Ich habe mal eine Frage an alle die das lesen. Und zwar möchte ich eure Meinung wissen.
Als ich merkte, dass der Alkohol in meinem Leben großen Einzug nahm, ich das aber nicht wollte (ich mochte dieses Schwummrige nicht. Den Geschmack der ersten 2 Bier ja, danach war es aber eher ohne Verstand und Kontrolle), habe ich ja aufgehört und ein sehr gutes Leben geführt. Es gab nicht einen Tag, an dem ich es vermisste.
Durch große Veränderungen in meinem Leben hielt es wieder Einzug. Ich hätte vielleicht auch gar nicht begonnen wenn ich nicht das Risiko eingegangen wäre bzw wüsste, dass es zum wirklichen Problem werden würde. Ist ja auch egal, ist passiert.
Seitdem gehe ich zu Einzelgesprächen der Diakonie. Nachdem meine Beziehung jetzt zu Ende ist, habe ich 3 Sitzungwn gehabt, demnächste den Übergang zur Psychologin.
Ich war auch mal beim blauen Kreuz in der SHG.
Da gefiel mir aber nicht, dass man sich die Zeit nehmen muss, dort hin, um explizit über das Thema zu sprechen. An manchen Tagen hatte ich anderes vor, nicht dran gedacht und hab ich eher gezwungen. Danach dachte ich: oh weh, wenn du das alles hörst, da kannste ja echt noch froh sein.
Im Moment gehe ich durch die Hölle und trotz alledem habe ich immer noch kein Verlangen oder ähnliches. ich würde sogar fast meinen, dass ich noch nie strukturierter und klarer das Leben bewerkstellige. Ich gehe mit den Gefühlen bewusst um und sortiere sie. Was ist real, was löst sich, was machst du damit?
Egal was es auch ist, ich sehe nur eins: Alkohol bringt mich kein bisschen voran, bleib so klar und bewusst bei dir.
Muss ich (müssen tut keiner) in der jetzigen Phase eine stationäre oder ambulante Therapie machen? Ist das für mich wirklich sinnig? Ich kenne Trigger und ich weiß auch, dass es zu nichts führt, egal wie heftig. Da der nächste Supermarkt 10 min mit dem Auto weg ist, ist allein die Hürde schon da, bewusst loszugehen. Im Haushalt gibt es logischerweise nichts. Ich fühle mich im Moment sehr gut, was das Thema betrifft. Jedoch höre ich von außenstehenden, die natürlich das Thema nicht so kennen, ich soll eine Therapie machen. Die Aussagen kommen daher, weil die denken, da geht man hin und dann trinkt man nie wieder. Nur das hilft. Ich streube mich innerlich nur leicht darüber weil ich mich ja mehr als bewusst damit auseinander setze und alles bis ins Detail hinterfrage, analysiere und mir bewusst mache. Wenn ich dann sage, ich bin weiterhin trocken kommt sowas wie: aber das wird ja kippen ohne Therapie. Mich ärgert es auch so leicht, weil man mir meine Einstellung, meinen Willen und vorallem meine Überzeugung damit in Frage stellt.
Wie seht ihr das?