Beiträge von Minna

    Liebe Luffi,

    ich finde die Art, mit der Du durch den Urlaub, und den „Durchzug“ auf Dich aufpasst richtig richtig stark. Ich wünsche Dir sehr, dass Du die Zeit dann auch richtig genießen kannst!

    Ich versuch das dann mit ganz viel Liebe wieder gut zu machen...

    Sicher weißt Du das längst, aber ich muss es Dir trotzdem noch mal sagen:

    Hunde wissen sehr genau, warum sie welche Beziehung zu welchen Sozialpartner eingehen. Bei uns war es auch oft so, dass unser Hund „Zuviel“ für meinen trinkenden Mann war. Er hat genervt, war zu bedürftig und aufdringlich. Oft hat es meinen Mann geärgert, dass der Hund bei Gefahr oder Unsicherheit ausschließlich meine Nähe gesucht hat. Sie wissen es. Sie wissen ganz genau, auf wen sie sich verlassen können. Und es gibt nichts, was wir dafür extra tun müssen. Solange wir für sie da sind, leiden Hunde darunter nicht. Sie fragen sich nicht „was habe ich falsch gemacht“. Zum Glück, sind sie da mit etwas rationaleren Gedanken gesegnet ;).


    Als wir unseren Hund im Oktober hart verloren haben, nach langer und schwerer Krankheit, ist meinem Mann von einem auf den anderen Tag klar geworden, dass dieses „ich geh nächstes Mal mit ihm“ nicht mehr kommt. Das er verkackt hat. Und glaube mir, dass ist ein Teil des Schmerzes, den er aktuell wieder erfolgreich aus der Welt säuft.

    Sorge Dich nicht um die Seele deines Hundes, auf euer Band hat das Verhalten eines unsicheren, unzuverlässigen betrunkenen Menschen keinen Einfluss.

    Alles Liebe für Dich!

    Dann melde ich mich mal wieder…

    Im Moment geht es mir nicht gut. Ich kämpfe, sehr. Vorrangig natürlich mit der „Trennung“. Natürlich wünsche ich mir nach wie vor, dass diese nicht stattfinden muss. Realistisch gesehen ist es aber so, dass mein Mann und ich uns nun über einen Monat nicht mehr gesehen haben. Es besteht auch kein Kontakt. Das ist eigentlich einer meiner kleinen Erfolge. Ich schaffe es seit Wochen, meine Gedanken bei mir zu behalten. Trotz allem belasten sie mich sehr.

    Ich habe das Gefühl, dass ich feststecke. Alles in mir schreit „Du brauchst Antworten! Du brauchst dieses Gespräch!“. Ich weiß, dass mein Mann aktuell emotional nicht erreichbar ist, weder für mich, noch für sonstwen. Also liege ich wach. Tag und Nacht der gleiche Gedanke „wenn er letzten Monat doch noch so erleichtert war… auf deinem Schoß lag und geweint hat, was ist seitdem an Dir anders geworden, dass er nun einfach vergessen hat, dass es Dich jemals gab“. Ich weiß, dass das nicht so ist. Ich weiß, dass es im nassen Zustand einfach kein Gewicht hat.
    Und trotzdem zerreißt mich genau das. Dieses ( aus der Kindheit ) kickende Trauma „was ist falsch an mir? Warum bin ich so schwer zu lieben?“.

    Manchmal schaffe ich es da raus. Dann gehe ich eine Runde spazieren, oder kümmere mich um die Wohnung hier. Und dann, ganz unvermittelt im Auto, oder wie heute im Zoofachgeschäft, drückt es mich zu Boden. Dann stehe ich mitten in der Öffentlichkeit, die Tränen sind nicht zu stoppen, und der ganze Körper tut weh.
    Wahrscheinlich ist das Trauer, und diese Wellen in der sie kommt.

    Viele dieser Gedanken enden in „wenn das für immer so bleibt… wenn wir es nicht schaffen… wenn er nie wieder zurück kommt, und dieses jeden Cent umdrehen und allein sein für immer mein leben bleibt… will ich das überhaupt?“. Das macht mir nicht mal Angst. Ich bin viel zu traurig, um vor irgendwas Angst zu haben.
    Aber diese Perspektivlosigkeit macht es sehr schwer, einen Tag gut zu schaffen.

    Auch mit der Katze ist es schwierig. Es geht ihr nicht anders als mir. Nachdem die ersten Ängste überstanden sind, und sie sich hier zurechtgefunden hat, hat sie jetzt beschlossen mich zu hassen. Ich verstehe sie. Ich hasse dieses neue Leben nicht weniger.
    So wohnt sie nun seit heute Morgen auf dem Balkon und möchte für sich sein. Leider darf sie nicht mehr mit ins Schlafzimmer, weil ich das dann nicht ohne Asthma Spray schaffe. Wenn ich mental so angeschlagen bin, reagiere ich allergischer auf sie, als es die sonst so hilfreichen Tabletten regeln könnten.

    Alles nicht so schön grad…

    Guten Morgen liebe Silke,

    ich bin auch „wegen“ meinen Mann hier. Und ich kann Dich nur ermutigen, Dich hier zu öffnen. Im Vergleich zur vor Ort Selbsthilfegruppe schaffen die Anonymität und die reflektierte Sicht hier oft einen Vorteil. So war es zumindest für mich. Insbesondere der Austausch mit trockenen Alkoholikern hier war wichtig für mich. Viele, ewig im Kopf rotierende, Fragen konnte ich damit beantworten. Sicher kennst Du auch dieses „wie kann er mir das antun? Er liebt mich doch, warum sieht er nicht, was er mit mir macht?“. In den Gesprächen hier habe ich gelernt, dass zu trennen. Und zu erkennen, was „mein Mann“ und was „mein trinkender Mann“ ist.

    Ohne diesen Austausch hätte meine Entwicklung ( vorher schon 1,5 Jahre Gruppe ) nicht begonnen. Ich wäre nicht wo ich heute bin. Es würde mir schlechter gehen.

    In diesem Sinne -> <3-lich willkommen.

    Liebe Aurora - danke für Deine Antwort <3.

    Ich glaube, mit der Realität deiner ersten Sätze tue ich mich schwer. Ich kämpfe sehr dagegen an. Wann immer das Gespräch darauf kommt, und jemand sagt „als ihr euch getrennt habt“ kämpfe ich fast wütend und blind dagegen an, und sage „RÄUMLICH!“. Es fällt mir unendlich schwer, mir einzugestehen, dass diese Träume und Ideen nicht „fast geplatzt sind“, sondern wirklich geplatzt sind.

    Ich will das nicht, verdammt noch mal. Manchmal wache ich nachts auf, weil ich ihn „riechen“ kann. Ich vermisse ihn viel zu sehr. So sehr, dass ich schon manchmal dachte „Scheiß drauf, geh zurück und leb damit, dann hast Du wenigstens das bisschen von ihm, was noch bleibt“.

    Glücklicherweise habe ich Freunde, die recht authentisch damit drohen, mich gewaltsam davon abzuhalten ;).
    Ich weiß, dass da noch mehr auf mich wartet. Mit 36 muss all das nicht abgeschrieben werden. Kinder, eine erfüllende ausgewogene Beziehung und Selbstwert.
    Ich will ihn nur so gern dahin mitnehmen…

    Man sagt ja immer so schön „dein neues Leben hat einen Preis, es kostet Dich dein Altes“. Und ich denke, das ist der Schmerz. Etwas wirklich sterben lassen. Einen Schritt von der Nulllinie dieser Ehe wegmachen. Zu akzeptieren.

    Ich bin froh, durch dieses Forum und all eure Geschichten immer wieder daran erinnert zu werden, dass ich nicht allein bin. Dass da Frauen und Männer sind, die das überlebt haben. Und die berichten können, dass es richtig war.

    Denke ich „ja aber xy ist ja anders! Bei uns ist das ganz anders!“? Natürlich…. Aber ist das die Wahrheit? Natürlich nicht… jede der Lieben die hier erzählt werden waren echt. Gross. Tief.
    Und das ist so tragisch.

    Ich drücke Dich dankbar zurück

    Guten Morgen,

    heute bin ich traurig, obwohl es einen Grund zum freuen gäbe, und frage mich, ob ihr das nachvollziehen könnt.
    Als ich im Februar ausgezogen bin, habe ich meine Katze ( 10 Jahre ) im Haus gelassen. Das hatte für mich verschiedene Gründe, vorrangig wollte ich ihr aber gern das gewohnte Umfeld und ihr Revier im Freigang nicht nehmen. Für meinen xy war und ist es okay, dass sie da ist. Sie ist dort zuhause, so sieht er es.
    Trotz allem habe ich damals schon alles in der Wohnung für sie vorbereitet. Balkon ind Fenster sind Katzensicher, ein neuer Kratzbaum dekoriert das Wohnzimmer und Futter und Co sind vorrätig.

    In den letzten Wochen, in denen es sich zwischen mir und meinem xy ( oder eher ihm und seinem Alkohol ) so extrem verschlechtert hat, ist meine Einsamkeit hier stetig gewachsen. Es ist ein bisschen unangenehm, weil ich ein soziales Umfeld habe, und auch Freundinnen treffe, zum Sport gehe etc., aber ich merke, dass ich immer öfter immer ausführlicher mit mir selbst spreche. Ich führe dann Gespräche mit mir, die ich so dringend mit meinem xy führen würde. Erkläre mich, diskutiere, und mache mich damit selbst nicht fröhlicher. Auch habe ich ja nach wie vor Probleme, anzunehmen, dass das hier mein Zuhause ist, oder sein soll.

    Heute bringt eine Freundin mir nun meine Katze. Vom xy gab es keine Reaktion darauf, außer eine Info wann er sie einzutuppern gedenkt.
    Ich sollte mich freuen… hier dann endlich nicht mehr so allein zu sein. Aber für mich hat das auch eine sehr traurige Endgültigkeit. Es ist quasi die letzte Verbindung nach Hause, die ich damit kappe. Ich sitze hier schon den ganzen Morgen, um werfe mir vor, damit Fakten zu schaffen, meinen xy zu verletzen, und alles kaputt zu machen.

    Es ist so irrational, weil ich meinen xy seit einem Monat nicht gesehen habe, und er seit Wochen auf nichts mehr reagiert, was uns betrifft. Frage ich nach dem Status, antwortet er nicht. Sage ich, dass ich das so nicht kann, und im Zweifel allein entscheiden muss, kommt keine Antwort.
    Er ruft nicht an, nutzt seinen Schlüssel für diese Wohnung nicht ( soll meine Freundin heute auch mitbringen ) und hatte sogar mein Geburtstags Geschenk einer Nachbarin gegeben, damit sie es mir aushändigt, nachdem er mich an meinem Geburtstag versetzt hatte.
    Auf dem Konto habe ich gesehen, dass er zu der Zeit, als er mich besuchen wollte, an der Tankstelle Bier gekauft hat.

    Ich sollte wütend sein. Ich sollte enttäuscht sein.
    Aber ich bin traurig, und fühle mich, als würde ich ihn durch diesen Schritt nun noch weiter von mir wegtreiben.
    Bekloppt, ich weiß… Aber Co, ihr wisst schon :cry:

    Hallo Sundancer ,

    ich habe, im Bezug auf Deine Bedenken mit Sorgerecht und Co leider keine Erfahrungen mit denen ich Dir aushelfen könnte. Aber ich möchte kurz die Gelegenheit nutzen, Dir zu sagen, dass ich es ganz stark finde, dass Du startklar bist. Oder Dich so fühlst. Und grad deine berufliche Situation ist ja fast ein Wink des Universums -> Lauf, wir machen es möglich!

    Ich bin selbst Co meines Mannes, und habe diesen Weg grad kinderlos allein angefangen. Aber ich habe einige Freunde und Bekannte die in ihrer Kindheit unter der Alkoholabhängigkeit eines Elternteils gelitten haben. Ich bin mir sicher, sie hätten sich einen mutigen, starken und entschlossenen Vater wie dich gewünscht. Deine Kinder werden, wenn sie alt genug sind und die Situation mit etwas Abstand verarbeiten können, stolz auf Dich sein.

    Ich wünsche Dir und euch, von Herzen, viele nette Menschen auf eurem Weg ( die Diakonie würde ich tatsächlich mal ansteuern, von Gesprächsangeboten bis hin zu Beratungen kann man dort sehr viel Mehrwert erfahren ) und leichtere Tage.

    Ganz viel Gutes für euch!

    Böse gedacht von mir?

    Ein ganz klares Nein von mir. Du bist, wie so viele von uns hier ( oder ehemals ) hilflos. Verzweifelt. Da bist Du wirklich nicht allein.
    Ich zumindest kenne die Phase gut. Es war bei mir eine Phase der Gedanken, bevor die Entwicklung des Themas für mich und bei mir irgendwann begann.

    Bitte werfe Dir da nichts vor.

    Ich hab überlegt die Polizei zu rufen, wenn er fährt… Ich hab überlegt die Blutdrucktabletten nicht zu erinnern, damit er mal merkt was er sich da wirklich antut. Und ich hab mehr als einmal neben ihm gesessen als er mit Fahne schnarchte, und hätte ihm so gern eine geknallt.

    Du bist nicht allein. Mit keinem dieser Gedanken.

    Guten Morgen in die Runde.
    An einem reflektierten Morgen. Einem vielleicht sogar richtig guten Morgen.
    Ich habe gestern im Geiste noch viel gearbeitet, weil die Erzählungen von Lebenskuenstler mich irgendwie neu erreicht haben. Es war für kurze Momente, als würde man die Brille abnehmen, und zum ersten Mal klar sehen.

    Ich war, all die Jahre ( und es sind fast 10 ) davon überzeugt, dass ich meinen Mann nur richtig lieben muss. Das wird vor mir sicher noch keiner getan haben. Der arme. Sobald ich ihn richtig liebe, so wie es ihn tragen könnte, und ihm das Gefühl gebe, gesehen und geschätzt zu werden, dann wird alles gut.
    Ich war überzeugt, mit Liebe, mit der richtigen, loyalen und aufopfernden Liebe schaffen wir das.

    Gestern habe ich mir Fotos angesehen, das Ganze Album im Handy. Vom Beginn bis zu den letzten gemeinsamen Tagen.
    So viele Bilder auf denen er irgendwo liegt und schläft. So viele Bilder, auf denen ich mich daneben gelegt habe, um wenigstens das bisschen Nähe zu nutzen.
    Und nach jedem Schlaf Bild wieder irgendein glücklicher Tag. Emotional eventuell nicht die beste Idee, ein hin und her zwischen enttäuschter Wut und maßloser Sehnsucht. Nur noch einmal, für fünf Minuten an diesen Tag zurückkehren, an dem alles so glücklich war… hin zu „wie konntest Du mir das antun“.


    Was will ich sagen? Ich habe etwas verstanden. Zum ersten Mal so, dass ich es mir auch glaube.
    Es war alles egal. Ich hätte ihm Organe spenden können, im Lotto gewinnen können, hätte die Kinder bekommen können die wir uns gewünscht haben.
    Es hätte nichts geändert.
    Nichts davon.

    All die steeitereib der letzten Jahre, die waren egal. Am Thema vorbei. Obwohl wir über Themen der Beziehung teilweise extrem hart gestritten und gekämpft haben, hatte das nie Sinn.

    Solange er trinken will, und das wollte er immer und will es noch, ist das völlig unerheblich. Das konnte nur ins Leere laufen. Wie ein Auto ohne Benzin. Kannst Du einsteigen, kannst Du versuchen, kannst Du waschen und strahlen lassen. Aber fahren wird es nie.

    Solange er trinkt, und trinken will bin ich völlig unerheblich.
    Das tut auf eine neue Art weh. Nicht dieses zerrissene „was kann ich nur tun“ sondern eher ein in sich ruhender, annehmender Schmerz.
    Ich kann aufhören. Ich brauche keine neuen Pläne. Ich kann nichts tun.

    Befreiend, und wenn man es zulässt auch bitter. Zehn Jahre. In ein paar Tagen werde ich 36. Und stehe hier, mit der Erkenntnis, dass ich diese zehn Jahre ungesund und völlig sinnlos vergeben habe.

    Kommt gut in den Dienstag, und lasst es euch gut gehen.
    Danke, dass es das hier gibt.
    Danke, dass es euch gibt, die nicht müde werden, immer wieder neuen Menschen das gleiche anzubieten, um ihren Leben Wendungen zu geben.

    Mir hat es damals gut getan, dass meine beste Freundin mir ab und zu Knall hart ihre Sicht der Dinge geschildert hat. Vielleicht wollte ich das nachmachen und bin da arg übers Ziel hinausgeschossen.

    Ich habe das große Glück, genau solche Freundinnen um mich zu wissen. Deswegen muss ich bei Deiner Antwort jetzt auch lächeln… Ich danke Dir <3

    Es ist super wichtig, dass jemand ab und an hart die Fakten auf den Tisch legt. Und vielleicht haben wir „Ich lese empfindlich“ und „Du schreibst aus Erfahrung im Kämpfermodus“ einfach zu gut kombiniert.
    Ich verstehe jetzt was Du sagen wolltest, und ich finde es ermutigend, dass Du für mich aufgestanden bist. Danke.

    Und da das Leben ohne Alk ja sowieso nicht viel wert war, wo willst Du da ansetzen?

    Punkt für Dich - und so ungern ich das anerkennen möchte, auch für mich.

    Du hast es mir mit deinen Beiträgen heute möglich gemacht, die emotionale „Aber man liebt sich doch“ Ebene zu verlassen, und auf der deutlich rationaleren Ebene Erkenntnisse zu erinnern, und zu sortieren.
    Ich glaube, das hilft mir sehr. Ich danke Dir von Herzen für Deine Zeit und deine Gedanken!

    Das Problem bei mir als Säufer war zusätzlich (und ich habe ähnliches von Anderen gehört) , dass ich davon überzeugt war, nur ich verstehe, wie beknackt das Leben ist. alle anderen, die nicht trinken, sind nur strohdoof und haben sich einlullen lassen.

    Das ist auch ein großer Punkt, der meinem Mann das Leben „blockiert“. Immer sind alle besser dran. Haben mehr Geld, mehr Maschinen, mehr Spaß, mehr Urlaub. Er stört sich oft dran, dass bei uns kein Geld für Urlaub da sei, dann muss man sich ja nicht wundern wenns irgendwann mal sch**sse wird. Naja nun, wo das Geld hin ist, brauche ich nicht zu erzählen. Und das ich in den ersten Jahren Urlaube für ihn und seinen Sohn ( gemeinsam mit mir ) bezahlt habe, damit „der arme Mann“ es endlich mal gut hat, das lasse ich auch mal lieber weg.

    Zufrieden sein fällt absolut schwer. Irgendwas ist immer, und egal wie weit weg das sein müsste ( Job, entferne Bekannte etc. ) es wird nicht richtig priorisiert, und liefert nachher wieder Grund dem entfliehen zu müssen.

    Mit etwas Abstand sieht man das recht klar.

    Die Abstürze mit dem kompletten Systemverlust gab es auch früher, nur habe ich die nicht mitbekommen. Da waren es noch lustige Geschichten von früher „wisst ihr noch, wie wir xy hier nach dem Geburtstag lange gesucht haben, und der im Heizungsraum lag?“ hahaha. Bis er mir dann selbst nach einem Fest am Vormittag mal so auf dem Badvorleger lag. Aber da war mir nicht klar, was das ist. Und das ich selbst nie irgendwo einfach schlafend gefunden wurde ist mir auch nicht aufgefallen. Wollte es vielleicht nicht.
    Und xy war eben auch dafür bekannt, dass er auf Feiern zuhause irgendwann ohne Abschied ins Bett verschwindet. Fanden alle so als lustigen Spleen. Heute denke ich, dass er da schon ganz gut selbst wusste, dass gleich aus ist.

    Diese Dinge liegen teilweise vor unserer Hochzeit. Ich hätte es sehen können, aber ich hatte nie Berührung damit. Und so erkannte ich erst eine Schieflage, als sich seine Persönlichkeit in diesen Phasen extrem veränderte. Immer öfter war er gemein, eiskalt und immer öfter war ich schuld daran.

    Da, also erst vor einigen Jahren, begann mein Weg zu erkennen, dass dort etwas nicht gesund läuft. Die Klarheit kam erst in den letzten drei Jahren langsam dazu.

    Oh wow… das viele Geschichten sich ähneln ist ja kein Geheimnis mehr. Aber nun sitz ich hier und fühle mich schmerzhaft erinnert. An Dinge die ich fast verdrängt hätte. Bei uns war es nicht zuhause, sondern das traurige Finale eines Festivalbesuchs nachdem mein Schwager und ich fast eine Stunde suchten… bis wir meinen Mann bewusstlos im Gebüsch fanden.

    So viel… so ähnlich…

    Danke ;( vielleicht hat’s das grad gebraucht.

    Hi Lebenskünstler,

    Ich habe einige Jahre darum gekämpft, den Schaden durchs Trinken zu begrenzen. Also so zu trinken, dass ich einerseits trinken konnte und andererseits meine Frau mit meinem Verhalten einverstanden war.

    War Deine Frau Dir in dieser Zeit eine Priorität, oder kennst Du auch solche Ghosting / Flucht Geschichten?

    Freut mich sehr, dass Du es geschafft hast. Wie wir hier alle lernen dürfen, gehört ne Menge Kraft dazu.

    Ich hoffe, du fühlst dich nicht von mir angegriffen. So war es nämlich nicht gemeint.

    Nein, entgegen meiner emsigen Selbstverteidigung tue ich das nicht ;-). Ich hab das beim ersten Lesen auch nicht so empfunden. Und selbst wenn, ein bisschen Perspektiv Gepiekse ist auch nicht unwichtig, grad wenn man vorsätzlich den Kopf im Sand lässt. Aber ich bin bemüht, das nicht zu tun.

    Nein, mein Mann strebt keine Entwicklung an. Oder eher mit jeder Eskalation der Thematik weniger. Wir hatten das ja schon alles… weinend um Hilfe gebettelt, dann ein halbes Jahr trocken und dann wieder los.
    Beim nächsten Mal mit mir zur Beratung ( bitte komm mit ), sich dort im Wartebereich an mich geklammert wie ein kleines Kind beim Impfen, und dann auch echte Einsichten im Therapie Gespräch.
    Ein paar Wochen später aber „das sind alles richtig abgewrackte Leute da in der Gruppe. Demnach hab ich kein Problem, tschö mit Ö.
    Und diesmal, in Runde drei, eben zum ersten Mal - nichts.
    Obwohl die Familie das Thema mittlerweile ( nachdem sie so viele Jahre gegen mich gekämpft haben ) auch auf den Tisch bringt und sieht.

    Man hofft einfach, heimlich, noch ein bisschen doof vor sich hin, dass der Mensch der mal da war nicht weg ist.

    Hey Twizzler,

    das stimmt, eine Art von Entscheidung trifft auch der Partner in der CoA. Aber da ist wieder „leichter gesagt als getan“ am Werk. In der Theorie kann ich das alles super einschätzen, und kenne auch die nötigen Schritte / Wege.
    In der Praxis bin ich aber einfach noch nicht so weit, meine Entscheidung zur endgültigen Trennung ohne Gespräch etc. zu kommunizieren und umzusetzen.
    Das ist ein Prozess. Ich bin schon einige Schritte gegangen, aber am Ziel bin ich da nicht.

    Oder empfindest du deine Entscheidung immer weiter zu machen als gesund?

    Hm, ich sehe das gar nicht so als die bewusste Entscheidung immer weiter zu machen. Da könnte ich ja in meinem Haus und Garten sein ( denn da könnte ich jederzeit zurück ) und einfach so weiter machen. Das wäre der „leichtere“ Weg. Aber das mache ich nicht. Ich habe mich räumlich getrennt, bewohne eine eigene Wohnung und lebe meinen eigenen Alltag. Ich suche keinen Kontakt ( mehr ). Und ich nehme an, dass es dann eben versiebt wenn von meinen Mann nichts mehr an Einsatz kommt.
    Natürlich falle ich immer wieder in Gefühle, Sehnsucht und Heimweh zurück. Aber ich bin hier und nicht da. Und das ist meine Entscheidung.

    Guten Morgen AnnaBlume,

    der Umgang mit schwierigen Situationen ( Hund weg, neuen Hund holen um darüber hinwegzutäuschen ) ist auf jeden Fall ein Muster, das hatte ich ja auch als solches beschrieben. Total richtig.

    Die Frau ist „nur“ im Handy präsent, man hat sich nie getroffen. Und natürlich ist es nicht okay sich da abzulenken, und meine Gedanken waren erst ähnlich wie deine. Dass da schon jemand in Position gebracht wird. Ich bin mir aber schon sicher, dass dem nicht so ist. Betrug war bei uns nie ein Thema, und das ist für meinen Mann ( physisch ) auch kein Muster oder kein Weg den er wählen würde. Das sage ich auch nicht um irgendwas zu beschönigen, die Lage ist beschissen, da wird grad nix schön dran. Und ich bemühe mich auch nicht drum.

    Was ist los mit dir? Der Mann sitzt in deinem Haus, feiert Partys, sucht schon ne neue und du hoffst das alles wieder gut wird?

    Hui. Empfinde ich jetzt beim ersten Lesen als hart. Partys feiert mein Mann nicht, er war bei einem Arbeitskollegen auf einem Geburtstag. Zuhause schaufelt er sich mit Arbeit zu und lenkt sich ab, aber da finden keine Partys oder Ähnliches statt.
    Und ja, natürlich gibt es in mir noch einen Anteil der hofft, dass alles gut wird. Der Anteil der sich nach dem nicht trinkenden Mann sehnt, den er geheiratet hat. Das heißt aber nicht dass ich naiv oder doof bin. Das heißt einfach nur das ich um etwas trauere, dass mir sehr wichtig war. Und ich glaube, für mich, dass das auch in Ordnung ist.

    Die Wohnung gefällt mir nicht, weil mir keine grad gefallen könnte. Ich habe mir diese Veränderungen in meinem Leben nicht ausgesucht, weil mir danach war. Angefangen bei dem Verlust meiner Routine durch die Veränderungen meines Alltags ( ohne Hund ) bis hin zur räumlichen Trennung hatte ich nicht auf alles Einfluss oder eine Wahl. Für mich sind das große und einschneidende Veränderungen mit denen ich kämpfe. Mir ist völlig klar, dass ich das akzeptieren muss. Aber, dass mir das heute noch nicht gelingt heißt nicht, dass etwas mit mir nicht stimmt.

    Wahrscheinlich ist die Reaktion jetzt sehr emotional, aber Dir sollte eigentlich klar sein, dass grad so etwas wie „was ist los mir Dir“ bei jemandem in / aus einer CoA schmerzhaft triggern kann.

    Guten Morgen Morgenrot,

    kannst du Mitleid durch Mitgefühl ersetzen? Denn Mitleid fühlt sich immer wie Kampf an, einen Kampf kann ich verlieren und sehe mich vielleicht wieder als Verlierer. Dann kann es mir passieren, dass ich wieder am Boden bin.

    Das finde ich richtig gut! Was für ein wertvoller Hinweis. Das dreht es nämlich genau in die Richtung, in die ich es Ausdrücken wollte! Danke :)

    Und Taten sind auf jeden Fall das einzige, was zählt. Worte gab es schon viele, und auch ein Song den jemand anders geschrieben hat, ist am Ende nur ein Wort. Ein leeres. Nicht mal ein eigenes.
    Und bei jemandem der so systematisch ghostet wie mein Mann es ( ob nun bewusst, oder auf der Flucht macht keinen Unterschied ) tut, ist es fast lächerlich.

    Lieben Dank für deine Idee, und einen tollen Tag für Dich! Liebe Grüße

    Guten Morgen Alexa,

    mir wird erst mit der Zeit klar, wie hart das wirklich war. Mit Abstand, und mit jedem Mal wo ich darüber schreibe, oder spreche merke ich es. Das klappt nicht einmal, ohne dass mir hinterher beim Lesen die Tränen laufen. Aber darin steckt auch ein bisschen Entwicklung. Aus bodenloser Traurigkeit wird langsam liebevolles Mitleid. Nicht von der kontraproduktiven Selbstmitleid Seite her, sondern eher annehmend. Ich hoffe darunter kann man sich beim Lesen etwas vorstellen. Ich werte das positiv, denn es hilft mir. „Ja, die Dinge sind wirklich passiert, und das war wirklich schlimm“. Das ist ein Stück weit heilend, wenn im „alten“ Leben so oft alles kleingeredet und infrage gestellt wurde.

    Die andere Frau war angeblich eine Bekannte von früher, mit der er nur schrieb. Gesehen habe ich das alles bis heute nicht. Als wir vor einigen Wochen so gute Zeit miteinander verbrachten, haben wir darüber gesprochen, und ich glaube das sogar. Ich weiß, dass er geschrieben hat weil die Kommunikation dort leichter war als mit mir. Aber es war wohl ohne romantischen Hintergrund. In Ordnung war und bleibt es nicht. Aber es passt gut in dieses Muster, den leichten Weg zu gehen.
    Schließlich saß Zuhause die Frau, die diesen neuen Hund nicht liebevoll aufnehmen und betreuen wollte, und da im Handy war jemand der vergnügt über die Welpen Fotos quietschte.
    In jedem Fall ist das auch etwas, dass in der „woher soll ich wissen, dass es beim nächsten Konflikt nicht wieder so läuft?“ Vertrauen verloren Schublade liegt.

    Mein Spaziergang war okay. Ich versuche das alles gut zu finden. Und ich bin losgelaufen und hab’s durchgezogen. Das reicht für den Moment.

    Gestern hatte er dann etwas im Status, einen Song. Vielleicht lege ich da zu viel rein ( keine Angst, die Zeiten in denen ich auf so etwas reagiere sind vorbei ), aber ich glaub es war ein bisschen an mich gerichtet. Vielleicht aber auch nur Selbstmitleid in die Welt schreien und schauen, wer sich kümmert.
    In dem Text geht es um jemanden der nach Hilfe schreit, weil er sich mit Alkohol und Zigaretten die Gesundheit zerstört, aber so zerrissen und verloren ist, dass er es allein nicht schafft. Und dass die Frau in seinem Leben ihn aufgeben soll, weil er nur schlecht für sie ist. Aha.
    Früher hätte es mir wehgetan ( Musik trifft mich immer hart ) und ich hätte etwas unternommen, damit er sich gesehen und geliebt fühlt.

    Heute sitze ich eher mit hochgezogenen Augenbrauen da, und denke „well, wenn das denn so wäre, und da Einsicht wäre, wäre ein Status der erste Weg?“. Ich weiß ja nicht…

    Ich muss sehr aufpassen, dass ich bei dem erledigen der nächsten Schritte ( mein Kätzchen wohnt noch im Haus, mein Fahrrad ist noch da, er hat noch einen Schlüssel für diese Wohnung ) aus eigenem Entschluss für mich handele, und nicht um ihn zu beeinflussen. Aus dem Bauch heraus will ich sofort, dass all diese Dinge herkommen. Aber wenn ich ehrlich zu mir bin, dann auch nur, um ihn unter Druck zu setzen. Dem Kätzchen geht’s gut, es kann dort raus ( hier in der Wohnung nicht ), und den Schlüssel hat er nie aus dem Ordner genommen in dem ich den damals abgelegt habe. Es besteht also keine Gefahr. Deswegen habe ich die Hilfe von jemandem aus der Familie, der sagte „so, es reicht jetzt. Ich hole die Sachen und bringe Dir die“ erstmal vertagt. Es muss aus Überzeugung passieren. Sonst stehe ich bald genauso bei jedem Auto am Fenster, nur dann eben mit Katze auf dem Arm.

    Komm gut in die neue Woche, und fühle Dich lieb gegrüßt!