Beiträge von KaDett

    Hallo Sonne, ich versuche gerade mit dir zu fühlen. Aber ich kann’s nicht. Ich denke nicht mal an einen Rückfall, es würde mich umhauen einen Rückfall zu bauen. Deshalb bewundere ich dich und finde, dass du stolz sein kannst, dass du es fertig gebracht hast wieder aufzustehen und weiter nüchtern bleiben wirst. Niemand ist perfekt, jedem passieren Fehler. Wenn man daraus was lernt, dann haben sich Fehler sogar gelohnt. Eins steht fest, ein nüchternes Leben ist es wert alle Hürden zu nehmen. Also weiter geht’s, einfach vorwärtsgehen. Hier gibt’s ja jede Menge Unterstützung und auch Motivation. Alles Gute für dich und ich finde es toll, dass du so stark bist.

    Ich habe imm ersten Jahr noch leichtsinnigere Verhaltensweisen ausgetestet, die ich jetzt hier besser nicht erwähne, damit sie keiner nachahmt, getreu dem Motto: Wenn CF das ab kann, dann gelingt es mir erst recht.

    Das klingt jetzt schon direkt als Warnung für mich ohne dass ich weiß um was es geht. Also keine Experimente. Bei mir hat in den letzten Tagen ein richtiges Umdenken stattgefunden. Vorher bin ich irgendwie rumgeeiert. Habe zwar geschafft monatelang nichts zu trinken. Aber irgendwie hat was gefehlt. War nix Halbes und nix Ganzes. Aber jetzt wird’s langsam was Genaues, dank hier dem Forum.

    Zu dem Abendmahl wäre ich nicht gegangen, oder hätte so getan als ob ich etwas aus dem Kelch trinke. Muss ich mir auch keine Gedanken drum machen, bin nicht in der Kirche. Dient aber als Beispiel auf was alles zu achten ist.

    Die Gelassenheit, die ich mir wünsche stellt sich noch nicht so wirklich ein. Habe ich heute gemerkt in einer Situation, die anstrengend war. Muss ich noch weiter dran bleiben.

    Auch ein wichtiges Thema für mich ist Abgrenzung. Nein sagen zu können, einfach ein bisschen egoistischer zu werden.

    Aber meine Trockenarbeit trägt auch schon Früchte. Ich lache viel und mache wieder gerne Unsinn. Das wunderbare Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit ist einfach nur mega. Hatte ich lange nicht mehr so gespürt. Im letzten nassen Jahr, habe ich kaum noch gelacht. Das ist mir selbst aufgefallen. Etwas lustig und albern finden ist mir nicht mehr gelungen, ist mir regelrecht abhanden gekommen. Alles war irgendwie schwer und drückend. Nun habe ich wieder diese Leichtigkeit zurück und mein Lachen. Wenn ich jetzt erschöpft bin und eine Pause brauche, dann meditiere ich jetzt, früher hatte ich dann getrunken. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, diese Trockenarbeit überhaupt zu machen. Das Wort Trockenarbeit habe ich gar nicht gekannt. Alleine, dass ich das hier erfahren habe ist schon die halbe Miete.

    Alex du brauchst gar nicht mit schlechter Laune um die Ecke zu kommen. Jemand, der Beispiele von Windeln erzählt und damit anderen den Ar… rettet, der hat was Gutes vollbracht und kann stolz sein und sich auf die Schulter klopfen. Jedenfalls schicke ich dir mal ein dickes fettes Dankeschön 😊👍 und jetzt hoffe ich, dass du ein breites Grinsen im Gesicht hast. 😀

    Kazik das hast du schön geschrieben mit den kleinen Schritten, damit die Seele hinterher kommt. Das merke ich mir und werde auch kleinere Schritte machen. Gratuliere dir auch zu den 30 Tagen. Ich hatte mir 100 Tage als erstes großes Etappenziel gesetzt. Habe auch jetzt noch einen Tageszähler an. Ich hatte auch immer die Tage gezählt und die Monate, das mache ich noch bis ich 1 Jahr habe, dann zähle ich nur noch die Jahre bis ich auch das vergesse.

    Hallo

    Um mal bei dem Bild zu bleiben, er wird sich von hinten anpirschen, dir auf die Schulter klopfen, dich loben das du so stabil und stark 💪 bist. Zweifel säen.Dir vielleicht einflüstern das du doch schon lange übern Berg bist oder ähnliches. Das kann er ruhig, solange du achtsam bleibst und ihn erkennst.

    LG Bolle

    Bolle, das ist absolut wichtig. Deshalb ist es gut, aufmerksam zu bleiben, regelmäßig in sich rein zu horchen. Aber auch für den Notfall, ganz spontan bei einer Verlockung zu wissen was zu tun ist, schneller Zugriff im Notfallkoffer oder Hilferuf hier. Das muss im Hinterkopf bleiben und verankert sein.

    Nayouk diese Erkenntnis ist der Oberhammer und verändert alles für mich. Ich bin nun bald 8 Monate nüchtern, aber erst diese Woche entweder Dienstag oder Mittwoch ist wohl etwas geschehen in mir. Ich bekam die Tage hier 2 Beiträge, die für mich ultimativ waren. Einer vom Alex auf dem Weg und einer von Hartmut. Bei mir ist zum Thema echt der Groschen gefallen und es hat Klick gemacht in meinem ganzen Körper, Geist und Seele. Ich habe das auch gespürt, konnte es aber nicht zuordnen. Mir ging es besser, fröhlicher, leichter. Dachte kommt vom meditieren. Nein es kam vom Kapitulieren. Ich habe das wohl instinktiv oder keine Ahnung irgendwie unbewusst gemacht. Der Alk, ein großes schwarzes, dunkles, düsteres und riesiges Ungetüm steht mir gegenüber. Ich, eine zierliche Frau mit blonden langen Haaren, ich trage ein Kleid,hab blasse Haut, mir ist kalt. Ich habe das wirklich genauso visualisiert. Anspannung und Kampf liegt in der Luft wie Energiewellen, ich habe aber keine Angst, ich spüre jedoch, dass ich diesem riesigen Ungetüm nicht gewachsen bin und chancenlos gegenüber stehe. Ich brauche mich gar nicht mit ihm anzulegen, will nichts mit ihm zu tun haben, ich würde nur den Kürzeren ziehen. Ich drehe mich einfach um und gehe. Das Ungetüm Alk bleibt alleine stehen wie angewurzelt. Ich gehe weg, die Entferung wird weiter und weiter, der Alk ist nur noch ein kleiner schwarzer Punkt, lediglich die Erinnerung bleibt zurück.

    Diese Szene, also Visualisierung werde ich nie mehr vergessen. Habe ich wie ein Bild vor Augen.

    Bingo. Das war’s.

    So ist es jetzt. Meine Liste ist direkt kürzer geworden. Verzichtsgedanken sind weg, die sind bei dem Ungetüm geblieben. Kann er gerne behalten. Habe ihm alles dort gelassen, auch „nasses“ Denken habe ich bei ihm dort gelassen.

    Ich starte jetzt voller Energie durch. Meine Punkte heißen jetzt Gelassenheit, Freiheit, Selbstfürsorge, Wachsamkeit (dass sich das Ungetüm nicht wieder von hinten anschleicht) Lachen, Entspannung, Geduld, Dankbarkeit, Demut, Ausgeglichenheit usw. Glaube da fällt mir noch viel mehr ein.

    Das ist nicht die Anfangseuphroie oder die rosa Wolke. Die hatte ich in den ersten Wochen. Nein, jetzt habe ich eine andere Erkenntnis und eine andere Einstellung. Richtig von innen heraus. Vielleicht braucht es eben einfach Zeit und Geduld. Sich fügen und loslassen. Ich fühle mich wie neu geboren. So erleichtert. Wieder im Reinen mit mir. Ich schäme mich nicht mehr, fühle mich nicht mehr armselig. Ich fühle mich gestärkt und zuversichtlich, schön und strahlend und sprühe vor Energie. Mit klarem Kopf nehme ich das Leben jetzt einfach wie es kommt. Ich werde nie wieder etwas mit dem Ungetüm Alk zu tun haben.

    Die ganze Zeit bis inkl. Montag war ich angriffslustig und auf Abwehr eingestellt. Ist weg, ich hab’s aufgegeben. irgendwann in den letzten 2 Tagen. Wenn ich jetzt in einer langen Schlange vor der Kasse am Weinregel anstehen müsste, würde ich mir nicht mehr die Flaschen betrachten. Warum sollte ich. Ich würde meine Einkäufe anschauen oder einfach entspannen.

    Ich visualisiere das grad noch mal für mich. Kapitulieren. Was für ein Wort. Gefiel mir nicht als ich es hier las. Einfach ignorieren.

    Jetzt steht da der Alk, groß und mächtig, ich steh ihm gegenüber. Der Kampf liegt flimmernd in der Luft. Ich kapituliere, drehe mich einfach um und gehe weg. Der Alk steht noch immer da. Allein. Ich gehe und gehe und gehe, von weiterm wird der Alk immer kleiner. Ich drehe mich nicht mehr um. Der Alk bleibt nur noch Erinnerung.

    Ich habe tatsächlich vor dem Alkohol kapituliert. Das ist eine Erkenntnis, ist der Knaller. Hätte ich nicht gedacht, dass ich dahin komme. Habe das sogar als Schwäche angesehen als ich darüber hier las. Aber jetzt ist es mir egal, denn es ist gar keine Schwäche. Ich bin auch nicht der Verlierer und Alk ist nicht der Sieger. Ich habe gewonnen. Ich habe den Kampf gewonnen. Es ist klug zu kapitulieren, der Kampf ist vorbei. Der Alk hat seinen Stellenwert nicht verloren, aber mich interessiert es nicht mehr was mit dem Alk ist. Es gibt ihn, aber ohne mich. Ich habe mich gelöst und habe deshalb gewonnen, mein Leben zurück gewonnen.

    Boah was für eine Erkenntnis, jetzt wo ich das schreibe, nebenbei im Job, ich bin aufgeregt, habe Herzschlag, Freude und fühle mich glücklich.

    Gestern Abend kurz vorm schlafen ist mir ein Gedanke durch den Kopf geschossen. Und zwar vor dem Alk zu kapitulieren.

    Davon habe ich hier im Forum zum ersten Mal überhaupt was gelesen und fand das blöd. Nix für mich, ich kapituliere doch nicht. Ich doch nicht. Das Wort kapitulieren kommt in meinem Leben gar nicht vor.

    Habe mir da auch keine weiteren Gedanken drüber gemacht. Bis gestern Abend. Im Laufe des gestrigen Tages, oder sogar schon 1-2 Tage früher habe ich wohl unbewusst vor dem Alk kapituliert. Nicht extra und völlig ungeplant, kein einziger bewusster Gedanke. Mir ist es dann gestern Abend aus heiterem Himmel bewusst geworden, dass ich nicht mehr kämpfe und mich gefügt habe. Auch Verzichtsgedanken sind nicht mehr da. Ich habe losgelassen und es so angenommen wie es ist. Bin dabei mich mit mir zu versöhnen. Und das ist mir bewusst geworden, ist mir plötzlich aufgefallen, weil es eine Tatsache geworden ist. Fühlt sich gut und richtig an, wie befreit. Ich fühle auch wieder Leichtigkeit, bin unbekümmerter im Alltag, die Schwere ist weg. Ich denke auch das Meditieren spielt eine Rolle und hier die SHG. Und die Beiträge die ich von euch bekommen habe. Und 2 Beiträge haben besonders bei mir eine Wirkung erzielt. Also meine Trockenarbeit nimmt Fahrt auf.

    Heute war ich den ganzen Tag unterwegs, und mein tägliches Üben zu meditieren wirkt sich bereits aus. Keine Hetze hatte heute eine Chance. Habe viel gelacht und war lustig drauf. Ich fühle mich ruhiger und ausgeglichener. Habe viel erledigt, auch unangenehme Dinge. Alles strukturiert und eins nach dem anderen. Verhaltensweisen haben sich von selbst verändert ohne, dass ich das extra gemacht habe.

    Habe mir die letzten 2 Tage ums Thema nur wenig Gedanken gemacht und bin trotzdem in meiner Trockenarbeit einen Schritt weitergekommen. Ich fühle mich wieder wie ich selbst. Habe eine positive Einstellung. Der Tag war anstrengend, aber ich bin zufrieden und jetzt geht’s schlafen. Gute Nacht.

    Nicht jeder emotionale Zustand ist auf Alkoholismus zurückzuführen. Zwar hat das Saufen einiges unterdrückt oder verfälscht, doch es ist nicht die eigentliche Ursache. Je mehr ich die Sucht dafür verantwortlich mache, desto mehr Raum und Macht gebe ich dem Alkohol über mein Leben.

    Am Anfang war es mir nur wichtig, Werkzeuge in der Hand zu haben, um gegen den Saufdruck anzukämpfen und Hilfe zu bekommen, wie ein Leben außerhalb der Sucht aussehen könnte. Das habe ich durch den Austausch und den Grundbausteine hier erhalten.

    Einfach handeln und keine weltverändernden Erwartungen haben: Ich tue nichts "Besonderes" sondern lebe einfach so, wie es die Mehrheit der Menschen tut, die nicht süchtig sind. Wichtig war und ist mir, keine Wissenschaft aus dem Trockenwerden zu machen, und das empfehle ich auch.

    Tun muss man tun und vieles ergibt sich mit der Zeit von selbst.

    Hartmut du bist ein Schatz, ich danke dir für deine Worte. Habe deinen Post heute morgen nebenbei auf der Arbeit gelesen und irgendwie war ich glücklich, es ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Es hat nicht alles was mit dem Thema Alk zu tun. Nicht jede Emotion ist über zu bewerten. Niemand ist jeden Tag gleich gut drauf.

    Zum Thema habe ich schon viel getan, aufgehört Alk zu trinken, mich hier der SHG angeschlossen, arbeite an mir und befolge die Bausteine und die Tipps, eben Trockenarbeit. Ich habe Zeit und nehme mir die auch. Lebenslang. Also ich tue was und arbeite an mir.

    Habe die Tage gemerkt, dass ich zuviel auf einmal wollte. Das hat mich überfordert. Habe ja auch den normalen Alltag mit Job und anderen Verpflichtungen wie Unterstützung in der Familie und auch privat ganz allgemeine Dinge zu erledigen, auch Haushalt und Hund. Einfach handeln und leben und keine weltverändernden Erwartungen haben, einfach ich sein mit trockenem Denken und Handeln und vor allem keine Wissenschaft aus dem Trockenwerden machen. Dieser Satz hat den Stress von mir genommen. Ich fühle mich total erleichtert und werde auf dich hören. Hast mir ja gesagt, dass du ein alter Mann bist, dann höre ich erst Recht auf dich, weil du ja dann auch ganz bestimmt Waise bist 😀 Jedenfalls sage ich dir Danke für deinen Beitrag, der hat mich zum Lächeln gebracht und eine frohe Grundstimmung erzeugt. ✌️

    Hallo KaDett, ich kenne diese ,komischen‘ traurigen Gedanken auch aus meiner Anfangszeit ( bin jetzt fast zwei Jahre dabei) Komisch weil ich das Gefühl als unangebracht empfunden habe. Es kam auch so plötzlich und war genauso abrupt wieder verschwunden. Ich hatte auch Phasen der ‚großen‘ Langeweile. Da fand ich mein abstinentes Leben super langweilig, das Gefühl der Langeweile hielt immer mehrere Tag an. Beide Emotionen sind von alleine verschwunden.
    Liebe Grüße Rina

    Langeweile habe ich nie. Im Gegenteil ich würde es feiern. Direkt heute morgen schon habe ich bewusst an einer positiven Grundeinstellung gearbeitet. Mir gedanklich auf Freude und Lachen fokussiert. Habe während der Autofahrt zum Job albern mitgesungen was im Radio so gespielt wurde, habe einzeln Sonnenstrahlen bewußt begründet, auch im Job mit Kollegen über irgend einen Unsinn gelacht. Habe gar nicht an Alkohol oder irgendwas zum Thema gedacht. Plötzlich habe ich meine Energie und Schwung wiederbekommen. Habe mir auch einen kleinen Notizzettel gemacht was heute noch so ansteht, damit ich meine Gedanken und Gehirn entspannen kann. Fühle mich wesentlich besser. Heute werde ich besonders auf die schönen Dinge achten, auch wenn sie noch so klein sind.