Wie von Kazik gesagt fang an die Verbindungen zu kappen, ich musste auf dem Nachhauseweg von der Arbeit immer am einschlägigen Grillplatz im Park vorbei fahren und wenn noch Volksfest war/ist noch durch die besoffenen Massen Radeln. Jetzt gibt's seit ein paar Wochen einen neuen Radweg der mir das alles erspart, ist zwar minimal länger aber dafür viel schöner.
Am Grillplatz war immer das gleiche los, Tag für Tag auch im Winter, nur die besoffene und kiffende Prominenz der Stadt, dazu noch Grillgeruch usw. Ich hab das jeden Tag gesehen, morgens wie abends, mir hat das zwar nicht gefallen aber darüber nachgedacht hab ich trotzdem und die Bierflaschen hatte ich wohl oder übel auch im Blick, da gibt es jetzt auch einen neuen Kiosk mit allem Pipapo was das Alki oder "normalo" Herz begehrt. Das brennt sich ein wenn man immer das gleiche sieht oder besser gesagt es hindert einen loszulassen.
Auf dem neuen Weg seh ich das fast gar nicht mehr und schwupps die wupps sind keine Gedanken mehr an Bier da. Ich bin ja früher auch gerne am Feuer gesessen und hab gegrillt und hatte immer Bier in der Hand und das war eben eine Verknüpfung die ich da jeden Tag gesehen hab. Da sind so Sachen die man ja leicht ändern kann, auf der Arbeit muss ich das auch noch ändern, ganz vermeiden lässt es sich nicht aber ich kann und muss Abstand nehmen, denn auch da sind Situationen die mich an meine eigene nasse Zeit erinnert haben.
Letztens in der Spätschicht hat ein Kollege nach dem Dienst noch mit den anderen Bier getrunken und als er zur Bahn musste dann noch vier in seinen Rucksack gepackt mit der Begründung Zuhause gäbe es nur noch Hefe und das macht Fett, ich hab dann gefragt "und wieso kaufst du es dann" er meinte dann weil es ab und zu schmeckt. Zuhause hab ich dann bemerkt wie blöd das war, wieso hab ich überhaupt gefragt. Mir ist dann klar geworden das ich früher auch solche Antworten gegeben hab, aus dem Grund das Zuhause nur noch x-x Bier waren und ich mir nicht sicher war ob mir das reicht um meine Sucht zu befriedigen.
Das war mein Saufhirn, es hat mich dazu gebracht mit ihm ein Gespräch anzufangen. Alles gut, ich hab darüber nachgedacht und weiß jetzt mehr, wenn ich wieder Bereitschaft hab setz ich mich halt an einen anderen Ort auch wenn's nicht so bequem ist, ich hab ja Funk und bin nicht auf den Raum angewiesen/gebunden. In der Frühschicht verdufte ich natürlich gleich bei Feierabend und war auch in meiner nassen Zeit am Ende da nicht mehr dabei, also beim Stammtisch.
Mach auf jeden Fall soviel wie möglich um solche Situationen wie die zu vermeiden, du warst glaub ich eher gerne aushäusig trinken wenn ich mich richtig erinnere. Dann meide das auch, wie letztens den Döner/Imbiss den du da beschrieben hast. Versuch alles auszusortieren was möglich ist so machst du es dir viel leichter.
Am Anfang meiner Abstinenz dachte ich auch immer boah man kann es auch übertreiben aber wie du ja ließt passieren mir ja auch noch Dinge die mich zum Grübeln bringen und ich bezeichne mich mal als einigermaßen "stabil". Ich weiß daß hört sich alles so groß/viel an aber du wirst sonst keinen Platz für andere Dinge im Hirn frei machen können wenn dir dauernd dein altes Leben begegnet auch wenn du dir sagst ich bin jetzt trocken mir macht das nichts mehr aus, ich bin froh das ich das nicht mehr brauche usw.denkst du genau in dem Moment doch an Alkohol.
Auf der Arbeit wissen nur meine zwei besten Freunde Bescheid, ich werde den Teufel tun und es anderen Kollegen erzählen, die wissen das ich keinen Alk mehr trinke und das reicht auch. Da musst Du auch für dich rausfinden was gut für dich ist zuviel Offenheit kann mMn auch kontraproduktiv sein, das muss aber jeder für sich selbst herausfinden.