Also noch zu Strategien wie ich Abstinent bleibe:
Mach viel mit meiner Familie wieder und hab das Glück 2 Nichten zu haben, die mich mögen. Ich merke das die ältere merkt, dass es mir schlecht geht und versucht mich aufzuheitern, weil es sie traurig macht, dass ich traurig bin. Sie versteht die Hintergründe nicht, aber was mir hilft, ist dass sie keine Notwendigkeit darin sieht traurig zu bleiben. Und die gibt es auch nicht. Ebenso wie es keinen Grund gibt, sich sein Hirn zu vernebeln. Das aus Sicht eines Kindes zu sehen hilft mir. Was da noch hilft, ist dass ich ihnen nie betrunken gegenübergetreten bin und mich das sehr oft davon abgehalten hat sie zu sehen. Hab dann erkannt, dass das auf alle Menschen zutrifft. Und das will ich nicht mehr in meinem Leben. Der Alkohol hat mich zu lang davon abgehalten für andere (wirklich komplett) da zu sein. Der Gedanke hilft mir.
Da ich vor allem wegen Schlafproblemen angefangen habe zu trinken (die haben bei mir schon im Kindesalter angefangen), ich aber schon weiß, dass ich ohne Alkohol besser und erholsamer schlafe und auch wieder träume, ist das kein Grund mehr zu trinken, sondern eben nicht mehr zu trinken. Sport hilft da auch, also wenn man danach dieses Gefühl hat zufrieden müde zu sein. Geht halt nur, wenn der Körper ausreichend belastbar ist. Bei Übergewicht und allgemein schlechtem Zustand, sollte man Schwimmen gehen. Mindestens 30 Minuten, möglichst am Stück und ohne Pause. Für den Anfang reichen aber auch schon weniger. Geht darum, dass das man das regelmäßig macht. Bei Männern hilft das Fitnessstudio bzw. Muskelaufbau auch mit dem Selbstwert. Also man muss kein Arnold Schwarzenegger werden. Geht da mehr darum, dass sich die Haltung verbessert, man wieder mehr Körpergefühl entwickelt und das Testosteron Level steigt. Hab mich dem früher immer verweigert, weil ich diesen "Körperfetisch" nicht mochte, aber muss sagen, dass ich mich da getäuscht habe. Das hilft wirklich. Und wenns dann mal mit dem Schlafen nicht klappt, klappts am nächsten Tag bestimmt, weil der Körper irgendwann den Schlaf einfordert.
Und unterwegs sein. Also schöne Sachen machen, an andere Orte fahren, sich nicht von sich selbst aufhalten lassen und einfach machen. Das muss man üben, grade mit niedrigem Selbstwert, aber meist kommen dann schöne Erfahrungen dabei raus, die einen dann ein Stück weit befreien von dieser Überzeugung, dass man sich dann eh nur allein und einsam vorkommt, wenn man jetzt einen Ausflug allein macht. Kann natürlich auch passieren, aber dann sollte man das nicht überbewerten. Sag nicht, dass das einfach ist, aber anders geht es nicht, denke ich.
Ernährung ist auch wichtig. Also ich find Fasten ganz gut, aber man sollte schauen, dass man keinen Vitaminmangel hat oder andere Ernährungsmängel. Die reichen bei mir schon um psychische Effekte auszulösen. Unterzucker ist auch fatal. Daher schau ich, dass ich dann Obst esse oder einen (qualitativ hochwertigen) Saft trinke. Hab über die Beziehung auch gelernt, dass wir in unserer Kultur viel "Schrott" essen bzw. hab ich das getan. Wenn man das umstellt und sich da ein wenig zwingt, auch wenn man es anders gewohnt ist, hilft das enorm. Setzt natürlich leider Geld voraus, da gesundes Essen leider teuer ist, aber es hilft dem Körper, stärkt auch das Selbstbewusstsein und ja, ist eigentlich der Sinn unseres Körpers, also ihn damit zu füttern was ihm gut tut und nicht mehr mit dem was ihn zerstört oder von seinen Funktionen abhält. Weiß nicht ob Nüsse die Regeneration des Hirns beschleunigen, aber schaden tut es wohl nicht.
Und Stress vermeiden. Alte Kontakte, die man meist nur wegen dem Trinken hatte, meiden und seine Gründe erläutern. Kann ja auch sein, dass die Person sich das gleiche denkt und schon hat man einen "Mitstreiter". Wenn nicht, sollte man den Kontakt auf Eis legen bzw. sich nicht treffen. Mach jetzt nichts mehr mit Menschen, denen die Sucht noch nicht bewusst ist und die noch darin stecken. Hatte halt immer Skrupel, weil ich helfen wollte, grad den einsamen, aber im Endeffekt erhält man ja nur die Sucht des anderen. Hab für mich verstanden, dass ich mit einem vernebelten Kopf eh nicht helfen kann, daher fällt der Gedanke jetzt für mich auch weg.
Ja, also so viel mal. Gibt noch mehr, aber ich denk das wichtigste ist, zu erkennen, dass es nur diese eine Richtung gibt. Hartmut hat das an anderer Stelle ganz gut ausgedrückt: "Entweder man lebt abstinent oder man trinkt wieder." So in etwa. Natürlich ist das mit nicht so einfach, aber es bringt es ganz gut auf den Punkt.