Dann kann ich auch zum Bäcker gehen und mit ihm über Wurstherstellung diskutieren und mich wundern, warum er kein Fleisch verkauft – oder ich gehe gleich zum Metzger. Genau so läuft es hier auch. Wer sich an die Eingangsschilder hält, kommt rein. Wer nicht, geht ein Haus weiter. Hier gibt es keine Betreuungspflicht und kein „Wir biegen das schon irgendwie passend“.
Es ist aber eine Herabwürdigung und Reduzierung auf die Krankheit.
Echt jetzt? Selbst hier, in einer Selbsthilfegruppe, in der es genau um diese Krankheit geht, wird das Stigma im eigenen Kopf festgehalten? „Alkoholiker“ ist keine Herabwürdigung und keine Stigmatisierung. Es ist die Bezeichnung einer Krankheit , nicht des Menschen dahinter.
Und ja: Eine klare Benennung muss es geben. Ohne eindeutige Einordnung gibt es keine passende Hilfe.
Wenn man damit Leute, die guten Willens sind abschreckt, hilft das niemandem.
Guter Wille reicht nicht. Den haben alle Alkoholiker –,die am Stammtisch, die morgen „ganz sicher“ aufhören wollen, und die, die ihren Familien etwas vormachen, alles versprechen und trotzdem weitersaufen, bis alles kaputtgeht. Das ist Fakt. Wer glaubt, dass guter Wille eine Sucht stoppt, ist hier falsch. Sonst sitzen wir wie auf einem Säufer‑Stammtisch und drehen uns im Kreis.
Das hier ist eine Selbsthilfegruppe, kein Ort für Wunschdenken. Guter Wille hilft niemandem.
Was hilft, ist die klare Benennung der Krankheit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Hier wird niemand trocken gestreichelt, niemand mit falschem Helferverständnis an der Hand geführt und schon gar nicht bemuttert.
Ich weiß nicht, wie du zu so einer Erkenntnis kommst. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Ich habe deinen Thread nicht gelesen, da ich Alkoholiker bin, aber mit gutem Willen versuche dich zu verstehen