Beiträge von Kyra

    Bin seit 2 Wochen KOMPLETT Nikotinfrei.

    Herzlichen Glückwunsch.

    Bei mir war es vorgestern ein halbes Jahr.
    Und es wird immer leichter. Ich denke immer weniger ans Rauchen. Sogar die Morgenzigarette nach dem Frühstück habe ich nicht mehr auf dem Schirm.

    Ich bleibe aber bei beiden Süchten achtsam.
    Denn sowohl die erste Flasche Bier als auch die erste Zigarette wären der direkte Weg zurück in die aktiven Abhängigkeiten.

    Liebe Fra,

    wie willst du dich schützen, wenn dein Klinikaufenthalt beendet ist?

    Während des Aufenthaltes dort durchatmen, rauskommen aus der Situation zu Hause hört sich ja gut an. Nur kommst du nach gut einer Woche in die gleiche häusliche Situation zurück.

    Und diese Situation hat zu deinem Rückfall geführt?

    (Oder was war der Auslöser? Es wäre wichtig für dich zu erkennen, warum du wieder getrunken hast, um nach einer Alternative zu suchen, dass dir die selbe Situation nicht wieder begegnet oder du andere Möglichkeiten hast, darauf zu reagieren.)

    Zumindest hast du den Gedanken, dass du am Wochenende wieder trinken würdest, wenn der Klinikaufenthalt nicht anstehen würde, deine Situation zu Hause also für dich so belastend ist, dass deine Abstinenz unmittelbar gefährdet ist.

    Was hindert dich also daran, nach dem Klinikaufenthalt wieder zu trinken?

    Wie Hartmut schon sagte, es geht nicht darum, ob der Klinikaufenthalt notwendig, richtig oder sonstwas ist. Vielmehr scheint deine Abstinenz äußerst fragil zu sein, und zwar unabhängig davon, ob du stationär gehst oder nicht.
    Und da frage ich mich, wie du dich da vorbereiten bzw. deine Abstinenz schützen kannst.

    LG Kyra

    Hallo Dulcinella,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Die wichtigen Grundbsusteine wurden dir ja bereits ans Herz gelegt.

    Hinsichtlich der freien Zeit und der Änderung alter Verhaltensweisen habe ich frühere Hobbys (puzzeln, häkeln, stricken) reaktiviert und neue (Diamond Painting, Mandalas) begonnen.
    Auch habe ich Kontakte aufgebaut, bin in einer realen SHG, in Sportgruppen.
    Wichtig ist mir, dass die neuen Tätigkeiten mir Spaß machen. Nur so schaffe ich es, bei ihnen am Ball zu bleiben und die alten alkoholischen Pfade im Gehirn durch neue Verknüpfungen dauerhaft austauschen zu können.

    Mir hat darüber hinaus enorm geholfen, dass ich von Anfang an nicht mit meiner Sucht diskutiert habe. Sobald der Gedanke an Alkohol aufkommt, verscheuche ich diesen sofort.
    Ich begründe meiner Sucht nicht, dass ich aus diesen oder jenen Gründen z.B. die Flasche Wein im Supermarkt nicht kaufen will. Denn meine Sucht will nur eins, dass ich wieder trinke, und lässt sich nicht vom Gegenteil durch noch so gute Argumente überzeugen.

    Ich gebe der Sucht keinen Raum.
    Zwar nenne ich aufkommende Gedanken an Alkohol „Suchtstimme“, aber ich bringe diese Stimme so schnell wie möglich zum Schweigen. Wenn ich die Sucht personalisiere, ihr Spitznamen gebe, dann überlasse ich ihr Raum in mir, der ihr nicht zusteht.
    Sowenig wie ein Bier ein Bierchen ist, ist die Sucht für mich kein Fratz oder Kleinkind. Durch solche Formulierungen verniedliche und verharmlose ich meine Sucht.

    Schließlich war für mich hilfreich, dass ich nicht den Gedanken hatte, ich müsste auf was verzichten, wenn ich kein Bier mehr trinken dürfe.
    Ich möchte vielmehr nicht mehr trinken und ich darf es nicht mehr, weil ich akzeptiert habe, dass Alkoholsucht eine unheilbare Krankheit ist, die ich nicht heilen, aber durch dauerhafte Abstinenz stoppen kann.

    Vielleicht ist für dich was dabei, was dir hilft.

    LG Kyra

    Hallo Hannah,

    ich gehe mal davon aus, dass der See so gut besucht ist, dass ihr keinen Platz abseits von Trinkenden und Rauchenden findet.

    Könntest du da mit deinen Freundinnen oder einer Freundin vor dem nächsten Seebesuch absprechen, ob sie auf deine Kinder mit aufpasst, wenn du die gemeinsame Situation verlassen musst? Dann bräuchtest du nur zu sagen, dass du gehen müsstest, und sie würde dir sagen, dass sie deine Kinder um xy Uhr zu dir nach Hause bringe.
    Dann müsstest du allenfalls erklären, dass dir übel sei - was ja auch nicht richtig gelogen ist.

    Du könntest dann noch nach Verlassen der Situation zu dir passende Achtsamkeitsübungen machen und dann entscheiden, ob du zurück oder nach Hause gehen möchtest.

    Oder eine Freundin nimmt mal deine Kinder mit und du machst dir einen Nachmittsg alleine mit Dingen, die dir Spaß machen und die du am besten ohne Kinder unternehmen kannst. (Hobby oder intensive Körperpflege oder spazieren…).

    Ich wünsche dir auch, dass du viele schöne Dinge findest, die die Leere mit einem Zufriedenheitsgefühl ausfüllen.

    LG Kyra

    Das finde ich schön, Thalia, dass du deinem früheren Ich gerade Zuversicht schenkst.

    Und damit kannst du doch eine Menge bei vielen neu Trockenen beitragen. Denn auch ihnen gibst du Zuversicht, dass alles gut werden kann.

    Liebe Grüße Kyra

    Hallo Honighummel,

    Aber meine Co-Honighummel ist mit einem Softeis in der Hand auf den Zug aufgesprungen und erzählt mir den ganzen Tag, dass ich unsere Familie zerstöre und meine Bedürfnisse über die meines Sohnes stellen würde.

    Meine Mutter wollte sich auch nicht von ihrem Alkoholiker-Ehemann wegen uns Kindern trennen.

    Wie oft haben wir Kinder sie deshalb innerlich verflucht. Ich habe mir sogar manchmal gewünscht, mein Vater hätte einen tödlichen Autounfall, damit wir ihn nicht mehr aushalten müssten.

    Ich möchte dir damit nur sagen, dass eine Trennung nicht zwingend die Missachtung der Bedürfnisse eines Kindes bedeutet. Im Gegenteil, sie kann bedeuten, dass ich als Mutter die Bedürfnisse meines Kindes achte.

    Und wenn du nach dem Gespräch mit dem Freund ins Grüveln kommst, dann denke daran, dass das ein unfertiges Gespräch war.
    Vielleicht hast du ja kurzfristig noch die Möglichkeit, das Gespräch noch zu beenden, so dass dein Kopf sich mit diesem im fertigen Zustand beschäftigen kann.

    Liebe Grüße Kyra

    Hallo Hannah,

    deine Hausärztin ist ja eine wahre Perle.
    Auch ich habe einen Hausarzt, der mich in Bezug auf meine Alkohol- und Nikotinsucht voll unterstützt. Diese Gewissheit zu haben, stärkt mich.

    Ich finde es toll, wie du deine Abstinenz vor vermeintliche gesellschaftliche Verpflichtungen („Kolleginnen und Kollegen darf man nicht in Stich lassen.“) stellst.
    Wie wahrscheinlich wäre es nämlich, dass du bei dem Dienstplan dann in ein paar Wochen zusammenbrechen würdest und nicht mehr arbeiten könntest. Dann müssten deine Kollehinnen und Kollegen auch ohne dich auskommen, ggf. müssten das auch deine 3 Kinder und deine Suchtstimme würde auch keine Ruhe geben.
    Jetzt kannst du dich um dich und deine Kinder kümmern und dir mehr Ruhe antun. Auch kannst du dir, wie Mattie bereits schrieb, durch neue oder alte wiederbelebte Aktivitäten was Gutes tun.

    Alles Liebe weiterhin Kyra

    Hallo helianthus,

    es tut mir so leid, dass die Partnerin deines Vaters den gemeinsamen Abschied nicht würdevoll begehen kann, und wünsche deinen Schwestern und dir viel Kraft für die nächste Zeit.

    Zur Frage des persönlichen Abschieds:

    Das kannst du natürlich nur für dich selbst entscheiden.
    Als mein Vater starb, überlegte ich auch, ob ich ihn nochmal sehen wollte. Er war Alkoholiker und hat uns alle in der Familie sehr verletzt. Zum Zeitpunkt seines Todes war er zwar schon längere Zeit trocken, aber der jahrzehntelange Konsum hatte seine Psyche bereits dauerhaft negativ verändert.

    Nun, ich habe aus dem Bauch heraus spontan entschieden, alleine von ihm Abschied zu nehmen.
    Ich stand eine halbe Stunde an seinem Sarg und habe alles rausgelassen, wozu ich mich zu seinen Lebzeiten nie getraut hatte. Das tat mir gut.
    Ich konnte so, mich auch an die schönen Momente meiner Kindheit erinnern, mit meinem Vater letztendlich Frieden schließen und ihn befreit gehen lassen.

    (Allerdings war er zurechtgemacht.)

    Liebe mitfühlende Grüße Kyra

    Mir kam auch der Gedanke, ein Schild mit der Aufschrift „Outlet Roermond“ und einem großen Smiley in deinen Notfallkoffer zu packen, damit du dich beim Öffnen an die guten, glücklichen, schönen Gefühle erinnerst und die Suchtstimme vertreiben kannst.

    LG Kyra