Beiträge von Angler

    Ich habe mal eine Frage an alle die das lesen. Und zwar möchte ich eure Meinung wissen.

    Als ich merkte, dass der Alkohol in meinem Leben großen Einzug nahm, ich das aber nicht wollte (ich mochte dieses Schwummrige nicht. Den Geschmack der ersten 2 Bier ja, danach war es aber eher ohne Verstand und Kontrolle), habe ich ja aufgehört und ein sehr gutes Leben geführt. Es gab nicht einen Tag, an dem ich es vermisste.

    Durch große Veränderungen in meinem Leben hielt es wieder Einzug. Ich hätte vielleicht auch gar nicht begonnen wenn ich nicht das Risiko eingegangen wäre bzw wüsste, dass es zum wirklichen Problem werden würde. Ist ja auch egal, ist passiert.

    Seitdem gehe ich zu Einzelgesprächen der Diakonie. Nachdem meine Beziehung jetzt zu Ende ist, habe ich 3 Sitzungwn gehabt, demnächste den Übergang zur Psychologin.

    Ich war auch mal beim blauen Kreuz in der SHG.

    Da gefiel mir aber nicht, dass man sich die Zeit nehmen muss, dort hin, um explizit über das Thema zu sprechen. An manchen Tagen hatte ich anderes vor, nicht dran gedacht und hab ich eher gezwungen. Danach dachte ich: oh weh, wenn du das alles hörst, da kannste ja echt noch froh sein.

    Im Moment gehe ich durch die Hölle und trotz alledem habe ich immer noch kein Verlangen oder ähnliches. ich würde sogar fast meinen, dass ich noch nie strukturierter und klarer das Leben bewerkstellige. Ich gehe mit den Gefühlen bewusst um und sortiere sie. Was ist real, was löst sich, was machst du damit?

    Egal was es auch ist, ich sehe nur eins: Alkohol bringt mich kein bisschen voran, bleib so klar und bewusst bei dir.


    Muss ich (müssen tut keiner) in der jetzigen Phase eine stationäre oder ambulante Therapie machen? Ist das für mich wirklich sinnig? Ich kenne Trigger und ich weiß auch, dass es zu nichts führt, egal wie heftig. Da der nächste Supermarkt 10 min mit dem Auto weg ist, ist allein die Hürde schon da, bewusst loszugehen. Im Haushalt gibt es logischerweise nichts. Ich fühle mich im Moment sehr gut, was das Thema betrifft. Jedoch höre ich von außenstehenden, die natürlich das Thema nicht so kennen, ich soll eine Therapie machen. Die Aussagen kommen daher, weil die denken, da geht man hin und dann trinkt man nie wieder. Nur das hilft. Ich streube mich innerlich nur leicht darüber weil ich mich ja mehr als bewusst damit auseinander setze und alles bis ins Detail hinterfrage, analysiere und mir bewusst mache. Wenn ich dann sage, ich bin weiterhin trocken kommt sowas wie: aber das wird ja kippen ohne Therapie. Mich ärgert es auch so leicht, weil man mir meine Einstellung, meinen Willen und vorallem meine Überzeugung damit in Frage stellt.

    Wie seht ihr das?

    Ich denke schon, dass vieles mit einer seelischen Unzufriedenheit zusammenhängt. Da das Gehirn sehr komplex ist, wird es nicht wirklich Auslöser geben. Irgendwer schrieb mal: eines Tages kommt der Punkt, da fliegt die Panzersicherung raus und die geht nie wieder rein. Da wird aus Genuss/ Feiertrinken eine Abhängigkeit bzw. ein ungesunder Konsum.

    Ich kann nur von mir sprechen, dass die Toleranz und das Verlangen- obwohl man es weiß- seelischer Natur ist. Mit sich selbst irgendwie unzufrieden obwohl alles eigentlich toll ist. Die Selbstverwirklichung des Menschen ist in unseren Genen. Das ist unser Überlebenswille.

    Ich sag es mal anders: wenn es dir kacke geht, wann nimmst du Heroin?

    Genau, weil du es nie versucht hast, die Auswirkungen durch Wissen erlent hast und es nicht versuchst.

    Bei Alkohol ist es anders. Er ist gesellschaftlich akzeptiert und es wird gefördert. Wäre er verboten, wären weniger abhängig.

    Ich glaube auch sehr, dass die meisten von uns da reingeraten sind weil der Alkohol das Wesen verändert hat. In vielen Fällen erstmal positiv (Partys, Feiern, Gesellschaft usw.) dieses Gefühl ist stark verankert. Wenn man auch dann lernt, dass es bei Stress hilft, ist man irgendwann drin.

    Die wenigstens sind nach ein paar Getränke abhängig, das ist ein Erlernen.

    Ich habe mal in der Suchtberatung gefragt, wieso so viele junge Menschen jedes Jahr nach Malle fliegen, sich zu kippen und im Alltag keine Probleme haben.

    Hatte ich auch nicht... Für MICH ist die Abhängigkeit auch mit dem Alter und dem Leben verbunden. Erfahrungen, Betrachtungsweisen usw. Man sieht halt alles anders als mit 16. Reflektierter und sachlicher, weniger aus dem Bauch raus. Und viele Sachen davon, die man früher nie hatte, muss man dann ertragen oder durchleben. Positiv und negativ. Und da dockt dann häufig der Alkohol an, der Gefühle und Gedanken beruhigt.

    Der Mensch nimmt immer Drogen um sein Bewusstsein zu verändern. Der Umgang mit Gefühlen ist für MICH das elementarste an der Alkoholabstinenz. Wenn man das aushält, sich durchkämpft und auseinandersetzt, kann man es schaffen. Der Konsum ist lediglich die Betäubung.

    Hallo und danke für das Feedback.

    Nein, die Unruhe kam, weil ich am liebsten in meine alte Wohnung zu meiner Ex wollte. Das war so nah und ich konnte an nichts anderes denken. Vor einem Jahr in der Reha wollte ich auch nur noch weg, das war das selbe Gefühl. Da habe ich mir den Tag dann ertragbar getrunken. Im Moment kommen alle Gefühle ungefiltert. Die Stresshormone sind extrem hoch. Ob das für mein weiteres Leben gut ist, weiß ich nicht. Ich lerne viel, auch mit dem Aushalten und damit umgehen. Der Alkohol ist da für mich keine Option mehr. Mir ist die Nachwirkung sehr bewusst, zudem es mich innerlich noch weiter zurück werden würde. Da ich wie gesagt froh bin, es nicht zu müssen, stört mich das bei anderen nicht. Ich weiß ja, wie es Ihnen heute Morgen ging. Das brauche ich nicht mehr. Ich verpasse da nichts. Und trinken bei Gelegenheit oder in Gesellschaft war für mich schon immer mehr Gruppenzwang als Genuss. Das einzige ist, wenn man zusammen was trinkt und feiert. Aber das war mit 20 der Fall, nicht mehr heute. Ich hatte meine Partys.

    Kater

    Ich konnte meine Wanderungen kaum machen, nur unter Schwitzen und keine Energie, der Schlaf war beschissen, ich hab geschnarcht und ausgedünstet, dass man nur so gestunken hat. Es war stinkender Durchfall, die Augen waren verquollen, das Gewicht rot... Sie Fotos wären erschreckend. Ich habe Sachen gesagt, die würde ich nüchtern nie sagen. Mein Verhalten war nicht lustig, es war peinlich und ekelhaft.

    Der Bauch wurde dicker, Unternehmungen ohne Interesse.. den Tag verplempert.

    Dafür soll ich trinken? Nein danke.

    Ich kenne ein nüchternes Leben, ich weiß wie gut sich das anfühlt, und wie es auch ist, wenn man irgendwann nicht mehr dran denkt und Trinken wie ein Fremdwort klingt. Das Nüchtern sein ist im Moment das Wichtigste, was ich machen kann. Damit steht und fällt alles. Ein Rückfall wäre wieder in dem Loch drin.

    Das Thema Selbstliebe stelle ich für mich mit dem Alkohol ganz nach oben, da ein Zusammenhang herrscht. Durch die fehlende Selbstakzeptanz, Schüchternheit und Introvertierheit löste der Alkohol diese Zweifel.

    Wenn ich diese Baustellen angehe, dann hat er auch keine Macht und ich brauche ihn dazu nicht. Das sind aber alles Prägungen von Jahrzehnten. Ich muss offener auf Menschen zugehen, keine Angst vor der Zukunft oder vor Gedanken anderer haben. Ich lebe für mich.

    Das heißt aber auch, ich muss aus meinem.Umfeld ausbrechen, neue Menschen kennenlernen. Meine Ex ist da eine gute Lehrmeisterin gewesen. Was sie zu viel hatte, hab ich zu wenig. Ich sorge mich um jede Kleinigkeit, statt alles lockerer zu sehen. Vorallem muss ich von meinen vielen Ansprüchen und Verpflichtungen weg, mehr das Leben als Hobby sehen und genießen, statt sich in materiellen Dingen zu flüchten.

    Ja, ich mache mein Glück von anderen abhängig, und wenn man viel allein ist oder sich einsam fühlt, erstickt das einen. Mich sich selber was anfangen können. Trotz meiner vielen Hobbys habe ich sowas wie eine Lebenslangeweile. Und die gepaart mit emotionaler Sehnsucht ist der Nährboden für Alkohol.

    Ich habe nie des Trinken Willens getrunken, es war immer wegen Situationen. Und diese Situationen haben Verknüpfungen geschaffen, die mich dann immer wieder dazu gebracht haben, zur Flasche zu greifen.

    Das habe ich jetzt erst alles gelernt... Vorher habe ich es unter: mir geht's nicht gut abgestempelt. Vorallem auch eine Abhängigkeit zur Partnerin, finanzielle Sorgen was mit die Abhängigkeit zu den Eltern einbrachte... Das fühlt sich alles so unmännlich und nicht erwachsen an, was ich sein sollte. Ich kam mir immer wie noch der kleine Junge vor, jedoch mit Erwachsenenprobleme.

    Denke, erst wenn ich meine Seelenmitte wirklich gefunden habe, weiß ich auch wer ich bin. Auch wenn ich nie dauerhaft getrunken habe, sind es aber die letzten 20 Jahre, wo Alkohol immer eine Rolle gespielt hat. Jetzt muss ich auch lernen, dass er nicht mehr zu mir gehört und ich mein Leben ohne ihn leben kann. Das Gehirn denkt zu viel, wie toll es war, was aber letztendlich nur ein Trick ist und nicht die Wahrheit.

    Vielen Dank. Das ist für mich im Moment noch die schlimmste Phase. Es geht mir körperlich sehr gut, und das ist der springende Punkt. Mal die Krankheit außen vor, aber man kennt ja auch das schönere Leben. Wieso ich all das gute mir selber damit kaputt gemacht habe, bei vollem Wissen. Immer wieder kommt: wieso nicht vor 6 Wochen?

    Gestern war es so heftig, dass ein totaler Zirkus im Kopf losging: ich will nicht trinken und habe kein Verlangen. Dann denke ich: zwing dich doch einfach dazu, jetzt was zu trinken. Ich dachte: hä? Was soll das denn jetzt? Ich will doch gar nicht.

    Bei mir ist es eben noch die emotionale Abhängigkeit an der anderen Person, die mir gerade alles so schwer macht. Wäre ich unabhängig, wäre ich glaube ich gerade einer der glücklichsten Menschen.

    Und das bewirkt diese enormen Schuldgefühle.


    Ich Versuche langsam wieder mal unter Leute zu kommen... Außer Sport. Gestern war ich zum Kartenspiel bei meinem besten Kumpel. Die trinken alle Recht viel Bier. Das triggert mich aber nicht, da ich durch meinen Sport und die Medikamente sehr viel Durst habe, nur Wasser trinke. Das einzige was den Durst löscht. Statt mich auf das Spielen zu freuen uns Spaß zu haben, wollte ich nach 3 Stunden dringend weg. Diese innere Unruhe überkam mich. Es lag aber auch daran, dass das meine alte Heimat war und meine Ex in der Nähe wohnt.

    Ich freue mich auf meine Therapeutinnen diese Woche, um wieder klarer sehen zu können. Durchlebe gerade die Phase in der ich alles Negative ausblenden und nur die tolle gemeinsame Zeit in den Fokus rücke. Das klingt jetzt wirklich blöd, aber mein Gehirn sendet die ganze Zeit diese Gedanken, ohne, dass ich sie verdrängen kann.

    Heute war wieder so ein 08/15 Tag.

    Hauptsache er geht rum. Der Sport wird flüssiger, es tut nichts weh und ich kann die Gewichte langsam steigern. Einige Muskelgruppen sind schon fester, das Memory-Gedächtnis funktioniert. Seelisch komme ich an meine Grenzen. Die Stimmung ist im Keller.zu viel Anspannung und es kommt mir vor, als wenn ich nicht vorankomme. Habe etwas gewerkelt, damit ich mal etwas Erfolg sehe.

    Alkohol ist weiterhin kein Thema. Keine Gedanken, kein Craving.. es gibt ihn zwar, aber er hat keine Anziehung. Was nur seit Tagen stark zunimmt, sind Selbsthass und Scham. Vorallem aber der Umgang mit der Vergangenheit, der nassen Zeiten bzw. deren Auswirkungen. Wie geht ihr damit um? Sollte man das irgendwann mal weg packen und sagen, es geht jetzt nach vorn, das ändert sich eh nicht mehr? Wieso schäme ich mich so dafür? Andere Menschen machen peinliche Sachen, verhalten sich richtig dämlich und machen weiter, alswenn nichts wäre. Niemand den ich ab jetzt je treffe, kennt meine Vergangenheit, meine Probleme und was mir vorallem im Kopf rumschwirrt. Ich habe nur immer das Gefühl, jeder kann in den Kopf gucken und alles lesen. Ich könnte ja alle Zelte abbrechen und ein ganz neues Leben starten. Aber ich hänge immer noch in der Vergangenheit fest.

    Was ich genieße, sind die klaren Gedanken, das Aufstehen. Keine Übelkeit. Keine Angst beim Autofahren uns ich merke mir erstaunlich viele Sachen, bis hin zu welchem Tag wer was gesagt hat. Das sind echt geile Momente, die mich beflügeln, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


    LG

    Alex, genau das ist ja der Irrsinn. Das ist eine toxische Beziehung. Wenn sie mich wirklich von ganzem Herzen genauso geliebt hätte, würde sie niemals sowas machen. Das ist ihr eigenes Leben ohne Kompromisse weiter führen und der andere muss mitmachen. Für seine Schwächen ist er selbst verantwortlich. Wenn er nicht stark ist, Pech gehabt.

    Wenn ich noch ein Quäntchen Selbstachtung hätte, müsste ich jetzt wirklich froh sein, frei zu sein.

    Ich habe mein Leben nüchtern betrachtet (haha) eigentlich im Moment mehr als im Griff. Das ist eine Meisterleistung da sich frei zu schwimmen. Es sind aber immer noch die Verlustängste und die Einsamkeit, fehlende Nähe. Selbst das Einreden der negativen Aspekte ändern es nicht. Da ich aber noch 12 Wochen ohne eige Wohnung bin, ergibt sich derzeit auch nicht die Sache neue Frauen kennenzulernen.

    A) es wäre eine gute Ablenkung und würde mir zeigen, dass ich doch noch ein Mensch bin

    B) es aber keine gute Idee ist, solange ich in mir nicht aufräume

    C) ich die Gewissheit wieder haben möchte, nicht ein paar Tage oder Wochen, sondern mehrere Monate nicht mehr getrunken zu haben. Das der Alltag eine 100%ige Festigung ohne Alkohol darstellt.


    Die innen Anspannungen kommen gerade sehr stark hoch, mehr als in den letzten Wochen. Das sind die gleichen Gefühle, wie als wenn ich getrunken habe. Ich halte es im Moment sehr gut aus, auch wenn es mir kein Lächeln auf die Lippen bringt.

    Ein Verlangen habe ich immer noch nicht, demnächst ist der erste Monat rum.

    Der Sport gibt mir körperlichen Halt. Durch das Auspowern kommen nicht mal Gelüste hoch, außer auf Wasser.

    Für Alkoholiker sehr gefährlich, ich weiß:

    Dadurch, dass ich ausschließlich Bier getrunken habe, nie Spirituosen oder Wein, ist der Geschmack und die Verknüpfung immer mit Bier verbunden. Der Irrsinn ist jedoch auch, dass mir Bier nie wirklich geschmeckt hat, solange ich es nicht regelmäßig getrunken habe. Bei dem Gedanken daran oder den Geruch habe ich derzeit zum Glück noch heftige Abneigungen. Die Wirkung und das sofortige Runterfahren verdränge ich eben.. ne anders: ich überspringe es. Ich denke an die 12 Stunden danach, wenn ich verkatert aufgewacht bin.

    Das hilft mir bei dem bewussten Umgang damit. Ich habe auch gelernt, dass jeder Mensch der eine Sucht hat anders umgeht. Es gibt nicht nur einen Weg. Entscheidend ist, dass es zum selben Erfolg führt: heute nichts getrunken zu haben.

    Uns jeder dieser Tage hilft mir ein kleines Stück wieder zu mir selbst. Den Scherbenhaufen hinter mir zu lassen und gut weiter zu machen. Ich bin für mein Leben verantwortlich, niemand anderes. Ich kann jeden Tag bestimmen ob ich glücklich leben will oder mich dem einfachen Weg hingeben, der mich zerstört (einfach nicht wörtlich nehmen, weil das einfache ist für mich nicht zu trinken). Ich trage keinen Kampf mit mir aus. Ich genieße es förmlich nicht mehr zu müssen

    Danke euch erstmal.

    Ja, ich finde mein Leben nicht so besonders. Es ist eingefahren, langweilig und ohne große Freude.

    Ich mache vieles an anderen Menschen abhängig, vorallem an Frauen/ Freundin.

    Meine letzte Beziehung (2,5 Jahre) war eigentlich perfekt. Selbe Interessen und was der eine nicht konnte, hat der andere wett gemacht.

    Als wir uns kennenlernen war ich über 2 Jahre abstinent und hatte das Thema Alkohol für mich begraben. Innerhalb der Beziehung gab es seelische Einsamkeit und durch die fremde Umgebung auch keinen Fluchtweg oder Freunde. Alkohol hielt wieder Einzug. Unregelmäßig aber als Betäubung. Das führte zu Reibereien. Diese Ursache, weshalb ich es als Seelentröster brauchte war mir klar. Ist er auch bis heute. Ich habe immer wieder dann versucht es zu lassen, immer wieder rückfällig geworden. Der Druck wurde auch immer größer weil ich schon merkte, das ist in Gefahr.

    Ich liebe diese Frau sogar mehr als meine Tochter, die ich vergötter. Es gab immer wieder Tage an denen ich so enttäuscht war, wir führten wochenlang manchmal wie eine Freundschaft. Sie war müde, sie musste arbeiten, sie war weg usw. Das führte mich wieder in den Rückzug.

    Am Ende war ich betrunken als Schluss war.

    Dieser Punkt zerreißt mich innerlich. Ich weiß, es geht nicht zurück, ich bekomme diesen Gedanken aber nicht mehr raus.

    Ein normaler Mensch betrinkt sich nicht aus Frust. Ich hätte gerne auch die Nüchternheit gehabt. Für sie wäre es dann wahrscheinlich keine Trennung. Einen Alki will aber niemand, weil es auch alle mitbekommen haben.

    Die jetzige Abstinenz geht sehr gut. Also gibt es einen Zusammenhang mit der Beziehung. Auf der anderen Seite bin ich jetzt trauriger und seelisch leerer als in der Beziehung.

    Wenn der Alkohol über die Zeit nicht gewesen wäre, ich wäre nervlich vielleicht stabiler. Auch meinen Arsch mal hochbekommen und den Job wechseln sollen. Scheiß auf die finanziellen Sorgen die wir hatten, aber ich hätte eine tolle Freundin, die für mich die absolute Perfektion ist.

    Demzufolge sehe ich die Ursache und die Entwicklung an meinem Fehlverhalten, was den Alkohol betrifft.

    Man muss aber auch sagen, dass sie nach meiner Einer Lieferung in die Notaufnahme mit über 4 Promille danach meinte, die Ursache liegt an meinen erdrückenden Eltern und ich habe kein Alkoholproblem wegen dem Alkohol, sondern durch seelische Probleme. Sie bekommt das mit mir hin. Ich dürfte auch mit ihr mal ein Bier trinken. Im Restaurant hat sie mir den Ouzo unter die Nase gehalten, wie toll der riecht. Also sie sieht das Thema Recht locker. Natürlich habe ich nicht getrunken, weil ich auch nicht wollte.

    Sie möchte halt gern einen Freund, mit dem sie sich auf ner Party betrinken kann, der aber sonst nichts trinkt. Das geht bei mir jedoch nicht, ohne dass ich Gefahr laufen, in dem Kreislauf wieder zu landen. Dazu bin ich innerlich nicht aufgeräumt. Das fand die Therapeutin übrigens unverantwortlich, ob sie wirklich mich lieben würde, wenn sie sowas macht. Sie hat auch immer gesagt, dass sie hin und wieder ihren Wein trinken wird und das nicht wegen mir unterlässt. Das hat mir auch nichts ausgemacht.

    Und da ich darüber seit 5 Wochen ununterbrochen nachdenke komme ich immer wieder zu folgendem Urteil:

    Das Verhalten der anderen Person ist egal. Ich werde immer was finden, was mich in Klammern, Angst, Unsicherheit und Verlustängste führt. Der Alkohol wird so oder so wieder ein Thema werden können. Ich bin jetzt abstinent, genauso wie damals. Der Alkohol hat mich innerlich einsam gemacht und ich glaube ich habe in einem normalen Verhalten gleich Beziehungsprobleme gesehen. Vorallem aber den Druck mit Stimmungsschwankungen, gezicke nicht aushalten können. Also was eigentlich in jeder Ehe vorkommt.

    Weißt du wie man sich fühlt, wenn man weiß oder denkt, dass man für sein Elend selber verantwortlich ist und es nicht mehr ändern kann? Man hatte so viele Chancen und hat sie nicht genutzt.


    Das ist mein Kopf.

    Außenstehende sehen es zum Großteil völlig anders und haben nur drauf gewartet. Wie haben nicht zusammen gepasst sagen sie. Ein dominanter Part und ein emotionaler Mann.

    Ich hatte damals mit dem Alkohol aufgehört weil er mir nicht gut tat und ich es zuviel empfand. Jetzt habe ich aufgehört weil er mir mein Leben erneut kaputt gemacht hat. Das sind die einzigen und wichtigsten Gedanken wenn ich jemals wieder dran denken sollte, ein Bier an die Lippen zu führen.

    Vielleicht war es gut, wie es gekommen ist, um endgültig sich bewusst zu machen was es anrichtet. Es wird aber immer die größte Liebe meines Lebens bleiben und sowas gibt es kein 2. Mal

    Mit Austausch meine ich den Beziehungskram.

    Mit dem Alkohol habe ich derzeit wirklich so gut wie gar keinen Kraft. Will davon ehrlich gesagt meine Ruhe. Ich trinke nicht, denke nicht dran, hab keine Zeit dafür.

    Zudem ich auch in ihm den einzigen Übeltäter sehe, der mir alles kaputt gemacht hat.

    Jedesmal wenn ich getrunken habe war es kein schönes Gefühl mehr. Es war das Erkennen, dass ich an mir selbst gescheitert bin und mich jedesmal nach dem Warum fragte. Natürlich gab es immer einen Grund weshalb. Unterm Strich habe ich mich aber doppelt bestraft. Verletzt, einsam, traurig und wieder zuviel getrunken.

    Jedesmal wenn ich das Gefühl habe, ich bin auf der Welt aber ich kann mich nicht entfalten wie ich will. Das ist reiner Rückzug in den Kokon, den ich kannte und der es betäubt hat. Innere Anspannung.

    In Zeiten ohne Alkohol weiß ich aber auch, dass diese Anspannung nicht so heftig war, weil die Nerven besser arbeiten.

    Auch habe ich gelernt, dass ich gewisse Abhängigkeiten nicht ab kann. Wenn ich nicht selbstständig bin, bricht mein Selbstvertrauen. Ich ertrage selbst die nettesten Menschen nicht, will flüchten und nur für mich sein. Es erdrückt mich . Gleichzeitig kann ich nicht allein sein. Eine Partnerin ist für mich immer wichtig. Ich habe nicht dieses Glücklicher-Singel-Leben. Das war noch nie meins.

    Ich würde das auch als Teufelskreis bezeichnen. Die einzige Ausnahme ist der Verzicht auf Alkohol im Ganzen. Der Rest ist machbar oder es ist einfach so. Aber ich kann das Bier steuern.

    Da ich körperlich auch Ziele vorhabe, die mir ja sehr gut tun, entfällt der Alkohol sowieso. Ich weiß nicht mal ob ich es mir oder anderen beweisen muss, dass es auch ohne geht. Für mich ist das ein Punkt, den ich in eine Schublade stecke und diese fest verschließe, dass sie schön da drin bleibt.

    Ich bin einfach nur noch vom Leben müde und kraftlos. Die Energie ist derzeit völlig weg. Die Selbstverletzung und die Schuld überwiegen alles. Neurobiologisch wird das auch Monate noch dauern, bis die Gehirnnerven neue Verknüpfungen gebildet haben. Und dann will ich trainiert, nüchtern, glücklich und selbstbewusster in ein neues Leben starten.

    Ich weiß ja, dafür, dass vor 5 Wochen alles zu Bruch ging, habe ich schon sehr viel erreicht:

    Kein Alkohol mehr

    Eigene Wohnung

    Finanziell wieder auf dem guten Weg

    Mit Sport wieder angefangen

    Umzug bzw. Auszug erledigt

    Therapeutin gefunden


    Die Zeichen stehen wirklich auf Zukunft und Bergauf. Auch gesundheitlich ist alles super. Meine Darmspiegelung war ohne Befund (hatte vor 4 Jahren Darmkrebs den ich überlebt habe)

    Sie Liebe zu einem Menschen stellt jedoch alles in den Schatten. War heute viel unterwegs, an alten Orten und hab ihr Auto gesehen.

    Selbst da nur leichter Puls, kein Craving. Nicht mal die Option für zu Hause.

    Ich schalte auch im Bruchteil einer Sekunde bei sowas auf Geiz, dass ich kein Geld für Gift mehr ausgeben werde.

    Ich sag ja, meine größte Baustelle kommt mir grad wie die Kleinste vor.

    Meine Hoffnung ist der Wendepunkt und dann habe ich wenigstens kein akutes Alkoholproblem, weil ich das genauso wie meine Seele von Grund auf aufgearbeitet habe.

    Aber dazu brauche ich einen Fachmann/Frau. Das geht nicht mit Austausch und Reden, oder von Freunden gut Zureden.

    Hey, also ich hab immer wieder im meinem Leben gedacht, schon wieder Bier.

    Partys, nach dem Sport mit den Jungs, am Wochenende beim Fußball usw.

    Dann der Feierabendschoppen.

    Im Urlaub mit der Familie dann gar nichts, weil wir waren wandern und da muss man ja fit sein. Da waren die Prioritäten immer andere.

    2022 hab ich allein gewohnt und ohne Meckern und Kontrolle ist das natürlich angenehm, aber kann gefährlich werden. Da bekam ich Angst, dass ich es irgendwann nicht mehr ohne kann und Leberzirrhose bekomme. Dann hab ich aufgehört. Ziel war nicht für immer, aber erstmal für ne Zeit. Und das war so toll, dass dann erst ein, dann zwei bis zu drei Jahren wurde. Ein Jahr davon war die Beziehung toll, dann kamen Einsamkeit, lange Weile, Liebesfrust usw. dass ich wieder anfing.

    Wie gesagt in guten Zeiten dann wieder nicht, weil war ja nix zum Kompensieren.

    Jetzt nach der Trennung und Ortswechsel kommt es für mich auch nicht in Frage weil ich wieder Sport machen, mein altes Ich zurück will und die Depressionen mich runterziehen. Da der Alkohol zwar kurz wirkt, am nächsten Tag wieder alles doppelt so schlimm ist, hab ich es einfach wieder gelassen.

    Da aber das Thema mit dem Bier immer wieder hochkam und es für sie auch der springende Punkt (für mich als Reaktion auf Verhaltensweisen und Einsamkeit) war, habe ich mir das schon zu Herzen genommen. Keiner will nen Besoffenen als Freund.

    Und ich mich selber ja auch nicht, weil ich mich dann selber eklig finde.


    Ich habe aber nie getrunken wenn ich was vorhatte, zur Arbeit musste, beruflich usw.

    Eigentlich war das Thema Alkohol eher in der Beziehung ein Thema, meist am Ende wenn irgendwas nicht passte. Für mich vorallem fehlende Körperliche Nähe und eher fehlende Wertschätzung als Mensch, so nach dem Motto: der ist ja eh da, egal was ich mache.

    Meine Frauen sind meist alle dominanter als ich gewesen. Das war auch gut, weil ich bei Entscheidungen nicht immer aus dem Bauch heraus entscheide.

    Vorallem auch kann ich nicht allein sein, also ohne Partnerin. Dann kommt Angst hoch, ich finde nie jemanden oder auch hat es nie so gefunkt. Und diese Abende allein mit dem Bier vor dem TV haben mich dann am Ende genervt, weil die Frau klingelt ja nicht an der Tür und angetrunken funktioniert eh nichts. Das hin und her überlegen, hast du heute schon was? War gestern was passiert? Usw hatte ich irgendwann auch satt. Seitdem haben der Scham und die Selbstzweifel schlagartig aufgehört.

    Es gab in der nüchternen Phase nicht einen Punkt, der negativ war. In Alkoholzeiten kaum ein positiver. Ich sehe es bis heute nicht als Verzicht, da ich keine 20 mehr bin und was verpassen würde. Für mich ist es eine Befreiung. Ich rauche auch seit 5 Jahren nicht mehr und Trauer dem ja auch nicht hinterher.

    Ich sehe meine Zukunft eher schwierig weil ich mich ja als Mann in einer Beziehung nicht wirklich umpole. Wenn ich wen liebe mache ich alles für sie. In dem Fall war der Ortswechsel und das Abschalter der eignen Interessen ein Problem.

    Uns ich kann beim Kennenlernen auch nicht erkennen, welchen Charakter die Person hat, das kam erst im Laufe der Zeit. Dachte das umgarnen, ständig Nachrichten und Aufmerksamkeit bleibt... Dass das über Tage dann einschläft und sie nicht mal an mich dachte, ich jede Sekunde, hat mich dann verletzt.

    Medizinisch bin ich Alkoholiker weil der Alkohol eine Bedeutung für gewisse Situationen ist/war, die Nichttrinker ja nicht zum Alkohol greifen lassen. Der Grad der Abhängigkeit und das Verlangen, das sehe ich tatsächlich als sehr schleierhaft. Ich habe nie des Trinken Willens getrunken, sondern nur in Situationen mit seelischer Angespanntheit und Traurigkeit.

    Auch als ich von ihrer Seite aus "durfte", habe ich es nicht gemacht und kein Verlangen gehabt.

    Ist die Welt in Ordnung, geht es mir gut. Aber wehe sie wackelt.

    Und gerade jetzt erlebe ich mit 40 Jahren die Hölle auf Erden. Da ich weiterhin nichts trinke muss es mir immer eine Warnung bleiben, dass es mit Alkohol nie besser wird und ich jetzt alles nüchtern verarbeiten muss.

    Psychologisch soll es mir für das weitere Leben Kraft, Wissen uns Selbstbewusstsein geben, wenn diese Phase überstanden ist. Dass ich eben nicht wieder Fehler mache sondern bewusster mich mit Situationen auseinandersetze.

    Ich sollte auch langsam mal lernen, mehr für mich zu leben, ein Gedanke der mit seit der Kindheit ausgetrichtert wurde.

    Stattdessen Sparsamkeit, für andere da sein, eigene Interessen hinten anstellen, immer freundlich und hilfsbereit.

    Leider ist das Leben anders. Ich werde zwar immer gemocht, habe aber nie gelernt eigene Gefühle und Interessen durchzusetzen.

    Immer nur für andere funktioniert.

    Guten Morgen,

    es läuft weiterhin gut und ich denke an alles, aber nicht an Alkohol. Es ist so wie früher. Ich beschäftige mich mit dem Alltag und wende da meine Energie auf.

    Allerdings zermürbe ich mich innerlich selbst.

    Ich sehe das Beziehungsende ausschließlich bei mir in der Schuld, weil Alkohol dazu geführt hat, dass es zu Ende ist.

    Die tollste Frau im Leben ist weg, meine Nähe und die Liebe zu ihr. Das bringt mich fast um. Die Nächte sind am schlimmsten.

    Meine Therapeutin meinte, Alkohol ist nur eine Reaktion auf die Beziehung gewesen, da es in mir viel Unsicherheit und Angst vor Verlusten gelindert hat. Mein abstinentes Leben davor zeigt, dass ich keinen Alkohol für Probleme brauchte, es im Beziehungsverlauf dazu kam. Fehlende Selbstachtung und Fixierung auf den Partner mit der Hoffnung auf Gegenliebe.

    Das wäre ungesund und letztendlich alles eine schwere Basis.

    Wie geht ihr mit so etwas um? Ich suche die Schuld allein bei mir. Ich hätte mir Hilfe suchen sollen, ich hätte es doch lassen können. Jetzt geht es ja auch. Bei dem Gedanken, das Bier hat es nur zerstört, könne ich nur schreien, so eine Wut habe ich. So gern würde ich sie Zeit zurückdrehen und schauen, ob es dann besser wäre.

    Leider bringt es mir nichts zu hören: lern drauß und mach es besser.

    Der Stellenwert und der Nutzen des Alkohol macht mir solche Sorgen. Wieso ich getrunken habe bzw wieso ich trank wenn ich mit den Gefühlen am Ende war. Ich blende die vielen negativen Ereignisse aus, sehe nur das positive. Wäre es besser geworden, wäre ich glücklicher oder hätte ich nüchtern selbst das Ende der Beziehung gesehen?

    Meine Baustellen sind derzeit viele auf einmal, dass meine Nerven total überfordert sind:

    Beziehungsende

    Alkoholverzicht

    Antidepressiva

    Therapie

    Sport als Ausgleich

    Keine eigene Wohnung

    Job der frustriert

    Antriebslosigkeit


    Es reden mir auch fast alle ein, dass ich ja vorher ein fröhlicher Mensch war und im Laufe der Zeit gebrochen wurde. Alkohol als Reaktionsmittel genutzt habe, weil es immer Phasenweise ist. Ich aber nie gegen sie angekommen wäre, mich mehr und mehr aufgegeben habe, verbogen und angepasst, bis es für sie langweilig wurde.

    Dieser Scham und Selbsthass sind aktuell wirklich sehr heftig. Weil ich die Verantwortung allein trage. Und trotzdem greife ich nicht wieder zum Alkohol, weil ich ihn wirklich nicht mehr brauche und möchte.

    Eine solche Erschöpfung und Lustlosigkeit auf das Leben hatte ich noch nie und es macht mich so traurig, obwohl ich derzeit alles gut steuern kann und es nur positives gibt.

    Ich gehe langsam offener mit meiner Situation um. Das Herz gehört noch immer der Person. Wahr haben will ich es leider wirklich noch nicht. Ihre Nähe fehlt mir.


    Dann denke ich aber daran, dass sie mich abends immer rausgeworfen hat, weil ich Schnarchen würde, obwohl ich noch wach war.

    Das ermutigt mich wieder in meinem Sport, noch mehr Gewicht zu verlieren, Muskeln aufzubauen und gesund zu leben.

    Mein Gesicht sieht mittlerweile wieder normaler aus, wenn es mir auch noch nicht gefälllt.

    Heute habe ich wieder eine Nachricht bekommen, die meinen Puls locker auf 160 gebracht hat. Ihr neuer Freund war da.... Ich bekomme die Infos, weil ich mit den Nachbarn bis heute ein total gutes Verhältnis habe.

    Und jetzt kam für mich was besonderes, was mich selbst erstaunt hat: ich dachte: ich muss sofort in den Sport, ab reagieren. Erst ca 1 min später kam der Gedanke: du willst ja gar kein Bier. Ich hatte sogar Durst aber wollte lieber ein Isostar. Beim Biergeschmack-Gedanke ekelte es mich.

    Auch wenn ich im Moment nichts trinke und auch kein Verlangen habe, war das ein wirklich besonderes Zeichen für mich. Es war nicht erzwungen oder Zurückhaltung. Es war gar nicht im Kopf sofort drin. Erst als ich mich mit meinem Problem beschäftigt habe, kam Alkohol in die Gedanken und auch nur, weil ich in solchen Phasen black Outs hatte und getrunken habe.

    Ich weiß gar nicht, welcher Tag heute ist, aber er ist wieder vorbei, ohne, dass ich irgendwie kämpfen müsste oder es mir schwer fiel.

    Eine riesen Last auf meinen Schultern ist weg.

    Es ist nicht der 1. Tag oder der 2. Es sind schon so viele und von Tag zu Tag wird es ja noch besser! Die Veränderungen kommen ja alle noch. Am meisten freue ich mich auf die Wesensveränderung, Dinge lockerer zu sehen, nicht als Hürde oder unbezwingbar. Mein Lachen kommt bald wieder. Und zwar das vom Herzen und nicht ein erzwungen es.

    Manchmal hab ich so ein Gefühl, alswenn meine Seele so langsam in die sterbliche Hülle zurückkehrt. Das ich langsam wieder spüre, wer ich eigentlich bin.

    Die Antidepressiva wirken wie Alkohol. Man wacht morgens auf, der Mund ist trocken, Kopfschmerzen, Müdigkeit und antriebslos. Am liebsten liegenbleiben.

    Da ich aber weiß, dass es nicht der Alkohol ist, spüre ich jetzt mit klarem Kopf, was der immer mit mir gemacht hat.

    Ich bin jetzt 40, ich habe meine Partys gefeiert, ich sehe darin keinen Verzicht oder Traurigkeit, weil andere es ja machen. Aktuell sehe ich nur Dankbarkeit, es nicht mehr zu müssen, dass ich mich nicht selber bestrafen muss.

    Die Gefühle sind natürlich durcheinander, damit umzugehen ist wichtig. Es gibt für mich nur zwei Wege: wieder trinken, jammern, alles zerstören und es wird schlechter, oder es sein lassen und alles wird anders (nicht unbedingt besser) aber es geht voran.


    Irgendwann will ich ja auch mal wieder wen Kennenlernen und zwar nicht, wenn ich gerade mal 3 Tage nichts getrunken habe.

    Mein Ziel für die nächsten Monate ist die Persönlichkeitswiederherstellung. Die hat ganz klar unter dem Alkohol gelitten. Egal ob täglich oder quartalsmäßig, ich merke es, dass ich mich verändert habe. Und dazu darf es nie wieder Alkohol geben.

    Ich melde mich nur ab und an, im Moment denke ich gar nicht an mein Problem.

    Die Woche war bisher sehr durchwachsen.

    Ich habe immer noch totale Verlustängste und trauer Uhr hinterher.

    Heute hat sie sich gemeldet, weil noch was zu regeln war. Sie hat meine Sprachnachricht, als ich angetrunken war allen Leuten gezeigt, ich wäre ein Psycho und würde keine Hilfe annehmen wollen. So eine schlechte Laune und Aggression ist schon heftig. Jedem dem ich das gezeigt habe hat mich unterstützt, dass es ohne sie besser ist. Und ich Idiot wünsche sie mir einfach nur zurück.

    Ich lag abends im Bett und sagte mir: Schluss jetzt, jetzt kommst du! Gesagt getan, ich bin wieder im Fitnessstudio gelandet. 2 Jahre war ich nicht mehr da. Da war wieder dieser Wow Moment. Sport, gutes Gefühl und Happy. Bei jedem Satz dachte ich an damals, als ich nüchtern war, es mir gut ging. Freiheit und Selbstliebe. Alswenn ich gerade auf dem richtigen Weg bin. Und das tolle: ich hab das entschieden, ich Steuer es. Ich kann es so machen. Total einfach eigentlich, oder?

    Wieder ein Tag auf dem Kalender mehr .. wobei ich nicht mehr zähle. Ich will mich nicht den ganzen Tag damit beschäftigen, wenn ich weder dran denke oder Craving hätte. Bis jetzt kam noch gar nichts. Teu teu teu.


    Hatte die Woche auch Therapiesitzung und das war auch gut. Wir sind so verblieben, dass ich noch einmal hingehe und dann zum Psychologen. Hauptursache ist fehlendes Selbstvertrauen und Zweifel. Also genau das, was ich selber immer gesehen habe. Und das wäre dann so schön, wenn ich wieder sage: och Guck mal, wieder ein Jahr, gar nicht gemerkt.

    Gut, so war es bei mir ja auch. Ich weiß sogar, dass ich wusste, es kann in die Hose gehen, aber mir war es egal. Ich wollte in diesen Situationen einfach nur weg. Das liegt einfach an meinem mangelnden Selbstbewusstsein. Der Alkohol ist eine Hilfskrücke, die mich "stark" gemacht hat.

    Der Schwachsinn ist ja, dass dann das hervor kam, was eigentlich in mir steckte. Und das will ich auch leben, nur ohne Hilfsmittel. Aber da hilft nur professionelle Hilfe, das kann ich nicht allein und schon gar nicht übers Internet.

    Denke auch, jeder muss das mit sich selber ausmachen, solang man nüchtern bleibt und gut lebt. Für mich ist es wieder eine Befreiung, da ich im Kopf weiß, dass der schwerste Schritt: Das Beginnen - erfolgt ist. Ich bin wieder im Spiel und muss nicht erst starten. Seit ein paar Wochen habe ich die Möglichkeit bekommen weiter zu machen. Tag für Tag. Es liegt jetzt nur an mir. Ich bin eigentlich frei, kann alles machen was ich will und mir vornehme. Es hindert mich gar nichts, außer die alltäglichen Verpflichtungen. Diese Freiheit und das Glück muss aber auch erstmal im Herzen ankommen. Solange Liebeskummer obendrauf kommt, ist das ne Doppelbelastung. Ansonsten wär ich schon wieder im Fitnessstudio und würde mich auspowern.

    Und vorallem alles hintermir lassen, vorallem die Scham und Selbstzweifel

    Nein. Das ist es nicht. Denn:

    Du hältst mit diesen Aktionen Deine Suchtstimme am Leben. Es geht darum Dein Leben neu zu gestalten.

    Und gerade erst recht, wenn Du 6 Monate rum hättest, würdest Du erkennen, dass der Ort dort nichts mehr für Dich ist. Weil Du noch besser erkennen würdest was Deinem Denken und Deiner Gefühlswelt schadet.

    Es gibt viele andere Möglichkeiten zum Einkaufen. Das ist mein Rat.

    Naja also ich werde sicher kein Einkaufen meiden. also so krass ist es jetzt nicht, dass ich gleich an Alkohol denke oder Verlangen bekomme. Mir ist das schon bewusst, was er mit mir gemacht hat. Für mich Klammer ich das eher aus, dass es mich nicht interessiert. Unterm Strich ist das ja eine Kopfsachen bzw. Einstellung.

    Wenn ich mich zwingen müsste oder sage, ich DARF nicht, dann wird das ja nie was. Ich bin gerade froh, dass nach vielen Stolpersteinen ich eben nicht dran denke oder kein Verlangen habe.

    Entscheidend ist halt einfach, egal wie, nix zu kaufen. Und das kann ich ja nur selber entscheiden. Ich hoffe einfach, dass es wieder wird. Im Moment ist halt Tag für Tag nur mein Ziel, und am schönsten, wenn ich mich nicht die ganze Zeit mit dem Thema beschäftigen muss

    Um das kurz zu beenden: die Dame hat ein sehr großes Selbstbewusstsein und stellt ihre Ansprüche über die der anderen. Es ist weniger ein herzlicher Umgang als mehr ein miteinander. Anfangs war es ein umgarnen, genauso wenn sie Lust hat. Ist es nicht so, spielt es keine Rolle ob man da ist oder weg. Sie hat nie gesagt, ich vermisse dich.

    Ich kämpfe immer noch mit den Gedanken, meist ist es sehr phasenweise. Es gibt Stunden da fühle ich mich frei, habe wieder Ziele, wenn auch weit weg, aber eine innere Ruhe die einkehrt.

    Dann folgen Stunden die zum zerreißen sind. Angst, Panik, Liebeskummer, Selbsthass, heftige Stimmungsschwankungen.


    Ich weiß nicht, ob es gerade die Biochemie ist, die durch den fehlenden Alkohol durcheinander gerät, oder die Antidepressiva.

    Am schlimmsten ist die Arbeit, was eine totale Folter ist. Weder Ablenkung noch Freude.


    Als ich heute Abend meine Tochter abgeholt habe bin ich die alte Strecke gefahren, die ich 2 Jahre nicht mehr gefahren bin. Damals zu trockenen Zeiten.

    Mir kam ein Gefühl hoch, wie in einer Glocke voller Nebel zu sein. Kennt ihr die Truman Show? Alswenn ich sehe, dass es eine Welt dahinter gibt. Ich habe sie durch den wiederkehrenden Alkohol weggetrunken, das Leben ertragbar gemacht.

    Innerlich kam sowas wie ein sprudelndes Kribbeln hoch- das Nüchternsein ging mir gerade nicht schnell genug. Ich hätte gern 3...4.. ach was 6 Monate schon gern hintermir.

    Ich dachte an meinen Bauch der wieder weg ist, das Gesicht wieder markanter und nicht so rot vom Blutdruck. Vorallem aber die Entspanntheit ohne, dass mich Dinge gleich auf 180 bringen.

    Ich war auch in dem Getränkemarkt wo ich über viele Jahre eingekauft habe. Gedanken vom Bierkaufen mit dem Fahrrad, von alkohlfreien Getränken bis hin zu einem Kotzreiß bei dem Gedanken an Bier.

    Für mich ist das im Moment sehr gut und hilfreich, da durch den seelischen Schaden und das Bewusstsein, WEM ich das zu verdanken habe, eine Art Hass entstanden ist.

    Leider grübel ich dann und popel in meinem gesamten Leben rum. Von der Jugend, von Partys usw. Ich lasse es nicht hintermir, ich nehme es gerade alles mit. Den falsch abgebogenen Weg werde ich nicht finden, der ist zu weit in der Vergangenheit. Aber die Gedanken helfen mir, kurz inne zu halten und sich zu sagen: das Bier hat dich benutzt. Es war kein Freund, er hat sich dahin gebracht wo du jetzt bist und nicht sein willst. Du kannst es nicht ändern, du kannst jetzt nur deinen Weg allein gehen, ohne ihn. Es gab natürlich schöne Zeiten aber die letzten vielen Jahre waren es zerstörerische, die alle Menschen von dir entfernt hat an denen du hingst. Du hattest es selbst in der Hand. Und das der Weg vielleicht nicht ganz einfach wird aber eins wird er: besser, alles andere ist der Weg ist den Abgrund.

    Das hatte ich nach der langen Pause jetzt nicht.

    Als ich damals aufhörte, das war in Corona, erwischte ich mich morgens schon mit einem Bier - vor dem Frühstück und das ballerte natürlich. So startete der Arbeitstag locker, bis um 10 Uhr die ersten Tippfehler kamen. Da war mir dann auch klar, dass das nicht mehr normal ist und alles andere als gesund.

    Ich hatte auch nie Vorräte zu Hause, habe immer unterwegs getrunken und bevor ich zu Hause war, alles entsorgt. Das lag aber an den Verstecken und ich wollte nicht auffliegen.

    Da bis zum Aufhören 2022 ich eher ein Alltagstrinker war, war ich ab 2024 eher der Quartalstrinker, jedoch mit höheren Mengen.

    Ich habe auch selten über Tage getrunken, da ich immer Angst vor Leberzirrhose hatte.

    Wenn ich nicht trinken dürfte/ könnte, habe ich auch Recht schnell mich damit abgefunden, nichts zu trinken. Jede Ausrede uns Edeka wäre ja aufgefallen. Wenn ich doch dann mal was holen müsste, habe ich nichts getrunken, damit es ja nicht riecht. Selbstbeschuss vom aller feinsten.

    In den trockenen Phasen über Monate fiel mir immer ein Stein vom Herzen: ich alle nicht, ich rieche nicht, man findet keine leeren Dosen und ich weiß alles von gestern. Das war sehr schön, eine Freiheit.

    Ich habe. Ie des Trinken Willens getrunken, sondern immer als Reaktion auf etwas.