Beiträge von Fruechtetee

    Die Zeit ist der wichtigste Faktor und Geduld mit mir selbst fiel mir auch mächtig schwer.

    Hey Bolle,die Geduld mit mir selber ist noch verbesserbar. Aber.....im Moment immer noch Tag für Tag im Doppelpack. Viele Dinge "portioniere " ich,wenns schwer fällt. Dann fühlt sich der Berg nicht so groß an.

    Für mich ist wichtig,meine körperliche Gesundheit nicht weiter aufs Spiel zu setzen. Das ist meine klare Marschrichtung......

    Und da gibt es schon jetzt Verbesserungen. Ich schlafe besser und mein Druck im Oberbauch ist wie weggeblasen.

    Für die Psyche wirds besser,wenn ich wieder mobiler bin (habe mir etwas gebrochen) und richtig raus kann. Ich mache einfach weitet,Tag um Tag..... lG

    Hey Rennschnecke,danke !

    Meine Depressionen sind schon älter als meine Alkoholsucht. Leider spricht sie nicht auf Psychopharmakas an. Verschiedene Therapieansätze bin ich schon durchlaufen,ohne nennenswerte Veränderung. Habs sogar ein paar mal mit Hypnose versucht. Vergeblich,leider.

    In einer Sprechstunde für schwer behandelbare Depressionen hat ein Arzt mal zu mir ganz klar gesagt,dass meine Depression nicht mehr "verschwindet" und das es nur noch darum gehen kann,es leichter zu machen. Da bin ich dran......

    Ehrenamt habe ich schon gemacht und habe nach einem Jahr abgebrochen,da die politisch-menschliche Einstellung für mich nicht mit zu tragen war. Bin aber tatsächlich auf der Suche nach etwas anderem.

    Ich gebe ja nicht auf,bin nur sehr müde. Ganz lieben Gruß

    Vielleicht beschreibt das Wort "Kämpfen" auch nicht ganz ,wo ich gerade stehe.

    Ich habe meine Krankheit als Teil von mir akzeptiert. Nichts desto trotz macht sie mich sehr müde.

    Meine Sucht ist auch ein Teil von mir und wird Tag für Tag mehr akzeptiert. Aber auch das kostet gerade meine Kraft.

    Ich hatte keine Anfangseuphorie,sondern nur ein schwierige Tage ohne Alkohol.

    Dennoch möchte ich nicht wieder trinken!

    Das klingt für mich so, als ob du davon ausgehst, dass alles immer so bleibt wie es gerade ist.
    Kennst du den Grund oder die Gründe für diese Traurigkeit? Und woher rührt diese Hoffnungslosigkeit?

    Garnicht so einfach zu schreiben und zu beschreiben....(auch problematisch,da offener Bereich und ich manchmal denke,mein halbes Dorf müsste "hier" sein).

    Meine Traurigkeit braucht keine großen negativen Geschehnisse von aussen. Ich mache morgens die Augen auf und sie sitzt schon auf der Bettkante. Das geht schon viele Jahre so und verschiedenste Therapiemöglichkeiten (Medis,Klinik etc) haben keine Besserung gebracht. Bin deshalb auch nicht mehr arbeitsfähig.

    Normalerweise gehe ich damit genauso "Zeitabschnittsmäßig" vor wie mit dem Alk. Nur heute sehen. Morgen ist ein anderer Tag mit neuen Möglichkeiten und Chancen....

    Aber manchmal ist das Loch tiefer als sonst. Und dieser Winter war lang und echt dunkel.

    Weiß im Moment nur nicht so genau,woher ich neue positive Kraft nehmen soll.....LG

    Seit so vielen Jahren diese lähmende Traurigkeit. Das macht mich so müde und lässt mich wenig hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Was kann sich noch zum Positiven ändern (ohne Alk),wenn diese Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit bleibt?

    Ich weiß,dass klingt jetzt nach Vorankündigung für einen Rückfall. Aber das meine ich garnicht. Bin nur so müde an all meinen eignen "Fronten" tagtäglich kämpfen zu müssen.

    Hallo Alyfee,in so einen vollen Zeitplan noch Trink und Ausnüchterungszeiten unterzubringen.....bloß nicht! Aber wahrscheinlich jahrelang praktiziert....

    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag in Köln. Und natürlich eine ganz besondere Ausstellung ! Habe mir gerade die Fotos von der Kusama Ausstellung angeguckt. Echt irre schön und überraschend. Habe dieses Jahr auch schon einige Ausstellungen eingeplant mit "Städte-drumrum". Deshalb...toller Tipp mit Köln. Dann schauen wir uns das mal ganz nüchtern an ;). Ganz lieber Gruß

    Lieber Alex,wie wahr! Nur weil ich nicht mehr trinke ist nicht auf einmal alles gut.

    Diesen Gedanken hatten viele in meiner damaligen Therapiegruppe und auch in der SHG (da tatsächlich häufiger). Die Realität hat dich schnell wieder eingeholt mit dem,was die Realität ausmacht. Hier ist selten alles gut......

    Ich komme mir zZt wie jemand vor, der von einer sehr langen Reise wieder zurück ist und ziemlich verwirrt in alten Räumen steht. Und sich irgendwie nicht mehr wohlfühlt und sich auch noch nicht zurecht findet. Alles will überprüft und sortiert werden.....

    Ich habe das Gefühl ,mein Kopf/Gedanken steckt in einem großen Nebel. Bin vergesslich,kann mir vieles nicht merken und meine Konzentration macht gerade einen Schaufensterbummel.

    Das ist auch der Depression geschuldet,dass weiß ich. Aber jetzt fällt es mir sooo krass auf. Hoffe,dass diese Art Nebel sich irgendwann teilt und ich "wirklich da bin".

    Bis dahin mache ich einfach weiter und verändere meine Lebenssituation.

    "Nur mit dem Trinken aufzuhören reicht nicht"......diesen Satz habe ich sofort für meine Lebenssituation verstanden und beginne ihn umzusetzen.

    Zur Motivation. Nachdem ich das alles durchgezogen habe kann ich sagen, ich war noch nie so glücklich wie heute.

    Das nehme ich tatsächlich gerne als Motivation,danke.

    Du hast es ja klar aufgezeigt,dass nicht alles toll ist,nur weil ich nicht mehr trinke. Und das es dauern kann,bis ich das Leben lebe,dass mich ohne Alk zufrieden macht. Meist nach einer mehr oder weniger großen Aufräumaktion. Das ist anstrengend,emotional und nicht unbedingt immer einfach. Aber nur so geht es. Schön,dass du das heute von dir sagen kannst! LG

    Eine Auflistung welche Gründe dafür sprechen ohne Alkohol durchs Leben zu gehen, sowas ähnliches wie ein kaufmannskreuz.

    Die Liste mit positiven Auswirkungen ist riesengroß, die,die den Alkohol als positiv sieht, klein, sehr klein.

    Alleine

    Hallo Bolle,eine sehr gute Idee! Die schnapp ich mir doch gleich mal,danke.

    Ich bin heute 65 Tage ohne Alkohol und ich fange langsam an, kleine positive Veränderungen festzustellen. Jeden Abend bin ich gedanklich dabei 5 positive Dinge/Erlebnisse des Tages für mich nochmal aufzurufen. Ich bin sicher,an meinen Trinktagen wäre die Liste oft fast leer geblieben......LG

    P.S. pass gut auf deine Liste auf. Sie sagt so viel über deine Anfänge und Wünsche

    Als ich da verstanden habe, dass ein Leben für mich nur noch nüchtern funktionieren kann, war mir klar: Es geht jetzt nüchtern weiter. Ohne wenn und aber ….. Kopf und Mittelfinder hoch…. Heute erhebe ich Kopf noch immer, nicht mehr stur, sondern voller Stolz.

    Die Sucht bleibt. Gut mit ihr zu leben, das ist das, was mich glücklich und zufrieden macht. Die Sucht bestimmt mich nicht mehr.

    Hallo Stern,im Grunde beschreibt es meine jetzige Situation ganz gut bzw wo ich hinmöchte.

    Und ja, der Wunsch nach anhaltender Gesundheit ist mein Türöffner für den Beginn der Abstinenz gewesen (und noch etwas anderes). Andere Gründe werden,sie dann auch zu erhalten,werden auf dem Weg entstehen.

    Schön,dass du es auch geschafft hast,mit dem Rauchen aufzuhören und einen du einen Blick auf den Zuckerkonsum hast.

    Sicher sehr schwierig,da er gefühlt überall mit als Geschmacksträger zugesetzt ist. Ich lebe allergiebedingt vegan und habe es mir angewöhnt,auf jedes Etiket zu schauen. Und ich habe schon häufig gestaunt,wo sich tierisches verbirgt......LG

    Liebe Alyfee,ganz viel gute Energie schicke ich dir.....

    Kann sooo gut nachempfinden,was du beschrieben hast.

    Mach alles für dich,was dich in dieser Situation stabil hält. Aufarbeiten kannst du auch später. Und den damit verbundenen Schmerz,aber auch Zorn Stück für Stück anschauen und gehen lassen.

    Du bist dieser Familie nicht verpflichtet,nur dir selber. Und das schütze........LG

    Hallo Alex,

    gut wenn dieser Gedanke (Zellgift) für dich greift und dich auf Abstand hält. Und ich habe das für mich unter dem wichtigen Punkt :" was macht Alkohol mit dem Körper" aus medizinischer Sicht ,zwischengespeichert.

    Diesen Punkt habe ich ehrlicherweise weit umschifft. Mir reichte sehr allgemeines Wissen dazu. Konfrontiert wurde ich ja auch in Therapiegruppe und realer SHG mit Folgeerkrankungen.

    Der Hauptgrund ist aber meine panische Angst,selber zu erkranken,besonders an Krebs.

    Es war nicht logisch mit meiner Horrorvorstellung krank zu werden,dann weiterzutrinken . Ganz klar! Aber meine Angst wurde genau mit dem ersten Schluck zum Schweigen gebracht. Da hatte meine Suchthirn ganz leichtes Spiel!

    Und doch ist meine Gesundheit der einzige Grund (zumindest bis jetzt) warum ich nicht mehr trinke. Irgendwann,wenn ich mehr zeitlichen Abstand dazu habe,werde ich genauer hingucken. Das habe ich mit dem nicht- mehr- rauchen auch so gemacht. Hat aber Jahre an Abstand gebraucht.

    Meine Angst ist sonst riesengroß,was ich mir da vielleicht schon an Krankheiten eingehandelt habe ,dass sich das Rad(meiner Sucht) vielleicht wieder dreht. Ist also für mich zZt absolut kein guter unterstützender Gedanke.

    Aber da ist jede/r anders unterwegs.....LG

    Der Wandel kommt langsam, ist aber noch recht rückständig. Wenn man in den 80er Jahren Serien schaut, rauchten die im Krankenhaus und es standen die Cognac Flaschen bei Prof. Brinkmann im Arztzimmer.

    Ja,damit bin ich groß geworden. Diese Dinge ,wie Rauchen und Trinken gehörten zu unserem Familienleben und so wurde akzeptiert gefeiert. Mir ist nicht mal unangenehm aufgefallen,dass all diese Dinge um mich rum und auf dem Bildschirm vielleicht nicht gut sind.Es schien so normal .

    Heute schüttle ich innerlich den Kopf,wenn ich mal so eine alte Filmkamelle zu Gesicht bekomme. Das wirkt....zu viel . Filmszenen mit Alk kommen heute oft viel ruhiger und eleganter rüber. Das eine Glas Wein,das eine gute Glas Whisky,dass andächtig zum Abschalten getrunken wird. Ja,wir haben uns im Griff ....aber ich glaube auch,dass wir genau das glauben wollen was uns da unterschwellig suggeriert wird. Habs ja auch geschluckt.

    Es hat eine Weile gedauert, bis ich unterscheiden konnte, was meine Gedanken-Wunsch-Welt ist und welche die meines Suchthirns ist. Diese Szenen in Filmen bedienen das Klischee aus der Alkoholwerbung: Ein schönes Glas Wein oder Bier nach getaner Arbeit zur Entspannung, dann ist das Leben lebenswert

    Und genau das hat mir mein Wunschdenken jahrelang suggeriert...dass das möglich ist.

    Ist es für mich aber nicht,Punkt.

    Ich denke,das war gestern ein Aha Erlebnis. Ein doofer Zahn,der schon längst hätte gezogen werden müssen. Aber....es war mir schlittweg nicht bewusst.

    Bis dahin....gehe ich einfach (wenn möglich) aus der Situation raus. Aber danke für deine unterstützenden Worte. LG

    Vielleicht hilft dir diese Inspiration wenn du mal wieder Wein im glänzenden Licht siehst. Das ist einfach Gift und alkoholfreie Getränke sind auch lecker.

    Danke für deine Worte. Klingt vielleicht komisch,aber aus meinem eher ironisch gewählten Namen ist tatsächlich eine gute Freundschaft geworden. Ich habe mir schon überlegt,ob ich ins Teegeschäft einsteige;).Tatsächlich gibt es viele leckere Getränke ohne Alk. Und nicht nur Wasser. Es wird! LG

    Habt dank für eure Anstösse zum Nachdenken.

    Ich glaube neben der krassen Reaktion im Kino,die mich überrascht hat,war es genau das schön gefärbte Bild,dass ich "noch" immer in meinem Kopf habe. Das eine elegant eingegossene Glas Wein,dass mich in den perfekten "Abschalt-Modus" bugsiert. Oh ja,dass hätte ich gerne für mich gelebt!

    Aber........DAS war seit langem nicht mehr meine Trink-Realität. Mein Trinken begann mit dem ersten (vielleicht sogar hastig statt genüsslich) getrunkenem Glas. Danach folgten oft viele andere. Ich glaube,ich war in dem Wunschdenken gefangen,dass ich es auch anders könnte. Und die Filmszene hat es mir gestern wie ein Spiegel vorhaltend gezeigt,wie sehr ich in meinem Wunschdenken verhaftet bin.

    Was machst du jetzt dieser Erkenntnis?

    Es wird ja auch künftig genau diese Filmszenen geben. Alkohol kann immer irgendwo rumstehen, er kann auch immer irgendwo getrunken

    Im Moment: gedanklichen Stinkefinger zeigen,Abstand halten wenn möglich .

    Ich habe in den letzten Tagen für mich Abstand geschaffen zu künftigen Treffen (mit garantiertem Alko-Konsum) innerhalb des Dorfes,durch entsprechende Absagen auf unbestimmte Zeit. Auch zwei große Einladungen,die noch in der Ferne liegen,werden von mir nicht besucht. Um in Realität mich da rauszunehmen.

    Dinge die ich nicht beeinflussen kann (zb unerwartetes beim Einkauf,Filmszenen oä), werde ich Stück für Stück sehen. Wohlwissend,dass auch die Zeit den Umgang leichter macht. Dranbleiben am Thema und tatsächlich alte Denkmuster neu überschreiben. LG

    Oh je,sitze gestern nach längerer Zeit mal wieder im Kino und freute mich über die neue Zeitrechnung (der Film fing erst um 20.45 an und ich war noch wach und nüchtern),als im Film eine Szene gespielt wurde,die mich alarmierte. Schöne entspannte Situation die mit einem (natürlich nur einem ;)) Glas Wein untermalt wurde.

    In einer der Reihen klapperten auf einmal Flaschen. Sofort! reagierte alles in mir.

    Panik,Entsetzen und große Traurigkeit . Ich habe diese Szene jahrelang in meinen Gedanken konserviert. Dieses fast elegante Einschenken eines Glases Wein um mich dann entspannt einem guten Buch,einem interessanten Gespräch,einem Malprojekt zu widmen. Aber das ist nicht meine Realität in den letzten Jahren gewesen. Nach dem ersten Glas ging es ums zweite,selten entspannt und wenig kreativ. Aber diese Filmszene hat genau DAS eingefangen und ich spürte Bedauern,dass das für mich nicht möglich ist. EIN Glas zu trinken,ganz entspannt, dabei intressante Gespräche zu führen oder ein bisschen kreativ rumwuseln.

    Da bin ich bildlich mit meiner eignen Gedanken-Wunsch-Welt konfrontiert worden. Jetzt ist es mir klarer,welcher Knopf da bei mir gedrückt wurde und welche nicht realistische Sehnsucht ich da gefüttert habe.

    Bin raus an die frische Luft.......

    Hey Stern,wir zwei kennen uns, scheint mir ;). Für mich trifft vieles von dem was du schreibst genau zu.

    Ich finde mittlerweile auch,dass meine "Krankheiten" Leute die mir nicht verbunden sind ,nichts angehen. Nachdem ich wegen meiner Depression lange im Krankenhaus war,war nichts mehr wie vorher. Vielleicht konnten sie nicht damit umgehen. Mag sein,aber mit mir kann man reden,vor allem wenn jemand Interesse an mir hat. Vielleicht hats daran gehappert...deshalb geht sie meine Alkoholsucht garnichts an.

    Und mich schützt es auch nicht,wenn ich es offen sage. Ich bin nicht mehr dabei,dass ist für lange Zeit erstmal der beste Schutz.

    Wichtig ist doch nur, wie ich mit meinen Krankheiten umgehe und dass ich mit mir mit Reinen bin.
    Mein Leben - meine Verantwortung.

    Genau so empfinde ich das auch und das ist mein Ziel,Schritt für Schritt.

    Danke dafür und lieber Gruß