Hi Sarre,
oh Mann, ich wünsche dir erstmal eine vollständige Genesung deines Beins und deiner Zähne!
Deine Geschichte klingt teilweise wirklich parallel zu meiner, auch ich kenne das Aufwachen in Krankenhäusern zu genüge, zwar zum Glück nie in diesem Ausmaß, aber mit gebrochener Nase, Kopfplatzwunden etc.
Ich war dann auch immer derjenige, der bei sämtlichen Ausflügen etc. irgendwann verschollen war, weil ich einfach zu betrunken war, um mich räumlich oder zeitlich noch orientieren zu können und bin dann regelmäßig auf Parkbänken, Bürgersteig oder auch im Gebüsch schlafend von Polizei oder Rettungsdienst aufgegabelt worden.
Trotzdem brauchte ich wirklich viele dieser Erlebnisse, um zu dem Punkt zu gelangen, dass ich jetzt handeln muss. Von daher, super dass du hierher gefunden hast! Und auch super, dass du schreibst, dass du dir für dich Hilfe suchst. Dass deine Frau von dieser Hilfe auch profitieren soll, ist m.M.n. total verständlich, aber in erster Linie muss es jetzt um dich gehen, das habe ich hier und auch in einer realen SHG lernen dürfen.
Du bist zweifelsfrei die einzige Konstante, die dir auf jeden Fall bis zum Ende deines Lebens bleiben wird!
Ich bin selbst erst acht Monate abstinent, zugegeben auch nicht nur mit Höhen, sondern auch mit Gedanken, dass früher nicht alles schlecht war. Aber du musst dir aktuell ja nur dein Bein oder dein Gebiss anschauen, um zu erkennen, wo Leute wie wir immer wieder enden werden, wenn sie der Abstinenz nicht absolute Priorität einräumen.
Diese Antwort soll dir auf jeden Fall Mut machen, diese ersten Schritte jetzt zu gehen. Ich dachte jahrelang, dass ich noch viel zu jung wäre, um jetzt schon mit dem Saufen aufzuhören, dann könnte ich ja nie mehr irgendwo feiern und mein Leben gleich wegschmeißen! Aber im Endeffekt habe ich mich jetzt dafür entschieden, mein Leben eben nicht mehr wegzuschmeißen, sondern zu leben! So wie die Leute, auf die ich früher immer neidisch war, dass sie so "ganz ohne Probleme" (was natürlich nicht stimmt, die gibt's auch für Nichttrinker und Trockene, aber für aktive Alkoholiker doch am meisten)durchs Leben gehen können. Man kann abstinent jedenfalls Probleme anders angehen und viele sind auch einfach um einiges kleiner, als sie einem betrunken oder verkatert vorkommen.
Es lohnt sich auf jeden Fall, zukünftig das erste Glas stehen zu lassen, ein bisschen Arbeit in die Abstinenz zu investieren und auch mal trübe Phasen auszuhalten.
Viel Erfolg und viel Kraft hierzu!
VG Soapstar