Beiträge von SummerSun

    Ja, SummerSun, das denke ich .

    Ich lese täglich alles hier im Forum. Außerdem gehe ich meist 2 mal wöchentlich in Selbsthilfegruppen, je nach Dienst.

    In diesen Gruppen bin ich mit ca. 30 Alkoholikern, also Menschen die ich mittlerweile ganz gut kenne.

    Und bei fast!!!!!! allen kam der Anstoß zur Abstinenz erst!!!!! mal von außen, sei es die Frau/ Mann hat sich getrennt, eine üble Krankenhauserfahrung, eine MPU, Arbeitgeber hat gedrängt…..uvm. Das habe ich explizit erfragt, da es ja immer heißt es muss vom Alkoholiker ausgehen.
    Das trocken , abstinent bleiben, das ist Sache des Einzelnen. Und bei vielen hat’s geschnackelt.

    Aktuell hat er den Anstoß noch nicht. Wir sind aber auch noch nicht weg. Und er versucht noch mehr ejnzulullen und zu manipulieren, als dass er durch Handeln zeigt dass ihm etwas an und liegt. Und mein Kind leidet darunter, weil mein Mann nicht ausreichend Verantwortung übernimmt.

    Ich sehe das nicht so.

    Alle mir persönlich bekannten Alkoholiker haben das zumindest mal - wenn auch vergeblich- versucht.

    Und daran zu scheitern , wirklich am eigenen Körper zu spüren, dieser immer wieder durchbrechende Kontrollverlust ist nochmal eine ganz gewaltige persönliche Katastrophe. Vor allem wenn durch außenstehende „Hilfsorganisationen“ dies als gangbarer Weg propagiert wird.

    Dann meinst du also, dass das Teil des Weges ist? Erst wenn jemand durch das Scheitern am kontrollierten Trinken merkt, dass er es nicht kontrollieren kann, kann er so einer Abstinenz näher kommen?

    Liebe Api ,

    das habe ich ihm auch gesagt. Dass ich niemals ausschließen würde nicht wieder mit ihm zusammen zu kommen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt und zu den jetzigen Bedingungen geht es nicht. Und dann hat er nebenbei erwähnt, auch nicht böse, dass es dann darauf ankommt, ob er noch will.

    Das empfand ich als machtausspielend, aber er kann es gerne so machen.


    Und ich habe heute ein Feedback von einem ganz Außenstehenden bekommen. Ein Versicherer, mit dem ich vor kurzem telefoniert hatte und mit dem ich erstmalig vor einem Jahr telefoniert habe, hat mit einem Elternteil von mir gesprochen. Sie haben schon lange eine Geschäftsbeziehung. Und er meinte, dass es so war als hätte er mit einem ganz anderen Menschen gesprochen. Viel freundlicher, gelassener, als im Vergleich zum Vorjahr. Das hat mich schockiert.

    Wirklich?! Er sagt, doch auch ganz deutlich, dass er nicht aufhören will. Wieso solltest du da später was bereuen? Warum nicht er? Er will dich verunsichern - lass das nicht mit dir machen.

    Weil er ja jetzt einen Weg geht. Den des kontrollierten Trinkens. Den Weg der Selbstbestimmung. Er will jetzt Sport machen und seine Gesundheit angehen. Und ich konnte ihm nicht noch ein paar Monate Zeit geben.

    Puh. Es ist so schwer. Ich glaube, dass es für ihn schwer ist, ich glaube, dass er jetzt auch etwas ändern will, aber die Monate, Jahre zuvor, bevor ich mich getrennt habe, hat jegliches Reden nicht geholfen. Ich wünsche ihm sehr, dass er etwas verändert, vor allem auch für sein Kind, aber jetzt muss ich erstmal diesen Weg gehen. Und ja, nach dem sehr langen und reflektierten Gespräch mit meinem Mann fällt mir das gerade wieder richtig schwer.

    Er meinte Außenstehende hätten ihm gesagt, dass sie den Forderungskatalog von mir auch nicht mitgemacht hätten. Ich habe ihm gesagt, dass das ja OK ist. Ich bin stolz auf mich, weil ich auf meine Bedürfnisse gehört habe. Und so lange keine Einsicht da ist, wirkt der Forderungskatalog ja auch nicht wohlwollend, sondern bedrohlich.


    Ich bin so traurig. Er erzählt so viel, auch dass man mit dem Kind viel mehr machen müsste, malt Bilder von langen gemeinsamen Spaziergängen etc. Das macht es nicht einfacher.

    Er hat mir heute erzählt, dass er etwas ändern will, und dass es sein kann, dass ich dann später bereue, dass ich ihn verlassen habe. Er will aber nicht komplett aufhören. Er braucht auch so keine psychologische Hilfe und er setzt jetzt Dinge um, wie auf seine Gesundheit zu achten. So seine Aussage. Und ich habe gesagt, dass mir das nicht reicht. Warum er nicht auf Alkohol verzichten kann, konnte er mir nicht erklären. Ich fühle mich manipuliert, und natürlich schafft er Hoffnung. Heute ist er ja wieder lieb. Gestern war das noch anders. Ich habe ihm heute gesagt, dass ich Angst vor ihm hatte. Das hat er zunächst nicht ernst genommen, später ist er dann darauf eingegangen.

    Ich finde es alles ganz schwierig und ständig wanke ich hin und her.

    Ich glaube an dem.Punkt bin ich leider noch nicht.

    Ich merke heute, nachdem ich den gestrigen Abend ein wenig habe sacken lassen und die halbe Nacht wach war, dass ich gestern Angst hatte. Nicht, dass er jemals gewalttätig geworden ist, aber die Worte waren so gemein, so hart, dass ich Angst hatte ins Bett zu gehen und meine Augen zu schließen. Ich habe mich in meinem eigenen Zuhause nicht sicher gefühlt. Das nagt an mir.

    Ich habe gerade einen richtig tollen Moment. Mein Mann kam völlig betrunken nach Hause. An den Beleidigungen habe ich gemerkt, dass er wohl doch ziemlich verletzt ist. Er hat versucht mich klein Zureden und anzugreifen. Und "Alkoholiker" ist wohl jetzt ein Schimpfwort.

    Es ist ein guter Moment. Ich fühle mich entschlossen, dass sich etwas ändern muss. Alle meine bisher gegangenen Schritte sind richtig für mein Kind und mich.

    Und er wird abstürzen, sobald wir weg sind. Und er wird selbst dafür verantwortlich sein, sich wieder aufzurichten.

    Lieber Alex_aufdemweg ,

    vielen lieben Dank für deine Sichtweise, die Sichtweise eines Betroffenen. Ich kann mir das als Nicht-Alkoholiker gar nicht vorstellen.

    Wenn er einen alkoholfreien Tag hatte, hat er immer gesagt, dass er den Alkohol gar nicht so vermisst hat. Warum dann aber am nächsten Tag weitertrinken?

    Du hast Recht. Eine Freundin hat mich gefragt, ob es mir lieber wäre, er würde mir flehend hinterherrennen? Nein, denn wenn er keine Veränderungsbereitschaft zeigt, dann muss ich diesen Weg gehen. Und flehen würde es nur schwerer machen, auch wenn ich das Gefühl habe viel schwerer geht es gar nicht.

    Hallo SummerSun,

    es bringt nichts, wenn du mit deinen Gedanken irgendwo in der Zukunft bist. Das sind ja nur Hirngespinste, wer weiß schon was kommt.

    Und vielleicht denkst du nicht an eine neue Feau an seiner Seite sondern einen neuen Mann an deiner... Es ist besser deine eigene Zukunft zu planen als seine. Auf deinen Weg hast du Einfluss, auf seinen nicht.

    Liebe Grüße Aurora

    Einen neuen Mann an meiner Seite kann ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen. Ich trauere immer noch zu sehr um die gescheiterte Beziehung und sein Nicht-Wollen der Veränderung.

    Das ist richtig. Und die Frage ist, wenn mein Mann, (und ich kenne ja seine Vergangenheit und die Art und Weise wie er agiert) obwohl er mich über alles liebt und sein Kind noch viel mehr als mich, sich trotzdem entscheidet uns ziehen zu lassen, kann er dann überhaupt glücklich sein? Er sorgt ja nicht mal für sich selbst gut. Vielleicht kann er das mit einer anderen Frau eine Weile sein, glücklich, zumindest nach außen, aber mit mir hat er es auch nicht geschafft und das obwohl er mich außerordentlich liebt. Das weiß ich.

    Ich habe mich gerade nochmal durch das kontrollierte Trinken gelesen. Das wird ja von vielen Suchtforschern stark kritisiert, weil es eben nicht so einfach ist, für einen Alkoholiker ein normales Trinkverhalten an den Tag zu legen.


    Du hast Recht Morgenrot . Seine Entscheidung ist für den Konsum im kontrollierten Maße und gegen eine stationäre Therapie, die Kneipe nur noch reglementiert und seine Familie ausgefallen. Das ist hart! Und das schmerzt! Aber vielleicht waren wir ihm nie wirklich wichtig.

    Ich finde e

    ich weiß, dass es solche Einrichtungen gibt, es bringt diesen Einrichtungen Geld. Kontrolliertes Trinken funktioniert bei Alkoholikern nicht. Das soll dir nur zeigen, dass er etwas tut.

    Das ist ein karitativer Verein, deshalb weiß ich nicht, ob sie daran etwas verdienen.


    Und zu deinem anderen Kommentar: das ist das was so unglaublich schmerzt. Dass wir bei ihm keinen Platz haben, keine Priorität sind. Genau deshalb gehe ich ja. Aber schmerzen tut es so unendlich Doll. Und natürlich drehen sich meine Gedanken um ihn. Ich liebe ihn. Ich hätte ihn gerne einsichtig. Ich würde gerne die Liebe für uns spüren können, die er mir bei unserem Eheversprechen geschworen hat.

    Naja sein Grundgedanke ist, dass er nicht aufhören möchte zu trinken. Er will kontrolliert trinken. Es gibt ein Programm einer Einrichtung, dort hat er einen Termin. Ich glaube aber dass das nicht reicht. Weil er ganz viele Themen hat, die zusätzlich die Beziehung belasten, die er aber nicht bereit ist anzugehen.


    Und er sagt mir immer wieder, dass ich mich entschieden habe zu gehen. Dass er es akzeptieren muss, im Gegenzug muss ich aber auch akzeptieren, welche Bereitschaft er mitbringt. Das weiß ich. Aber das halte ich für schwierig und nicht ausreichend. Er wirkt halt so als wäre seine ganze Liebe für mich weg, als wäre ich ihm nicht wichtig, als wäte es nicht wichtig zu kämpfen und das obwohl ich doch seine große Liebe bin

    Liebe API,

    aber er steht ja nicht vor mir und sagt ich ändere was und trinke weniger. Das hat er anfangs gemacht. Jetzt ist er einfach maximal distanziert und zieht das weniger trinken durch, ist mir gegenüber aber maximal verschlossen, als wäre er ein Fremder. Deshalb finde ich es so schwierig. Er kommt ja nicht mit Liebe zu mir und fleht mich an zu bleiben, sondern er macht halt sein Ding.

    Und was ist, wenn er jetzt doch alles ändert und dann eine andere Frau mit ihm das perfekte Leben führt?

    Es sind so schlimme Gedanken, die ich gerade habe.

    Wir wohnen ja noch ein paar Monate zusammen und er ist so kühl und sachlich zu mir. Sagt mir immer, ich muss mich nicht erklären, ich habe meine Entscheidung getroffen. Und trotzdem tut es unendlich weh, weil ich das Gefühl habe, dass wir für ihn nichts wert sind...er wirkt so cool und gelassen.

    Vielleicht meinte die Freundin das aber auch so, dass es das größte Geschenk für ihn ist, wenn sie ihn verlässt, weil sie dann seine Sucht nicht weiter durch Co-Abhängigkeit unterstützt.

    Ich glaube beides. Zum Einen wollte er sich ja nie verändern. Er hat schon immer ziemlich klar gesagt, er ist so wie er ist und das muss man so akzeptieren. Da spielen tatsächlich auch noch andere Faktoren als die Sucht mit rein. Und in dem ich das so annehme und sage, dass er so ist wie er ist und ich mich nicht mehr daran abarbeite, dass er anders zu sein hat: liebevoller, verantwortungsbewusster, nüchterner, damit überlasse ich ihn sich selbst. Das ist ein Geschenk für ihn, aber wahrscheinlich auch für mich. Auch wenn ich das aktuell nicht sehen kann.


    Und er ist gerade so herzlos und kalt zu mir, das tut mir richtig weh. Einfach so, als wäre ich irgendein Business Partner.