Bei mir auf jeden Fall. Ich kann in einer Millisekunde eine schlimme Situation, die aufgrund meines Konsums passiert ist, hervorholen und zack weiß ich wieder, warum ich nimmer saufen will.
stef2303 - Der Weg in ein suchtfreies Leben - Zeit wird es!
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Stimmt eigentlich!
‚Eigentlich‘ ist genau so ein merkwürdiges und überflüssiges Wort wie ‚Verzicht‘ und ,Versuch’. Finde ich jedenfalls.
Vielleicht hilft es, wenn man während der Phasen des Zweifels in der Trockenheit an solche Ereignisse zurückdenkt, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass man so etwas nicht mehr erleben möchte.
Hilft es auch dir?
Kommst auch du zu dem Ergebnis, dass du so etwas nicht mehr erleben möchtest?
Wenn ich mich meine, schreibe ich gern von mir….damit bin ich mir näher als würde ich das allgemeine ‚man‘ beschreiben. -
Liebes Forum!
Melde mich zurück, nach ein paar ruhigen Tagen über Silvester und Neujahr. Nach einem turbulenten Jahr 2024 fand ich es sinnvoll, einmal in Ruhe und Abgeschiedenheit über mich und die Zukunft nachzudenken. Deshalb buchte ich ein entsprechendes Seminar weit weg auf dem Land mit psychologischer, psychotherapeutischer und - ja - auch klerikaler Unterstützung. Das Ganze dauerte mehrere Tage.
Abgesehen davon, dass ich derzeit mehrere Baustellen zu bewältigen habe, brachte mir diese Einkehr mit vielen Impulsen auch in Bezug das Thema Alkohol etwas:
Zum einen fand ich heraus, dass eine geregelte Tagesstruktur mit gewissen Fixpunkten (z.B. Frühstück um xx Uhr, Mittagspause, abendlicher Spaziergang usw.) und das Verbringen des Tages mit "erfüllenden" Aktivitäten (Arbeit, Sport, Sozialkontakte, ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch "nur" Spaziergänge, Lesen usw.) so auf meine Psyche einwirkte, dass während meines "Urlaubes" in der ländlichen Abgeschiedenheit Alkohol zu keiner Zeit ein Thema war. Und das, obwohl man im Seminargebäude sogar Alkohol hätte konsumieren können (z.B. beim Essen - was aber niemand tat). Zentraler Aspekt für mich war, dass der Tag so genutzt wird, dass ich am Abend zufrieden entspannt und müde, aber nicht erschöpft bin. Sagen zu können: "Das war heute ein guter Tag. Heute habe ich das, was ich mir vorgenommen habe, umgesetzt. Jetzt bin ich zwar müde, aber ich freue mich schon auf morgen." Oder etwas in der Art.
Das zweite, was ich für mich mitgenommen habe, ist, dass ich - auch was die Aufrechterhaltung der Abstinenz betrifft - nicht nur (aber freilich vor allem) meine innere Einstellung auf "Kein Alkohol!" festigen muss, sondern auch meine äußeren Umstände von Grund auf neu regeln bzw. definieren muss. Alles im Sinne von: Weg vom alten Leben, das mich stetig und konsequent dem Abgrund näher gebracht hat. Tag für Tag. Bin daher bereits am überlegen, ob ich mir z.B. nicht eine neue Wohnung suchen soll (vielleicht im Nachbarort)!? Das würde an meinen Sozialkontakten kaum etwas ändern, aber eine (tatsächliche wie auch mentale) Distanz zu dem Ort, an dem die Sucht so ausufernd ausgelebt wurde, schaffen. Ob das nicht sogar besser wirkt, als die Wohnung umzuräumen? Ich weiß es nicht, kann mir das aber durchaus vorstellen.
Und vielleicht hilft auch das System von "Belohnungen" etwas, um die Motivation zur Abstinenz aufrechtzuerhalten. Z.B. möchte ich mir ein E-Bike kaufen. Kaufe ich mir das sofort, hätte das (als solches) direkt wohl null Auswirkung auf das Vorhaben und den Wunsch, nüchtern zu bleiben. Wenn ich jetzt aber z.B. hergehe und für jeden Tag, den ich nichts getrunken habe, am Abend vor dem Schlafengehen z.B. 10 Euro (oder so) in ein Sparschwein oder sonst wohin werfe, weiß ich, dass ich mir in einem Jahr von diesem Geld ein Bike kaufen kann. Hier motiviert einerseits der Gedanke des "Sammelns" und irgendwann gibt es dann auch die Belohnung. Natürlich sollte danach ein neues Projekt angegangen werden, schon klar. Ich denke mir, auch so etwas hilft bzw. steigert ebenfalls die Motivation. Und: Neben der Einstellung und der festen Überzeugung, dauerhaft nüchtern zu bleiben (was natürlich am wichtigsten ist), braucht es wohl auch einer entsprechenden Motivation hierfür - zumindest macht eine solche die Sache wohl leichter.
Wie andere Forumsmitglieder richtig geschrieben haben, stellt sich natürlich immer die Frage, welcher Schlüssel nun eigentlich der richtige ist, mit dem man das Schloss zur dauerhaften Nüchternheit knackt. Und für jeden / jede Alkoholiker/-in ist der Schlüssel ein anderer.
Für meinen Teil fand ich die Inputs, die ich über die letzten Tage erhalten habe, interessant und ich denke mir, dass ich auch ein wenig in diese Richtung gehen werde.
Vielleicht könnt ihr auch etwas damit anfangen...
Ich werde mal den Versuch wagen...

LG Stef.
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Hallo Stef
Das mit dem Sparschwein hab ich auch gemacht. Rausgekommen ist mein Motorrad

Einfach machen
LG Bolle
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Alles anzeigen
Liebes Forum!
Bin gerade für 5 Tage auf einem Seminar über Silvester und Neujahr, wo Selbstreflexion und Weiterentwicklung Thema sind.
Gestern mussten wir uns unter anderem Situationen in Gedächtnis rufen, die 2024 eingetreten und richtig schiefgegangen sind. Naja, bei mir gab es da mehr als genug...
In meinem Vorstellungsposting hier habe ich abschließend festgehalten, dass ich die richtig peinlichen Ausrutscher, was mein Trinken betrifft, vorerst weglassen möchte.
Aber schreiben hilft ja bekanntlich und man dann sich dadurch auch leichter von der Trinkerei distanzieren... Auch im Nachhinein, wenn man sich wieder mal vor Augen führt, wie man gelebt und gehandelt hat.
Urlaub im Ausland. 2 Wochen. Der Klassiker: Während meine Partnerin am Pool war, habe ich mich auf dem Hotelzimmer zugeschüttet. Minibar - na klar!
Am Abreisetag schickte mich meine Partnerin mit den Koffern in die Tiefgarage zum Auto. Dann kam ich wieder hoch zur Rezeption und wollte die Hotelrechnung bezahlen. Mein "Pech" war nun aber, dass meine Partnerin gerade schon am bezahlen war. Und sich in einer recht aufgeheizten Auseinandersetzung mit dem Rezeptionisten befand.
Als ich kam, sagte sie zu mir: "Du, die wollen uns Dinge verrechnen, die wir nicht konsumiert haben! Aus der Minibar angeblich. Der spricht von Vodka und Weißwein und Bier. Schau Dir das an!!"
Wohl wissend, dass ich die Minibar täglich leer geräumt hatte, sagte ich nur knapp: "Das wird schon stimmen.", packte die Rechnung weg und meine Partnerin zahlte fertig. Das alleine war schon richtig unangenehm, kann man sich denken...
Und dann, als ob das nicht schon genug gewesen wäre, fragte mich meine Partnerin, wieviel ich eigentlich aus der Bar genommen habe (wurde ja täglich wieder ausgefüllt) und bevor ich antworten hätte können, antwortete der Rezeptionist (ein junger Bursche und ich glaube sogar völlig ohne Hintergedanken): "Das steht alles auf der Rechnung drauf." Dann las er die Getränke und deren Anzahl laut vom Monitor ab (ich wurde immer kleiner) und meinte zuletzt: "Das ist aber ganz schön viel, was da während Ihres Aufenthalts zusammengekommen ist!". Dass an der Rezeption auch andere Gäste gestanden sind und diese Geschehnisse in erster Reihe fußfrei miterleben durften, war klar.
Die Heimfahrt war - man kann es sich denken - ein Horror. Stundenlang sagte keiner etwas.
Ich glaube, da habe ich das erste Mal ans gänzliche Aufhören mit der Trinkerei (und nicht bloß an eine Trinkpause) gedacht, weil ich mich einfach so dermaßen geniert habe...
Ein bisschen hat es zwar noch gedauert, bis ich tatsächlich aufgehört habe mit der Trinkerei, aber ich denke, auch solche Momente der absoluten Peinlichkeit können ungemein helfen, einen Anstoß zu geben, sein Leben zu ändern.
So etwas - auch wenn es für andere bloß eine unbedeutende Kleinigkeit sein sollte - hängt einem ein Leben lang nach. Will man so etwas nochmals erleben? Ich nicht. Mir hat das gereicht!
Vielleicht hilft es, wenn man während der Phasen des Zweifels in der Trockenheit an solche Ereignisse zurückdenkt, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass man so etwas nicht mehr erleben möchte.
LG Stef.
Ich denke in den letzten Tagen auch oft zurück an peinliche Situationen.
Nach nur 1 Glas war ich schon ein komplett anderer Mensch und habe mit Vorliebe völlig verblödete whatsapps verschickt.🙈
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Ja, angetrunken E-Mails schreiben, das war auch so ein Highlight... besonders bei der Arbeit... da wurde mir auch schon mal von einem Kollegen mit einer Klage gedroht, wenn ich nicht das eine oder andere zurück nehme...
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Ja, angetrunken E-Mails schreiben, das war auch so ein Highlight
Besoffen peinliche WhatsApp verschicken kenne ich auch. Ein Mal hab ich einem Kollegen so peinliches Zeug geschickt, dass ich danach behauptet habe meine Teenager Tochter habe mein Handy geklaut und darauf geschrieben. Der hat das bestimmt nicht geglaubt aber höflich so getan.
Dieses Seminar klingt gut! Hab auch schon überlegt so was zu machen.
Ich habe zu Beginn meiner Nüchternheit überschlagen wie viel ich dadurch spare und hab mir das EBike gleich gekauft. Deine Idee ist besser. Allein- mir fehlt für so was die impulskontrolle…
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......oje , da könnte ich auch Stories erzählen.....
Alles ziemlich peinlich im Nachhinein. Meine komplette Stimmung hat sich oft schon nach 1 Glas so derart verändert - gruselig.
E-bike ist übrigens wirklich was Tolles .Ich war sogar an Heiligabend , vormittags zum Einkaufen unterwegs, dick eingepackt .Mein bike würde ich nicht mehr her geben .
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Besoffen peinliche WhatsApp verschicken kenne ich auch. Ein Mal hab ich einem Kollegen so peinliches Zeug geschickt, dass ich danach behauptet habe meine Teenager Tochter habe mein Handy geklaut und darauf geschrieben. Der hat das bestimmt nicht geglaubt aber höflich so getan.
Dieses Seminar klingt gut! Hab auch schon überlegt so was zu machen.
Ich habe zu Beginn meiner Nüchternheit überschlagen wie viel ich dadurch spare und hab mir das EBike gleich gekauft. Deine Idee ist besser. Allein- mir fehlt für so was die impulskontrolle…
Hallo AnnaBlume, Impulskontrolle ist ein gutes Stichwort. Wenn ich eine Idee habe, neige ich auch dazu, mit zuviel Euphorie eine Sache anzugehen
oder gegebenenfalls auch etwas zu kaufen um hinterher festzustellen, hätte mir mehr Zeit 🕰 lassen sollen.
Um das erstmal sacken zu lassen!! Impulskonntrolle ist ja eigentlich auch für den Suchtdruck ein entscheidendes
Element.Genau, daran muss ich arbeiten!
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Hallo, liebes Forum!
Es ist Sonntag und hier bei mir auf dem Land ist es ruhig, sehr ruhig, furchtbar ruhig. Ganz im Gegensatz zum Trubel unter der Woche hält hier die Stille Einzug. Und nachdem ich diesen Zustand nur sehr schwer aushalte, war ich heute bereits in einer Messe, wärme mich gerade im Büro bei ein, zwei Kaffee auf und gehe dann mal eine größere Runde laufen. Im Anschluss steht noch Schreibkram an; aufgrund eines eher "hässlichen" Rechtsstreits muss / sollte ich ein paar Dinge für meinen Rechtsanwalt zusammenstellen.
Nicht zuletzt auch eben dieser Rechtsstreit, der jetzt schon über Jahre geht und sich innerhalb der näheren Verwandtschaft abspielt, hat mich - neben anderen Umständen - speziell in den beiden vergangenen Jahren in die Ablenkung und die tröstenden Arme von Bier, Wein und sonstigem getrieben. Mit all seinen unschönen Konsequenzen.
Doch eigentlich geht es um das gar nicht.
Es geht darum, dass wir heute Sonntag haben, Stille herrscht und viel Zeit zum Nachdenken da ist.
Und das tue ich wieder mal:
Viele Jahre lang (zwar mit regelmäßigen und durchaus auch langen Trinkpausen) habe ich mich Stück für Stück in die Abhängigkeit, Krankheit und in das - vor allem - soziale Aus gesoffen. Das mit dem Ergebnis, dass ich jetzt zu Beginn meiner zweiten Lebenshälfte stehe und in vielen Bereichen wieder von vorn anfangen kann. Traurige Tatsache ist, dass ich mir so viele schöne Jahre, in denen ich Bäume hätte ausreißen können, ruiniert habe. Freundschaften sind zerbrochen (ein paar konnte ich noch retten), mit Teilen der Familie herrscht nur noch Streit und von der Partnerschaft gar nicht zu reden. Wie schon mal gesagt: Das hat sich auch erledigt. War die Sauferei das alles wert? Natürlich nicht. Dennoch (und im besten Wissen und zumindest in der Vorahnung dessen, was kommen wird) wurde fleißig weitergetrunken. Das Leid und Schicksal vieler Alkoholiker, nehme ich an. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es nur mir so geht. Auch in den AA-Meetings bekommt man Dinge zu hören, die zeigen, was unsere Volksdroge so alles anrichten kann bzw. angerichtet hat.
Habe mir gerade wieder einmal die Einteilung der Trinker nach Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Epsilon-Trinkern durchgelesen und versucht, mich hier irgendwie einzuordnen. Ja und es ging nicht. Eigentlich war ich - außer dem klassischen Spiegeltrinker vielleicht - alles irgendwann mal. Bzw. war ich auch mehreres zugleich. Was die Sache aber auch nicht besser macht. Egal, wie der Alkohol konsumiert wird, ich denke im Ergebnis geht es praktisch immer auf den Abgrund zu.
Für mich, und deshalb schreibe ich auch hier und freue mich und bin auch dankbar dafür, dass es diese Möglichkeit und dieses Forum hier gibt, ist die Zeit derzeit nicht ganz einfach. Vieles ist neu auf die Beine zu stellen, was natürlich nicht von heute auf morgen geht. Familiär ist nichts mehr zu retten (wobei die Streitigkeiten wenigstens nicht den Alkohol als Grund haben). Jedenfalls mein Sozialverhalten muss ich weiter ändern - hier hat der Alkohol schon einen massiven Einfluss auf das Miteinander (v.a. in der Arbeit) gehabt. Meine Wohnsituation sollte ich ebenfalls bald ändern (hier erinnert mich alles an die Vergangenheit - und das ist nicht gut, deshalb bin ich z.B. jetzt ja auch im Büro), ebenso wie die Freizeitgestaltung wieder in normale Bahnen gelenkt werden muss (Vereine, Ehrenamt). Überhaupt ist es mir aufgefallen, dass mich der Alkohol zu einem maßlosen Egozentriker verkommen hat lassen, dem so ziemlich alles und jeder egal ist, außer er hat unmittelbar einen Vorteil davon. Im Nachhinein betrachtet ist das auch schlimm... Und meine Psychotherapeutin wird hier noch einiges zu tun haben.
Ja und so plage ich mich derzeit herum - bin aber doch der guten Hoffnung, dass ich in absehbarer Zeit wieder etwas Positives berichten kann und nicht in ständigem Grübeln versumpfe...
In diesem Sinne danke fürs lesen und noch einen schönen Sonntag!
Euer Stef.
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Alles anzeigen
Hallo, liebes Forum!
Es ist Sonntag und hier bei mir auf dem Land ist es ruhig, sehr ruhig, furchtbar ruhig. Ganz im Gegensatz zum Trubel unter der Woche hält hier die Stille Einzug. Und nachdem ich diesen Zustand nur sehr schwer aushalte, war ich heute bereits in einer Messe, wärme mich gerade im Büro bei ein, zwei Kaffee auf und gehe dann mal eine größere Runde laufen. Im Anschluss steht noch Schreibkram an; aufgrund eines eher "hässlichen" Rechtsstreits muss / sollte ich ein paar Dinge für meinen Rechtsanwalt zusammenstellen.
Nicht zuletzt auch eben dieser Rechtsstreit, der jetzt schon über Jahre geht und sich innerhalb der näheren Verwandtschaft abspielt, hat mich - neben anderen Umständen - speziell in den beiden vergangenen Jahren in die Ablenkung und die tröstenden Arme von Bier, Wein und sonstigem getrieben. Mit all seinen unschönen Konsequenzen.
Doch eigentlich geht es um das gar nicht.
Es geht darum, dass wir heute Sonntag haben, Stille herrscht und viel Zeit zum Nachdenken da ist.
Und das tue ich wieder mal:
Viele Jahre lang (zwar mit regelmäßigen und durchaus auch langen Trinkpausen) habe ich mich Stück für Stück in die Abhängigkeit, Krankheit und in das - vor allem - soziale Aus gesoffen. Das mit dem Ergebnis, dass ich jetzt zu Beginn meiner zweiten Lebenshälfte stehe und in vielen Bereichen wieder von vorn anfangen kann. Traurige Tatsache ist, dass ich mir so viele schöne Jahre, in denen ich Bäume hätte ausreißen können, ruiniert habe. Freundschaften sind zerbrochen (ein paar konnte ich noch retten), mit Teilen der Familie herrscht nur noch Streit und von der Partnerschaft gar nicht zu reden. Wie schon mal gesagt: Das hat sich auch erledigt. War die Sauferei das alles wert? Natürlich nicht. Dennoch (und im besten Wissen und zumindest in der Vorahnung dessen, was kommen wird) wurde fleißig weitergetrunken. Das Leid und Schicksal vieler Alkoholiker, nehme ich an. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es nur mir so geht. Auch in den AA-Meetings bekommt man Dinge zu hören, die zeigen, was unsere Volksdroge so alles anrichten kann bzw. angerichtet hat.
Habe mir gerade wieder einmal die Einteilung der Trinker nach Alpha-, Beta-, Gamma-, Delta- und Epsilon-Trinkern durchgelesen und versucht, mich hier irgendwie einzuordnen. Ja und es ging nicht. Eigentlich war ich - außer dem klassischen Spiegeltrinker vielleicht - alles irgendwann mal. Bzw. war ich auch mehreres zugleich. Was die Sache aber auch nicht besser macht. Egal, wie der Alkohol konsumiert wird, ich denke im Ergebnis geht es praktisch immer auf den Abgrund zu.
Für mich, und deshalb schreibe ich auch hier und freue mich und bin auch dankbar dafür, dass es diese Möglichkeit und dieses Forum hier gibt, ist die Zeit derzeit nicht ganz einfach. Vieles ist neu auf die Beine zu stellen, was natürlich nicht von heute auf morgen geht. Familiär ist nichts mehr zu retten (wobei die Streitigkeiten wenigstens nicht den Alkohol als Grund haben). Jedenfalls mein Sozialverhalten muss ich weiter ändern - hier hat der Alkohol schon einen massiven Einfluss auf das Miteinander (v.a. in der Arbeit) gehabt. Meine Wohnsituation sollte ich ebenfalls bald ändern (hier erinnert mich alles an die Vergangenheit - und das ist nicht gut, deshalb bin ich z.B. jetzt ja auch im Büro), ebenso wie die Freizeitgestaltung wieder in normale Bahnen gelenkt werden muss (Vereine, Ehrenamt). Überhaupt ist es mir aufgefallen, dass mich der Alkohol zu einem maßlosen Egozentriker verkommen hat lassen, dem so ziemlich alles und jeder egal ist, außer er hat unmittelbar einen Vorteil davon. Im Nachhinein betrachtet ist das auch schlimm... Und meine Psychotherapeutin wird hier noch einiges zu tun haben.
Ja und so plage ich mich derzeit herum - bin aber doch der guten Hoffnung, dass ich in absehbarer Zeit wieder etwas Positives berichten kann und nicht in ständigem Grübeln versumpfe...
In diesem Sinne danke fürs lesen und noch einen schönen Sonntag!
Euer Stef.
Hallo Stef,um das Chaos zu ordnen, brauchts halt Zeit um das wieder passend zu machen.Zweitens tut es gut alte Zöpfe abzuschneiden. Auch
tut es gut,aufzuräumen. Die Wohnung neu herzurichten u.s.w..Zum familiären Problem, kann ich aus meiner Erfahrung sagen,icn habe den Kontakt auf ein Minimum beschränkt
Seitdem geht es mir besser. LG
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Ja, Nüchternwerden ist auch nichts für Feiglinge, schon gar nicht bei dem Wetter...
Und gut, dass Du erkennst, wie findig unser Suchthirn jede Situation für sich zu nutzen weiß "Trink was, dann geht es dir (noch) besser ..."
Aber wir gehen es trotzdem an - und können uns dabei auch im fortgeschrittenen Alter noch mal mehr oder weniger neu erfinden - ist das nicht spannend?
Noch einen schönen Sonntag!
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‚Eigentlich‘ ist genau so ein merkwürdiges und überflüssiges Wort wie ‚Verzicht‘ und ,Versuch’. Finde ich jedenfalls.
Hilft es auch dir?
Kommst auch du zu dem Ergebnis, dass du so etwas nicht mehr erleben möchtest?
Wenn ich mich meine, schreibe ich gern von mir….damit bin ich mir näher als würde ich das allgemeine ‚man‘ beschreiben.Ja da muss ich zustimmen,die letzte unangenehme Situation meines Alkoholabsturzes hat sich bei mir eingebrannt.Ich hoffe sie verblasst nicht
und bleibt als mahnendes Erlebnis immer im Gedächtnis!!! So etwas möchte ich nichtnochmal erleben!!
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Trotz aller Trauer und Grübeleien über das Vergangene, was ich nicht mehr ungeschehen machen kann, habe ich sehr schnell gemerkt, dass ich wieder handlungsfähig bin, um auch meinen Bedürfnisse und Verpflichtungen gerecht zu werden, ohne diesen immensen Stress durch Alkohol. Das lese ich bei dir auch heraus.
An so grauen Wintertagen kommen die Gedanken und du hast genau das Richtige gemacht und hast sie hier aufgeschrieben und du wirst gemerkt haben, wie es dich weiter bringt. Manchmal ist Stillstand, manchmal geht es sogar ein Schritt zurück, aber meistens geht es ein Schritt weiter.
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Hallo liebes Forum!
Heute nur kurz (ja, das gibt es bei mir auch
):Habe mir gerade den Film "Rückfälle" angesehen (hier im Forum empfohlen), und jetzt habe ich wieder einen Grund mehr, die Finger von der Flasche zu lassen. Der Film ist echt schockierend und in der Wirkung wohl einmalig.
Bin gespannt, ob ich davon heute träume (kann gut sein), denn der Streifen geht wirklich unter die Haut und rüttelt einen wach...
LG
Stef.
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Der Film ist sehr gut, weil er so gnadenlos ehrlich ist und Günter Lambrecht ist große Klasse.
Ich glaube, ich vertrage eine ganze Menge an Film, aber nach diesem hatte ich ganz schön zu knapsen. -
Habe mir gerade den Film "Rückfälle" angesehen
Ein Film von außergewöhnlicher dramatischer Kraft, und leider in seiner Thematik zeitlos. Der Film ist von 76-77 und das Bild der Erkrankung ist 1:1 auf heute übertragbar. Für mich die beste Umsetzung des Themas auf Leinwand.
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Der Film ist sehr gut, weil er so gnadenlos ehrlich ist und Günter Lambrecht ist große Klasse.
Ich glaube, ich vertrage eine ganze Menge an Film, aber nach diesem hatte ich ganz schön zu knapsen.Dem kann ich mich nur anschliessen. Ich habe den Film vor einigen Tagen gesehen und fand ihn echt hart. Hart dafür das ich noch so nah am Abgrund stehe. Und ich war einige Male kurz davor ab zu schalten weil mir das echt zunah ging. Inzwischen kann ich das aber besser an mich ranlassen und bin irgendwie "froh" das ich Ihn angeschaut habe. Ich habe mir ein Bookmark zur Quelle wo ich geschaut habe gesetzt. Und werde mir den Film bestimmt noch einmal anschauen. Auch wenn der Film nur in Teilen meine Alkoholgeschichte zeigen und einige dargestellte Szenen sich ja über die Zeit seit der Film gedreht wurde in der Realität geändert haben. Aber ich weiß ja auch nicht was passiert wäre wenn ich weitergesoffen hätte.
Ich wollte nachdem ich den Film geschaut habe auch etwas zu dem Film schreiben. Habe aber den Post nicht wieder gefunden. Schön das in unserer SHG nichts verloren geht.
Liebe Grüße
Kazik
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war einige Male kurz davor ab zu schalten
Ging mir genauso. Hart aber schlimm realistisch. Mein Saufen war ganz anders und doch gleich. Die Kneipentypen, die an der Theke Helden sind und sich gegenseitig egal sind sehr zeitlos. Hätte bei mir in der Eckkneipe gedreht werden können- heute!!!
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Ja die Typen und Typinnen sahen ganz schön abgefressen aus.


Lieben Gruß
Kazik
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