Beiträge von Honighummel7

    Alle Informationen über diese Co Abhängigkeit sind mir bewusst, kann aber (noch?) nix umsetzen.

    Hallo liebe Issi,

    mich hat es auch sehr frustriert, so viel Wissen über die Co-Abhängigkeit zu haben und trotzdem nicht in der Lage zu sein, die Schritte zu gehen, die meiner Meinung nach folgen mussten. Ich fühle das auch genau jetzt, da ich es bisher nicht geschafft habe, meine Position klar vor meinem Mann auszusprechen.

    Aber ich glaube, das ist normal. Es waren ja nicht einfach nur Wissenlücken, die uns gefehlt haben. Ansonsten bräuchten wir nur Internetzugang und keine Selbsthilfegruppe. Ich denke, es ist vor allem wichtig, den ersten Schritt zu gehen (das haben wir schon getan) und dann einfach nicht aufzuhören zu laufen, bis wir wieder bei uns und bei einem selbstbestimmten Leben sind.

    bis die Erkenntnis vom Kopf in den Bauch wandert.

    Und diesen wirklich so schön ausgedrückten Gedanken möchte ich auch zu 100% unterstreichen. Ich durfte das für Teilaspekte bereits erleben und ich wünsche dir, dass du das auch bald kannst.

    Ich kann „nur“ mich selbst retten, ihm kann ich helfen, oder auch nicht, wenn er mich um etwas bittet, ansonsten ists aussichtslos. Daher, Obacht. 😉

    Liebe Simsalabim, danke, dass du das sagst. Ich glaube das war ein kleines Missverständnis. Wäre mein Mann gemeint gewesen, hättest du zu 100% Recht. Ich kann nichts für ihn tun, außer zu gehen, wenn er sich schlussendlich für den Alkohol entscheidet.

    In diesem Satz hatte sich Mariexy auf meinen Sohn bezogen. Und ihn kann ich retten. Es ist meine Pflicht als seine Mutter, ihn vor dem Leid zu schützen, das sein Vater erlebt.

    Aber wie gesagt, trotzdem vielen Dank, dass du mich an dieser Stelle zum Umdenken animieren wolltest. <3

    das funktioniert bei Sucht auch leider nicht

    Ja, da hast du natürlich recht, das kam vermutlich von mir falsch rüber - ich meinte damit, dass Bier in der Familie meines Mannes schon immer in großen Mengen getrunken wurde.

    Und doch entscheiden sich viele Menschen für den Alkohol und gegen das trockene Leben.

    Fühl dich mal gedrückt.

    Vielen lieben Dank. Und ja, leider ist das so. Und auch wenn mein Mann sich so entscheidet, werde ich das akzeptieren müssen. Die Tatsache fühlt sich nur echt mies an. :(

    Es gibt nur 3 Zustände

    ...

    hiermit dein Gewissen etwas (neu) Ausrichten.

    Diese Ansicht finde ich tatsächlich sehr hilfreich. Ich danke dir fürs Teilen! Das erleichtert grrade mein Gewissen.

    Ach ja, das Verständnis für die Prägung u die schlimmen Erlebnisse meines Mannes, dafür hatte ich immer mehr Verständnis (gefühlt) als er.

    ...

    Und oft bin ich nicht zufrieden mit mir u wünsche mich tatkräftiger u entschlossener für mich.

    Ja, lange Zeit habe ich auch seinen Alkoholkonsun mit seiner Vergangenheit gerechtfertigt. Das konnte ich zum Glück mittlerweile ablegen (war sehr hartnäckig in meinem Kopf). So traurig es auch ist, dass ein Mensch oft sogar von der eigenen Familie auf schreckliche Wege geschubbst wird, bleibt der Umgang damit in der Entscheidung der Person selbst.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, dich immer wieder für dich stark machen zu können. <3

    Was ich damit sagen will, Dein Mann ist da keine Ausnahme, glaube ich. Und auch wenn sich sein Umfeld negativ auf sein Leben ausgewirk hat, hätte er Chancen gehabt oder hat sie auch jetzt, die Sucht zu stoppen.

    Ich fand in den vergangenen Monaten am hilfreichsten, diese Erkrankung und ihre Folgen für meinen Ex und auch für mich möglichst nüchtern zu betrachten. Aus miner Sicht, gibt es keinen Grund "zu ihm zu halten" oder aber auch das Gegenteil, also gegen ihn zu sein.

    Das stimmt und das hasse ich an der ganzen Geschichte so sehr. Es gibt einen Weg da raus und er kann ihn einfach ablehnen, ohne dass ich etwas tun kann oder das Recht dazu hätte.

    Mir gefällt dein Ansatz richtig gut. Ich glaube, das kann ein richtiger "Boden unter den Füßen" sein.

    Aber da ist ein realer kleiner Junge der dich braucht , der noch alle Chancen hat gesund groß zu werden.

    Danke, dieser Satz hat sich direkt in mein Herz gebrannt. Es ist meine Aufgabe, ihn zu retten und ich werde alles dafür tun, es zu schaffen. Wirklich, vielen Dank!

    Ich habe mich gestern noch ein wenig durch "Der Weg" im Alkoholikerforum gelesen und realisiert, wie viel schon an körperlichen Schäden bei meinem Mann passiert sein kann. Ich weiß, dass die Sorge und das Mitleid wieder der totale Co in mir ist, aber es fühlt sich richtig an, es zumindest zu fühlen.

    Es wurde immer gesagt, mein Mann war wie mein Sohn - ein kleiner Schelm und ein Sonnenschein. Allerdings war sein zu Hause auch geprägt von psychischem Missbrauch und dem Feiern des Alkohols. Nur ein Bier zu trinken, existierte einfach nicht. Dass es diese Möglichkeit gab, war ünerhaupt keine Option. Täglich Bier trinken und das als Erfolg zu sehen - das war seine Normalität, so hat er das Leben als normal kennengelernt. Das war es ja, was ein "richtiger Mann" tat.

    Dazu kamen schwere Schicksalsschläge und meiner Meinung nach wurde er von mindestens drei Personen mental gebrochen - die ihn manipulierten, missbrauchten (meiner Befürchtung nach nicht nur psychisch) und zerstörten.

    Er wollte immer nur eine feste Wohnung, einen Job und eine Familie. Das war seine Traumvorstellung im Leben. Keine großen Ansprüche. Nur das Sehnen nach Sicherheit und Liebe.

    Ich will keinesfalls damit seinen Alkoholkonsum rechtfertigen. Aber sollte mein Mann nicht die Kurve kriegen und durch die Folgen des Alkohols sterben, wäre der Gedanke daran unterträglich, wie er mit allen Chancen der Welt als Kind auf die Welt kam, unschuldig und lebensfroh, um danach das Bier gefühlt in die Wiege gelegt zu bekommen, gebrochen zu werden und dann durch den Alkohol die Chance zu verpassen, ein glückliches Leben zu führen, welches das kleine Kind so verdient gehabt hätte.

    Ich glaube, das zu schreiben, ist auch einfach ein Teil der Trauer, die ich empfinde, wenn ich daran denke ihn vielleicht gehen lassen zu müssen. Ich kann es nicht ändern und ich weiß, dass ich ihn nicht retten kann, aber es macht mich traurig.

    Hallo helianthus,

    erst einmal möchte auch ich mein Beileid ausprechen. Als ich deine letzten Nachrichten gelesen habe, hat mich das sehr an den Tod von zwei nahen Verwandten erinnert. Es gab zwar keinen Kontaktabbruch und es war auch keine Folge von Alkohol, aber die Partnerinnen haben plötzlich allen Schuld zugesprochen.

    Sie haben schlimme Worte an die Eltern, Geschwister und so weiter gerichtet. Wie eogoistsich sie doch seien und wie wenig Interesse sie doch an der Person hatten sowie Dinge, die ich gar nicht schreiben möchte.

    Warum erzähle ich das: Ich glaube, das ist auch eine (sehr egoistische) Art zu trauern - vor allem wenn die Partner selbst Dinge haben, die sie sich vorwerfen. Leider erschwert das die Trauer der anderen Anghörigen unglaublich sehr bzw. kann sie in riesige Abgründe zerren.

    Lass dich nicht in diesen Abgrund zerren. Du hast die richtigen Entscheidungen getroffen - auch wenn gerade vielleicht jemand versucht, dir etwas anderes einzureden, um dich statt sich selbst nach unten zu zerren.

    Wieso hat er sich nicht bemüht seine Sucht zu bekämpfen, wieso immer nur ich?

    Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir auch häufiger stellen sollte. Es ist ja nicht so, dass man als Alkoholiker handlungsunfähig ist. Klar, gefangen in der Sucht, hat man wahrscheinlich oft keinen klaren Blick dafür - aber trotzdem bleibt es immer eine Entscheidung, die für den Alkohol getroffen wird.

    Bleib auf deinem angefangenen Weg der ist goldrichtig. Auch wenn du manchmal noch Zweifel hast es ist richtig wie du handelst.

    Vielen lieben Dank für die Bestärkung! Das hilft immer sehr.

    Lass dich davon nicht verunsichern, wenn es geht. Keiner von denen lebt ja dein Leben. Solche Äußerungen und Ratschläge sind echt nicht nützlich.

    Ja, das stimmt, ich versuche es. Wahrscheinlich triggert das einfach wieder mein schlechtes Selbstvertrauen - dass ich den Gedanken anderer oft mehr Glauben schenke, als meinen eigenen. Aber auch da bin ich zuversichtlich, dass ich es irgendwann vielleicht anders tun werde. Ich werde mit jedem mal besser darin.

    Menschen, die diese Probleme nicht haben oder kennen, können deine Gedanken in keinster Weise nachvollziehen.

    Hier bringt es dir weitaus mehr, dich mit Menschen zu unterhalten, die solche Situationen durchmachen oder durchgemacht haben.

    Ja, das war wohl die heutige Lektion für mich. Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Bevor ich mich mit der Sucht so richtig beschäftigt habe, hatte ich auch keine Ahnung und war der Auffassung, dass der betroffene Mensch ja eigentlich der selbe bleibt und man gewiss kontrolliert trinken könnte.

    Ja diese Erwartung in guten wie in schlechten tagen habe ich mir meißtens selber gestellt.

    Ja, das habe ich vorhin auch in deinem Faden gelesen. Noch vor ein paar Stunden hätte ich direkt einen Kommentar bei dir gelassen, dass der Ehebruch ja seitens deines Mannes geschehen ist (ich habe darüber auch schon einige Gespräche geführt, da ich für diese Ansicht häufig schief angeschaut wurde).

    Aber irgendwie hat die Aussage, die ich heute bekommen habe, einen Knacks hinterlassen. Wahrscheinlich weil ich sonst immer viel Wert auf die Ansichten dieser Person gelegt habe. Aber wie die anderen beiden schon geschrieben haben - Außenstehende können das Ausmaß schlichtweg auch wahrscheinlich nicht erkennen.

    Wow, das klingt danach, als hättest du in deinem Leben sehr viel gegeben. Ich hoffe, du hast dafür an vielen Stellen auch Dankbarkeit erfahren dürfen.

    Aber auch starke Trauer dass ich es nicht geschafft hatte die Ehe zu erhalten .

    Aber das hättest du doch auch kaum tun können. Du hast so wie ich das lese, sehr lang auf deine Kosten in deine Ehe investiert. Die Ehe hätte nur durch denjenigen gerettet werden können, der sie belastet - dein Mann.

    Ja ich bin noch nicht getrennt, ich brauche es im Momment nicht. Es geht mir auf meinem Weg gut, es ist mein Weg .

    Auf jeden Fall, da hast du zu 100% Recht.

    --

    Darf ich dich noch fragen: In deinem Titel hast du stehen "Hoffnung fürs Alter". Was erhoffst du?

    Ich habe angefangen, mich mehr zu öffnen und mit mehr Personen in meinem Umfeld über meine Lage zu sprechen. Ich dachte, das ist gut, weil ich dann vielleicht nicht mehr so schnell in realitätsferne Gedanken abdrifte. Aber tatsächlich bekomme ich hier ziemlich viel Gegenwind. Warum ist es weniger schlimm, den Selbstwert und eigenen Wille eines Menschen zu zerstören, als sich vor genau diesem in Sicherheit zu bringen? Warum halten so viele zum Alkoholiker? - Wobei, wenn ich diese Frage gerade so schreibe.. Ich tue es ja leider auch.

    Heute sagte man mir im Gespräch "In guten, wie in schlechten Zeiten". Und leider hat das aber richtig getroffen.

    Hallo liebe Mariexy,

    ich finde es richtig stark, dass du den Fokus so auf dich und dein eigenes Leben legst.

    Darf ich dich fragen, aus welchen Gründen du dich gegen die Trennung entschieden hast? Ich weiß, dass du sie in deiner Vorstellung wahrscheinlich mit Absicht nicht näher ausgeführt hast, weshalb es natürlich auch okay ist, wenn du nicht darüber sprechen möchtest. Aber da ich aus deinen Beschreibungen den Eindruck bekomme, dass eure Leben kaum noch Berührungspunkte haben, kommt bei mir genau diese Frage auf.

    Denke es ist gut auf meinen Bauch zu hören. Und der sagt NEIN... nicht auf alte Muster reinfallen.

    Ja, das denke ich auch. Man hört viel zu selten auf die Warnzeichen, die das eigene Nervensystem rausballert. Ich wünsche dir ganz viel Kraft beim Standhaft bleiben! Ich finde das sehr inspirierend.

    Meine Mutter wollte sich auch nicht von ihrem Alkoholiker-Ehemann wegen uns Kindern trennen.

    Wie oft haben wir Kinder sie deshalb innerlich verflucht.

    ...


    Vielleicht hast du ja kurzfristig noch die Möglichkeit, das Gespräch noch zu beenden, so dass dein Kopf sich mit diesem im fertigen Zustand beschäftigen kann.

    Ich danke dir fürs Teilen dieser Perspektive. Ich glaube, das ist eine meiner größten Schwächem in der ganzen Materie. Das hilft mir, wieder etwas klarer zu denken.

    Und ja, ich versuche, das Gespräch bald fortzusetzen. Wobei ich ja eigentlich weiß, dass ich es schon so lang als Familie versucht habe und eigentlich nur meine Familie in Sicherheit bringen möchte.

    Ich habe heute mit einem Freund telefoniert und mit ihm über mein Vorhaben gesprochen. Er meinte dann zu mir, ich solle mir das wirklich gut überlegen - vor allem ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, es als Familie durchzustehen. Immerhin ist ja mein Sohn auch involviert.

    Das haben bisher die meisten gesagt und nach ein bisschen Input von meiner Seite lenkten eigentlich alle um und waren auch der Ansicht, dass zumindest eine vorübergehende Trennung sinnvoll ist. Mit ihm konnte ich aber nicht so lang sprechen und jetzt geht mir dieses unfertige Gespräch im Kopf rum.

    Ich weiß, dass ich meinen Sohn damit beschütze, wenn ich die entsprechenden Maßnahmen ergreife. Aber meine Co-Honighummel ist mit einem Softeis in der Hand auf den Zug aufgesprungen und erzählt mir den ganzen Tag, dass ich unsere Familie zerstöre und meine Bedürfnisse über die meines Sohnes stellen würde. Es ist so anstrengend... ?(

    Ich muss mir gerade ganz viel sagen, dass dieses wechselhafte Verhalten oder dieses "Kein Bock jetzt zu spielen" das Schädliche ist. Und ich meinen Sohn nur schütze.

    Ich erkenne mich als Alkoholiker ein Stück weit wieder. Nicht aus Selbsterkenntnis sondern aus den Schilderungen meiner Frau.

    Ich danke dir, dass du diese Erfahrung hier mit mir teilst. Es hilft mir, das momentane Wesen und die Handlungen meines Mannes zu verstehen bzw. zu verstehen, welchen Wert ich ihnen geben kann.

    Trennung schnellstmöglich... sollte keine Einsicht und ein klares Statement zum Alkoholiker vorhanden sein.

    Diese eine oder zweite Chance würde ich mir als Alkoholiker wünschen.

    Ich muss sagen, dass ich sehr große Angst davor habe, ihm diese Chance noch einmal zu geben - dass es nur wieder eine Aufschieben ist und ich mich freudestrahlend wieder hineinstürze. Ich weiß ja, dass er im Zuge seiner Sucht auch immer wieder gelogen hat. Sehr überzeugend leider noch dazu. Wie könnte ich mich aus meiner Co-Haltung lösen?

    Ich liebäugel momentan wieder damit, mit ihm über seine Sicht auf sich zu sprechen. Wenn er einsieht, dass er Alkoholiker ist und sich bereit erklärt, die ersten notwendigen Schritte zu gehen (mit Termindruck), könnte ich mir vorstellen, es noch einmal zu versuchen. Auch wenn ich Sorge habe, dass das wieder ein blindes Verhalten von mir ist. Wenn er es nicht sehen sollte, möchte ich den Strich ziehen - auch wenn er es sich dann anders überlegt. Weil dann ist mir das Risiko zu hoch, dass es nur ein Hinhalten ist.

    Und selbstmitleidig klingst du nicht, eher wie ein Mensch, der um vieles trauert und vieles erkennt.

    ...

    Ich lass einfach mal einen Drücker hier.

    Ich danke dir von Herzen. <3

    Ich schreibe heute viel... aber ich hatte heute leider ziemlich viel Zeit zum Nachdenken. Es geht mir so mies. Für manche muss dass so selbstmitleidig klingen, da sie viel, viel schlimmere Zustände erlebt haben. Aber ich kann es nicht anders sagen, es geht mir sau schlecht.

    Gerade hatte ich eine Heulattacke, wie ich sie eher selten in meinem Leben hatte. Ich glaube, ich habe gerade realisiert, dass ich den Mann, den ich von ganzem Herzen geliebt habe, langsam und schmerzhaft verliere. Dass ich es nicht aufhalten kann. Dass er immer mehr verschwinden wird und schon so sehr verschwunden ist. Er ist so nicht mehr da. Manchmal blitzt er noch auf und ich bin so glücklich, ihn wieder zu sehen und dann ist er wieder weg. Und irgendwann vielleicht für immer. Es tut so weh, zu erkennen, dass ich ihn an den Alkohol verloren habe - er teilweise gar nicht mehr existiert.

    Meine Gedanken überschlagen sich. Von einer Minute auf die andere denke ich in völlig unterschiedliche Richtungen. Danke fürs trotzdem zuhören.

    Danach kommt Mama als Home normalerweise nicht mehr in Frage.

    Ja, wir sind noch recht jung (haben die 20 aber schon lang hinter uns gelassen ^^). Es wäre langfristig auch bei ihm keine Alternative - nur für ein paar Nächte auf der Couch.

    Vielleicht bist du einfach noch nicht so weit. Irgendwann wird dein Moment schon kommen.

    Da hast du vielleicht recht. Aber ich merke bei jedem "schlechten" Moment mehr, dass ich das eigentlich einfach nicht mehr will und auch nicht mehr kann. Ich will raus aus diesen Gefühlen und dieser damit einhergehenden Dauererschöpfung. Also eigentlich möchte ich nicht, dass ich noch nicht so weit bin.

    Und wie wenig ich im Grunde mir selbst wert war. Ich habe mich selbst verletzt mit meinem Mitleid, das hat mich echt geschockt als ich das verstanden habe. Und auch wie wenig ich mir nur wert war, wie wenig meine Gesundheit, meine Seele, mein eigenes Leben was doch glücklich sein sollte mir wert war.

    Aurora ich weiß, ich schreibe immer das gleiche, wenn du in meinem Faden antwortest, aber: Ich danke dir. Du triffst bei mir immer den richtigen Punkt. Ich glaube, wir sind auf Gefühlsebene sehr ähnlich.

    So wie du es geschrieben hast, habe ich es noch nie betrachtet. Und es schockt mich ebenfalls direkt, wie selbstverständlich ich für mich entscheide, zu leiden. So dass es gar keine aktive Entscheidung mehr ist, sondern wie gesagt, wie selbstverständlich für mich. Danke für den Augenöffner - über diesen werde ich wohl eine Weile nachdenken müssen. Ich habe es nie als eine Entscheidung gesehen, mich für ihn leiden zu lassen.

    Ich hatte die perfekte Gelegenheit, das Gespräch zu führen. Ich hatte die perfekten Rahmenbedingungen, um ihm zu erklären, dass ich nicht mehr so leben kann und so nicht mehr mit ihm zusammen leben möchte. Wenn es so etwas wie den richtigen Moment gibt, da war er.

    Und ich habe ihn vorbeigewunken und ihn nicht genutzt. Ich habe mich gedrückt. Habe zwar kritisch hinterfragt, wieso ich nichts tue.. verspürte aber so eine wahnsinnig große Erleichterung, als ich einen Grund gefunden habe, den ich so zurechtbiegen konnte, dass mein Verhlaten gerechtfertigt werden konnte, dass ich nicht ignorieren konnte, wie irrsinnig das schon wieder ist.

    Ich bin wütend und enttäuscht. Ich fühle mich hilflos, weil mir niemand anderes helfen kann, als ich mir selbst. Ich stehe mir selbst im Weg und das verstehe ich einfach nicht. Wie kann ich für mich selbst so eine große Mauer sein?

    Ich habe jetzt endlich eine Liste mit Gründen erstellt, weshalb ich diesen Schritt gehen will und muss, auch wenn ich manchal aus den Augen verliere, dass ich es will. Ich lasse nicht locker. Ich schaffe das.

    wäre es für dich sehr wichtig, wenn du ganz sicher für dich weißt : Ich ziehe es jetzt durch

    Ja, das stimmt... ich glaube, dass das veilleicht einer der Gründe sein könnte, die mich zögern lassen - die Angst zu versagen und es nicht durchziehen zu können. Ich sage es mir schon immer wie ein Mantra auf, dass ich es durchziehen werde und in meinem Kopf ist das auch schon ein definitiv eintretendes Ereignis. Aber sobald ich bei ihm bin, merke ich, wie alle meine Vorhaben und Überzeugungen wieder schwammig werden.

    Wahrscheinlich auch, weil ich Angst davor habe, bei ihm Angst und Trauer zu sehen. Das halte ich so gar nicht aus - also bei allen Menschen, die mir etwas bedeuten. ... und eigentlich auch bei sonst fast allen Menschen. Aber bei denen, die mit etwas bedeuten, ist es besonders schlimm.

    Wie sind denn die guten Momente aus deiner Sicht aktuell? Wirklich wie in einer gesunden und schönen Partnerschaft? Oder läuft es halt nicht schlecht und ist damit für dich gefühlt schon gut?

    Ich glaube, dass das für mich sehr schwer zu beantworten ist, da ich mich leider oft selbst belüge und nach über 10 Jahren wahrscheinlich keine Relation dazu mehr habe.

    Aber so spontan würde ich sagen, dass es wirklich schön ist. Ich habe zwar auch das Gefühl, dass es ihn große Mühe kostet, aber ich sehe manchmal wieder Lebensfreude in seinem Gesicht, Liebe für unseren Sohn und mich, Initiative von ihm aus, wenn es um Zuneigung geht und Gedanken um unser Wohlbefinden. Aber wie gesagt, ich glaube häufig mit großer Mühe verbunden.