Beiträge von Sternie

    Liebe Casey!

    Ich hab mich ja erst vor 4 Wochen von meinem Mann getrennt, nachdem er trotz Langzeit nach einigen Tagen direkt wieder getrunken hat.

    Ja es tut weh, sehr sogar und manchmal überkommt mich das heulend Elend, weil ich den Mann vermisse, der er nüchtern ist und den ich in den 3 Monaten Langzeittherapie nochmal sehen durfte...

    In solchen Momenten muss ich mir immer klar vor Augen halten, dass dieser Mensch leider nur noch sehr selten anwesend ist und der andere, der der trinkt mich nach und nach kaputt gemacht hat.

    Auch vor mir liegt noch ein riesiger Berg an Bürokratie und der macht mir regelmäßig Angst und Sorgen. Aber ich weiß, dass wenn ich diesen Berg erstmal bezwungen habe, auf mich ein ruhigeres und vor allem wieder selbstbestimmtes Leben wartet!

    Ich wünsche dir viel Kraft weiterhin! Du solltest es dir wert sein und Angst gehört zu diesem Weg dazu... Aber ich bin überzeugt davon, dass du das auch schaffst!

    Liebe Leonore,

    das, was du beschreibst kenne ich nur zu gut.

    Leider ist es hier dann umgeschlagen, nachdem mein Mann dann wegen Trunkenheit am Steuer zwei Mal den Führerschein verloren hat. Beim ersten Mal hatte er ihn relativ schnell leider wieder bekommen.

    Irgendwann wurde er dann sehr aggressiv, wenn er getrunken hat.

    Mittlerweile hab ich mich nach immerhin 10 gemeinsamen Jahren getrennt. Und muss jetzt sehen, wie es weitergeht für mich. Aber es war nicht mehr tragbar für mich. Ich wäre daran fast selbst kaputt gegangen.

    Sternie - er war aber nie ansatzweise trocken oder hatte er jemals eingesehen, Alkoholiker zu sein? Das waren bei ihm anscheinend nur Trinkpausen und das ist wohl ein großer Unterschied

    Doch. Er hat schon lange die Einsicht, dass er ein Problem hat und war auch vor 3 Jahren schon mal auf Langzeit und danach fast 2 Jahre trocken bis er vor einem Jahr wieder angefangen hat... Und er sagt mir auch, dass er weg will, aber es nicht schafft

    Hallo Aki,

    und selbst wenn sie aufhört, könntest du mir der Angst leben, dass sie vielleicht doch wieder heimlich anfängt?

    Ich habe dieses Hin und Her jetzt 7 Jahre mit meinem Mann mitgemacht (insgesamt waren wir 10 Jahre zusammen). Er war immer mal wieder trocken dazwischen und hat dann wieder angefangen. Und jedes Mal wurde es noch schlimmer als vorher.

    Wir hatten gestern das erste Gesräch nach der Trennung, bei dem wir uns auch gesehen haben (davor war alles übers Telefon). Und ja, es hat unendich weh getan. Aber ich habe für mich festgestellt, dass ich mit diesem Misstrauen und dieser Angst nicht mehr leben kann.

    Überleg dir mal in einer ruhigen Minute, ob du das noch möchtest, oder ob nicht ein Leben ohne diese ganzen suchtbedingten Einschränkungen wesentlich schöner sein kann 😉


    Liebe Grüße

    Sternie

    Hallo aki !

    Ich kann deinen Schmerz sehr gut verstehen. Ich hab meinen Mann vor 2 Wochen rausgeworfen, weil er nicht mal eine Woche nach seiner Reha, die 13 Wochen dauerte, wieder das Trinken angefangen hat.

    Und jetzt plötzlich schafft er es nüchtern zu bleiben. Hat zwar auch noch fast 2 Wochen gedauert, aber ja. Er war direkt nach der Trennung auch sehr mies zu mir und hat mich aufs Übelste beschimpft und beleidigt. Aber jetzt, wo wieder der liebevolle, gute Mensch zum Vorschein kommt, tut auch mir die Trennung sehr weh!

    ABER ich weiß mittlerweile, dass das auch sehr schnell wieder umschlagen kann und das sage ich mir gerade immer dann, wenn das Herz flüstert, dass er doch eigentlich so lieb ist und wir doch auch viele gute Zeiten hatten. Ich hab mir selbst aber jetzt versprochen, dass ich nie wieder mit dieser Angst leben will, die seine Unberechenbarkeit im betrunkenen Zustand gebracht hat.

    Ich hab nur ein Leben und das möchte ich jetzt bitte in Ruhe weiterführen, ohne suchtbedingten Stress!

    Das ist es, glaub ich, was wir uns immer wieder vor Augen führen müssen. Dass diese beschissene Sucht uns in der Beziehung immer weiter begleiten und beeinflussen würde. Wenn wir das nicht mehr wollen, dann ist die Trennung der einzige logische Schritt!

    Halte durch! Ich drücke dich ganz lieb aus der Ferne!!!

    Er ist weg. Er hatte mir Freitag Abend schon versprochen, dass er Samstag Abend weg ist. Allerdings gab es wohl dann wieder ein riesiges Theater mit seinen Eltern... Die haben ihn endlich mal in voller Aktion erlebt und waren fix und fertig.

    Mit ihnen wollte er dann wohl nicht mitkommen. Heute Morgen ist dann sein Bruder angerückt und hat ihn eingepackt. Er hat mir alle Schlüssel da gelassen und mich danach nochmal angerufen, dass er nicht mehr wiederkommt.

    Endlich wieder in meinen eigenen 4 Wänden. Es wird noch ein langer Weg, aber ein Anfang ist gemacht.

    Oh weh!

    Heute hatte er seine Verhandlung. Und er hat wohl viele, viele Lügen vom Stapel gelassen bzw. von seinem Anwalt verlauten lassen. U. a. dass er in einer glücklichen, stabilen Beziehung lebt und seine Frau ihn ja so unterstützt. Keine Rede davon, dass ich ihn letzte Woche rausgeworfen hatte und ihn nur wegen des Anwaltstermins und der Verhandlung heute nochmal ins Haus gelassen habe. Und er ist ja abstinent seit seiner Reha 😢


    Auf alle hat er jetzt eine Bewährungsstrafe bekommen, und daraus leitet er jetzt ab, dass er unbedingt im Haus bleiben muss.

    Wenn ich dort leben möchte, damit ich meine ganzen Arbeitsmaterialien dann wieder griffbereit habe und mein Arbeitsweg halbwegs zumutbar bleibt, dann müsste ich schon mit ihm unter einem Dach bleiben.

    Und er meinte noch vor dem Familiengericht hätte ich ja nur wegen seiner Ausraster und Beleidigungen und Beschimpfungen und wegen seiner Sauerei überhaupt keine Handhaben, dass ich die Ehewohnung zugesprochen bekomme.

    Meine Anwältin hat ihm ein Schreiben zukommen lassen, dass er bis Ende der Woche ausziehen soll, sonst geht die Sache vor Gericht...

    Ich werde den Weg gehen, aber an mir nagt mittlerweile die Frage: was ist, wenn das Familiengericht es als zumutbar sieht, dass ich weiterhin mit ihm unter einem Dach leben kann?

    Bei dem Gedanken wird mir ehrlich gesagt jetzt schon schlecht!

    Hallo Matrix!

    Ich dachte, auch dass es doch möglich sein muss, einen direkten Übergang von der Entgiftung in die Langzeit zu machen.

    Meine Erfahrung über die letzten Jahre ist, dass es sehr vereinzelt Kliniken gibt, die beides machen, also sowohl Entgiftung als auch Langzeit. Da wird dann während der Entgiftung mit Hilfe der Klinik der Antrag bei der Rentenkasse gestellt und es wird solange auf der Entgiftungsstation verblieben bis der Antrag genehmigt ist.

    Aber normalerweise ist es wohl so, dass wenn man in der Entgiftung war, man dann selbst den Antrag auf Langzeit stellen muss und dann warten muss bis der Antrag genehmigt ist und dann noch die Wartedauer hinzu kommt bis eine entsprechende Klinik einen Platz hat. Da können auch schnell mal 3 - 4 Monate vergehen. In dieser Zeit sollte der Suchtkranken nach Möglichkeit trocken bleiben. Auf alle Fälle erwarten die Rehakliniken, dass man ohne Entzugssymptome ankommt.

    Es ist echt schwierig.

    Er ist gestern aus seinem Wahldomizil zurück gekehrt, weil er diese seine Gerichtsverhandlung hat wegen eines Verkehrsunfalls den er unter Alkoholeinfluss gebaut hatte. Heute war sein Anwaltstermin. Ich hab mir schon am Samstag den Hund geschnappt und bin in die Ferienwohnung von Bekannten gezogen vorübergehend und hab mich für diese Woche krankschreiben lassen.

    Jetzt kommt er gerade damit um die Ecke, dass er nicht ausziehen kann, weil er sonst in den Knast muss, weil er dann keine geregelten Lebensverhältnisse vorweisen kann. Er muss, laut seiner Aussage, zwangsläufig hier wohnen bleiben. Den Zahn hab ich ihm gezogen.

    Kann heute Nachmittag auch noch mit meiner Anwältin telefonieren und hoffe, da dann auch auf rechtliche Unterstützung... Aber gerade bin ich so am Zittern. Das kostet so unglaublich viele Kraft.

    Zum Glück bin ich gerade in Sicherheit.

    Liebe leilalalei ,

    du hörst dich an wie ich bis letzte Woche.

    Er ist doch ein guter Mensch, wir hatten doch auch gute Zeiten usw.

    Mein Mann war bis vorletzte Woche auf Langzeittherapie weg. Sollte man meinen, 13 Wochen trocken mit Therapie (und das natürlich freiwillig) sollte erstmal helfen. Doch er hat lieber letzte Woche gleich wieder getrunken.

    Und was du von deinem Freund aus der Entgiftung beschreibst, kenne ich auch nur zu gut. Plötzlich sind alle anderen besser als die eigene Partnerin, die ja immer da war.

    Ich drück dir die Daumen für gute Entscheidungen.

    Liebe Grüße Sternie

    Boah... Ich bin ja an sich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, sonst wäre ich wahrscheinlich auch nicht so super in die Co-Falle getappt.

    Aber mir jetzt anhören bzw. lesen zu dürfen, dass ich unsere Ehe an die Wand fahre und er ja nichts falsch gemacht hat, hat mich ja fast zum platzen gebracht.

    Aber ich bin schön höflich, ruhig und sachlich geblieben. Auf die Frage, ob das jetzt auf Trennung und Scheidung hinausläuft, kam von mir nur noch ein schlichtes: sieht so aus...

    Ich bin ja schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich plötzlich so klar agieren kann.

    Es gibt kein Zurück mehr. Das war einfach einmal zuviel des Guten jetzt!

    Ich hab hier lange nicht mehr geschrieben. Es lief erstmal noch schlechter, dann ist mein Mann auf Langzeit gegangen.

    In dieser Zeit haben wir uns wieder angenähert. Es lief gut, wir haben viel darüber gesprochen, wie es weiter geht, auch damit er sich endlich wieder in seinem Leben wohl fühlt und nicht mehr trinken muss.

    Letzte Woche kam er am Donnerstag nach Hause. Ich hätte schon seit Montag das Gefühl, dass er wieder trinkt, hatte es dann aber meinem tief sitzenden Misstrauen zugeschrieben. Gestern waren wir 10 Jahre zusammen. Waren im Kino, hatten einen schönen entspannten Abend zusammen. Heute, als ich von der Arbeit nach Hause kam, war es klar ersichtlich, dass er wieder getrunken hat.

    Ich hab ihm jetzt gesagt, dass er ausziehen muss. Das hab ich ihm die letzten Monate immer wieder ganz klar mitgeteilt. Wenn er wieder anfängt, dann gehen wir getrennte Wege, weil ich nicht mehr kann.

    Bin gerade dabei, eine Reha für mich zu beantragen, weil mein Nervensystem am Ende ist.

    Ich hoffe, er geht bald. Ich kann ihn nicht einfach rauswerfen, weil das Haus uns beiden gehört. Außerdem kann ich nicht einfach mal so selber gehen, weil ich durch meine Arbeitsstelle ziemlich ortsgebunden bin. Und wir einen Hund haben, den ich nicht mal so eben einpacken und dann während meiner Arbeitszeit alleine irgendwo lassen kann, außer hier Zuhause.

    Mir ist gerade so schlecht... Ich weiß gerade gar nicht mehr, was ich machen soll. Er dreht die Musikanlage auf volle Pulle. Auch kein Zustand für mich und meinen Hund...

    Mich macht das so fertig. Da plant man wochenlang wie es jetzt besser weitergeht und dann wird man wieder so enttäuscht.

    Er sagt ständig, er liebt mich... Aber er kann nicht mehr ohne die Droge... Und heute war nichts, was das alles rechtfertigen würde.

    Was soll ich denn jetzt machen? Ich fühl mich gerade so unendlich hilflos!

    Eigentlich kann ich Zusammenhänge gut analysieren und verstehe viele Dinge aufgrund logischer Schlußfolgerungen. Hier bin ich am Ende meiner Logik angelangt. Ich begreife einfach nicht wie sich das Gefühl von ohne dich geht es nicht zu ohne dich geht es mir besser innerhalb von 24 Stunden stattfinden kann.

    Liebe Alleszuviel ,

    das kenne ich nur zu gut. Ich hab auch lange versucht, die Anwandlungen meines Mannes logisch zu verstehen.

    Bis mir meine Therapeutin lang und breit nochmal auseinander gesetzt hat, dass Sucht ihre eigenen Regeln hat und ihr mit Logik nicht beizukommen ist.

    Mein Mann ist gerade in seiner zweiten Langzeit. Er ist sehr gewillt, aufzuhören und mit mir weiter zu leben und das ganze zusammen anzupacken. Aber auch ich höre manchmal noch in Momenten seiner Verzweiflung und wenn der Suchtdruck kommt wieder seine egoistischen Phrasen... Ich sage ihm mittlerweile klar und deutlich, dass mich solche Äußerungen sehr verletzen und dass er sich endlich klar werden muss, was er wirklich will. Nachdem er momentan dauerhaft nüchtern ist, kommt das auch an und er kann mit den Therapeuten vor Ort weiter daran arbeiten...

    Leider kann ich dir nichts raten, weil ich selbst auch noch nicht weiß wie die Reise weitergeht ...

    Liebe Grüße

    Sternie

    Hallo Co-Pilot,

    da solltest du schon präzise sein und unterscheiden zwischen Suchtlügen (Abwehr, Verleugnung, Ausreden) und einer echten Konfabulation.

    Konfabulation ist kein Normalzustand bei einer Alkoholkrankheit, sondern ein spezifisches Symptom einer schweren Folgeerkrankung = Gehirn organisch defekt und halluziniert eine Erinnerung herbei, um Lücken zu schließen.

    Danke Oskar . Ich müsste den Begriff tatsächlich erstmal googeln. Und nein, das trifft hier mit Sicherheit nicht zu. Er füllt keine Lücken mit Fantasieerzählungen, sondern lässt in Erzählungen anderen gegenüber gerne mal weg, was er so treibt, nur damit er weiterhin gut da steht... Und das kann sehr verletzend sein.

    Hallo Sternie,

    versuche mal, das gelassener zu sehen und schau hinter die Fassade. Er manipuliert Dich und Du spielst mit. Aber Dein Selbstwert hängt doch nicht davon ab, wie oft am Tag er Dir sagt, dass er Dich lieb hat. Oder ob er lobt, dass Du ihm das Leben gerettet hast. Das sind doch alles Ablenkungsmanöver, um sich nicht mit den eigentlichen Problemen auseinander setzen zu müssen. Zudem will er Dich strafen, weil Du auf seinen Auszug drängst. Schau dass Du den Blick auf Dich und weg von seinen Aktionen lenkst. Er muss sein eigenes Leben retten - und Du Deines. Könntest Du nicht für eine Zeit woanders hin, um alles zu entzerren?

    Da hast du vollkommen Recht. Ich versuche mein Leben zu leben. Nur manchmal klappt das noch nicht.

    Heute ist wieder einer Tage, wo es gut klappt. Soll er sein Ding machen oder halt auch nichts machen...

    Ich mache, das was mir gut tut bzw. erledige halt meine Aufgaben, ob es ihm jetzt passt oder nicht.

    An anderen Tagen lasse ich mich manchmal noch zu sehr runter ziehen. Und nein, so einfach ist das Gehen nicht. Ich hab mein ganzes Arbeitsmaterial in meinem Arbeitszimmer, was ich täglich benötige. Außerdem haben wir einen Hund, der nicht einfach mal woanders mit hingenommen werden kann. Aber sollte es zu schlimm werden, habe ich ein Backup, wo ich zur Not mal kurzzeitig unterkommen kann, aber nicht als Dauerlösung.