Aber einen Kampf kann man doch auch gewinnen?
Siehst du die Sucht immer noch als Gegner, als etwas, das man besiegen kann?
Warum bist du überhaupt süchtig geworden? War es eine Schwäche, eine Niederlage? Und warum hat es jedes Mal nicht geklappt, wenn du versucht hast, abstinent zu bleiben? Ganz einfach, weil es kein Kampf ist, den man gewinnen kann, sondern ein Zustand, den man akzeptieren muss. Sucht ist kein Gegner, den man mit Disziplin oder Willenskraft besiegt. Das Zauberwort für Abstinenz ist nicht „Willenskraft“, sondern „Kapitulation“.
Viele Rückfällige haben auch nie wirklich aufgehört ,sie wollten es nicht. Sie würden weiter trinken, wenn sie könnten. Für sie ist Aufhören keine Befreiung, sondern eine Niederlage. Und genau aus diesem Grund werden sie rückfällig
Wenn du jedes Mal wieder von vorne anfangen musst, stellt sich doch irgendwann die Frage: Sich nach dem nächsten Rückfall totzusaufen oder es endlich anders anzugehen?
Das beginnt im Kopf – mit der Entscheidung, nicht mehr zu kämpfen, sondern die eigene Machtlosigkeit anzuerkennen. Erst dann kann etwas Neues entstehen.
Und was du mit dem alkoholfreien Umfeld machst, finde ich gut, um erstmal eine gewisse Stabilität zu erreichen.
Was machst du stattdessen, anstatt zu saufen? Hast du dir neue Hobbys gesucht oder andere Freizeitaktivitäten ausprobiert? Vielleicht Sport oder etwas Ähnliches?