Beiträge von Hartmut

    So wie ich es sehe kann dieses Forum nur trockenen helfen trocken zu bleiben. Das tut es!

    So sieht es aus: Es braucht schon eine gewisse Grundvoraussetzung, nicht nur ein paar „Absichtserklärungen“.

    Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass nach zu viel Alkohol der Wunsch nach Abstinenz auftaucht – oft aber nur als „Ich mach es mal langsamer“ oder das anmelden hier als Zeichen für andere: „Schaut her, ich tu ja was gegen meine Sucht.“

    Die echte Ernsthaftigkeit zeigt sich erst, wenn das übliche Gerede in konkrete Schritte umgesetzt wird. Das heißt: Sich wirklich über eine Entgiftung informieren. Und auch einen Arztbesuch wahrnehmen , nicht nur zur Überwachung, sondern weil er etwas Entlastendes sein kann.

    Etwas, das dem Alkoholiker hilft, nicht nur sich selbst, sondern auch die Sucht ernst zu nehmen.

    Hallo Seiltänzerin,

    Hab heute den Beitrag von Cadda zum Thema "Therapie" gelesen, jetzt finde ich ihn nicht mehr

    Cadda
    15. August 2024 um 07:20

    Ich glaube, dass jedes Foren-Mitglied welches hier verschwunden ist,unbedingt rückfällig wurde. Es kann auch andere Gründe dafür gegeben haben.

    Einfach im Kontext bleiben. Natürlich gibt es auch andere Gründe, aber welcher Grund auch immer, ein Rückfall ist immer einer zu viel. Oder wie soll ich diese "Beschönigung" verstehen? Zudem blicke ich auf 18 Jahre Forum und Austausch zurück, da beurteile ich das Ganze, nicht den Einzelfall.

    Und mal ganz direkt – wenn jemand nach nur einem Monat in einer nassen Umgebung, die er besuchen möchte, schon anfängt, Strategien zu entwickeln, wie er dort trocken bleibt, ist das ziemlich leichtsinnig. Natürlich kann es gut gehen, und jeder kann tun, was er will , am Ende bleibt er ja nur für sich selbst trocken.

    Ich spreche das trotzdem an, um Nachahmer, die sich ebenfalls noch in einem "nassen Denken" befinden, zumindest darauf hinzuweisen. Ich kann alle Bedenken immer einfach beiseiteschieben und sagen: "Ich schaffe das schon, alles gut."

    Aber es macht einen Unterschied, ob jemand schon länger trocken ist und auf Erfahrungswerte zurückgreifen kann und sich das zutraut, oder ob jemand gerade erst in den Startlöchern steht.

    Wenn ein möglicher Rückfall nicht als allzu schlimm betrachtet wird, ist alles in Ordnung. Aber ich frage mich, wenn ich genauer darüber nachdenke, wie es für die Heiratenden wäre, wenn sie später erfahren, dass jemand aus ihrem engen Kreis gerade wegen ihrer Hochzeit rückfällig geworden ist.

    Nun komme ich auch aus der Hardcore-Szene, wo Alkoholiker nach einem Rückfall oft nicht mehr zurückfinden und sich einfach zu Tode saufen. Und es betrifft nicht nur sie, sondern belastet auch die ganzen Familien der Alkoholiker. Schaut mal in den CO-Bereich, da kann man einiges nachlesen.

    Mattie ,schöne Hochzeitsfeier wünsche ich. Das ist nun nicht zynisch, das meine ich ernst.

    Dann dürfte ich ja auch nie wieder an irgendeiner Veranstaltung bei der getrunken wird teilnehmen. Oder versteh ich das mit dem Entfernen jetzt falsch?

    Nein, das ist so nicht richtig.;) Nun gilt es in der ersten Zeit, sich zu stabilisieren.

    Wir empfehlen, im ersten Jahr ein alkoholfreies Umfeld zu schaffen, sowohl zu Hause als auch unterwegs, und die Zeit, die früher fürs Saufen genutzt wurde, mit anderen Aktivitäten zu füllen. Feiern, bei denen vordergründig getrunken wird, sollten gemieden werden. .

    Und nein, niemals mehr an bestimmten Veranstaltungen teilzunehmen, ist natürlich Quatsch. Aber mit der Zeit, je länger du trocken bist, wird vieles selektiert. Glaube mir, einige Veranstaltungen, die du früher in deinen nassen Zeiten geliebt hast, werden dir uninteressant erscheinen, weil du aus dem "Sauf-Gefüge" herausfällst.

    Das besoffenen Gerede nervt dich genauso, wie du mit deinem eigenen betrunkenen Geschwafel andere genervt hast. Da lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass es so war..;) Und auf Partys, bei denen ordentlich gesoffen wird, passt du eben nicht mehr rein. Wer will schon als aktiver Trinker jemanden dabeihaben, der nicht mitmacht?

    Es wird sich vieles ändern müssen, um nicht rückfällig zu werden, es sei denn, es macht einem nichts aus, irgendwann wieder zu saufen.

    ok Hartmut, du hast offensichtlich nicht gelesen, dass man hier rund um die Uhr einkaufen kann. Da ist es egal, was ich zu Hause habe.

    Natürlich habe ich gelesen, das lese ich hier schon seit Jahren.

    Vieles stammt eben noch aus dem "Suchthirn" oder, wie ich es manchmal ausdrücke, "nasses Geschwätz." Nicht unbedingt der normale Zustand, auch nicht despektierlich gemeint, trifft es jedoch. Hatte ich auch.

    . Es macht eben einen Unterschied, ob etwas griffbereit steht, wenn Druck aufkommt, oder ob man es erst beschaffen muss. Da gibt es immer eine Zeitspanne, um nochmal nachzudenken. Oder nicht?

    . Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ist übrigens, dass ich hier im Forum von der Angelegenheit erzähle, obwohl mir klar war, dass es Warnungen hageln würde und ihr zur Vermeidung des Risikos raten würdet.

    Warum nutzt du das Forum, wenn du doch schon alles zu wissen glaubst und deine eigenen Vorstellungen und Pläne durchziehen willst, obwohl dir die Erfahrung fehlt? Am Ende machst du doch sowieso das, was du dir vorher schon ausgedacht hast.

    Ist die Frage zu provokativ?

    Weißt du, hier prallen oft viele mit ihren eigenen Gedanken aufeinander. Alles gut, aber genauso verschwinden sie wieder mit der Zeit und sitzen wieder in ihrem nassen Dasein. Muss nicht sein, aber das kommt erfahrungsgemäß sehr nah dran.

    Nasses Geschwätz, wie ich es nenne, ist normal, das hatte ich auch drauf .

    Alles Gute weiterhin!

    Das ist meine Meinung, ich kann, wann ich will, aber ich will nicht.

    Du hast es mehrmals versucht, in den Jahren 2021 bis 2023, und es hat nicht funktioniert – das ist es, was hier noch in Erinnerung geblieben ist. Und trotzdem glaubst du, dass du es allein mit deinem Denken schaffen könntest? Was kam dabei von innen? Nichts, außer Rechtfertigungen, um danach wieder zu saufen

    Trockenwerden ist keine Meinung, sondern gelebte Erfahrung. Und die fehlt dir noch. Deshalb sind die Erfahrungen von Langzeit-Trockenen so wichtig – nicht weil sie klüger sind, sondern weil sie durch sind.


    Gerade im ersten Jahr geht es um Stabilisierung. Wenn ich nicht mehr trinken kann, warum sollte ich Alkohol zu Hause haben? Das ist keine Offenheit, das ist Konfrontation. Und die Methode ist bekannt: Wer ernsthaft aufhören will, räumt die Rückfalloptionen aus dem Weg.

    Wenn ich mir die Möglichkeit offenhalte, irgendwann wieder zu trinken, habe ich mich noch nicht entschieden. Dann könnte der Alkohol genauso gut zu Hause herumstehen, denn er erfüllt keinen Zweck. Er bleibt im Haus – wie eine stille Einladung. Aber wer wirklich trocken werden will, lässt diese Option nicht offen. Man entscheidet sich. Und räumt auf.

    Schaff dir einen Schutzraum, ein alkoholfreies Umfeld, und glaub nicht alles, was du auf dem Weg aufschnappst, nur weil es einfach erscheint. So ist das nicht

    Zwischen "Müssen" und "Wollen " tanzt das Suchtgedächtnis gedanklich bereits den Hochzeitswalzer mit.

    Ich bin froh, dass ich nicht mehr "wollen" mit "müssen" verwechseln muss. In den nassen Jahren war es oft so: Ich wollte nicht, musste aber saufen. Da war das Wollen ein schlechter Ratgeber.

    Und im ersten Jahr empfehlen wir jedem, solchen Unfug oder, um es freundlich auszudrücken, nicht kalkulierbare Risiken im nassen Umfeld zu vermeiden.;)

    Ließt du eigentlich nicht was ich schreibe?

    Ja, ich lese, dass du Chantre getrunken hast und somit einen Rückfall hattest, wodurch die neue Entgiftung beginnt. Deine Eigendiagnosen oder Selbsteinschätzungen sind irrelevant , wenn du das beim Arzt nicht explizit abgeklärt hast.

    Du hast nicht erwähnt, ob der Arzt dich bei der Entgiftung unterstützt oder ob er davon weiß, dass du wieder getrunken hast und es unbedenklich findet, dass du den Alkohol abgesetzt hast?

    Falls er es nicht für notwendig hält, ist das in Ordnung, aber dann schreib das bitte auch. Wir wollen hier schließlich nicht raten müssen. Glaskugel haben wir auch keine.

    Wenn ich hier keine Hikfe bekomme, wenn es mir schlecht geht, was nützt dann die Gruppe?

    Sicherlich nicht, wenn man Hilfe sucht, aber die Vorgehensweise der SHG-Gruppe kritisiert, weil sie einem nicht passt. Zudem ist es der Vorstellungsbereich, in dem wir entscheiden, ob auch der User zu uns passt. Nicht alle passen.

    Bei uns gelten strikte Regeln, die dir bereits mitgeteilt wurden. Der Austausch findet erst nach deiner Entgiftung statt, die nach dem saufens des Cantree normalerweise 7 bis 10 Tage dauert.

    Jegliche weitere Diskussion darüber kannst du dir sparen .

    Willkommen bei uns

    Liebe Gruppe ich bin aktuell noch in einer Entzugsklinik und werde morgen entlassen

    Ob diese SHG für dich das Richtige ist, weiß ich nicht, aber sie könnte es sein.;)

    Das Forum richtet sich an bekennende Alkoholiker, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Ist das bei dir der Fall?

    Es fühlt sich unglaublich gut an ohne Alkohol aber natürlich habe ich auch vor einem Rückfall große Angst

    Kann ich mir denken, bei vier Entgiftungen in zwei Jahren, aber jeder kann es schaffen.

    Also erst einmal denke ich, dass empathische Menschen eher zur Sucht neigen

    Ich brauche keine Entschuldigung, süchtig geworden zu sein. Zu viel gesoffen, den Absprung nicht geschafft. Fertig.

    Zum Umfeld, mein Umfeld interessiert mich, hallo?

    Natürlich interessiert mich das auch. Aber wenn das der Grund ist, dass du aufgehört hast zu saufen und nicht die Erkenntnis, Alkoholiker zu sein, wirst du, das ist aber nur meine Prognose, schneller wieder an der Flasche hängen, als dir lieb ist.

    Aber dazu später mehr.

    Zuletzt getrunken habe ich am 26,09. für euch sicher lach-haft,

    Nichts ist lachhaft. Wie du sicherlich schon früher hier bemerkt hast, nehmen wir das hier sehr ernst.

    Aber wie oben schon geschrieben, beginnt der Austausch erst nach der körperlichen Entgiftung. Das wäre frühestens am Freitag. Solltest du bis dahin nichts mehr getrunken haben, dann gib Bescheid.

    Bis dahin empfehle ich dir, einiges hier durchzulesen, denn während eines kalten Entzugs tauschen wir uns hier nicht aus.

    Solltest du doch einen Arzt auftreiben können, der dich durch den kalten Entzug begleitet, melde dich dann direkt.

    Ich bin ein ehrlicher und direkter Mensch mit viel Empathie

    Willkommen im Club. Ist bei mir auch so, aber ohne Empathie – Sucht kennt keine Empathie.

    Das soll nur eine Erklärung sein, keine Entschuldigung.

    Wie du das machst, ist deine Sache, aber wir handeln hier auch aus Verantwortung anderen gegenüber und machen da auch keine Ausnahme, denn ein kalter Entzug kann schon mal tödlich enden.

    Deswegen ist hier auch der Austausch erst nach der Entgiftung machbar. Die dauert 7-10 Tage.

    s gibt mehrere Gründe:

    Es sind einige in meinem Umfeld an Alkoholismus gestorben, Kramfader in der Speiseröhre, verblutet als diese platzte usw.

    Für mich gibt es nur einen Grund . das ist die Sucht. Und wenn ich den für mich verinnerlicht habe, ist alles, was andere machen, egal, ob sie das gleiche Problem haben oder gesundheitlich angeschlagen sind..

    Es geht hier nur um mich. Ebenso ist es egal, welche Hilfe man in Anspruch nimmt, sei es von bekannten oder unbekannten Größen. Ich habe aus den Erfahrungen der Langzeittrockenen gelernt und mich nicht auf irgendein Podcast-Geschäftsmodell eingelassen.

    Trockenwerden geschieht nicht nur im Kopf, sondern auch durch Taten – Taten, die Veränderungen mit sich bringen. Aber dazu später mehr.

    Wann hast du das letzte Mal etwas getrunken?

    Und ich habe auch keine Lust, uns immer wieder wiederholen zu müssen.

    Lässt das nach, geht das irgendwan weg?

    Liest du eigentlich, was wir hier schreiben? Oder verstehst du das eventuell nicht richtig?

    Der Austausch beginnt erst nach der Entgiftung, und wenn du noch keine sieben Tage hinter dir hast oder bei der Entgiftung nicht von einem Arzt begleitet wirst, heißt es eben abwarten.

    Wenn die sieben Tage vorbei sind, kannst du dich hier über den Link bewerben, und dann geht es weiter.

    Einfach unten darauf klicken.


    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Aber ich will nicht immer wieder die gleichen Fragen beantworten und mich wiederholen.

    Nun mal zum Verständnis:

    Das Forum duldet eben keinen kalten Entzug, und wenn die Entgiftung nicht überwacht wird, dann ist das hier eben ein Tabu. Nicht, um dir Vorschriften zu machen, sondern weil ich das in der Verantwortung gegenüber anderen sehe.

    Denn jährlich sterben Alkoholiker bei der Entgiftung, darunter auch welche, die versuchen, Eigendiagnosen zu erstellen. Zudem ist ein Arztbesuch etwas Besonderes, wenn man sich öffnet und ihm ganz genau erklärt, dass man Alkoholiker ist.

    Dann wurde dir schon mitgeteilt, dass das der Vorstellungsbereich ist und nicht zur Austausch dient.

    Er dient dazu, festzustellen, ob der User, der sich hier anmeldet, auch wirklich die Ernsthaftigkeit hat aufzuhören oder sich nur herumdrückt, indem er versucht, sich aus der Sucht zu schleichen.

    Deswegen immer wieder die deutliche Nachfrage: Hast du explizit dem Arzt gesagt, dass du aufgehört hast, und explizit gefragt, ob er es als bedenklich ansieht, dass du den Alkohol abrupt abgesetzt hast?

    Mehr ist es nicht. Wenn ein User das nicht will, dann ist das seine Sache, aber dann warten wir grundsätzlich erst einmal 7-10 Tage ab, bevor es hier weitergeht.

    Denn auch das ist Fakt, dass die meisten dann auch wieder anfangen zu saufen.

    Wenn dein Arzt darüber informiert ist, dass du gerade entgiftest, und er keine Überwachung für notwendig hält, kannst du hier eine Freischaltung für den weiteren Austausch beantragen.

    Falls nicht, melde dich wieder, wenn du 7 Tage nichts getrunken hast. Ich habe das jetzt nicht nachgelesen.

    Hier ist der Link für die Bewerbung.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Hallo Jannie,

    Willkommen zurück.

    Ja, du warst 2021 und 2023 hier und hast zunächst versucht, kontrolliertes Trinken auszuprobieren, dann wolltest du dich nicht als Alkoholiker bezeichnen. Außerdem hast du unseren Hinweis zum kalten Entzug ignoriert und stattdessen alles in Eigenregie durchgezogen.

    Jetzt die Frage: Was hat sich denn geändert, außer dem Wunsch "aufhören zu wollen"?

    Anscheinend machst du schon wieder einen kalten Entzug. Darüber möchten wir nichts lesen. Oder wirst du von einem Arzt begleitet?

    Nochmals zur Erinnerung: Hier tauschen sich nur bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Wie sieht es da nun aus . Wie siehst du dich ? Was sind deine Ziele?

    . Für mich gehört dazu, mich mit meiner nassen Zeit zu beschäftigen, wenn Gedanken dazu aufkommen. Diese Gedanken sind quasi immer negativ (der einzige "positive" Gedanke, eher ein Gefühl ist "Entspannung - aber ich kann mich auch nüchtern gut entspannen und tu das auch). Die negativen Gedanken und Gefühle drücke ich nicht weg, sondern lasse sie zu. Das hab ich in der LTZ Mitte der 90er so gelernt und für mich macht es Sinn.

    Sehe ich komplett anders.

    Ich habe nicht nur negative Gedanken an die nasse Zeit. Da war auch einiges dabei, das zumindest ansatzweise okay war. Aber das spielt für mich keine Rolle mehr, seit ich die Erkenntnis hatte, Alkoholiker zu sein. Seitdem macht es für mich keinen Sinn, in alten Erinnerungen herumzuwühlen oder die Vergangenheit aufzubereiten.

    Als ich diese Erkenntnis erlangt habe, habe ich einen klaren Schlussstrich gezogen. Ich halte wenig davon, im Gestern zu graben. Ich wurde Alkoholiker, weil ich zu viel getrunken habe und den Absprung verpasst habe – so einfach ist das.
    In meinem trockenen Zustand lasse ich keinen Raum für alte nasse Geschichten.

    Negative Gedanken haben eine Berechtigung, aber nicht in Verbindung mit Alkoholsucht, sondern im Hier und Jetzt.

    werde ich ab dieser Woche einer AA Gruppe beitreten.

    für das AA-Meeting ein kleiner Tipp von mir:


    Nun gibt es viele verschiedene reale SHG Gruppen, die jeder für seine Trockenheit nutzen kann oder sollte. Wir sind ebenfalls eine unabhängige Gruppe und haben weder etwas mit Gruppen zu tun, noch möchten wir hier Diskussionen darüber führen.

    Was in den Gruppen passiert oder wie sie geführt werden, bleibt stets in der Gruppe. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz aller SHG.;)

    Nur zur Info.

    Ich glaube, dass wir beim "Trocknen", also auf unserem Weg in die glückliche Abstinenz, sehr verletzlich sind. Mir geht es zumindest so, da tun Worte auch mal weh. Vielleicht hilft es Dir, dass ich bei Rückfragen oder Kommentaren auch empfindlich bin. Im nächsten Augenblick aber denke ich darüber nach.

    Wenn die Nerven blank liegen und die Welt zusammenbricht, weil ich erkenne, dass ich Alkoholiker bin, dann ist es verständlich, dass ich empfindlich reagiere. Das gehört dazu. Aber oft ist es gar nicht die Empfindlichkeit selbst, sondern eher, dass mein Denken nicht mit der Antwort übereinstimmt, die ich bekomme.

    Wenn ich lese, dass jemand nach ein paar Monaten Abstinenz glaubt, schon stabil oder gefestigt auf seinem Weg zu sein, dann steckt oft die anfängliche Euphorie dahinter. Doch diese Euphorie entspricht nicht immer dem tatsächlichen Zustand. Ich erinnere mich noch gut daran, wie oft die Sucht in meiner nassen Zeit die Kontrolle über meine Emotionen übernommen hat – und das nicht nur gelegentlich, sondern über Jahre hinweg, ununterbrochen. Das hörte ja nicht einfach auf, nur weil das Glas abgestellt wurde.


    Gerade deshalb war es für mich entscheidend, die Sucht so zu sehen, wie sie wirklich ist: emotionslos, nüchtern, berechnend. Meine Gefühle und Emotionen gehören mir, und ich trenne sie bewusst von der Sucht. Die Sucht hat darin nichts verloren, denn sie bietet immer nur eine Lösung an: wieder saufen.

    Ich möchte trotzdem, nicht nur an dich sondern generell anmerken, dass manche gutgemeinten Kommentare auch das Gegenteil von dem bezwecken können, was eigentlich gemeint ist.

    Aus meinen Erfahrungen: Schulterklopfer und gut gemeinte Ratschläge sowie Meinungen, wie es für Alkoholiker am besten geht, bekommt man am Stammtisch. Die ungeschönte Erfahrung von "jahrelang Trockenen" bringt einen jedoch weiter – genau das ist der Sinn einer SHG.

    Hätte ich gewusst, wie alles läuft, wäre ich hier nicht gelandet. Da musste ich auch mal das "Goldwäägelchen" weglassen, wenn es direkt zur Sache geht . Wer nicht in der Lage ist, sich mit allen Facetten der Sucht auseinanderzusetzen und diese als Hilfestellung statt als Angriff zu sehen, gehört eher zu den 5 %, die es schaffen. Alles andere reiht sich in die 95 % Rückfallquote ein.

    Das ist jetzt nicht auf dich bezogen, sondern allgemein.

    Einen klaren Kopf bekomme ich schon nach zwei Tagen ohne Alkohol. Einen wirklich trockenen Kopf hat man aber erst nach mehrmaligem "Waschen", und danach muss er auch mal ordentlich durchgeföhnt werden.

    Ich möchte jedem den Tipp geben: Egal, bei wem und wo, eine Unterstützung in den ersten Jahren ist elementar wichtig.

    Es ist kein Sprint, sondern ein Marathon, und jeder bleibt nur für sich trocken.

    Schönen Austausch noch.