditationen per Kopfhörer… oder seit etlicher Zeit auch KI… Ich finds obergenial…

    Alles alles Gute für DICH im URLAUB 🛝🏸🏊🏻 LG, Simsalabim

  • Du bist nicht alleine, mir ging es ähnlich als ich die Verstecke meiner Mutter gefunden habe. Und auch heute nach knapp einem 3/4 Jahr denke ich noch oft an die Situationen und an das was wäre wenn .. im Endeffekt weiß ich aber, dass ich hätte nichts ändern können. Ich bin für mich verantwortlich (das musste ich auch erst lernen besonders hier durchs Forum habe ich das verstanden) und meine Mutter ist für sich verantwortlich.

    Zu dein Angst, dass sie vergesslich wird - das waren auch bei meiner Mutter die ersten Anzeichen. „Wann treffen wir uns nochmal?.. Achja schon vergessen lachlach.“ oder „ach hab ich dir bei WhatsApp gar nicht geantwortet, das ist untergegangen..“ das waren für mich tatsächlich die ersten Vermutungen.

    Vielleicht hilft ein Gespräch mit deinem Vater, vielleicht ist ihm schon was aufgefallen?

  • Ja vielen dank so traurig es auch klingt ich habe noch die Hoffnung das ihr enkel etwas bewirken kann bzw ihr er ihr wichtig ist

    Wenn sie süchtig ist, kann es sein, dass das nicht passiert, weil sie eben süchtig ist und nicht, weil ihr die Familie/der Enkel nicht wichtig genug sind. Ich habe damals auch mal etwas verkürzt gesagt gedacht „wenn er mich wirklich lieben würde, würde er aufhören“. Mit einer solchen Art zu denken, werden wir Cos dem Krankheitsbild nicht gerecht und verletzen uns zusätzlich selbst.

  • Leider ist das so und lies mal hier bei den anderen mit, guck mal, wie viele Väter es auch mit kleinen Kindern nicht schaffen. Außerdem müssen sie auch für sich und nicht für jemand anderen aufhören wollen.

  • So, ich melde mich nun endlich wieder.

    Das lang ersehnte Gespräch zur Klärung hat gestern nun stattgefunden.

    Wir waren alle anwesend: mein Bruder, mein Vater, meine Mutter und ich. Sie ahnte natürlich von nichts und war dementsprechend auch überrumpelt, als wir es zur Sprache brachten – dass wir wissen, dass sie wieder trinkt, und dass wir von dem Ausmaß sehr geschockt waren. Wir haben ihr unsere Hilfe angeboten, den Weg mit ihr gemeinsam zu gehen.

    Zuerst saß sie nur da und hörte ruhig zu, wahrscheinlich geschockt, dass das Geheimnis nun gelüftet worden war. Als ich meinen Vater fragte, ob er es wusste, sagte er ganz klar „ja, aber nicht in diesem Ausmaß“. Später im Gespräch fing meine Mutter sehr stark an zu weinen – wie wir alle übrigens – und sagte, sie habe immer gehofft, sie würde es alleine schaffen. Das war wohl nicht der Fall, und sie hat auch eingesehen, dass sie wieder ein Problem hat.

    Als die Frage kam, seit wann sie wieder trinkt, meinte sie, dass es vor ungefähr 5 Jahren schleichend angefangen habe. Das heißt, sie war 20 Jahre trocken. Seit letztem Jahr November könne sie die Gin-Flaschen nicht mehr wegschmeißen, da mein Vater seit November in Rente ist und sozusagen nur noch zu Hause ist. Davor hat sie die Flaschen immer, wenn sie zur Arbeit ging, mitgenommen und unterwegs entsorgt. Seitdem lagerte sie die leeren Flaschen in großen Plastiktaschen oder Wäschekörben im Schrank im alten Zimmer meines Bruders. Dort hätte ich natürlich nie geschaut, da sie ja immer nur ins Schlafzimmer ging. Dementsprechend war es eine dermaßen schockierende Menge an leeren Flaschen, die sich seit November angesammelt hatten.

    Mein Bruder bot ihr an, das Wegschmeißen für sie zu übernehmen. Doch als sie uns ihr Versteck mit den Flaschen zeigte, brach sie zusammen, sackte in sich und weinte so bitterlich, wie ich es noch bei keinem Menschen gesehen habe. Wir alle saßen da und weinten ebenfalls bitterlich. Aber sie sah es zumindest in diesem Moment ein.

    Als ich fragte, wo sie die vollen Flaschen lagere, sagte sie, sie habe kein Lager. Sie kaufe höchstens zwei Flaschen auf einmal und erst wieder nach, wenn die zweite fast leer sei. Das konnten wir bestätigen – wir haben das ganze Haus auf den Kopf gestellt und wirklich nichts gefunden. Sie sagte außerdem, dass sie wirklich niemals trinken würde, wenn sie weiß, dass mein Sohn bei ihr ist oder wenn sie ihn abholen muss. Allerdings ist sie als Erstkontakt bei der Tagesmutter hinterlegt, und ein außerplanmäßiges Abholen kann immer mal vorkommen. Als ich sie darauf hinwies, meinte sie, darüber habe sie noch nie nachgedacht. Auch sei sie definitiv nie Auto gefahren, wenn sie getrunken hatte – das war wohl eine Art „Deal“ mit meinem Vater. Aber wie schon erwähnt: Etwas kann immer passieren.

    Damit gibt es für mich keine Sicherheit, um meinen Sohn weiterhin in diesem Umfeld zu lassen. Ich habe ihr eine Frist bis Ende der Woche gegeben, wie sie sich entscheiden will, und ihr gesagt, dass sie jederzeit meine Unterstützung haben kann, auch wenn sie sich nicht traut, alleine zum Arzt zu gehen.

    Eines ist für mich klar: Ohne Hilfe schafft sie es nicht. Sonst wären wir nicht da, wo wir heute stehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ihr das bewusst ist. Heute Morgen waren wir nochmals dort, und sie meinte nur, ich solle bloß nichts ihrer Schwester sagen. Daraus schließe ich, dass sie es wohl alleine versuchen will. Gesagt hat sie es nicht, aber ich möchte ihr die Frist gewähren.

    In der nächsten Woche werde ich mit meiner Arbeit und mit der Tagesmutter abklären, welche Möglichkeiten ich habe, meine Zeiten so zu ändern, dass ich auf die Betreuung durch meine Mutter nicht mehr angewiesen bin. Falls sie sich entscheidet, eine Therapie zu machen, muss ich ohnehin schauen, wie ich es organisiere. Mein Vater ist selbst ziemlich krank, und ich möchte ihm die Betreuung nicht aufbürden.

  • Das klingt fokussiert und konstruktiv. Deine Priorität ist klar und du hast sie ihr auch klargemacht: dein Kind. Was sie macht ist ihre Sache. Prognosen können nicht gestellt werden.

    Du planst für dich und dein Kind und ziehst es durch. Großen Respekt. :thumbup:

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich bin noch immer ziemlich zwiegespalten nach dem ganzen Gespräch. Zum einen, weil von meiner Mutter Sätze gefallen sind wie:

    „Es schmeckt halt.“

    „Mit Alkohol funktioniere ich besser.“

    „Bis jetzt ist ja nichts passiert.“


    Als wir darauf antworteten: „Ja, bis jetzt funktionierst du noch – oder Gott sei Dank ist bis jetzt nichts passiert, aber das wird nicht dauerhaft so bleiben“, zuckte sie nur mit den Schultern. All diese Dinge hat sie in einer Therapie bestimmt schon einmal gehört – und trotzdem scheint nichts davon wirklich angekommen zu sein.

    Von meinem Vater kam während des gesamten Gesprächs lediglich: „Sie hört ja nicht auf mich, was soll ich da machen?“ Einerseits stimmt es zwar, dass er sie nicht kontrollieren kann. Aber ich frage mich trotzdem, wie man sich so sehr verlieren und so sehr aufgeben kann.

  • … es zeigt einfach überdeutlich, dass alle in der Familie betroffen sind, in unterschiedlichster Weise…


    Ich finde es mega dass ihr das gemeinsam ohne Vorankündigung angesprochen habt und dass du für dich und dein Kind nach Ersatzbetreuungsmöglichkeiten suchst… echt klasse… 👍 … 🙏

  • Das ist eigentlich nicht der Weg, den ich gehen möchte. Wenn es jedoch hart auf hart kommt, weiß ich, dass ich ihn gehen muss — das ist mir absolut klar, weil ich in erster Linie meinen Sohn schützen muss.

    Trotzdem frage ich mich, ob ich das im Ernstfall so leicht durchziehen kann, wie ich es hier schreibe. Es ist schließlich meine Mutter; sie war und ist immer für mich da. Das möchte ich ihr zurückgeben — aber wie?

    Ist Distanzierung wirklich der richtige Weg? So viele Fragen kreisen in meinem Kopf.

  • Toll, dass es mit dem Gespräch geklappt hat und du deine Grenzen klar gezogen hast.

    „Es schmeckt halt.“

    „Mit Alkohol funktioniere ich besser.“

    „Bis jetzt ist ja nichts passiert.“

    Diese Sätze hat meine Mutter auch gesagt, ich trinke ja nur Wein und ja nur abends und nie wenn ich noch fahren muss. Am Ende war es aber wirklich so, dass es ihr egal war was um sie herum passiert und es egal war was sie macht. Die Sucht dringt so tief in die Psyche ein, das ist für Außenstehende unvorstellbar wieso der Alkoholiker nicht einfach aufhört.

  • Ist Distanzierung wirklich der richtige Weg? So viele Fragen kreisen in meinem Kopf.

    Ob es der richtige Weg ist, kannst du nur rausfinden wenn du ihn gehst.

    Am Ende führen alle Wege zu einem Ziel, ob es dann das richtige Ziel ist sei mal dahingestellt.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, dass mir nur der komplette Kontaktabbruch geholfen hat. Auch vorher habe ich mich distanziert aber meine Gedanken kreisten trotzdem immer um sie. Jetzt ist es ruhiger geworden. Dieser Entschluss kam aber nicht von einen auf den anderen Tag.

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