Jetzt bin ich hier zwei Monate angemeldet. Wahnsinn was in dieser eigentlich kurzen Zeit alles an Gefühlen dabei war. Ich mag meinen Faden gar nicht lesen, es ist eigentlich erschreckend. Und was noch erschreckender ist, habe ich erst in einem anderen Faden gelesen, wie man die „normalen“ Tage mit der Zeit als so wunderschön empfindet. Naja, normale Tage empfinde ich zwar nicht als wunderschön, aber man klammert sich daran und versucht die schlechten zu verdrängen. Eine verschobene Normalität eben.
Diese Woche war das Wechselbad der Gefühle riesengroß. Es wird denke ich auch erstmal eine Zeit so bleiben. Gott sei Dank sind bald Osterferien.
Mir sind hier einige Dinge noch durch den Kopf gegangen, also Beiträge an mich durch die User hier. Unter anderem wurde mir ja vorgeworfen, dass man sich nicht vorstellen kann, dass ich keine Wohnung finde. Ich fand das ehrlich gesagt völlig daneben. Wer sich mal eine zeitlang mit dem Wohnungsmarkt auseinandergesetzt hat wird schnell merken, dass es Gegenden gibt die einfach leer sind.
Mit Kindern alleinerziehend ist es nochmal schwerer und man braucht unglaubliches Glück. Vor allem wenn das Budget nicht so doll ist. Ich werfe jetzt mal Zahlen in den Raum. Hier kostet die Kaltmiete mit unglaublich viel Glück knapp 18€/m2, Neubau bezahlt man bei kleinen Wohnungen auch schnell 30€/m2. Jetzt kann sich hier jeder selber gerne ausrechnen was die Wohnungen kosten und viele Menschen das Geld wohl dafür aufbringen können, sprich sind die kleinen Wohnungen natürlich heiß begehrt. Funfact: diese werden aber bevorzugt an Pärchen mit zwei Einkommen vermietet.
Das sollte nur ein Gedankenanstoß sein. Nicht immer versucht man sich rauszureden nicht ausziehen zu müssen/können. Manchmal ist es schwierig!
Zum nächsten Punkt. Es gab ja auch mehrfach den Rat eine Wohnungszuweisung zu beantragen.
Ja, tolle Idee in der Theorie. In Praxis kann ich das gar nicht! Solange der Mitbewohner nicht gewalttätig ist, habe ich keine Chance. Die Polizei war nie hier, es gibt keine Anzeige, würde Aussage gegen Aussage stehen, schlechte Karten und Stress und Ärger mit ungewissem Ausgang.
Da aber ja nicht immer alles ganz schlecht sein kann: ich habe eine Wihnung gefunden. Zwar befristet wegen Eigenbedarf, aber es ist meine Traumwohnung! Ich habe gleich zugesagt. So viel Glück werde ich so schnell nicht wieder haben. Ich freue mich sehr über die Wohnung. Im Sommer können wir einziehen. Vielleicht ist es ein guter Anfang. Aber leider wird die Freude gerade sehr überschattet und eigentlich könnte ich nur noch heulen.
Das große Kind muss für die kurze Zeit die Schule wechseln(ich muss aber nochmal mit der Schulleitung sprechen, denke aber nicht dass das Kind bleiben kann).
Das kleine Kind soll doch auch bitte für das letzte Jahr den Kindergarten wechseln. Sie wollen das Kind loswerden denke ich, die aufgeführten Gründe lasse ich nicht gelten. Aber es wird nicht rausgeworfen.
Tja, dann macht mich der Mitbewohner natürlich noch fertig. Er will gerne, dass die Kinder bei ihm gemeldet bleiben, dann müssten sie weder Schule wechseln noch müsste ich Gebühren für den Kindergarten zahlen. Ich möchte das aber nicht, ich möchte, dass die Kinder bei mir gemeldet sind. Ich habe das Gefühl, dass wäre deutlich sinnvoller. Dann nehme ich lieber den Schulwechsel in Kauf.
Seitdem der Mitbewohner weiß, dass wir ausziehen, bzw seit er von der Besichtigung wusste, liegt er eigentlich den ganzen Tag nur noch im Bett. Seine Psychologin hat seine Medikamte erhöht bzw. was neues angesetzt, damit er wieder mehr Antrieb hat. Er will das Zeug aber nicht nehmen. Er will es so probieren. Aufhören zu trinken will er auch nicht. Eigentlich will er gar nichts ändern. Er sieht überhaupt keinen Grund was an sich zu ändern. Und der Auszug kommt ja jetzt zum blödesten Zeitpunkt(kommt es immer, egal was passiert). Und er weiß gar nicht, wie er alles schaffen soll und er hat Ängste(versteh ich, hab ich auch). Und was ich den Kindern damit antue. Trennungskinder leiden immer und die Kinder werden noch viel auffälliger werden und alles ist so schlimm. Schließlich werden sie jetzt mit Liebe großgezogen und dann bricht alles auseinander. Er sieht überhaupt nicht, dass viele Verhaltensweisen der Kinder mit Sicherheit der Situation zuhause geschuldet sind.
Er sagt er versteht mich, aber es wäre ja vielleicht besser gewesen wenn ich noch ein paar Jahre ausgehalten hätte. Alleine der Kinder wegen. Sie sind jetzt noch zu klein für eine Trennung.
mir tut es nur leid, dass die Kinder ihr Zuhause verlieren. Das große Kind ist schon ziemlich ausgelöst. Aber ich denke sie werden sich schnell an die neue Wohnung gewöhnen. Wenn die Mama dann auch wieder entspannter ist, wird es sicherlich gut werden. Es muss einfach!
Danke fürs Zuhören. Es ist im Moment nicht einfach, ich zweifle viel, aber der Weg wird der Richtige sein!