Beiträge von Bibitor 66

    Tag 151

    Mahlzeit liebes Forum,

    für "Guten Morgen" ist es heute schon zu spät.

    Mir geht es gut und ich war heute schon unterwegs. Etwas Nordic Walking mit der Nachbarin. War schön, aber ich erspare meiner Nachbarin die weitere Begleitung bis nach meiner OP. Das mache ich so schnell nicht noch mal. Brauche gerade Eispackungen auf dem Knie. Das schon operierte ist supi. Gleicht einem Amboss. Mit dem könnte ich kilometerweit laufen, aber das noch defekte schwächelt schon nach einem Kilometer.

    Ich bin immer noch stolz auf mich. Nicht nur wegen der tollen Zahl 150, sondern weil mir bewusst wird, was ich schon alles in diesen 150 Tagen verändert habe. Die Hütte glänzt, ich glänze :-), mein Hirn denkt vernünftig.

    Mir ging gestern noch durch den Kopf, wie oft ich im Suff mit anderen Besoffenen über den Sinn des Lebens philosophiert habe. Geradezu lächerlich. Der Sinn im Leben bestand ja nur aus Saufen. Das machte verdammt viel Sinn. Unglaublich.

    Dann möchte ich noch berichten, dass heute früh im Frühstücksfernsehen ein Bericht über einen Waschbären aus Virginia in den USA kam. Der Waschbär ist durch ein Dach eines Spirituosengeschäfts gekracht. In dem Geschäft hat er dann randaliert und hat mehrere Whiskey- und Scotchflaschen zerdeppert. Man fand den Waschbären besinnungslos neben der Toilette des Geschäfts. Da sieht man mal wieder wie gefährlich der Alkohol ist. Die zeigten Bilder wie der Waschbär mit allen vieren von sich gestreckt auf dem Boden lag. Der tat mir echt leid. Aber er hat es wohl überlebt.

    Wen es interessiert, einfach besoffener Waschbär in die Suchmaschine tippen.

    LG

    Bibi

    Nicht falsch verstehen. Du bist mit deinen 150 Tagen für mich viel greifbarer als jemand wie Hartmut mit seinen Jahrzehnten. Aber am Ende gilt für mich: Jeder, der sein Leben abstinent lebt und es ernst meint, ist ein Vorbild. Egal ob 150 Tage oder 18 Jahre.

    Ich hab gestern die drei Wochen voll gemacht. Fühlt sich aber noch nicht erwähnenswert an. Die 150 Tage oder 5 Monate schon 😬.

    Klar. Für mich waren auch die 3 Wochen (als ich sie erreicht habe) ein Meilenstein. Denn in den ersten 3-5 Wochen war mein Suchthirn noch sehr aktiv. Zu diesem Zeitpunkt habe ich aber schon jeden Tag hier im Forum gelesen. Ich war zwar noch nicht angemeldet, aber hatte meinen Notfallkoffer gepackt. Ohne das Forum hätte ich nicht mal die 3 Wochen geschafft.

    Glückwunsch Bibi, bist mir ein Vorbild. Da möchte ich auch bald sein.

    LG

    Danke Boss. Du klingst aber auch sehr motiviert in Deinem Faden. Deshalb gehe ich davon aus, dass Du es auch schaffen kannst. Aber als Vorbild brauchst Du mich trotzdem noch nicht zu nehmen. Nicht das ich mich wackelig fühle, aber von den vielen Trockenen hier die schon viel länger dabei sind, kann man noch mehr lernen um eben für immer trocken zu bleiben.

    "Immer" klingt für mich immer noch utopisch irgendwie, aber genauso will ich es. Deshalb zähle ich auch gerne die Tage, in der Hoffnung das ich durch das Zählen mal bei Immer ankomme. :)

    Also bleib dran.

    LG

    Bibi

    Ich "höre" dich täglich und es gefällt mir sehr was du schreibst. Sei froh, dass du den Glühweingeruch eklig findest, das kann ich ganz und gar nicht behaupten.

    @all:

    Ich hab mir schon überlegt: alkoholfreien Glühwein oder Punsch zu kaufen aber dann hat doch eigentlich die Sucht schon wieder ein bisschen gewonnen, oder?

    Hmmmm. Da Du ja den Glühweingeruch eher als angenehm empfindest, wäre ein alkfreier Punsch oder Glühwein vielleicht der Weg zurück in die Sucht. Ich möchte z. B. nicht mal ein alkoholfreies Bier trinken. Ich hätte Angst, dass mir der Stoff dann nicht reicht und ich zum echten Bier greifen möchte. Da nun mal dieses alkfreie Zeug keinen Rausch erzeugt. Dann ist man evtl. durch den Geschmack getriggert und wartet verzweifelt auf die Wirkung. Mir wäre es eindeutig zu gefährlich.

    Tag 133

    Mein Weihnachtsmarktbesuch - schreckliches Erlebnis X(

    Die kleine rebellische Lebensmut musste ja ,allen Regeln zum Trotz, am Freitag auf den Weihnachtsmarkt. Ich habe mich wirklich gefreut auf die weihnachtliche Stimmung.

    Hallo liebe Lebensmut74,

    schön mal wieder von Dir zu hören. :-)Die kleine rebellische Lebensmut.

    Ich bin zum Glück überhaupt nicht scharf auf Weihnachtsmärkte. Da wuseln mir viel zu viele Menschen rum. Und ich wurde vor kurzem von einem einzigen Glühweinstand vor einem Einkaufsgeschäft schon angewidert. Ich hatte den Stand noch gar nicht auf dem Schirm, schoss mir schon der Glühweingeruch in die Nase. Ich empfand den Geruch wirklich ekelig.

    LG und bei Dir auf die nächsten 133 Tage

    Bibi

    Tag 150

    Guten Morgen Forum,

    boah, 150 Tage. Ich bin ziemlich Stolz auf mich. Auch wenn man das evtl. nicht sein sollte. Mir bedeuten die 150 Tage viel.

    So lange hatte ich mich nicht mal für die OP und Reha trocken gemacht. Und in dieser Trockenphase dachte ich auch schon wieder so, wie damals beim Führerscheinentzug. Nämlich: Nach der Reha saufe ich wieder. Wie dumm und dämlich die Sucht doch ist.

    Diesmal fühlt sich alles anders an. Ich gönne mir meinen Stolz auch. Denn der führt mich nun durch die nächsten 150 Tage. Und natürlich meine Obacht! Denn für mich steht im Hirn (neben dem Suchthirn) fest, dass ich nie wieder saufen will.

    LG + allen einen schönen 2. Advent

    Bibi

    Guten Morgen Bingo und herzlich willkommen,

    schön das Du hier her gefunden hast. Ich bin auch noch nicht so lange hier, kann Dir aber empfehlen, lese Dich hier einfach mal ein. Mir haben die Lebensgeschichten mit der Sucht der anderen, sehr geholfen. In vielen der Berichte habe ich mich wiedergefunden. Die große Erfahrung der Langzeittrockenen ist für mich sehr lehrreich.

    Du kannst in Deinem Faden auch etwas mehr von Dir schreiben. Die Antworten trudeln dann so ein. Aber sie kommen.

    LG und einen guten Austausch

    Bibi

    Tag 149

    Hallo Forum,

    ich fühle mich ruhig und entspannt. Keinerlei Ruckler oder Diskussionen mit meinem Suchthirn. Ich hoffe es hält Winterschlaf. Oder den ewigen Schlaf.

    Wir waren heute mal wieder den Wocheneinkauf machen. Der Trubel hielt sich in Grenzen. Dann sind wir noch im Umkreis von 20 km die Weihnachtsbaumverkaufsstände abgefahren. Preisvergleich. Nun wissen wir, wo wir nächste Woche unseren Baum kaufen gehen.

    Mein Mann hat wieder lecker gekocht und nun schauen wir gemütlich in die Glotze. Ich freue mich nun auf meine kalte Buttermilch. :)

    LG

    Bibi

    Hi Bibi,

    ich wollte Dir nur einmal dalassen, dass ich Dich lese. Und ich finde, Du liest Dich gut sortiert und auf einem guten Weg.

    Hello Kazik,

    Danke für Dein Feedback. Mir geht es aber auch einfach nur gut. Ich spüre immer noch tägliche Verbesserungen in meiner Denkweise. Durch den Alkohol konnte ich ja überhaupt nicht mehr klar denken, geschweige denn mich richtig ausdrücken. Stellenweise habe ich Sätze nicht zu Ende gesprochen. Ich war komplett verwirrt und überhaupt nicht richtig bei mir.

    Ich bin so froh Euch/dieses Forum gefunden zu haben. Letztendlich ist dieses Forum mein Lebensretter. Ich werde weiterhin an mir und meinem Umfeld arbeiten und will nie wieder Alkohol trinken.

    LG + ein schönes Wochenende

    Bibi

    Abstinenz beschreibt den Zustand der Enthaltsamkeit, während trocken den Zustand einer Person beschreibt. Nur ein bekennender abstinenter Alkoholiker kann sich trocken nennen. Abstinenz alleine kann eine Trinkpause sein.

    Man müsste eher eine Pille erfinden, die den Alkohol unschädlich macht. Warum sollte ich mir aufgrund einer Pille wieder Alkohol zuführen? Alkohol bleibt trotzdem Gift. Da drüber will ich gar nicht nachdenken.

    Tag 148

    Nun kann Weihnachten kommen. Die Frisur sitzt und die Brauen sind wieder ausdrucksstark.

    Ich bin tiefenentspannt. Leider habe ich gestern mit meinem Muskelaufbautraining übertrieben und habe heute tierischen Muskelkater in den Armen und Schultern. Ich hätte mal nicht das stärkste Theraband nehmen sollen. Ich muss die Muskulatur in meinem Knie wieder aufbauen und soll aber auch den Oberkörper nicht vergessen. Tja. Das nächste Mal wieder mit dem weniger starken Theraband. Man lernt nie aus. Heute pausiere ich. Ich kann mich kaum bewegen.

    Ich fühle mich wohl. Keine Gedanken an Alkohol. Heute werde ich noch die letzten Geschenke in Geschenkpapier wickeln und meinen Schal fertig stricken. Er ist fast fertig.

    LG

    Bibi

    Tag 147

    Gestern war mal wieder nicht so mein Tag. Ich war den ganzen Tag müde und erschöpft, obwohl ich nichts groß geleistet hatte. Ich habe dann auch einen langen ausgiebigen Mittagsschlaf gehalten. Ich hoffe ich brüte nichts aus. Heute sieht es schon wieder besser aus. Zum Glück. Ich will nachher nicht im Stuhl beim Frisör einschlafen.

    Dann muss ich erzählen, dass mich dieses Forums-Drama von vorgestern sehr bewegt hat. Ich habe inzwischen ja auch schon das Gefühl, hier eine große Familie gefunden zu haben. Nun fehlt ein Familienmitglied. Für einen "Lehrling/Frischling" war das alles schwer zu verstehen. Einerseits freut sich jemand so sehr auf sein bald erstes JAHR und andererseits legt man hier so ein ambivalentes Verhalten und Denken an den Tag und holt zum Rundumschlag aus.

    Ich bin extrem emphatisch und weiß, dass es dem flüchtigen Familienmitglied nun total beschissen geht. Mit Sicherheit wurde/wird schwer bereut, überhaupt von der Weinflasche geschrieben zu haben. Natürlich sollte man niemals den Respekt vor anderen verlieren. Aber ich fühle da mit bei dem "Löwen". Man hat sich da böse in was reingesteigert.

    Ich wollte meine Gedanken und Gefühle nur loswerden. Ich möchte für niemanden Partei ergreifen. Wir sind hier alle erwachsene Menschen und müssen für uns selbst geradestehen.

    LG

    Bibi

    So. Der Alk ist schon aus dem Haus. :) Ich musste zum Zigarettenautomaten und zum Briefkasten (Post). Ich habe die Pralinen im Weihnachtspapier gelassen und habe einen Zettel draufgeklebt: Für den Postler. Frohe Weihnachten. Und habe die Pralinen einfach mit in den Briefkasten geworfen. Ich hoffe es freut sich jemand.

    Mir war es doch wichtig, die Grundbausteine einzuhalten.

    LG

    Bibi

    So funktioniert die Sucht aber nicht, Bibitor. Das Suchthirn weiß jetzt, dass "Stoff" im Haus ist.

    Besser entsorgen (lassen), sodass Du nicht mehr rankommst. Und der Nachbarin und anderen potentiellen Schenkern bei nächster Gelegenheit mitteilen, dass Du nichts mehr trinkst.

    Guten Morgen Rennschnecke,

    ich hätte dieses 5´er oder 6´er Päckchen an Weihnachten einfach meiner Schwester geschenkt. Ich weiß das sie die Dinger gerne mal nascht. Aber ich werde das Päckchen heute Abend meinem Mann in die Hand drücken und er soll es morgen auf Arbeit jemandem schenken. Dann ist unser Haushalt wieder zu 100% Alkfrei. Ich mag die Teile aber wirklich nicht. Mochte ich noch nie. Aber sicher ist sicher.

    LG

    Bibi

    Tag 146

    Guten Morgen Forum,

    ich weiß mal wieder gar nicht was ich schreiben soll.

    Nun. Auf jeden Fall geht es mir gut. Der Roman den ich begonnen habe, ist sehr spannend. Ach doch, da gibt es ja noch was.

    Eine Nachbarin hat mir gestern eine kleine Geschenktüte in die Hand gedrückt. Da waren Orangen, Nüsse und ein Päckchen Mon. (datschige Kirsche) drin. Ihr wisst sicher was ich meine. Will hier keine Werbung machen.

    Ich habe die gefüllte Schokolade erst gesehen, als ich schon im Haus drin war. Zum Glück mochte ich diese noch nie. Ich finde die Kirsche ekelerregend. Ich habe das Päckchen gleich in Geschenkpapier gehüllt und werde es an Weihnachten weiterverschenken. Da befindet sich nun leider bis Weihnachten etwas Alk im Haus. Dieser wird mir nicht gefährlich. Ich mag nur die "Küsschen".

    LG

    Bibi

    Ich bin ja zum Glück in der Position, dass mein Mann nicht trinkt und raucht. Meine Sucht analysieren wir auch nicht gemeinsam. Es ist meine Sucht. Mein Mann ist froh, dass ich nicht mehr trinke. Er weiß das es eine Krankheit ist und das ich wachsam sein muss. Aber meine Sucht ist kein alltägliches Thema bei uns.

    Da wir uns aber schon seit 20 Jahren die Aufgaben im Haushalt teilen, ist er nun hin und wieder leicht überfordert. Als ich noch gesoffen habe, konnte er seine Aufgaben mehr schleifen lassen. Seit ich nüchtern bin nerve ich mehr rum wenn nicht immer alles gleich geschieht. Aber da muss er durch. Unsere Ehe wird es aushalten. Wirklich geklagt hat er noch nicht.

    Er ist ja selbst auch froh, wenn es dann mal erledigt ist und er seine Ruhe hat.

    Wenns mir schlecht geht aber zwischendurch: Einfach das Verlangen mich zu berauschen, zu saufen. Nichts bestimmtes.

    Weil es einfach nicht klappt dauerhaft abstinent zu bleiben. Es kostet sehr viel Kraft und frustriert, macht mich traurig. Das macht mich wütend ja.

    Guten Morgen Abstinenzler,

    ich denke Deine Gefühle sind ganz normal für den Anfang. Ich war zu meinem Beginn in die Abstinenz auch sehr frustriert und auch tatsächlich häufig wütend. Wütend auf mich. Aufgrund des körperlichen Verfalls, den ich mir selbst zugefügt habe. Durch das unkontrollierte Saufen.

    Diese ganzen Gefühlsschwankungen gehen mit der Zeit weg. Du musst einfach nur weiter und weiter an Deiner Abstinenz arbeiten. Es ist nicht einfach, aber wenn Du es wirklich willst, dann schaffst Du es auch. Wobei Du sicher schon mitbekommen hast, dass es nur mit Willen nicht funktioniert. Halte Dich einfach noch ein paar Wochen fern, von Dingen/Plätzen/Alkohol und Du wirst sehen, dass der Saufdruck nachlässt. Baue Dir ein paar neue Routinen in Deinen Alltag ein, die Du zelebrieren kannst. Gerne auch Zocken. Hauptsache Du musst nicht ständig über Alkohol nachdenken.

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg.

    LG

    Bibi

    Tag 145

    Guten Morgen Forum,

    mir geht es gut. Eine Kerze brennt auch schon. Allerdings nur hier auf dem Tisch.

    Heute Vormittag habe ich mal wieder einen Arzttermin. Danach ist nur Haushalt geplant und einen Frisörtermin muss ich noch vereinbaren. Das Ansatzgrau muss weg und die Brauen benötigen mal wieder eine Fadenbehandlung.

    Den Rest vom Tag werde ich es mir einfach gemütlich machen. Ich habe noch ein Buch das ich lesen möchte. Dieses hat mir mein Sohn geschenkt und er hat mich schon mehrfach gefragt, wie ich es finde. Da ich die letzten Monate aber nur Lektüre über Alkohol und Sucht las, kam ich noch nicht zu dem Roman. Aber ich werde heute beginnen, ihn zu lesen.

    In mir ist alles ruhig. Keine Gedanken an Alkohol.

    LG

    Bibi