Beiträge von Soapstar

    Hallo Pantun,

    den Rhythmus Sonntag - Donnerstag nüchtern und dann Freitag und Samstag Absturz kenne ich leider viel zu gut, das war 25 Jahre lang genau mein Leben.

    Mit dem Unterschied, dass ich montags und dienstags meistens noch den halbernsten Gedanken "nie wieder Alkohol" hatte. Und irgendwann am Mittwoch, von einer Sekunde auf die andere, waren die Schuldgefühle und Gewissensbisse weggefegt und die Vorfreude auf den Rausch am Freitag war wieder da.

    Ich bin jetzt erst sieben Monate abstinent und es war und ist für mich auch nicht immer leicht, das muss ich offen zugeben und kann man in meinem Faden auch nachlesen.

    Aber der eben erwähnte Rhythmus, die handlungsfähigen Sonntage, der schlechte Schlaf, die Matschbirne bis Montag oder Dienstag, der Ärger, die hart auf die Probe oder darüber hinaus gestellten Beziehungen, die Peinlichkeiten und die Schuldgefühle und und und... das war auch kein Leben mehr.

    Hoffentlich triffst du die für dich richtige Entscheidung!

    VG Soapstar

    Ich möchte hier zu meinem vorigen Eintrag, den ich mir gerad nochmal durchgelese habe, noch etwas ergänzen:

    Mittlerweile finde ich es irgendwie komisch, dass ich, der selbst über keine große Abstinenzerfahrung verfügt, hier in klassische und nicht-klassische Rückfälle unterteile. Um meinen Gedanken vielleicht etwas zu veranschaulichen:

    Ich für mich persönlich stelle mir einen Rückfall halt eher in extremen emotionalen Situationen vor, entweder negativ wie nach einem riesigen Streit mit Partner, Freunden usw. oder positiv wie auf einer ausgelassenen Geburtstagsfeier, Hochzeit etc. Nicht unbedingt im Supermarkt vor dem Getränkeregal. Dort hatte ich bis jetzt noch keine Probleme.

    Aber das ist nur meine Ansicht und hat natürlich absolut keine Allgemeingültigkeit! Sorry an alle, die hier vielleicht denken mögen "jetzt kommt der neunmalkluge Frischling und definiert schon, wie ein Rückfall auszusehen hat". Das war nicht meine Absicht und hätte schon im ersten Beitrag deutlich hervorgehoben werden sollen!

    VG Soapstar

    Hallo Seppel,

    Ich habe lange überlegt ob ich hier so offen schreibe und mein Rückfall zugeben, dann dachte ich genau dafür ist doch das Forum. Würde jeder beim ersten Versuch für immer trocken bleiben, bräuchte es das Forum wohl nicht.

    erstmal möchte ich dir sagen, dass du auch meine Anerkennung dafür hast, dass du deinen "Rückfall" hier so offen thematisiert hast, das erfordert sicher Mut und ist alles andere als angenehm :thumbup:

    Warum schreibe ich "Rückfall"? Tatsächlich muss ich zugeben, dass das für mich nicht nach einem klassischen Rückfall klingt, sondern eher nach einem länger gehegten und letztlich umgesetzten Wunsch?

    Ich hatte ganz am Anfang meiner Abstinenz, die ja auch erst Mitte Juni 25 begonnen hat, auch noch den Gedanken "einen Rückfall hebe ich mir noch auf". Klingt bescheuert, ist aber wahr und den Gedanken habe ich nie jemandem gegenüber geäußert, der war mein Geheimnis und irgendwie gab er mir ein Gefühl von Sicherheit.

    Mittlerweile bin ich mir sicher, dass ich niemals wieder auf über 7 Monate Abstinenz kommen würde, wenn ich diesen Rückfall jetzt noch "einlösen" würde. Was ich damit sagen will? Ich glaube, dass die Ernsthaftigkeit des Vorhabens "lebenslange Abstinenz" mit jedem "Rückfall" mehr und mehr verwässert wird und irgendwann einfach nicht mehr zu schaffen ist.

    Ich möchte das Nachgeben gegenüber einem länger gehegten Trinkwunsch irgendwie nicht Rückfall nennen, weil mir das unfair gegenüber denjenigen vorkommt, die wirklich jeden Tag am Kämpfen sind. Aber vielleicht warst du das ja auch, darum soll das hier kein Vorwurf an dich sein!

    Ich hatte während meines Urlaubs über die Feiertage auch extrem mit Langeweile und auch mit Nostalgie wegen des Verlusts der "guten, alten Zeiten" zu kämpfen und hab auch mal drüber nachgedacht, was jetzt wäre, wenn ich einfach aufgebe und mir ne Kiste Bier hole? Genau das, was ich im vorletzten Absatz beschrieben habe und ich möchte die Abstinenz nicht mehr aufgeben. Einfach auch (nicht nur) aus Angst, nie mehr so weit zu kommen wie ich aktuell bin.

    Du warst jetzt noch nicht so lange abstinent, aber dennoch viel länger, als sich viele Alkoholiker dort draußen jemals vorstellen können! Vielleicht kannst du aus diesem und aus meinen Gedanken beim nächsten Einkauf ja die Entschlossenheit nehmen, die Kiste Bier stehen zu lassen. Sonst steht sie vielleicht schneller als dir lieb ist wieder ganz obligatorisch auf jedem Einkaufszettel und das wäre wirklich schade.

    Und, was dir ja auch schon gesagt wurde: VOR dem Rückfall hier zu schreiben ist besser als hinterher vom Rückfall zu berichten!!

    VG Soapstar

    Spaß war in unserer nassen Zeit doch nur mit Alkohol verknüpft oder nicht? Wir müssen erst wieder lernen was Spaß ist, das ist meine Meinung und ich glaube so falsch liege ich damit nicht.

    Meiner Meinung nach liegst Du da goldrichtig. Und was die Natur betrifft: mit dem Mountainbike bin ich sehr gern im Wald oder am Fluss, aber ich bin ein reiner Schönwetterfahrer. Fällt also aktuell leider aus. ;)

    VG Soapstar

    Guten Morgen Kyra,

    eine sehr bildhafte und aktuell auch wirklich auf mich passende Beschreibung.

    Dann hoffe ich mal, dass wir beide (und natürlich alle, die noch am Anfang stehen) den Trampelpfad hinbekommen. Phasenweise rauscht da bei mir noch die A8 Stuttgart - München 😬

    VG Soapstar

    Mehr noch, deine Beiträge bei anderen lese ich als hilfreich und motivierend. Lies dir die einfach auf dich selbst bezogen durch - es sind deine Selbsterkenntnisse verpackt für andere. Die helfen dir auch selbst … gerade jetzt - als Motivation.

    Hallo Oskar,

    vielen lieben Dank für Deine netten Worte!

    Du hast Recht, bei anderen Beiträgen bzw. Problemen hab ich oft sofort das Gefühl, dass ich hier vielleicht nicht unbedingt helfen, aber zumindest aufmuntern oder trösten kann.

    Nur bei mir selbst bin ich da oft wie vernagelt oder bekomme die Verknüpfung zwischen Denken und Fühlen nicht hin. Ich denke zwar "wow, über ein halbes Jahr trocken, das wäre vor einem Jahr nicht ansatzweise vorstellbar gewesen", aber sollte sich dann nicht auch ein positives Gefühl (Stolz, Zufriedenheit)einstellen?🤷

    Jedenfalls fühle ich mich aktuell trotz enormer Stimmungsschwankungen nicht rückfallgefährdet, auch wenn ich noch genauer in mich hineinhorchen muss, was in mir warum arbeitet.

    Und ich muss gestehen, dass ich jetzt erst wirklich erkenne, dass das Forum auch eine richtige SHG ist und mindestens auf die gleiche Stufe wie eine "reale" SHG zu stellen ist. Bisher hab ich es eher als Ergänzung gesehen, dabei ist die ständige Erreichbarkeit und die Flexibilität der anderen Form der SHG eigentlich total überlegen.

    Vielen Dank nochmal an alle und einen schönen Abend! Ich bin mittlerweile dank Euch gerade viel ausgeglichener als heute Vormittag!

    VG Soapstar

    Bei mir ist es halt so, dass ich introvertiert bin und eher keine Lust habe, mich zu treffen.

    Und ich war leider immer genau das Gegenteil, ich hab nie alleine daheim getrunken. Also zumindest nicht zum Trinken angefangen. Bei uns war freitags aber immer entweder Treffpunkt Kneipe oder Partykeller oder See angesagt, immer viele Leute und immer noch mehr Alkohol. So ist mein Umfeld entstanden und bis vor kurzem geblieben.

    Das macht halt auch den Rest gerade irgendwie schwierig:

    Ich hab schon zwei Bekannte/Kumpels (also eine Stufe unter "Freunde"), mit denen ich mal ins Fitnessstudio gehe und mit denen Alkohol kein Thema ist. Aber da ist halt auch nicht mehr... also zur gemeinsamen Abendgestaltung fehlt da doch irgendwie die Bindung. Aber vielleicht sollte ich einfach mal ganz unverbindlich anfragen, was sie abends denn so machen...

    Tut mir auch leid mit deinem Freundeskreis, das scheint wohl generell ein weit verbreiteter Kollateralschaden zu sein :(

    Danke auf jeden Fall für deine Gedanken und Worte! VG Soapstar

    Hi Alex,

    nein, da muss ich meine Freundin in Schutz nehmen, ihr Geburtstag war komplett alkoholfrei. Das war er von ihrer Seite sowieso eigtl immer, nur ihr Bruder und ich haben gegen Abend immer gebechert und auch da war ich die treibende Kraft.

    Sie trinkt auch keinen Alkohol in meiner Gegenwart und da wir nicht zusammen wohnen, schlafen wir getrennt, wenn sie mal mit Freundinnen ausgeht und dabei trinkt.

    Also die Probleme in diesem Kreis sind wirklich hausgemacht.

    Was allerdings das Umfeld angeht, da hast Du Recht. Allerdings habe ich halt kein anderes und da ich mich von diesem sowohl aktiv fernhalte als auch teilweise gemieden werde, ist das Resultat die von mir schon oft erwähnte Langeweile.

    Ja, ich mache Sport, ich lese, ich schau ab und zu fern oder nen Film, aber das wiegt den Verlust des Freundeskreises halt nicht auf.

    VG Soapstar

    Hallo Stromer,

    ja, ich besuche 1x die Woche auch eine reale SHG.

    Am Anfang hat mir das auch irgendwie ein gutes Gefühl gegeben, mich "auf den Weg" gemacht zu haben. Mittlerweile geh ich allerdings immer öfter sehr genervt aus diesen Treffen raus.

    Es schafft nur die Hälfte, pünktlich zum geplanten Beginn zu erscheinen. Dann geht im Fünf-Minuten-Takt die Tür auf, dann muss noch Wasser gekocht werden, dann müssen noch Salzstangen rumgereicht werden, alles während jemand sein tiefstes Inneres nach außen kehrt. Es wird dort gestrickt, aufs Handy geglotzt, eingepennt usw.usf.

    Als ich mal gewagt habe, anzusprechen, dass die ein oder andere Verhaltensweise in meinen Augen unverschämt und respektlos gegenüber den anderen Mitgliedern ist, hieß es: Ich müsse an mir arbeiten und lernen, die Leute so zu nehmen wie sie sind.

    Darum denk ich mir mittlerweile meistens: Wir haben außer des Alkoholismus größtenteils nichts, aber auch gar nichts gemeinsam und ich bezeichne auch nicht im Winter jeden, der ebenfalls erkältet ist, plötzlich als meinen Freund. Jeder trinkende Kreisliga C-Fußballer schafft es, 1x die Woche pünktlich ins Training zu kommen und hier, wo es doch um Leben und Tod geht, kriegt man das nicht hin? Also hier gibt es meinerseits auch schon Überlegungen, die Gruppe zu verlassen, obwohl es die einzige in der Nähe ist, die mit meinen Arbeitszeiten kompatibel ist.

    Ich gehe auch noch 1x alle 8 Wochen zu einem Suchtberater von der Caritas und werde dem beim nächsten Termin mal alles genau so schildern, wie ich es heute hier bei Abstinenzler und auch in meinem Faden geschrieben habe. Dann werde ich sehen, ob und was für Tipps er für mich hat.

    Danke und VG, Soapstar

    Hallo zusammen,

    jetzt melde ich mich wie versprochen in meinem Faden und nicht in Abstinenzlers.

    Ihr habt ja zu einem großen Teil schon gemerkt, dass ich aktuell der Abstinenz nicht uneingeschränkt freudig gegenüber stehe und wenn ich meinen Faden nochmal lese, ist das bei mir ja eher der Normalzustand. Nichtsdestotrotz sehe ich sie für mich immer noch als den einzig gangbaren Weg, um irgendwann vielleicht mal nachhaltig und dauerhaft glücklich zu werden.

    Nun, warum bin ich gerade heute so frustriert? Wie geschrieben, habe ich gestern den Geburtstag eines Freundes ausfallen lassen, hatte aber vorher mit einem anderen Freund noch ein Telefonat, ob ich auch auf den Geburtstag komme.

    Als ich abgesagt habe, sollte ich noch überredet werden zu kommen mit dem Argument, dass X und Y ja jetzt eh auch einen "Dry January" einlegen und dann wäre das ja kein Problem. Habe daraufhin erwidert, dass mein Problem nicht mit einem trockenen Monat gelöst werden kann, dass trotzdem sehr viele trinkende Menschen da sein werden und dass ich X und Y lange genug kenne, um zu wissen, dass nach einer Stunde sowieso "der Joker" gezogen wird und auch getrunken wird. Der Joker war immer so ein Gag im Freundeskreis, um auch während der Fastenzeit o.ä. trinken zu können.

    Lange Rede kurzer Sinn, ich fühlte mich nicht ernst genommen und meine Entscheidung zur lebenslangen Abstinenz mit einem Dry January gleichzusetzen, empfand ich irgendwie als Frechheit. Dies hat mir wieder gezeigt, dass ich immer noch nicht ernst genommen werde und dass irgendwie irgendwo im Freundeskreis immer noch gehofft wird, dass ich wieder "zur Vernunft" kommen möge.

    Das hat mich gestern Abend richtig aufgeregt und tut es offensichtlich auch jetzt noch, auch wenn ich das gar nicht richtig gemerkt habe. Habe heute Morgen zumindest nicht bewusst darüber nachgedacht, aber scheinbar arbeitet es noch in mir.

    Wie im Faden von Abstinenzler geschrieben, ist das sicher nicht der einzige Grund für meinen aktuellen Frust, auch die letzten Tage (Heiligabend, Silvester, Geburtstag der Freundin am 01.01., des Kumpels am 02.01.) waren jetzt zum 1. Mal seit 25 Jahren keine rauschende Party und das hat mich schon auch runtergezogen. Auch wenn die Tage bei der Verwandtschaft natürlich weit weniger anstrengend und angenehmer waren als mit Kater, das muss man fairerweise dazusagen.

    Soweit mal von mir, wünsche Euch allen ein schönes Wochenende und sorry, dass ich aktuell keine Hoffnung, Zuversicht o.ä. teilen kann. Es kommen sicher auch wieder bessere Zeiten!

    VG Soapstar

    Danke Hartmut,

    danke fürs Angebot, aber ist nicht nötig.

    Ich bin zwar in der Tat sehr frustriert aktuell, sehe mich aber nicht gefährdet.

    Jetzt noch rückfällig zu werden, wo ich Heiligabend, zwei Feiertage, Silvester und zwei Geburtstage nüchtern absolviert bzw. abgesagt habe und in zwei Tagen wieder arbeiten darf, wäre auch wirklich Blödsinn. Auch wenn der Sucht das natürlich egal ist und sie auf nen unachtsame Moment lauert, aber ich fühle mich stabil. Unzufrieden, aber stabil. Danke für Eure Tipps, Hilfsangebote und guten Wünsche, das weiß ich wirklich zu schätzen!

    Ich habe jetzt auch einen Grund (sicher nicht alle, aber einen)für meinen Frust ausfindig gemacht, den werde ich Euch in meinem Faden mitteilen.

    Danke nochmal und VG, Soapstar

    Soapstar Ich mag deine anschauliche Ehrlichkeit ☺️ Dafür ein Like. Trotzdem wünsche ich dir, dass du deine persönliche Zufriedenheit mit der Nüchternheit findest.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Hallo Mattie,

    vielen lieben Dank 😊 Ich denke, die letzten Tage (Weihnachten, Silvester und dann hat meine Freundin am 01.01. auch noch Geburtstag) waren halt auch ganz besonders "anders" als sonst, das muss ich für mich alles noch sortiert bekommen.

    Aber jetzt möchte ich Abstinenzlers Faden nicht länger blockieren, wenn ich noch mehr Bedarf zum "Auskotzen" habe, sollte ich meinen eigenen nutzen. Sorry Abstinenzler!

    VG Soapstar

    Zeit vergeudet durch Spaziergänge?

    Ja, da mir Spazieren gehen keinen Spaß macht und ich das nur mache, um nicht zu saufen (natürlich erst, wenn Fitnessstudio, lesen und fernsehen schon durch sind), ist die Zeit für mich vergeudet. Ich sauf halt in der Zeit nicht, das ist alles.


    Du scheinst noch nicht richtig damit abgeschlossen zu haben. Kann das sein?

    Doch, hab ich, aber ich bin damit halt nicht glücklich. Wie ich schon öfters geschrieben habe, ich wäre der 1., der die "ich kann wieder saufen"-Pille nehmen würde und ich hasse es, nicht kontrolliert trinken zu können.

    Ich beneide Menschen, die Nächte in Kneipen vertrinken können, ohne im Krankenhaus oder der Zelle zu landen und sich einfach im Griff haben. Ich hasse es, Alkoholiker zu sein und finde das Leben jetzt genauso scheiße wie vorher auch. Es ist stinklangweilig, aber halt wenigstens ungefährlich.

    Tut mir leid, dass ich keiner von denen bin, die "nie mehr zurück" wollen und jetzt "das tollste Leben ever" haben. Gefühlt bin ich mit diesen Ansichten allein, das ist mir bewusst. Auch in meiner realen SHG ist bei allen fast immer eitel Sonnenschein und alles so viel besser als früher.

    Ist auch okay, sei Euch ja allen gegönnt. Für mich hat sich von den vielen Erwartungen ans Nüchternsein keine erfüllt außer der befürchteten Langeweile und der Verlust des Freundeskreises.

    Vielleicht bin ich heute auch noch frustrierter als sonst, weil ich gestern den Geburtstag eines Freundes mal wieder sausen lassen musste, aber im Großen und Ganzen sind das einfach meine Ansichten.

    VG Soapstar

    Bei mir sind es jetzt ~ 7 Monate und die Gedanken sind immer noch so präsent wie zu Beginn der Abstinenz. Manchmal sogar präsenter. Manchmal denke ich sogar, dass ich durch das "Aushalten der Langeweile" bzw durch Spaziergänge etc., die ich nur gemacht hab, um nicht zu saufen, schon mehr Zeit vergeudet hab als ich im gleichen Zeitraum verkatert auf dem Sofa vergeudet hätte.

    Das gilt es halt wohl teilweise auch auszuhalten... so viele Hobbys und Ablenkungen könnte ich mir gar nicht suchen,um diese Gedanken 100%ig abzustellen. VG Soapstar

    Hi Abstinenzler,

    ich weiß nicht, ob es hier eine allgemeingültige Definition gibt, aber vor Kurzem gab es hier doch die Frage nach der Pille und wer sie nehmen würde, um wieder saufen zu können.

    Ich habe mit "ja" geantwortet, weil ich nur die negative Abgrenzung zum Alkohol habe. Sprich ich trinke halt nicht, weil ich weiß, dass ich sonst wieder im KH aufwache, mich vollkotze oder ähnliches passiert. Könnte ich das zu 100% ausschließen, würde ich ziemlich sicher wieder trinken. Es würde mir gefallen, mich wieder mit Menschen in einer Kneipe zu treffen, daher bin ich zwar körperlich trocken, aber meine Gedanken sind immer noch nass.

    Wer mit dem Alkohol so weit abgeschlossen hat, dass er gar nicht mehr darüber nachdenkt, ob ihm dadurch was fehlt und sich eine positive Abgrenzung geschaffen hat(= was gefunden, das demjenigen viel mehr Freude bereitet, als zu trinken), der denkt trocken.

    So wäre mal meine (!) Definition davon, vielleicht nicht vollständig und eher knapp gehalten, aber vielleicht kannst du damit ja was anfangen.

    VG Soapstar

    Hallo releaseme,

    Er redet sich immer drauf aus kein richtiger Alkohoiker zu sein, da er nur Bier trinkt ...

    ich bin "nur" durch Bier in Krankenhäusern und Ausnüchterungszellen aufgewacht und hab mir "nur" durch Bier vor unzähligen Menschen in die Hose gepisst :oops:

    Es spielt einfach keine Rolle, ob der Alkohol durch eine Flasche Schnaps, drei Flaschen Wein oder eine Kiste Bier in den Körper transportiert wird. Du bist ja auch kein Nichtraucher, weil du nur eine Packung Light-Zigaretten am Tag rauchst.

    VG Soapstar

    Aber die Saufgedanken kommen dann bei Triggern

    Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich überfragt bin, wie ein abgewrackter Bekannter ein Trigger sein kann.

    Unter einem Trigger stell ich mir z.B. die erwähnte Kneipe an nem Samstagabend vor, aus der man auf der Straße noch die Leute singen hört... oder die Leute, die bei Sonnenschein mit nem Sixpack im Fahrradkorb an den See radeln... halt irgendwas positiv besetztes.

    Vielleicht musst du da echt mal einen Fachmann hinzuziehen, der dir helfen kann, was deine Triggerpunkte anbelangt. Ich habe meine (früheren?) Kumpels auch schon verkatert am Samstagmorgen im Discounter getroffen, aber das war für mich eine unglaubliche Bestätigung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben :/

    Hallo Mattie,

    Das ist doch nichts, was man wiederhaben möchte!

    so sehe ich das auch! Ich meine, wenn du jetzt abends um 22:30 Uhr an deiner zum Bersten gefüllten Lieblingskneipe vorbei läufst und dich der Neid, Wehmut o.ä. packt, dann bin ich sofort bei dir und kann das nachfühlen, da es mir dann genauso ginge.

    Aber ein nasser Trinker mit blutunterlaufenen Augen, Fahne und Pulle in der Hand, Leergut am Container und was dich da alles so mitnimmt? No way, wie Mattie sagt, froh sein, dass das mittlerweile anderer Leute Baustellen sind und du den Tag anderweitig genießen kannst! :thumbup:

    Es gibt noch einen Unterschied zwischen "alkoholfrei" (das sind die erwähnten 0,5 %) und "0,0" (bis zu 0,03%), aber das bezieht sich halt nur auf den noch enthaltenen Alkohol. Fürs Thema Suchtgedächtnis bleiben sie natürlich beide ungeeignet, da es trotzdem "Biergenuss" vorgaukelt und somit kein konsequentes Ende darstellt. VG Soapstar