Tiger1991 - Kleine Kinder und Co-Abhängig

  • Sorry, aber das liest sich, als ob Du mit einem Kind, das noch zur Mami gehört, Kinder gekriegt hast.

    Ja! genau das ist (unabhängig vom Alkohol) ein sehr großes Problem in unserer Beziehung. Als wir uns kennengelernt haben waren wir ja beide noch sehr jung. Ich bin in die Mutterrolle gerutscht. Mein Mann trifft keine Entscheidungen allein, weder bzgl der Kinder, noch im Haus. Er kennt keine Bankdaten, keine Versicherungen, nichts. Deshalb mache ich mir ja so schreckliche Sorgen darum, dass er ohne mich nicht klar kommt. Auch wenn das anmaßend und eigentlich sogar unfair ihm gegenüber ist.

    Ich weiß, dass das falsch gelaufen ist, aber vermutlich kann ich ihn deshalb nicht als erwachsenen Menschen sehen.

  • Deshalb mache ich mir ja so schreckliche Sorgen darum, dass er ohne mich nicht klar kommt. Auch wenn das anmaßend und eigentlich sogar unfair ihm gegenüber ist.

    Deine Sorgen sind Dein Problem, nicht seins. Mit ihren Sorgen wollte meine Mutter die Kontrolle über mich behalten und das Recht dazu begründen. Ich bin allergisch dagegen, wenn sich um mich jemand Sorgen macht.
    Aber es ist auch sein Problem und nicht Deins, wenn er alleine abstürzt. Bis jetzt muss er ja gar nicht lernen, das alles zu können, was er nicht kannn. Das erledigst ja Du. Er ist der Chef und schafft Dir die Arbeit an, so könnte man es auch sehen.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Diese angesprochenen Aufgabenbereiche hätte man ja im Laufe der Beziehung umschichten können. Wolltest Du nicht und er wohl auch nicht. Nicht mehr zu ändern.

    Deswegen hast Du aber nun kein großes Kind um das Du Dich für immer kümmern mußt . Er wird sich da schon reinfuchsen, auch wenn das mit Brausekopp am Anfang schwer fallen wird. Wenn Dir etwas passieren würde müßte er das ja auch.

    Allerdings stellt sich mir jetzt die Frage, was für ein Loch in Deiner "Mutterrolle" klaffen würde wenn er tatsächlich weggeht und sein Leben selbst regelt. Kämest Du damit überhaupt klar?

    Das sind zwei große Sorgen: Das er weiter abrutscht und sich sein Gesundheitszustand dadurch rapide verschlechtert und die Sorge, das Du plötzlich nicht mehr gebraucht wirst von ihm ?

    Ich schreibe das absichtlich etwas provokant um zum nachdenken anzuregen. Du mußt das nicht dementieren oder Stellung nehmen, Du wirst in Dir wissen wo die Probleme liegen.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Tiger,

    Mein Schwager hat angeboten mal mit ihm zu reden, aber ich hab Angst, dass mein Mann ihn dann meidet, dass wäre schade für meinen Mann, wenn er sich noch die letzten paar Freunde vergrault.

    Ja, wäre schade, wenn dein Mann Freunde verlieren würde. Aber damit muss er selbst klarkommen.

    Aktuell überlege ich, ob ich seine Mutter ins Boot hole, sie selbst hat sich auch von einem alkoholiker scheiden lassen. Vielleicht könnte sie ihn auch erst einmal aufnehmen, dann hätte ich eine Sorge weniger wenn ich endlich schaffe DEN Schritt zu machen.

    Dazu haben dir ja Whitewolf und Lebenskuenstler schon was geschrieben, dem ich mich nur anschließen kann.

    Du möchtest die Verantwortung, die du für deinen Mann zu haben meinst, seiner Mutter übergeben. Und sie somit in die Co-Abhängigkeit mit reinziehen. Wenn sie das für sich überhaupt zulassen würde.

    Aber dein Mann ist doch erwachsen. Er braucht keine Muddis. Er darf selbst für sich entscheiden. Und ja, es fällt sauschwer, da loszulassen. Kenn ich, hab es selbst erlebt, mein erster Mann war auch in vielen Dingen sehr unselbstständig. Und das mit Mitte 50 noch. Denn er hatte zuerst seine Muddi und dann mich.

    Und das war soooo bequem, konnte er doch in Ruhe trinken, er war ja bestens umsorgt.

    Mach dich von dem Gedanken der Verantwortung für ihn frei. Verantwortung hast du für deine Kinder, denn die können noch nicht selbst entscheiden und handeln. Und du hast Verantwortung für dich, denn da kannst du verändern. An deinem Leben und dem deiner Kinder.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Tiger1991,

    rückblickend habe ich das genau getan. Ich habe die Schwester von meinem Ex mit ins Boot geholt, wirklich mot der Aussage von mir, dann kann ich meine Verantwortung abgeben... Wenn ich das jetzt betrachtet, denke ich mir manchmal wieso habe ich das gemacht.... Mein Ex ist Anfang 50 und erwachsen....

    Ich kann Deine Gedanken verstehen, aber es bringt nichts und Du bist nicht verantwortlich für ihn.

    LG Momo

  • Hallo zusammen,

    ich möchte euch nur kurz abholen.
    Gestern war es so weit, der große Knall.
    Gar nicht wegen dem Alkohol, eher weil unsere Ehe einfach kaputt ist und der Alkohol dabei eine große Rolle gespielt hat, was er natürlich nicht einsieht.

    Auf alle Fälle haben wir unsere Ehe für gescheitert erklärt und die Trennung ausgesprochen.

    natürlich war ich schrecklich traurig und habe ganz viel geweint, aber ich bin so erleichtert, dass dieser Schritt nun gemacht ist.

  • Hallo liebe Tiger,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zu diesem Schritt! Das ist schon ein sehr großer Schritt wie ich finde. Es ist gar nicht einfach einzusehen, dass eine Ehe/Partnerschaft gescheitert ist, besonders nach so langer Zeit. Da darf man ruhig traurig, wütend und was auch immer alles sein. Aber irgendwann wird sich das auch ändern. Dann wirst du dich befreiter fühlen. Mir ging es jedenfalls so. Ich war richtig euphorisch nach der Trennung. Mir ist ein Riesen Stein vom Herzen gefallen. Ich habe ein Stück Verantwortung abgegeben.

    Leider wurde das durch die fehlende räumliche Trennung schnell wieder zerstört. Ich kann dir nur den Rat geben, trenn dich auch räumlich so schnell wie möglich. Mir steht dieser Schritt ja bald bevor, mit allen Ängsten die dazu gehören. Aber alles ist besser wie die Situation jetzt!
    Ich wünsche dir viel Kraft! Du schaffst das!

    Liebe Grüße, Wichtelmama

  • Hallo Tiger,

    jetzt hat der andauernde Kampf gegen den Alkohol ein Ende? Mal schauen was das mit Dir macht,

    Ich würde ihr ihren Sohn gern wieder in ihre Verantwortung übergeben, also schon damit er für den Übergang zu ihr ziehen kann, bis er für sich eine Wohnung findet.
    Meine Sorge ist, wenn er bei einem Freund unterkommt, dass er gänzlich ertrinkt.

    Wie ist da der Stand?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Wie ist da der Stand?

    Ich habe niemanden involviert. Inzwischen sehe ich ein, dass es einzig und allein in seiner Verantwortung liegt. Niemanden sonst möchte ich die Last dafür aufbürden.

    Er ist erwachsen, jedenfalls vom Alter, ob er geistig an dieser Situation wächst wird sich zeigen.
    Ich kann ihm leider nicht verbieten zu trinken, aber gerade mit Blick auf mögliche Umgangsregeln wäre es schön, wenn er es irgendwann sein lässt. Jedenfalls für seine Kinder. Nach dem Gespräch gestern habe ich da aber große Zweifel und werde jetzt eine Familienberatung vorschlagen, damit die uns bei der räumlichen Trennung, Umgang etc. helfen. Dabei wird auch der Alkohol eine Rolle spielen.

    Nach meiner letzter Nachricht hier, als ich wieder einmal einen Kasten fand, habe ich aufhört zu suchen, aufgehört zu zählen und zu überwachen. Ich freue mich jetzt wirklich auf die Zeit mit meinen Mädels, ganz alleine, nur wir 3.

  • Ich habe auch gestern keinen Plan vorher gemacht, mir keine Gedanken gemacht was aus ihm wird.
    Ich konnte ihn am Nachmittag mit unseren Kindern beobachten und habe am Abend einfach die Konsequenz gezogen.
    Alles wird kommen wie es muss, es war der richtige Zeitpunkt, ganz ohne Netz und doppelten Boden und ohne die Gewissheit dass es ihm danach gut geht.

  • Hallo zusammen,

    mal wieder ein Update von mir.

    Freitag hat mich mein Mann gefragt, ob ich ihn noch eine Chance gebe, wenn er ab Montag nicht mehr trinkt.

    Und ich habe Nein gesagt. Er hatte Chancen, viele, zu viele.
    Wenn es ihm wirklich wichtig gewesen wäre, dann hätte er seit der Trennung letzten Montag schon mal Gelegenheit gehabt den Alkohol zu lassen oder es sich einzugestehen. Aber von diesem Punkt ist er Lichtjahre entfernt.

    Ich muss hart bleiben und es fühlt sich richtig an, auch wenn es unendlich schwer ist.

  • Hallo Tiger1991 ,

    habe heute Deinen Thread gelesen - und möchte Dir meinen Respekt für Deine Entscheidung aussprechen. Ja, es ist der einzig sinnvolle und rictige Weg für Dich und Deine Kinder. Auch mir kam beim Lesen der Gedanke, warum kündigt er Freitag an, ab Montag auf Alkohol zu verzichten - warum unternimmt er nicht sofort Schritte? Weil dazwischen ein Wochenende liegt, das noch fürs Trinken genutzt werden kann? Ich kenne halt auch Hinhalte-Taktiken in allen Facetten.

    In einigem, was Du beschreibst, erkenne ich die Siuation hier wieder - vor allem in der langen Zeitdauer Eurer Beziehung und in diesem übersteigerten Verantwortungsgefühl, obwohl man es doch mit einem erwachsenen Menschen zu tun hat. Das hab ich als Co auch lange praktiziert und mit meiner vermutlich übergriffigen (Für)Sorge zusätzlich gebremst, dass mein Freund seine Probleme selbst angeht.

    Ich war der irrigen Annahme, man könnte durch Reden, Weinen, Vorwürfe, Streit, Hinweise auf die lange gemeinsame Zeit, oder auch auf alles, worum sich mein Freund durch sein Trinken und sonstigen Konsum bringt, irgendwas bewirken. Das war alles vergebens. Es kommt mir so vor, als wollte ich stellvertretend für ihn den Kampf gegen die Sucht aufnehmen - überflüssig und kräftezehrend.

    Gut, dass Du es anders machst. Nutz Deine Zeit und Energie für Dich und die Kinder. Klar, leicht wird es nicht nach Eurer langen Beziehung. Aber mit der Zeit sicher leichtER.

    Siehst Du schon klarer, wo er unterkommen kann? Denk daran, auch das ist seine Verantwortung. Mit diesen Gedanken setze ich mich derzeit auch auseinander. Wünsche Dir Kraft!

    Liebe Grüße

  • In deiner Brust schlaegt ein Tigerherz, das sich gerade durchaus anfuehlen mag, als reisse dir jemand es aus der Brust heraus. Das wird sich auch noch schlimm anfuehlen morgen, in einem Monat, vielleicht auch in einem Jahr, aber es wird Tag fuer Tag leichter, mit der Entscheidung zu leben, wohingegen ein "weiter so" jeden Tag dir und deinen Kindern denselben Schmerz zufuegen wird.

    Er mag deine erste grosse Liebe gewesen sein, er mag dir eine "Heimat" gegeben haben, die du aus deinem Elternhaus kennst, aber es laesst sich eine andere Wahrnehmung erlernen. Dazu gehoert, dass das Bier - egal wie viel er jetzt trinkt, wie oft, und wann - seine erste grosse Liebe ist und bleibt, so lang er nicht aufhoert.

    Hab Vertrauen in dich und was du fuer eine schoene Zukunft auf die Beine stellen kannst, fuer dich und deine Kinder. Du hast dich auf den richtigen Weg aufgemacht denke ich.

  • Vielen lieben Dank für eure lieben Worte.

    Leider gestaltet sich der Gedanke an eine räumliche Trennung aktuell schwierig. Mein Mann möchte gern im Haus wohnen bleiben, was er sich aber finanziell nicht leisten kann und dabei sind gerade im Umkreis so tolle Wohnungen frei.

    Mal sehen ob die Bank ihn überzeugen kann.

  • Hast du dich schon rechtlich beraten lassen? Steht ihr beide im Grundbuch mit dem Haus? Kannst du allein das Haus halten? Fragen über Fragen…

    Nein, ich habe mich noch nicht beraten lassen. Im Grundbuch stehen wir beide und ja, ich könnte es alleine ohne Probleme halten. Ihn auszuzahlen wäre evtl. Schwieriger, aber nicht unmöglich.

  • Aktuell hat sich die Lage hier beruhigt. Seid unserem letzten Gespräch trinkt er scheinbar nicht mehr.

    Er hatte mir angeboten sich endlich ärztliche Hilfe zu holen, als ich ihm aber den Wind aus den Segeln nahm, dass er das für mich nicht machen soll weil es kein Garant für unsere Ehe ist, war er erst zickig. Ich habe ihm noch mal erklärt, dass das alles keinen Sinn macht, wenn er sein Problem nicht sieht.
    Er soll für sich heilen, für seine Kinder, aber auf keinen Fall für mich.

    Bis Ende des Monats wollen wir uns sortieren, ich fahre Ende April mit meinen Mädels allein in den Urlaub. Danach schauen wir weiter. Ich habe ihm angeboten, dass wir als Eltern-WG überbrücken können, bis wir genau wissen was aus allem wird.

    Aktuell ist er wie ausgewechselt, was mich zutiefst verwirrt.

    Mal sehen…

  • Hallo Tiger,

    diese Verwirrungen hatte ich im Laufe meiner Ehe auch ganz oft. Wenn mein erster Mann gemerkt hatte, dass ich es ernst meinte, hat er eine Trinkpause eingelegt. Er war dann verständnisvoll, sah alles ein, versprach mir das Blaue vom Himmel und war wie ausgewechselt. Ich war dann verwirrt, dachte, ich hätte wohl wirklich übertrieben mit meinen Streitereien wegen seines Trinkens und dass er tatsächlich kein Problem hätte.

    Ich wurde ruhiger, schöpft Hoffnung, machte neue Pläne. Und dann, wenn ich sicher war dass alles gut wird, ging es wieder los. Irgendwann war immer der Tag an dem ich nach Hause kam und er besoffen bis oben hin auf dem Sofa hing. Aus der Traum.

    Und so habe ich es hier Jahr für Jahr und noch immer auch in anderen Geschichten gelesen. Es ist ein Muster. Der Abhängige macht eine Trinkpause um den Partner zu beruhigen. Mehr nicht.

    Solange dein Mann nicht tatsächlich aktiv wird, aus tiefstem Herzen trocken werden will, wird das bei euch auch so sein. Wenn er es ernst meint wird er entgiften, vielleicht eine Entzugstherapie machen. Selbsthilfegruppen besuchen. Sein Leben verändern. Ernsthaft und achtsam mit sich sein. Nur dann ist Aussicht auf Erfolg.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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