Beiträge von Fruechtetee

    Hallo Abstinenzler,du kennst das sicher auch von anderen,die dir immer mal wieder sagen: ab morgen rauche ich nicht mehr,trinke nichts mehr,esse keinen Zucker etc . Diese Lippenbekenntnisse habe ich auch schon häufiger abgegeben.

    Und der Gedanke mit dem Trinken aufzuhören kam besonders häufig vor. Das meinte ich mit ,das ich meinem eignen Aufhörwillen nicht mehr getraut habe.

    LG

    Hallo Kazik,habe nur sehr zusammengerafft versucht zu beschreiben was da bei mir los ist (auch weil ich noch im "offenen" Bereich bin). Tasächlich ist viel mehr in den ca 40 Jahren Erkrankung versucht worden. Nur soviel. Ich habe eine "Doppelte Depression",also zwei verschiedene Arten die eine gewisse Grundstimmung vorgeben.

    War auch schon in einer Sprechstunde für schwer behandelbare Depressionen einer Uniklinik mit nachfolgenem 10 wöchigen Aufenhalt. Mir ist das so vermittelt worden,dass es nur noch darum,die Symtome zu mildern.

    EKT wäre vielleicht eine Möglichkeit. Bespreche das mal mit meinem "fast neuen" Facharzt.

    In der letzten Abstinenzphase war die Hoffnung,das es besser wird. Nach über drei Jahren hatte sich nichts getan.

    Habe ich trotzdem den Willen/Wunsch abstinent auf Dauer zu leben? Klares ja! Ich möchte gerne selber entscheiden,wie ich alt werde.....

    Und ganz ehrlich,mit trinken war es ja keinen Deut besser. Da kamen die körperlichen Begleitsymtome on top.

    Da meine Depris nicht situativ bedingt sind,arbeite ich hart am hier und jetzt. Kleinschrittig,aber jeden Tag. LG

    Hallo Stern,ich war bei beiden Abstinenzphasen in ambulanter Suchttherapie. Aufgrund der Depressionen zweimal für viele Wochen in verschiedenen Kliniken.

    Aktuell habe ich zwar Facharzt,der aber nach einer seeehr langen Ausprobe von Medis keine neue Idee hat.

    Aber.....mein Wunsch ist es,nicht in der Vergangenheit (die ich jetzt nicht mehr ändern kann) zu zu verharren. Diese ist schon auf links gedreht worden.

    Ich möchte gerne nach vorne sehen und ,wenn auch langsam und mit kleinen Schritten,mir mein Leben portionsweise zurück holen. Und....das geht nicht mit wenn ich weiter trinke. Weil ich mich nur damit betäube und mein Lebensradius noch kleiner mache.

    Aber es gibt so viele Krankheiten,mit denen ich mit auch nicht auskenne. Aber danke,dass du nachfragst. LG

    Ich musste schon dutzende Male von vorne beginnen. Besser als weiterzusaufen

    Da hast du auf jeden Faĺl recht. Klingt das komisch,wenn ich sage,das auch das erneute aufhören Mut kostet? Irgendwann glaubt man sich und seinem Aufhörwillen nicht mehr. Dennoch,es nicht mehr zu wollen,bedeutet ja irgendwie,meinen eignen Tod billigend in Kauf zu nehmen.

    Gut,das du dich anders entschieden hast!

    Bitte besprich auch das bei deinem Termin.

    Das werde ich ansprechen.

    Ich weiß,was zu meinen Rückfällen geführt hat und an den Punkten bin ich wachsam.

    Meine Depressionen werde ich schon deshalb ansprechen,da das zermürbende daran ,Tür und Tor geöffnet hat für den letzten Rückfall. Und ich griff dann bewusst zum Alkohol.

    Und dieses Szenarium möchte ich nicht wiederholen.......

    Also....Früchtee pur,die dritte......

    Danke 😊

    Danke Tabsi und Stern für eure geschriebene Unterstützung! Das bedeutet mir viel.

    Ich vermute,dass meine jetzige Hemmschwelle einfach dadurch begründet ist,dass ich in der Vergangenheit gute Unterstützung und ambulante Therapie über die "Suchtberatung für Frauen" in der Großstadt bekommen habe.......und irgendwann "doch" wieder getrunken habe. Auch wenn Jahre dazwischen lagen. So als hätte ich den Posten "Unterstützung" verbraucht(und die Kosten,die damit einher gehen).

    Ich weiß,dass Rückfälle im Leben von Suchtkranken "passieren". Das ist SUCHT.

    Aber tue mich schwer ,es für mich zu akzeptieren,dass ich da wieder eingestiegen bin. Auch wenn ich die Stolpersteine entdeckt habe und es heute anders angehen möchte.

    Sei Dir selbst der wichtigste Mensch, Du hast nur dieses eine Leben. Du bist es Dir wert.

    Wir haben nur das eine Leben und ich möchte lernen,dass ich es mir wert bin.....

    weil ‚Hilfe von Außen‘ oft die einzige Möglichkeit ist, Bewegung in eine Situation zu bringen.

    Stimmt auf jeden Fall für mich. Auch,weil ich hier vor Ort nicht die Möglichkeit des realen Austausches habe. Und ich finde gut,wenn jemand mit geschultem Blick mich begleitet.

    Ich weiß für mich, dass es mir wirklich Leid tut, dass ich mich nicht eher getraut habe, mir Hilfe zu suchen. Weil ich heute weiß, dass es nun mal Dinge gibt, die ich nicht alleine ‚hinkriege‘ und vor allem auch, weil ich gelernt habe, dass um Hilfe gar nicht als die große Schwäche zu sehen ist, die ich für mich in meinem Gedanken da draus gemacht habe. Ganz im Gegenteil. Heute sage ich voller Überzeugung: Es ist eine Stärke von mir geworden, um Hilfe zu bitten. Ich muss gar nix alleine schaffen. Du auch nicht.

    Mir sind beim Lesen die Tränen gekommen,weil es meine Gedanken genau trifft. Sicher ein großer Punkt auf meiner "emotionalen to-do-Liste"......

    Aber,ich kann ja nicht erwarten,dass sich die Situation ändert,wenn ich es genauso handhabe wie immer.

    In meinen schlimmsten Vorstellungen würde alles für immer so bleiben wie es ist. Die Realität war aber, dass es immer schlimmer wurde. Meine Situation, in der ich mich selbst gefangen hielt und auch das innere Sterben, was nicht aufzuhalten war.

    Das ist tatsächlich ein ganz großer Punkt,den ich getade versuche anzugehen und in den ich Realität reinbringen möchte.

    In meiner letzten Trockenphase (ca 3,5 Jahre) waren die Depris schlimm und nichts wurde besser in der Zeit (trotz Behandlungsversuchen). Irgendwann war ich so müde und ich griff sehr bewusst wieder zum Alkohol.

    Jetzt ist meine Ausgangssituation ähnlich.

    Aber......ich rufe mich da zum Realitätscheck. Ich kann garnicht wissen,wo ich in einem Jahr oder länger emotional stehe. Alles andere ist selbstfabrizierter Gedanken-bullshit!

    Ich versuche gerade,dass "innere Sterben" aktiv aufzuhalten.

    Hallo Anna Sophie,danke für deine Worte.

    Ich tue mich sooooo schwer,um Hilfe zu bitten!!! Jeder/m anderen würde ich Mut machen,sich Hilfe und Unterstützung zu suchen. Für mich kann ich das kaum annehmen. Ich winde mich ......also nicht immer alles kaputtdenken,sondern tun.

    Das ist wirklich ne schwierige Nummer für mich...Hilfe erbitten ?(

    Vielleicht hilft es dir auch, wenn du verstehen kannst, dass es gar nicht mehr darum geht, ob du trinken oder eben nicht mehr trinken möchtest.
    Die Alkoholsucht lässt ja gar keine Spielraum zu. Das habe ich verstanden und verinnerlicht: Ich kann keinen Alkohol mehr trinken, wenn ich leben will. Es ist dabei völlig Wurscht, was ich will…. Keinen Alkohol trinken ist keine Wahl mehr, es ist die absolute Notwendigkeit für mein Leben.

    Merkwürdigerweise ist dieses Bewusstsein,dass ich da keinen Spielraum habe,immer noch nicht "fühlbar und greifbar" bei mir angekommen. Ich weiß es (rein vom Verstand her), "fühle" es aber nicht.

    Als sei ich irgendwie abgetrennt von dem Bewusstsein. Schwer zu erklären....und es geht garnicht darum,dass ich mit der Möglichkeit liebäugle wieder zu trinken.

    Aber du hast es gut auf den Punkt gebracht. Genauso ein Selbstverständnis möchte ich auch empfinden. Danke dafür. LG

    Habe eben grrade mich überwunden und bei der Suchtberatung in der nächst größeren Stadt angerufen.

    Bin die Tage vorher rumgeeiert,um einen für mich richtigen Entschluss zu fassen

    Der Gedanke,der mich zögern ließ,war ganz klar die Frage,was ich von einer Beratung erwarte. Da ich zweimal lange/längere Zeit abstinent war und ambulant unterstützt wurde,tauchte diese Frage auf. Auch so ein kommisches Gefühl "das es mir nicht noch einmal zusteht".......da habe ich mich schwer mit getan.

    Aber....meine Lebenssituation ist mittlerweile eine ganz andere und ich benötige diese professionele Unterstützung,auch weil ich vor Ort keinen habe um meine jetzige Situation zu reflektieren.

    Ich möchte nicht trinken und bin jetzt froh mir Hilfe (neben der SHG hier) ,doch zum Telefon gegriffen zu haben.......

    Oh je,ist mir letzt auch so ähnlich ergangen.Eher....betrunkene Osterhasen lauern mit Alk an jeder Supermarktecke=O....

    Da ich nicht drauf vorbereitet war,hatte das in dem Moment leichte Panik ausgelöst.

    Kann dein Empfinden echt gut nachvollziehen! Monster klingt fast nach "kaum dran vorbeikommen"....

    Ich hab das Strickzeug schon liegen, um wieder anzufangen, da mich meine Suchtverlagerung Richtung Süßes zunehmend nervt und auch sorgt

    Bist du auch so ein Süßzahn? Oh je,mache mir tatsächlich langsam Gedanken (über die Menge)..... ich vermute aber trotzdem,dass die Lust darauf weniger wird. Und solange esse ich gesund und esse zusätzlich Süsses. Wenn ich für mich stabiler geworden bin,werde ich mir über das reduzieren sehr rrnsthaft Gedanken machen.....

    Strickzeug bitte in der Nähe lassen. Bei uns schneits....vielleicht einen wärmenden Schal? LG

    Hey Anna Sophie,da sind wir wohl wirklich ähnlich unterwegs.....und stricken ist eine super Idee. Einen Schal oä dürfte ich als Strick-fast-Anfängerin wohl hinbekommen.

    Ok,einen Garten habe ich nicht. Aber einen Balkon und der freut sich auch über Blumen/Kräuterpracht. Aber ich verschiebe es noch ein paar Tage. Bei uns schneits......LG

    Zu Hause einigeln bringt ja auch nichts.

    Du hast Recht. Auf Dauer bringt das nichts.

    Werde kleinschrittig beginnen,zb allein ins Cafe oder an den See. Oder eine kleine Radtour (wenn mein kleiner Bruch wieder ok ist) oder zu einer Lesung. Es gibt schon einiges,dass auch alleine Spass macht.

    Aber wie wirst du das in Zukunft handhaben? Schon Ideen oder Wünsche für die nahe Zukunft? Wünsche dir alles gute. LG

    Hallo Anna Sophie,ja genau so ist es bei mir auch. Hier vor Ort habe ich niemanden. Die wenigen Freunde sind in meiner alten Heimatstadt geblieben,die weiter weg ist.

    Mein Plan ist es,mir mein Leben so zu gestalten,dass ich vieles auch alleine mache. Lerne ich dabei nette Menschen kennen....umso besser. Klappt das nicht,hebe ich hoffentlich eine gute Zeit mit mir selber. Bin eh kein Gruppenmensch....

    Du liest und machst Handarbeiten,finde ich richtig gut! Habe vor meinem Umzug aufs Land zu Bekannten gesagt ,ich würde Blumen züchten und Brot backen. War eher Augenzwinkernd gemeint. Heute habe ich tatsächlich Brot selber gebacken. Hat mir gefallen ;).

    Aber du hast Recht,Einsamkeit ist schwierig.....LG

    Hallo Lebenskünstler,ja bin auch eine Zugezogene.Komme eigentlich aus der Großstadt und das war der Sprung ins kalte Wasser. Die erste Zeit (wir wohnen seit ca 3 Jahren hier) war wirklich ok. Wir haben mitgefeiert und sind gut aufgenommen worden. Und das bricht gerade alles weg. Als wir hier her zogen,war mein Gedanke " das ich mir Leute ausserhalb des Dorfes suchen möchte". Es verblieb,weil wir so nett aufgenommen wurden....

    Habe aber eine SHG Depression im Nachbarort,die ich besuche. Aber schaue jetzt intensiver hin und suche mir Dinge/Beschäftigungen,die ich auch alleine machen kann. Es bedarf ein bisschen Übung,aber ich möchte nicht mehr so abhängig sein von anderen.......

    Ich finde aber richtig gut,dass du diese Wege für dich gefunden hast und sie auch gehst! LG

    Liebe Tiffy,danke für deine Zeilen.

    Ja,so ist das im Dorf....wir haben auch schon zwei große Einladungen für den Spätsommer auf dem Tisch liegen. Meine Entscheidung gegen das Mitfeiern ist schon gefallen. Aber alle kleinen Feiern werde ich auch meiden. Es gibt IMMER Alkohol......

    Trotzdem kein schönes Gefühl ,so schnell "abseits" zu stehen.

    Unser Dorf ist so klein,dass es garnichts anderes vor Ort gibt,dh immer fahren.

    Ich denke,Kinos,Kleinkunstbühne etc wird mich ab sofort öfter zu Gesicht bekommen.

    Ich glaube,im Moment geht das noch nicht ohne Planung. Dh ich weiche solchen Situationen aus und plane nette andere Dinge für diese Zeit. Gefühlt feiern die anderen(bedingt durch die geringe Größe des Dorfes) immer direkt vor oder neben uns. Möchte ich mir zZt noch nicht antun.

    Tiffy,wärst du denn alleine unterwegs?

    Lieber Gruß

    :/:/Hallo ,komische Situation bzw das Gefühl ,dass es bei mir auslöst.

    Nebenan im Haus wird gefeiert(einmal im Monat,Reihum im Wechsel) und ich habe vor ein paar Tagen bis auf weiteres abgesagt(obwohl ich für mich jetzt schon entschieden habe ,garnicht mehr teilzunehmen) Ohne Begründung. Kam auch keine Nachfrage von den anderen.

    Einerseits sitze ich erleichtert Zuhause ,weil hingehen garnicht (!) für mich gegangen wäre. Ich bin kein Gruppenmensch und dort wird viel getrunken. Ich möchte meine Abstinenz nicht gefährden und wäre mir meiner selbst da nicht sicher.....

    Und nun sitze ich hier und bin trotzdem traurig und fühle mich irgendwie "ausgemustert". Nicht einer hat gefragt. Einerseits gut so und andererseits macht es mich traurig.

    Es wird mir jetzt häufiger so gehen,da ich beschlossen habe,sämtliche Feiern innerhalb des Dorfes nicht zu besuchen. Heute ist also nur das erste mal von vielen.....

    Also nachdenken,wie ich solche Abende verbringe, ohne traurig zu sein und mich ausgeschlossen zu fühlen. Ich brauche für solche Momente einfach schöne Alternativen :/