Guten Morgen Alexa,
mir wird erst mit der Zeit klar, wie hart das wirklich war. Mit Abstand, und mit jedem Mal wo ich darüber schreibe, oder spreche merke ich es. Das klappt nicht einmal, ohne dass mir hinterher beim Lesen die Tränen laufen. Aber darin steckt auch ein bisschen Entwicklung. Aus bodenloser Traurigkeit wird langsam liebevolles Mitleid. Nicht von der kontraproduktiven Selbstmitleid Seite her, sondern eher annehmend. Ich hoffe darunter kann man sich beim Lesen etwas vorstellen. Ich werte das positiv, denn es hilft mir. „Ja, die Dinge sind wirklich passiert, und das war wirklich schlimm“. Das ist ein Stück weit heilend, wenn im „alten“ Leben so oft alles kleingeredet und infrage gestellt wurde.
Die andere Frau war angeblich eine Bekannte von früher, mit der er nur schrieb. Gesehen habe ich das alles bis heute nicht. Als wir vor einigen Wochen so gute Zeit miteinander verbrachten, haben wir darüber gesprochen, und ich glaube das sogar. Ich weiß, dass er geschrieben hat weil die Kommunikation dort leichter war als mit mir. Aber es war wohl ohne romantischen Hintergrund. In Ordnung war und bleibt es nicht. Aber es passt gut in dieses Muster, den leichten Weg zu gehen.
Schließlich saß Zuhause die Frau, die diesen neuen Hund nicht liebevoll aufnehmen und betreuen wollte, und da im Handy war jemand der vergnügt über die Welpen Fotos quietschte.
In jedem Fall ist das auch etwas, dass in der „woher soll ich wissen, dass es beim nächsten Konflikt nicht wieder so läuft?“ Vertrauen verloren Schublade liegt.
Mein Spaziergang war okay. Ich versuche das alles gut zu finden. Und ich bin losgelaufen und hab’s durchgezogen. Das reicht für den Moment.
Gestern hatte er dann etwas im Status, einen Song. Vielleicht lege ich da zu viel rein ( keine Angst, die Zeiten in denen ich auf so etwas reagiere sind vorbei ), aber ich glaub es war ein bisschen an mich gerichtet. Vielleicht aber auch nur Selbstmitleid in die Welt schreien und schauen, wer sich kümmert.
In dem Text geht es um jemanden der nach Hilfe schreit, weil er sich mit Alkohol und Zigaretten die Gesundheit zerstört, aber so zerrissen und verloren ist, dass er es allein nicht schafft. Und dass die Frau in seinem Leben ihn aufgeben soll, weil er nur schlecht für sie ist. Aha.
Früher hätte es mir wehgetan ( Musik trifft mich immer hart ) und ich hätte etwas unternommen, damit er sich gesehen und geliebt fühlt.
Heute sitze ich eher mit hochgezogenen Augenbrauen da, und denke „well, wenn das denn so wäre, und da Einsicht wäre, wäre ein Status der erste Weg?“. Ich weiß ja nicht…
Ich muss sehr aufpassen, dass ich bei dem erledigen der nächsten Schritte ( mein Kätzchen wohnt noch im Haus, mein Fahrrad ist noch da, er hat noch einen Schlüssel für diese Wohnung ) aus eigenem Entschluss für mich handele, und nicht um ihn zu beeinflussen. Aus dem Bauch heraus will ich sofort, dass all diese Dinge herkommen. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, dann auch nur, um ihn unter Druck zu setzen. Dem Kätzchen geht’s gut, es kann dort raus ( hier in der Wohnung nicht ), und den Schlüssel hat er nie aus dem Ordner genommen in dem ich den damals abgelegt habe. Es besteht also keine Gefahr. Deswegen habe ich die Hilfe von jemandem aus der Familie, der sagte „so, es reicht jetzt. Ich hole die Sachen und bringe Dir die“ erstmal vertagt. Es muss aus Überzeugung passieren. Sonst stehe ich bald genauso bei jedem Auto am Fenster, nur dann eben mit Katze auf dem Arm.
Komm gut in die neue Woche, und fühle Dich lieb gegrüßt!