Beiträge von Abstinenzler

    Nach Wochen mal wieder richtig fiese Saufgedanken:

    20 Tage erkältet. Stimmung teilweise im Keller. Ich hatte Abends um 18 Uhr einen Arzt Termin in der Stadt. Meine alte Sauf Uhrzeit, Abends. Und dann noch die Stadt. Und 10 Km erkältet Radfahren, anders ging es nicht. 4 Monate auf Termin gewartet..

    In meinem Kopf:

    Es könnte schön gesoffen werden, ist eh alles scheiße. Dann geht es dir mal wieder gut.Viel Dopamin und gute Laune. Abenteuer.Ist doch so gemütlich in der Stadt mit Rad und Alk. Und Vapen dazu. Ganz starke Dosis.

    Habe doch aufgehört und so stolz und froh beides nicht mehr zu machen? Bei meiner Erkältung? Wieder alles kaputt machen? Der Magen? Etc.?

    Kommt immer so gemütlich und toll um die Ecke.

    Nein, Nein, Nein!! Bankkarte zu Hause gelassen, Bonbons, Kaugummis eingepackt. Termin gemacht, nach Hause geflitzt. Völlig fertig. Sofa, geschafft.

    Obwohl es immer der gleiche Suchtablauf ist, immer wieder erstaunlich und erschreckend.

    Ich denke super, bin mega stabil. Fehlanzeige- geht es mir schlecht, ist das Saufhirn zur Stelle und sagt: ich hab hier was, dann gehts dir besser.

    Nein, 1000x schlechter.

    Stimmung irgendwie depri. Herbst bist du das noch dazu?

    Wenn ich Deine Nachricht lese, besonders die zitierten Zeilen, frage ich mich, ob ich nicht wirklich einfach zu viel Zeit habe zum Grübeln...

    So erging es mir auch. Zuviel Zeit zum nachdenken. Ich mache jetzt: Gassi gehen, geht auch im Tierheim. PS5, youtube, Kraftsport, Radfahren, Sauna, Forum, Badewanne etc.. Hilft die freigewordene Zeit zu füllen!! Probiere Sachen aus, wenn dir etwas gefällt, bleib dabei. Ehrenamt, eventuell kleiner Minijob, Kleinanzeigen gucken ob in der nähe irgendwas ist

    Je mehr ich von Euch lese, desto mehr wird mir klar: uff, das ist wirklich ein komplett neuer Lebensabschnitt und da wird viel Veränderung auf mich zukommen... was mir etwas Angst macht aber mich auch freut...

    Du brauchst keine Angst haben, allen trockenen Leuten geht es 100x besser. Sehe ich meine bekannten Junkies und Alkis: Sie sehen Sau schlecht aus, immer schlimmer, morgens völlig fertig, schlechte Laune etc. So war ich auch- und jetzt Topfit und alles Super. Es dauert halt etwas. Geduld, Geduld- schriebst du ja auch schon :)

    Ui, hab ich viel geschrieben. Reicht ^^

    Die größte Herausforderung sehe ich tatsächlich im Moment darin, die Zeit am Abend sinnvoll zu füllen und mit meinen Gefühlen klar zu kommen.

    Ich kannte früher nichts außer Saufen und Drogen nehmen, gammeln. Habe mir jetzt so viele Hobbys besorgt, das ich versorgt bin

    Ich fühle mich so klein mit Hut, dass ich von der Teppichkante Fallschirm springen könnte...

    Schritt für Schritt, es wird besser

    Mich würde sehr interessieren, wie das bei Euch am Anfang war, nachdem Ihr das Trinken aufgehört habt und Euch als Alkoholiker*in erkannt habt - ging es Euch ähnlich? Kennt ihr das Gefühl, nur noch als Süchtige*r definiert zu sein? Oder ist das eine Spezialität meiner Gedankenkreise...?

    Wenn du clean bist, bist du doch genau wie alle anderen. Sogar die normalos beneiden einen wenn man gar nichts trinkt. Sei einfach stolz, dass du trocken bist und mach dein Ding

    Abstinenzler : ganz herzlichen Dank für Deine deutlichen Worte, das hilft mir sehr!
    Im Grunde habe ich mich mit dem Termin zum Erstgespräch auch schon für die Suchttherapie entschieden und ich bin sehr froh darüber... Aber Deine Nachricht hat dazu geführt, dass meine Ängste jetzt deutlich gemildert sind und das tut gut! :)

    Gerne, das freut mich.

    Wie bei mir: Durch verheimlichen, rumdrucksen, lügen wird man nicht endlich gesund, trocken, frei, glücklich. Man muss sich öffnen

    Ich war heute schon fleißig am Lesen hier und merke, dass es hier sehr viel Wissen und Erfahrung zu bergen gibt!

    Ein Augenöffner und fast täglicher Begleiter

    Andererseits merke ich, dass ich mich seit 12 Tagen nur noch als Alkoholikerin sehe und als nichts anderes mehr. Als ob ich nie was geleistet, erreicht hätte. Als ob ich aus nichts anderem bestehen würde als aus der Sucht. Meine Persönlichkeit oder Identität scheint geschrumpft zu sein auf das Trinken allein.

    Das coole ist, wenn man trocken ist ist man sogar im Vorteil zu den normalos. Man konsumiert GARKEIN Gift. Gebe dir etwas mehr Zeit. Ich habe ein komplett neues Leben seit 6 Monaten. Neue Hobbys etc. pp

    Derzeit bin ich am überlegen, ob ich eine Suchttherapie machen sollte. Habe aber Angst davor, dass die Erkrankung bei der Krankenkasse und in meiner Akte bekannt wird.

    Herzlich Willkommen. Du brauchst keine Angst haben, du bist erkrankt, das sind viele. Nur so kann dir geholfen werden. Eine Therapie ist gut!!

    Von einer Bekannten, die lange alkoholkrank war, habe ich erfahren, dass man dann oft Schwierigkeiten hat, Therapeuten oder Ärzte zu finden bzw dass es Nachteile geben kann, wenn die Suchtkrankheit aktenkundig ist.

    Nein ganz im Gegenteil, für deine Erwerbsminderungsrente ist es sogar gut. Völliger Quatsch was die redet. Wenn du im Rollstuhl sitzt verheimlichst du dann auch deine Krankheit?

    Bisher habe ich meinen zwei engsten Freundinnen von meiner Sucht erzählt, aber anderen Personen traue ich mich noch nicht zu offenbaren, die Scham sitzt tief.

    Für eine Krankheit braucht man sich doch nicht zu schämen oder? Ich kenne das natürlich selber, am Anfang macht man das noch

    Mit dem Wort Alkoholikerin kommt er nicht klar. Er meint, dass man sich selbst ja nicht schlecht/runtermachen muss…

    Eine Krankheit haben ist nicht schlecht machen oder?

    Ich habe ihm dass aber wirklich schon einpaarmal erklärt, warum ich mich für die Abstinenz entschieden habe und das wirklich ernst meine und es für mich auch garnicht anders geht.

    Super, dein Standpunkt ist klar und deutlich

    hat mich schon in der Zeit verwundert, in der wir noch zusammen getrunken hatten, wie schnell er wieder munter ist! (Im Vergleich zu mir!)

    rauchen und kaffee? um sich aufzuputschen?

    Finde es toll wie du auf alles eingehst. Ich wünsche dir das alles gut wird

    Jemand der steif und langweilig erscheint kann dennoch interessant und eine absolut tolle Person sein.

    Warum wird Stevie hier in die Rolle gedrängt sich zu rechtfertigen ?

    Stand nichts mit langweilig und steif. Und auch nicht ob irgendwer keine tolle Person ist. Es geht die ganze Zeit um die Konstellation: Partner nasser Alkoholiker und anderer Partner trockener Alkoholiker mehr nicht.

    Niemand drängt Stevie sich zu rechtfertigen. Wir schreiben unsere Meinung zu dieset Konstellation, mehr nicht.

    Ich möchte Stevie übrigens helfen, mehr nicht

    In dem Moment war es ehrlich gesagt so, dass ich kurz gedacht habe: okay, dann trinke ich eben mit, dann ist er zufrieden.

    Gleich darauf war ich von mir selbst so schockiert!!!

    Ist ja nicht verwunderlich. Wäre bei mir auch so. Ist ja schon eine halbe Trinkaufforderung und triggern ohne Ende. Normal das das Suchthirn darauf anspringt

    Genau das ist immer wieder das Muster gewesen, warum ich nicht dauerhaft abstinent bleiben konnte! Thema Streitvermeidung!…

    Ja du musst mitsaufen anstatt er aufhören muss.Immer geht es um sein Saufen aber nie um deine Abstinenz.

    Und dass seine "Gespräche" bzw. Gedanken sich immer wieder um Alk drehen, er Dich wegen Deiner Abstinenz abwertet und Du ihn immer noch darauf hinweisen und darauf bestehen musst, dass Du nicht mehr trinkst, ist echt traurig.

    Vieleicht ist er neidisch. Weil er lange nicht clean ist. Oder ist ist halt für ihn einfach viel besser: Jmd. der mitsäuft statt Spiegel vorhalten usw

    Nichts desto trotz ist Alkohol um mich herum.

    Wo und wieso?

    Er war erst enttäuscht/traurig, dann wütend und dann hat er beschlossen zum Glühweintrinken alleine auf den Weihnachtsmarkt zu gehen, weil er meine ‚vorwurfsvollen Blicke‘ nicht erträgt! Und wir dann zusammen gehen können , wenn er nichts trinkt.

    Hast du mal einfach den Satz gesagt: Ich bin trockener Alkoholiker ich darf oder ich trinke keinen Alkohol weil ich damit nicht umgehen kann. Es mich kaputt macht. Hast du das schon mal gesagt? Frage mich warum das Thema immer noch nicht endgültig besprochen ist. Nicht böse gemeint

    Und ich verstehe auch, dass er nicht ‚entspannt‘ Trinken kann wenn ich dabei bin und eine nüchterne steife langweilige Begleitung

    Es geht sehr viel um sein nasses Saufen. Ich sage IMMER wenn einer aus meiner Familie hier irgendwas über Alkohol sagt: ES INTERESSIERT MICH NICHT. ICH WILL DAMIT NICHTS ZU TUN HABEN. Immer und immer wieder, bis JEDER mich mit dem Thema in Ruhe lässt. Jeder weiß, ich bin trockener Alkoholiker. Genauso mit Nikotin. Sage immer extra: INTERESSIERT MICH NICHT. Weil es sau schwer war aufzuhören, möchte nicht mehr verherrlichend angesprochen werden.

    Ja, wir haben auch Zeiten am Tag, wenn er nüchtern ist. Morgens immer und wenn wir in der Nacht zusammen wach sind. Leider viel zu wenig Zeit, denn da ist mein Partner immer am entspanntesten.

    Dann ist man doch verkatert und entzügig oder net?

    Ab und an denke ich auch in Situationen: jetzt hätte ich Alkohol getrunken!

    Das wird von Monat zu Monat immer weniger

    "Ein seltsamer Trigger"

    Das kenne ich zu gut. Ist nicht seltsam. Freude gleich es gibt was zu feiern.

    Saufhirn: Saufen!! Das muss gefeiert werden!!

    Das Angebot der Werkstatt mein Auto zu bringen, habe ich abgelehnt: "Situation verlassen" und bin die knapp 5 Kilometer zu Fuß gelaufen. Der Saufdruck hat dann unterwegs nachgelassen , letztendlich ganz verschwunden.

    Puh... positives Ereignis und Saufdruck - dass war mal ganz was Neues

    Krass. Und gut gemacht. Bei mir war es so: Rundes Trockenheitsjubiläum. Sehr gefreut. Das muss gefeiert werden. Heute kannst du doch 1 mal Saufen. Bin dann schnurstracks nach Hause gerannt!!! um mich abzulenken

    Am schlimmsten war eigentlich die paar Tage Urlaub was den Drang anging, war ungewohnt abends kein Glas Bier oder Wein auf dem Balkon oder beim Essen zu trinken.

    Mal morgends auf den Balkon und Abends nicht. Habe alles umgedreht damit das Saufhirn garkeine Chance hat. Abends war meine Saufzeit, abends bin ich einfach drin geblieben und habe was anderes gemacht, Tv oder Netflix. Dafür morgends, MIttags auf achse

    Jetzt muss dann auch noch jeglicher Einkauf von Chips und Süssigkeiten gestoppt werden.....

    Was mir hilft: Selten Supermarkt betreten. Ich versuche alle 7- 10 Tage einzukaufen: TK Ware, Konserven, Gläser, oder lasse mir was mitbringen^^ So habe ich meine Zuckersucht und Fertigfraß fast besiegt^^ Wenn ich dann im Laden bin hole ich mir dann leider mal 1 Tafel Schokolade. Habe ich nichts im Haus 7 Tage nur unverarbeitet. Honig und Obst 8)^^

    Bin jetzt 10 Tage erkältet. Kein Bock mehr.Kaum Kraft.

    In meinem Kopf kam jetzt schon paar mal der Gedanke was zu trinken: Man ist das langweilig. Ich kann gar nichts machen. Öde. Wo bleibt mein Spaß? Kam wie immer sehr überraschend, einfach aus dem nichts.

    Ich bin doch trocken! Ich will es bleiben! Das Saufhirn wie immer nicht:cursing: Nerv nicht, raus aus meinen Gedanken!! Ich bleibe trocken!!

    Ansonsten geht es mir gut. Abwarten Tee trinken. Oh, kommt daher dieser Spruch?^^

    Hatte in letzter Zeit wieder oft den Drang was zu trinken, waren viele Volksfeste, tolles Wetter, die Nachbarn grillten es kam Besuch und wir waren ein paar Tage im Urlaub.

    Öfter ins Forum kommen, schreiben und gucken ob der Drang abnimmt.

    Es war eher so ein "ich vermisse es" oder auch ein "es war doch so schön früher"

    Was waren die negativen Folgen der alten Zeit? Vermisst es das Saufhirn oder du? Ich vermisse nichts mehr, war paar Stunden Rausch und Tage, Wochen Horror.