Beiträge von Soapstar

    Ich hab mal deine alten Beiträge überflogen, ich weiß nicht, ob Du sie Dir auch nochmal durchgelesen hast…


    … da scheint wohl aktuell der Neid gepaart mit Suchtgedächtnis wieder gewaltig an Deine Tür zu klopfen….

    und nicht wirklich hat sich seit letzten Sommer etwas verändert…

    Hallo Tabsi,

    habe heute tatsächlich meine alten Beiträge hier gelesen und ja, ich bin wohl immer noch dort, wo ich letzten Sommer auch war.

    Es erschreckt mich irgendwie schon, dass ich gefühlt aktuell der einzige bin, der so denkt und fühlt, wie ich das tue. Andere haben den Punkt zum Glück schon länger überwunden oder nie gehabt und sind Gott sei Dank (ich gönne es wirklich jedem von Herzen) zufrieden abstinent.

    Mein Suchthirn hingegen kommt gerade wirklich mit den dümmsten Ideen überhaupt daher. "Sauf halt mal wieder, um dir wirklich zu beweisen, dass es schei*e ist" oder "Du bist ja vielleicht doch kein Alkoholiker. Als du dir die Diagnose gestellt hast, warst du halt gerade down". Ich kann gar nicht glauben, dass das wirklich in meinem Kopf spukt, ich hab schließlich alles, was in meinem Leben schief gelaufen ist, dem Alkohol zu "verdanken".

    Ich habe morgens um 5 verkotzte Klamotten gewechselt, um mit dem Fahrrad zum nächsten Bahnhof und von dort mit dem Zug in die nächste geöffnete Spelunke zu fahren, um mich dort weiter abzuschießen und orientierungslos eingesperrt zu werden und glaube immer noch, dass es aber auch mal wieder lustig sein könnte, auf Sauftour zu gehen. Echt nicht normal...

    Ich erwarte selbst in einem Alkoholikerforum nicht, dass das gerade jemand nachvollziehen kann, aber das Niederschreiben tut echt gut.

    Ich werde heute leider nicht mehr antworten, da ich jetzt ins Bett muss, da der Wecker morgen um halb fünf klingelt. Nochmals vielen Dank für alle Antworten und viele Grüße

    Soapstar

    Hallo Stef,

    Denn aus meiner Sicht ist die Langeweile der größte Feind der Abstinenz.

    das trifft es zu 100%. Aber leider kann ich sie nicht komplett verhindern. Ich will dem Dorfleben jetzt auch nicht die Schuld geben oder Verantwortung von mir wegschieben, aber es ist hier halt anders als in der Stadt.

    Ich kann hier abends nicht einfach mal essen gehen außer im Wirtshaus und wen ich da treffe? Die trinkenden Bekannten auf jeden Fall... und auch alles andere ist hier von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag mit Alkohol verbunden. Da komm ich gar nicht drumrum, wenn ich nur vor die Türe gehe. Leider ist halt auch mein Leben hier verwurzelt, Arbeit, Eltern, alles hier und eigentlich will ich hier auch gar nicht weg.

    Auf jeden Fall fühle ich mich gerade schon besser, einfach weil ich das hier mal aufschreiben konnte.

    VG Soapstar

    Hallo Kazik,

    Du hast da natürlich in allem Recht, was du sagst. Ich wollte allerdings nicht zum Saufen eingeladen werden, ich hätte mich halt generell über eine Einladung gefreut, auch als Nichttrinker.

    Und das Theater war eine Idee von mir, mal wieder das Schneckenhaus zu verlassen. Dass auch das eine Saufveranstaltung wird, hätte ich wissen können, ja. Aber gehofft hab ich vielleicht auf was anderes, ich weiß es nicht genau.

    Ich wohne halt auf dem Dorf, dort lernt man keine neuen Leute kennen und wenn man was unternehmen möchte, dann trifft man zwangsläufig immer die gleichen Leute. Und ich kann und will einfach nicht mehr jeden Samstagabend auf dem Sofa verbringen, das ist mir einfach zu wenig.

    Das "Experiment" war vielleicht eine unglückliche Wortwahl, ich sehe die Abstinenz schon als notwendig für mich an. Aber meinem Suchthirn geht sie immer noch ganz gehörig gegen den Strich, das wartet immer noch auf seine Belohnung. Und das ganz hartnäckig schon seit über einem Dreivierteljahr.

    Ich habe hier schon oft gelesen und auch in der SHG gehört, "Kampf", "Willen" und "Messer zwischen den Zähnen" funktioniert auf Dauer nicht. Aber diese vollständige Kapitulation bekomme ich einfach nicht gebacken. Ich dachte mal eine Zeitlang, dass ich es geschafft hätte, aber das hat sich aktuell leider als falsch entpuppt. VG Soapstar

    Hallo Forum,

    ich wollte mich auch mal wieder melden und mir ein bisschen was von der Seele schreiben.

    Vorweg: ich bin immer noch abstinent bzw. trocken (leider nicht zwischen den Ohren, wie man sagt), aber immer noch nicht zufrieden damit.

    Letztens hatte mein Nachbar und eigtl auch guter Freund einen runden Geburtstag. Den Samstag über wurde der Smoker von ihm aufgebaut, er hatte einen mobilen, beheizbaren Pool gemietet und auch die Biertischgarnituren wurden nach und nach aufgebaut. Die Freunde und Bekannten, die teilweise auch meine sind und nach und nach eintrudelten und die ersten Biere kippten, ließen auch nicht lange auf sich warten. Das hab ich bei schönem Wetter alles vom Balkon aus beobachtet (ich bin kein Spanner, mein Balkon zeigt einfach auf seinen Garten), denn ich war einfach nicht eingeladen.

    Kein "Hallo, komm rüber, nimm dir Steak und Bier", wie es bis letztes Jahr regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr vorkam. Das hat mir echt weh getan und ich denk, man wollte den Langweiler halt nicht dabeihaben.

    Letzten Samstag war ich mit Freunden (die letzten richtigen, wie ich dachte) im Theater, weil gemeinsame Bekannte dort aufgetreten sind. Es wurde auch dort in 90 Minuten ein Bier nach dem anderen getrunken, obwohl sie von meinem Problem und auch der unzufriedenen Abstinenz wissen. Rücksicht Fehlanzeige. Und als es hinterher ins Gasthaus ging, hat mich niemand gefragt, ob ich vielleicht mitkommen möchte. Im Gegenteil, es wäre alles reserviert und ich hätte mich vorher melden sollen. Man meinte noch "das ist für dich da eh nix", aber vorher konnte man ja neben mir auch saufen wie ein Loch.

    All diese Erlebnisse machen mich z.Zt. echt traurig und ich hadere auch nach neun Monaten immer noch mit meinem neuen Leben und denk mir manchmal "Schluss jetzt mit dem Experiment, das bist einfach nicht du, du bist Säufer, fertig aus".

    Ich will auch gar keine anderen Tipps für Freizeitgestaltung oder ähnliches, ich gehe meinen Hobbys ja immer noch bzw wieder nach. Aber Zufriedenheit stellt sich leider immer noch nicht ein.

    Klar, keine Zelle, kein Krankenhaus usw. ist natürlich super und lohnenswert, aber es reicht mir einfach nicht, um nicht manchmal wehmütig an die Saufzeit zu denken.

    Danke fürs Lesen und viele Grüße, Soapstar

    Ich finde es schon stark 8 Monate ohne einen Tropfen verbracht zu haben. Auch wenn der wille da ist, kann ich mir stand heute das noch gar nicht wirklich vorstellen.

    Das musst du auch gar nicht können! Du kannst dir die Zeitabschnitte so runterbrechen, wie es für dich hilfreich oder angebracht ist.

    Du kannst erstmal "heute" nichts trinken, du kannst aber auch "die nächsten fünf Minuten" nichts trinken, wenn dir "heute" mal zu lange vorkommt. Und dann wieder von vorn... Mir hat das anfangs sehr geholfen, weil mir ein ganzer Samstag ohne Alkohol da auch unvorstellbar vorkam.

    VG Soapstar

    Interessant wird es für mich wenn ich nach der Verletzung wieder am Leben teilnehme. Und da erhoffe ich mir unterstützung von gleichgesinnten. Deshalb die Anmeldung hier. :)

    Hi Sarre,

    diese Unterstützung wirst du auf jeden Fall brauchen, hier aber definitiv auch bekommen!

    Dieses Umkrempeln des bisherigen Lebens ist ja DIE Hauptaufgabe, um nicht nur "mal nix zu trinken", sondern dauerhaft zufrieden und auch glücklich trocken zu sein.

    Diese Aufgabe ist bei mir übrigens auch nach acht Monaten noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn ich mir selbst keinen schlechten Weg attestiere.

    Mir sind wenige Bekanntschaften geblieben, die meisten waren wohl doch Zweckgemeinschaften zum Saufen. Das war teilweise auch traurig und mal schmerzhaft, dies dann zu erkennen. Ist aber einfach zwingend notwendig!

    Also ich für meinen Teil kann und will gar nicht auf Partys oder in Kneipen gehen wie früher und dort dann ne Cola mit den gleichen Leuten trinken. Das würde ich sicher zwei-, dreimal schaffen, dann wäre ich wieder im Krankenhaus oder in der Ausnüchterungszelle.

    Und ob ich dann nochmal die Motivation, die Kraft etc. dafür aufbringen kann, den Weg von vorn zu beginnen? Das möchte ich gar nicht rausfinden!

    Weiterhin gute Besserung und übrigens top, dass dein Zuhause von deiner Frau sofort alkfrei gestaltet wurde!

    VG Soapstar

    Hi Sarre,

    oh Mann, ich wünsche dir erstmal eine vollständige Genesung deines Beins und deiner Zähne!

    Deine Geschichte klingt teilweise wirklich parallel zu meiner, auch ich kenne das Aufwachen in Krankenhäusern zu genüge, zwar zum Glück nie in diesem Ausmaß, aber mit gebrochener Nase, Kopfplatzwunden etc.

    Ich war dann auch immer derjenige, der bei sämtlichen Ausflügen etc. irgendwann verschollen war, weil ich einfach zu betrunken war, um mich räumlich oder zeitlich noch orientieren zu können und bin dann regelmäßig auf Parkbänken, Bürgersteig oder auch im Gebüsch schlafend von Polizei oder Rettungsdienst aufgegabelt worden.

    Trotzdem brauchte ich wirklich viele dieser Erlebnisse, um zu dem Punkt zu gelangen, dass ich jetzt handeln muss. Von daher, super dass du hierher gefunden hast! Und auch super, dass du schreibst, dass du dir für dich Hilfe suchst. Dass deine Frau von dieser Hilfe auch profitieren soll, ist m.M.n. total verständlich, aber in erster Linie muss es jetzt um dich gehen, das habe ich hier und auch in einer realen SHG lernen dürfen.

    Du bist zweifelsfrei die einzige Konstante, die dir auf jeden Fall bis zum Ende deines Lebens bleiben wird!

    Ich bin selbst erst acht Monate abstinent, zugegeben auch nicht nur mit Höhen, sondern auch mit Gedanken, dass früher nicht alles schlecht war. Aber du musst dir aktuell ja nur dein Bein oder dein Gebiss anschauen, um zu erkennen, wo Leute wie wir immer wieder enden werden, wenn sie der Abstinenz nicht absolute Priorität einräumen.

    Diese Antwort soll dir auf jeden Fall Mut machen, diese ersten Schritte jetzt zu gehen. Ich dachte jahrelang, dass ich noch viel zu jung wäre, um jetzt schon mit dem Saufen aufzuhören, dann könnte ich ja nie mehr irgendwo feiern und mein Leben gleich wegschmeißen! Aber im Endeffekt habe ich mich jetzt dafür entschieden, mein Leben eben nicht mehr wegzuschmeißen, sondern zu leben! So wie die Leute, auf die ich früher immer neidisch war, dass sie so "ganz ohne Probleme" (was natürlich nicht stimmt, die gibt's auch für Nichttrinker und Trockene, aber für aktive Alkoholiker doch am meisten)durchs Leben gehen können. Man kann abstinent jedenfalls Probleme anders angehen und viele sind auch einfach um einiges kleiner, als sie einem betrunken oder verkatert vorkommen.

    Es lohnt sich auf jeden Fall, zukünftig das erste Glas stehen zu lassen, ein bisschen Arbeit in die Abstinenz zu investieren und auch mal trübe Phasen auszuhalten.

    Viel Erfolg und viel Kraft hierzu!

    VG Soapstar

    Ich weiß nicht ob ich das hier schreiben darf, aber ich habe mal das Antialkbuch von Allen Carr gelesen

    Hi Pantun,

    ich habe das auch mal gelesen, hab es mir nach einem durchgesoffenen Wochenende aus der Bücherei organisiert.

    Ich hatte aber eigentlich nicht wirklich vor, das Saufen aus meinem Leben zu streichen, hatte eher ein bisschen Hoffnung auf ein Wunder, wie es so manche Raucher nach dem Lesen seiner Bücher beschrieben haben.

    Nun ja, es war für mich dann einfach "Unterhaltung", sonst nix. Ob es mir geholfen hätte, wenn ich meinen Tiefpunkt erreicht gehabt hätte? Keine Ahnung, vermutlich ist Alkoholismus nicht wegzulesen. Dass es der "Ruin" ist, wie er den Alkohol nennt, wusste ich auch schon Jahre vorher, hat mich aber nicht gejuckt, ganz ehrlich.

    Lieber SHG, online und/oder real, ist m.M.n. viel eher das Mittel der Wahl, um die Krankheit zu stoppen.

    VG Soapstar

    Hi Pantun,

    Du bist mit diesem Gefühl nicht alleine. Mir hat der Alkohol die letzten Jahre so viel kaputt gemacht, zwischenmenschlich als auch finanziell als auch von der Selbstachtung her.

    Trotzdem gibt es immer wieder diese Suchtstimme, die in irgendeiner Ecke flüstert "aber es war auch nicht alles schlecht, denk an den lustigen Männerausflug hier und an den lustigen Geburtstag dort".

    Ja, stimmt, die waren immer eine Zeitlang lustig, allerdings nie, wirklich nie bis zum Schluss. Das Ende, das ich selbst ja nie kannte, sondern mir immer, wirklich immer erzählen lassen musste, war immer peinlich, eklig, unwürdig oder auch lebensgefährlich und hat mir in der Folgezeit immer negative und niemals positive Erinnerungen an irgendwelche Feierlichkeiten o.ä. gegeben.

    Egal, wie oft ich gehofft hatte, dass es diesmal einfach nur lustig werden würde und ich rechtzeitig zu trinken aufhören würde, ich war schon längst nicht mehr in der Lage, irgendwelche Entscheidungen für mich zu treffen. Ich musste trinken, bis die Lichter aus waren, ob ich wollte oder nicht. Und am nächsten Tag war das Geheule wieder groß und die Psyche komplett am Boden.

    Das rufe ich mir immer wieder in Erinnerung, wenn die Stimme wieder ums Eck kommt und mir erzählen möchte, dass mir etwas fehlt.

    Ich bin immer noch nicht 100% zufrieden mit dem abstinenten Leben, da ich natürlich auch nie Alkoholiker werden wollte, aber immerhin kann ich das wieder Leben nennen. Das davor war eigentlich nur noch eine traurige Existenz, die entweder auf den nächsten Rausch gewartet oder sich vom letzten Rausch erholt hat, dazwischen war nur Leere. Von daher geht es ganz klar aufwärts und das wird es bei Dir ganz bestimmt auch tun, wenn Du dabei bleibst!

    VG Soapstar

    Hallo Shawn,

    bei mir hat sich bezüglich des Freundeskreises noch nicht viel getan.

    Aber das ist aktuell auch wieder ganz okay für mich, da ich seit dieser Woche wieder arbeiten gehe und sich so wieder die Normalität bzw der Alltag eingestellt hat.

    Ich war vorhin auch mal in einer anderen, realen SHG und das lasse ich gerade mal sacken und überlege, ob und wie es auch in dieser Richtung für mich weitergehen könnte.

    Danke für Deinen Beitrag!

    VG Soapstar

    Ja klar, anscheinend nur ich.

    Aber das reicht doch vollkommen, weil Du Dein Leben leben musst. Meine Freunde hätten mich auch nicht als Alkoholiker bezeichnet, weil sie ihren Saufkumpan sicher gern behalten hätten, meine Freundin auch nicht, weil sie natürlich nicht unbedingt mit einem Alkoholiker zusammen sein möchte, aber ich tue es. Und nur das zählt!

    Hallo Pantun,

    den Rhythmus Sonntag - Donnerstag nüchtern und dann Freitag und Samstag Absturz kenne ich leider viel zu gut, das war 25 Jahre lang genau mein Leben.

    Mit dem Unterschied, dass ich montags und dienstags meistens noch den halbernsten Gedanken "nie wieder Alkohol" hatte. Und irgendwann am Mittwoch, von einer Sekunde auf die andere, waren die Schuldgefühle und Gewissensbisse weggefegt und die Vorfreude auf den Rausch am Freitag war wieder da.

    Ich bin jetzt erst sieben Monate abstinent und es war und ist für mich auch nicht immer leicht, das muss ich offen zugeben und kann man in meinem Faden auch nachlesen.

    Aber der eben erwähnte Rhythmus, die handlungsfähigen Sonntage, der schlechte Schlaf, die Matschbirne bis Montag oder Dienstag, der Ärger, die hart auf die Probe oder darüber hinaus gestellten Beziehungen, die Peinlichkeiten und die Schuldgefühle und und und... das war auch kein Leben mehr.

    Hoffentlich triffst du die für dich richtige Entscheidung!

    VG Soapstar

    Ich möchte hier zu meinem vorigen Eintrag, den ich mir gerad nochmal durchgelese habe, noch etwas ergänzen:

    Mittlerweile finde ich es irgendwie komisch, dass ich, der selbst über keine große Abstinenzerfahrung verfügt, hier in klassische und nicht-klassische Rückfälle unterteile. Um meinen Gedanken vielleicht etwas zu veranschaulichen:

    Ich für mich persönlich stelle mir einen Rückfall halt eher in extremen emotionalen Situationen vor, entweder negativ wie nach einem riesigen Streit mit Partner, Freunden usw. oder positiv wie auf einer ausgelassenen Geburtstagsfeier, Hochzeit etc. Nicht unbedingt im Supermarkt vor dem Getränkeregal. Dort hatte ich bis jetzt noch keine Probleme.

    Aber das ist nur meine Ansicht und hat natürlich absolut keine Allgemeingültigkeit! Sorry an alle, die hier vielleicht denken mögen "jetzt kommt der neunmalkluge Frischling und definiert schon, wie ein Rückfall auszusehen hat". Das war nicht meine Absicht und hätte schon im ersten Beitrag deutlich hervorgehoben werden sollen!

    VG Soapstar

    Hallo Seppel,

    Ich habe lange überlegt ob ich hier so offen schreibe und mein Rückfall zugeben, dann dachte ich genau dafür ist doch das Forum. Würde jeder beim ersten Versuch für immer trocken bleiben, bräuchte es das Forum wohl nicht.

    erstmal möchte ich dir sagen, dass du auch meine Anerkennung dafür hast, dass du deinen "Rückfall" hier so offen thematisiert hast, das erfordert sicher Mut und ist alles andere als angenehm :thumbup:

    Warum schreibe ich "Rückfall"? Tatsächlich muss ich zugeben, dass das für mich nicht nach einem klassischen Rückfall klingt, sondern eher nach einem länger gehegten und letztlich umgesetzten Wunsch?

    Ich hatte ganz am Anfang meiner Abstinenz, die ja auch erst Mitte Juni 25 begonnen hat, auch noch den Gedanken "einen Rückfall hebe ich mir noch auf". Klingt bescheuert, ist aber wahr und den Gedanken habe ich nie jemandem gegenüber geäußert, der war mein Geheimnis und irgendwie gab er mir ein Gefühl von Sicherheit.

    Mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich niemals wieder auf über 7 Monate Abstinenz kommen würde, wenn ich diesen Rückfall jetzt noch "einlösen" würde. Was ich damit sagen will? Ich glaube, dass die Ernsthaftigkeit des Vorhabens "lebenslange Abstinenz" mit jedem "Rückfall" mehr und mehr verwässert wird und irgendwann einfach nicht mehr zu schaffen ist.

    Ich möchte das Nachgeben gegenüber einem länger gehegten Trinkwunsch irgendwie nicht Rückfall nennen, weil mir das unfair gegenüber denjenigen vorkommt, die wirklich jeden Tag am Kämpfen sind. Aber vielleicht warst du das ja auch, darum soll das hier kein Vorwurf an dich sein!

    Ich hatte während meines Urlaubs über die Feiertage auch extrem mit Langeweile und auch mit Nostalgie wegen des Verlusts der "guten, alten Zeiten" zu kämpfen und hab auch mal drüber nachgedacht, was jetzt wäre, wenn ich einfach aufgebe und mir ne Kiste Bier hole? Genau das, was ich im vorletzten Absatz beschrieben habe und ich möchte die Abstinenz nicht mehr aufgeben. Einfach auch (nicht nur) aus Angst, nie mehr so weit zu kommen wie ich aktuell bin.

    Du warst jetzt noch nicht so lange abstinent, aber dennoch viel länger, als sich viele Alkoholiker dort draußen jemals vorstellen können! Vielleicht kannst du aus diesem und aus meinen Gedanken beim nächsten Einkauf ja die Entschlossenheit nehmen, die Kiste Bier stehen zu lassen. Sonst steht sie vielleicht schneller als dir lieb ist wieder ganz obligatorisch auf jedem Einkaufszettel und das wäre wirklich schade.

    Und, was dir ja auch schon gesagt wurde: VOR dem Rückfall hier zu schreiben ist besser als hinterher vom Rückfall zu berichten!!

    VG Soapstar

    Spaß war in unserer nassen Zeit doch nur mit Alkohol verknüpft oder nicht? Wir müssen erst wieder lernen was Spaß ist, das ist meine Meinung und ich glaube so falsch liege ich damit nicht.

    Meiner Meinung nach liegst Du da goldrichtig. Und was die Natur betrifft: mit dem Mountainbike bin ich sehr gern im Wald oder am Fluss, aber ich bin ein reiner Schönwetterfahrer. Fällt also aktuell leider aus. ;)

    VG Soapstar

    Guten Morgen Kyra,

    eine sehr bildhafte und aktuell auch wirklich auf mich passende Beschreibung.

    Dann hoffe ich mal, dass wir beide (und natürlich alle, die noch am Anfang stehen) den Trampelpfad hinbekommen. Phasenweise rauscht da bei mir noch die A8 Stuttgart - München 😬

    VG Soapstar

    Mehr noch, deine Beiträge bei anderen lese ich als hilfreich und motivierend. Lies dir die einfach auf dich selbst bezogen durch - es sind deine Selbsterkenntnisse verpackt für andere. Die helfen dir auch selbst … gerade jetzt - als Motivation.

    Hallo Oskar,

    vielen lieben Dank für Deine netten Worte!

    Du hast Recht, bei anderen Beiträgen bzw. Problemen hab ich oft sofort das Gefühl, dass ich hier vielleicht nicht unbedingt helfen, aber zumindest aufmuntern oder trösten kann.

    Nur bei mir selbst bin ich da oft wie vernagelt oder bekomme die Verknüpfung zwischen Denken und Fühlen nicht hin. Ich denke zwar "wow, über ein halbes Jahr trocken, das wäre vor einem Jahr nicht ansatzweise vorstellbar gewesen", aber sollte sich dann nicht auch ein positives Gefühl (Stolz, Zufriedenheit)einstellen?🤷

    Jedenfalls fühle ich mich aktuell trotz enormer Stimmungsschwankungen nicht rückfallgefährdet, auch wenn ich noch genauer in mich hineinhorchen muss, was in mir warum arbeitet.

    Und ich muss gestehen, dass ich jetzt erst wirklich erkenne, dass das Forum auch eine richtige SHG ist und mindestens auf die gleiche Stufe wie eine "reale" SHG zu stellen ist. Bisher hab ich es eher als Ergänzung gesehen, dabei ist die ständige Erreichbarkeit und die Flexibilität der anderen Form der SHG eigentlich total überlegen.

    Vielen Dank nochmal an alle und einen schönen Abend! Ich bin mittlerweile dank Euch gerade viel ausgeglichener als heute Vormittag!

    VG Soapstar

    Bei mir ist es halt so, dass ich introvertiert bin und eher keine Lust habe, mich zu treffen.

    Und ich war leider immer genau das Gegenteil, ich hab nie alleine daheim getrunken. Also zumindest nicht zum Trinken angefangen. Bei uns war freitags aber immer entweder Treffpunkt Kneipe oder Partykeller oder See angesagt, immer viele Leute und immer noch mehr Alkohol. So ist mein Umfeld entstanden und bis vor kurzem geblieben.

    Das macht halt auch den Rest gerade irgendwie schwierig:

    Ich hab schon zwei Bekannte/Kumpels (also eine Stufe unter "Freunde"), mit denen ich mal ins Fitnessstudio gehe und mit denen Alkohol kein Thema ist. Aber da ist halt auch nicht mehr... also zur gemeinsamen Abendgestaltung fehlt da doch irgendwie die Bindung. Aber vielleicht sollte ich einfach mal ganz unverbindlich anfragen, was sie abends denn so machen...

    Tut mir auch leid mit deinem Freundeskreis, das scheint wohl generell ein weit verbreiteter Kollateralschaden zu sein :(

    Danke auf jeden Fall für deine Gedanken und Worte! VG Soapstar

    Hi Alex,

    nein, da muss ich meine Freundin in Schutz nehmen, ihr Geburtstag war komplett alkoholfrei. Das war er von ihrer Seite sowieso eigtl immer, nur ihr Bruder und ich haben gegen Abend immer gebechert und auch da war ich die treibende Kraft.

    Sie trinkt auch keinen Alkohol in meiner Gegenwart und da wir nicht zusammen wohnen, schlafen wir getrennt, wenn sie mal mit Freundinnen ausgeht und dabei trinkt.

    Also die Probleme in diesem Kreis sind wirklich hausgemacht.

    Was allerdings das Umfeld angeht, da hast Du Recht. Allerdings habe ich halt kein anderes und da ich mich von diesem sowohl aktiv fernhalte als auch teilweise gemieden werde, ist das Resultat die von mir schon oft erwähnte Langeweile.

    Ja, ich mache Sport, ich lese, ich schau ab und zu fern oder nen Film, aber das wiegt den Verlust des Freundeskreises halt nicht auf.

    VG Soapstar