Beiträge von Kurswechsel

    Hey Alex, vielen Dank für deine Nachricht.

    Ich hoffe Du beschäftigst Dich abends. Und sitzt nicht nur so da. ^^

    Oha, jetzt hast du mich erwischt. Nachdem ich mich den ganzen Tag ausgeruht habe, sitze ich ab 18 Uhr (zu Beginn meiner sonst üblichen Saufzeit) einfach nur so da und warte bis die Zeit rumgeht, so dass ich endlich ins Bett kann. ^^

    Spaß beiseite, das würde mir wahrscheinlich sogar mal gut tun, denn von morgens bis abends ist eigentlich volles Programm angesagt. Drei kleine Kinder, Hund und Frauchen (achtet nicht auf die Reihenfolge ^^) wollen beschäftigt werden.

    Wie geht es mit dem Meditieren voran?

    Ich bin dran, meist komme ich abends erst dazu, aber es tut mir gut. Ich habe vor meiner Säuferkarriere regelmäßig meditiert und das war (wenn ich mich so recht erinnere) die entspannteste und ausgezeichnete Zeit meines Lebens.

    Die Stimmungsschwankungen können auch gut mit dem noch gestörten Dopaminspiegel zusammenhängen. Auch baut der Körper unter Alkohol, Rezeptoren dafür ab. Da Alkohol das ersetzt.

    Das hatte ich auch schon gelegen und ehrlich gesagt beruhigt es mich auch, das nochmal von dir zu lesen. Denn dann ist es zeitlich absehbar und wird sich hoffentlich bald legen. Stimmungsschwankungen und schlechte Laune sind halt auch suboptimal für ein harmonisches Familienleben.

    Habe das mit der Docking Station fürs Homeoffice nicht hinbekommen.

    Ich hoffe, du konntest dein Problem lösen und bist jetzt fleißig im Homeoffice aktiv :S

    Auch dir und all den Mitlesern einen glorreichen Wochenstart.

    Hallo zusammen,

    das Wochenende war nicht ganz einfach. Besonders abends haben sich meine Gedanken oft um Bier gedreht – zu Zeiten, in denen ich früher immer getrunken habe. Auch wenn ich mittlerweile ganz gut damit klarkomme, diese Gedanken loszulassen oder mich abzulenken, nervt es manchmal doch ziemlich.

    Ich weiß, dass ich noch am Anfang meiner Abstinenz stehe und will mich nicht beschweren. Mir ist klar, dass ich keinen dauerhaften Kampf mit meinem Suchtgedächtnis führen kann und möchte. Stattdessen versuche ich, die Situation realistisch zu sehen: Es ist eine Krankheit. Und ich halte mir immer wieder vor Augen, dass es mir definitiv nicht besser gehen würde, wenn ich dem Saufdruck nachgeben würde.

    In letzter Zeit bemerke ich auch häufige Stimmungsschwankungen. Es gibt Momente, in denen ich die ganze Welt umarmen und Bäume ausreißen könnte, nur um kurz darauf schlecht gelaunt zu sein. Ich hoffe, dass sich das mit der Zeit einpendelt.

    Manchmal höre ich mein Suchtgedächtnis fast schon mitleidig flüstern, wie langweilig es doch sei, dass ich heute Abend wieder nicht trinke. Aber auch da mache ich mir bewusst, dass der Verzicht ein Gewinn ist – für mich und mein Leben.

    Habt alle ein geruhsames und zufriedenes Restwochenende und einen besinnlichen ersten Advent.

    Hallo zusammen,

    ich hatte letzte Nacht einen ziemlich intensiven Traum, der mich heute noch beschäftigt: Ich war mit meinen Freunden auf Mallorca im klassischen „Saufurlaub“. Überall gab es Versuchungen, besonders die, denen ich früher nur schwer widerstehen konnte. Immer wieder hat mir jemand etwas zu trinken angeboten. Zum Glück habe ich im Traum nichts getrunken, aber es hat mich dennoch ziemlich aufgewühlt.

    Heute Morgen war ich deswegen ganz schön durcheinander und musste den ganzen Tag immer wieder an diesen Traum denken. Offenbar hat mein Unterbewusstsein einiges zu verarbeiten. Ich versuche, es einfach als das zu sehen, was es ist: ein Traum.

    Ansonsten halten sich die Gedanken an Alkohol in Grenzen. Kommen sie auf, schenke ich ihnen keine Beachtung und sie verschwinden relativ schnell wieder.

    Heute ist Tag 27 ohne :S

    Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin.

    Hallo Naira, vielen Dank für deine Worte. Ich bin voller Zuversicht, dass ich es schaffen werde, weil ich es dieses Mal wirklich will. Ich möchte mir keine Hintertür mehr offenlassen. Ich will selbst über mein Leben bestimmen. Ich möchte nicht wieder jeden Abend meine Zeit verschwenden, auf schöne Dinge verzichten und am nächsten Morgen verkatert und schlecht gelaunt aufwachen. Ich will meinem Körper nicht mehr schaden. Ich möchte nicht länger auf durch die Sucht künstlich herbeigerufene Glücksgefühle angewiesen sein. Ich will selbst für mein Glück verantwortlich sein.

    Ich möchte ein Vorbild für meine Kinder sein. Ich will nicht wieder unter irgendwelchen Vorwänden Feiern verlassen, nur um mich zu Hause alleine zu betrinken.

    Ich weiß, dass es seine Zeit dauert und dass es auch im nüchternen Leben Höhen und Tiefen gibt. Die Tiefen gehören dazu – und ich werde ihnen mit Akzeptanz begegnen, besonders dort, wo ich sie nicht ändern kann. Aber das Wichtigste ist: Ich habe jetzt das Ruder wieder in der Hand. Ich bestimme den Kurs. Ich entscheide, wie ich mit einem aufziehenden Sturm umgehe. Aber ich entscheide auch, wie ich die Schönheit eines ruhigen, klaren Tages auf See genieße.

    „Da ist noch soviel mehr.“

    Ich finde dieses Zitat aus dem Film „One for the Road“ unglaublich passend – natürlich eingebettet in den Kontext, wie ich ihn vor Augen habe. Es ist so leicht, so einfach, und dennoch sagt es so viel aus und gibt mir Kraft und Zuversicht.

    Ich wünsche euch allen von Herzen einen nüchternen, selbstbestimmten und wunderschönen Tag. Am Ende seid nur ihr es, die das Steuer in der Hand halten.

    Klasse Alex, da hast du mir jetzt einige Hausaufgaben aufgegeben. Ich bin dir sehr dankbar dafür, das entspricht im übrigen genau dem Weg, den ich auch gehen möchte… Ein wenig esoterisch angehaucht bin ich auch durch meine Familie :) Ich finde, die Mischung macht es, viele Techniken, die noch vor ein paar Jahren schulmedizinisch verpönt waren, sind ja mittlerweile auch wissenschaftlich belegt.

    Was hast Du Dir vorgenommen, damit Du Deine Abstinenz weiter absichern kannst?

    Ich versuche mir meine Krankheit präsent zu halten, sei es dass ich darüber lese, Hörbücher höre und Videos schaue und natürlich ist mir dieses Forum eine große Hilfe dabei. Meine abendliche Routine habe ich abgelegt und durch andere Sachen ersetzt. Ich habe mich beispielsweise letzte Woche wieder bei zwei Vereinen zum Sport angemeldet. Auch versuche ich jetzt wieder regelmäßig zu meditieren, um meine Achtsamkeit und mein Bewusstsein zu schärfen. Mit einem guten Freund tausche ich mich auch regelmäßig aus, er war in einer ähnlichen Lage, ist mir zeitlich nur etwas voraus.

    Auch sonst fehlt mir nichts - im Gegenteil: „Da ist so viel mehr.“

    Ich finde es wirklich schön, dass sich so viele auf meinen Thread gemeldet haben. Das Forum hat mir schon sehr geholfen, aber ich bin mir sicher, dass es durch den aktiven Austausch noch viel besser wird.

    Ich habe nächste Woche einen Termin bei meinem Hausarzt und werde mich dort öffnen.

    Hast du schon einen Plan für die kommende Weihnachtszeit und Silvester?

    Hallo Seeblick, ja da habe ich mir schon meine Gedanken gemacht. Weihnachten sind wir eigentlich komplett zu Hause. Der angekündigte Besuch ist selber gerade abstinent unterwegs (die Sterne stehen gerade günstig für mich) und wir hatten ein sehr offenes Gespräch dazu. Ich habe gesagt, dass ich nichts mehr trinken werde, da ich das Zeug nicht im Griff habe. Wir werden zeitig zu Abend essen und nach dem Essen hatte ich nie „Appetit“ bzw. Verlangen nach Alkohol. Sobald ich was gegessen habe, fühle ich mich immer so voll, dass ich nichts Flüssiges mehr reinbekomme (das kommt mir sehr entgegen und ist auch Teil meines Notfallkoffers). Früher hatte ich daher das Abendessen immer auf 21/22 Uhr verschoben, dass ich ja mein Mindestpensum reinbekomme. Silvester sind wir bei meinen Eltern, den habe ich bereits gesagt, dass ich nichts mehr trinken werde. Sie haben sich sehr gefreut. Außerdem fahre ich und getrunken , wenn die Kinder im Auto sind, habe ich selbst in meiner Alkoholikerkarriere glücklicherweise nie gemacht.

    Beim lesen Deines Posts hatte ich ein Deja vu, dazu vielleicht später mehr.

    Hallo Nayouk, gerne würde ich dazu mehr erfahren.


    Ich bin unendlich dankbar für dieses Forum und den Austausch hier - bis später!

    Hallo Elly vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich habe meine Lieben informiert, meine Frau ahnte schon so etwas. Sie trinkt glücklicherweise überhaupt keinen Alkohol und unterstützt mich. Auch den Alkohol habe ich aus dem Haushalt verbannt. Da ich hier im Forum schon viel geschmökert habe, habe ich versucht, mich entsprechend zu präparieren. Die Zeit, in der ich noch vor kurzem in meiner Routine gefangen war, versuche ich jetzt durch schöne Dinge zu ersetzen, wie etwas mit der Familie zu unternehmen, mit den Kindern spielen, ihnen vorlesen oder zum Sport zu gehen. Das hilft mir ganz gut.

    Grüße in die Runde!

    Ich bin männlich, verheiratet, habe drei Kinder, ein schönes Zuhause, einen tollen Job, und wir sind alle gesund. Man sollte meinen, das reicht, um glücklich zu sein. Doch leider war über eine lange Zeit mein dunkler Begleiter sehr präsent: Alkohol oder dieses miese Nervengift, wie ich ihn jetzt oft bezeichne. Mit diesem miesen Nervengift habe ich mich über Jahre hinweg betäubt und vermeintliche Sorgen weggespült. Angefangen hat es wahrscheinlich wie bei vielen hier mit wöchentlichen Saufgelagen vor und bei diversen Partys. Die Woche über trank ich zu der Zeit nicht, das begann erst sporadisch während meines Studiums. Schleichend wurde es immer mehr, nicht von der Menge aber dafür zumindest in den letzten 10 Jahren nahezu täglich. Ich könnte wahrscheinlich die Tage einzeln benennen, an denen ich nicht getrunken habe. So hatte sich folgende Routine bei mir gefestigt: Jeden Abend, meist so gegen 18 oder 19 Uhr, öffnete ich mein erstes Bier. Drei mussten es mindestens sein, meistens vier oder fünf – selten mehr, dafür aber täglich. In letzter Zeit kamen dann immer auch ein bis zwei kleine Schnäpse dazu. Währenddessen habe ich diverse Serien geschaut. Mein ganzer Tag drehte sich um dieses abendliche Ritual, und ich war sehr gereizt, wenn etwas dazwischen kam.

    Das alles sorgte natürlich auch innerhalb meiner Familie für Konflikte und unnötige Spannungen. Denn spätestens um 19 Uhr wollte ich meine Ruhe haben. Ich wollte nichts mehr vom Alltag sehen, hören oder fühlen. Ich verzog mich in meine vernebelte Welt und war dann auch immer sehr genervt, wenn mich jemand dabei störte.

    Jeden Abend landete ich dementsprechend angetrunken im Bett. Einschlafen ging durch das Nervengift recht schnell, aber gegen 2 oder 3 Uhr wachte ich regelmäßig auf und wälzte mich dann unruhig hin und her. Morgens begann der Tag dann oft mit Kopfschmerzen, ich war sehr müde und hatte meistens schlechte Laune. Dennoch meisterte ich meinen beruflichen und privaten Alltag recht gut. Aber ich fühlte mich vor allem in der letzten Zeit immer erschöpfter, unmotivierter und ohne Antrieb.

    Seit mindestens drei Jahren lese ich hier still im offenen Bereich mit. Ungefähr seit dieser Zeit ist mir bewusst geworden, dass ich ein massives Problem mit Alkohol habe. Trotzdem habe ich den Absprung nicht geschafft bzw. immer wieder verschoben. Ich redete mir ein, an „besonderen“ Tagen wie Silvester, Ostern oder meinem Geburtstag zu starten – doch es blieb (wenn überhaupt) nur bei kurzen Abstinenzphasen. Ich redete mir dann beispielsweise ein, dass ich nur noch am Wochenende trinke. Aber binnen kürzester Zeit war ich wieder im Hamsterrad gefangen. Ich konnte oder wollte mir einfach nicht eingestehen, dass ich den Konsum nicht im Griff habe. Immer hoffte ich, dass ich zu einem „normalen“ oder zumindest gesundheitlich unbedenklichen Konsum in der Lage wäre – vergeblich. Ich bin Alkoholiker.

    Vor drei Wochen hat sich mein Leben dann schlagartig verändert. Ich war krank (Corona). Mir ging es einfach zu schlecht, um zu trinken. Ich konnte das Zeug nicht mal mehr riechen - im wahrsten Sinne des Wortes. Während ich ans Bett gefesselt war, habe ich unzählige Artikel über Alkohol gelesen, hier im Forum geschmökert und Videos auf YouTube geschaut. Und dann hat es Klick gemacht.

    Seitdem habe ich dieses Nervengift nicht mehr angerührt und meine alte Routine komplett über Bord geworfen. Bisher hatte ich kaum Trigger-Situationen, da ich fast ausschließlich zu Hause innerhalb dieser unnützen Routine getrunken habe. Jetzt genieße ich die Zeit mit meiner Familie. Auch treibe ich jetzt wieder Sport – ein Lebensinhalt, der mir früher sehr wichtig war. Mir wird immer klarer, wie viel kostbare Zeit ich jeden Abend verschwendet habe. Es fühlt sich so befreiend an, aus dieser vernebelten Welt ausgestiegen zu sein.

    Ich bin sehr zuversichtlich und habe mir felsenfest vorgenommen, nie wieder dieses miese Nervengift zu konsumieren. Ich weiß, dass ich nicht damit umgehen kann. Ich will klar sein. Für mich, für meine Familie und für ein freies, selbstbestimmtes Leben. Und das ist der große Unterschied zu früheren Abstinenzphasen von mir.

    Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich mich hier vorstellen soll, und bin jetzt froh und erleichtert, mir das alles von der Seele geschrieben zu haben. Ich wünsche euch allen eine trockene, zufriedene und selbstbestimmte Zeit.

    PS: Heute ist Tag 20 ohne!