Beiträge von Hartmut

    1000 Prozent möchte ich abstinent leben

    Das ist schon wieder ein Anfang.

    Und das Wichtigste , behaupte ich mal , ist der regelmäßige Austausch. Da kommt Gegenwind für gewisse Gedanken oder Aktionen, aber nicht als Kritik an dir. Es geht nicht um dich. Es geht um die Sucht. Die hat im Hirn ein Areal geschaffen, das nur eins will: schnell saufen.

    Mal dazu

    Erst im Suff gehe ich dort hin. Naja wenn die mir nix geben gibt es noch 1000 andere Orte wo es Alkohol gibt, Tanke

    Siehst du, wie dein Sucht-Hirn funktioniert?

    Bei dir ist es gerade noch so: Im Kopf liegt schon der nächste Ort bereit. Falls es dort nichts gibt, gehst du eben woanders hin. Das sind nasse Gedanken – tief eingeprägt über Jahre. Immer eine Alternative haben. Immer ein Plan B fürs Saufen.

    Kennst du einen Nicht-Süchtigen, der sich Gedanken darüber macht, wo er Alkohol herbekommen könnte, wenn gerade keiner da ist? Nein. Der greift einfach zu etwas Alkoholfreiem und gut ist.

    Er hat keinen inneren Suchtdruck und sucht nach Alternativen und rennt nicht sofort los, wenn es nichts gibt. Das ist der Unterschied.

    Und genau deshalb ist Austausch so wichtig. Da erkennst du, wo die alten "nasse" Muster noch laufen .

    ich für meinen teil bin auch erst nach 16 jahren hier aufgeschlagen

    Und das ist gut so. Ich bin ein „ForumsKind“. Natürlich treffe ich mich auch außerhalb mit anderen Alkoholikern, aber da geht es nicht um die Sucht.

    Das Schöne hier ist, dass immer wieder Langzeittrockene vorbeischauen. Für mich bedeutet das zweierlei: Erstens haben sie erkannt, dass Austausch auch nach Jahren wichtig bleibt, denn es kommt hier niemand aus Langeweile vorbei.

    Und zweitens lüften sich meine Scheuklappen, mein Blick wird weiter, ohne dass ich von dem abweiche, was funktioniert. Würde ich das verlassen, wäre es nicht mehr mein Weg.

    . Aber es war nicht nur wegen der Nähe zum Alkohol, sondern wegen der mahnenden Worte und erhobenen Zeigefinger des Forums.

    Ich denke, da wird vieles fehlinterpretiert. Es geht nicht um mahnende Worte, und schon gar nicht um den erhobenen Zeigefinger. Es geht um Selbsthilfe und was jeder Einzelne daraus macht. Es sind Erfahrungsberichte, keine Aufforderungen, irgendetwas nachzumachen.;)


    Ich bin überzeugter Vertreter der Selbsthilfe. Aber dieses Nachtragen bei der Sucht – dieses „Wie geht’s dir?“, „Mach doch mal so oder so“ das war nie mein Weg. Nicht, weil mir Empathie fehlt. Sondern weil genau diese Dynamik oft die gleiche ist, die einen in der Sucht gehalten hat. . Fremdsteuerung, Anpassung, Erwartung.

    Ich setze auf Eigenverantwortung nicht auf emotionale Nachsorge. Wer trocken bleiben will, muss sich selbst führen. Nicht geführt werden. Wenn jemand rückfällig wird, soll er weiter saufen. Wenn er das nicht mehr will, kann er wieder anfangen trocken zu werden .

    Aber ihn an die Hand zu nehmen, ihm Mut zu machen und ihn wieder aufzubauen, hat den Beigeschmack, dass er es für den anderen tut und nicht aus sich selbst heraus. Der Co-Bereich in unserem Forum zeigt, wie mühsam das ist und wie viele Jahre es dauern kann.

    Natürlich mache ich Unterschiede, wenn es ums Normale Leben geht. Ich gehe essen, trinken, feiere Geburtstage, bin auf Festen, treffe Menschen in Lokalen. Das ist Leben. Trocken bleiben heißt nicht, sich einzusperren. Wer das glaubt, hat nichts verstanden.

    Trocken bleiben ist eine Notwendigkeit und das geht nur, wenn ich Risiken sie als das einschätze, was sie sind. Eben Risiken.

    Und gerade am Anfang kann ich das gar nicht einschätzen. Was ist ein Risiko, was nicht? Die Jahre davor war alles scheinbar kein Risiko. Das Hirn schaltet nicht abrupt von "nass auf trocken" .Da wird vieles missgedeutet und fehlinterpretiert.

    Genau deshalb wurden die Grundbausteine von Langzeittrockenen ins Leben gerufen, die sie zusammengetragen haben. Nicht einmal von mir , ich bin nur der Überbringer der „frohen Botschaft“.:whistling: Die Grundbausteine verändert sich auch nach Jahren nicht.

    Der Alkoholiker verändert sich, je länger er trocken bleibt. Und dann versteht er rückwirkend auch den Sinn der „frohen Botschaft“.

    Das Forum ist auf meinem Computer (Kopf) gespeichert. Es ist abgelegt und ständig abrufbar. Es ist immer dabei, wenn ich irgendwo hin gehe, auch wenn ich mein Handy nicht dabei habe.

    So habe ich vor 18 Jahren auch angefangen, erst skeptisch, dann der Fall, dann die Rückkehr. Heute bin ich über 18 Jahre trocken. Nicht, weil ich etwas nachgemacht habe, sondern weil ich es für mich gemacht habe.

    Es gibt keine Kopien. Wer seinen Weg geht, bleibt das Original.

    Ich brauchte meine Überzeugung, dass mein Weg für mich und nur für mich, richtig war und immer noch ist.

    Aus heutiger Sicht sehe ich vieles erfahrener als damals, als ich hier aufgeschlagen bin.


    Für mich wird es nur fragwürdig, wenn jemand seinen Weg ständig begründet, rechtfertigt oder ihn mit „andere machen das auch so“ absichern muss. Das zeigt für mich vor allem eins. Unsicherheit.

    Jemand, der mit seinem Weg wirklich im Reinen ist, verteidigt ihn nicht. Der lebt ihn. Aus Überzeugung. Weil er funktioniert. Der muss nicht ständig rausschreien, wie „easy“ doch alles ist. Und er blendet die Risiken, die sein Weg mitbringt, nicht aus.

    Wer das tut, zeigt eher, dass er sich selbst noch überzeugen muss und nicht andere.

    Mal aus meiner Küchenspsychologie-Schublade.:mrgreen:

    Hallo, ich hatte leider am Samstag einen Rückfall

    Welcher Samstag war das genau? Du hast geschrieben, zwei Tage durchgesoffen und danach vier Tage Entzugserscheinungen gehabt. Das wäre dann doch nicht letzten Samstag gewesen, oder?

    . Doch am Samstag hatte ich einen Streit der negative Gefühle auslöste, dazu noch die Saufgedanken. Ich fragte mich willst du? Ich sagte NEIN, bin aber trotzdem losgefahren. Eine Scheiße!!

    Das war kein Rückfall im klassischen Sinn , du hast ja noch gar nicht richtig aufgehört. Wenn ich das aus meiner Erfahrung sagen darf.;) Denn die Zeitspanne zwischen „Ich saufe wieder“ und dem tatsächlichen Loslaufen reicht normalerweise aus, um sich hier zu melden.

    Also wolltest du saufen. Das ist keine Kritik, kein Gemecker das ist der Prozess, den die Sucht auslöst. Sie meldet sich, du folgst. Und das mit dem kalten Entzug wenn es einer war, ist nicht ohne. Warst du beim Arzt? Hast du das abklären lassen?

    Also dann wieder von vorne. Oder bist du dir noch nicht sicher, ob du wirklich abstinent leben möchtest?

    Hallo zusammen,

    Es ist ja nichts Neues, und ich möchte gerne meine Langzeiterfahrungen aus etwa 18 Jahren mitteilen.

    Solange es Sucht gibt, gibt es auch die „unterschiedlichen Wege“. Und genauso lange werden sie benutzt , als Maßstab, als Ausrede, als Schutzbehauptung. Manche verstecken sich dahinter, fühlen sich kritisiert, rechtfertigen sich oder übertünchen damit ihre eigene Unsicherheit. Auch der berühmte „individuelle Weg“ , der klingt oft nach Abgrenzung: Ich bin anders, ich bin besonders. Und dann kommt der Klassiker. „Ich kenn jemanden, der macht das ganz anders.“ Ja, klar. Hauptsache weg mit der Verantwortung. Hauptsache nicht hinschauen, was wirklich nötig wäre.;)

    Sucht kümmert sich nicht um meinen „individuellen Weg“. Sie greift genau dort an, wo Lücken sind.

    Hinter jedem Weg steht erst einmal Verzicht. Zumindest bei den Meisten. . Nicht nur aufs Nicht-Saufen sondern auch auf das Umfeld, in dem ich mich bewege. Familie, Freunde, Partner ändern sich ja nicht automatisch, nur weil ich aufgehört habe zu trinken. Auch ihr Verhalten nicht. Aber ich bin alkoholkrank. Und wenn ich nüchtern bleiben will, muss ich mich der Sucht anpassen , denn die Sucht wird einen Teufel tun, sich an mich anzupassen.

    Diese Schlag- Sätze wie „Es macht mir nichts aus“, „Es triggert mich nicht“, „Ich hab Willen“, „Ich hab’s mir vorgenommen“ die finde ich alle wieder in der berühmten Rückfallquote. Jedenfalls deutlich öfter als die Stimmen derer, die sich kompromisslos an die Grundbausteine der Rückfallminimierung halten.

    Und genau da wird’s unbequem. Da wird sich gewehrt, weil man sich nichts „überstülpen“ lassen will. Man nennt es Dogma und vergisst dabei, dass man vorher der Sklave der Sucht war. Und genau dahin führt der Weg zurück, wenn die Sucht Lücken findet in der Kompromissfreudigkeit des Trockenwerdenden.

    Der Sucht ist das egal. Sie diskutiert nicht. Sie wartet. Sie sucht keine Argumente sie sucht Lücken. Und die Wege, die ich für mich beanspruche, sind nur Momentaufnahmen.

    Das Problem ist nicht, dass der Weg falsch ist, sondern dass er nicht zur Sucht passt. Das ist keine Warnung, und niemand sollte Angst haben, egal, welche Wege jemand geht.

    Wichtig für mich ist, den Respekt vor der Sucht nicht zu verlieren.

    Servus Michl

    Es wird immer wieder von dem besagten Tiefpunkt geredet/geschrieben, dass es ihn braucht um sich aus der sucht zu befreien.

    Wie seht ihr das, was ist der Punkt?

    Wie ich das sehe?

    Der Tiefpunkt ist nicht der Moment, in dem jemand trocken wird. Es ist der Punkt, an dem klar wird. So geht es nicht weiter. Aber das allein reicht nicht. Für manche beginnt da erst die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein. Und je nachdem, wie dieser Tiefpunkt erlebt wird, körperlich, emotional, sozial , entscheidet sich, wie kompromisslos der Weg danach wird.


    Ich habe im Austausch erlebt, wie unterschiedlich diese Tiefpunkte sind. Manche waren dem Tod nahe, andere sagten schlicht: Ich trinke zu viel, wahrscheinlich bin ich Alkoholiker , ich hör jetzt auf. Zwei Beispiele, zwei Wege. Beide können trocken werden oder bleiben. Aber die Tiefe des Erlebten prägt den Verlauf. Je tiefer der Punkt, je emotionaler er eingebrannt ist, desto weniger werden Risiken unterschätzt.

    Wer wirklich unten war, macht weniger Kompromisse. Er erkennt klarer, wohin der nasse Zustand geführt hat und was er nie wieder will. Aber der Tiefpunkt ist keine Garantie für Trockenheit. Die Sucht ist emotionslos und schlägt dort zu, wo eine Lücke ist. Sie kennt keinen Tiefpunkt, nur Gelegenheiten, und hat nur eine Lösung: "Saufen".

    Was es für mich gebraucht hat? Handeln. Kompromisslosigkeit. Und etwas, das viele unterschätzen. Ich musste emotionslos vorgehen. Nicht jammern, nicht interpretieren, sondern machen. Mich ständig mit der Sucht auseinandersetzen. Und immer wieder konfrontieren mit Wiederholung.

    Mein Weg begann nicht mit dem Tiefpunkt sondern mit dem, was ich daraus gemacht habe.

    Hartmut ist ja auch einmal rückfällig geworden, nur es könnte es einfacher machen glaube ich...

    Genau. Ich bin hier aufgeschlagen und hab alles ignoriert. Die Langzeit-Trockenen wirkten auf mich bescheuert, ihr Ton zu hart für meine Seele. Ich hielt mich für etwas Besonderes, außergewöhnlich. Alkoholiker? Für mich war das doch nur Kopfsache.

    Ein bisschen einlesen, ein Buch, das mein nasses Denken bestätigt, dazu ein paar Begründungen, wie man das macht, wer was macht – und schwups nach 12 Wochen Rückfall. Das Licht am Ende des Tunnels war plötzlich sehr nah.

    Erst als ich aufgehört habe, mich in allgemeinen Sätzen und Weltphilosophien zu verlieren, und stattdessen bewusst nur auf mich selbst geschaut habe , weg von meiner Selbstherrlichkeit, weg vom Nachbarschafts-Lumpi, der im nassen Umfeld bellt , wurde mir klar

    Es geht nur über meine Risikominimierung. Ich bestimme den Ablauf. Und da ich das „Licht“ schon gesehen hatte, war mir auch klar, Ich bin kein Lifestyle-Alkoholiker, kein Alkoholiker Light, kein Queraussteiger.

    Ich bin rückfällig geworden am System „Sucht“. Nicht wegen Psyche oder andere vorgeschobener Gründe sondern weil ich geglaubt habe, ich sei etwas anderes.;)

    Das einzige Problem was ich sehe ist meine Frau, sie wird sich langweilen ohne Freundin und anstoßen.

    Wird sie sich langweilen? Hat sie das dir gesagt oder ist das nur deine Annahme? Falls es eine Annahmen ist, ein Tipp: einfach offen miteinander reden..;) Oder ist das eine Beziehung, in der das Schweigen mittlerweile das Reden ist?

    Ich war schon immer ein Beobachter der Situation.

    In der „nassen Zeit“ war das verständlich.

    Wenn jemand mittags ein Bier bestellt hatte, hab ich mir auch eins genommen um mich in der Masse zu verstecken. Heute schaue ich anders hin. Ich frage nicht mehr. Wer trinkt was? – ich frage. Wird hier gesoffen oder nicht?

    Aber damit ist es nicht getan.

    Denn was passiert, wenn aus einem scheinbar „normalen“ Trinken plötzlich ein Besäufnis wird? Bleibe ich dann sitzen? Schaue ich weiter zu? Was machen meine Emotionen? Halte ich das aus , wegen der Gruppendynamik? Will ich nicht auffallen, nicht der Außenseiter sein?

    Und genau da liegt die Gefahr, nicht im ersten Glas der anderen, sondern in meinem inneren Reflex, dazugehören zu wollen .

    Der nasse Wille hat wahrlich nichts getaugt

    Es gibt keinen nassen oder trockenen Willen. Ich muss mich der Sucht anpassen nicht umgekehrt.

    Ob ich etwas will oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn Wille allein reichen würde, wäre ich nie süchtig geworden. Diese Diskussion über den „Willen“, jetzt nicht bei dir , aber immer wieder mal im Forum ist oft nur ein verständlicher Versuch, sich selbst zu beruhigen: „Ich hab’s im Griff.“

    Aber genau da liegt für mich der Trugschluss: Sucht lässt sich nicht wegwollen. Der Wille kann helfen, eine brenzlige Situation zu überstehen , ja. Aber nur so lange, bis die Sucht den Willen weggedrückt hat und das Saufen wieder als Lösung anbietet.

    Und das tut sie. Darauf kann ich mich verlassen, denn sie hat keine andere Lösung.

    Bücher werden nicht rückfällig. Sie verrecken auch nicht an einem Rückfall. Sie sind da, um Geld einzuspielen unabhängig davon, was sie anbieten.

    Wer alles glaubt, was er von der Sucht liest, sollte besser aufhören zu lesen. Denn die vermeintliche Erfahrung daraus kann schnell tödlich enden. Sucht lässt keinen Interpretationsspielraum , sie bietet nur eine Lösung an. Saufen.

    Ich bin froh, dass ich nach einem Rückfall durch echte Erfahrungen trocken geworden bin , nicht durch kommerzielle Angebote und schon gar nicht durch Buchzeilen, die mir etwas versprechen, was ich selbst noch gar nicht richtig einschätzen kann.

    Ich ließ mich bei so einem „Bestseller“ von meiner eigenen Überheblichkeit auskontern . Denn gerade am Anfang ist die Gefahr am größten und da spreche ich von Monaten, nicht von Tagen , sich von einem Text verführen zu lassen, der eine neue Lösung verspricht, die zwar einfach klingt, aber nicht zu einem passt.

    Nur eine Person hat Bier getrunken.

    Nun, ich mal wieder:saint:

    Es kommt nicht darauf an, wer was wo trinkt oder wie viel, entscheidend ist. Was macht es mit mir? Spüre ich Verzicht, Verlangen oder fühle ich mich sicher?

    Solange ich jedoch noch zähle, was andere trinken, läuft ein Programm im Kopf. Für Menschen ohne Sucht ist das egal, für mich nicht.

    Denn ich bin überzeuget es macht immer was, bewusst oder unbewusst. Und wenn nicht, wäre ich nicht süchtig. Wichtig ist, nicht den Denkfehler zu machen: „Hat mir nichts ausgemacht, also kann ich mehr riskieren.“ Denn genau da setzt das Suchthirn an, oder wie ich es mal genannt habe, mein innerer Dealer.;)

    Nur mal als Info, nicht als Aufforderung, den ganzen Weg neu zu überdenken, und eines weiß ich auch aus Erfahrung: Meine Armlänge zum Glas hat sich auch nach 18 Jahren nicht verändert. Habe extra eben noch mal nachgemessen.:)

    Ich habe das Päckchen wohl aus meiner Kindheit, dass ich immer das Gefühl habe ich bin dumm und alle anderen machen er besser, sind intelligenter, fähiger etc.

    Andere haben dies und das Fähigkeiten, Selbstvertrauen, scheinbare Leichtigkeit. Aber das ist die Fernsicht. Niemand schaut ins Detail, wie sie es machen, welche Probleme sie mit sich tragen, welche Selbstzweifel sie nachts besuchen. Und sie schauen auch aus der Fernsicht und sagen sich eventuell schau dir an, was "Bergdohle" geschafft hat.

    Ich habe Besseres zu tun, als auf ander zu schauen , ich habe mich selbst. Deshalb lasse ich alle Päckchen aus der Kindheit liegen, denn die ist vorbei. Ich lasse mir nicht einreden, ich sei geprägt nicht hier, nicht jetzt. Ich brauche keine Begründungen mehr, warum ich etwas nicht tun will oder kann, was mich gehemmt lässt . Das waren für mich alles nur vorgeschobene Gründe.

    Und jedes „Aber“, das ich mir im Kopf setzte, bremste mich aus. Für mich war es immer ein verkleidetes Nein, etwas nicht umsetzen zu können.

    So, nun bin ich wieder weg. Alles Gute!

    Eine Trennung ist nicht das Ende , sie ist der Anfang von etwas Neuem. Und ja, alles Neue macht erstmal Angst. Alles, was nur im Kopf stattfindet, bremst. Aber jedes kleine Teil, das du dir selbst erarbeitest, jede Fähigkeit, die du dir zurückholst, bringt Sicherheit.

    Es gibt Hilfe, bei allem, was dir bevorsteht. Und nur weil du jahrelang auf diesen einen Mann fixiert warst, heißt das nicht, dass andere das nicht auch könnten.

    Ich habe eines in meinem Leben gelernt: Tun. Einfach anfangen und tun , Stück für Stück. Da, wo es klemmt, Hilfe holen. Da, wo es etwas braucht, sich informieren.

    Und stell dir mal die Frage . Was wiegt schwerer – das Leid in der Partnerschaft oder die Aussicht, alles selbst in den Griff zu bekommen?

    Für Entschuldigungen und Erklärungen ist es einfach noch zu früh

    Für wen, für was und warum? Belastet dich das? Belastet es andere? Erwartet jemand etwas oder ist da etwas in dir, das noch geklärt werden muss? Wenn ja, dann gibt es kein Zeitfenster. Wenn nein, ist das auch gut.


    Wichtig ist, erst einmal stabil zu werden und sich keinen eigenen Druck zu machen. Ich habe gerade eine Krankheit überwunden, keinen Alkoholismus, und habe auch kein Bedürfnis, mich dafür zu entschuldigen. Alkoholismus gehört ebenfalls zu den Krankheiten.;)

    Und das, was du gerade machst, finde ich gut, denn du teilst dich mit, bekommst Antworten und sortierst sie.

    Ich bin definitiv gut damit beraten weiterhin nichts zu trinken, da ich mich selbst so ziemlich gut ertragen kann.

    Es ist eine Notwendigkeit für jeden trockenen Alkoholiker.

    Ich lasse niemanden für mich Vorkosten.

    Wenn jemand kein Alkoholiker ist, hat er auch nicht die Rezeptoren, die Alarm schlagen. Ein kurzes Gespräch mit dem Koch reicht völlig aus. Das kann hinter der Theke stattfinden, wenn ich mich am Tisch nicht traue, den Kellner zu fragen.

    Ich bin für meine Nüchternheit verantwortlich und mache niemanden zu meinem Mitverantwortlichen. Und wenn mal etwas schiefläuft, mache ich mir den Vorwurf selbst. Damit ist der Schuldige schon vom Tisch. ;)

    Ich übernehme Verantwortung für mich, für meine Abstinenz, für mein Leben. Ohne Ausreden, ohne Delegation.

    Jede Vernachlässigung meiner Risikominimierung ist mein Kompromiss.

    Wenn jemand seine Prioritäten in der Abstinenz ständig nach seinem emotionalen Zustand oder neuen Erwartungen ausrichtet, dann hat er das Prinzip nicht verstanden. Ich bin überzeugt: Dann ist der Rückfall nur eine Frage der Zeit. Und irgendwann endet das Ganze tragisch zwar mit einem guten Gewissen aber mit dem letzten Schluck. Das lese ich zwischen den Zeilen der Rückfallstatistiken.

    Die Sucht ist unheilbar, sie kann nur gestoppt werden. Sie hat weder Gefühle, noch Moral oder Gnade. Sie trifft genau da, wo ich mich selbst vernachlässige. Egal, ob ich meine Prioritäten bei Frau, Kindern, Hund, Katze oder Maus setze oder mich an meiner eigenen Überheblichkeit festklammere, es im Griff zu haben und einfach nicht mehr zu saufen.

    Die Sucht hat nur eine Antwort auf jede Situation und alles, was im Leben passiert: "Sauf"