Beiträge von Kazik

    Hi Murmel und Ihr,

    ich persönlich finde einen generellen Austausch hier über die Coronazeit schwierig und heikel.

    Allerdings kenne ich auch eine Person aus meinem Umfeld, die in schwere psychische Schwierigkeiten in dieser Zeit geraten ist. Und kenne Weitere inklusive Kindern die Schwierigkeiten hatten, die nicht so schwerwiegend waren.

    Was ich damit sagen will, das war eine schwere Zeit "vergleichbar" mit einem Krieg. Und es ist notwendig, dass Menschen die aus dieser Zeit Schäden davon getragen haben behandelt werden. Im Idealfall so weit behandelt, dass diese Schäden geheilt werden. Aber das gehört in die Hände von Profis.

    Zur psychologischen Vorbereitung auf eine ähnliche Zeit. Wenn Menschen das notwendig finden, sollen sie das tun. Vorsorge ist besser als Nachsorge. Aber am Ende hängt es von der persönlichen Widerstandskraft ab.

    Mir persönlich fällt gerade nichts ein, was ich den Grundbausteinen hinzufügen würde, um auch in einer solchen Zeit "zufrieden" trocken zu sein. Aber ich bin auch noch nicht lange trocken.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Vorsicht, das zeigt eher, dass viele Ärzte keine oder wenig Ahnung von Sucht haben.

    Hi Ihr,

    ich persönlich wäre mit so einer Aussage vorsichtig, den wie in diesem Fall braucht die Ärztin keine Ahnung von Sucht zu haben, sondern Sie muss lediglich wissen, ob und wie sie die Medikation verändern muss.

    Und bei Ärzt*innen mit einer Zusatzausbildung für Suchtbehandlung hängt die Ahnung auch von ihrer Erfahrung und der Bereitschaft von Ihren Patient*innen zu lernen ab. Darüber hinaus ist meine Sucht irrational und ich kann mir letztendlich selber nicht erklären, was meine Sucht mit mir macht. Und das erwarte ich deshalb auch nicht von meinen Ärzt*innen. Von denen erwarte ich das, die mir eine gesunde Sicht aufzeigen und mich ansonsten so gut behandeln wie Jede andere auch und das heilen, was sie können.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi R/no ,

    Du bist innerlich gerade auf der Seite der Ärztin. Für Dich und sie war wichtig, dass sie Bescheid wusste. Betonung auf für Dich. Sie ist Profi und hätte schon gefragt, wenn sie etwas hätte wissen müssen. Und es hat ja auch mit der OP alles geklappt.

    Und ich hoffe, dass es Dir weiter gut geht und wünsche Dir weiterhin gute Besserung.

    LG

    Kazik

    Hi Ihr,

    nachdem ich es eine weitere Nacht habe sacken lassen, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es eigentlich ganz einfach war. Ich war vor dem Treffen angespannt und gestresst, weil ich innerlich den negativsten Ausgang vor Augen hatte. Depressive Denke. Und nachdem Treffen, obwohl das Gespräch absolut optimal gelaufen ist, hat mein Suchtgedächtnis mit Nachdruck den "üblichen" Weg vorgeschlagen. Saufen. So einfach und doch für mich manchmal schwer zu erkennen.

    Mir geht es heute gut und es ist ein schöner Tag hier.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Hartmut,

    ja ich weiß noch was ein Tamagotchi ist. Ich habe damals leider keins bekommen.;( Allerdings wäre ich rückblickend vermutlich zu ungeduldig für so ein Teil gewesen und es wäre bei mir ständig gestorben.:whistling:

    Und ja, ich bin absolut sicher, dass dies der Anlass war. Es war die einschneidendste Veränderung, die ich jetzt trocken durchgeführt habe und da ist gestern der Deckel draufgemacht worden. Und die Suchtstimme hat in den letzten Wochen immer mal wieder deswegen rumgemoppert.

    Und nein ich habe nicht darauf gewartet das die Suchtstimme anspringt ich wusste vorher das sehr unangenehm wird. Und tatsächlich ist es sogar unangenehmer geworden als ich gedacht habe. Aber nun weiß ich Bescheid. Know your enemy.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    Das würde ja bedeuten, egal in welche Richting du dich bewegst, das Suchthirn wird immer einen Grund finden.

    Davon gehe ich ehrlich gesagt aus. ;) Und zwar bis an mein Lebensende. Und deshalb habe ich auch vor solange achtsam zu sein. Danach ist es mir egal.;)

    Zur Komplexität. Meine Suchtstimme ist so einfach gestrickt wie Eure sie will "nur"Alkohol. Und die Entscheidungen bezüglich meiner Aufgaben sind auch einfach. Machen oder nicht machen. In meinem Fall nicht machen. Aber es geht, in dem einen Fall, um etwas, mit dem ich mich zehn Jahre intensiv beschäftigt habe und an dem ich hart gearbeitet habe. Und es war hochkomplex auf verschieden Ebenen. Es hat mich in gewisser Weise ausgemacht. Und obwohl ich die Entscheidung schon vor Wochen getroffen habe, sind meine Systeme noch dabei runterzufahren und sich ganz von der Aufgabe zu lösen.


    Kann es sein, dass du dich zwar erfolgreich nach deinen Wünschen entlastet hast, du aber innerlich damit haderst oder gar unzufrieden bist?

    Nein, sonst hätte ich es nicht gemacht. Aber wie geschrieben betrete ich auch Neuland was meine Freiheiten angeht und meine Systeme sind noch dabei runterzufahren.

    „Es gibt keinen Grund zum Saufen!“

    Gute Idee! Wobei die Belastung, die Verantwortung und der Stress kein Grund waren, sondern es dem Suchtdruck nur sehr leicht machten.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Kurswechsel,

    meinem Suchtgedächtnis hat nicht gefallen, dass ich mich vor einigen Wochen von einer Aufgabe gelöst habe, an der ich 10 Jahre hart gearbeitet habe. Außerdem ist gestern auch eine Aufgabe fertiggestellt worden, an der ich über zwei Jahre gearbeitet habe. Und ich habe mir die Freiheit genommen, das ich eine sehr große Folgeaufgabe zu dieser Aufgabe bis auf Weiteres nicht übernehme und ich habe auch klar kommuniziert, dass ich entscheide, ob und wann ich diese Aufgabe übernehme. Die Aufgabe selbst würde mich mindestens zwei Jahre auslasten. Und all das habe ich gestern in der "Verhandlung" mit den Entscheider*innen festgeklopft und völlig freie Hand bekommen. Das gefällt meinem Suchtgedächtnis überhaupt nicht, denn, wenn ich stark belastet und gestresst bin, hatte es bislang leichtes Spiel.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Nayouk,

    ich bin nicht der Belohnungstyp. Mir reicht es, wenn ich wie gestern gut für mich eingestanden bin. Das gute Gefühl, dass die Entscheider*innen mir von sich aus so weit entgegengekommen sind und ich überhaupt nicht "verhandeln" musste, reicht mir. Es zeigt mir, dass ich wertgeschätzt werde. Und das ist mir Belohnung genug.

    Ich hatte heute Nacht auch darüber nach gedacht, ob ich mich belohne. Und werde das die Tage vielleicht auch noch machen. Für mich war das, was ich gestern gemacht habe, in gewisser Weise nichts Besonderes. Und ich bin froh, dass ich über die Jahrzehnte gelernt habe für mich einzustehen. Ich habe auch den Gedanken, warum sollte ich mich für etwas völlig "normales" jetzt belohnen. Damit würde ich, was den Alkohol angeht, eine Hintertür aufmachen. Ich glaube, ich muss das noch ein wenig sacken lassen. Und da es mir heute wieder gut geht, besteht jetzt auch kein unmittelbarer "Handlungsbedarf".

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    irgendwann gestern Abend ging es mir richtig schlecht. Und es wurde auch nicht besser als ich ins Bett gegangen bin. Das Gefühl lässt sich sehr schwer beschreiben, ein starker innerer Druck. Es fühlte sich ein wenig an wie in den ersten Tagen während des Entzuges, nachdem die körperlichen Symptome weg waren, aber die psychischen Symptome noch sehr stark waren. Als ob die Sucht ihr grausiges Haupt erhoben hat und zeigen wollte, pass auf Kazik ich entscheide wie es Dir geht und was Du fühlst. Gruselig. Ich hatte keinen ganz konkreten Saufdruck, aber es wäre definitiv ein sehr schwerer Fehler gewesen, wenn ich mich in die Nähe von Alkohol begeben hätte. Ich war sehr froh darüber, dass meine Wohnung und meine Umgebung alkfrei ist. Mein safe space.

    Obwohl ich gestern den tagsüber gut gegessen und getrunken hatte, bin ich dann aufgestanden und habe mich richtig gehend mit Essen und Trinken vollgestopft. Danach wurde es besser und jetzt fühle ich mich immer noch vollgestopft, etwas zerrupft, aber ansonsten gut.

    Der Grund dafür, dass es mir gestern schlecht ging "liegt auf der Hand". Ich habe gestern etwas festgeklopft, was mich auf Jahre entlasten wird und mir die Freiheit gibt, mich auf mich zu konzentrieren und das zu tun, was mir guttut und was mir gefällt. Das kann und hat meinem Suchtgedächtnis nicht gefallen. Was mich irritiert hat, ist wie heftig es geworden ist und die Tatsache das ich kein Belohnungstrinker war.

    Demütige Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    ich komme gerade von dem Treffen mit den beiden Entscheider*innen und das Gespräch ist sehr gut verlaufen. Die beiden sind mir von Anfang an so weit entgegengekommen, dass ich, wir nicht Mal in die Nähe meiner roten Linien gekommen sind. Es ist ein gutes Gefühl, dass ich offenbar so viel richtig mache, dass mir das überlassen wird, was ich jetzt trocken anders machen will. Und mir darüber hinaus noch Spielraum gegeben wird. Das gibt mir Sicherheit und heißt, dass ich bei den Entlastungen, die für mich ja bereits umgesetzt habe, auch nichts ändern muss. By the way beide wissen, dass ich jetzt trockener Alkoholiker bin und beide haben mir gesagt, dass sie mich auch unterstützen werden, wenn ich noch weitere Änderungen vorhabe. Ich bin froh und erleichtert.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Topfmann,

    ich drücke Dir die Daumen für die OP! Ich würde dem Arzt einfach sagen, dass ich seit XX trockener Alkoholiker bin. Wenn er dann noch etwas wissen will, wird er fragen.

    Ich bin auch ein Spritzenschisser kann aber anderen Leuten eine Spritze geben. Kann Deine Frau Dir die Spritzen geben? Oder Du gehst jeden Tag einmal kurz zum Arzt und lässt Dir dort die Spritze geben. Oder in das Krankenhaus?

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Ihr,

    ich habe heute Abend ein Treffen mit zwei Entscheider*innen. Dort wird es um ein sehr wichtiges Thema gehen was ich jetzt trocken anders mache und auch zukünftig anders machen werde. Ich bin innerlich sortiert was meine Position angeht. Aber ich bin auch angespannt weil ich keinen Spielraum anbieten werde. Drückt mir mal die Däumchen.;)

    Liebe Grüße

    Kazik

    Da hast du komplett recht. Das ist leider so was ich auch mehr als bereue. Das glaub mal,

    Hi Sam,

    es geht nicht darum, ob ich recht habe oder Dir irgendetwas Glaube.

    Und es geht auch nicht darum, ob Du Deine Sauferei bereust. Wir sind hier nicht in der Kirche. Du hast ja auch schon geschrieben, dass Du das schön öfters bereut hast und das Ergebnis war jedes Mal, dass Du weitergesoffen hast.

    Es geht darum, ob Du für Dich ganz alleine an dem Punkt stehst, dass Du nicht mehr saufen möchtest. Die Gründe dafür sind wirklich völlig egal. Denn wenn es hart auf hart kommt, kommt es nur darauf an, dass Du alleine entschlossen bist.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Sam,

    das was viele hier ja schon oft geschrieben, heißt in meiner Übersetzung. Du warst, was Dein Saufen angeht egoistisch und hast Dich diesbezüglich einen Scheiß (entschuldige den Ausdruck) um Deine Familie geschert. Du alleine hast die Entscheidung getroffen zu saufen. Nicht Deine Frau. Nicht Deine Kinder. Und wenn es den geben sollte auch nicht der liebe Gott. Und jetzt bist Du Alkoholiker und musst Deine Suppe auslöffeln. Und zwar Du ganz alleine. Und jetzt musst Du, wenn Du das willst, auch für Dich ganz alleine trocken werden. Die Entscheidung von jetzt an das erste Glas stehenzulassen musst Du treffen. Die kann niemand für Dich treffen. Nicht Deine Frau. Nicht Deine Kinder. Und sollte es den geben, auch nicht der liebe Gott.

    Und Du schreibst hier in der Hauptsache darüber, was Deine Frau, Deine Kinder oder sollte es den geben, Gott tun und lassen sollten, damit Du die Entscheidung von jetzt an das erste Glas stehenzulassen fällen kannst. Und da haben Dir einige, die schon lange trocken sind, das das dann mit Deiner Trockenheit sehr schwierig werden wird.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Da habe ich jetzt mal drüber nachgedacht. Da ist glaube ich wirklich was dran.

    Das regt mich auf oder, dass ist mir zu blöde, kommt derzeit oft von mir. Früher wurde das weggesoffen, bzw.so richtig reingesoffen.

    Tja und was mache ich da nun mit. Mit der Wut?

    Hi Blendi,

    ich habe diesen Post von Dir schon gestern gelesen und dann darüber nachgedacht, was ich Dir schreiben würde. Ich habe das dann abgebrochen, weil wie geschrieben Wut seit meiner Kindheit und Jugend ein großes Thema bei mir ist und ich mir das zusammen mit anderen Themen auch mit therapeutischer Hilfe intensiv angeschaut habe. Das ganze was ich über mich und meine Wut gelernt habe aufzuschreiben, würde ein Roman werden. Und es geht hier, um Dich, deshalb versuche ich mich so kurz wie möglich zu halten.

    Mir ist aufgefallen das Du vor einigen Tagen zu Anfang geschrieben das es Dir auf den Zeiger geht, das Menschen hier über Ihre Vergangenheit schreiben. Und ich habe mich da schon gefragt, was eigentlich Dein Problem mit der Vergangenheit ist? Und jetzt schreibst Du von einer inneren Inventur. Nun der beste Weg, den ich kenne, um eine innere Inventur zu machen ist eine Therapie. Vielleicht ist das ja eine Idee für Dich? Und dort könntest Du auch Deine Wut angehen.;)

    Tja und was mache ich da nun mit. Mit der Wut?

    Darauf kann ich Dir keine Antwort geben, weil ich nicht weiß, was Du mit Deiner Wut machen willst? Ich habe für mich gelernt, dass Wut pure Energie ist. Energie, die ich nutzen kann, wenn ich will. Für mich war nicht das Problem, was ich mit meiner Wut mache, sondern was meine Wut mit mir macht. Und mir war es wichtig, dass ich lerne, dass ich meine Wut nicht selbst oder fremd destruktiv verwende.

    Doch, ich habe auch immer schöne Tage und dann kommt eben wieder ne Phase wo alles doof ist. Aber kein Grund zu Saufen und das ist das wichtigste.

    Das ist wie Andere schon geschrieben haben normal. Ich habe wiederkehrende Depressionen und da kann das nicht normal sein. Insofern könntest Du Dir die Frage stellen, ob Dir das jetzt wo Du trocken bist, auffällt und für Dich normal ist. Oder ob es sich für Dich nicht normal anfühlt, dann solltest Du das mit Profis (Ärzt*innen, etc.) besprechen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Hi Blendi,

    mir scheint Wut gerade ein großes Thema bei Dir zu sein. Und das zeigt sich auch deutlich manchmal, wenn und wie Du schreibst.

    Wut ist in meinem Leben ein großes Thema. Darüber habe ich hier auch schon geschrieben. Wut macht blind, war einer der problematischen Teile der Wut. Ich habe inzwischen einen okayen Umgang mit meiner Wut gelernt. Und ich bin froh darüber, dass ich das gelernt habe. Weil ich jetzt trocken nicht in der Nähe von Alkohol sein möchte ohne zu merken, dass ich wütend bin. Denn das könnte ganz schnell brandgefährlich für meine Abstinenz werden. Deshalb steht das A in der HALT Regel ja für Angry.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Ich habe bewusst niemanden etwas gesagt, weil ich das hier als meine Hilfe sehe offen zu schreiben.

    Hi Carmen, das finde ich gut, dass Du das so machst wie es am Besten für Dich.

    Meine Situation ist eine völlig andere. Ich bin in keiner Beziehung. Ich lebe alleine. Ich habe fast ausschließlich alleine gesoffen. Und ich habe ausschließlich nur mir selbst geschadet.

    Ich habe ein soziales Umfeld, welches nicht wusste das ich Alkoholiker bin. Nun weiß mein Umfeld es und damit bin ich fein.

    Liebe Grüße

    Kazik