R/no - "lauf R/no lauf"

  • Guten Morgen, gestern hab ich wieder mal einen Anfall bekommen. Seit Jahren hatte ich vor über dem Esstisch einen 3 flamige Pendelleuchte zu kaufen/ installieren. Kaufen ist aber teuer da meine Frau und ich einen besonderen Geschmack haben...ich hatte noch ein Teakholzbrett im Keller was ich dann mit Tränenblech zu einem Baldachin gemacht habe. Meine Frau hat schöne Textilkabel und Fassungen rausgesucht und ist megahappy mit ihrer neuen 500€ (gefühlt) Lampe:)

    Das ist wieder so ein Ding, früher hätte ich Monate gebraucht um das auf die Kette zu kriegen und mich dazu zu motivieren, denn da war ja nur eine Sache wichtig, jetzt ist das alles easy ich hab da richtig Lust drauf, ich stelle die Lampe/Lampen mal in die Bucht vielleicht besteht ja Interesse an meinen Produkten :I

  • Mein Neurologe hat mich gefragt aus welchem Grund ich Alkohol getrunken habe, ob ich wegen des Geschmacks oder aus Sucht getrunken habe.

    Ich hab noch nie wegen des Geschmacks getrunken, 1 Bier oder Wein war noch nie mein Ding, nach der ersten Flasche hat man doch den ganzen Tag diesen ekligen Geschmack im Mund wie beim Kater. Ich hab immer nur wegen der Sucht getrunken bzw. wegen des Rausches. Für eine Droge hat sie gut geschmeckt...

    Bei der geschäftlichen Renten/Verabschiedung haben Kollegen über Whiskey gesprochen, wie gut und edel etc. , man da schon 1-2 Flaschen zu zweit am Abend trinken kann, solche Schwärmereien halt.

    Der Geruch von Schnaps erinnert mich gedanklich inzwischen an Zeiten meiner Kindheit, als ich mit Papa im Keller war und Zinnsoldaten gegossen habe, der Brenner wurde mit Spiritus befeuert, genauso ähnlich riecht Schnaps zumindest das Wässerchen. Ich hab auch immer die teuren Spirituosen gekauft, das gab mir ja das Gefühl kein Alkoholiker zu sein, was für ein Schwachsinn. Am Ende hab ich bei jedem Gang zum Kühlschrank um frisches Bier zu holen die Shots nicht mehr eingeschenkt sondern gleich aus der Flasche getrunken.

    Für mich war Alkohol nie ein Genussmittel sondern nur ein Rauschmittel und um gesellschaftlich dabei zu sein, was Ironischerweise zur selbstisolation geführt hat.

    Wie seht ihr das/wie war das bei euch?

    Einmal editiert, zuletzt von R/no (15. November 2025 um 10:34)

  • Wie seht ihr das/wie war das bei euch?

    Bei mir war es so, dass ich gerne meine Getränke zu mir genommen habe. Sie haben mir teilweise richtig gut geschmeckt. Also ich habe nicht nur wegen der Wirkung getrunken.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Meine Söhne bzw. ihre Zukunft gehen mir verständlicherweise auch durch den Kopf. Zuerst hatte ich nur Angst vorm Kriegsdienst inzwischen aber auch vorm einzigen was einem da beigebracht wird und das ist neben Unterwürfigkeit und Jawohl sagen auch das Saufen.

    Ich hatte mit ca. 13 Jahren meinen ersten Vollsuff, mit 15 hatte ich schon einmal einen Kasten Bier geknackt ohne zu kotzen, das war bei uns in der Punkszene wie ein Eisernes Kreuz mit Eichenlaub, halt ein Titel.

    Dann kam die BW Zeit und da fing alles an schlimmer zu werden als es sowieso schon war. Tägliche Besäufnisse, auch in der Grundausbildung, danach in der Stammeinheit war nur noch saufen angesagt. Ich war in Norddeutschland und da waren ziemlich viele Zeitsoldaten wegen der hohen Arbeitslosigkeit in Ostfriesland damals, die sind immer heim gefahren. Den Schnaps gab es für 50 Pf und die Halbe für eine Mark im Mannschaftsheim, wir waren immer nur 10-20 Leute die da gezecht haben vermutlich war es deshalb so billig...

    Ich möchte nicht das meine Jungs dort landen und zwar genau aus diesem Grund. Wenn Sie nur ala Schweiz ihr eigenes Land verteidigen müssten oder es halt darum ginge und sie danach geistig und körperlich gestärkt aus diesem Dienst kämen wäre es ein nicht so großes Problem für mich aber mit diesen Aussichten werde ich alles tun damit Ihnen das erspart bleibt.

    Ich sehe es wie Reinhardt Mey, meine Söhne bekommen die nicht, auch nicht zum Saufen!

  • Die ersten beiden Weißbiere haben mir meist geschmeckt, alles was anschließend kam, war die Sucht.

    Der Schlumber war in jungen Jahren unser Mädels Status Getränk. Der hat gut geschmeckt, wir haben übers Kreuz geschaut, die Leute doppelt gesehen, viel gelacht aber nur einmal in der Woche. Die letzten zehn Jahre habe ich nicht mehr zum Spaß getrunken, nur mehr das Ergebnis zählte. Der Alkohol hat mir nicht mehr geschmeckt und der Rausch war das Ziel und Lustig war das schon gar nicht.

  • Die ersten beiden Weißbiere haben mir meist geschmeckt, alles was anschließend kam, war die Sucht.

    Mir hat es definitiv nie geschmeckt besonders als Jugendlicher, der erste Rausch mit Kotzen und Monsterkater kam ja durch die Minibar des Nachbarfreundes, das war kein Genuss :( und später war es auch immer nur die Sucht.

    Wenn Alkoholische Getränke keine Wirkung hätten würde sie wahrscheinlich keiner trinken oder sie wären zumindest nicht so beliebt. Ich glaube jeder Mensch trinkt es nur wegen der Wirkung, auch Die die nicht in den Zaubertrank gefallen sind.

    Wie gesagt der Geschmack nach nur einem Glas Bier oder generell Alkohol ist ekelhaft und hielt den ganzen Tag an, bei mir war es wie bei Dir, ganz oder gar nicht.

    Dieses Geschmackserlebniss wie beim Wein war doch auch nur vorgegaugelt, die Wirkung war der Grund, zumindest war das glaube ich bei mir so wenn ich jetzt darüber nachdenke.

  • Hi Ihr,

    ich habe wegen der Wirkung dem Rausch getrunken. Punkt.

    Ich musste mich anfangs Jugend/Junger Erwachsener richtiggehend "trainieren" um mein Getränkt der Wahl Bier in der "nötigen" Menge runter zu kriegen. Und Schnaps ging lange fast überhaupt nicht. Mit manchen "Ingetränken" (z.B. Appelkorn)in meinem Umfeld hatte ich mich schnell völlig über trunken. Und konnte das Zeug noch nicht mal mehr riechen, ohne zu brechen.

    Aber als ich dann mit Ende vierzig angefangen habe ernsthaft zu saufen war ich dann "trainiert". Nur gegen Ende wurde es schwieriger, das Zeug drinnen zu behalten.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Dann noch Weihnachten und Silvester. Aber diese beiden Feste machen mir überhaupt keine Sorgen

    Auf Silvester hab ich dieses Jahr zum ersten Mal so richtig Lust drauf, seit 40 Jahren + - das erste Mal ohne Alkohol, die letzten 15 Jahre waren wir auch auf keinen Partys mehr, wir haben immer bei uns mit der anderen Familie gefeiert die sich dieses Jahr aber bestimmt rar machen wird (MDF).

    Das einzige Problem was ich sehe ist meine Frau, sie wird sich langweilen ohne Freundin und anstoßen...

  • Das einzige Problem was ich sehe ist meine Frau, sie wird sich langweilen ohne Freundin und anstoßen.

    Wird sie sich langweilen? Hat sie das dir gesagt oder ist das nur deine Annahme? Falls es eine Annahmen ist, ein Tipp: einfach offen miteinander reden..;) Oder ist das eine Beziehung, in der das Schweigen mittlerweile das Reden ist?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich bin doch fleißig am trainieren und war due letzten 3 Wochen krank. 3 Tage krank geschrieben und dann halt mit Husten noch ein paar Tage auf der Arbeit.

    14 Tage konnte ich nicht trainieren und der Schlendrian hat sich genauso eingeschlichen wie bei der Trinkpause, ich hab es einfach schleifen lassen.

    Meine Frau hat mich vor ein paar Tagen darauf angesprochen und ich bin gleich in Verteidigungsstellung gegangen, hab die Krankheit vorgeschoben und erwähnt das ich auf der Arbeit ja auch trainiere...

    Bei der Unterbrechung einer mehrwöchigen trinkpause war das identisch >Ich trink nur den Freitag dann mach ich weiter...< was ich natürlich nie getan habe.

    Ich bin immer noch voll am trainieren denn es tut mir eindeutig gut, aber wenn meine Frau mich nicht angesprochen hätte wäre das wahrscheinlich still und leise versandet.

    So ist das auch mit der Abstinenz auf jedenfall Stelle ich es mir so vor, man darf es nicht schleifen lassen sonst kehrt der Schlendrian samt Kollege Alkohol wieder zurück.

  • aber wenn meine Frau mich nicht angesprochen hätte wäre das wahrscheinlich still und leise versandet.

    Du musst ihr ja nicht gleich alles erzählen. Aber ein "Danke, dass Du mich erinnert hast." Kommt immer gut. Sie sieht Dir die Dankbarkeit ja nicht an.

    Mir rutscht auch gerne mal ein "Ja ja. Hatte ich ja sowieso vor." raus. Aber da kann man(n) immer noch o. g. Satz hinterherschieben.

    Dann mit meinem "Aber" am Anfang".

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

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