Beiträge von Rene72

    Hallo René, ich hab mich gestern auch gefühlt als wäre mir Hartmut wieder auf den Schlips getreten aber letztendlich lag es nur an mir, ich habe etwas falsch interpretiert. Ja mir schmeckt auch nicht alles, seine direkte ehrliche Meinung ist mir aber lieber als irgendwelche Streicheleinheiten, schließlich will ich trocken bleiben. Mein Anfang hier war ein einziges Chaos aber gerade auch seine Worte haben mir sehr geholfen, lass dich nicht verunsichern, das pendelt sich alles langsam ein.

    Moinsen, heute ist ein neuer Tag. Ich hatte mit so einer verbalen Keule nicht gerechnet. Da beginnt man an sich selbst zu zweifeln. Aber abgehakt. Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen Tag ohne Versuchung und voll Stärke. Ich denke das können wir beide brauchen. Ich habe donnerstags immer Kegelabend. Den habe ich mal vorsorglich abgesagt. So, jetzt geht es ans Tagwerk. Liebe Grüße

    Lieber Stern, für Deine offenen Worte vielen Dank. Ich werde das Risiko auch gründlich minimieren. So wie es eben auch möglich ist. Ich habe heute Abend keinen Bogen um den Ausschank machen können. Klar, ein paar Wochen raus wäre sehr vorteilhaft, nur leider praktisch nicht möglich. Ich bewundere Deine 4 jährige Abstinenz und den Willen dazu. Da wie Du sagst viele Rückfaller aus dem Forum gehen, bleibt mir nur die Möglichkeit standhaft zu bleiben, um mich mit Dir und anderen weiterhin austauschen zu können. Auf die leichte Schulter nehme ich es überhaupt nicht und Mahnungen sind definitiv hilfreich. Dir einen schönen Abend und bis bald. P.S. Tag 13 wäre fast geschafft und Tag 14 folgt:)

    Und ich bringe es auf den Punkt: Sucht ist nicht statusabhängig. Sie betrifft jeden in allen Gesellschaftsschichten.

    Woher möchtest du das wissen?

    Du hast noch keine Abstinenz erreicht, da erst wenige Tage vergangen sind. Genau an dieser Selbstüberschätzung scheitern viele Alkoholiker. Du hast dir ein Suchthirn antrainiert, das die Kontrolle übernimmt und nicht das rationale Denken. Du hast auch nicht aus Entspannung getrunken, sondern aus Sucht. Anfangs vielleicht, aber sobald die Abhängigkeit beginnt, war der Spaß vorbei.

    Alkoholismus beeinflusst zudem alle Sinne und beginnt lange vor dem ersten Glas. Tagsüber staut sich alles an, wird verdrängt abends bricht es sich dann Bahn. Gefeiert, getrunken, der Kreislauf setzt sich fort.

    Und nun frage ich dich, warum du Alkoholiker geworden bist, wenn du jetzt weißt, wie du trocken werden kannst? Oder warum denkst du, dass es jetzt anders wird, wenn du nichts veränderst? Wenn ich dich lese, scheint es, als hättest du einen vorgefertigten Plan.

    Lieber Hartmut, es wäre wirklich sehr angenehm, hilfreich und höflich ein bissel die Schärfe rauszunehmen. Nicht nur mir gegenüber. Ein Moderator sollte moderieren und nicht angreifen. Ich habe mich umfänglich erklärt, zumindest versucht und einen verständlichen höflichen Tonfall gewählt. Von Gesellschaftsschichten habe ich nichts geschrieben.

    Nun ja, es hängt davon ab, was ich nach dieser Auszeit mache. Ich bleibe ja auch danach Alkoholiker. Und wer glaubt, dass sich dadurch viel ändert, nur weil jemand ein paar Monate abstinent bleibt und dann erneut mit Herausforderungen konfrontiert wird, kann dies an der Rückfallquote erkennen, die bei etwa 95 % liegt.

    Ich mache es mal etwas ausführlicher.

    Da bin ich bei Dir. Die Herausforderung wird stets bleiben. Die Frage ist ja: "Triggert mich diese tägliche Situation?" Ganz klar, Nein! Natürlich wäre es einfach zum Bierhahn zu greifen. Habe ich noch nie getan. Ich habe den Betrieb von meinen Eltern vor über 15 Jahren übernommen. Vor meinem Team oder Gästen war ich niemals alkoholisiert. Das wäre tödlich für mein Restaurant. Wir sind nicht gerade unbekannt als guter Gastronomiebetrieb in unserer Stadt und begrüßen Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Tourismus und Familien mit Kindern. Ich beschäftige 10 wirklich nette Leute im Alter von 36 bis 61 Jahren. Ich hatte eher so Momente nach Feierabend, wo ich mir sagte "Jetzt gehst Du ein Bier trinken." Da saß ich am liebsten allein an der Theke eines Freundes und habe Bier getrunken. Vermutlich zur Entspannung. Zu Hause habe ich anschließend nicht weiter getrunken.

    Ich war mit meinem Sohn und einem Freund am Wochenende in München zur Meisterfeier vom FC Bayern. Der Ausschank am Marienplatz hat mich in keinster Weise angemacht. Ebenfalls hatte ich keine "Gelüste" im Schankhaus zum Mittagessen oder am Sonntag Abend in einer Pizzeria. Es ist sehr merkwürdig, mich hat die Fahrt in der U-Bahn zum Hotel ganz kurz getriggert. Gestern hatte ich während eines Spazierganges mit meiner Frau einen kurzen Moment, wo ich für mich den Entzug hinterfragt habe. Das zu ergründen wäre sehr hilfreich. Abends waren wir mit Freunden essen. Es war unser erstes Treffen seit meiner kurzen Zeit (12 Tage) ohne Alkohol. Sie haben meine Entscheidung sofort akzeptiert und auch nicht nachgebohrt. Ich habe auf Alkohol verzichtet und brav meine Cola getrunken. Hat mich auch nicht gestört, dass am Tisch getrunken wurde. Selbstverständlich werde ich die Orte meiden, wo ich bis vor 2 Wochen mein Bier getrunken habe. Das ist sonst ziemlich dämlich von mir. Ich bin mittlerweile 53 Jahre alt und möchte schon noch bissel aktiv und vor allem trocken durchs Leben gehen.

    Ich habe hier bereits ziemlich viel gelesen und bin von einigen Schicksalen oder Lebensgeschichten wirklich sehr ergriffen und erstaunt. Es gibt ja unglaublich viel positive und negative Erfahrungsberichte hier. Hätte ich niemals so gedacht. Das macht mir in gewisser Weise Angst, mahnt mich zur absoluten Wachsamkeit, gibt mir aber auch zugleich Hoffnung und Zuversicht. Ebenfalls bin ich wirklich sehr dankbar über die Hinweise und Ratschläge von Euch, die gelernt haben mit dieser Krankheit zu leben bzw. umzugehen. Genau deshalb habe ich mich hier angemeldet.

    Und, lieber Hartmut, es wäre mir nicht eingefallen hier über andere Themen, als über Alkohol und die damit verbundenen Probleme, zu schreiben.

    Trotz allem bist Du viel zu nah am Alkohol, Rene.

    Das ist eine grosse Gefahr an sich. Auch wenn Du beteuerst, dass Du an der Arbeit nie getrunken hast, so bist Du doch dem Dunstkreis des Alkohols ausgesetzt.

    Ich persönlich würde so nicht leben und arbeiten wollen. Noch heute, nach über 12 Jahren Abstinenz, halte ich großen Abstand zum Alkohol.

    Du bist wortwörtlich immer eine Armlänge am Alkohol. Sehr gefährlich für Deine Abstinenz!

    Da hast ja vollkommen Recht. Nur gibt es ja immer im täglichen Leben die Möglichkeit Deine Hand auszustrecken und einfach zuzugreifen. Im Supermarkt am Regal, in der Bratwurstbude am Marktplatz, am Bahnhof beim Imbiss, an der Tankstelle beim Bezahlen. Klar kann man da einen Bogen machen. Ich verstehe ja was Ihr meint, nur was wäre Euer alternativer Vorschlag?

    Warum leider?

    Ganz einfach, weil: "Super ich bin Alkoholiker " sicher die falsche Antwort auf die vorher gestellte Frage wäre.

    War dein Trinkverhalten wirklich ‚nur‘ kritisch?

    Genau an diesen Punkt, den Du beschreibst, möchte ich nicht erst kommen. Ich habe mich nie ins "Koma" gesoffen, noch fehlte mir am nächsten Tag der berühmte Film. Trotzdem habe ich regelmäßig getrunken, habe nachts schlecht geschlafen, ärgerte mich über mein Trinkverhalten. Das ist aber alles gar nicht wichtig. Ich bezeichne mich als Alkoholiker. Dafür gibt es keinen Gradmesser. Ist kritisch nicht schlimm genug?

    Der Fakt, dass du im Restaurant nie getrunken hast, ist keine Garantie dafür, dass das immer so bleiben wird.

    Stimmt. Ich verstehe was Du meinst. Die Situation oder dieser Umstand ist allerdings alternativlos. Es wird immer Situationen oder Orte geben, die trotz aller Vorsicht problematisch sind.

    Ich habe mir wirklich sehr genau überlegt was ich will und wo meine Ziele liegen. Ich verstehe auch Deine Motivation mich zum Nachdenken zu bewegen. Das ehrt Dich und ich bin dankbar dafür.

    Die Frage ist leicht zu beantworten, ich habe mich nach den Grundbausteinen gerichtet. Dort sind mehrere Aspekte aufgezählt. Am Angang konnte ich nicht gleich alle umsetzten,aber ich habe sie ernst genommen und Stück für Stück nach meinen Möglichkeiten umgesetzt.
    Eine der wichtigsten Massnahmen am Anfang ist ein alkoholfreies Zuhause. Der Grund ist schlicht, dass ich bei aufkommenden Suchtdruck Zeit gewinne um richtig zu reagieren.
    Denn wenn die Lösung der Gang an den Kühlschrank ist, kann es schon zu spät sein.

    das ist nicht gerade förderlich. Stehst du selbst hinterm Tresen und schenkst Alkohol ein?

    Ja, ich stehe auch am Ausschank. Allerdings gab es für mich immer ein Tabu. Alkohol in meinem Restaurant. Das habe ich nie getan.

    Wieso, das ist hier immer so. Wie ich in den Wald rein rufe, so schallt es heraus.;)
    Hast du schon einen Plan, wie du in nächster Zeit weiter vorgehen willst?

    Für mich ist es eben erstaunlich, wie das hier alles so funktioniert.

    Deine Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Auf jeden Fall möchte ich äußerst achtsam sein, mich nicht zu sicher fühlen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich keine Entzugserscheinungen hatte. Kein Zittern, schwitzen oder was alles noch schreckliches passieren kann.

    Ich werde versuchen verschiedene risikobehaftete Gelegenheiten zu umgehen, wenngleich das bei mir schwierig wird, da ich selbst Inhaber eines Restaurants bin.

    Aber ich fühle mich seit Tagen wirklich "sauwohl". Das Verlangen hält sich sehr in Grenzen. Es gab eins zwei Momente, die ich bewältigt habe. Auf jeden Fall möchte ich das jetzt durchziehen. Ich schaue einfach von Tag zu Tag und von Woche zu Woche. Wie hast Du anfangs Deine Ziele gesteckt?

    Herzlich willkommen


    Hallo René, wie bei mir, letztendlich waren es dann aber 20-30 Flaschen pro Woche. Ich hab auch Pausen gemacht manchmal jeden zweiten Tag, manchmal aber erst nach 4-5 Tagen und am Ende gab es fast keine Pausen mehr, da waren 4-5 Halbe schon Pause. Den Schnaps hab ich auch schön geredet 6-8 Dosen Mixgetränk die Woche, aber auch da war es mehr, denn Vodka oder Gin ware immer im Haus, bei jedem Gang zum Kühlschrank hab ich mal einen kurzen aus der Flasche getrunken. Unglaublich wie ich mich selbst belogen habe und trotzdem weiter gesoffen habe, mit dem Bewusstsein was ich gerade tue.

    Deine Kids werden sich tierisch freue, die merken das sofort, deine Frau wird wahrscheinlich auch glücklich sein und dir wird es wahrscheinlich auch so gehen, war bei mir auf jedenfall so.

    Auch ich konnte nicht zum Arzt oder wollte auch nicht so richtig, bin froh das es bei mir so problemlos lief aber nochmal würde ich es nicht machen, ich hab schon viel getrunken und hatte halt Glück....

    Es tut einfach mal richtig gut darüber zu reden, ohne Scham. Ja das Karussell dreht sich immer weiter. Die Ausfahrt zu finden ist sehr kompliziert. 300 Euro die Woche ist schon eine Hausnummer. Davon war ich weit entfernt, was es aber auch nicht besser macht. Heftige Abstürze habe ich persönlich nicht erlebt und hoffe auch, dies niemals zu erleben.

    Zum Arzt hatte ich einfach keinen Mut. So doof ist man(n) halt. Ich werde aber alsbald mal einen Termin machen und auf die Laborwerte schauen lassen. Ich hoffe es zu schaffen. Die Angst vor einem Rückfall ist sehr groß.

    Dann ist es sehr gut, dass Du den Absprung geschafft hast, Rene!

    Vielen Dank für Deine Unterstützung, vor allem zu dieser späten Stunde. Ich werde alles lesen und bin wirklich dankbar für jegliche Hilfe. Ins Forum schaue ich auf jeden Fall. Es fühlt sich im ersten Moment alles bissel ungewohnt an. Ich hatte bis dato niemanden mit dem ich über meine Alkoholkrankheit reden kann.

    Danke für Deinen Willkommensgruß. leider finde ich mich als bekennender Alkoholiker wieder. Ich weiß das schon mehrere Jahre und habe endlich den Entschluss gefasst aufzuhören. Ich konnte mir morgens nicht mehr in die Augen schauen. Ich habe Familie, eine tolle Frau, 2 wunderbare Kids. Sie sollen nicht erleben, dass ich immer tiefer in die Sucht abrutsche. Mein Konsum belief sich auf Bier und 1 bis 2 mal wöchentlich 3 Doppelte. Es gab auch Tage ohne Alkohol. Trotzdem war mein Trinkverhalten sehr kritisch. Es muss auch ohne gehen.

    Hallo und willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe, Rene!

    Du hast seit 10 Tagen keinen Alkohol mehr getrunken. Meinen Glückwunsch.

    Wie geht es Dir denn?

    Siehst Du Dich selbst als Alkoholiker und willst eine lebenslange Abstinenz? Wie sind Deine Pläne?

    Liebe Elly, danke für Dein Willkommen, mir geht es erstaunlich gut damit. Ich sehe mich als Alkoholiker. Ich habe fast täglich getrunken. Mal 3 Bier, mal 5 Bier, mal 2. Bier. Spirituosen nicht täglich. Vielleicht 2 mal die Woche, dann so 3 doppelte am Abend. Wein/Sekt kaum. Mir ging es körperlich nicht gerade gut und da habe ich beschlossen aufzuhören bzw. den Versuch zu unternehmen. Mit dem Gedanken setze ich mich bestimmt schon 5 Jahre auseinander. Ich würde gern eine lebenslange Abstinenz erreichen.