Beiträge von Hartmut

    ch denke für den Co ist das nicht irrelevant.

    Wenn ich hier im Forum aufschlage, dann ja genau mit der Erkenntnis, dass das, was ich zu Hause gemacht habe reden, kontrollieren, hoffen, beobachten, interpretieren nicht geholfen hat. Oder?

    Solange ich mir einrede, dass es "relevant" ist, ob mein Verdacht stimmt, halte ich mich selbst im Kreis fest. Dann ist mein Fokus komplett auf den Alkoholiker gerichtet. Dann spiele ich auf Zeit. Oder habe ich es nicht verstanden, dass nicht der Alkoholiker hier im Forum mein eigentliches Problem ist, sondern ich selbst.

    Muss ich mich nicht irgendwann fragen. Was mache ich hier eigentlich? Warum bin ich hier? Suche ich Bestätigung? Liegt mein Schwerpunkt als Co nur darin, Recht zu behalten? Oder suche ich endlich etwas, das mir wirklich hilft?

    Das war ein kleiner Ausflug zu meinen Erkenntnissen. Jetzt noch ein paar Anmerkungen

    Wir sind hier im Thread „Fragen an den Alkoholiker“.

    Es geht nicht darum, wie ich als Co mein Problem löse, sondern um Fragen an die Betroffenen selbst. Wenn ihr euer Co-Thema vertiefen wollt, macht das gern in Euren eigenen Thread.

    Dort gibt es genug erfahrene Co-Abhängige, die ihre Erfahrungen mit euch teilen können.;)

    Notfalls komme ich auch mit ein, zwei Bemerkungen dazu , nicht immer schön, aber deswegen manchmal besser hinzuschauen.:saint:

    Mal zurück zur Realität ;)

    ich wollte es einfach wissen.

    Weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es bei Co‑Abhängigen fast immer um zwei Dinge geht, entweder eine Bestätigung ihres Verdachts zu bekommen oder herauszufinden, ob sie dem Alkoholiker noch vertrauen können. Beides ist komplett irrelevant. Was viele nicht verstehen. Nicht der Alkoholiker steuert das , die Sucht steuert ihn. Und der CO denkt, er könnte das beeinflussen. Vergesst es.

    Denn dem Einfallsreichtum eines Alkoholikers sind keine Grenzen gesetzt, sobald es ums Saufen geht. Verstecken, verharmlosen, tarnen, täuschen , gehört alles zur Grundausrüstung. Das steuert die Sucht. Die denkt nicht logisch, die denkt gar nicht , die drückt einfach aufs Gas. Um es mal bildlich darzustellen, was Suchtdruck ist.

    Wenn jemand wirklich begriffen hat, dass er Alkoholiker ist, und daraus die Erkenntnis gewinnt, dass er nie wieder saufen kann, dann hat er überhaupt erst eine reale Chance, einen Weg daraus zu finden. Aber das ist trotzdem kein Freifahrtschein. Rückfälle gehören leider oft zur Realität dazu.

    Wer das gar nicht begriffen hat oder sich innerlich noch Hintertüren offen hält, findet dagegen meistens wieder einen Weg zurück zur Flasche. So simpel und gleichzeitig so brutal , ist Sucht oft.

    Alles, was von außen kommt ‚er hat doch Familie, Job, Haus, Unterstützung, kann man getrost in die Tonne treten. Das interessiert die Sucht ungefähr so sehr wie Regeln einen Süchtigen. ;)

    Und ja. So wie er zu Hause seine Co‑Abhängigen um den Finger wickelt, wickelt er auch jede Therapie um den Finger. Das ist kein Talent, das ist System. In manchen Einrichtungen gibt es Alkoholtests , da fliegt es dann halt auf.

    Und bevor jemand sagt. "Aber er hat doch gesagt, er geht da hin und macht das!‘ Ja, viele sagen das. Und viele gehen auch hin. Und viele machen dort… nichts. Oder das, was sie immer machen, nach außen funktionieren, nach innen trinken.

    Und dann gibt es noch die, die gar nicht hingehen, sondern die Zeit nutzen, um etwas anderes zu machen – Hauptsache, der Co bleibt schön um den Finger gewickelt. Nicht aus böser Absicht, sondern weil es zum Muster der Sucht gehört.

    Das Wichtigste hat Nayouk24 gesagt.

    Dem Co‑Abhängigen hilft das am Ende auch nicht weiter. Er steckt ja selbst in seinem Muster, ständig auf der Suche nach Bestätigung, Kontrolle oder irgendeiner Sicherheit. Bindungsangst, Zukunftsangst, Angst vor dem Verlust des eigenen Lebensmodells. Alles Dinge, die im Co-Bereich nicht unbekannt sind.

    Er will wissen, ob sein Verdacht stimmt oder ob er dem Alkoholiker noch trauen kann. Und eigentlich weiß er aus Erfahrung längst, dass ihn genau dieses Kontrollieren und Überprüfen nur weiter in seinem eigenen Kreislauf hält. Kontrolle gibt es dort nämlich nicht. Nicht wirklich. Nicht einmal ein bisschen.

    Und oft hört es erst auf, wenn der Co irgendwann kapiert. Lass ihn saufen – ich kann laufen.;) Ich kann am Ende nur für mich selbst handeln.

    Ich bin jemand der auch ohne Alkohol zynisch und sehr engagiert formulieren kann. Wahrscheinlich mit Alkohol noch schärfer

    Dann kann er ja wieder saufen, wenn er es mal „schärfer“ braucht , das war mein erster Gedanke. ;) Genau solche Sätze liebt das Suchtgehirn. Das sind diese kleinen Hintertüren, die erst harmlos klingen und später plötzlich wieder ganz logisch wirken.

    „Mit Alkohol bin ich lockerer“, „mit Alkohol bin ich direkter“, „mit Alkohol kann ich besser schreiben, fühlen, reden, flirten, diskutieren“, klassischer nasser Alkoholikerfilm. Alkohol macht ja einen nicht besser. Er macht einen enthemmter. Und genau das verkauft das Suchtgehirn dann gern als Persönlichkeit.

    Gerade am Anfang der Trockenheit sind diese alten „nassen“ Denkweisen normal. Das Hirn hat jahrelang gelernt. Alkohol = Lösung. Also flüstert es irgenwann „Trink doch, dann geht es leichter.“

    Und genau diese Hintertüren muss man schließen, sonst steht die Sucht schneller im Wohnzimmer, als einem lieb ist. Gerade bei emotionalen Problemen ist der Wunsch, es auszuhalten, manchmal kleiner als der Druck, wieder zum Glas zu greifen.;)

    Deswegen alkoholfreies Umfeld.

    Wenn ich auf meine Beziehungen zurückblicke, war es am Ende nie nur der einzelne Streit oder ein Ausrutscher. Es war die Summe über Jahre. Alkohol kann ein guter und manchmal notwendiger Grund sein, sich zu trennen aber fast nie der einzige.

    Das ist zumindest meine Erfahrung.

    Darf ich fragen ob sie sich ein Hobby oder irgendeine Aufgabe gesucht haben um sich wenn der Druck groß war dort hinein gesteckt haben ?

    Hier sind alle per Du.:)

    Menschen sind ja nicht übertragbar. Süchtige haben zwar ähnliche Suchtmuster, aber nicht dieselbe Lebensweise, denselben Charakter oder dieselben Entscheidungen.

    Die Sucht übernimmt nur bestimmte Verhaltensabläufe , nicht die Persönlichkeit. Deshalb reagiert jeder Alkoholiker anders, auch wenn die Mechanismen dahinter gleich funktionieren.

    Das ist die Erfahrung, die ich hier in den letzten zwanzig Jahren gemacht habe.

    Hilfe durch eine Gruppe oder der Art möchte er nicht , denn er ist der Meinung man kann sich nur selbst helfen.

    Wenn er nicht will, kannst du nichts dagegen machen. Hilfe zu suchen bedeutet für viele Alkoholiker, sich öffentlich zu outen und genau das fühlt sich für viele wie ein Stigma an. Das gesellschaftliche Bild sagt immer noch: „Alkoholiker = Schwäche“, und davor haben viele Angst. Solange er sich selbst nicht als Alkoholiker sieht, wird er auch nichts ändern.

    Mir schwirrt auch schon seit Tagen (seit ich hier mitlese) eine Frage im Kopf rum. Vielleicht ist sie etwas persönlich, aber vielleicht mag der eine oder die andere vllt doch (grob) antworten.

    Hier ist nichts Persönlich, hier geht es um Sucht.;)

    Oder die Summe aus allem?

    Du hast es richtig erkannt. Es ist immer eine Summe aus allem und jeder Alkoholiker hat seine eigene Rechnung, die irgendwann fällig wird. ;)

    Es gibt die, die sich zu Tode saufen , und es gibt die, die eines Morgens aufwachen und sagen, jetzt reicht es.

    Das Problem bei Angehörigen oder Co‑Abhängigen ist oft, dass sie sich an einer Hoffnung festhalten, die die Sucht selbst nicht hergibt. Die Sucht hat ihre eigenen Muster, ihre eigene Logik und ihr eigenes Tempo

    Sie entscheidet, nicht die Hoffnung von außen.

    wenn ich ihn darauf anspreche heißt es direkt egal wie er es macht ich bin immer unzufrieden,

    Natürlich, denn er fühlt sich unter Druck gesetzt. Nicht, weil du etwas falsch machst, sondern weil du in seinen Suchtbereich eingreifst. ;) Alles, was diesen Bereich berührt, wird automatisch verteidigt , egal wie harmlos die Frage gemeint ist.

    Das ist ein Reflex der Sucht, kein bewusster Angriff gegen dich.

    Viele Alkoholiker reagieren dann so, und ich machte da auch keine Ausnahme. "Schau her, was passiert, wenn ich nicht mehr trinke. Lass mich einfach in Ruhe.“ ;)

    Das ist keine Logik, sondern ein Schutzmechanismus, damit niemand an das Thema rankommt. Und ja, manche sagen sogar „Ich habe ein Problem“, nur um die Situation zu beruhigen , nicht, weil sie wirklich etwas ändern wollen.

    Rückfälle werden dann oft mit genau solchen Sätzen gerechtfertigt.

    st dies oft so ? Ich wünschte so sehr das er endlich den Alkohol den Rücken kehrt .


    Das, was du beschreibst, ist kein Rätsel. Wenn er „trocken“ ist, was ich mal so verstehe, dass er nicht mehr trinkt, fehlt ihm der Stoff, der vorher alles gedämpft, übertüncht oder weggeschoben hat. Da kommt erst mal nichts „Glückliches“, sondern Leere, Unruhe und der ganze Kram, den der Alkohol jahrelang zugedeckt hat.

    Und ja. Dieser Kreislauf aus Saufen – Einsicht – Entzug – Unzufriedenheit – wieder trinken ist typisch. Das hat nichts mit dir zu tun und auch nichts damit, dass er „nicht glücklich genug“ wäre.

    Das ist einfach die Sucht, die weiterläuft, auch wenn gerade kein Alkohol im Körper ist. Solange er das nicht selbst erkennt und wirklich etwas ändern will, bleibt es genau so.

    Ein Jahr rückwirkend zu sehen ist natürlich stark. Aber am Ende zählt immer nur heute und genau das hast du verstanden. ;)

    Das schmälert nichts von dem, was hinter dir liegt. Im Gegenteil. Es zeigt, wie stabil du geworden bist.

    Glückwunsch zu einem Jahr, das du dir selbst erarbeitet hast.:thumbup:

    Vielleicht sollten wir hier alle mal wieder ein bisschen mehr aus unseren eigenen Erfahrungen schreiben und weniger darüber, wie der andere sein Leben sortieren müsste.

    Dann bleibt jeder schön bei sich, und wir müssen uns nicht gegenseitig erklären, wie man richtig atmet.

    Ganz ehrlich? Das ist nasses Geschwätz.

    Wenn du Alkoholiker bist, passt das, was du schreibst, nicht. Wenn du keiner bist, dann klingt es nach Missbrauch , da kann man es eventuell einordnen, aber nicht nach Abhängigkeit.

    Dein ganzer Text widerspricht sich.

    Regelmäßig oder zwanghaft getrunken wird nicht wegen Gefühlen wie Kummer, Freude oder Leid, sondern weil die Sucht steuert. Man hört auch nicht einfach auf, weil die Wirkung nachlässt. Wenn du dein Trinkverhalten mit Gefühlen erklärst, lenkst du vom eigentlichen Punkt ab. Gefühle sind nicht der Grund fürs Trinken, die Sucht ist es.

    Alles andere ist nur die Geschichte, die man sich selbst erzählt, um nicht hinsehen zu müssen.

    Und der „Wille zu trinken“ ist kein Wille, das ist der Suchtimpuls. Genau deshalb ist Nähe zu Alkohol nie egal. Zum E....ka musst du erst hingehen, kaufen, heimtragen. Zu Hause machst du nur die Flasche auf , fertig.

    Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Und ja es wirkt eben so, als würdest du dich in den Alkoholismus reinsteigern, damit du auf andere Baustellen nicht hinschauen musst.

    Das Thema hatten wir schon.

    Servus Angler,

    ui, so viele Posts, Warnungen und Erfahrungen auf einmal und jetzt komm ich auch noch. :mrgreen: Ganz ehrlich. Das würde mich stutzig machen. Da würde ich mich fragen. Will mir da jemand etwas überstülpen, oder sind das vielleicht berechtigte Einwände, die ich gerade nicht hören will?

    Wie du das für dich machst, ist am Ende deine Sache. Du bist derjenige, der die Konsequenzen tragen muss. Kein Vorwurf, das ist einfach Realität.

    Keiner will dir etwas einreden. Aber Erfahrungen sollte man nicht im gleichen Atemzug wegwischen und sofort Gegenargumente beim Lesen suchen. Das ist eine der Grundlagen der Trockenarbeit, erstmal stehen lassen, wirken lassen und nicht sofort verteidigen.

    Sucht ist kein Diskussionsthema, wenn ich selbst süchtig ist. Das ist ein Thema, an dem ich eben auch arbeiten muss, wenn ich nicht wieder saufen will. Da hilft kein Schönreden und kein „ich seh das anders“.

    In meiner nassen Zeit habe ich alles verpackt, verharmlost, mir Gründe gebastelt, warum gerade jetzt irgendwas „nicht geht“ oder warum Alkohol „halt da sein muss“. Alles Bullshit. Ich hab es oft nicht mal gemerkt, weil die Sucht das Denken übernommen hatte. Jahrelange Rituale brennen sich ein, und man hält das irgendwann für normal.

    Als ich trocken wurde, habe ich genau dort angesetzt. Ich habe mein eigenes Denken infrage gestellt , nicht die Welt, nicht die anderen, sondern mich.

    Und jetzt mal Klartext. Ekel hat noch keinen einzigen Alkoholiker dauerhaft vom Trinken abgehalten. Das kippt schneller, als man denkt, besonders, wenn man psychisch angeschlagen ist.

    Und noch etwas aus meiner Erfahrung. Wer Erfahrungen und Fakten wegwischt, bestätigt damit nur sein nasses Denken und füttert die Suchtlogik. Genau das habe ich damals auch gemacht und es hat mich nur tiefer reingezogen.

    Dir alles Gute.

    Wenn ich viel über ein Fest nachdenke, wird mein Suchthirn "laut"! Ist sein Job, wurde jahrelang darauf trainiert. . Die Orte, an denen ich gesoffen habe, kann ich nicht löschen aber ich kann entscheiden, worauf ich schaue. Wenn ich ständig darüber grüble, wer da ist, was da passiert und wie es wirkt, halte ich das Problem am Leben. Dann bleibt das Suchthirn wach und antwortet meist mit Verzicht! "Du verpasst was!"

    Ein "gesunder" Mensch sieht einfach nur ein Fest. Ein Alkoholiker sieht automatisch den Alkohol. Das ist banale Suchtlogik. Ganz rausziehen geht nicht immer, aber ich muss ja nicht mittenreinlaufen. Und ja, manchmal nervt es und fühlt sich nach Verzicht an. Hilft aber alles nichts, wenn ich trocken bleiben will.

    Meine Alternativen waren am Anfang simpel, ein, zwei Tage verschwinden, Ortswechsel, raus aus der Schusslinie.

    Es geht immer irgendwas auch wenn das Suchthirn trommelt

    Die Schreckensszenarien, die unter anderem Co-Pilot beschreibt, sind für mich rein hypothetischer Natur und stammen vermutlich überwiegend aus eigenen Erfahrungen oder Verbitterung. Man kann das so sehen, muss man aber nicht.

    Etwas als Empfehlung zu verpacken, das eigentlich nur eine persönliche Sicht ist, finde ich grenzwertig. Es ist ein möglicher Verlauf, kein allgemeingültiges Gesetz.

    Und ja, du hast dich hier auch aus Leid heraus angemeldet. Dieses Leid wird nicht kleiner, wenn sich zu Hause nichts ändert.

    Ich komme selbst aus der Alkoholiker-Ecke, und an mich war damals nicht heranzukommen, nicht mit "trink weniger", "hör auf zu saufen‘"oder "mach mal eine Pause" Egal welche Worte: Der Alkohliker muss selbst draufkommen. Und ja, ich wusste auch, dass ich zu viel gesoffen habe.

    Die Suchtberatung stelle ich nicht in Frage, ich war nicht dabei. Aber die eigentliche Frage ist doch: Egal, was sie gesagt, empfohlen oder vorgeschlagen haben oder ob sie zugestimmt haben oder nicht , ändert es irgendetwas am Trinkverhalten des Partners?

    Da kommt nicht plötzlich das große Aha: "Ich trinke zu viel, ich höre jetzt auf." Das ist Wunschdenken. Denn jeder mit grenzwertigem Trinkverhalten ob Missbrauch oder Abhängigkeit weiß das. Da braucht es keine Beratung. Wenn es trotz besseren Wissens schön geredet wird, ist das zumindest ein Indiz für Sucht.

    Ich würde mir die einfache Frage stellen. Ist das alles, was ihr zusammen aufgebaut habt, das Leid wert, so weiterzuleben?

    Ob es Sucht ist oder Missbrauch ist im Grunde genommen egal. Wichtig ist doch, was es mit DIR macht. Wie du deine Lebenssituation erlebst und wie es dich verunsichert, belastet und du darunter leidest.

    Und nur darum geht es… es geht um dich.

    Nicht super, es soll still sein

    Genau, das sind solche Gedanken. Du bewertest, du forderst, es soll still sein, ist es aber nicht, weil du es bewertest. So meinte ich das.

    Hatte ich „dagegenhalten“ geschrieben? Das klingt ja nach Kampf, und das wäre nicht so toll. Oder habe ich eher „aushalten“ geschrieben? Das macht einen Unterschied.

    Ist nicht dauerhaft, ist alle paar Tage MAL für 5-10 Minuten oder kürzer.

    Und wenn ich am Anfang daran denke, ist das doch schon wesentlich besser geworden. Aber das kannst nur du beurteilen.

    Du hast die Zügel in der Hand. Du führst. Die Sucht ist nur noch das bockige Pferd.;):mrgreen:

    einen Abend war ich sehr erschöpft,hab einen alten Saufkumpel gesehen. Saufhirn ist angesprungen.

    Super, es funktioniert noch und macht, was es soll.;)

    Ich hasse das Saufhirn, es gibt einfach keine Ruhe X(

    Immer und immer wieder kommen die scheiß Saufgedanken. Dieses Fahr doch los und mein NEIN, NEIN, NEIN!!! Es nervt so sehr, stresst und regt mich auf. Es soll einfach sein Maul halten, mich in Ruhe lassen- tut es aber nicht. Es kostet Kraft.

    Genau so füttert man das Saufhirn.;)

    Wenn ich das Ding ständig bekämpfe, analysiere, interpretiere wird es nur wichtiger. Vielleicht einfach mal: "Ah, da bist du. Juckt mich nicht." Und weiter im Alltag.

    Genau da verhungert das Teil, wenn es keine Bühne bekommt.

    Was du gerade machst, ist das Gegenteil. Du machst es zum Hauptthema, gibst ihm Bedeutung, bestätigst es dauernd und regst dich auch noch drüber auf.

    Das ist wie ein Pop‑up, das man jedes Mal brav anklickt, statt es einfach zu ignorieren. Und das Saufhirn denkt sich nur "Aha, läuft. Ich mach weiter"

    Nur mal aus meiner Sicht

    PAWS ist interessant. Ich habe mich damit ehrlich gesagt nie groß beschäftigt , vielleicht, weil ich nicht zu jedem Symptom sofort etwas suche, das passen könnte.

    Vieles von dem, was du beschreibst, kann aber auch auf tausend andere Dinge zutreffen: Stress, Schlafmangel, Anpassung, Nervensystem, Alltag, Hormone, soziale Isolation.

    Nur weil man sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, heißt das nicht, dass alles automatisch auf einen selbst zutrifft. Bücher erklären Modelle , keine Diagnosen. Ohne das jetzt abwertend zu meinen.

    Aber alles ist besser, als zu saufen, lesen, schreiben, sich beschäftigen, alte Hirnzellen neu besetzen. ;)

    Wichtig ist nur eins. Auch wenn das Gehirn sich umschreibt, neu sortiert oder repariert auf der Festplatte bleibt immer ein Startprogramm, das die Sucht wieder aktivieren kann. Wie ein Windows‑Autostart, der nie gelöscht werden kann.

    Solange man das nicht "vergisst" bleibt man auf dem Boden der Sucht- Tatsachen und rutscht nicht in die Idee ab, dass es irgendwann vielleicht doch wieder mit dem Trinken klappen könnte.

    Jeder ist anders nenn es leichtsinnig oder wie auch immer , ich gehe meinen Weg jetzt gerade Tag für Tag und es geht mir sehr gut dabei .

    Woher willst du das wissen? Warum stellst du jahrelange Erfahrungen gegen deine Behauptung? Wenn deine Methode wirklich so gut wäre, warum hast du dann immer wieder getrunken und die Sucht nicht überwunden? Individuelle Wege klingen gut, führen aber oft genau zu dem, was man überall sieht – Rückfälle.

    Das ist kein Vorwurf, sondern Realität. Wenn du sagst, du gehst deinen Weg weiter, ist das deine Entscheidung. Man sollte sich jedoch ehrlich fragen, was ein möglicher Rückfall für mich bedeuten würde.

    , ob ich die in allem für mich anwenden kann und möchte oder ob es auch andere Wege gibt mal schauen werde darüber eine Nacht schlafen

    Nein Berry, du musst hier gar nichts. Du kannst auch wieder saufen – das ist deine Entscheidung.

    Aus meiner Erfahrung kann ich dir eins sagen: Du bist noch nicht am Ende. Tief in dir gibt es noch die Hoffnung, irgendwann wieder kontrolliert trinken zu können.Genau diese Hoffnung ist das eigentliche Problem – nicht die Flasche. Oder irre ich mich?

    Und weißt du, warum ich das so deutlich sage? Weil du bewusst Alkohol zuhause stehen hast und das dir als "Abschreckung" verkaufst.

    Das ist natürlich Bullshit. Wenn ich damit abgeschlossen habe, brauche ich keinen Alkohol im Haus. Ich brauche keine Relikte aus der Vergangenheit, um mir irgendetwas zu beweisen. Ist auch keine Zeichen von Stärke.

    Es ist ein Zeichen, dass die Sucht noch eine Tür offen hat.

    Dir alles gute

    Ich sehe schon, dieses Problem sollte ich ein für allemal klären.

    Aus meiner eigenen Erfahrung heraus , nicht identisch, aber ähnlich. Ich stand auch an dem Punkt, an dem klar war. Wenn ich das nicht kläre, bleibt es ein Dauerproblem. Irgendwann musste ich eine Entscheidung treffen. Ausreden, Ausweichmanöver und dieses "mal schauen" haben mich nur im Kreis geführt.

    Und mal ehrlich: Die Leute um dich herum merken das längst. Die kennen dich, sehen die Veränderungen und hören die neuen Erklärungen. Da wirkt vieles einfach nicht mehr stimmig, auch wenn man es sich selbst noch zurechtlegt.:whistling:

    Deshalb mal direkt:. Wenn du es wirklich klären müsstest, hättest du es wahrscheinlich schon getan. Also hängt da irgendwo noch etwas . Scham, Stigma, Angst, Unsicherheit? Alles nachvollziehbar.

    Aber wenn du es nicht angehst, bleibt es wie ein Damoklesschwert über dir hängen. Und genau dann kommen die Situationen, in denen das Suchthirn stärker wird als der Vorsatz, das Glas stehen zu lassen.

    Wenn er selbst Alkoholiker ist, dann verteidigt er einfach sein Revier, in dem er in Ruhe weiter saufen kann – und das tut er dann auch auf deine Kosten. Und dass er dir sagt, du seist kein Alkoholiker? Woher hat er bitte die Qualifikation?

    Das ist nichts anderes als Abmildern, Wegreden, Kleinmachen , damit er selbst nicht in den Spiegel schauen muss, den du ihm hinhältst.;) Warum reagiert er sonst gereizt? Ein Mensch ohne Alkoholproblem wird nicht wütend, wenn man ihm den Alkohol wegnimmt. Wer kein Bedürfnis hat, muss nichts verteidigen. Sind zumindest von außen betrachtet eben Abhängigkeitssignale.

    Die andere Seite ist genauso simpel. Wenn er keiner ist dann bist du ihm egal. Ich weiß, meine Worte sind nicht immer fein geschliffen, aber es ist eben wie es ist.

    Ja, es gibt auhc Partner, die zu Hause weiter trinken , aber nur, wenn der trockene Alkoholiker das Risiko bewusst trägt und toleriert. Warum auch immer. Das ist deren Entscheidung.

    Für mich bleibt. Ein alkoholfreies Umfeld ist dein Schutz. Und genau deshalb gehört es zu den Grundbausteinen. Ich kann das nur empfehlen.