Hallo zusammen,
ich bin neu hier und suche dringend Austausch als Angehöriger.
Ich bin seit rund 20 Jahren mit meiner Frau (46) zusammen, wir haben einen Sohn (16). Er ist stabil und unkompliziert, merkt die Situation aber mittlerweile auch und hat mich darauf angesprochen. Er zieht sich mittlerweile schon komplett von ihr zurück - er ist froh, wenn sie in der Arbeit ist. Ab Feierabend verschwindet er im Zimmer.
Nach der Geburt unseres Sohnes haben wir gemeinsam entschieden, dass meine Frau Vollzeit arbeitet und ich mich um Kind/Haushalt kümmere und meine Selbstständigkeit im Haus halbtags aufbaue. Dadurch ist sie Hauptverdienerin (fast 5x mehr als ich). Ich könnte Haus und Leben finanziell alleine nicht halten - das macht alles zusätzlich schwierig - zudem ist meine Firma im Haus.
Meine Frau trinkt seit längerer Zeit zunehmend. Untertags ist sie nüchtern, meistert ihren Job, ab spätem Nachmittag kippt die Stimmung, sie wird gereizt und abends wird getrunken. Sie sieht kein Problem und wenn ich es anspreche, heißt es schnell, ich wolle ihr Alkohol verbieten oder ich würde übertreiben. Wir hatten vereinbart: nur noch Freitag/Samstag. Trotzdem ist eine angebrochene Weinflasche im Kühlschrank unter der Woche verschwunden und gestern (Donnerstag) waren es mindestens 1,5 Flaschen Weißwein gemischt als Schorle vorm TV. Für mich wirkt das wie Rückfall oder Heimlichkeit. Ich ertrage den Geruch und die Stimmung kaum noch.
Dazu kommt: starke Familienbelastung. Ihre Mutter ist vor ca. 12 Monaten qualvoll an den Folgen von Alkohol gestorben, ihr Opa ebenfalls ein paar Jahre vorher. Ihr Vater trinkt täglich ca. 1,5 Liter Bier am Stammtisch. Das Paradoxe: Sie lästert selbst darüber, sieht bei sich aber kein Problem.
Körperliche Gewalt gibt es nicht, aber verbal wird es oft verletzend. Ich habe viele ruhige Gespräche versucht, ohne Vorwürfe, mit Angeboten, gemeinsam Hilfe zu suchen - ich stoße auf Abwehr oder Aggression. Ich liebe meine Frau und will Familie und Haus nicht aufgeben, aber ich bin am Limit und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wir sind grundsätzlich ein tolles Team, haben gemeinsam wirklich viel erreicht.
Ein weiteres Problem ist leider, dass sie sehr, sehr eloquent und schlagfertig ist. Ich komme dagegen fast nicht an.
Wie geht ihr als Angehörige damit um, wenn der Partner keinerlei Einsicht hat - und was wären aus eurer Sicht sinnvolle nächste Schritte für mich? Wie setzt man Grenzen oder Konsequenzen, ohne dass es nur eskaliert? Was kann ich konkret tun, wenn ich Heimlichkeit (z. B. verschwundene Flaschen) vermute? Und wie schütze ich mich und meinen Sohn emotional, während ich versuche, die Ehe nicht zu zerstören?
Danke fürs Lesen und für jeden Rat. Ich hoffe hier Hilfe zu finden.