Ich kann dich sooooooo gut verstehen. Ohne mein Kind wäre ich auch nicht gegangen und mein Mann zeigt ja "glücklicherweise" null Krankheitseinsicht.
Aber was wollen wir unseren Kindern vorleben? Dass es normal ist, dass sich die Bierflaschen, Dosen und anderweitiges Leergut nur so stapelt? Dass eine Alkoholfahne der normale Geruch von Menschen ist? Dass diese Lethargie, die Alkoholiker nun mal haben, diese mangelnde Lebensfreude und Energie normal ist? Dass Papa nie bei kinderfreundlichen Aktivitäten dabei ist? Dass Papa zu feige ist sein Leben in die Hand zu nehmen, um ein Vorbild für seine Kinder zu sein?
Ich werde unser Haus vermissen, ich finde es blöd, die Wochenenden alleine zu verbringen, die ganze Verantwortung zu schultern. Aber meine Erwartungshaltung meinem Mann gegenüber ist sowas von gegen null gegangen und das ist befreiend. Jedes Mal die Energie dafür aufzuwenden, nur um dann enttäuscht zu werden, weil die Dorfkneipe wichtiger ist? Nein, dafür ist mein Leben zu schade.
Und der liebe Mann ist mittlerweile ein Monster geworden, was sich wie ein Kind verhält. Kein normales erwachsenes Gespräch ist mehr möglich, ich erlebe fast ausschließlich Gemeinheiten. Nicht einmal sachliche Dinge können besprochen werden. Es ist zum Mäuse melken. Das will ich definitiv nicht.
Liebe releaseme , ich kann dir nur raten. Geh den Schritt und dann darfst du keine Kehrtwende mehr machen. Ich hab Beispielsweise Angst es dann nie mehr zu schaffen. Und ich sage mir, okay, wenn er im Nachhinein etwas ändert und wir in einem Jahr an einem anderen Punkt stehen, vielleicht ist dann nochmal etwas möglich. Grundsätzlich glaube ich aber, dass über die Jahre zu viel kaputt gegangen ist. Gerade das was er in den letzten Wochen abgezogen hat, war einfach nur schlimm. Und möchte man so jemanden an seiner Seite? Oder hat man alleine nicht vielleicht mehr Kraft?