Beiträge von StepByStep

    Wir sind hier ein Alkoholiker‑Forum, und deshalb bleiben wir auch bei der Alkoholsucht.

    Vergleiche mit anderen Süchten bringen dich nicht weiter, weil sie am Kern vorbeigehen. Jeder Ausweichschritt in Richtung „ist ja wie Rauchen“ nimmt dir den Blick auf das, was wirklich zählt. Du bist alkoholkrank, und genau das braucht deine volle Aufmerksamkeit.

    Alkohol ist eine eigene Baustelle, mit eigenen Risiken, eigener Dynamik und eigenen Konsequenzen. Wenn du ausweichst, drehst du dich im Kreis. Deshalb lassen wir die Vergleiche weg und bleiben bei dem, worum es hier geht, deiner Alkoholsucht und deinem Weg raus daraus.

    Sorry, wollte nicht vom Alkohol ablenken. Das ging mir heute einfach durch den Kopf

    Ziele bei einer Suchterkrankung heißen, sie zu stoppen und alles zu tun, was dafür nötig ist. Alles andere sind Wünsche aus tausend und einer Nacht.;)

    Als Erstes. Rauchen und Alkoholismus sind nicht dasselbe. Jeder Vergleich führt in die Irre. Beim Rauchen bedeutet ein Rückfall, dass man , falls man überhaupt abhängig war einfach wieder raucht.

    Beim Alkohol kann ein Rückfall direkt in den Entzug, ins Delir oder Schlimmeres führen. Das ist eben eine völlig andere Liga.

    Und es geht auch nicht darum, "nicht mehr daran denken zu wollen‘" Alkohol verschwindet nicht aus dem Kopf. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Es bleibt also ein Thema, weil es eine Suchterkrankung ist, keine schlechte Angewohnheit.

    Ich verstehe, dass ein Rückfall bei Alkohol viel schwerwiegender Folgen hat als ein Rückfall beim Rauchen, dass das eine ganz andere Liga ist. Dennoch ist rauchen nicht nur eine schlechte Angewohnheit, sondern auch eine Sucht. ich bin die erste 4 Wochen lang fast die Wände hoch gegangen. Aber klar, ich verstehe, Alkohol ist noch viel schlimmer, ich will das auf keinen Fall verharmlosen.

    Dennoch hoffe ich, dass die Gedanken und die Lust nach Alkohol nach und nach weniger werden, genau so wie die Gier nach Zigaretten verschwunden ist. Und so wie ich weiss, dass mich eine einzige Zigarette sofort zurück in die Sucht treiben würde, denke ich auch, dass ein einziges Glas mich wieder zum täglichen Trinken führen würde.

    Rückfälle von Langzeitabstinenten sind, so meine Fetsstellungen in den letzten Jahren, häufig von dem vorangehenden Gedanken begleitet, man sei über den Berg und könne jetzt wie ein Normaler leben und dazu gehört in unserer Gesellschaft oft auch der Konsum von Alkohol.

    Das kann ich total nachvollziehen, so ging es mir auch schon mal mit dem Rauchen. Einmal 3 Jahre aufgehört, da dachte ich auch mal, ich könnte mal eine rauchen....ab und zu mal eine macht ja nichts. Und zack war ich wieder drin, und hab noch mehr geraucht als vorher. Beim letzten Mal aufhören war mir dann klar, ich als starker Sucht-Raucher werde nie ein Gelegenheitsraucher werden. Ich darf einfach keine mehr rauchen. Punkt.

    H Gedanken an Alkohol die man dann als positiv sieht...ich weiß nicht ob ich das verständlich machen konnte was ich meine...

    Gruß R/no

    Ich weiss nicht, ob ich das wirklich richtig verstanden habe. Aber mir fällt dazu was ein. Ich habe vor ca 12 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und ich hab wirklich sehr viel geraucht. 1,5 Schachteln täglich, am Wochenende auch mal zwei. Ich bin da auch nicht Feierlichkeiten fern geblieben, weil eventuell dort Raucher anwesend waren. Da musste ich ja auch durch. Und ich sehe ehrlich gesagt auch nicht unbedingt bei den Feierlichkeiten den furchtbaren Trigger, sondern eher bei meinen Abenden zu Hause mit meinen "Feierabend- und Runterkommen-Gefühlen". ich hoffe ihr versteht was ich meine.

    Nach so vielen Jahren denke ich 0,0 ans Rauchen. Es fehlt mir nicht, es stört mich aber auch nicht wenn jemand raucht. Ich mag nur nicht den Geruch von kaltem Rauch oder an meinen Klamotten oder Haaren. Das ist eklig. Das Rauchen ist komplett weg aus meinem Gehirn, ich würde auch nicht auf die Idee kommen mich in einem Raucher-Abstinenzler Forum aufzuhalten, weil es nicht mehr teil meines Lebens ist und es für mich keinen Sinn machen würde.

    Mein Ziel mit dem Alkohol ist, genauso an den Punkt zu kommen, wo man überhaupt nicht mehr daran denkt. Das wäre sooo schön. Eine Frage an die Langzeitabstinenzler: Kommt euch nicht manchmal der Gedanken "was mach ich hier eigentlich, es gehört ja nicht mehr zu mir." ich meine wenn man hier im Alkoholforum unterwegs ist, triggert das nicht auch einen, wenn man ständig über Alkohol spricht? Diese Frage interessiert mich wirklich.

    Bin gespannt auf eure Meinungen

    Liebe Grüsse

    Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten?

    Ich habe irgendwann ein Gespür dafür entwickeln, wie weit ich aktuell gehen kann. Für den Fall, dass ich mich oder die Situation doch falsch eingeschätzt habe, hatte ich immer einen Plan B, mit dem ich jederzeit ohne Rücksicht auf andere die Situation verlassen konnte.

    Risikominimierung heisst auch, gerade im ersten Jahr Veranstaltungen, bei denen der Alkohol in der ersten Reihe sitzt, auszulassen. Der Grund: ich kann mich am Anfang nicht auf mich verlassen. Erkenne ich die Gefahr rechtzeitig, bin ich handlungsfähig?

    Das Gute ist, du hast eine Erfahrung gemacht, die dich weiterbringen kann, wenn du sie richtig deutest. Sie zu machen war trotzdem ein Risiko.

    Es hat sich ja dann in die richtige Richtung bewegt. Was hättest du gemacht, wenn es sich nicht beruhigt hätte? Hättest du weiter ausgehalten und durchgehalten? -

    Hallo Nayouk

    ich weiss nicht ob ich weiter ausgehalten hätte..eigentlich hatte ich zu meinem Mann gesagt, wenn ich die Schnauze voll habe, gehen wir. aber wie gesagt, dank der netten Gespräche ging der Nachmittag so schnell vorbei. Ja ich war leichtsinnig und es ging gut. Risikominimierung soll jetzt die Devise sein

    Frage: Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst.


    Ein Forum wie dieses dient auch dazu, eigene gefährliche Verhaltensweisen zu spiegeln und mal zu hinterfragen, wie Erfahrene solche Manövern beurteilen. Das hier ist kein bloßes Schönwetterforum;)


    Du siehst, Du hast noch sehr viel Luft nach oben.

    Hallo Carl Friedrich, danke für deinen Beitrag.

    Zu deiner Frage Warum hast Du Dich denn nicht vor der Veranstaltung mal mitgeteilt? Hattest Du Angst, Du könntest hier verbal abgewatscht werden? Es war Dir ja schon letzte Woche klar, dass Du da hin willst. - Ehrlich gesagt nein, ich hatte keine Angst, ich hab schlicht und einfach nicht daran gedacht, zumal ich letzte Woche so viel zu tun hatte, dass ich kaum Zeit hatte hier zu lesen und zu schreiben.

    Ich werde versuchen achtsamer zu sein und mich mehr zu öffnen und mitzuteilen. Ich bin es so nicht gewöhnt, da ich ja sonst alles mit mir selber ausmache. Ich führe Selbstgespräche ohne Ende ;)

    das es jetzt alles gut gegangen ist kann dich leichtsinnig machen, so nach dem motto ich hab es ja im griff..... du wärst da nicht die erste. sei es dir wert nein zu sagen.

    Du hast Recht, man muss sich selber wert sein, nein zu sagen. Es fällt mir da schwer bei der Hochzeit einer guten Freundin nein zu sagen. Aber ja, das nächste Mal sollte ich dann einfach sagen , ich bin krank

    Hmh, frisch abstinent und dann auf einer Hochzeit?

    Auch wenn es am Ende gutgegangen ist, kann es immer noch nachwirken, z. B. Beim Einkaufen, da sei mal die nächsten Tage besser auf der Hut.

    ich hatte wirklich keine Lust da drauf, aber ich konnte da echt nicht absagen :( mein Mann war mir eine große Stütze. Ja, ich bleibe auf der Hut und bin froh, dass in nächster Zeit nichts mehr ansteht.

    moin step

    dann ist ja gut. das mit dem nicht nichts tun können kommt mir sehr bekannt vor :mrgreen:. dann wäre für dich ja fast "ausruhen lernen" ein schritt (den ich in 25 jahren noch nicht gescheit hin bekomme). wichtig ist einfach nur aus den alten gewohnheiten raus zu kommen um nicht irgendwann wie ferngesteuert die pulle in die hand zu nehmen. die gefahr besteht eben auch bei gleichbleibender routine in der freizeit. das du erst mal ne weile genau so platt bist wie nach dem suff ist auch normal, dein körper braucht doch ne weile den ganzen müll raus zu schaffen und alles wieder auf normalbetrieb umzubauen. und umbau kostet kraft. da ist heißhunger auf süßes genau so normal wie müdigkeit. wer abends immer am pc gedaddelt hat und dabei getrunken sollte da halt mal ne weile pause machen und zb stricken oder so einfach um die bekannten abläufe zu verändern und alles der reihe nach vom alk zu entkoppeln.

    das mit dem weg gehen solltest du auch fürs erste einschränken wenn du da mit alk konfrontiert wirst. du könntest zumindest deine familie einweihen und die könnten ja dir zu liebe mal ne weile party ohne suff machen, glaub mir das geht wunderbar. ich hab im ersten jahr an nichts teilgenommen wo getrunken wurde. wenn ich mir das bein gebrochen habe melde ich mich nicht zum marathon an. heute stört es mich nur noch selten, aber es kommt vor und da ich noch ne weile leben möchte bleibe ich an solchen tagen einfach auf dem sofa. meine freunde und bekannten wissen das und da ist dann auch keiner beleidigt wenn ich aufstehe und gehe weil die mir zu weinseelig werden. aber am anfang bin ich nirgends hin gegangen, mein leben ist dann doch wichtiger als paar std blabla.

    oja, das Ausruhen lernen ist echt eine große Herausforderung...ich hab es auch mit Meditieren versucht, aber es fällt mir so schwer einfach ruhig zu sitzen und die Gedanken kommen und gehen zu lassen. Auch geführte Meditationen sind anstrengend, meine Gedanken schweifen immer total ab....aber Handarbeit entspannt mich.

    Das mit dem Weggehen einschränken: ja ich kann es total nachvollziehen. Ich war gestern auf einer Hochzeit. Die Vorstellung war der pure Horror: wie soll ich den ganzen Tag nur überstehen? Der erste Trigger war nach der Kirche beim Sektempfang, da hat es mich schon voll genervt, ich bei Wasser und Orangensaft. Ich konnte mich nicht wirklich unterhalten, fühlte mich unsicher, langweilig, wusste nicht was ich da gross reden soll. Nach dem Essen mit vollem Magen wurde ich nur müde und dachte: shit, der Tag ist noch lang, am liebsten würde ich jetzt aufs Sofa. Aber dann habe ich mit ein paar Gäste unterhalten die auch nur bei Wasser und alkoholfreies Bier da saßen, wir haben uns ganz nett unterhalten (nicht über Alkohol), ich meinen Kaffee und Kuchen genossen und zack war es schon Abends. Als wir heimkamen dachte ich: schön, abends von so einer Feier heimzukommen, ohne betrunken zu sein. Das hat mich wirklich befriedigt und bin zufrieden ins Bett gefallen. Natürlich war das Gefühl heute morgen noch schöner 🙂

    Somit ist das Wochenende überstanden. In naher Zukunft stehen keine weiteren Veranstaltungen an. Was bin ich froh.

    Hallo Dorothea,

    also langweilig ist es mir tatsächlich nie, ich habe immer sehr viel zu tun, Arbeit, Haushalt und Hobbies, mache viel Handarbeit. Es ist auch so, dass wenn ich abends getrunken habe, immer nebenher was gemacht habe. Ich kann einfach sehr schwer nichts tun. Nur ist es so, dass ich mit dem abendlichen Trinken noch mehr gemacht habe, noch länger wach geblieben bin. Natürlich war ich morgens total gerädert. Jetzt nutze ich die Nüchternheit um wieder einen natürlichen, gesunden Schlafrythmus zu bekommen. Anfangs war ich morgens ohne Alkohol genauso erschöpft. Jetzt langsam, seit ein paar Tagen wird der Schlaf erholsamer.

    Was das Umfeld angeht: Ich geh nicht so oft weg, bin gern zu Hause, auch allein. Mein Mann trinkt nicht. Das ist eine große Unterstützung . Aber wenn wir weggehen und Freunde und Familie treffen, ja da wird überall getrunken. Alkohol ist einfach überall ...

    so, die ersten 2 Wochen sind mal wieder vorbei.

    Irgendwie kommt mir das länger vor. Die erste Woche war ich viel beschäftigt mit Gedanken beobachten, in mich reinhören, wo und wann sind die Trigger, wann ist die Lust auf Wein am stärksten? Nun ja, eigentlich ist es immer das gleiche Muster, die Lust kommt am Abend, wenn ich nach einem langen Tag heimkomme und nach dem alles erledigt ist, kommt dieses Gefühl: aaaaaaaaaaah, und jetzt entspannen, runterkommen, belohnen. Um dem ganzen zu umgehen, beschäftige ich mich noch mehr, was gerade dazu führt, dass ich nie Feierabend habe :mrgreen::lol:

    Dafür gehe ich deutlich früher ins Bett. Während ich die Abende mit einer Flaschen Wein bis um 23.00 oder 24.00 Uhr verbracht habe (die Flasche musste ja schliesslich leer sein...), schaffe ich es jetzt gegen 22.00 Uhr ins Bett zu gehen. Es macht jetzt auch keinen Sinn mehr, ohne Wein länger aufzubleiben....

    Hallo zusammen,

    ich wollte mich nach 7 Tage melden, dann hatte ich so viel zu tun und war so "im Teig", dass die Zeit so schnell vorbei ging.

    Heute ist mein 12. Tag nüchtern 😊 und mir geht es gut dabei. Diese Woche ist wieder voll mit Terminen, meine "Trigger" kommen Abends, wenn ich nach einem stressigen Tag in den Feierabend-Modus wechsele. Mal mehr, mal weniger. Aber ich merke, dass es mir ohne Alkohol besser geht, und das Gefühl morgens, zu wissen meine Mattigkeit und Müdigkeit kommen nicht vom Alkohol ist wirklich erleichternd. Aber da muss ich immer zwei mal überlegen, warum ich so müde bin 🤣

    LG

    StepByStep