Beiträge von Cocotac

    Zum Ende der Woche hin mal etwas Positives:


    Diese Momente im Leben, in denen man die Lebensfreude und die eigene Stärke und Freiheit bewusst spürt…sie sind so wertvoll.

    Die Energie daraus zu spüren fühlt sich unglaublich schön an.

    Ich wünsche allen hier, die diesen Weg noch vor sich haben, von Herzen, dass ihr das auch eines Tages spüren dürft ❤️

    Hallo ihr Lieben,


    heute spüre ich so viel Wut und gleichzeitig bin ich nicht sicher, ob mir das zusteht.

    Ich dachte, ich habe schon ganz gut inneren Abstand gewonnen.

    Die nicht erfragte Info von Dritten, dass ihr Mann mal wieder sehr gerochen hat.

    Wochenlang bin ich ihr erfolgreich aus dem Weg gegangen. Das tat gut.
    Und heute eine zufällige Begegnung. Ein leises „Hallo“ ihrerseits und mein Tag ist gelaufen.

    Tür aufhalten mit Abstand fühlt sich gerade anstrengend an.

    Liebe Grüße

    Cocotac

    Mir hat mal jemand gesagt:

    Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht….

    Ich muss ein bisschen schmunzeln. Diesen Satz hat meine „alte lebenserfahrene“ Mutter auch schon zu mir gesagt.

    Und rein rational habt ihr recht.

    Ich schlafe wieder besser, habe zu meiner inneren ausgeglichenen Art zurückgefunden.

    Muss keine Stimmungslagen mehr scannen.

    Muss nicht mehr aushalten wie ihr Mann zu mir sagt „sie tritt mich noch mit Füßen wenn ich am Boden liege und es mir schlecht geht“ oder „sie wird mich nicht verlassen, weil wir abhängig voreinander sind“ (Zitat).

    Fahnen, Kaugummi, die ganze Pallette, aber mit Worten mir gegenüber ausgedrückt, dass alles gut ist.
    Mir sagen, ich würde mir zu viele Gedanken machen. Meine Wahrnehmung in Frage stellen, von beiden.

    Dieses Ökosystem hat mich sehr belastet. Das wird mir erst Monate später immer mehr bewusst.

    Wir hatten auch eine sehr schöne Zeit. Aber vielleicht war der Preis zu hoch für mich.

    Meine Ruhe und wieder zu mir selbst zu finden und zu dem Gefühl, mir selbst vertrauen zu dürfen - das fühlt sich sehr schön an.

    Ich hab auch ein Helfer-Syndrom, das klingt, als würde ich zwanghaft helfen wollen und hat irgendwie einen negativen Touch, dabei sehe ich einfach nur nicht weg, wenn jemand Hilfe braucht. In deinem Fall ist es dazu noch deine Freundin gewesen, der du helfen wolltest.

    Es ist da aber wie bei den Alkoholikern, sie können sich nur selbst helfen. Sie wissen sehr wohl, dass sie ein gewaltiges Problem haben, aber wollen nicht zusätzlich darauf angesprochen werden. Ab dann fühlt es sich übergriffig an. Weiter oben habe ich irgendwo gelesen, dass du sie sogar angeschrien hast. Auch, wenn du weißt, dass du in Grunde recht hast, hast du da eine Grenze überschritten und ich hätte mich da als Freundin wahrscheinlich auch zurück gezogen. Jetzt kannst du nur abwarten und dich um dich und deine Gefühle kümmern.

    Ja, das laut werden war keine Glanzleistung von mir.
    Ich war in dem Moment emotional sehr aufgewühlt, schon seit Wochen. Und irgendwie auch überfordert mit der Situation.
    Aber laut werden war falsch und nicht angemessen.

    Habe die letzten Tage viel hier in den Fäden gelesen, auch bei den Alkoholikern. Musste das erstmal sacken lassen.

    Fühlt sich jetzt irgendwie wie Resignation an bei mir.

    Aber ich werde versuchen, ihr Verhalten nicht mehr als persönlichen Angriff gegen mich zu sehen oder als Entwertung unserer „Beziehung zueinander“. Das hab ich lange getan.

    Meine Tür werde ich weiterhin offen halten, das habe ich versprochen. Aber ich kann nicht mehr neben der Tür warten. 12 Monate ohne Bewegung sind schon lange gewesen.


    Manchmal ist es so, dass Freundschaften auseinander brechen. Da gibt es einige Probleme, die im Laufe der Zeit hervor kommen.

    Es ist schmerzhaft und dauert eine Weile, verheilt vielleicht nie ganz.

    Aber für einen selbst ist es besser, damit abzuschließen und sich auf andere Menschen einzulassen, Cocotac.

    Mein rationaler Kopf weiß das. An der Umsetzung hapert es noch.

    Meine Engsten sagen mir regelmäßig, ich hätte ein „Helfer Syndrom“ 🙈

    In diesem Sinne, denke ich, hast du dich sehr eingebracht, jetzt ist’s Zeit für deinen Garten, dein Unkraut, deine Zufriedenheit, unabhängig von deiner Freundin.

    Alles Gute dir. LG Simsalabim

    Da hast du wohl recht.

    Wahrscheinlich fällt es mir schwer, mich abzugrenzen. Sie ist wie Familie, ihre Kinder sind/waren wie meine eigenen für mich.

    Aber ich merke auch, wie es mich immer wieder runterzieht.

    Rückblickend betrachtet, habe ich lange gespürt dass ihr Mann nun heimlich trinkt. Aber die Angst war groß, es anzusprechen. Ich hatte Angst dass ich doch falsch liege (obwohl es offensichtlich ist). Ich hatte Angst, sie dann zu verlieren.

    Immer nur „mir geht es gut, mach dir keinen Kopf, etc.“. Und gleichzeitig dieses Gefühl, dass sie immer weniger sie selbst ist. Abwesend, mit dem Kopf woanders, angespannt. Wütend aber sagt gleichzeitig „alles gut“.

    Es ging so weit, dass ich wegen des leeren Alkohols in meinem Keller ernsthaft überlegte, ob ich ihn selbst getrunken hab.

    Ich habe monatelang den Mund gehalten. Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich war ja schon selbst nicht mehr ich und ständig in so einer Art Dauer-Abscannen wie gerade die Stimmung ist. Ganz extrem war es, wenn ich mit beiden zusammen war.
    Es mag blöd klingen, aber ich hab die Spannung in der Luft spüren können.

    Durch das Ansprechen habe ich ein Stück weit wieder zu mir selbst gefunden.
    Es war erleichternd, nicht mehr so tun zu müssen als ob alles gut ist. Das ist es nämlich für mich nicht.

    Bin ich oder war co-co abhängig?

    Mein Kopf weiß, dass ich mich wieder um mich selbst kümmern muss. Ich muss sie ziehen lassen, es ist ihr Leben. Es sind ihre Kinder und nicht meine.

    In meinem Herzen ist sie noch wie ein Teil meiner Familie und ich möchte die Tür für sie nicht komplett schließen.

    Dass sie keine Energie für Treffen hat sagte sie oft. Ich hab es nur nie richtig verstanden und am Ende auf mich geschoben.

    Dennoch scheint es kaum einen freien Tag ohne Aktivitäten zu geben.

    Tabsi ich gebe dir absolut recht!
    Ich habe ihr sehr deutlich gesagt, wie mies ich mich gefühlt habe, als ich es live miterlebt habe, wie er und die Kinder aus dem Auto steigen. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt weil ich nicht die Polizei angerufen habe.
    Habe sie angeschrien, dass sie Verantwortung für die Kinder hat. Sie stand da und hat einfach nichts gesagt.

    Für mich stand fest, dass ich das nicht nochmal hinnehmen werde.

    Aber seit meiner Ansprache geht er mir nahezu vollständig aus dem Weg. Er fing sogar an, an Orten wie zB Kindergarten woanders zu parken als die Jahre zuvor.

    Deine Worte und wenn ich das lese …das bewegt mich sehr und macht sehr traurig.
    Aber es hilft mir auch, alles besser zu verstehen.

    Ich danke dir!


    Meine Freundin sagte vor zwei Jahren mal zu mir „ich denke ich muss jetzt einfach funktionieren sonst lastet am Ende alles auf mir und ich lasse mir durch den Alkohol meine Ehe nicht kaputt machen“.
    Mittlerweile glaube ich, dass sie da schon viel tiefer feststeckte als mir bewusst war.

    Als ich ihr letztes Jahr, nachdem sie bei mir übernachtet hatten, sagte dass eine Dose Secco leer ist und einer meiner Schnapsflasche fast leer…da war sie sehr sauer auf mich.

    Wenn ich ihm im Ort begegne, was regelmäßig passiert, dann grüßt er überfreundlich, winkt nett. Das macht mich jedes Mal wütend.
    Es passt für mich nicht zusammen. Ich rede mit ihr über seine Sucht, dann Kontaktabbruch aber er grüßt so „scheinheilig“, schickt mir Familienfotos als Dankeschön für eine Karte die wir der Tochter zu einer Feier geschenkt haben. Mir kommen solche Gesten nicht echt und authentisch rüber.

    Seitdem ich ihn in der Schule betrunken erlebt habe, sehe ich sie kaum noch. Wir hatten bis dahin noch regelmäßig Begegnungen wegen unserer Kinder. Keine Ahnung ob das Zufall ist.

    Ich war sehr lange innerlich wütend und enttäuscht weil es sich für mich angefühlt hat als ob ICH nun zum Problem gemacht werde. Sie hat mir sogar vorgeworfenen, dass ICH einen Riss in unserer Freundschaft verursacht hätte.

    Vielleicht sollte ich das ablegen? Ich habe irgendwann selbst gedacht, dass ich sie zerstört habe.
    Aber für mich hat es sich befreiend angefühlt, alles mal auf den Tisch zu legen und anzusprechen. Ich konnte nicht mehr anders, weil ich mich immer mehr selbst verloren habe.

    Und das nicht mal als Angehörige sondern „nur“ als Freundin einer Angehörigen.
    Das ist doch alles verrückt.

    Ich danke euch von Herzen, dass ich mich hier austauschen und Dinge rauslassen darf obwohl es mir gar nicht um den Süchtigen geht.

    Ich danke dir Schmiddty!
    Den Gedanken, dass sie sich vor mir nicht rechtfertigen oder diskutieren möchte hatte ich zugegeben noch nicht.

    Ich dachte monatelang, dass ich es falsch angegangen bin. Zu wenig einfühlsam, zu viel Druck, zu wenig „überzeugt“.

    Ich denke, ich habe die ganze Dynamik und das System Sucht total unterschätzt.

    Seine Fahnen, das Zittern, Schwitzen, Launenhaftigkeit, Vergesslichkeit, bei mir über sie schimpfen…er leistet ja so viel und sie sehe das nicht, sie könne nicht kommunizieren, er brauche Zeit für sich, er gehe ja zur Beratung und habe gelernt auf sich zu achten. Fahnen vor der Arbeit, mittags, nachmittags. Sogar bei einer gemeinsamen schulischen Veranstaltung der Kinder war er „voll“.
    Ja…er gönnt sich Sauna, kommt zurück und läuft an mir und ihr vorbei und riecht sorry einfach mir ekelhaft nach Alkohol.

    Ich dachte, sie muss das doch merken. Hat sie doch ein Jahr zuvor auch noch.

    Aber für mich als Außenstehende ist das sicherlich alles „einfacher“. Ich war zwar mit ihm auch befreundet aber nie so eng wie mit ihr.

    Es ist schrecklich. Wieviel Angst und Verzweiflung muss man spüren an ihrer Stelle. ;(

    Das ist eine schöne Idee.

    Ich befürchte nur, dass jedes weitere „ich bin da“ noch mehr Druck erzeugen könnte.

    Ich habe so viele Türen geöffnet und ja bereits gesagt, dass meine Tür offen steht.

    Ich denke, ich kann nur loslassen und wie Oskar schrieb „empfangsbereit“ sein.

    In der Vergangenheit hat ihr Mann jedes Mal wenn er mitbekommen hat dass wir über seine Sucht reden dafür gesorgt, dass sie sich zurückzieht.

    Er sagte Dinge wie „Abstand zu mir würde mal gut tun“. Dann wieder „ich verschaffe ihr Freiräume dass ihr euch sehen könnt“. Er stand auch ab und an unangemeldet plötzlich vor meinem Haus oder sogar in meinem Garten, wenn sie bei mir war.

    Ich hatte mehr und mehr den Eindruck, dass er zunehmend Einfluss auf sie nimmt

    Danke dir für deine Worte und dass du deine Erfahrungen erzählst Matilda!


    Wieso hast du lange nicht mehr mit jemandem darüber gesprochen zwischendrin und was hat dich dann dazu bewogen, etwas „zu tun“?

    Da ich selbst nie einen süchtigen Partner hatte, kann ich mir nur ansatzweise vorstellen, wie sich das anfühlt.
    Meine Mutter hat meinen alkoholsüchtigen Vater verlassen als ich vier war. Ich kann mich an diese Zeiten aber nicht mehr erinnern, kenne nur ihre Erzählungen. Ihr wurden damals von den eigenen Eltern Vorwürfe gemacht, dass sie sich trennt und nicht die Familie zusammenhält . Das war nicht schön für sie.

    Ich grüße meine Freundin noch wenn wir uns zufällig begegnen.
    Ihren Mann ignoriere ich komplett. Da kann man geteilter Meinung drüber sein, aber er hat für mich einfach zu viel negatives mir ggü getan.

    Ich weiß nicht, wie ich mich ihr gegenüber verhalten soll. Ich lasse sie seit Monaten in Ruhe und gehe ihr mittlerweile (leider) auch aus dem Weg.

    Wie Oskar schrieb…ja…es ist alles ein Balanceakt.

    Unsere Kinder (Grundschulalter) sind eng befreundet (gewesen) und ich habe oft noch gefragt, ob sie sich sehen können. Aber jeder Versuch wurde abgesagt.
    Die Kinder können doch nichts dafür.

    Soll ich mich melden? Fragen wie es so geht oder sie lieber weiterhin in Ruhe lassen?

    Das Thema Alkohol brauche ich wohl nicht mehr ansprechen. Da ist auch alles gesagt.

    Ich befürchte auch, dass sie es als übergriffig empfunden hat.
    Dabei habe ich nie gesagt, dass sie ihn verlassen soll. Sie fragte mich, was ich will das sie tut und ich sagte, ich wünsche mir, dass sie sich Hilfe holt.

    Monate zuvor hat sie mir noch erzählt, wo sie überall Flaschen gefunden hat, dass sie es selbst wahrnimmt, dass sie nicht möchte dass ihre Kinder so aufwachsen und sie nicht wisse was sie tun soll.
    Sie bedankte sich sogar, dass ich sie auf den Boden der Tatsachen hole.
    Als ich es dann nochmal ansprach bin ich davon ausgegangen, dass sie noch „empfangsbereit“ ist.

    Dieser krasse Kontrast hin zu plötzlich „Ich sehe es anders als du“ mit Kontaktabbruch verwirrt mich und macht mich fertig.

    Ich habe aufgehört weiter auf sie zuzugehen. Das wäre tatsächlich übergriffig. Ich habe mich damit abgefunden bei ihnen „schlecht dazustehen“.

    Es ist einfach so frustrierend.

    Liebe Morgenrot.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass ich ihm ein Dorn im Auge war ab dem Zeitpunkt wo sie mir davon erstmals erzählt hat. Er war zwar immer freundlich zu mir aber so rückblickend betrachtet fallen mir viele Situationen ein wo er sie denke ich sehr beeinflusst hat was mich betrifft.
    Das ging zB so weit: Ich habe ihr aus Spaß einen Klapps auf den Hinterkopf geben wollen als wir zu zweit waren, traf versehentlich ihr Gesicht. Habe mich sofort entschuldigt und alles war gut. Am Tag drauf ist sie plötzlich total sauer und sagt, ich hätte sie absichtlich geschlagen. Zitat: „mein Mann hat mich erst darauf gebracht dass du mich geschlagen hast“.

    Ich befürchte, dass mein Ansprechen seiner Sucht womöglich dazu geführt hat, dass er noch übler von mir spricht.

    Ich würde sie am liebsten packen und zur Erkenntnis schütteln.

    Aber die letzten Monate haben mich müde gemacht, als ob ich alleine kämpfe.

    Danke für deine lieben Worte Anna.

    Ich weiß ja nicht mal, ob sie mich überhaupt noch als Freundin haben wollen würde. Wenn wir uns zufällig begegnen, dann grüßt sie nur kurz im Vorbeigehen, als ob nichts wäre. Dabei waren wir vorher wirklich sehr eng und vertraut miteinander. Das tut schon weh.

    Ich habe auch die letzten Wochen vor dem Kontaktabbruch öfters das Gefühl gehabt, dass sie irgendwie nicht mehr eigenständig denkt, sie hat oft die selbe Wortwahl wie ihr Mann benutzt und mich plötzlich kritisiert.

    Ich habe ihr gesagt, mehrfach, dass meine Tür offen steht. Aber nur für ein ehrliches und offenes Gespräch.

    Vielen lieben Dank euch.

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht richtig, was ich mir hier im Forum erhoffe. :|

    Zuspruch, dass ich weiter am Ball bleiben soll? Ich kann das nicht mehr. Ich habe so viele Türen geöffnet die nicht genutzt wurden.

    Vielleicht tut mir Austausch gut mit Menschen, die mit ihre Sichtweise erklären können. Tipps, was ich noch tun könnte? Ich möchte sie so gerne verstehen damit das alles irgendwie vielleicht Sinn für mich ergibt.
    Wir hatten uns ein Jahr zuvor versprochen dass ich ihr in Bezug auf die Sucht ihres Mannes immer ehrlich meine Meinung sagen werde und sie schütteln werde wenn ich es für notwendig halte. Sie sagte, dass das ein guter Plan sei. Und dann kommt der Moment und sie sagt, dass sie die Freundschaft mit mir nicht mehr möchte.

    Es fühlt sich manchmal so an, als ob ich sie im Stich gelassen habe. Sie wollte dass wir uns noch zumindest mit Freunden treffen. Aber ich kann das nicht. Das wäre für mich wie eine Fassade die aufrecht erhalten wird.

    Ein Austausch ist denke ich ein guter Versuch damit besser klar zu kommen.
    Daher kannst du mir gerne den Link schicken. Vielen Dank 😊

    Danke für deine Lieben Worte Hera.

    Ich hatte die letzten Monate vor dem Kontaktabbruch oft das Gefühl, dass sie sich vor mir zurückzieht. Situationen vermeidet, in denen ich das Thema ansprechen könnte.
    Ich hatte dein Eindruck, dass ich als enge Freundin Wut abbekomme, die eigentlich nicht mir gilt sondern ihrem Ehemann.

    Nach meinen Beobachtungen würde ich sagen, dass er ein Pegeltrinker ist. Er ist nie offensichtlich betrunken und geht seinem Alltag noch nach.

    Ich hatte erst behutsam probiert, mit ihr zu reden. Aber sie hat sich dann zurückgezogen.

    In meiner Verzweiflung und Sorge habe ich es dann ziemlich direkt angesprochen und nicht wirklich ein gutes Haar an ihm gelassen. Er hat mir schließlich in der Vergangenheit auch ins Gesicht gelogen, dass er trocken sei.
    Ich habe ihr gesagt, dass es schrecklich für mich war, diese Fahnen zu riechen nachdem er mit den Kindern aus dem Auto steigt. Ich habe lange mit mir gerungen, weil ich nicht die Polizei angerufen habe.
    Ich habe ihr gesagt, dass sie nach meiner Auffassung nur noch funktioniert, verdrängt.

    Enge Vertraute hatten mir geraten, mich einfach zurückziehen ohne sie mit der Sucht ihres Mannes zu konfrontieren. Aber das wollte ich nicht. Ich wollte sie wachrütteln, sie bestärken, ihr zur Seite stehen. Aber ich wollte eben nicht mehr so tun, als ob ich es nicht sehe…denn ich glaube, dass die Sucht ihres Mannes und dieses Totschweigen auch Auswirkungen auf unsere Freundschaft hatte.

    Nun habe ich sie verloren….und erfahre von anderen wie er immernoch alkoholisiert fährt. Und sie und die Kinder sitzen mit im Auto.

    Ich wollte keinen alkoholkranken Menschen „retten“….ich wollte meiner Freundin helfen, die seine Ehefrau ist…und habe den Kampf verloren.

    Hallo zusammen,

    ich lese bereits seit ca. einem Jahr hier im Forum eure Beiträge und ich habe das Gefühl, ich muss mir nun auch etwas von der Seele schreiben.

    Ich bin nicht co-abhängig. Vielleicht war ich co-co-abhängig?

    Ich habe eine sehr enge Freundin. Ihr Ehemann trinkt. Sie hat es mir vor ca. 2 Jahren gesagt, nachdem ich einmal fragte, was denn bei ihnen los sei. Ich hatte den Eindruck, dass etwas nicht stimmt.

    Sie erzählte mir, dass er zu viel trinke, nahezu täglich und dass er kürzlich angetrunken die Kinder gefahren hätte.

    Es gab Streit deswegen zwischen ihnen. Sie forderte Abstinenz, und dass er sich Hilfe hole. Kurz später trank er bei einem Geburtstag wieder, er stieß mit mir an und ich erzählte ihr davon.

    Sie fand später haufenweise Flaschen im Keller und an anderen Orten, er hatte dafür eine Ausrede…die lügen schon länger dort etc.

    Sie machte daraufhin Druck und er ging zu einer Beratungsstelle. Letztendlich behauptet er, dass er nun trocken sei.

    Wir redeten dann lange nicht mehr darüber. Mir fiel aber auf, dass er nach Alkohol riecht, bereits morgens auf dem Weg zur Arbeit.

    Einige Monate später, ich bemerkte, dass sie sich von mir zurückzieht, irgendwie oft angespannt ist, fragte ich nach dem aktuellen Stand. Es gab viele Ungereimtheiten, für mich war klar, dass er weiterhin trinkt, aber mittlerweile wohl heimlich.

    Ich möchte jetzt aber nicht so viel von ihm schreiben, denn Fakt ist, dass er noch trinkt. Mir geht es um sie.

    Sie ist eine sehr enge Freundin, mir wirklich sehr sehr wichtig. Ich sehe und spüre, dass es ihr nicht gut geht. Aber sie blockt ab.

    Es ging so weit, dass ich letztes Jahr, nachdem sie immer angespannter wurde, das Gespräch gesucht habe, aber sie wich mir aus, hat sich mehr und mehr zurückgezogen. Ich habe dann irgendwann die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und ihr meine Beobachtungen geschildert, dass er riecht, zittert, schwitzt und immer wieder zwischen sie und mich einen Keil treibt.

    Ich muss dazu sagen, dass ich die einzige bin, der sie sich bis dato so geöffnet hatte und er wusste das. Er weiß also, dass ich von seiner Sucht weiß.

    Ich habe es sehr direkt angesprochen, ihr gesagt, dass ich mir wünsche, dass sie sich Hilfe holt, dass sie Veranwortung für die Kinder hat. Ich habe mehrfach Alkohol bei ihm gerochen, nachdem er die Kinder mit dem Auto umher gefahren hat.

    Und wie hat es geendet: sie sagte „ich sehe es anders als du“, hat gesagt, dass sie die Freundschaft nicht mehr möchte mit mir. Erzählt nach außen ggü gemeinsamen Freunden, wir hätten eine Meinungsverschiedenheit gehabt.

    Ich habe oft versucht, den Kontakt zu ihr zu halten. Aber sie meldet sich nicht, von ihr kommt nichts.

    Ich mache mir große Sorgen um sie und die Kinder. Sie fehlt mir unglaublich. Aber ich komme nicht an sie ran und ich habe nicht mehr die Kraft für sie zu kämpfen.

    Sie hat mir früher noch von ihren Sorgen erzählt, bei mir geweint, gesagt dass sie das so nicht für die Kinder möchte und Angst vor den Folgen hat wenn sie es bei ihm nochmal anspricht.

    Sie war ist für mich einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, aber ich habe das nicht mehr ausgehalten, dieses Totschweigen, Leugnen, so tun als ob alles gut ist wenn ich doch sehe, dass es nicht so ist.

    Ich habe ihr geschrieben, dass ich mir Ehrlichkeit wünsche und dass wir darüber reden, dass ich mir Sorgen mache und dass ich keinen oberflächlichen Kontakt haben kann wenn ich doch sehe dass es ihr nicht gut geht. Aber ich wurde kritisiert. Ich wurde zum Problem gemacht. Sie sagte, sie wolle die Freundschaft zu mir nicht mehr.

    Mittlerweile haben wir seit Monaten keinen Kontakt mehr, bis auf seltene zufällige Begegnungen wo mir „Hallo“ gesagt wird, als ob nichts sei.

    Das tut so weh, sie ist mir so verdammt wichtig, aber ich erreiche sie emotional nicht mehr. Von ihr kommt keinerlei Kontaktaufnahme.

    Ich habe das Gefühl, dass ich sie loslassen muss weil sie sich nicht helfen lassen möchte. Aber ich kann auch nicht wieder und wieder den Kontakt suchen, wenn von ihr so gar nichts kommt.

    Was soll ich nur tun?

    Mir geht es um sie. Nicht um ihren Mann, der trinkt. Ich wollte sie wachrütteln, eine ehrliche und offene Basis schaffen. Aber stattdessen habe ich durch das direkte Ansprechen der Sucht ihres Ehemannes einen Kontaktabbruch verursacht.

    Ich habe lange mit mir gehadert, ob es richtig war es anzusprechen. Ich weiß von mehreren anderen Freunden, dass sie ebenfalls den Alkohol bei ihm riechen, aber niemand sagt etwas. Ich war die Einzige, die es angesprochen hat und werde nun als Problem hingestellt. Ich gehe davon aus, dass er auch bei ihr schlecht über mich redet.

    Ich vermisse sie sehr. Aber es hat mich kaputt gemacht, das mit anzusehen.