Mal zurück zur Realität 
ich wollte es einfach wissen.
Weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass es bei Co‑Abhängigen fast immer um zwei Dinge geht, entweder eine Bestätigung ihres Verdachts zu bekommen oder herauszufinden, ob sie dem Alkoholiker noch vertrauen können. Beides ist komplett irrelevant. Was viele nicht verstehen. Nicht der Alkoholiker steuert das , die Sucht steuert ihn. Und der CO denkt, er könnte das beeinflussen. Vergesst es.
Denn dem Einfallsreichtum eines Alkoholikers sind keine Grenzen gesetzt, sobald es ums Saufen geht. Verstecken, verharmlosen, tarnen, täuschen , gehört alles zur Grundausrüstung. Das steuert die Sucht. Die denkt nicht logisch, die denkt gar nicht , die drückt einfach aufs Gas. Um es mal bildlich darzustellen, was Suchtdruck ist.
Wenn jemand wirklich begriffen hat, dass er Alkoholiker ist, und daraus die Erkenntnis gewinnt, dass er nie wieder saufen kann, dann hat er überhaupt erst eine reale Chance, einen Weg daraus zu finden. Aber das ist trotzdem kein Freifahrtschein. Rückfälle gehören leider oft zur Realität dazu.
Wer das gar nicht begriffen hat oder sich innerlich noch Hintertüren offen hält, findet dagegen meistens wieder einen Weg zurück zur Flasche. So simpel und gleichzeitig so brutal , ist Sucht oft.
Alles, was von außen kommt ‚er hat doch Familie, Job, Haus, Unterstützung, kann man getrost in die Tonne treten. Das interessiert die Sucht ungefähr so sehr wie Regeln einen Süchtigen. 
Und ja. So wie er zu Hause seine Co‑Abhängigen um den Finger wickelt, wickelt er auch jede Therapie um den Finger. Das ist kein Talent, das ist System. In manchen Einrichtungen gibt es Alkoholtests , da fliegt es dann halt auf.
Und bevor jemand sagt. "Aber er hat doch gesagt, er geht da hin und macht das!‘ Ja, viele sagen das. Und viele gehen auch hin. Und viele machen dort… nichts. Oder das, was sie immer machen, nach außen funktionieren, nach innen trinken.
Und dann gibt es noch die, die gar nicht hingehen, sondern die Zeit nutzen, um etwas anderes zu machen – Hauptsache, der Co bleibt schön um den Finger gewickelt. Nicht aus böser Absicht, sondern weil es zum Muster der Sucht gehört.
Das Wichtigste hat Nayouk24 gesagt.
Dem Co‑Abhängigen hilft das am Ende auch nicht weiter. Er steckt ja selbst in seinem Muster, ständig auf der Suche nach Bestätigung, Kontrolle oder irgendeiner Sicherheit. Bindungsangst, Zukunftsangst, Angst vor dem Verlust des eigenen Lebensmodells. Alles Dinge, die im Co-Bereich nicht unbekannt sind.
Er will wissen, ob sein Verdacht stimmt oder ob er dem Alkoholiker noch trauen kann. Und eigentlich weiß er aus Erfahrung längst, dass ihn genau dieses Kontrollieren und Überprüfen nur weiter in seinem eigenen Kreislauf hält. Kontrolle gibt es dort nämlich nicht. Nicht wirklich. Nicht einmal ein bisschen.
Und oft hört es erst auf, wenn der Co irgendwann kapiert. Lass ihn saufen – ich kann laufen.
Ich kann am Ende nur für mich selbst handeln.