Beiträge von Micaela162

    Hallo zusammen,

    das sind viele verschiedene, interessante Sichtweisen zur Co- Abhängigkeit. Und das wird genau so wohl auch richtig sein. Wir sind doch alle komplett unterschiedlich, in unseren Wahrnehmungen, in unserem Empfindungen, in unseren Vorerfahrungen. Was für den Einen gilt muss nicht die gefühlte Sichtweise und die Lösung für den Anderen sein. Vielleicht reicht es ja einfach ein gemeinsames Ziel zu haben, sich aus wie auch immer gearteten Zwängen oder Süchten zu befreien. Nicht jedes Kind muss einen Namen haben.

    Für mich ist es demnächst an der Zeit meinen Faden mal zu Ende zu schreiben. Ich bin heute freier und glücklicher als ich es in der Beziehung zu meinem alkohlkranken Ex je hätte sein oder werden können.

    War ich abhängig, süchtig von ihm? War es ein Bindungsproblem meinerseits? Ich weiß es nicht und es ist im Grunde auch völlig egal .

    Am Ende konnte ich mich aus dieser Beziehung lösen, weil ich mir die Zeit genommen habe mal nur auf mich zu schauen und mich nicht mehr ausschließlich auf meinem ex fokussiert habe. Nachdem ich mich Schritt für Schritt innerlich gelöst habe, kam auch die klare Sicht zurück. Auf einmal hat es mich angeekelt zu sehen wie er nach seinem Saufgelage nicht mehr geradeaus laufen konnte, auf allen Vieren gekrochen ist.Mit seinen allnächtlichen Kochstunts total betrunken die Küche verwüstet hat, die ich natürlich am nächsten Morgen aufräumen durfte.Keine Ahnung warum ich das vorher nicht sehen konnte.

    Zusammenfassend ist es am Ende egal was es ist, ob Sucht oder Bindungsstörung,wenn wir es schaffen zu uns zu finden und den Fokus wieder auf uns richten.

    Hast du mal versucht, dich ganz bewusst von der Beziehung zu verabschieden? Bilder weggeworfen und aussortiert, deine Wohnung frei gemacht von seinen Sachen, all sowas? Den Liebeskummer so richtig angenommen und ausgelebt?

    Hallo 123,

    Ja ich habe alles aus der Wohnung entfernt, was mich an ihn erinnern würde. Die letzten zwei Wochen ging es mir auch richtig gut. Und jetzt dieser Rückschlag.

    Ich verstehe mich selbst einfach nicht.

    Hallo zusammen,

    ich habe die letzte Zeit eher mitgelesen aber heute ist es mal wieder Zeit ein paar Gedanken niederzuschreiben .

    Es ging mir vor ein paar Wochen wieder relativ gut. Ich dachte ich hätte das schlimmste überstanden.

    Auf einmal fühle ich mich um Wochen zurück geworfen. Ich träume von meinem Ex, ich leide und könnte ständig heulen. Was um alles in der Welt ist das??? Es ging mir nach einer Trennung noch nie so lange so schlecht. Ist das Co Abhängigkeit?

    Ich bemerke es einfach und es irritiert und schmerzt mich, dass es jetzt seit 3 Wochen ohne Alkohol funktioniert. Vorher war es so, dass sobald ich weg gefahren bin in meine Heimat (1x pro Monat), er angefangen hat zu trinken spätestens am Abend und mehrere Tage.

    Dann hat er aber doch die drei Wochen dazwischen auch jeweils nicht getrunken, oder verstehe ich das grade falsch und habe einen Denkfehler? Warum erstaunen dich dann jetzt die drei Wochen Trinkpause???

    Andererseits ist es auch eigenartig, weil er ja aus Einsamkeit-> ich nicht da-> getrunken hat. Und nun durch das Schluss machen begibt er sich ja in totale Einsamkeit also genau das Gefühl, warum er immer getrunken hat

    Mein Ex hat auch immer nach Erklärung/Schuldigen gesucht um zu erklären warum er getrunken hat. Jede dieser Erklärungen war halt einfacher als sich selbst einzugestehen es nicht geschafft/versagt zu haben.

    Vielleicht hat er die Zeit in der du nicht vor Ort warst einfach genutzt um in Ruhe saufen zu können, ohne dass ihm jemand auf die Finger schaut.

    Suche die Schuld nicht bei dir, denn es ist nicht deine.

    Ich glaube ja dass es nicht nur DEN Spiegeltrinker oder DEN Rauschtrinker gibt, weil ich meine,dass hier die Grenzen auch bei meinem Ex verwischt waren. Aber das können dir die trockenen Alkoholiker wahrscheinlich viel besser beantworten . Es ist nur eine Vermutung.

    Ich verstehe total, dass du ihn so verteidigst, dass habe ich auch sehr lange gemacht. Ihn gedeckt, vieles vor anderen verheimlicht. Das ist deine Co Abhängigkeit.

    Auch wenn hier grade alles gefühlt auf dich einprasselt, keiner will dir etwas böses und ihm schon gar nicht. Aber viele Geschichten/ Verhaltensweisen sind sich sehr ähnlich, dass merkst du, wenn du dich mal durch das Forum liest.

    Im Grunde sind es nur die Erfahrungenberichte derer, die genau das schon erlebt haben.

    Wir haben täglich Kontakt und ich kann sofort erkennen aus jedem Wort ,ob er trinkt oder nicht

    Da solltest du sehr vorsichtig sein. Mein Ex hat mich gezielt immer so angerufen, dass er entweder noch nicht so viel getrunken hat bzw halbwegs nüchtern war, dass es nicht hörbar war, dass er getrunken hat.

    Ein Alkoholiker hat leider meist jahrelange Erfahrungen im vertuschen/verheimlichen seiner Trinkgewohnheiten.

    Guten Morgen liebe Schwesti,

    es tut mir sehr leid, dass es so geendet ist. Mein Beileid.

    Dich trifft keinerlei Schuld, da du nichts, aber auch rein gar nichts hättest ändern können.

    Es lag alleine in seinen Händen.

    Vielleicht gibt es bei euch vor Ort eine Trauerbegleitung? Als mein Mann vor sechs Jahren verstorben ist (Krebs) habe ich hier eine Anlaufstelle gefunden, die mir wirklich sehr geholfen hat.

    Fühl dich gedrückt.

    Ja ich habe meine Familie und eine enge Freundin, denen ich wirklich alles erzählt habe. Andere Freunde wissen immer nur Häppchen Weise etwas, bzw dass was sie ohnehin mitbekommen haben.

    Das schlimme ist, dass man sich ja auch irgendwie wieder schämt alles so zu erzählen. Einerseits möchte es raus schreien andererseits fühlt man sich immer noch irgendwie schuldig bzw auch total bescheuert, dass man das überhaupt so lange mitgemacht hat. Man fühlt sich herabgesetzt und irgendwie demontiert.🤷

    Ich habe auch erst im Nachgang erkannt, wie oft meine Grenzen (wenn noch überhaupt welche da waren), verletzt wurden. Aber ich denke es ist wichtig, es einfach zu erkennen und zu lernen sich selbst an erste Stelle zu setzen.

    Ja das erkennt man tatsächlich erst im Nachhinein. Solange man in dieser Beziehung drin steckt dreht sich ja irgendwie alles nur um den Partner und seine Sauferei.

    Ich wünschte ich hätte früher mal auf mich geschaut und erkannt was da eigentlich passiert.

    Mental geht es mir sehr schlecht, eine solche Beziehung zerstört soviel in einem.

    Ich denke aktuell auch drüber nach in eine Therapie zu gehen. Ich weiß an manchen Tagen nicht ob ich das alles wieder aufarbeiten bzw mich wieder aufbauen kann.

    Lass Dich nicht einschüchtern und auch nicht unsicher machen, mit Fragen warum Du nicht früher gegangen bist. Das verstehen nur Menschen, welche selbst mal in so einer ungesunden Beziehung waren.

    In den Momenten in denen es mir gut geht und ich drüber nachdenke verstehe ich mich manchmal rückblickend ehrlicher Weise selber nicht, warum macht man das solange mit, warum lässt man sich das alles gefallen, warum sucht man solange nach Gründen um das Verhalten des Partners irgendwie zu erklären und damit zu verharmlosen.

    Ich habe am Anfang oder eigentlich bis vor kurzem noch viel diskutiert, weil ich unbedingt aufzeigen wollte was war und Zuspruch gesucht habe.

    Ja ich glaube so geht es mir irgendwie auch, ich möchte verstanden und gesehen werden. Meine Familie und meine Freunde tun das auch. Die sind eher schockiert, das ich das alles mit mir habe machen lassen, da ich bis dahin immer eher sehr selbstbewusst WAR.

    Und was seine (Sauf-)Freunde denken, sollte mir eigentlich wirklich egal sein.

    Da muss ich aber noch hinkommen.

    Hallo Alex,

    ja an manchen Tagen ist es wirklich schon gut, an anderen rutsche ich wieder in diese co Abhängigkeit. Da habe ich Momente in denen ich Panikattacken und Herzrasen bekomme und mich frage ob es wirklich alles so schlimm war. Ich muss mich dann wirklich darauf konzentrieren, mir vor Augen zu führen, wie diese Beziehung wirklich war.

    Ich wurde fast täglich belogen, er hat heimlich getrunken, auch bei der Arbeit, ( er ist Fahrer für seine Kollegen),amEnde hat er dann die kündigung bekommen. Ich wurde gedemütigt, beschimpft, blamiert, klein gemacht und habe es nicht mal gesehen ...stattdessen habe ich mir Entschuldigungen für sein Verhalten zusammen gebastelt....an manchen Tagen habe ich das Gefühl er hat einen Teil von mir zerstört.

    Ich habe das auch lange verheimlicht und niemandem erzählt was er sagt oder tut...auch dass um ihn zu schützen...mir war schon bewusst was meine Familie oder Freunde dann über ihn denken würden.

    Nachdem ich die Dinge dann angesprochen habe waren alle schockiert und traurig und haben mich natürlich für total bescheuert erklärt, dass ich nicht direkt gegangen bin.

    Noch schlimmer empfinde ich

    es aber im Nachhinein, dass er sich als ehrlichen Menschen darstellt, der ja nie etwas schlimmes getan hat, während ich immer nur Theater gemacht habe. Er glaubt das wahrscheinlich auch.

    Ich habe ihm nochmal.klipp und klar gesagt, Entzug und Therapie, sonst gibt es keinen Weg zurück. Er fand es dann unfair, dass ich weiterhin Alkohol trinken dürfe. Das hatte ich mit keinem Wort erwähnt. Zudem wäre es für mich unproblematisch mit einem abstinenten Partner auch alkoholfrei zu leben. Nach dieser Ansage hat er wieder irgendeinen fadenscheinigen Grund und Angriff gegen mich gefunden.

    Als mein Ex vor unserer Trennung eine 7 monatige Trinkpause eingelegt hat, war es für mich natürlich auch selbstverständlich komplett auf jeglichen Alkohol zu verzichten. Obwohl ich am Wochenende gerne auch mal tanzen gegangen bin, mit Freunden unterwegs war, habe ich natürlich auch darauf verzichtet, weil dass mit ihm natürlich dann nicht möglich, bzw eine Zumutung für ihn gewesen wäre. Das habe in Anbetracht der Umstände natürlich auch gerne getan.

    Am Ende der Beziehung hat er mir dann vorgeworfen, dass das Leben mit mir langweilig wäre, da man ja nicht mal mit mir weggehen könnte.

    Ich dachte wirklich ich höre nicht richtig und wenn es nicht so traurig wäre, könnte man über diese Aussage, die er vermutlich auch noch ernst meint, fast schon wieder lachen.

    Er schrieb, dass ich das alles in einem neuen Mann finden werde. Es hat sich so emotionslos angefühlt. Als ob er schon längst abgeschlossen hätte.

    Eine solche Antwort habe ich in etwa ebenfalls bekommen.

    Man hofft ja schon fast dass es die Sucht ist, die aus ihm spricht. Alles andere stuft einen selbst ja noch mal weiter ab.

    Ich denke das alles ist aussichtslos solange sie keine Notwendigkeit sehen sich zu ändern. Bei mir wird es langsam alles besser, aber es gibt Tage da wechsel ich immer noch von einfach nur Liebeskummer zurück zu Co Abhängig. An den Tagen ist es dann richtig schlimm und man fragt sich was wäre wenn....und würde es nicht doch Sinn machen.... Aber nein ich habe mittlerweile begriffen dass eine Beziehung zu einem nassen Alkoholiker keine Beziehung sein kann.

    Ihr sagt ja, kontrolliertes Trinken funktioniert generell nicht - in meinem hat es das sowieso nicht, ist geschenkt.

    Aber kennt ihr das Thema?

    Kontrolliertes Trinken funktioniert nicht, dass kann ich dir zum Einen aus eigener Erfahrung bestätigen: Mein Ex hat dies auch versucht, zunächst alle zwei Wochen, die zeitlichen Abstände wurden aber immer kürzer, so dass er am Ende wieder täglich getrunken hat.

    Zum Anderen schließen sich die Begriffe "Sucht"und "Kontrolle" meines Erachtens gegenseitig aus. Das kann also nicht funktionieren.

    Hey Korli,

    bei mir ist diese "Abnabelung" auch noch nicht lange her. Am Anfang dachte ich, ich brauche den Kontakt um eventuell noch etwas retten zu können, es zu verstehen, ihn zu verstehen und um überhaupt überleben zu können. Das ist eine Sucht!!

    Einem Alkoholiker wird es nur dann gut gehen, wenn er es irgendwann schafft ohne den Alkohol zu leben, ein Drogenabhängiger wird nur ohne Drogen ein normales Leben führen können und gleiches gilt für uns Co Abhängige.

    Ich habe meinen Ex vor einiger Zeit komplett blockiert, auf allen Kanälen, Anrufe sofort weggedrückt ( mittlerweile habe ich auch seine Telefonnummer blockiert) Mein Herz hat mir natürlich was anderes gesagt, aber ich habe diesmal nur auf meinen Verstand gehört.

    Und endlich geht es mir nach und nach besser. Es ist noch nicht perfekt und es gibt Tage an denen es schwerer ist, aber es wird besser, jeden Tag. Vertrau darauf.

    Zitat

    Ich tue schon etwas für mich.

    Gestern war ich mit einem Freund auf einem Speeddating. War ganz lustig.

    Heute gehe ich auf eine Ü40 Party.

    Also ich lenke mich schon ab


    Hey Korli.

    mache was auch immer dich glücklich macht bzw durch diese Zeit hilft.

    Jeder von uns ist anders, jeder hat andere Bedürfnisse. Ich denke dass kann und sollte man nur für sich selber entscheiden. Un wenn es dir danach besser geht ist es doch perfekt 👍