Beiträge von Oskar

    Glückwunsch zum erledigten Entzug. Ein Anfang ist gemacht. Bleib dran, NUR FÜR DICH. Stoisch geradeaus, nur nach vorn schauen. Analyse später (leicht gesagt … zumindest aber unbedingt Gedankenkarussell(s) stoppen).

    Die Entzugsphase las sich eher leicht/glatt bzw. du schriebst wenig Details; Schlafprobleme bereits erledigt - erstaunlich. Wie geht es dem Kopf (Sinne, Denken, Merken, Stimmung)? Die graue/weiße Masse braucht viel länger als der Restkörper. Aber das ist bei jedem anders.

    Klarheit
    Im Rückblick: Nach etwa einem halben Jahr hatte ich das Gefühl, ein Weichzeichnungsfilter sei vom Objektiv geschraubt worden. Die Veränderungen waren in den ersten Wochen bis ca. 2-3. Monat am stärksten, danach immer feinere Nuancen, über ein Jahr hinaus.
    Ich rede nicht von Handlungsunfähigkeit/starker Einschränkung - das war bei mir zu keinem Zeitpunkt der Fall - sondern von wirklicher Klarheit und Schärfe des Denkens. Und von innerer Ruhe!
    (Heißt auch: weitreichenden Entscheidungen besser aufschieben.)

    SHG
    Probiere es aus. Mehrmals - schärft erst Blick/Gefühl. Gerade weil du auch Einsamkeit erwähntest. Außerdem ist es mMn. eine wichtige Erfahrung, sich in persona zu öffnen und nicht nur anonym-online.
    Ich war nur 3x da, habe aber schnell einen Kontakt zu einem Freund aus dieser Gruppe gefunden, der sogar gleich bei mir um die Ecke wohnt. Ist keine Freundschaft, aber verlässlich; ein zusätzliches "Sicherungselement".

    Therapie
    Ich habe null Erfahrung und kenne Psycho*x nur privat. Heißt, ich bin "ohne alles" stabil trocken geworden und zufrieden. Nur meine Erfahrung, keine Empfehlung. Finde ggf. Erfordernis für dich heraus. Ggf. später, wenn Ort klarer.

    Nachbemerkung zur Einordnung - nach Abklingen des Nachhalls.

    Peters gelingt ein seltener Spagat: spannend & literarisch anspruchsvoll; zugleich absolut realistisch UND hilfreich … den Ausweg aufzeigend.

    Kein Trinker-Epos, wenig Drama, keine Belehrung, kein Anti-Alk-Pathos.

    Es ist der Anti-Trinker-Roman, literarisch auf Augenhöhe mit den Klassikern.

    Hallo Amun,

    wie war dein Beratungstermin?
    Und - wichtiger noch - wie ist deine Stimmung?

    Ist gerade eine entscheidende Zeit bei dir: Volle Konzentration auf radikalen Abstand zum Alkohol. Stofflich und vor allem im eigenen Kopf - aller Misere zum Trotz.

    Ich persönlich neige weniger zu Amor fati (als quasi Schwert), sondern eher zum Schild: Stoische Seelenruhe (Ataraxie). Nicht als Dogma, nicht "angelesen", sondern mit den Jahren als Geisteshaltung aus mir und meiner Lebenserfahrung gewachsen.

    Das für immer ist meinem Empfinden nach ungewohnt (…)

    Immerhin hast du inzwischen vom "für immer" schon reichlich drei Monate ohne Alk "überstanden". Bewusst dieses Mühsam-Wort, weil deine Beschreibung noch mit gewissem inneren Widerstand und Skepsis behaftet ist.

    Immerhin waren dies aber die drei schwierigsten Monate (!), wo alles im Kopf im Umbau ist, sich neue Gewohnheiten einschleifen müssen, Gedanken an Alk, ggf. Suchtdruck noch häufig … die Rückfallquote am höchsten, etc.

    Erfolgreich absolviert! Gratuliere!

    Es wird leichter, die Zeit ist dein Freund. Dauer … bei jedem wohl etwas anders.

    "nichts ist für die Ewigkeit" (…) Aufgrund diesem Motto muss ich wohl oder übel den Entschluss immer wieder neu fassen, was aber auch den Vorteil hat, dass man nie vergisst was war und warum man diese Entscheidung täglich neu trifft.

    Vorerst womöglich ok, so lange du täglich das erste Glas stehen lässt. Auf Dauer unnötig kräftezehrend (Ausnahmesituationen mal ausgenommen).

    Es ist viel einfacher, die innere Verfasstheit für das Gift auf dauerhaft & stoisch = NULL zu setzen. Völlig loslassen. Stichwort Kapitulation. Mit welchen, womöglich eigenen, Worten du das deinem Gehirn beibringst, bleibt dir überlassen. Ich hatte bei unserem Freund Soapstar was dazu geschrieben, weil ihn auch solche Gedanken quälten.

    Aus dem Ursprungsbeitrag geht für mich nicht hervor, was jetzt konkret der Grund für das Nichtberührenkönnen war.
    stef2303 was war da genau?

    Alles danach sind Vermutungen, die aber in sich hilfreich sein können, wenn man an so eine Stelle "empfindlich" ist.

    Das Thema dürfte höchst individuell sein und ich achte genau drauf, was mich auch nur im Ansatz triggern könnte. Gläserformen sind es nicht. Wobei ich seit meiner Abstinenz "aus Prinzip" bestimmte Gläserformen meide. Kein Dogma, aber einfach gedacht: alles, was mich an alte Alk-Trinkrituale erinnert, lasse ich - wenn möglich - weg.

    Auch ein bisschen off-topic: bei jedem einzelnen Versuch, eine PET-Flasche aufzuschrauben und logischerweise den Deckel abzureissen, damit ich vernünftig eingießen kann, geht in meinen Gedanken ein stiller Fluch gen Brüssel. Den Deckel schraube ich trotzdem immer auf die (auch leere) Flasche und tat dies schon immer.

    Bin mir selbst glaub genug Gesellschaft derzeit, hoffe das bessert sich wieder, will kein "grantlger alter Sack" werden.

    Bin noch ein Stück älter als du. "Alter Sack" ist unter meinen Freunden durchaus mal eine augenzwinkernd gemeinte Anrede. Allerdings nie in Verbindung mit grantig/kauzig! Eher so Richtung "alter netter weiser Mann". (Sarkastisch gegen den verdrehten Zeitgeist gemeint; vor allem aber mit Betonung auf weise. Oder zumindest weiser als im Vergleich zum Zustand 25 Jahre früher.)

    Die (zunehmende) Weisheit steht doch in direktem Zusammenhang mit dem "Ich bin mir selbst genug". Das beinhaltet auch: ich kann frei entscheiden, fühle mich nicht gezwungen, "muss" nicht; habe Geduld, Gelassenheit …
    auch, mich vorerst von Risiken völlig fern zu halten, bis ich echte Stabilität gesichert fühle. Und später, mit der Zeit, mit Bedacht, die eine oder andere Aktivität wieder aufzunehmen.

    Christoph Peters – Entzug (März 2026)

    Mein Eindruck:

    Nach einem einleitenden ersten Teil (Zuspitzung des Trinkens, Fallen in die Sucht, die Einsicht, Alkoholiker zu sein) beschreibt der autobiografische Roman im langen zweiten Teil den 14-tägigen Prozess des Nüchternwerdens auf einer Entzugsstation.

    Die Abläufe – auch medizinisch und therapeutisch – werden eindringlich geschildert, ebenso wie die Entstehung und Analyse von Suchtstrukturen. Kurzporträts der Mitpatienten sind aufschlussreich für das breite Spektrum der Betroffenen.

    Die Sprache ist schonungslos und inhaltlich sehr realistisch. In puncto Alkoholismus wählt Peters einen straff sachlichen Stil, der zeitweise – für einen Roman ungewöhnlich – etwas pädagogisch dozierend wirkt.

    In gutem Kontrast dazu stehen die Reflexionen der Gedankenwelt des Autors. Neben biografischen Rückblicken, Ausblicken, Ängsten und Zweifeln driftet er öfter auch ins Surreale ab und verdeutlicht so die widersprüchlichen inneren Dialoge und seelischen Abgründe des Trinkers („hochkomplexe Lügenlogistik“). Diese Stilebene hebt die literarische Qualität deutlich.

    Die Handlung endet unmittelbar mit der Entlassung aus der Klinik. Der reale, lange Prozess des Trockenwerdens bleibt offen.

    Mir gefielen Inhalt und Stil sehr gut; das Buch ist spannend und flüssig zu lesen. Auch ein wenig Humor ist enthalten – trocken und dem Thema angemessen. Meine volle Empfehlung!

    Ich habe es so verstanden, dass du gegenwärtig runde zwei Monate abstinent bist …

    Bei mir waren die ersten ca. drei Monate nach Alkoholstopp (allein, keinerlei Medis) z.T. mühsam, oft düster, oft wechselnde Stimmung, zugespitzte, überscharfe Sinneseindrücke. Dazu zählte auch extreme Müdigkeit, wellenartig. Nach drei Monaten wurde es deutlich besser, kurze Phasen bleierner Müdigkeit blieben jedoch, langsam ausschleichend, bis ca. Monat 6!

    Jedoch hatte ich noch nie eine richtige, schwere Depression. Vorstufen davon vermutlich schon, so beginnende Stufe 2 - mittel (Eigendiagnose! Nie in Behandlung). Den Zusammenhang D. + Alk wirst du kennen, ebenso die oft damit zusammenhängende Frage, was zuerst da war … (bei mir tippe ich auf den Alk.)

    Obwohl es bei dir eine primäre Depression war/ist, kann die doch durch Alk verstärkt worden sein. Es geht ja um die gleichen Prozesse im Gehirn (Auslösung/Verschärfung Neurotransmitter-Disbalance, Abstumpfung Rezeptoren, Mangel an Botenstoffen). Was zur Frage führt: wenn du mit einem Fachmann darüber sprichst, weiß der von deinen Alkoholismus?

    Ich kann dich nur ermuntern, Geduld zu haben und mit aller Kraft an deiner Abstinenz festzuhalten. Es wird besser werden, was diese psychischen Entzugserscheinungen angeht. Die primäre Depression ist separat zu betrachten.

    Hallo Soapstar,

    die beiden Episoden lesen sich traurig; kann voll verstehen, dass da Bitterkeit bei dir entsteht, durch das gar nicht nicht eingeladen worden zu sein. (Kann es dafür noch weitere, andere Gründe geben?) An deiner Stelle wäre ich weggefahren und hätte mir das Spektakel vom Balkon aus nicht gegeben.

    Die Beschäftigung mit dem vollständigen inneren Loslassen vom Gift halte ich für essenziell - sie macht das abstinente Leben leicht und entspannt. Ich hatte dir in #57 dazu geschrieben …

    Meine Kapitulation hat das Mantra: Der Traum* ist aus. (*vom genussvollen seltenen Schluck). Ich neige dazu, für solche Eigen-Gehirnwäsche meine eigenen Vokabeln zu benutzen - ist bei mir am wirksamsten und hat funktioniert.

    Treffen mit alten Freunden finden bei mir schon noch statt; derartige Ausladungen habe ich nicht registriert. Jedoch hatte ich mich länger zurückgezogen, mit wenigen wohlüberlegten Ausnahmen.

    Ich setze insofern Grenzen, dass ich Kneipen vollständig meide. Es sind durchweg echte, alte Freunde, mit denen ich offen über meine Abstinenz rede. Die trinken dann schon ihr Bier, aber es ist keine Sauferei; stört/triggert mich null. Und ich kann immer und jederzeit gehen, darauf achte ich und das würden sie auch verstehen und akzeptiere.

    Einem Gartenfest, wie von dir beschrieben, bin ich bis dato ferngeblieben. Einfach, weil die Stimmung nach kurzer Zeit zu feuchtfröhlich würde; vielleicht später mal, dosiert, für kürzere Zeit.

    Das ist halt der "Preis" für die eigene neue Freiheit. Ich halte ihn für niedrig, verglichen mit der "Gesamtrechnung".

    Als ich mich hier anmeldete, habe ich speziell auch viele alte Beiträge gelesen, weil ich mir dachte, diese Jungs & Mädels haben es lange geschafft, wohl Vieles richtig gemacht - also guck nach deren Anfängen und Wurzeln - so sie lange dabei waren. (Galt gleichermaßen für die schnell wieder Verschwundenen und möglichen Gründen dafür.)

    Jedenfalls war mir dadurch dein Name schon geläufig und ich freue mich, dass du wieder hier schreibst. Tja, und scheinbar hat dir dein Bauchgefühl dafür den richtigen Impuls gegeben, wenn dein Belohnungssystem gerade happy hippo zu spielen scheint. Ohne Zweifel ein Warnsignal, auch wenn Alk in der Gedankenwelt noch völlig verdeckt zu sein scheint.

    Jetzt fängt ja gerade die sonnige & wonnige Jahreszeit an. Bei mir ist das jedes Jahr wie ein Freudenfest nach der dunklen Jahreszeit. Beeinflusst dich das?
    Hat sich was Wichtiges in deinem Leben verändert, was einen Zusammenhang ergeben könnte? Wühlt die Therapie etwas auf? (Alles nur als Gedankenanstoß gemeint! Keinerlei eigene Therapieerfahrung.)

    Du stehst aktuell ganz, ganz am Anfang - im Entzug, Tag 2. Hast aktuell Entzugserscheinungen und fragtest aktuell nach Erfahrungen.

    Das rein körperliche ist nach 5-7-10 Tagen durch. Es kann aber durchaus noch Nachhall geben (hatte ich nach einem Monat mal kurz).

    Aber der Kopf … das Gehirn braucht ein paar Monate, um sich halbwegs neu zu kalibrieren und zu gesunden. Selbst nach über einem Jahr bemerkte ich nochmal kleine Veränderungen.

    ich bin ja wahrlich ein Freund auch eigener Wege (meiner hat geklappt und mich in die zufriedene stabile Abstinenz gebracht) … aber ehrlich: diese Idee, in der ersten Woche, im Entzug, eine alkohol-lastige Veranstaltung besuchen zu wollen, die finde ich einfach absurd und bar jeder Logik.

    Es ist DEINE Entscheidung und hat mit mir/uns hier nichts zu tun. DU willst für dich trocken werden.

    Ich möchte dich ermutigen, unbedingt an deiner Abstinenz dranzubleiben, festzuhalten. Tag für Tag. Die Zeit arbeitet für dich, es wird besser werden!

    Die ersten drei Monate empfand ich als vorwiegend düster. Aber es hilft nix, durchbeißen, Zähne zusammen und voll auf dieses Thema Trockenwerden konzentrieren. Versuchen, alle anderen Gedanken, bewusst und völlig beiseite zu schieben. Ursachensuche, Schuld & Sühne … später! Manches wird sich bis dahin von selbst erledigt haben oder dann unwichtig erscheinen.

    Verdopple sicherheitshalber auf ein halbes Jahr!

    Erst ab ca. Monat 6 - so schätze ich es bei mir im Rückblick ein - begann das wirkliche "Trockenwerden". Das meint u.a. durch die Umbau-/Gesundungsprozesse im Gehirn eine andere/schärfere Wahrnehmung, ein präziseres Denken, mehr innere Ruhe. Und wenn da jetzt noch ein Arme Sau-Modus in dir drin arbeitet - so sei dir gewiss - in ein paar Monaten kannst du die Sau viel leichter schlachten als im gegenwärtigen Zustand.

    Das Glück war immer da, wenn ich Nüchtern war.

    Deine Worte … gute Richtschnur - nur eben dauerhaft und stabil - das ist dein Ziel!

    … habe kein Verlangen, keine Trigger und Meise auch keine Orte oder sowas. Es berührt mich absolut nicht, da ich nur noch Ablehnung gegenüber Alkohol habe.

    Denkst du … aber es ist noch viel zu früh, das als fest abzunehmen. Ein dummer Moment reicht - also guck in die Grundbausteine und halte deinen Notfallkoffer parat.

    Die Trennung u.a. wegen Alkohol hat mich so getroffen, dass ich dem ganzen keinen Raum mehr geben will und vorallem Kann.

    Die Trennungsgeschichte incl. Liebeskummer erschließt sich mir nicht völlig. Es gibt doch einige beschriebene Aspekte, wo ich denke, du kannst heilfroh und dankbar sein, von ihr los zu sein.
    Eine andere Sache in dem Zusammenhang ist wohl dein Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Aber genau auch dabei wirst du Stück für Stück eine (gewisse) "automatische" Besserung allein durch die Abstinenz spüren. Gib dieser Entwicklung die Zeit, die es braucht.

    An erster Stelle und mit höchster Prio stand für mich bei meinem Ausstieg, meine eigene Abstinenz stabil, und später "alltagstauglich", zu entwickeln und reifen zu lassen. Das braucht seine Zeit und ist sicherlich individuell unterschiedlich. Volle Stabilität und Zufriedenheit begann ich bei mir zwischen Monat 7-10 zu verspüren. (ich bin alleine raus, ohne alles, ohne Therapie.)

    Als ersten Schritt kannst du dich z.B. hier im Forum einbringen - durch das Schreiben über deine Erfahrungen in deinem Thread und dann auch mal Beiträge bei Anderen.

    Bei der Hilfe gilt immer der Grundsatz: Zuerst Selbstsicherung beachten - erst dann Hilfe für Dritte.

    Bei SHG gelten deren (un)geschriebenen Regularien … meines Wissens nach für Funktion: 1-2 Jahre Abstinenz.

    Ein sofortiger Rauchstopp ist ohne Zweifel sinnvoll und bei dem Beschwerdebild auch ohne ärztliche Warnung/Weisung angeraten.

    Es gilt jetzt für dich, sehr vorsichtig zu sein, da sich - je nachdem wie intensiv das Nikotinthema für dich war - der Entzug überlagert mit den noch vorhandenen Verlustgefühlen in puncto Alk.

    Also deinen > Notfallkoffer durchgucken und radikal alle Risiken meiden.

    Vielleicht schreibst du hier öfter …


    Wie sich das mit deinem noch vorhandenen Suchtdruck bzw. solchen indifferenten Zuständen verhält, wo irgendwas zu fehlen scheint, kannst du nur selbst einschätzen.

    Bei mir waren im Rückblick die ersten drei Monate am kritischsten/wackeligsten. Danach begann es, fühlbar stabiler zu werden. Mit dem Rauchstopp warte ich noch ab.

    Danke für deine Beschreibung.
    Und keine(!) Sorge von wegen schlechtes Beispiel … ich nenne es gemachte (hilfreiche) Erfahrung; "Fehltritte etc." dürfte wohl jeder Teilnehmer hier drin auf dem Kerbholz haben. Und dazu bin ich ja hier - um davon zu lernen und mich sensibilisiert zu halten.

    Das Thema von noch verbleibendem Alk in der eigenen Burg werde ich nie verstehen. Weil es mir nach meiner Logik selbst bei früheren Monats-Trinkpausen einfach nur höchst sinnvoll erschien, keinerlei Versuchung in greifbarer Nähe zu haben.
    Kurzzeitig geparkte Flaschen wie in deinem Beispiel könnte ich mir dagegen schon vorstellen, wenn ich lange stabil abstinent bin.
    Aber:

    Die ersten Jahre war ich im Thema drin. (…)
    Ich habe das irgendwann aus den Augen verloren,denn alles schien so "normal". Trotz schwieriger Situationen immer mal wieder blieb ich abstinent.

    Da liegt der Hund begraben! Auch meine Abstinenz fühlt sich so schön leicht an, scheint wie ein Selbstlauf zu funktionieren. Aber so viel Leichtigkeit (so angenehm sie ist) führt eben womöglich zu Leichtsinn.

    Also bleibe ich am Thema dran, um meine innere Verfasstheit immer wieder mal etwas aufzufrischen. In der richtigen Dosis - um den Respekt vor der Sucht am Leben zu halten; aber auch nicht zu viel, um nicht zu verbiestern.

    Ich bin Anna-Sophie und war seit 87 trocken bis ich wieder rückfällig wurde.

    Hallo Anna-Sophie,

    das wären ja von 1987 bis unlängst beeindruckende 37 .. 38 Jahre Abstinenz!
    Ist das so?

    Mich würde sehr interessieren, wie dieser Rückfall genau abgelaufen ist, auch mengenmäßig. Auch, wie du ursprünglich - vor der langen Abstinenz getrunken hast (Trinkmuster, Anlässe).

    Denn davon kann ich ja nur lernen, um so etwas selbst zu vermeiden.

    Es ist sehr schwer für mich standhaft zu bleiben und hoffe hier Inspiration fürs durchhalten zu bekommen.

    Bei der enormen Länge der Abstinenz hast du doch reichlich eigene Erfahrungen gemacht und kannst selbst interessante
    Inspirationen geben. Wie hast du die lange trockene Zeit zuvor "durchgehalten"?

    Hallo Rotfuchs,

    ein Anfang ist gemacht! Zugangsvoraussetzung erfüllt. Link oben vorhanden.

    Augen erstmal nur auf das eine Ziel gerichtet: Abstand vom Alk um jeden Preis!
    Vorwärts! Auch wenn es noch eine Weile rumpeln wird.

    Worauf wartest du noch … etwa nochmal darauf?:

    Dann eine Nacht (…) kolabierte der Kreislauf und ich lag am Boden in der Kälte und konnte erst nach längerer Ohnmacht mühsam ins Bett gelangen. Der stechende Schmerz im Bauch war kaum ertrâglich und mir war klar, dass nur ein sofortiger STOP schlimmeres verhindern kann.

    In den letzten vier Jahren mit Alk trank ich täglich(!) eine knappe Flasche Whisky oder Bourbon = ca. 200 g. reiner Alk = 10 Halbe Bier.
    Um so einen Anfall bin ich noch drumrum gekommen, hatte auch nie einen Blackout, keine Ausfälle, und behielt immer noch die (Rest-)Kontrolle. Aber ich fühlte, dass mir von Woche zu Woche das Steuer mehr und mehr entglitt.

    Es geht auf diesem Weg nur noch bergab. Daher Stopp mit aller Kraft.

    Wat mutt, dat mutt.