Liebes Forum!
Bin gerade für 5 Tage auf einem Seminar über Silvester und Neujahr, wo Selbstreflexion und Weiterentwicklung Thema sind.
Gestern mussten wir uns unter anderem Situationen in Gedächtnis rufen, die 2024 eingetreten und richtig schiefgegangen sind. Naja, bei mir gab es da mehr als genug...
In meinem Vorstellungsposting hier habe ich abschließend festgehalten, dass ich die richtig peinlichen Ausrutscher, was mein Trinken betrifft, vorerst weglassen möchte.
Aber schreiben hilft ja bekanntlich und man dann sich dadurch auch leichter von der Trinkerei distanzieren... Auch im Nachhinein, wenn man sich wieder mal vor Augen führt, wie man gelebt und gehandelt hat.
Urlaub im Ausland. 2 Wochen. Der Klassiker: Während meine Partnerin am Pool war, habe ich mich auf dem Hotelzimmer zugeschüttet. Minibar - na klar!
Am Abreisetag schickte mich meine Partnerin mit den Koffern in die Tiefgarage zum Auto. Dann kam ich wieder hoch zur Rezeption und wollte die Hotelrechnung bezahlen. Mein "Pech" war nun aber, dass meine Partnerin gerade schon am bezahlen war. Und sich in einer recht aufgeheizten Auseinandersetzung mit dem Rezeptionisten befand.
Als ich kam, sagte sie zu mir: "Du, die wollen uns Dinge verrechnen, die wir nicht konsumiert haben! Aus der Minibar angeblich. Der spricht von Vodka und Weißwein und Bier. Schau Dir das an!!"
Wohl wissend, dass ich die Minibar täglich leer geräumt hatte, sagte ich nur knapp: "Das wird schon stimmen.", packte die Rechnung weg und meine Partnerin zahlte fertig. Das alleine war schon richtig unangenehm, kann man sich denken...
Und dann, als ob das nicht schon genug gewesen wäre, fragte mich meine Partnerin, wieviel ich eigentlich aus der Bar genommen habe (wurde ja täglich wieder ausgefüllt) und bevor ich antworten hätte können, antwortete der Rezeptionist (ein junger Bursche und ich glaube sogar völlig ohne Hintergedanken): "Das steht alles auf der Rechnung drauf." Dann las er die Getränke und deren Anzahl laut vom Monitor ab (ich wurde immer kleiner) und meinte zuletzt: "Das ist aber ganz schön viel, was da während Ihres Aufenthalts zusammengekommen ist!". Dass an der Rezeption auch andere Gäste gestanden sind und diese Geschehnisse in erster Reihe fußfrei miterleben durften, war klar.
Die Heimfahrt war - man kann es sich denken - ein Horror. Stundenlang sagte keiner etwas.
Ich glaube, da habe ich das erste Mal ans gänzliche Aufhören mit der Trinkerei (und nicht bloß an eine Trinkpause) gedacht, weil ich mich einfach so dermaßen geniert habe...
Ein bisschen hat es zwar noch gedauert, bis ich tatsächlich aufgehört habe mit der Trinkerei, aber ich denke, auch solche Momente der absoluten Peinlichkeit können ungemein helfen, einen Anstoß zu geben, sein Leben zu ändern.
So etwas - auch wenn es für andere bloß eine unbedeutende Kleinigkeit sein sollte - hängt einem ein Leben lang nach. Will man so etwas nochmals erleben? Ich nicht. Mir hat das gereicht!
Vielleicht hilft es, wenn man während der Phasen des Zweifels in der Trockenheit an solche Ereignisse zurückdenkt, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass man so etwas nicht mehr erleben möchte.
LG Stef.