Beiträge von StepByStep

    Hallo zusammen, ich hab mich jetzt schon seit einigen Tage nicht gemeldet. Mein Tag ist voll mit Arbeit und Aktivitäten. Die Gedanken an Alkohol werden weniger, aber manchmal, wenn sie kommen, sind sie sehr widersprüchlich. Manchmal denke ich: bin ich froh, dass ich das nicht mehr brauche. Manchmal: schade, dass ich bei diesen Sommerfeeling mit einem kühlen Drink nicht mehr so geniessen kann. Es ist eben ein auf und ab. Aber ich bin stolz, jetzt schon in der 6. Woche meiner Abstinenz zu sein.

    LG

    Kurzes update von mir: Seit 23. April nicht getrunken. Ich bin jetzt also in der 5. Woche.

    Die Gedanken kommen und gehen . Diese Woche hatte ich einen kurzen Moment, der gefährlich war. Ich war mit dem Auto nach der Arbeit unterwegs und plötzlich der Gedanke: die Sonne scheint, der Sommer kommt, und ich kann jetzt den Sommer ohne Sekt oder mal ein Aperol Spritz nicht geniessen. Jetzt ist mir scheiss egal, jetzt trinke ich.

    Dieser Gedanke war wie ein Teufel. Zum Glück konnte ich den noch stoppen, bin heim gefahren, was gegessen und dann hat es sich beruhigt und ich bin dann bald ins Bett.

    Puh...der hat mir wirklich Angst gemacht, dieses "Scheiss-egal"-Denken

    Und ich bin auf niemanden neidisch, der das noch vor sich hat. Also es würde, wenn überhaupt, eher abschreckend wirken und es bestätigt mich auch auf meinem Weg.


    Trockene Alkoholiker sind für mich definitiv kein schlechterer sozialer Umgang als andere Leute. Bei Anderen steht mir auch oft der gewöhnliche Trinkumgang eher unangenehm im Weg

    Hallo Lebenskünstler,

    danke für deinen Beitrag. Diese Sachen sieht man natürlich erst, wenn man selber nicht mehr trinkt. Wenn man selber trinkt ist es eher "beruhigend" zu sehen: ach der andere trinkt ja viel mehr, also bin ich safe oder bei mir ist es nicht mehr so schlimm.

    Wenn man dann nüchtern ist, ist zusehen, wie viel andere trinken eher abschreckend, hast recht.

    Dennoch auch am Anfang gefährlich, wenn man sich dabei ertappt zu denken: ach so schlimm war es bei mir nicht. Diese Gedanken kommen ab und zu bei mir. Ich muss dann immer wieder ganz schnell STOPP sagen

    Ob häufig oder nicht, mit diesem Verhalten trainiere ich ein Muster an, welches mich in die Sucht führen kann.

    ja das versteh ich, ich hab mir regelrecht dieses abendliche Muster antrainiert. Jetzt gilt es, das Gehirn mit neuen Mustern zu überschreiben....obwohl es leider nicht mehr ganz rückgängig zu machen ist :(

    Dieser Satz von dir ist mir gerade ins Auge gesprungen.

    Ich bin nicht hier im Forum, um über Alkohol zu sprechen. Ich erzähle nicht ständig was ich zu mir genommen habe, wann und wie.

    Ich rede über mich als Mensch, als Alkoholikerin. Über meine Gedanken und Gefühle. Über Gefahren, Notfallkoffer, und was ich vielleicht schon geschafft habe.

    Ja, das hilft mir nach wie vor. Auch wenn ich erst einige wenige Jahre trocken bin, ist das nächste Glas immer nur eine Armlänge entfernt. Meine Krankheit bleibt mir erhalten. Ich kann sie lediglich weiterhin stoppen. Und dafür muss ich sie mir bewusst machen.

    hmmm...vielleicht kann ich es noch nicht ganz begreifen...kommt Zeit, kommt Rat

    Ich war noch nicht allzu lange abstinent, als ich einen Nebenjob in einer Bäckerei angefangen habe. Ich war nie scharf auf Süßes, war eher Chips-Fan, aber da hab ich ALLES probiert und mir immer eingeredet, dass ich ja mitreden können muss, wenn Kunden mich was fragen 🙈Ganz schlimm war die Berliner-Saison... und was soll ich sagen, ich hab es nie mehr ganz sein lassen können - und hab mich dafür im Fitnessstudio angemeldet! Lieber zwei Berliner als zwei Flaschen Wein,

    Grüße, Hera

    ja man muss doch schliesslich wissen, was man verkauft :lol:

    Lieber zwei Berliner als zwei Flaschen Wein, - da haste recht:thumbup:

    das gehört dazu. völlig normal, aber man sollte es halt im auge behalten. dein körper hat eben eine menge arbeit und vor allem dein kopf läuft auf hochtouren. das hirn arbeitet vorwiegend mit zucker, daher hast du eben auch einen hohen bedarf. achte insgesamt auf die ernährung dann pendelt sich auch die schokimenge mit der zeit auf ein legitimes maß ein.

    dein Wort in Gottes Ohr:saint:

    Hallo Tabsi,

    hallo an alle,

    das lange Wochenende hat gut getan. Die Gelüsten am Abend kommen immer wieder, aber sie gehen auch wieder. Momentan "belohne" ich mich mit Schoki, obwohl ich normalerweise nicht so die süsse bin....aber ich hab gelesen, dass es am Anfang normal ist, schliesslich enthält Alkohl, bzw. Wein und Sekt auch Zucker. Und der fehlt jetzt.

    Kennt das jemand? Hoffe, dass vergeht bald. Ich reiss mich ja schon zusammen..

    Hallo Step,

    von mir noch ein Hallo und Willkommen hier im Forum, sowie Glückwunsch zu 20 Tagen Abstinenz. Ich habe gerade Deinen Faden gelesen und mich in einigen Dingen ( Dein Trinkverhalten, Deine Scham) wiedergefunden.
    Die Anfangszeit war schwer für mich, ständig die Gedanken an Alkohol, aber es wurde mit der Zeit leichter. Inzwischen sind es 2 Jahre, trotzdem befasse ich mich jeden Tag damit, aber es triggert mich nicht mehr.
    In der Anfangszeit bin ich früh ins Bett, hab dann noch gelesen oder versucht zu schlafen.
    Ich habe mich auch bei Familie und Freunden geoutet, um Hintertüren zu schließen. War bei der Suchtberatung und habe es offiziell bei meinen Ärzten und Therapeutin gemacht.
    Heute stehe ich dazu, dass ich Alkoholikerin bin, kein Verstecken, keine Lügen mehr…

    Hallo Tabsi, vielen Dank für dein Willkommensgruss. Wow, zwei Jahren sind eine Menge.

    Mit dem Outen ist so eine Sache, gut mein Mann weiss ja, dass ich aufgehört habe zu trinken (meine vierte Woche fängt jetzt an :-). Meine Mutter weiss halt, dass ich immer wieder "Trinkpausen" mache, mit ihr will ich jetzt nicht unbedingt gross darüber reden oder diskutieren. Zumindest noch nicht.

    Was Ärzte und Therapeutin betrifft, ich hatte mal vor vielen Jahren einer Therapeutin erzählt (damals war ich wegen einer Angsterkrankung in Therapie), dass ich abends zu viel trinke, um runterzukommen. Die ist überhaupt nicht darauf eingegangen. Jahre später habe ich weinend auch meinem Hausarzt berichtet, dass ich zu viel trinke. Er meinte ich soll versuchen zu reduzieren. Da meine Blutwerte völlig ok sind, hat er wohl das nicht zu ernst genommen. Muss man denn erst am Abgrund stehen oder unter der Brücke landen, bis man ernst genommen wird?

    Zur Suchtberatung hab ich mich noch nicht getraut. Momentan zieh ich es alleine durch und mit dem Forum hier. Vielleicht reicht es aus, vielleicht auch nicht. Vielleicht bin ich einfach noch nicht so weit, mich so zu öffnen :( ich hatte es ja schon vor Jahren probiert...

    So. mir geht es gut, heute beginnt Woche 4, und es ist immer wieder ein schönes Gefühl, mit einem klaren Kopf aufzuwachen

    Wünsche euch einen schönen Vatertag.

    LG

    Step

    Wir sind hier ein Alkoholiker‑Forum, und deshalb bleiben wir auch bei der Alkoholsucht.

    Vergleiche mit anderen Süchten bringen dich nicht weiter, weil sie am Kern vorbeigehen. Jeder Ausweichschritt in Richtung „ist ja wie Rauchen“ nimmt dir den Blick auf das, was wirklich zählt. Du bist alkoholkrank, und genau das braucht deine volle Aufmerksamkeit.

    Alkohol ist eine eigene Baustelle, mit eigenen Risiken, eigener Dynamik und eigenen Konsequenzen. Wenn du ausweichst, drehst du dich im Kreis. Deshalb lassen wir die Vergleiche weg und bleiben bei dem, worum es hier geht, deiner Alkoholsucht und deinem Weg raus daraus.

    Sorry, wollte nicht vom Alkohol ablenken. Das ging mir heute einfach durch den Kopf

    Ziele bei einer Suchterkrankung heißen, sie zu stoppen und alles zu tun, was dafür nötig ist. Alles andere sind Wünsche aus tausend und einer Nacht.;)

    Als Erstes. Rauchen und Alkoholismus sind nicht dasselbe. Jeder Vergleich führt in die Irre. Beim Rauchen bedeutet ein Rückfall, dass man , falls man überhaupt abhängig war einfach wieder raucht.

    Beim Alkohol kann ein Rückfall direkt in den Entzug, ins Delir oder Schlimmeres führen. Das ist eben eine völlig andere Liga.

    Und es geht auch nicht darum, "nicht mehr daran denken zu wollen‘" Alkohol verschwindet nicht aus dem Kopf. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Es bleibt also ein Thema, weil es eine Suchterkrankung ist, keine schlechte Angewohnheit.

    Ich verstehe, dass ein Rückfall bei Alkohol viel schwerwiegender Folgen hat als ein Rückfall beim Rauchen, dass das eine ganz andere Liga ist. Dennoch ist rauchen nicht nur eine schlechte Angewohnheit, sondern auch eine Sucht. ich bin die erste 4 Wochen lang fast die Wände hoch gegangen. Aber klar, ich verstehe, Alkohol ist noch viel schlimmer, ich will das auf keinen Fall verharmlosen.

    Dennoch hoffe ich, dass die Gedanken und die Lust nach Alkohol nach und nach weniger werden, genau so wie die Gier nach Zigaretten verschwunden ist. Und so wie ich weiss, dass mich eine einzige Zigarette sofort zurück in die Sucht treiben würde, denke ich auch, dass ein einziges Glas mich wieder zum täglichen Trinken führen würde.

    Rückfälle von Langzeitabstinenten sind, so meine Fetsstellungen in den letzten Jahren, häufig von dem vorangehenden Gedanken begleitet, man sei über den Berg und könne jetzt wie ein Normaler leben und dazu gehört in unserer Gesellschaft oft auch der Konsum von Alkohol.

    Das kann ich total nachvollziehen, so ging es mir auch schon mal mit dem Rauchen. Einmal 3 Jahre aufgehört, da dachte ich auch mal, ich könnte mal eine rauchen....ab und zu mal eine macht ja nichts. Und zack war ich wieder drin, und hab noch mehr geraucht als vorher. Beim letzten Mal aufhören war mir dann klar, ich als starker Sucht-Raucher werde nie ein Gelegenheitsraucher werden. Ich darf einfach keine mehr rauchen. Punkt.

    H Gedanken an Alkohol die man dann als positiv sieht...ich weiß nicht ob ich das verständlich machen konnte was ich meine...

    Gruß R/no

    Ich weiss nicht, ob ich das wirklich richtig verstanden habe. Aber mir fällt dazu was ein. Ich habe vor ca 12 Jahren mit dem Rauchen aufgehört und ich hab wirklich sehr viel geraucht. 1,5 Schachteln täglich, am Wochenende auch mal zwei. Ich bin da auch nicht Feierlichkeiten fern geblieben, weil eventuell dort Raucher anwesend waren. Da musste ich ja auch durch. Und ich sehe ehrlich gesagt auch nicht unbedingt bei den Feierlichkeiten den furchtbaren Trigger, sondern eher bei meinen Abenden zu Hause mit meinen "Feierabend- und Runterkommen-Gefühlen". ich hoffe ihr versteht was ich meine.

    Nach so vielen Jahren denke ich 0,0 ans Rauchen. Es fehlt mir nicht, es stört mich aber auch nicht wenn jemand raucht. Ich mag nur nicht den Geruch von kaltem Rauch oder an meinen Klamotten oder Haaren. Das ist eklig. Das Rauchen ist komplett weg aus meinem Gehirn, ich würde auch nicht auf die Idee kommen mich in einem Raucher-Abstinenzler Forum aufzuhalten, weil es nicht mehr teil meines Lebens ist und es für mich keinen Sinn machen würde.

    Mein Ziel mit dem Alkohol ist, genauso an den Punkt zu kommen, wo man überhaupt nicht mehr daran denkt. Das wäre sooo schön. Eine Frage an die Langzeitabstinenzler: Kommt euch nicht manchmal der Gedanken "was mach ich hier eigentlich, es gehört ja nicht mehr zu mir." ich meine wenn man hier im Alkoholforum unterwegs ist, triggert das nicht auch einen, wenn man ständig über Alkohol spricht? Diese Frage interessiert mich wirklich.

    Bin gespannt auf eure Meinungen

    Liebe Grüsse