Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Zu Rewe oder Tanke fahren ist wohl der leichte Weg. Ein Kampf ist das nicht? Was ist es dann?

    Ist das nicht eher Unsicherheit und Respekt vor dem Alkohol? Wachsam zu bleiben heißt für mich nicht, Angst zu haben oder ständig zu kämpfen, sondern nur zu erkennen, wie nah ein Rückfall manchmal sein kann. Ein Kampf bedeutet, siegen zu wollen doch bei der Sucht gewinnt am Ende immer der nächste Schluck, und das bleibt bis zum Lebensende bestehen.

    Warum sollte ich mich also einem Kampf stellen, wenn ich ohnehin nur verlieren kann? Da muss eben ein Schalter im Kopf umgelegt werden. Anders denken . Besser ist es, anzuerkennen, dass Sucht ihre Nebenwirkungen hat und der Weg hinaus Geduld erfordert.

    Kein schönes Wort für alle, die trocken bleiben, aber genau das ist es eben kein Sprint, sondern ein Marathon.

    Der Alkohol macht mir nichts. Er steht einfach nur herum, läuft mir nicht hinterher und schüttet sich nicht von selbst in mich hinein. Das ganze Spiel findet in meinem Kopf statt. Solange der Kopf Signale schickt "sauf mal wieder" , ist es ratsam, dem auszuweichen.

    Natürlich klappt das nicht immer, aber für mich liegt der Unterschied hier: Laufe ich bewusst darauf zu, lade ich ihn ein. Kommt er unerwartet, kann ich dagegenhalten und mich davon entfernen. Es geht immer weiter , ein Tag nach dem anderen.

    Aber, wenn du nicht gern trocken bist, wenn du dir nicht sicher bist, ob du da oder dort doch wieder trinken kannst, dann wird das nicht nur zur Qual, es wird dich irgendwann einholen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Das ganze Spiel findet in meinem Kopf statt. Solange der Kopf Signale schickt "sauf mal wieder" , ist es ratsam, dem auszuweichen.

    Mein Kopf schickt Signale, lieber ausweichen das stimmt.

    Aber, wenn du nicht gern trocken bist, wenn du dir nicht sicher bist, ob du da oder dort doch wieder trinken kannst, dann wird das nicht nur zur Qual, es wird dich irgendwann einholen.

    Bin sehr gern Trocken.Ich hasse es wie die Pest, mit allen Folgen,wenn ich saufe, saufen muss. Nur zwischendurch kommen die Saufgedanken die mich verführen wollen. Selbstfürsorge, wachsam und Abstand

    Heute trinke ich nicht

  • Bin sehr gern Trocken.Ich hasse es wie die Pest, mit allen Folgen,wenn ich saufe, saufen muss.

    Und das ist eine der besten Voraussetzungen, die die Hälfte der Alkoholiker, die hier oder in den SHGs auftauchen, nicht mitbringt. Bleib dran.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Absti,

    Bin sehr gern Trocken.Ich hasse es wie die Pest, mit allen Folgen,wenn ich saufe, saufen muss.

    Du schreibst in deinem Faden ja öfter über Begegnungen mit Trinkern draußen zum Beispiel der "Penner vom Ententeich", wenn ich mich richtig erinnere. Und oft schwingt da im Unterton so etwas mit wie: "Der darf trinken und ich nicht."

    Gleichzeitig hast du aber auch diese Momente wie oben zitiert, in denen du sehr klar weißt, wie sehr du das Saufen hasst.

    Vielleicht kannst du den Blick ein bisschen drehen:
    Nicht "der darf trinken", sondern "der muss trinken".
    Du musst es nicht mehr und das ist ein riesiger Unterschied.

    Ich mache das für mich genauso. Wenn ich draußen jemanden sehe, der offensichtlich abhängig ist, erinnere ich mich daran, dass ich genau das nicht mehr muss. Das hilft mir aktuell sehr.

    LG

  • Wenn Du es so hasst, mit was verführen Dich dann die Gedanken?

    Vielleicht steckt darin ja auch der Grund, warum Du so kämpfst? Ich persönlich hasse weder Alkohol noch das saufen. Damit würde ich Alkohol und Saufen viel zu Platz in meinem Kopf geben. Und Hass ist ja auch ein starkes Gefühl, was ich die ganze Zeit aufrechterhalten müsste, um abstinent zu bleiben. Fällt der Hass weg, hat das Suchtgehirn freie Bahn.

    Für mich als Alkoholiker ist es eine Notwendigkeit nicht zu trinken, denn ich kann meine Sucht nur stoppen. Also trinke ich nicht. Und der sicherste Weg nicht zu trinken ist Umsetzung der Grundbausteine und konsequente Risikovermeidung. Das war für mich kein Verzicht, sondern Selbstfürsorge. Verzicht wäre es für mich, wenn ich noch trinken wollte.

    Mir fällt bei Dir von Anfang an auf, dass Du bei Deinen Beiträgen immer ein wenig latent aggressiv wirkst. Du benutzt auch gerne viele Ausrufezeichen. Und habe mich schon einige Male gefragt, worauf ist der Kerl so wütend? Mein Eindruck ist auch, dass Du Dich selbst von irgendetwas überzeugen willst.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Zu Rewe oder Tanke fahren ist wohl der leichte Weg.

    Nein. Das ist kein Weg. Nachdem mir wirklich klar war, dass es diese Option nicht gibt, gab es da nicht mehr viel zu denken.

    Ich denke auch, dafür muss ich erkennen, dass ich Alkoholiker bin.

    Für mich gibt es kein Trinken. Genauso, wie es für mich kein Weg ist, aus dem Fenster zu springen. Darüber denke ich ja auch nicht nach.

    Und wenn da was kommt. Dann ist es die Suchtstimme. Das Beispiel dafür schrieb ich schon mal. Wie unlogisch sie ist. Im übertragenen Sinne.

    "Heute ist doch so ein schöner Tag. Tu Dir was Gutes und springe aus dem Fenster."

    Und mit sowas soll ich diskutieren? Argumentieren? Nöpp.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich hasse es wie die Pest, mit allen Folgen,wenn ich saufe, saufen muss.

    Du musst nicht mehr saufen, Du bist schon einige Zeit ohne Alkohol.

    Du kommst in keinen Entzug, wenn Du nüchtern bleibst, Abstinenzler.

    Es ist nur die innere Suchtstimme, die Dir etwas einflüstert, und da kannst Du gegen halten. Du brauchst den Alkohol nicht mehr!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Wenn Du es so hasst, mit was verführen Dich dann die Gedanken?

    Wenns mir schlecht geht aber zwischendurch: Einfach das Verlangen mich zu berauschen, zu saufen. Nichts bestimmtes.

    Mir fällt bei Dir von Anfang an auf, dass Du bei Deinen Beiträgen immer ein wenig latent aggressiv wirkst. Du benutzt auch gerne viele Ausrufezeichen. Und habe mich schon einige Male gefragt, worauf ist der Kerl so wütend?

    Weil es einfach nicht klappt dauerhaft abstinent zu bleiben. Es kostet sehr viel Kraft und frustriert, macht mich traurig. Das macht mich wütend ja.

    Heute trinke ich nicht

  • Wenns mir schlecht geht aber zwischendurch: Einfach das Verlangen mich zu berauschen, zu saufen. Nichts bestimmtes.

    Weil es einfach nicht klappt dauerhaft abstinent zu bleiben. Es kostet sehr viel Kraft und frustriert, macht mich traurig. Das macht mich wütend ja.

    Guten Morgen Abstinenzler,

    ich denke Deine Gefühle sind ganz normal für den Anfang. Ich war zu meinem Beginn in die Abstinenz auch sehr frustriert und auch tatsächlich häufig wütend. Wütend auf mich. Aufgrund des körperlichen Verfalls, den ich mir selbst zugefügt habe. Durch das unkontrollierte Saufen.

    Diese ganzen Gefühlsschwankungen gehen mit der Zeit weg. Du musst einfach nur weiter und weiter an Deiner Abstinenz arbeiten. Es ist nicht einfach, aber wenn Du es wirklich willst, dann schaffst Du es auch. Wobei Du sicher schon mitbekommen hast, dass es nur mit Willen nicht funktioniert. Halte Dich einfach noch ein paar Wochen fern, von Dingen/Plätzen/Alkohol und Du wirst sehen, dass der Saufdruck nachlässt. Baue Dir ein paar neue Routinen in Deinen Alltag ein, die Du zelebrieren kannst. Gerne auch Zocken. Hauptsache Du musst nicht ständig über Alkohol nachdenken.

    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Das macht mich wütend ja.

    Das ist der Punkt. Du bist wütend, weil Du diese schlecht beleumundete Krankheit hast.

    Diese Wutphase gilt es zu durchschreiten, sie dauert nicht ewig an, sondern vergeht mit der Zeit. Die Zeit solltest Du Dir nehmen und auch geben.

    Übrigens, die Krankheit geht nie mehr weg, sie bleibt für immer, auch wenn Du noch so "sauer" bist. Ich habe meinen Frieden mit ihr gemacht.

    Ansonsten befasse Dich mit Dingen, die Dir Freude machen. Und power Dich mal körperlich aus. Geh irgendwo trainieren, im Fitnesstudio oder zieh die Laufschuhe an und laufe oder nimm das Fahrrad und kurbel ordentlich, jedoch nicht gen nächster Tränke.

  • Weil es einfach nicht klappt dauerhaft abstinent zu bleiben. Es kostet sehr viel Kraft und frustriert, macht mich traurig. Das macht mich wütend ja.

    Doch es klappt dauerhaft abstinent zu bleiben. Scheinbar kämpfst du noch. So ein Kampf gegen den Alk kostet enorm Kraft und ist natürlich frustrierend weil du keine Chance gegen den Alk hast. Du brauchst weder traurig noch wütend darüber zu sein.

    Es gibt einen einfachen Weg, nämlich aufzugeben. Einfach vor dem Alk zu kapitulieren. Ich habe mir den Alk als Riese vorgestellt und als ich gedanklich vor dem Ungetüm stand, ist mir klar geworden, dass ich gegen so einen Riesen keine Chance habe zu gewinnen.

    Also habe ich mich gedanklich einfach umgedreht und bin weggegangen. Der Alk-Riese blieb stehen und durch die Entfernung wurde er immer kleiner und ich wurde mit jedem Schritt immer freier.

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    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Guten Morgen,

    jetzt ist wieder so eine tolle, ruhige Phase. Keine Saufgedanken, kein Suchtdruck, alles Entspannt. Wunschlos glücklich. Körper und Psyche geht es gut. Produktiv aber auch Zeit für mich.

    Habe mir eure ganzen Nachrichten sehr zu Herzen genommen, ganz viel Abstand vom Alkohol, nicht kämpfen sondern umsetzen. Notfallkoffer steht immer hier und auch unterwegs mit dabei.Wenn ich nicht andauern getriggert werde ist es viel leichter und stressfreier.

    Und das man erst nach 1 Jahr richtig stabil und sicher ist hatte ich gar nicht auf dem Schirm, trotz realer SHG!!! Ich dachte immer oh 1-3 Monate trocken,ist ja schon sehr lange, super bin jetzt stabil. War dann in der Sauna, überall Alkohol, alle am Trinken. Ist ja nicht schlimm, bin ja stabil. Nein, das hat Tage später noch nachgetriggert und genervt.

    Schön das es euch gibt!!! Danke an alle die hier schreiben, ihr seid mega!!!

    Heute trinke ich nicht

  • Guten Morgen,

    jetzt ist wieder so eine tolle, ruhige Phase. Keine Saufgedanken, kein Suchtdruck, alles Entspannt. Wunschlos glücklich. Körper und Psyche geht es gut. Produktiv aber auch Zeit für mich.

    Habe mir eure ganzen Nachrichten sehr zu Herzen genommen, ganz viel Abstand vom Alkohol, nicht kämpfen sondern umsetzen. Notfallkoffer steht immer hier und auch unterwegs mit dabei.Wenn ich nicht andauern getriggert werde ist es viel leichter und stressfreier.

    Und das man erst nach 1 Jahr richtig stabil und sicher ist hatte ich gar nicht auf dem Schirm, trotz realer SHG!!! Ich dachte immer oh 1-3 Monate trocken,ist ja schon sehr lange, super bin jetzt stabil. War dann in der Sauna, überall Alkohol, alle am Trinken. Ist ja nicht schlimm, bin ja stabil. Nein, das hat Tage später noch nachgetriggert und genervt.

    Schön das es euch gibt!!! Danke an alle die hier schreiben, ihr seid mega!!!

    Hammer, das klingt gut. Bleib am Ball :)

    LG

  • Hallo Abstinenzler,

    du schreibst: in einem Jahr … Nach einem Jahr Abstinenz ist man ein Jahr abstinent und kann darauf sehr stolz sein. Aber nach einem Jahr legt sich nicht automatisch im Kopf ein Hebel um, der großartig etwas verändert.

    Die Veränderung fand bei mir schon viel früher statt – nämlich dann, als mein Kopf mit klaren, nüchternen Gedanken an das glaubte, was Tatsache ist, und die vorgespielten Geschichten von sich wies. Alkohol hat noch nie einem von uns gut getan.

    Im Laufe der vielen Jahre, in denen ich intensiv gesoffen habe, habe ich so gut wie alles mit Alkohol verknüpft. An jedem Tag, an dem ich getrunken und irgendeiner dieser Verknüpfungen nachgegeben habe, habe ich einen neuen Stein gelegt. Im Nachhinein (ich bin jetzt 1,5 Jahre abstinent) muss ich sagen, dass ich mich mit jedem neuen Stein, den ich damals gesetzt hatte, mich immer mehr von der Außenwelt isoliert habe und gar nicht mehr über die Mauer sehen konnte, was auf der anderen Seite ist.

    Im Forum hat einmal jemand geschrieben:

    „Ich höre nicht mehr auf diese Lügengeschichten, die mir der Alkohol tagtäglich ins Ohr flüstert.“

    Dieser Satz hat sich bei mir stark eingeprägt. Es gilt, diese Lügengeschichten nicht mehr zu glauben, sondern dem zu vertrauen, was den Tatsachen entspricht.

    Versuche, diese Mauer, die du selbst errichtet hast, wieder abzubauen. Am Anfang ist die Hürde hoch, aber sie ist zu bewältigen. In einem Jahr ist eben nur ein Jahr rum. Versuche, die Tatsachen heute schon zu akzeptieren, und freue dich auf die Freiheit hinter der Mauer damit die Freude in einem Jahr umso größer ist🥰.

    alles Gute Zwieback🍀

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Hallo liebe Leute,

    1 Monat trocken. Sehr schön!!Freiheit, Leben. Daran habt ihr auch einen großen Anteil. Danke und besonders an Hartmut!!

    Glaube ich kämpfe nicht mehr, hasse den Alkohol nicht mehr, setze einfach um was die Langzeittrockenen hier so schreiben. Die Wut und der Hass sind weg. Weit und breit kein Alkohol zu sehen, gibt es den überhaupt noch oder hat Deutschland ihn endlich verboten?

    Ich muss nicht saufen, ich will nicht saufen. Ich will endlich wieder Leben und nicht der Sklave dieser Droge sein.

    Diese Krankheit bleibt für immer. Weiter aufpassen, Abstand halten, wachsam bleiben. Umsetzen, tun.

    Es kommen wieder schwierige Momente und Zeiten,Herausforderungen. Dranbleiben, immer weiter Tag für Tag. Bin noch lange nicht stabil!! Bin weiterhin gefährdet!! Vielleicht bin ich das für immer. Ich gehe mal davon aus.

    Euch allen weiterhin alles gute auf eurem Trockenen Weg!!

    Heute trinke ich nicht

  • Alles gute dir :) Mit der Einstellung schaffst du das.

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