Derjenige ist der neue trockene Alkoholiker.Ja und jeder Neue ist auch nicht wie du. Alle Wege sind nicht gleich. Wenn jemand ,(eine mit dem Thema vertraute Person) demjenigen,(Neutrockenalkoholiker) zur Seite steht, bei den ersten Schritten auf ein neues unsicheres Terrain, muss das ja nicht gleich in eine Trocken-Coabhängigkeit abgleiten.
Rene72 - Mein Weg in die Freiheit – nüchtern leben, ehrlich bleiben
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Ich habe von der ersten nüchternen Sekunde an lernen müssen, Eigenverantwortung zu tragen
Der Satz sagt doch alles.Der Neutrockenalkoholiker muss von der ersten Sekunde an lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen.Was kann falsch daran sein,dabei unterstützt zu werden?
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bei den ersten Schritten auf ein neues unsicheres Terrain, muss das ja nicht gleich in eine Trocken-Coabhängigkeit abgleiten.
Für mich zählt nicht, was angeblich nicht passieren wird – mich interessiert, was wirklich passieren kann. Und ganz ehrlich: Wenn jemand jahrelang einen nassen Alkoholiker begleitet hat, ohne dass sich was verändert hat – wieso sollte ausgerechnet diese Person jetzt plötzlich die Hilfe sein, die's braucht?
Außerdem: Nur weil jemand das Glas abstellt, ist er noch lange nicht trocken. Das dauert. Innerlich bleibt oft noch lange ein Rest – "nasses Denken", oder wie ich es einmal mit den Wort meines Mod-Kollegen ausdrücken darf, Nayouk24 " Restfeuchte"

Trockenheit bedeutet viel mehr, als nur nicht zu trinken.
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Ich schätze die Erfahrungen von dir und den anderen Langjährigen sehr.Aber manchmal glaube ich, das manche Denkansätze zerredet werden und nur noch um die Deutungshoheit gekämpft wird.Das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.
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Ich schätze die Erfahrungen von dir und den anderen Langjährigen sehr.Aber manchmal glaube ich, das manche Denkansätze zerredet werden und nur noch um die Deutungshoheit gekämpft wird.Das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein.
Es geht nicht um Deutungshoheit, das ist Unsinn. Vielmehr geht es darum, dass Meinungen durch Erfahrungen widerlegt werden können.
Wie jemand dies für sich interpretiert, was er daraus macht und denkt, bleibt jedem selbst überlassen.
das ist übrigens Rene72 Thread und sollte nun auch wieder ihm gehören, denn es ist nicht sein Thema. Sein Thema war Urlaub und wie dabei ein Risiko minimiert wird. Dazu ist eine Meinung genauso wenig hilfreich wie nicht gemachte Erfahrungen oder ein "CO-Verhalten" unter Alkoholikern, helfen zu wollen.
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Genau so ist es.Ich werde den Faden von René verlassen und das Thema damit auch beenden. Gruß Bono
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Nun ist ja eine Unterstützung etwas anderes als aufpassen.
Sehe ich genauso. Ich unterstütze meinen Mann, indem ich beispielsweise da bin, wenn er einen Rückfalltraum hatte und es dann okay für mich ist, dass er mich wecken darf und wir drüber reden. Ich unterstütze ihn auch gerne, wenn er Suchtdruck bekommt, indem wir beispielsweise (er kommuniziert dies auch und fragt dann nach Unterstützung) gemeinsam ein Gesellschaftsspiel spielen oder etwas anderes machen, was ihn ablenkt.
Was ich nicht mache ist, wenn er beschließen würde, er kippt sich jetzt einen rein, ihn in irgendeiner Art und Weise davon abhalten. Das ist dann seine Entscheidung in dem Moment, da werde ich nicht "aufpassen", dass er es nicht tut. Dann bin ich nämlich wieder die Co, die seinen Konsum kontrollieren wollen würde und dass klappt bekanntermaßen nicht.
Zu Unterstützung gehört für mich auch, wie im Fall von Rene72 , mit meinem Partner Lösungen zu finden, wie ein gemeinsamer Urlaub ohne ein bewusstes Risiko aussehen kann. Oder halt auch im kleinen, dass der Haushalt alkoholfrei ist, ohne dass ich als Partnerin seine Sucht irgendwie in Frage stelle.
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123 Liest sich nett, aber es ist nichts anderes als ein Co-Verhalten, das von der nassen in die trockene Zeit übertragen wurde. Wenn ich als Alkoholiker das abverlange, ist es Unterstützung, ansonsten ist es eine Wunschvorstellung, es dem Alkoholiker recht zu machen.
Deswegen haben wir hier auch zwei Bereiche: den CO-Bereich und den Alkoholiker-Bereich.
Zu Unterstützung gehört für mich auch, wie im Fall von Rene72 , mit meinem Partner Lösungen zu finden, wie ein gemeinsamer Urlaub ohne ein bewusstes Risiko aussehen kann.
Das ist zum Beispiel für mich keine Unterstützung, sondern ein Eingreifen, insbesondere wenn der Co-Abhängige oder ein unterstützender Partner die Situation möglicherweise falsch einschätzt. René wählt einen riskanten Weg – da kann schnell vieles ins Wanken geraten, gerade weil der Alkoholiker noch unerfahren auf trocken Terrain ist und der Co-Abhängige die Lage nicht richtig beurteilen kann.
Und gut gemeinte Unterstützung kann leicht zum emotionalen Druck werden. Dann wird nicht mehr ehrlich entschieden, sondern genickt – der Harmonie zuliebe. Und das ist gefährlich. Echte Unterstützung bedeutet, zu verstehen und nicht zu handeln was nicht abverlangt wird.
Der Alkoholiker bestimmt seinen eigenen Weg und ist selbst verantwortlich auch für die Suche nach einem sozialen oder unterstützenden Umfeld. Alles, was ungefragt von außen auf ihn einwirkt hilft nicht . (immer
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Ich verstehe unter ‚mit dem Partner Lösungen zu finden‘ ein Gespräch auf Augenhöhe. Der Partner hat ja auch eigene Interessen. Wenn jeder offen sagt was er braucht und nicht einer dem anderen erzählt was er glaubt dass für ihn gut ist, ist doch eine Lösung möglich.
Nach dem Motto ‚ich kann leider nicht nach Malle fahren, weil ich nicht unter saufende gehen will‘ und die Antwort ‚und ich will schon weg, am liebsten mit dir, geht wandern?‘. Ob man dann fährt- beide oder einer alleine - ist dann eben die Lösung.
Unabhängig von Sucht ist es doch eh das beste wenn beide Partner völlig unverstellt ihre Bedürfnisse äußern können und gehört werden. D.h. Natürlich nicht, dass alle Bedürfnisse erfüllt werden können.
Und nein das sagt nicht meine langjährige Erfahrung in einer glücklichen Beziehung. Sondern meine langjährige Erfahrung mit Beziehungen wo genau das nicht passiert ist.
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Ihr Lieben, nun muss ich doch mal etwas schreiben. Ich habe mich bewusst hier etwas zurück gehalten, da ich für mich persönlich den Eindruck habe hier ständig Steilvorlagen für einen sehr sehr regen Gedankenaustausch zu geben. Ich fühle mich da im Nachhinein immer etwas schuldig an manchen gegensätzlichen Meinungen, die mit Nachdruck geführt werden.
Der Gedankenaustausch mit meiner Frau ist mir sehr wichtig. Allerdings, wenn ich Hartmut richtig verstehe, ist es fast unmöglich für einen Partner zu überblicken, was in einem Süchtigen vor sich geht. Ich verarbeite, trotz unserer sehr guten Kommunikation zu Hause, vieles für mich alleine. Ich denke anders geht es auch nicht.
Genau so stelle ich es mir anders herum vor. Ich denke nicht, dass ich jemals alles erkennen kann, was mein Frau verarbeitet. Vorher, als ich trank und jetzt wo ich mich dagegen entschieden habe.
Mein Sohn wird mir auch ganz bestimmt niemals ganz offenbaren was er dachte, als er mich schlafend auf der Couch vorfand. Mit der Gabel in der Hand und eine Kartoffel angespießt, mit dem Kopf halb im Essen, nachdem ich von einem feuchten Kegelabend nach Hause kam.
Meine Pflicht, mein fester Wille ist es einfach dafür zu sorgen, dass dies niemals wieder passiert.
Ich hoffe, jetzt nicht wieder irgendwas, fälschlicherweise niedergeschrieben zu haben.
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Kernprinzipien der Selbsthilfe bei Alkoholismus:
- Erfahrungsaustausch: Betroffene teilen ihre persönlichen Erlebnisse und Strategien
- Selbstbestimmung: Jeder Teilnehmer bestimmt sein Tempo selbst
Hartmut, bitte entschuldige meine Einmischung, aber ich finde Deine Kommentare manchmal schon etwas, wie soll ich sagen, in Stein gemeißelt.
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Ich fühle mich da im Nachhinein immer etwas schuldig an manchen gegensätzlichen Meinungen,
Wegen der Meinungen brauchst Du Dich nicht schuldig fühlen. Die waren auch schon vor Dir da.

Der Ton hier ist direkt, aber respektvoll. Ich finde Deinen Thread besonders interessant. Da gab es jetzt schon viel zum Mitnehmen.
Ich persönlich finde gut, was Du Dir aus dem "Gespräch" herausgezogen hast.
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Ich hoffe, jetzt nicht wieder irgendwas, fälschlicherweise niedergeschrieben zu haben.
Nee, hast und hattest du nicht – denn du schreibst hier für dich selbst an Uns . Sonst würdest du’s gar nicht tun. Was zurückkommt, musst du nicht übernehmen – du bist ja schon du.

"Wir" gleichen unsere Gedanken und Erfahrungen hier nur ab. Der eine macht das sanft und einfühlsam, so wie ich. Der andere haut halt direkt raus, so wie die meisten hier – ehrlich, kantig, aber echt.
Und mal ehrlich: Wer beim Trockenwerden den Humor verliert erzeugt nur zusätzlichen Druck.Abstinenz Ampel- Beim roten Licht innehalten – selbstverständlich. Bei Gelb Vorsicht walten lassen – natürlich. Doch was viele vergessen: Die grüne Phase an der Abstinenz-Ampel. Sie ist die entspannteste von allen.

Ob du das schaffst, weiß ich nicht, denn du fährst ja allein das Auto.
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Kernprinzipien der Selbsthilfe bei Alkoholismus:
Erfahrungsaustausch: Betroffene teilen ihre persönlichen Erlebnisse und Strategien
Selbstbestimmung: Jeder Teilnehmer bestimmt sein Tempo selbstHartmut, bitte entschuldige meine Einmischung, aber ich finde Deine Kommentare manchmal schon etwas, wie soll ich sagen, in Stein gemeißelt.
Das stimmt, aber ich bin seit 18 Jahren unfallfrei trocken, während sich viele hier hinter irgendwelchen Richtlinien verstecken und genau daran scheitern.
Mit deinem zitierten Text ist nicht gemeint, dass Menschen, die halbherzig trocken werden wollen, sich mit Stammtischparolen durchmogeln dürfen. Wer hier ernsthaft mitdiskutieren möchte, muss damit umgehen können, dass es Gegenstimmen gibt – insbesondere von Betroffenen, die genau wissen, wie sich „nasses Geschwätz “ anhört.
Dass Co-Abhängige dies nicht nachvollziehen können, erkenne ich daran, wie Jahre vergehen und sie weiterhin daran glauben, dass ihr Alkoholiker mit dem Trinken aufhört. Und das ist nicht einmal Kritik, das ist einfach so.
Die Rückfallquote liegt bei rund 95 %. Viele kehren nach einem Rückfall direkt wieder an den Stammtisch zurück – oder schaffen es nicht mehr, weil der Alkohol sie vollständig einholt. Am Ende ist es nicht der Mensch, der das Tempo bestimmt – sondern die Sucht.
Craving, Rückfallrisiko, Selbsttäuschung – all das gibt den Takt vor. Wer sich darüber hinwegtäuscht, spielt mit dem eigenen Leben.
Aber gut, dass du das angesprochen hast. Das muss überarbeitet werden.
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Hallo Ihr alten Hasen. Ich habe paar Tage nichts geschrieben und versuche heute auch keine Kontroversen zu provozieren. Ich wollte nur kundtun, dass es mir sauwohl geht. Fast 9 Wochen sind geschafft. Ich bin mit meiner Frau und den Kids doch paar Tage unterwegs. Da wo wir noch nie waren. Triggermomente hatte ich bisher keine. Wir sind glücklich und mein Großer hat mich auf meine Abstinenz angesprochen. Er ist der Meinung, dass es so viel besser ist. Meine Frau hat sich mit der "neuen Realität" ebenfalls arrangiert. Und dies meine ich im positiven Sinne. Der Tagesablauf hat sich doch um einiges geändert.
Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend.
P.S. an Hartmut: Vielen Dank für Deine gefühlt harten Worte. Ohne diese hätte ich es bestimmt nicht bis hierher geschafft. Du hast mich immer wieder zum Weitermachen angestachelt.
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Also ich zieh trotzallem den Hut vor dir. Trotz aller Einwände bist du mit deiner Familie in den Urlaub gefahren und bisher ging es ja auch gut. Manchmal bestätigen Ausnahme auch die Regel.
Du wolltest der Familie, die bestimmt genug mit dir durchgemacht hat, den Urlaub nicht vermiesen. Auch das kann ich gut verstehen. Wir Alkoholiker sind auch nicht der Nabel der Welt. Wir verlangen schon manchmal viel von unseren Lieben.
Trotzdem sei auf der Hut!!! Der Alltag wird dich bald wieder im Griff haben. 9 Wochen ist lobenswert, aber in der Gesamtschau nicht viel. Du musst wissen, wie es nach dem Urlaub mit dir weitergehen soll.
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Sind ja nur paar Tage. Nichts Aufregendes. Kein Hotel, Pension oder ähnliches. Nur eine Hütte und Selbstversorger. Ich weiß doch, dass die paar Wochen nichts bedeuten- es ist ein Anfang. Kommende Woche geht's ganz normal weiter, wie letzte Woche. Aufmerksam sein und Schritt für Schritt ohne Alkohol meinen Weg weitergehen.
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Freut mich das von dir hier zu lesen. Alles Gute weiterhin.
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Nayouk24
9. Juli 2025 um 13:21 Hat den Titel des Themas von „Rene72 - Hallo, ich bin neu und suche Unterstützung“ zu „Rene72 - Mein Weg in die Freiheit – nüchtern leben, ehrlich bleiben“ geändert. -
Dein neuer Titel gefällt mir.
Wir Alkoholiker sind auch nicht der Nabel der Welt. Wir verlangen schon manchmal viel von unseren Lieben.
Natürlich bin ich der Nabel Welt, du übrigens auch.
Ich verlange überhaupt nichts von meinen Lieben. Für meine Nüchternheit bin ich verantwortlich, und nur ich.
Wenn die Lieben mir zuliebe unterstützend dabei sind, ist das super. Aber das ist nix, was ich einfordern würde.Ich weiß doch, dass die paar Wochen nichts bedeuten- es ist ein Anfang
Sag das doch nicht so.
Die paar Wochen sind fast 9 nüchterne Wochen, fast 9 Wochen gelebtes Leben, fast 9 Wochen Freiheit.
Die paar Wochen sind der Beginn von etwas ganz Großem…..einem selbstbestimmten Leben. -
Vielleicht sehe ich das nach 16 Jahren Nüchternheit etwas anders als du. Ich habe meiner Familie viel angetan, Kummer und Angst bereitet. Ich war ja fast schon auf der anderen Seite.
Darüber denkt man aber erst im Laufe der nüchternen Jahre nach.
Eine Frage hätte ich noch.
Wenn jemand eindeutig schreibt, ich bin alkoholabhängig, aber nicht sagen kann oder will - ich bin Alkoholiker - warum wird dann hier so darauf beharrt? Selbst in der Entwöhnungstherapie hab ich so was noch nie gehört. Kann mir mal das mal jemand erklären?
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