Beiträge von Tabsi

    Hallo Loris,

    von mir auch ein Willkommen.

    Das ist sehr schade, dass Dein Mann Dich nicht unterstützt.

    Mein Mann ( wir sind auch erst 9 Jahre zusammen), hat mich auf mein Trinkverhalten erst aufmerksam gemacht. Er hatte Angst um mich, mich früher oder später am Alkohol krepieren zu sehen. Es tat ihm weh, wenn ich getrunken hatte. Er selbst saß an 1 Bier den ganzen Abend oder trank es nicht mal aus, heute verzichtet er mir zu Liebe gänzlich auf Alkohol, einfach weil er diesen auch nicht „braucht“ und weiß, wie schnell es mich eventuell triggern könnte.

    Du hast beschrieben, wie rigoros Du beim Rauchstopp warst ( übrigens Glückwunsch dazu) , warum fällt es Dir beim Alkohol so schwer?
    Für mich steht die Abstinenz an 1. Stelle. Immerhin geht es um eine tödliche Krankheit… was sicherlich nicht vielen bewusst ist oder wahrhaben wollen, weil Alkohol eine legale Droge ist und eine ganze „Industrie“ ja vor allem in DE und F von lebt. Alkohol ist gesellschaftsfähig, für mich als Alkoholikerin bzw Süchtige tödlich. Es ist ein Nervengift, welches Ethanol enthält, egal in welcher Form- ob Bier, Wein, Sekt, Schnaps.

    Ich wünsche Dir, dass ihr eine für beide Seiten akzeptable Lösung finden könnt.

    Wie bei mir: Durch verheimlichen, rumdrucksen, lügen wird man nicht endlich gesund, trocken, frei, glücklich. Man muss sich öffnen

    Das coole ist, wenn man trocken ist ist man sogar im Vorteil zu den normalos. Man konsumiert GARKEIN Gift.

    Sogar die normalos beneiden einen wenn man gar nichts trinkt.

    Hallo Absti,

    ich hab das mal in Deinem Faden rübergeholt.
    Mir ist beim Lesen aufgefallen, dass Du sehr oft „ man“ schreibst.
    Du kannst natürlich gern schreiben, wie Du möchtest.
    Ich frage mich nur, wer denn „ man“ ist.
    Versuche doch mal die Sätze mit „Ich“ umzuformulieren.
    Ich finde, das hat eine viel kräftigere Aussage, „ich“ bin mehr bei mir.

    Hallo Morgaine,

    schön, dass Du hergefunden hast.
    Ich kann Dir nur von meinem Weg berichten. Ich bin in Deinem Alter und voll erwerbsunfähig. Vor über 2 Jahren rutschte ich immer tiefer in die Sucht. Ich begann schon vormittags den Sekt oder Wein zu trinken. Bis dato wussten meine Ärzte nichts von meiner Alkoholsucht. Selbst als ich B12 Mangel hatte und monatlich Infusion bekam, hat mich mein Arzt mich nicht darauf angesprochen. Wahrscheinlich hätte ich es auch abgestritten.
    Ich schämte mich, weil Alkoholismus auch was mit Stigmatisierung zu tun hat. Die meisten haben ein anderes Bild vom Alkoholiker im Kopf und Alkohol ist legal und gesellschaftsfähig.
    Trotz der Erkenntnis süchtig zu sein, musste ich weiter trinken, Sucht halt.

    Damals sah ich mir auf yt Videos von Frauen an, die alkoholsüchtig sind und abstinent wurden. Frauen, wie Du und ich aus allen Berufs- u. Altersschichten.

    Irgendwann fasste ich den Entschluss, erstmal zur Suchtberatung zu gehen ( da taucht es ja noch nicht in meinen Akten auf). Dort lagen Flyer von Selbsthilfegruppen, die ich noch in der selben Woche besuchte. Nach diesem Termin fiel mir ein Stein der Erleichterung vom Herzen und ich war auch bereit es meinen Ärzten zu offerieren.
    Heute finde ich es wichtig, wie Rennschnecke schon schrieb, zwecks Medikationen oder Narkosen bei OPs, die Ärzte davon in Kenntnis zu setzen.
    In meiner rSHG sind wir die Hälfte Frauen in meinem Alter und aufwärts. Auch hier im Forum wirst Du merken, dass Du nicht allein mit Deiner Krankheit bist.

    Bei den Therapien in Bezug auf Sucht ist entscheidend, wer der Kostenträger ist. (Krankenkasse oder Rentenversicherung)
    Die DRV ist natürlich bemüht, Dich wieder in Arbeit zu bringen.

    Ich bin nun seit über 2 Jahren ohne Therapie abstinent, besuche aber regelmäßig meine rSHG, das Forum hier, Zoom-Meetings und Wochenendseminare zum Thema Sucht unseres Selbsthilfeverbandes.

    Alles Gute auf Deinem Weg. 🍀

    Hallo Steevie,

    bei Eurer Situation habe ich das Bild mit dem lecken Boot im Kopf. Das Boot läuft voll mit Wasser, Dein Mann tut nichts, säuft weiter… Du bist die Stärkere, versuchst das Boot auszuschöpfen-vergeblich. Anstatt ans rettende Ufer zu schwimmen, bleibst Du im Boot sitzen und gehst mit unter.

    Der Schwächere zieht den Stärkeren immer mit runter.

    Du kannst gern weiter ausschöpfen, aber Deine Kraft kann irgendwann auch nachlassen und dann ist der Griff zur Flasche nicht weit.
    Pass auf Dich auf.🍀

    Bei mir war es jahrelang die Scham und Angst mich zu outen. Ich hatte einen Job, ein schönes Haus, eine Tochter, die studierte…. Lief doch alles. Außerdem war doch Alkohol trinken auf dem Dorf und Freundeskreis „ normal“. Ich wusste schon längst, dass ich abhängig bin, da ich nach Feiern zu Hause bis zum Kontrollverlust noch nachtanken musste. In der Öffentlichkeit habe ich mir nie die Blöße gegeben, war ich doch im Kundenverkehr im Vertrieb tätig, teilweise unter leitender Funktion. Da musste ich meinen Schein wahren.
    Ich? Alkoholikerin? Nein- das sind die, die durch die Straßen mit ner Pulle ziehen, sich gehen lassen, alles versoffen haben.

    Auch die Vorstellung, dann NIE WIEDER ein Glas Wein, Aperol, Glas Sekt trinken zu können, im Restaurant, im Urlaub, bei Feiern war einfach zu GROSS für mich.

    Selbst als ich dann nach einem Burnout in psychosomatischer Behandlung und Kliniken war, konnte ich meinen Alkoholkonsum verheimlichen.

    Von der Erkenntnis abhängig zu sein und sich Hilfe zu holen vergingen so ca. 10 J., vlt. auch mehr.

    Ich habe ihn pusten lassen jeden Abend. Und dachte okay. Wir schaffen das. Und irgendwie hatte ich immer das Gefühl es stimmt was nicht. Ich hatte ein schlechtes Gewissen ihm das vorzuwerfen. Er hatte sich ja schließlich bemüht. Dann kam der Rückfall und im Rückfall meinte er er hat in der Zeit einfach morgens getrunken, damit der Test abends 0.00 anzeigt.

    Im Ernst? Du hast ihn jeden Abend pusten lassen?
    Ich komme von der Alkoholikerseite.
    Das hätte keine(r) mit mir machen dürfen, nicht zu Sauf- oder Trockenzeiten.

    In Deinen Beiträgen dreht sich alles nur um ihn, was er macht, was er tut, wie er denkt.

    Jetzt kommt evtl. die Trennung und Du hast ihn nicht mehr unter Kontrolle.

    Wo bleibst DU bei dem Ganzen?
    Es ist sinnlos, sich darüber Gedanken zu machen , was er fühlt, was er denkt. Hier geht es nur um DICH.

    Es ist einfach krass, wie sehr der Alk verankert ist. Und es fällt mir erst jetzt so richtig auf.

    Du wirst Dein Umfeld in Bezug auf Alkohol nicht ändern können . Die Frage ist, was kannst Du für Dich ändern? Inwieweit gefährdet dieser Job Deine Abstinenz, wenn es ein Dauerproblem ist, damit umzugehen und der Alk quasi zum Geschäftsgebaren der Firma gehört.

    trinkt schon am Abend so 2, 3 Bierchen, aber es stört mich null!

    Oh, da klingeln bei mir schon die Alarmglocken.
    Allein schon die Verniedlichung ist schon ein Herunterspielen, insbesondere was auch Deine eigene Sucht betrifft.

    Es muss Dich vielleicht auch nicht den Moment stören, aber das Suchtgedächtnis ist trotzdem hellwach.

    Allerdings gab es jetzt schon 2x die Situation, dass er sich nach den Abschied (wir wohnen in verschiedenen Städten) betrunken hat. Offensichtlich hat er große Probleme damit, wenn wir nach viel gemeinsamer Zeit wieder räumlich getrennt sind.

    Ich hatte auch immer Gründe fürs Trinken gefunden. Es gibt aber keinen!
    Du nimmst ihn damit in Schutz.

    Pass gut auf Dich auf und achte auf Dich. Liebe löst eine Welle von Gefühlen aus und kann Deine Sucht hinten anstellen. Das würde ich mir immer bewusst machen, dass meine Abstinz Priorität 1 hat.

    ich sehe hier jeden Tag Dinge die wir gemeinsam machen wollten, besser gesagt Dinge im Haus die wir uns nach unseren Wünschen aufbauen wollten. Die ich nun alleine mache

    Kann es sein, dass es vielleicht nur Dein Wunsch war und er es nie wirklich wollte ( auch wenn er es vielleicht gesagt hat) ?
    Mach Dir nichts vor, hänge nicht in „gemeinsame“ Träume, die vlt. gar keine gemeinsamen waren.

    Hallo Kati50,

    da hat es sich jemand ganz schön bequem gemacht, seine Verantwortung für sich selbst abgeschoben auf jemand anderen, er hatte sein Opfer gefunden und gehofft, dass er so in seiner Komfortzone bis an sein Lebensende weiterleben kann.
    Diese Hoffnung hast Du ihm genommen.

    Aber es geht hier nicht um ihn, sondern um Dich. Du hast Dich bis zur Selbstaufgabe um alles und andere gekümmert. Kann es sein, dass Du eine gewisse Leere verspürst?

    sich verwandeln von „ich darf nicht trinken“ zu „ich will nicht“.

    Letztendlich „darf“ ich ja auch tatsächlich trinken…wer will mir das verbieten? Es ist meine Verantwortung für mein Leben oder Nichtleben.
    Allerdings müsste ich dann mit den weitreichenden Konsequenzen „leben“ und da möchte ich eben nicht mehr hin.