Beiträge von Rene72

    Hallo Steevie ,

    ich habe jetzt eine Stunde bei Dir gelesen. Es dreht sich primär um Deinen Partner. Bist Du selbst für Dich am Tun?

    Er säuft. Wird es wegen Dir nicht lassen. Du wirst es nicht ändern. Trennung steht derzeit nicht zu Debatte. Punkt. Ganz simpel und nüchtern betrachtet.

    Also schau auf Dich. Einfach ist es nicht unter diesen Umständen. Nur, es sind Deine Umstände. Die Gefahr die Abstinenz zu brechen ist real und sehr groß. Dein Partner tut alles dafür und Du derzeit wenig dagegen.

    Dein Partner säuft, dann lass ihn. Er stinkt nach Alkohol im Schlafzimmer, mach Durchzug oder schlaf im Gästezimmer.

    Schaff Dir wenigstens einen Raum im Haus,der nur Dir gehört. Ohne Alkohol, ohne Deinen Partner. Dieser Raum ist dann eben vorerst Deine Burg. Schaff Dir Deine Ecke im Garten. Steevies Reich.

    Geh außer Haus, ins Museum, in den Park. Was willst Du schon immer mal machen? Mach es, nur für Dich.

    Alles andere wird sich von ganz alleine auftun. Ob Eure Partnerschaft eine Zukunft hat? Das interessiert HEUTE noch nicht mal den "Plastefuchs". Ob Du wieder säufst? Absolut nur Dein Problem.

    Du wächst mit Deiner Abstinenz. Dein Blick wird sich verändern und zukünftig Konsequenzen fordern.

    Warum ich das so eiskalt schreibe? Warum ich mir das einfach mal anmaße zu sagen? Weil ich es 1:1 so selbst erlebe.

    Einfach mal selbst ins Tun kommen. Allen eigenen Umständen zum Trotz.

    Von Herzen viel Erfolg. René

    Rückfälle, das Verschieben von Grenzen, das Kleingereden von Risiken und die möglichen Konsequenzen,

    Ich versuche es mal andersrum. Das Risiko für einen Rückfall kann ich schlecht beziffern. Die Konsequenzen daraus auf jeden Fall sehr klar. Heute geht das, vorher keinesfalls. Ich arbeite oft mit diesen Vorstellungen. Was passiert wenn... Und wenn ich da nicht wirklich achtsam bin, erklärt mir meine Sucht ganz genau was vermeintlich für sie gut ist. Ich will das aber auch nie wieder erleben und so rufe ich mir heute in den Sinn, was eben früher locker und absolut wichtig war und heute eben nicht mehr ist.

    Schlechte Laune- trink ein Bier, Stress - trink doch was, das beruhigt. Die Liste kann endlos werden....

    Habe ich in diesen Momenten über die Konsequenzen des Alkoholismus nachgedacht? Auf keinen Fall. Wenn überhaupt,dann nüchtern. Und hier liegt meiner Meinung nach der Hase im Pfeffer. Die geistige Reaktion auf die Situation gibt einem vor, was zu tun ist. Der Trugschluss, alles wird einfacher mit Umdrehungen, war vor geraumer Zeit absolut richtig. Was interessiert es mich,was in paar Jahren ist. Fast alle saufen und werden alt. Warum sollte das bei mir nicht funktionieren.

    Nun kann ich noch nicht mal so genau sagen,wie sich das bei mir umkehrte. Es steht außer Frage,dass es absolut richtig war,ist und bleibt.

    Ich habe das jetzt mal so geschrieben,wie es mir einkam.

    Ich bin da komplett bei Hartmut

    Es dreht sich alles im Kreis. Stets Gründe warum, weshalb. Wem nützt das? Auseinandersetzung mit meiner Suchtvergangenheit? Klar, nur erklären warum ich meinen Pegel am Abend brauchte? Dafür gibt's keinen Grund in meinem Umfeld. Ärger, Stress, alles coole Gründe zum Verklären des einzigen Grundes. ABHÄNGIGKEIT/SUCHT.

    Was habe ich mich anfangs erklärt. Warum ich trank. Warum ich manchmal nicht trank. Mein Faden wurde gelesen und sehr gut gehändelt. Ich habe irgendwann eingesehen, dass ich in die Abstinenz starten muss. Niemand interessiert es wirklich, was war. Ob ich wieder saufe? Es interessiert niemanden. Was war ich erschrocken, als ich dies an meine Rübe bekam. "Mich interessiert es nicht, ob Du Dich tot säufst". Erst nach diesem Satz habe ich angefangen meinen Weg zu gehen. Für mich ganz alleine. Anders geht es nicht. Wenn ich es zulasse, dann stehen am Wegesrand Wächter/ super Menschen, die mich in die Bahn zurück schieben. Nur wenn ich wieder saufe, aus dem Forum weg bin, dann interessiert es wirklich niemanden. Jeder hat seinen Weg und seine Sucht.

    Der Sachse würde sagen: " Nun latsche endlich mal los!" Gerade aus, ohne Gründe der Vergangenheit. Sondern mit Gründen, warum es besser ist ohne Alkohol zu leben.

    Das ist hier keine Therapie, sondern knallharte Selbsthilfe.

    Es gibt keine Gedanken dazu. Er taucht nur auf, wenn ich dran denke: z.b. tabverlauf auf dem Handy von diesem Forum oder Umgang mit meiner Trennung und der Zeit. Es ist unvorstellbar, deswegen frisst mich das innerlich auch so auf. Irgendeine Verbindung zwischen Bier und meinem Gehirn ist nicht mehr die, die es mal gab. Es ist eine Unterbrechung, ich fühle dabei nichts mehr.

    Irgendwie ist das alles sehr verwirrend. Alkohol triggert Dich, wenn Du den Tabverlauf von "diesem Forum" siehst?

    Du nimmst Medis, damit es überhaupt geht und haust einen raus nach dem Motto: Ich habe kein Craving.

    Aber, vielleicht finde ich es ja nur verwirrend.

    Ich habe mal Deinen Faden gelesen. Beziehung und eigener Alkoholismus können sicherlich zusammenhängen. Allerdings hängt Trockenheitsarbeit sehr eng mit aktiver Selbsthilfe zusammen. Und Selbsthilfe ist etwas anderes als Selbstmitleid gepaart mit Selbstüberschätzung oder Fehleinschätzung.

    Die Zukunft beeinflusse ich ganz alleine. Die Vergangenheit ist einfach ein feststehender Fakt. Vielleicht ärgerlich, nur nicht zu ändern.

    Versuche es doch mal ohne Gründe, warum, weshalb, da war doch?, Das ist doch ungezogen von meiner Verflossenen usw..

    Ich trinke heute nicht, weil Saufen einfach Mist und tödlich ist.

    Aus der Beziehungsnummer bist Du definitiv raus. Aus dem Alkohol noch lange nicht. Und genau hier setzt "dieses Forum" (ich bevorzuge übrigens die Bezeichnung "unser Forum") an. Selbsthilfe beim Umgang mit meiner Alkoholsucht und Wege zur lebenslangen Abstinenz.

    Ich habe noch nie tief ergründet,warum ich gesoffen habe. Ich überlege mir lieber, wie ich meine Zukunft trocken gestalte.

    Wenn ich Dir Unrecht tue, dann sorry.

    René

    Ja, ich weiß, viele Therapeuten benutzen das Wort, damit sich der Rückfällige nicht komplett zerlegt

    Ich denke Streicheleinheiten sind da fehl am Platz. Was wäre aus mir ohne gefühlte Härte geworden? Jemand der weiter gesoffen hätte, weil ja alles so schön weich und tuffig ist. Ich hatte anfangs drei vier Therapeuten, für die Klartext die beste Unterstützung ist. Und sie sind für mich mittlerweile geschätzte Lebensbegleiter geworden, die ich noch niemals persönlich getroffen habe. Aber das nur am Rande.

    Hallo, ich habe mich nicht groß geoutet. Wer mich gut kannte hat die Veränderung bemerkt. Viel wichtiger sind die Gedanken/Handlungen die in eine stabile Abstinenz führen. Bei mir fügte und fügt sich das neue Leben ganz von alleine.

    Jeder hat dies hier anders erlebt. Zumindest lese ich das aus den vielen Beiträgen. Bei so ziemlich allen ist das alkoholfreie Umfeld das Wichtigste. Und das ist es eben auch.

    Ein neuer Partner wird ja wohl mitbekommen, dass Du nichts trinkst. Im eigenen Interesse wäre ich da ehrlich. Sonst funktioniert ein alkoholfreies Umfeld, die Schutzzone, die Burg (oder wie man das auch immer nennen will) nicht. Hauptsache war für mich ein Rückzugsort, der mir Sicherheit und Ruhe gegeben hat.

    weiß noch nicht wie ich das meistern soll, wäre schon wichtig hinzugehen.

    Wenn Du das nicht weißt, dann kann die Lösung nur heißen: Ich bleibe fern. Kurz und ganz einfach.

    Schon überlegt vorzugeben das ich Antibiotika nehme und deswegen nicht trinken darf.

    Meiner Meinung nach totaler Blödsinn (sorry). "Ich trinke nicht oder nicht mehr". Das ist doch eindeutig und eine ganz klare Kante. Warum hinter irgendwelchen Lügen verstecken, die noch dazu absolut unnötig sind.

    Mittlerweile stehe ich da komplett drüber. Soll doch wer will Alkohol konsumieren und wer keinen will kann es doch lassen. Mittlerweile sind so viel Leute alkoholfrei unterwegs, dass Abstinenz auch keiner Erklärung bedarf.

    Wenn ich das nicht trennen kann oder an mir zweifel, dann bleibe ich von dieser Party fern.

    Ok, so langsam verstehe ich wie das hier funktioniert, Danke für die Rückmeldung!!!

    Hallo und willkommen. Das funktioniert hier ganz einfach. Ausschließlich in allererster Linie durch Dich selbst. Selbsthilfe halt. Du musst für Dich selbst Verantwortung übernehmen, Deine Gedanken und Gefühle niederschreiben. An die Hand nimmt Dich hier niemand.

    Das mag jetzt alles bissel hart klingen. Ich habe hier schnell gelernt, was Selbsthilfe heißt. Mich mitteilen, die Reaktionen darauf zu lesen und für mich die entsprechenden Rückschlüsse ziehen. Anfangs habe ich vieles persönlich genommen, war stinksauer, schäme mich heute für manche Reaktionen und habe trotzdem viel Zuspruch bzw. Ansporn gefunden. Bis ich merkte, dass mich im Forum niemand verletzen möchte, hat es gedauert. Jeder vertritt hier seinen Weg der Abstinenz. Finde dadurch Deinen eigenen Weg.

    Unterm Strich wird es auch zukünftig so ziemlich niemanden interessieren, ob Du Dich todsäufst. Die Verantwortung liegt nur bei Dir.

    Fazit: Arsch hoch, loslaufen und auf die Erfahrungen anderer zurückgreifen. ABER loslaufen musst Du selbst. So funktioniert das hier.

    Ich wünsche Dir von Herzen viel Erfolg , und dass Du einer von den wenigen wirst die es schaffen.

    René

    genau dieses Gefühl, ein Außenseiter zu sein, kann mich in solche massiven inneren Untiefen ziehen,

    Das berührt mich gefühlsmäßig überhaupt nicht. Der nasse Mensch ist unter Trockenen auch der Außenseiter. Ich trinke nicht. Punkt. Qualifiziert, klug wird ein Säufer darüber niemals urteilen. Warum soll mich das runterziehen?

    Isolation? Ich fühle mich nicht isoliert. Ich isoliere mich freiwillig von Konsumierenden und integriere mich dort wo es passt. Ich bin doch der Handelnde, nicht mein Gegenüber.

    Wenn ich mich isoliert und ausgegrenzt fühlen würde, dann "Holla die Waldfee". Nicht ungefährlich für meine Abstinenz.

    Rennschnecke Ich gebe Dir in Deinen Überlegungen gern Recht. Nur, ist dies die Realität? Wegen mir hat sich noch niemand an die eigene Nase gefasst. Ich sehe mich noch nicht einmal in einer Vorbildwirkung. Unter nassen Brüdern bin ich ein Außenseiter. Was habe ich über Abstinenzler gelacht, genau wie jetzt über Besoffene kritsch denke.

    Vielleicht ist es auch absolute Zeitverschwendung darüber nachzudenken. Bringt es mir selbst etwas? Eher nicht.

    Mit Sicherheit erklärt das die "Bombenstimmung" mir gegenüber. Ich werde die Gelegenheit nutzen und einzeln mit jedem darüber sprechen.

    Ich mag ja gar nicht klugscheißen. Du beantwortest die Problematik selbst. Keine nasse Veranstaltung, mit Bombenstimmung wegen Dir.🤔 Wegen Deiner Abstinenz. Fazit für mich: Es wurde nichts getrunken und Du bist daran Schuld. Also nasser kann eine Veranstaltung ohne Alkohol nicht sein.

    Keine Ahnung was Du da besprechen willst. Hat doch jeder gemerkt, dass Du trocken bist. Was willst Du Dich auf diesen Schauplätzen aufreiben. Wer Dich mag, wird den Kontakt suchen.

    Ich habe die Erfahrung schnell gemacht. Verständnis auf Feiern, die schon immer nass waren und jetzt verordnet trocken sein müssen, werde ich nicht finden. Ich hätte auch kein Verständnis gehabt, zur Weihnachtsfeier der Familie mit Cola zu sitzen, wegen einer einzigen Person. Niemand wird wegen mir weniger trinken. Ich mag das auch überhaupt nicht darüber nachdenken, wieviel meiner Bekannten das erste Glas nicht stehen lassen können. Was sollen sie verstehen. Sie haben doch alles unter Kontrolle und ich eben nicht. Die Entscheidungen liegen bei mir, nicht bei anderen. Ich gehe zur Feier und komme mit dem nassen Umfeld klar oder ich bleibe weg. Es gibt für mich da nur Schwarz oder Weiß.

    Das klingt jetzt vielleicht aufgrund meiner kurzen Abstinenz etwas überheblich. Soll es nicht sein. Ich habe täglich mit vielen nassen Menschen zu tun. Entweder ich komme damit klar oder ich verlasse die Situation. Kein Gast wird nichts trinken, nur weil ich abstinent leben möchte. Ob Familie oder Fremde.

    Vielleicht ergänzend noch. Ich erwarte von Niemanden sich mir anzupassen. Hätte ich auch als Trinker niemals getan. Ich kann nur für mich entsprechende Entscheidungen treffen. Zusammenkünfte/Feiern einfach meiden. Weil ich mich auch niemandem in Bezug auf meine Abstinenz anpasse. Ich erwarte kein Verständnis mehr für mich und habe selbst keins für andere. Mein Ding, mein Weg, meine Gesundheit, mein Leben.

    Meine Erwartung war, dass alle sehen wie gut ich aussehe und wie ich mich verändert habe aber es war irgendwie unterkühlt.

    Das sind Erfahrungen, die ich auch machte. Da ist man euphorisch und weiß, dass für einen selbst alles super ist. Für die anderen ist es das eben nicht. Du bist nicht mehr so kompatibel mit nassen Feierlichkeiten. Ich kann da über viele Witze nicht mehr lachen und ziehe mich in meine Gedankenwelt zurück, bzw meide Feiern in diesen Rahmen komplett. "Hoffentlich" hat Dir auch jemand gesagt,dass Du komisch bist. Du kannst es hier in vielen Erzählungen wiederfinden. Nasse Feier, nasses Denken, da bin ich nicht kompatibel und ich muss es mir auch nicht geben.

    Ich persönlich habe auch realisiert, dass ich mir für Anerkennungen, so super die auch sind, einen alten Fliegenpups kaufen kann.

    Sehe es vielleicht aus dieser Perspektive und das nächste Weihnachten kommt ganz sicher. Dieses Mal einfach anders geplant, aber auf jeden Fall immer noch glücklich abstinent. 👌

    ob jemand auch mit diesem Dilemma Erfahrungen gemacht hat und sich diese Frage stellt.

    Meine Erfahrung! Kein Vorwurf an Dich!

    Die Phase kenne ich nur zu gut. Das nennt sich craving. Ich bzw. mein Suchthirn suchte nach Wegen erneuten Alkoholkonsum zu ermöglichen und zu rechtfertigen. Eine ziemlich vertrackte Situation, in der ich die Wahrheit nicht erst hören wollte. Ich kannte die Antwort.

    Livingthedream90 Hallo und willkommen. Du lächelst seit 6 Jahren der häßlichen Fratze Alkohol ins Gesicht. 👍 Also wo ist das Problem? Ich sehe da keins. Wenn jemand in Deinem Umfeld erst jetzt von Deiner Abstinenz erfährt, dann ist es halt so. Meiner kurzen Erfahrungszeit nach, kann nur eine Fraktion mit Alkoholsucht und Abstinenz nichts anfangen. Nämlich genau diejenigen, welche selbst abhängig sind und sich dieser Problematik nicht stellen können bzw wollen.

    Wer trocken ist oder nie abhängig war, der wird es zu schätzen wissen, was ein klarer Kopf auf Arbeit oder im Privaten wert ist. Ich bin der Überzeugung, dass Du das selbst weißt und da keine Gedanken-Schubser benötigst.

    René