Bei mir zählt mein Handy die Tage. I
Wenn es hilft, dann ist das doch gut, aber ich muss doch nichts infrage stellen, wenn es zu mir passt und sich für mich richtig anfühlt.
Und ich brauche keine Rechtfertigung dafür, warum oder wieso, wenn ich es bei anderen sehe. Als wäre es eine Majestätsbeleidigung oder ein Affront zu sagen, "man hat gefühlt noch nicht einen innerlichen Wettkampf mit der Sucht verlassen."
Es sind meine eigenen Erfahrungswerte, und ich habe auch niemandem unterstellt, dass es bei ihnen genauso sein muss. Wer es so herauslesen möchte, wird es für sich so interpretieren, aber das ist dann seine Sache.
Ich habe die Tabs seit 3 Tagen abgesetzt. Die haben mich wahnsinnig müde gemacht. Zu einer eventuellen Abhängigkeit kann ich nichts sagen.
Find ich gut, ich bin kein Freund davon, die Flasche mit Tabletten zu ersetzen.
. Es gibt wahnsinnig viel verschiedene Ansätze und Erfahrungen zur Abstinenz und deren Umsetzung/Erreichen. Anfangs dachte ich hier, ja, genau, toll, so muss ich es machen.
Es gibt nicht viele Ansätze, und auch keinen klaren Weg. Die Rückfallquote liegt bei bis zu 95 %, und es gibt die Minimierung von Risiken. – mehr ist das nicht. Alles dazwischen sind Kompromisse.
Ich bin und bleibe suchtkrank, und da kann ich mir gedanklich irgendetwas zusammenbasteln, wie ich mit der Sucht umgehe. Mantramäßig zu sagen, es ist keine Option mehr, oder um bei Stern zu bleiben , eine nüchterne Zone im Hirn zu schaffen, klingt zwar schön und mag beruhigend auf einen selbst wirken, eventuell auch zielführend.
Jedoch gibt es eben im Hirn Regionen, die man Suchtzentrum nennt,
wo alles andere ausgehebelt wird, was ich mir vorgenommen habe, wenn das Glas in einer emotionalen Ausnahmesituation griffbereit steht.
Wenn ich meine Wohnung verlasse, vorausgesetzt, mein Zuhause ist alkoholfrei, begegne ich Risikozonen – das ist Fakt. Ob jemand den einfachen Weg wählt oder sich irgendwie herauswindet, ist mir egal. Am Ende stehe ich allein da und das mit oder ohne Glas in der Hand.
Ich habe keine Angst, denn dieses Wissen gibt mir die Freiheit, mich im Rahmen meiner Risikominimierung frei zu bewegen.
Jetzt noch einen schönen Urlaub.