Beiträge von Morgaine

    Hallo Albert,

    Weil Du Deine Depression erwähnt hast:

    Ich habe neben der Alkoholsucht auch andere psychiatrische Diagnosen und habe bei der Caritas eine ambulante Reha/Suchttherapie begonnen (Gruppe und Einzel) …. Ich nehme stark an, dass es das nicht nur in meiner Stadt gibt… vielleicht wäre das ja eine Option für Dich…


    Viele Grüße

    Morgaine

    Ihr Lieben,

    erstmal noch ein dickes Dankeschön für Eure Nachrichten! Eigentlich möchte ich immer auf jede einzeln eingehen, aber im Augenblick schaffe ich es nicht - neben der Anstrengung meine Gefühle zu regulieren lerne ich gerade für eine Prüfung, da ich eine kleine Fortbildung mache...die Prüfung ist Anfang Oktober und jetzt kommt die heiße Lernphase...

    Aber ich wollte mich melden und schreiben, dass ich sehr stolz bin, die letzten Abende, die mit ziemlichem Suchtdruck gefüllt waren, ohne Rückfall gemeistert zu haben.
    Ich habe viel im Forum gelesen, so auch die Grundbausteine und habe auch lange überlegt, ob es für mich ok ist, auch mal wieder in mein Stammcafé zu gehen... dort wird Alkohol ausgeschenkt... ich habe es nachmittags probiert und es war fein... ich habe dort selten Alkohol konsumiert und ich verbinde es nicht damit... vielleicht liegt es daran...jedenfalls kommt der Suchtdruck weiterhin "nur", wenn ich allein zu Hause bin. Also in der Situation, in der ich getrunken habe...
    Derzeit lese ich ein Buch von Gabor Maté über Sucht und ihre Mechanismen und es hilft mir, mit dem Druck umzugehen.
    Oder ich schlafe oder höre Musik oder lese hier im Forum...

    Ich habe oft hier gelesen, dass es egal ist, warum ich/man getrunken habe. Ich muss sagen, für mich stellt sich das anders dar.
    Ich merke mehr und mehr, wie ich Schmerz (nein, keinen Weltschmerz, das verbitte ich mir) und Leere betäuben wollte und für mich ist es hilfreich, das zu wissen. Es geht für mich auch darum, mich weiter zu entwickeln und zu wachsen und da macht es schon Sinn sich um das zu kümmern, was Jahre lang mit Alkohol kompensiert wurde. Man könnte es auch anders sagen: nach meinen Recherchen hat Sucht Gründe die nicht nur in der Substanz liegen und nur die Substanz wegzulassen reicht mir nicht.
    Es reicht auch meiner Meinung nach nicht, sich neue Hobbys und Tätigkeiten anzueignen und ggf. ein neues soziales Umfeld -
    ich glaube, es geht auch darum, sich mit der Innenwelt auseinanderzusetzen.

    Ja, das Leben spielt sich draußen ab und es sollte nicht an mir vorbei ziehen. Aber wie möchte ich an diesem Leben teilnehmen? Wer möchte ich sein - nüchtern - und wie schaffe ich es, nicht einfach neue Kompensationsstrategien für schwierige Themen und Situationen zusammen zu zimmern... ?

    Die Abstinenz bleibt oberste Priorität, keine Frage, denn ohne sie ist alles nichts. Aber ich finde, Selbsterkenntnis ist nicht nur ein Wert an sich sondern notwendig für ein authentisches, erfülltes und lebendiges Leben.... deshalb werde ich nicht aufhören, nach dem Warum zu fragen ;)

    Liebe Grüße in die Runde
    Morgaine

    Hallo Numb ,


    ich habe gerade Deinen thread gelesen und möchte Dir gerne eine Rückmeldung geben…

    Auch ich kenne narzistische Gewalt aus der Kindheit und ich war auch mal mit jemandem zusammen, der mich unfassbar mies behandelt hat und gleichzeitig das Gefühl gab, er brauche mich.
    Das Problem ist u.a., das der Selbstwert und die Selbstwirksamkeit immer mehr abnehmen, je länger wir uns so etwas bieten lassen…

    Nachdem ich damals die Geschichte beendet hatte, tat das zwar weh, aber es war auch eine große Erleichterung da und ich kam wieder bei mir selbst an.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Selbstfürsorge und dass sich bei Dir bald Klarheit einstellt, wie es weiter gehen soll…

    Liebe Grüße

    Morgaine

    … ich könnte es nicht….

    Aber ein guter Freund von mir ist seit 7 Jahren trocken und geht seit Beginn seiner Abstinenz auch öfter mit seinen Kumpels weg, die trinken. Für ihn war das nie ein Problem….

    Ich bin ja noch frisch dabei - aber vielleicht gibt es einfach Menschen, die damit gut umgehen können?

    Hallo Aki,

    ich schreibe Dir als Alkoholikerin und möchte sagen, dass ich Deine Trauer und die Zerrissenheit extrem gut nachvollziehen kann.
    Und ohne es genau zu wissen, glaube ich, dass es die Abhängigkeit, die Verlust-Angst und die Liebe sind, die den Schmerz verursachen. Und: eine Bindung zu kappen, zumal ohne dass man es eigentlich möchte, ist immer schmerzhaft, das ist leider in uns so angelegt...
    Vielleicht hilft es Dir, Dir zu vergegenwärtigen, warum Du sie aus dem Haus haben wolltest und wie schwierig es war, mit ihr zu sein. Und mach Dir klar, dass Du ihr nicht helfen kannst, das kann nur sie selber.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Trost und sorge gut für Dich!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Hallo Hera , hallo KaDett ,

    danke für Euer Feedback bzw die Frage!

    Bisher habe ich mich mit Serien-Gucken in der Mediathek abgelenkt, bin dann zu Lesen hier im Forum oder Lesen eines Buchs über Sucht (von Gabor Maté) übergegangen... half bisher ganz gut...
    Seit gestern Abend habe ich leider nicht nur Suchtdruck an sich sondern der Anteil in mir, der findet, dass es egal ist, ob ich mich todsaufe, ist auch wieder sehr laut und sehr stark spürbar. Ich kenne den inneren Auslöser (die nicht verarbeitete Trennung von meinem Freund bzw das Nicht-Verstehen des Warum) und tue mich gerade sehr schwer, mich abzulenken.
    Inzwischen habe ich durch eine Therapeutin gelernt, dass es normal ist, dass das Gehirn immer weiter nach Antworten sucht und nicht aufhören kann, sich damit zu befassen... Der Verstand sucht nach einem Sinn. Das macht es nicht leichter. Hinzu kommt, dass Verlassenwerden bei mir Traumapunkte triggert... All das nur zur Erklärung - mir ist klar, dass weder Trennungen noch Trauma hier das Thema sind.

    In mir kreist außerdem der Gedanke: Sucht kommt von Suchen. Die Suche nach innerem Frieden und Sinn. Zumindest bei mir trifft das 100 Prozent zu. Ich erkenne meine Suchtstruktur und beobachte, an welchen Stellen ich nach Ersatz bzw Kompensation suche... schlimm, wieviel Energie dafür drauf geht.

    Ich kenne die HALT-Regel, ich habe einen Notfallkoffer. Aber nichts davon hilft bei seelischem Schmerz. In meinem Menschenbild will der Schmerz gesehen werden und ich muss lernen, damit zu leben und hoffen, dass er irgendwann leichter wird. Und muss mir immer wieder vor Augen führen, dass die Betäubung durch Alkohol nur kurz funktioniert aber dauerhaft eben keine Lösung ist.

    Kaffee trinken hilft. Ich trinke jetzt Kaffee und Kuschel mit meiner Katze und versuche, durch inneres Beobachten klar zu bleiben.

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Es liest sich im Augenblick bei Dir noch sehr knapp, was den Ausgang angeht. Da ist noch großes Aufpassen angesagt.

    Hallo Alex_aufdemweg ,

    ja, Du hast Recht, ich muss wirklich aufpassen und mir mehr Strategien aneignen, um mit belastenden Situationen oder Gefühlen umzugehen. Beim Einkaufen bin ich ok, im Stammcafé kann ich auch gut nachmittags sitzen... aber wenn ich abends allein zu Hause bin und die Gedanken laut werden bzgl. allem, was mich momentan emotional belastet, dann kommt der Suchtdruck.
    Die Situation in dem eigentlich alkoholfreien Café war so irrwitzig, weil ich nicht damit gerechnet habe, auf Alkohol zu stoßen. Es war auch sehr komisch für mich, weil es überhaupt das erste Mal seit meiner Abstinenz war, dass ich mit Alkohol konfrontiert wurde. Es war gut, dass ich nicht alleine dort war. Es war gut, dass meine Stimme der Vernunft laut genug war und am Ende bin ich heilfroh gewesen, nicht schwach geworden zu sein.
    Ich würde aber lügen, wenn ich leugnete, dass es eine Stimme in mir gibt, verknüpft mit einem Gefühl der Sehnsucht, die sagt: "Komm, Du bist doch gar nicht süchtig. Ab und an was trinken geht schon!"

    Ja neee, eben nicht. Ich erkenne das, als das was es ist: Suchtgedanken. Der Versucht der Sucht, mir Dopamin zu besorgen.

    Ich bleibe dran, ich bleibe diszipliniert und konsequent und lasse mich nicht belatschern.

    Allerdings bin ich sehr froh, dass in 2 Wochen die Suchttherapie beginnt...

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Beim Thema unerfüllte Liebe wird Dir der Faktor Zeit und der Faktor Nüchternheit bestimmt ebenfalls helfen. Egal für welche Wege man sich auch immer im Leben entscheidet, zuviel Gefühlsduseligkeit, wie sie ja der Alkohol im Gehirn bei vielen verursacht, hat noch niemand geholfen. Deshalb hast Du mit Deiner Abstinenz alles wirklich alles richtig gemacht, der Rest wird darauf aufbauen können. Wir laufen einfach weiter! Herzlichst Loris

    Liebe Loris,
    ja, die Zeit wird für mich spielen, dass glaube ich auch... und ich bin nicht die erste und werde nicht die letzte sein, die die Erfahrung unerfüllter Liebe macht ...;)
    Und Du hast vollkommen recht! Ohne Alkohol habe ich einen klaren Kopf und kann besser mit meinem Liebeskummer umgehen... wer hätte das gedacht ^^
    Danke für Deinen Zuspruch!
    Liebe Grüße
    Morgaine

    Hm, das ist ein guter Hinweis... dem Suchtdruck keine Energie geben und nicht in den Kampf ziehen...
    Ich habe es bewusst so ausgedrückt, weil ich tatsächlich meine beiden Pro- und Contra-Stimmen beobachten konnte und weil es schon eine Kraftanstrengung war, in der Disziplin zu bleiben...
    Aber mir gefällt Dein Ansatz und normaler Weise versuche ich ja auch, meine Gedanken einfach ziehen zu lassen, ohne ihnen Raum zu geben ... ich werde sicher noch öfter Gelegenheit haben, das zu üben...

    Ich glaube auch, dass ein Teil von mir versucht, noch an dem alten, an dem guten Gefühl der Beziehung festzuhalten... aber ich merke auch, dass mir die Freundschaft an sich gut tut. Der Kontakt zu jemandem, der mich kennt und versteht und der nicht trinkt, ist wertvoll für mich.

    Krass, so schnell kanns gehen. Ekliges Gefühl für mich.

    Die legale Droge verfolgt einen leider für immer.

    Warum hat er sich getrennt? Wenn doch alles so gut war?

    Ja, das mit dem ekligen Gefühl verstehe ich gut! ... Bei mir überwog die Überraschung, an diesem Ort Alkohol anzutreffen und dieser Überraschungsmoment war gut, er hat meinem Verstand Zeit gegeben, sich einzuschalten.

    Beim Einkaufen, so stelle ich fest, fühle ich nichts (mehr) wenn ich am Regal vorbei gehe.... aber wenn ich wo Leute Alkohol trinken sehe kann es gut sein, dass ich innerlich reagiere... ich finde die ständige Präsenz von Alkohol in der Gesellschaft auch krass, (Fernsehen!) aber ich weiß auch, dass jede Kultur ihre Drogen hat, legale und illegale und dass ich lernen muss, damit umzugehen...

    Warum er sich getrennt hat, wüsste ich auch gerne. Ich habe nur nebulöse Aussagen bekommen, die belastbarste war wohl, dass es sich für ihn nicht mehr stimmig angefühlt hat. Seine innerliche Veränderung habe ich nicht bemerkt und er hat mir auch bestätigt, dass ich es nicht hätte merken können...Nach ein paar Gesprächen glaube ich inzwischen, dass er eine Bindungsproblematik hat... aber ich versuche, nicht zu interpretieren oder mich in seinen Kopf zu denken... jedenfalls bin ich mir sicher, dass das Ende nichts mit Alkohol zu tun hatte. (Er selber trinkt schon viele Jahre keinen Alkohol mehr...)

    Guten Morgen in die Runde,

    heute möchte ich mal zwei positive Ereignisse teilen:

    Am Mittwoch Nachmittag war ich mit einer Freundin in einem kleinen Café, das keinen Alkohol ausschenkt. Was ich nicht wusste: der Betreiber hat eine Ausschanklizenz beantragt. Und er mixte an dem Nachmittag zur Probe einen Cocktail. Da meine Freundin dort Stammgast ist und die beiden sich gut kennen, bot er ihr/uns den Probecocktail zum Testen an, indem er das Glas auf unseren Tisch stellte und bei dieser Geste das Glas auch recht nah an meinem Gesicht vorbei kam. Ich roch den Alkohol. Das Glas steht auf dem Tisch. Meine Freundin und ich sehen uns bedröppelt an und ich sitze da und denke: Oh Mann, jetzt probieren, das wäre schon toll! Ein paar kurze Sekunden findet in mir ein Kampf statt . Den ich aber gewonnen habe! Ich bat meine Freundin, das Glas zu entfernen, was sie auch sofort tat. Das war knapp, eine gute Erinnerung daran, wie schnell es gehen könnte...

    Gestern Abend habe ich mich mit meinem Ex-Freund getroffen. Er hatte sich vor einem Jahr von mir getrennt und ich habe gelitten wie ein Tier. (Wir hatten eine wunderschöne Beziehung, es gab keine Phase der Konflikte oder Probleme, die mich auf die plötzliche Trennung vorbereitet hätten... bis heute verstehe ich seine Beweggründe nicht ganz...) Jedenfalls war das Verlassenwerden ein Trigger für mich, in dessen Folge ich massiv konsumiert habe. (Was er nicht mitbekommen hat. In der einjährigen Beziehung hatte ich den Alkoholkonsum tatsächlich gut im Griff...)
    Ich hatte mich mit ihm verabredet, weil wir noch etwas zu besprechen hatten und weil wir seit der Trennung gut befreundet sind. Nach einer längeren Kontaktpause, von mir initiiert, sahen wir uns also gestern und ich hatte mich darauf vorbereitet, eventuell nach dem Treffen in Suchtdruck zu geraten und hatte Vorkehrungen getroffen.
    Aber, so schön und so schmerzhaft es war, ihn wieder zu sehen - ich hatte danach keinen Suchtdruck. Ich habe lange mit einer Freundin telefoniert und bin dann ins Bett.
    Hinzu kommt, dass ich ihm gesagt habe, dass ich Alkoholikerin bin und er hat wunderbar reagiert. Sehr emphatisch, überhaupt nicht wertend und er hat sich angeboten, da zu sein, wenn ich jemanden zum Reden brauche...

    Ich bin stolz, dass ich beide Situationen so gut gemeistert habe. Wohl wissend, dass ich nach 4 Wochen Abstinenz noch ganz am Anfang stehe und gut auf mich achten muss. Meinen Ex-Freund zu sehen ist ein zweischneidiges Schwert. Ich liebe ihn immer noch und es ist hart, dass er sich gegen uns entschieden hat. Aber er ist ein guter Freund und ich habe nicht viele Freunde. Und obwohl es weh tut, ihn zu sehen, tut es auch gut. Ich weiß nicht, ob das Sinn macht...

    Davon abgesehen war ich gestern wieder bei der Caritas und habe das OK für die ambulante Reha/Suchttherapie bekommen. Die Kostenträgerfrage muss noch geklärt werden, aber das sind glaube ich Formalien...

    So schwierig es also mit meinen Depressionen auch gerade ist, es gibt auch Lichtblicke...

    Mal gehts mir damit sehr gut, mal stelle ich noch einiges an nassem Denken bei mir fest. Z.B. dass ich zwar nicht das Trinken, das Bier whatever vermisse, aber den Zustand, das Gefühl das sich dadurch einstellte.

    Aber ich erwarte auch nicht, dass gar nichts mehr in der Richtung hochkommt und vertraue darauf, dass es besser wird. Geholfen hat mir auch das Buch Nachtlichter von Amy Liptrot, welches ich vor meinem Ausstieg las. Da konnte ich viel für mich rausziehen und es hat mich ermutigt, dem Alkohol ganz und gar und für immer abzuschwören. Wenn es mir jetzt mal nicht so gut geht, muss ich mir nur wieder Episoden aus dem Buch in Erinnerung rufen, um meine Zuversicht zu stärken. Liebe Grüße Loris

    Liebe Loris,
    danke fürs Teilen und den Literaturtip!

    Dass Du den Zustand vermisst, kann ich soooo gut nachvollziehen! Das geht mir teils auch so.
    Und krass finde ich bei mir auch, dass ich mich immer mal wieder dabei ertappe, wie der Gedanke durch den Kopf rauscht: Ach, jetzt kauf ich gleich noch Wein... oder: wie schön, nachher werde ich was trinken... Ich mache dann kopfschüttelnd weiter mit meiner eigentlichen Beschäftigung... aber irritierend ist es doch...

    Aber ja, ich denke oder hoffe, dass sich das mit der Zeit auch legen wird...:)
    LG
    Morgaine

    Wenn die Depressionen schon vorher da waren, wie z. B. bei mir, verschwinden sie auch durch die Abstinenz nicht. Aber durch die Abstinenz können Medikamente und Therapien besser wirken.

    Guten Morgen Rennschnecke,
    ... das ist wohl wahr!
    Da ich über viele Jahre Alkohol missbräuchlich genutzt habe, kann ich gar nicht abschätzen, wie mein "eigentlicher" psychischer Zustand wirklich ist bzw das finde ich gerade heraus...
    ich weiß nicht, ob der Alkohol meine Medis gedämpft oder verstärkt hat in der Wirkung... ich bin auf das Gespräch mit dem Psychiater gespannt.
    Danke jedenfalls für den Hinweis!

    LG Morgaine

    Sonne und Tageslicht. Wenn ich die beiden nicht jage geht es mir schlecht, depressiv. Paar Tage gehabt und mir gehts wieder gut

    Guten Morgen Abstinenzler,

    ja, das ist ein guter Rat... ich muss gerade sehr viel lernen, weil ich im Oktober eine Prüfung habe... jedenfalls bin ich viel am Schreibtisch, das ist sicherlich nicht förderlich... ich werde versuchen, "Lichtpausen" einzubauen...
    LG

    Morgaine

    Hallo Morgaine,

    ich kann dich auch nur ermuntern, deinem Hausarzt und deinem Psychiater zu sagen, dass du Alkoholikerin bist.

    (...)
    Z.B. sinkt der Blutdruck im Rahmen einer Abstinenz. Das Wissen um die Alkoholkrankheit ist für den Arzt daher wichtig, um die Dosierung anderer Medikamente im Auge zu behalten.

    Also, trau dich ruhig.

    LG Kyra

    Hallo Kyra,

    danke für Dein Mut machen und den wichtigen Hinweis bzgl des Blutdrucks! ... jetzt verstehe ich auch besser, wieso ich mich in den letzten 4 Wochen um einiges schlapper gefühlt habe... ich dachte, das kommt vom schlechten Schlaf, aber vielleicht hängt es ja auch mit dem Blutdruck zusammen!
    Ich werde auf jeden Fall meinen Ärzten Bescheid geben, Ihr habt mir hier alle so viel Mut gemacht, das hilft sehr!

    Liebe Grüße
    Morgaine

    Liebe Morgaine,

    Du bist mir in Deiner Trockenheit 1 Woche voraus, ich bin quasi unter all den alten Hasen ein "Frischling" wie Du! Wie gut kann ich nachvollziehen, dass Du Angst hast, Dich gegenüber Deinen Ärzten und zu offenbaren. Mir ging es genauso und tatsächlich hat der "Druck" des Forums, nämlich keinen Entzug ohne ärztliche Begleitung zu supporten, mir zur Überwindung geholfen. Da ein familiärer Notfall meinen Ausstiegstermin mitverursacht hat, konnte ich schlichtweg nicht ein paar Wochen warten, bis ich ohne Arzt " durch" war. Die Belastung war zu groß, ich konnte nicht mehr trinken und brauchte das Forum sofort. So war das. Rückblickend bin ich sehr froh. Es ist keine Schande süchtig zu sein. Gerade wenn Du schon lange mit Depressionen, kPTBS zu tun hast, wird jeder vernünftige Mensch verstehen, dass die Sucht damit zusammenhängt. Ein guter Arzt sowieso. Und egal ob es eine Komorbidität gibt oder nicht, ist ein zur eigenen Sucht stehen, der erste Schritt, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, der erste Schritt zur Heilung. Und ich spürte bei meiner Hausärztin, wie wichtig ihr es ist, mich dabei zu unterstützen. Vielleicht hilft es Dir auch, Dir vor Augen zu führen, dass gerade auch bei Ärzten Sucht sehr verbreitet ist. Die haben da unter sich auch viel zu tun (weiß ich aus sicherer Quelle 😉). Aber ganz egal wie Du Dich entscheidest, wünsche ich Dir Kraft und Geduld die momentan dunklere Zeit zu überstehen, auf dass sich unser Trocken- Abstand nie ändern möge! Wir schaffen das! LG Loris

    Liebe Loris,
    auch an Dich ein dickes Dankeschön!
    Du bist also auch noch am Anfang... wie geht es Dir damit, Dein Leben neu zu gestalten, die Zeit zu füllen? Ist es anstrengend für Dich?
    Ja, ich habe den Entzug - ohne um die Gefahren zu wissen - alleine durchgezogen. Und mich erst nach 8 oder 9 Tagen Abstinenz hier angemeldet... ich bin heilfroh, dass ich gut durchgekommen bin.
    Trotzdem müssen meine Hausärztin und mein Psychiater Bescheid wissen, dass wäre sonst sehr komisch...

    D a sagst Du was. ganz Wichtiges: zur eigenen Sucht zu stehen ist enorm wichtig. Je nachdem, wer mir gegenüber steht, geht das gut, bei anderen...naja... ich übe noch und muss mir auch gut überlegen, wen es wirklich etwas angeht und wen nicht... Aber bei meinen Ärzten ist das keine Frage, da möchte ichi auf jeden Fall jetzt ehrlich sein.

    Ja natürlich schaffen wir das! Und danke für Deine guten Wünsche! Es hilft tatsächlich, das zu lesen :)

    Viele Grüße
    Morgaine

    Denn früher stand in solchen Momenten oft der Alkohol als vermeintliche Lösung oder zum vermeintlichen „Abschalten“ bereit. Ich wollte verdrängen, vergessen, andere Gedanken haben oder am besten überhaupt keine Gedanken mehr. Und diese Muster sitzen einfach tief.

    Das kann ich gut nachvollziehen. Aber das sind ja Profis, die so etwas mit Sicherheit nicht zum ersten Mal hören. Gerade Psychiater und Hausarzt sollten das auf dem Schirm haben, um bestmöglich mit dir umgehen zu können. Manchmal ergibt sich so etwas auch ganz von selbst aus dem Gespräch heraus. Setz dich damit jetzt also nicht zusätzlich unter Druck.

    Hallo Kurswechsel,

    auch Dir vielen Dank fürs Mut machen!

    Genauso wie Du es beschreibst, war es bei mir auch: Alkohol zum Abschalten und nicht mehr Denken müssen... Nach der Trennung von meinem Partner letztes Jahr habe ich das ganz bewusst und gezielt so gemacht... und dachte, das wäre "normal"
    Nunja, den Zahn hab ich mir schon gezogen.

    Was die Ärzte angeht: Du hast sicher Recht. Ich glaube, meine Angst beruht vor allem darauf, dass meine Schwester Ärztin ist und so unsensibel und unempathisch wie ein Schraubstock. Aber zu der gehe ich ja nicht :saint:
    Bei meinem Psychiater habe ich ein bisschen Bedenken, dass er sauer wird, weil ich ja Psychopharmaka nehme und dazu getrunken habe, das war so dämlich... ich werde erleben und dann hier berichten, was er sagt...

    Viele Grüße!
    Morgaine

    Ganz lieben Dank Hera!

    Manchmal tut genau das gut - zu schreiben, was einem im Kopf herumgeistert.

    Ja, da darf ich meine Hemmungen noch abbauen...


    Ich gestehe, ich hatte die Hoffnung, durch die Abstinenz würden die Depressionen besser... ich hatte darüber gelesen, dass das gut sein könnte... bei mir ist es leider eher nicht der Fall. Oder es ist der von Dir erwähnte Einbruch nach der anfänglichen Euphorie... so oder so, aufgeben ist nicht drin... ich mache Schritt für Schritt weiter.

    Hallo Hera ,

    oh, Deine Nachfrage berührt mich sehr, danke dafür!
    Ich bin noch immer trocken (morgen einen Monat), aber es geht mir nicht gut. Ich hatte und habe zwar das Bedürfnis, hier zu schreiben, wusste aber nicht recht, wie ich es in Worte fassen soll und wieviel es mit meiner Abstinenz zu tun hat, dass ich so depressiv bin. Ich habe solche Phasen schon lange immer wieder mal. Und tendiere dann dazu, mich zurück zu ziehen um niemanden zu belasten...
    Was mich darüber hinaus aber tatsächlich gerade beschäftigt, ist, dass ich noch meiner Hausärztin und meinem Psychiater bald Bescheid sagen möchte, dass ich Alkoholikerin bin und das liegt mir sehr im Magen, ich habe Angst davor. Angst, dann nicht mehr ernst genommen zu werden. Es sind beides gute Ärzte und ich glaube, meine Befürchtung ist total irrational, aber da ist sie trotzdem...

    Ich habe in den letzten Tagen viel im Forum gelesen und bin bewegt von vielem und voller Respekt für so viel hilfreichen Input hier....ich werde versuchen, wieder regelmäßiger zu schreiben - weil ich merke, wie gut es mir tut :)

    Liebe Grüße
    Morgaine

    hallo Morgaine

    erst einmal vorweg, es ist normal das der kopf verrücktspielt in der ersten zeit der abstinenz und selbstverständlich versuchst du dagegen zu halten, erklärung dafür zu finden...keiner möchte dir etwas böses oder bestimmen wie deine gefühlswelt aussieht, sondern dir wege aufzeigen wie du sie richtig einordnest;) du hast jahre in der sucht verbracht um dich zu betäuben, zu vergessen oder warum auch immer. so etwas verändert einen grundlegend.

    du sagst, "du wärst kein anderer mensch,nur weil du aufgehört hast zu trinken". da muss ich dir leider wiedersprechen:idea: die jahre die du damit zugebracht hast zu trinken, haben zu einer "wesensänderung" geführt. diese kündigt sich nicht an, sie kommt sehr subtil daher und verändert deine wahrnehmung sowie das fehlen von selbstreflextion, deshalb funktioniert sucht ja so wunderbar. wer kennt es nicht, die böse welt da draussen, alle anderen haben schuld, nur ich nicht? du selbst bekommst davon nichts mehr mit, aber glaube mir der rest in deinem umfeld schon. das gehört mit zu den mechanismen der sucht:idea: die sucht(alk) hat dir jahre vorgegaukelt wie du mit problemen umzugehen hast. nun ist der suchtstoff weg und dein kopf versucht das zu kompensieren, er wartet auf seine belohnung. alles was du jetze wahrnimmst, fühlst und erlebst macht er ohne den katalysator(alk), es ist deine suchtstimme die dort hart arbeitet und versucht dir lösungen anzubieten, oder besser gesagt sie versucht dir , die "eine" lösung anzubieten. das was du jetzt erlebst ist nur ein temporärer zustand und ja, er ist in teilen sehr unangenehm, von himmelhoch jauchzend bis zu tode betrübt ist alles dabei.

    lass dich dadurch nicht entmutigen weiter deinen weg zu gehen, es wird besser werden;)

    gruss

    Danke _Eternal_ für diese Einordnung!
    Was die Wesensänderung angeht: au Backe, ja, daran hatte ich tatsächlich nicht (mehr) gedacht.
    Als allererstes fällt mir da ein, dass der Alkohol bei mir massiv den inneren Anteil genährt hat, dem alles scheißegal war. Ich habe eine Gleichgültigkeit gegenüber allem und v.a. mir selbst kultiviert, die mir nüchtern überhaupt nicht gefällt.

    Dass Du schreibst, das Chaos etc ist ein temporärer Zustand erleichtert mich und ist ein Trost... ich werde definitiv durchhalten und versuchen, im Sinne der Achtsamkeit meinen "Anfängergeist" zu kultivieren ... und versuchen neugierig darauf zu sein, was sich jetzt noch alles zeigen möchte und wer ich dann jetzt so als trockene Alkoholikerin bin....

    Viele Grüße
    Morgaine