Gedanken:
Der Suchtverlauf und die Entstehung des Suchthirns verlaufen immer gleich. Aber die Menschen hinter der Sucht sind verschieden. Trotz alledem ist es eine tödliche Krankheit!
Mein Ex-Mann ist Alkoholiker. Auch diese Ehe lief weitgehend harmonisch ab. Zwei Alkis auf einem Haufen. Wenn zu Hause "geföhnt" wurde, ging das von meiner Seite aus los. Mein Ex schaffte es nicht, so schön unter dem Radar zu fliegen (SAUFEN) wie ich. Bsp.: Anruf von Nachbarin: "hi hi hi. Bibi Dein Mann kommt gleich nach Hause. Im Moment braucht der die ganze Straße zum Laufen und hält sich an der Straßenlaterne fest." In dem Fall war es mir nicht mal peinlich, da ihr Mann auch im ganzen Dorf für solche Auftritte bekannt war.
Trotzdem hielt die Ehe nur 6 Jahre. Er ist ein ganz toller Handwerker. Das habe ich immer geschätzt und schätze ich auch heute noch an ihm. Er kann alles reparieren, egal was es ist. Aber sonst musste ich mich um alles alleine kümmern. Elternabende der Kinder, Kinderarzt, Bastelnachmittage usw. Auch sein Äußeres wirkte immer mehr ungepflegt. Er ließ sich gehen. Wenn ich auf ihn einredete, doch bitte mal etwas zu ändern, bekam ich zur Antwort: "Dann lass Dich doch scheiden." Oder: "Ach, willst Du Dich mal wieder scheiden lassen?" Ich setzte ihm das Messer auf die Brust. Entweder Paartherapie inkl. Suchttherapie (bei der ich dabei gewesen wäre) oder ich reiche die Scheidung ein. Darauf ließ er sich nicht ein. Brauche ich nicht usw. Ich reichte die Scheidung ein!
Wir sind noch heute in gutem Kontakt. Er ist der Vater unserer Kinder. 2x im Jahr sehe ich ihn immer. Die Geburtstage unserer 2 Enkelkinder.
Mein jetziger Mann ist handwerklich nicht so gut drauf. Dafür kann er göttlich Kochen. Gelernter Koch. Und samstags und sonntags Kocht er. Lecker sag ich Euch. Es duftet schon und ich bekomme Hunger.
LG
Bibi