Wenn sich Leute hier vorstellen, werden sie ja immer gefragt, ob sie Alkoholiker sind und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
Viele scheinen ja ein Problem mit der Einsicht zu haben und eher kontrolliertes Trinken anzustreben.
Es macht einen Unterschied, ob ich mich bekenne, Alkoholiker/ in zu sein oder ob ich ein Problem mit Alkohol habe.
Ich wusste schon lange, dass ich ein Problem mit Alkohol habe, jedoch konnte ich mir nicht vorstellen, bis an mein Lebensende nie wieder Alkohol zu trinken.
Mir liefen sämtliche Situationen durch den Kopf, wo es doch „ normal“ ist, ein Wein oder einen Aperol zu trinken. Dieses Gefühl, dazuzugehören, denn die anderen Trinken ja schließlich auch und ich war ja nicht die, die auf der Parkbank oder unter def Brücke liegt.
Das sind oft die Bilder der Leute und damals auch meine im Kopf, die das Wort Alkoholiker ausmachen.
Der Begriff Alkoholiker hat oft eine stigmatisierende Bedeutung, da es ja eher normal ist in der Gesellschaft zu trinken, als keinen Alkohol zu konsumieren. Dann kam noch die Scham und Angst dazu, insbesondere als Frau. Wenn ich mich dazu innerlich bekenne Alkoholikerin zu sein, muss ich mich auch nach außen outen.
Da liefen noch etliche Jahre, Jahrzehnte ins Land bis ich mich dazu bekennen konnte, ja- ich bin krank, ich bin Alkoholikerin und ich will und muss was ändern- für mich, sonst fährst Du Dein Leben gegen die Wand.
Natürlich war ich auch glücklich und hatte viele schöne Momente, doch irgendwann drehte sich alles nur noch um die Beschaffung von Alkohol und er stand an 1.Stelle, nicht aber weil ich es so wollte, sondern es war die Sucht, die mich steuerte.