Beiträge von Morgaine

    Hallo Steevie ,

    ich bin erst seit 27.8. abstinent… also noch nicht lange… was Du schilderst erinnert mich an mich und ich würde gerne meine Gedanken dazu teilen:

    Nervosität und Konzentrationsschwierigkeiten weisen auf ein übererregtes Nervensystem hin - da ist Wasser trinken und Entspannen hilfreich. Kennst Du gute Entspannungsübungen?

    Ich reguliere mich gerne, indem ich länger aus- als einatme, mich selbst umarme oder mich im Raum orientiere…

    Nur so als Tipp, vielleicht kannst damit was anfangen…
    Liebe Grüße
    Morgaine

    Für heute hat das Lernen ein Ende ... ich bin etwas frustriert, weil es nicht so gut läuft, wie mein Zeitplan vorsieht. Ausserdem habe ich festgestellt, dass ich mir die Inhalte, die ich gelernt habe, als ich noch getrunken habe, nicht so gut merken konnte wie gedacht... :oops:
    Es hilft jetzt alles nichts, ich kann das nciht normal durchgehen, dafür reicht die Zeit nicht... ich hoffe einfach, dass der Prüfungsgott gnädig mit mir ist und ich Glück bei der Fragenauswahl habe oder mein Gehirn doch gut anspringt.

    Aber wenn ich das früher gewusst hätte (ich glaube, ich habe es nicht gewusst, vielleicht habe ich es auch verdrängt...) wie Alkohol mein Gehirn und meine Fähigkeiten beeinflusst... ohne Worte...

    Ich bin sehr dankbar, hier sein zu können, Euch zu lesen und Feedback zu bekommen.... das ist so hilfreich!
    Einen schönen Abend in die Runde!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    Danke Kurswechsel !
    Deine Nachricht hat mir geholfen - dass Du auch den Verzichtsgedanken kennst, für den ich mich immer noch schäme...
    ich weiß inzwischen so viel Negatives über Alkohol und habe ja erlebt, was er mit mir gemacht hat! Aber das mit dem Verzichten sitzt scheinbar tief...

    Respekt, dass Du auf der Geburtstagsfeier warst und stark geblieben bist - ich weiß jetzt nicht, wie lange Du schon trocken bist, aber jedenfalls würde ich mir das noch nicht zutrauen... kein Wunder, sind ja noch nichtmal 2 Monate bei mir...

    Also nochmals Danke und einen schönen Abend Dir!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    Liebe Thalia1913 ,

    da freu ich mich besonders über Deine Antwort! Ich kann das gut nachvollziehen, dass die Welt der "Frischlinge" weit weg für Dich ist!
    Und Deine Worte machen mir Mut und Hoffnung... es ist etwas ungünstig, dass ich im Moment keine Zeit und Kraft habe, Neues auszuprobieren und kennenzulernen, aber in einer Woche ist die Lernerei vorbei und dann gehe ich das an...

    Meine Katze und der Tee haben mir gestern geholfen und ich bin froh, dass ich bisher wenigstens nicht den Impuls hatte, mich für das Lernen mit Alkohol zu belohnen... immerhin! :) Und für das Tanzen gehen werde ich was anderes finden!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Hallo Morgaine,

    ich gehe recht offen mit dem Thema um, aber auch nur sehr gezielt. Ich habe einem Freund meinen restlichen Alkohol und meine Weingläser geschenkt, dem habe ich es erzählt und dann einem Freund der selber Polytox ist, aber nichts mehr nimmt. Der hat recht viel Erfahrung mit dem "nüchtern" werden und leben. Der hat mir gut weitergeholfen.
    Also diejenigen, denen ich es erzählt habe waren ganz positiv. Aber ich habe auch nicht das Bedürfnis es jedem zu erzählen, aber ich wünscht wirklich wie wären in Deutschland etwas weiter offen über das Problem Alkoholismus zu reden. Es ist doch zu stigmatisiert hier und das ist nicht hilfreich.

    Aber ich habe wirklich gute Freunde, die das verstehen und die das ganz positiv aufgenommen haben

    Hallo Estragon,
    das freut mich, dass Du da ein verständnisvolles Umfeld hast!

    Ja, das mit der Stigmatisierung ist so eine Sache... nachdem ich Deine Antwort gelesen habe, ist mir klar geworden, dass ich mich daran schon gewöhnt habe, weil ich aus anderen Gründen schon Stigmatisierung erfahren habe...
    Das Nicht-Wahrhaben-Wollen in einer Gesellschaft und das Stigmatisieren sind Schutzmechanismen des Systems um sich zu erhalten - das ist nicht schön und macht es nicht besser, aber mit dieser Erklärung habe ich für mich Frieden damit geschlossen.
    Allerdings habe ich zum Beispiel auch keinen Arbeitgeber, wo Alkoholismus ein Thema sein könnte, das macht es für mich einfacher...
    Ich finde jedenfalls, wir sollten uns davon nicht beeindrucken lassen und stattdessen stolz auf uns sein!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Hallo *Rina* ,

    das ist eine schöne Idee! Ich könnte mal gucken, ob es bei uns Kurse für den 5-Rhythm-Dance bzw The Wave gibt...

    Hmpf, ja, Geduld ist nicht meine Stärke, das merke ich jetzt wieder... scheint meine Lebensaufgabe zu sein, diese zu lernen und zu üben... Du drückst das schön aus: "Pause von mir selbst" ... genau das waren meine Tanzabende für mich.
    Aber es hilft ja alles nichts und ich will auch nicht jammern. Ich wollte immer ein bewusstes Leben und jetzt bin ich dazu gezwungen bzw habe ich mir irgendwie selbst den Weg so gewählt, dass ich jetzt ohne Betäubung weitergehen muss/darf/kann...wobei bei mir Nikotin ein Thema ist, das werde ich aber später angehen, das ist mir sonst jetzt zu viel auf einmal...

    Liebe Grüße
    Morgaine

    So, nun ist Samstag Abend und ich sitze mit dem Gefühl in der Küche, vor dem ich die ganze Zeit Angst hatte. Ich schreibe bewusst nicht im SOS-Bereich, weil ich weiß, dass ich nicht handeln werde, ich werde nicht losziehen und trinken... aber gerade im Moment ist der Suchtdruck enorm.
    Die Sache ist die, ich bin früher wahnsinnig gerne Tanzen gegangen und habe dabei natürlich auch getrunken. Tanzen ist mein Ventil, mein Ausgleich, meine Lebensfreude. Aber halt nicht allein im Wohnzimmer sondern mit lauter Musik im Club...
    und ja, ich vermisse gerade das Gefühl, dass ich dabei hatte, das leider auch mit Alkohol verbunden ist. Undenkbar, nachher in den Club zu gehen und mir vorzunehmen nichts zu trinken, das lasse ich schön bleiben!

    Mit Anfang 20 habe ich aus Überzeugung ein paar Jahre keinen Alkohol getrunken und konnte ohne problemlos tanzen gehen - ich habe die Abende trotzdem genossen. Das kann ich mir jetzt nicht mehr vorstellen...Was für ein Jammer. Ich habe noch keinen Ersatz für das Tanzen gefunden... durch den Park joggen kommt für mich bei Dunkelheit nicht in Frage bzw weiß ich genau, dass es nicht um die körperliche Auslastung an sich geht - ich vermisse das ganze Ambiente, die Atmosphäre usw...

    Nunja, vorbei ist vorbei, ich werde mir da eine Strategie überlegen müssen, mit diesem Craving umzugehen. Das ist eine ganz üble Mischung aus verschiedenen Sehnsüchten, die letztlich alle eins wollen: nicht mehr Denken, Hemmungen loslassen, drauflos tanzen und unbeschwert sein.

    Ich werde jetzt mit meiner Katze kuscheln und Tee trinken. Vielleicht schaffe ich es, früh ins Bett zu gehen. Mal sehen. Aber eines weiß ich genau: ich werde nicht losziehen.

    Dein Stoffwechsel und auch die Psyche sind nach vier Wochen Abstinenz noch mitten in der Umstellung und beim Giftabbau, Morgaine, das braucht seine Zeit.

    Vielleicht doch noch mal den Kaffeekonsum überdenken und nach 16 h lieber einen schönen Kakao oder Schoko-Chai-Tee trinken? Schlafroutinen einführen, wenn diese verloren gegangen sind? Beides tut mir persönlich gut.

    Durch Deine Lernerei für die Fortbildung stehst Du vielleicht auch unter einem gewissen Druck?

    Kennst und beachtest Du die HALT- Regel als Leitlinie für die Selbstfürsorge, um dem Suchthirn kein Einfallstor für seine "uneigennützigen" Lösungsvorschläge zu bieten?

    Sie lautet: Never be too Hungry, Angry, Lonely or Tired . Also: Achte darauf, dass Du nicht zu hungrig, wütend, einsam oder müde wirst.

    Ja, den Kaffeekonsum muss ich spätestens nach der Prüfung wieder reduzieren - diese Lernerei bzw die anstehende Prüfungen setzen mich tatsächlich massiv unter Druck, ich will das unbedingt schaffen, ich habe da sehr viel Geld und Zeit investiert, deshalb ist das gerade nicht entspannt. Nicht hilfreich, ich weiß ;)

    Ja, die HALT-Regel kenne ich und bis auf das Lonely schaffe ich das ganz gut... ich habe im letzten Jahr aus verschiedenen, nicht selbst verschuldeten Gründen auch einen Teil meines Freundeskreises ziehen lassen müssen (Umzüge, Trennungen, politische Zerwürfnisse...) ... das dauert, bis ich wieder neue Kontakte aufbaue... aber ich gebe nicht auf!

    Ich kenne das nicht, hält das lange an?

    Naja, schon so über den Vormittag... es ist nicht so arg wie ein echter Kater, aber eben doch ein Katerchen...
    Ich werde das weiter beobachten und wenn es anhält mit meiner Ärztin drüber sprechen...

    Ich habe aber eben auch nochmal im Internet recherchiert und gelesen, dass der Giftabbau tatsächlich bis zu 2 Monate dauert... das kommt also hin...

    Hallo Estragon ,

    das Thema mit der Verachtung, wenn man sagt, man hat ein Alkoholproblem, kenne ich auch… Himmel sei Dank aber nur sehr vereinzelt. Ich bin seit 27.8. trocken und überlege mir sehr genau, wem ich es erzähle. Bisher habe ich nur 1x offenkundig eine negative Rückmeldung bekommen…

    Worauf ich hinaus will, ohne Dir was unterstellen zu wollen: Ich habe gemerkt, dass die Verachtung bzw. die Projektion vor allem in meinem Kopf ist…

    Und die Person, die damit nicht umgehen konnte, trinkt selber nichts, hatte aber in der Kindheit viel trinkende Eltern… es hat sie getriggert…

    Lass Dich nicht entmutigen, wenn jemand doof reagiert! Wer weiß schon, was dahinter steckt und beziehe es nicht auf Dich…am Ende haben wir alle unsere Themen und Filme im Kopf!

    Wichtig ist, dass die Dir nahen und wichtigen Menschen Dich akzeptieren und unterstützen, das wünsche ich Dir von Herzen!

    Liebe Grüße

    Morgaine

    Egal ist es nicht, es ist nur so: Ab irgendeinem Tag x haben wir nur noch getrunken, weil wir süchtig geworden sind und die Sucht "bedienen" mussten.

    Alle anderen "Gründe/Anlässe", durch die wir ursprünglich mal schleichend in die Sucht gerutscht sein mögen, waren nur noch Makulatur - wir mussten einfach trinken.

    Jetzt, ganz am Anfang, sollte es bei Dir in erster Linie darum gehen, die frisch gewonnene Abstinenz zu schützen und zu festigen. Da scheint es bei Dir aktuell noch wackelig zu sein.

    Guten Abend Rennschnecke,

    ich denke Dir sehr für Deine klaren Worte! So hatte ich das bisher nicht auf dem Schirm - dass wir irgendwann nur noch unsere Sucht bedienten... das ist wahr und es ist sehr gut, dass ich das endlich begriffen habe - danke dafür!

    Und Du hast auch Recht, dass meine Abstinenz wacklig ist. Im Sinne von: ich kann mir in manchen Momenten nicht so wirklich vorstellen, den Rest meines Lebens auf Alkohol zu "verzichten." Das musste ich mir heute eingestehen. Dazu gleich mehr.
    Jetzt muss ich an den hier viel geschriebenen Satz denken: heute trinke ich nicht. Ja, ich darf mich mehr auf das Heute konzentrieren.

    Auch was Du über die ausgetretenen Pfade geschrieben hast, macht für mich Sinn bzw dass der Suchtdruck vielleicht gar nicht gleich im Stammcafé kommt sondern später... ich lerne dazu.

    Was den Notfallkoffer angeht, bin ich noch am ausprobieren. Handarbeiten machen mich leider kribbelig. Im Moment greife ich noch zu oft zur Schokolade und ich trinke Unmengen an Kaffee... (auch abends, ich werde trotzdem müde...) Insgesamt ist es momentan auch eher so, dass ich nicht unruhig sondern wehmütig werde, traurig fast... eine Sehnsucht steigt auf und die kann ich sehr gut mit Lesen abschalten...

    Heute bin ich allerdings zwei Mal in Situationen vom Suchtdruck überrascht worden. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass das kommen könnte: zuerst ging ich an einem Restaurant vorbei, vor dem Menschen saßen, die Bier tranken - ich wollte sofort auch eins. Danach war ich im Tai Chi und während ich die Übungen machte kam ein unbändiges Verlangen nach Wein...

    Ich merke folglich, ich bin etwas naiv an die Sache heran gegangen. Ich dachte halt: Alkohol ist eh omnipräsent, dann gewöhn ich mich besser gleich dran und kann auch in mein Stammcafé gehen...
    Ich muss das revidieren und umdenken. Zuerst das trockene Leben etablieren. Meine innere Haltung des bewussten Ichs ist vollkommen klar und unumstößlich. Was noch fehlt, ist die Fähigkeit, zu entspannen, runterzufahren und freudvolle Tätigkeiten, die die Abende füllen... das wird meine Priorität, wenn die Lernerei in einer Woche rum ist...

    Und ja, ich versuche, auf alle Nachrichten einzugehen, weil ich es so wertschätze, wie Ihr hier reagiert und miteinander umgeht...:)

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Guten Morgen Morgaine,

    für mich geht es auf jeden Fall auch darum. Allerdings tickt da jeder anders, viele können mit solchen Themen auch nichts anfangen.

    Jedenfalls habe ich mich mit Beginn meiner Abstinenz wieder intensiver mit solchen Themen auseinandergesetzt, meditiere wieder regelmäßig, lese viel in der Richtung, besuche Seminare etc. Das habe ich allerdings auch schon vorher gemacht. Insofern war die „Innenerkundung“ bei mir durch die Trinkerei nur unterbrochen. Ich hab sie quasi wieder belebt.

    Mir gibt das Sinn und erfüllt mich.

    Liebe Grüße KW

    Guten Abend Kurswechsel,

    ja, so ist es bei mir auch: es erfüllt mich, gibt Sinn und ich verstehe es als eine Reise zu mir selbst, zu meinem wahren Wesen...

    Aber Du hast Recht und ich danke Dir für den Hinweis: jeder tickt da anders und nicht jeder hat Lust auf solche Themen und die Innenschau... das darf ich im Hinterkopf behalten. Ich lebe da glaube ich in einer ziemlichen Bubble, weil mein Umfeld da wie ich unterwegs ist... es ist gut daran erinnert zu werden, dass wir alle unterschiedlich damit umgehen :)

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Hallo Aki,

    wenn ich Dich lese, denke ich es wäre wirklich gut, Du holst Dir Unterstützung, ggf. auch beim psychiatrischen Krisendienst… wenn Du nicht schläfst, kannst Du Dich nicht erholen und das Grübeln und Zweifeln etc wird nur stärker…
    Hast Du einen Arzt/ eine Ärztin der Du vertraust? Die Dir ggf. Anlaufstellen bei Euch sagen kann?

    Ich weiß wie es ist, wenn man die Freunde nicht belasten möchte und Du solltest da nicht alleine durch gehen…

    Ich wünsche Dir, dass Du bald wieder bei Dir ankommst und spüren kannst, dass Du das richtige getan hast!


    Liebe Grüße

    Morgaine