Beiträge von Hartmut

    Ich möchte mir nicht vorwerfen kampflos aufzugeben. Für mich ist die Ehe ein Versprechen. In Guten wie in schlechten Zeiten.

    Wenn ich deinen Thread lese, hast du doch schon innerlich damit abgeschlossen und lässt nur ein schlechtes Geissen noch an dieser Ehe festhalten. Das Außenbild von dir soll keine Risse erleiden. Mal aus meinem Nähkissen ;) . Es gibt keine Trennung, die nicht von außen anders interpretiert wird.

    Vorausgesetzt, ich interpretiere das richtig. Ich bin ja kein Beziehungscoach . :saint:

    Aber zum Alkoholismus kann ich dir paar Erfahrungen geben . Sie sind ganz einfach

    Er säuft, ist seins. Wenn er nicht aufhören kann, muss er das selbst für sich feststellen. Und alle weitere Wege muss er auch einleiten. Du hast ihm darauf hingewiesen, dass es dich und die Beziehung und Familie belastet. Ultimatum setzen, konsequent umsetzen. Mehr ist das nicht.

    Dienstag war das Gespräch wo ich ihm gesagt habe, dass ich keinen Schritt weitergehe ohne Therapie

    War er da dabei? Woher willst du wissen, dass die Therapie hilft? Wenn jemand zu etwas gedrängt wird, wofür er nicht bereit ist, dann wird das nichts. Schon gar nichts in den Suchtfragen.

    aber was muss ich mir unter Hilfe vorstellen, die dazu dient, mir oder anderen etwas vorzumachen? 🤔

    Wenn es mir von außen herangetragen wird, aufzuhören und dazu gedrängt werde, dass ich mir gefälligst Hilfe holen soll. (Familie/Partner/ Freunde / Ärzte , Arbeitgeber und viele mehr.)

    Diese Hilfe für mich im Vorfeld ablehne, trotzdem, hingehe, aber noch der festen Überzeugung bin, es alleine im Biergarten bei alten Sauf-Freunden auch hinbekomme. Hilfe nur als Alibi nehme.

    ? Wenn der Alkoholiker eine unbehandelte Haupterkrankung hat, die ihn obendrauf zusätzlich zum Alkoholiker werden ließ,

    Wenn, aber wenn nicht? Es kann ja nicht festgestellt werden. Es könnte eventuell mit ein Auslöser sein. Mehr als „es könnte“ kommt ja nicht raus. Bleibt zuvor wie danach hypothetisch.

    dann haben seine Rückfälle vielleicht andere Ursachen als Selbstüberschätzung/Leichtsinn/Unbedachtheit im falschen Augenblick?

    Aber genau das hatte ich mit vorheriger Post gemeint. Ich kann mich immer wieder auf eine eventuelle Haupterkrankung zurückberufen. . Schließe ich jedoch alles aus, dann muss ich mich nur um die Risikominderung kümmern. Das Erlernen eines trockenen Lebens. Das schließt die Selbstüberschätzung, Unbedarftheit oder falsche Augenblicke komplett mit ein.

    Vorherige Post.

    Würde ich mich als Alkoholiker dazu entscheiden, dann hätte ich ja eine Entschuldigung, eine Rechtfertigung für meinen Alkoholismus. Ich hätte ja mich willentlich zum Alkoholiker gemacht. Ich würde rückwirkend ausblenden, einfach zu viel gesoffen zu haben. Ich hätte jetzt schon einen Grund, irgendwann wieder saufen zu „müssen“. Kann mich ja auf andere Defizite berufen.

    Rückfälle haben die Ursache, dass ich unheilbar suchtkrank bin und wenn sie passieren, alles als Grund dient, wenn ich wieder saufen will oder in diesem Moment muss.

    Spielt das im Rahmen einer (erneuten) Entwöhnungstherapie keine Rolle?

    Ich habe keine Entwöhnungstherapie gemacht. Habe die Verantwortung für mich allein übernommen.

    Ich mache es mal an mir fest.

    Kommt es vielleicht darauf an, ob man es für sich "nur" als Alkoholkrankheit sieht

    Sah ich für mich. Also schnellstmöglich stoppen, mit einer Hilfe, die prompt Wirkung zeigt. Da fand ich die maximale Risikominimierung am besten. Am einfachsten und am leichtesten umzusetzen.

    hat oder ob sie in Zusammenhang mit anderen Defiziten/Belastungen steht, die man an sich erkennt und im Verbund beheben will?

    Ob nun da ein Verbund notwendig ist, weiß ich nicht. Ich hatte wegen „angeblichen“ anderen Defizite Einzeltherapie. Aber das hatte ich nie mit dem Alkoholismus in Verbindung gebracht.

    Gegenfrage. Wer entscheidet denn, dass andere Defizite/Belastungen mich zum Alkoholiker gemacht hatten?

    Würde ich mich als Alkoholiker dazu entscheiden, dann hätte ich ja eine Entschuldigung, eine Rechtfertigung für meinen Alkoholismus. Ich hätte ja mich willentlich zum Alkoholiker gemacht. Ich würde rückwirkend ausblenden, einfach zu viel gesoffen zu haben. Ich hätte jetzt schon einen Grund, irgendwann wieder saufen zu „müssen“. Kann mich ja auf andere Defizite berufen.

    Dass alles, was auf mich und auf meine arme Seele einprasselt, ein Alkoholismus begünstigen kann, steht außer Frage. Jedoch außer Frage steht auch für mich, dass ich es einzeln betrachten muss und keinen Zusammenhang suche.

    Ich stehe jeden Tag im Leben, habe mit sehr vielen Menschen zu tun, einen riesigen Freundeskreis und leide nicht gerade an einer Sozialphobie. Ich unterhalte mich mit Freunden, Bekannte auch schon mal über das, was mich belastet. Vielleicht ist es deswegen ein Verbund, für mich nur zweite Wahl.

    Geht ja schon damit los, dass die einen es lieber anonymisierter im Internet und die anderen es lieber analog im Rahmen irgendeines Gesprächstreffens mögen und wieder andere beides und noch mehr dazu möchten.

    Soweit in Ordnung, mit dem Unterschied, zumindest bei mir.

    Nicht möchten, sondern brauchen. Ich mag auch keine Medizin, aber wenn ich sie brauche und sie mir hilft, kann sie noch so bitter schmecken.

    Mir stellt sich da die Frage, wie viel Hilfe brauche ich eigentlich als Alkoholiker? Ist die Hilfe dienlich für meine Sucht oder dient sie nur mir oder anderen etwas vorzumachen?

    Bewusst mal aus dem Kontext gerissen

    die sich Demokratie mit Meinungsfreiheit als elementarem Kern nennt.

    Nun kommen die meisten hier her, weil sie eben mit ihren ganzen Meinungen nicht zurechtgekommen sind. Sonst würden Sie ja nicht um Hilfe bitten, um Erfahrungen zu hören /lesen. Erfahrungen hebeln in der Alkoholkrankheit Meinungen aus. Oder der elementare Kern verliert seine Wertigkeit, er zerbröckelt.

    Im Meinungsaustausch über die Alkoholkrankheit suchte ich mir immer Menschen, die ähnlicher Meinung waren. Zum Beispiel am Stammtisch. Im Erfahrungsaustausch bildete ich mir hier im Forum, keine Meinung, sondern vertraute den Erfahrungen, die mir entgegengebracht wurden. Wenn ich das so nicht gemacht hätte, sondern weiterhin auf meine Meinung weiterhin bestanden hätte, würde ich wieder am Stammtisch sitzen.

    Eventuell, oder es würde auf meinem Grabstein stehen . „Ich hatte zur Alkoholsucht eine Meinung.“

    Eine chronische Krankheit zu haben, die zudem mit einem gesellschaftlichen Makel belegt zu sein scheint,

    Jede sichtbare Krankheit hat einen Makel. Jede ansteckende Krankheit hat einen Makel. Alles, was nicht in der Norm läuft, hat einen Makel. Da der Mensch und die Gesellschaft der Makel ist und jeder einzelne seine Norm bestimmt. Es wird sich da auch nichts ändern.

    tja, nur wie kriegt man die kuh nu vom eis?

    Ganz einfach. Nicht aufs Eis gehen. Zumindest nicht da, wo ich Schlittschuhe brauche, aber selbst damit nicht fahren kann.

    Ich renne auch in kein Klassikkonzert und brülle die ganze Zeit herum, sie sollen doch gefälligst Hardrock spielen. Oder setze mich mit einem Schalke Schal auf die Südtribüne in Dortmund.

    Und hier.

    Es hat was mit der Akzeptanz zu tun, Alkoholiker zu sein. Solange ich das nicht akzeptiere, solange wird es den Makel geben. Solange ich nicht Alkoholiker für mich akzeptiere, werde ich auch versuchen alles, was ich damit in Verbindung bringe, aus meinem Wortschatz zu verbannen. Möchte ja nicht dazu gehören.

    Da werden die spezifisch auf Alkoholiker bezogenen Wörter, wie nass, trocken, nasses, trockenes Denken, saufen oder Säufer vermieden.

    Es werden unzählige Begründungen gesucht und gegeben, um eben das Bild Alkoholiker aus sich zu verbannen.

    Und das nur, weil ich selbst dann ein Makel wäre. Was aus meiner Sicht (Annahme) auch ungleich schwerer wird, dann trocken zu bleiben. Wenn es beim Wort anfängt, wird beim notwendigen Umsetzen das Tun nicht aufhören. Zumindest meine These.

    Das bedeutet jedoch nicht, dass ich jedem Außenstehenden, der neugierig fragt, meine Krankengeschichte auf die Nase binde.

    Mir ist das bisher in den letzten 15 Jahren erst einmal passiert, wo nachgefragt wurde, ob ich Alkoholiker bin. Es wurden bisher auch keinerlei Erklärungen von mir abverlangt, warum und wieso ich keinen Alkohol mehr trinke. Ich denke, dass sehr viel Alkoholiker mehr daraus machen als es ist. Die Scham nie abgelegt haben und sich gedanklich selbst in die Ecke „abscheulicher" Alkoholiker platzieren.

    Es ist ja im trockenen Zustand kein alltägliches Gespräch. Im nassen Zustand übrigens auch nicht. Da ist es für die meisten ersichtlich, dass bei einem übermäßigen Trinkverhalten nicht der Genuss im Vordergrund steht. Aber im nassen Zustand war es jahrelang Shit egal, Alkoholiker zu sein.

    Dieses Herumwinden ist schon bemerkenswert. Kannte ich eigentlich nur aus der nassen Zeit.

    Wenn schon aus dem Kontext, dann bitte richtig.

    Die bloße Behauptung, jemand sei Alkoholiker, ist bei isolierter Betrachtung womöglich nicht zur Verächtlichmachung geeignet, weil es sich insoweit um die Zuschreibung einer bloßen Krankheit handelt. Ist aber damit gleichzeitig die Behauptung verbunden, dass infolge des Alkoholismus Dienstpflichten verletzt werden, so kann jedenfalls dadurch der Tatbestand des §186 S tGB erfüllt sein.


    Finde ich sehr interessant

    Alkoholiker bezeichnet hier im Alkoholiker Forum den Zustand der Anmeldung und nicht der üblen Nachrede. Jeder, der sich hier im Alkoholiker-Bereich angemeldet hat, ist dementsprechend auch Alkoholiker.

    Wie er sich selbst nennt, ist da auch egal. Der Zustand ist Alkoholiker, auch wenn das Wort abscheulich ist. Zumindest für den einen oder anderen.

    Sollte jemand mittlerweile nicht mehr Alkoholiker sein, kann einfach Bescheid sagen und kann dann auch entfernt werden.

    Verharmlosung führt am Ende auch zu nicht ernst genommen werden

    Was auch die Folge hat, es wird herumgedruckst. Will etwas umschiffen und sich mit irgendwelchen Geschichten erklären. Dass der Gegenüber auch nicht bescheuert ist, wird da im Kauf genommen. Der checkt das doch.

    Schneller checkt er es, wenn ich sage, dass ich trockener Alkoholiker bin und es eben nicht mehr kann. Bei Nachfragen hatte ich den Zusatz mir parat gelegt . Mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen.

    . Hast Du nicht irgendwo mal geschrieben, nicht ernst genommen wirst? Kann mich auch irren.

    Alex_aufdemweg , war an Thomson gerichtet. Aber wenn es bei Dir auch so war, dann hast es auch selbst erfahren, was auch gut so ist.

    Es ist nicht unüblich, in gewissen Kreisen nicht ernst genommen zu werden. Besonders in dem nassen Umfeld.

    Sie müssten ja dann selbst zugeben, auch ein Problem zu haben. Da wird dann lieber die Strategie. „Zurück ins Boot" angewandt.

    Gerade am Anfang ist es wichtig, vor allem über sich zu schreiben. Du bist ja für Dich hier.

    Nun ist es bei vielen „Neuen“ zu erkennen, dass sie sich mehr an anderen Post beteiligen als bei sich genauer zu schauen. Hast Du nicht irgendwo mal geschrieben, nicht ernst genommen wirst? Kann mich auch irren.

    Wie kann man jemanden bei der Alkoholkrankheit jemand ernst nehmen, von dem man nur Bruchstücke von ihm selbst weiß, aber überall seinen Post absetzt? Ist schwierig.

    Klar ist diese Krankheit mit Scham verbunden, klar es ist unangenehm sich da und da sich zu bekennen, ja es ist nicht schön in die Schublade Alkoholiker gesteckt zu werden. Man hat sich ja auch jahrelang selbst ein Bild von einem Alkoholiker im Kopf ausgemalt.

    Aber, es ist eben so. Jetzt gehörst Du dazu und wer trocken werden und vor allem bleiben will, muss da eben mal durch. Es ist auch egal, welche Reaktionen auf Dich dann beim „Outen“ (ein fürchterliches Wort) der Krankheit auf Dich zukommen, ob sie nun Dich ernst nehmen, es in eine andere Schublade stecken, es abtun, weil sie selbst in Ruhe saufen wollen oder auch ein größtmögliches Verständnis haben.

    Du bist ja hier, um genau für Dich die richtige Strategie zu entwickeln, um zufrieden trocken zu bleiben. Natürlich kann es auch mit dem offenen Umgang damit Problem geben. Aber welches Problem ist größer, als wieder Saufen zu müssen und eventuell daran zu verrecken, dass man es nicht für sich in Kauf nimmt.

    Und was genau hat die Intelligenz des Alkoholikers damit zu tun?

    Wollte es im Anführungszeichen schreiben, natürlich nichts.

    Auch die „Intelligentesten“ nicht.

    Jedoch habe ich in den Jahren einige getroffen, die sich „intelligent“ sahen, die sich abheben wollten von dem Begriff Alkoholiker. Und immer auf der Suche sind es zu umschreiben. Es besser anhören zu lassen als das, was es ist.

    Sehr gut finde ich das es publik gemacht wird, nicht so gut das da sehr viel Mist erzählt wird.

    Nicht falsch verstehen, da sind sicherlich auch welche dabei, die selbst Alkoholiker sind. Jedoch haben sie auch immer ein Auge auf den Kommerz. Hat ja auch was mit ihrer Selbsthilfe für ihren Lebensstandard zu tun, der muss ja auch bezahlt sein.

    Zudem würde ich mich fragen, ob ich mich auf eine einzelne Erfahrung von dieser Person einlasse oder auf hunderte Erfahrungen aus einer Gruppe? Auch bei Büchern bin ich vorsichtig geworden . Hilft als Beiwerk zu meinem Weg, aber nie als Einzelstück. Das musste ich selbst auch erfahren.

    Und allein mit schauen und lesen ist noch keiner trocken geworden. Auch die Intelligentesten nicht.

    Passt eventuell hier auch in den Thread.

    Das Wort Alkoholiker wird mittlerweile von den verschiedensten „Influencer“ aufgehübscht als Marketing Produkt angeboten. Das Milliardengeschäft Alkohol hat den digitalen Bereich erreicht, um Betroffenen auf sich aufmerksam zu machen. Mit „like“ Klicks und man wird trocken, so die illusorische Annahme.

    Sehr gut finde ich das es publik gemacht wird, nicht so gut das da sehr viel Mist erzählt wird.

    Ein paar Tage sind herum und ich bedanke mich für die rege Beteiligung.

    Ich komme für mich zum Schluss. Je mehr ich mir Gedanken um Begrifflichkeiten mache, umso mehr entferne ich mich dem Problem. Diese Energie dahingehend zu verschwenden hilft mir keinen Tag trocken zu bleiben.

    Aber wie wichtig, das für den Einzelnen ist, zeigen die ca. 5100 Zugriffe auf dieses Thema.